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Unverhofft.Kommt oft.

GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / Gen
21.07.2021
22.08.2021
7
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22.07.2021 965
 
Dieser verdammte Idiot? Hierher? Zu ihrem Verein?
Das konnte nur ein schlechtes Gerücht sein. Niemals würde der ruhmreiche 1. FC Union Berlin einen wie ihn holen.
Hatte sie gedacht. Noch vor wenigen Tagen. Jetzt hatte sie dieser Verein das erste Mal ernsthaft enttäuscht.
Denn er war hier. Stand in ihrer Tür und hatte offenbar seine Hose vergessen.
In Boxershorts und ohne Schuhe. Verschwitzt.
„Hey, bist du Adriana?“ Sein Blick wanderte von oben nach unten über ihren Körper und das ganz unverhohlen. Blieb kurz an ihrem Ausschnitt und dann nochmal auf Höhe ihrer Hüften hängen.
Sie sah von ihm zu dem Schild neben ihrer Tür und zurück. Dumme Frage. Was auch sonst. Aber schien er verstanden zu haben immerhin.
„Super! Ich bin hier um mich durchchecken zu lassen.“
Es war also wirklich wahr. Ausgerechnet diesen Spieler musste Ruhnert herholen. Hatten sie nicht schon genug Offensive? Sollte er lieber Polter zurückholen.
Sie war so grundschockiert, dass sie gar nicht so schnell reagieren konnte, als er einfach in den Raum kam und sich auf die Liege schwang.
„Also mein Oberschenkel zwickt etwas. Der Trainer hat mich zu dir geschickt.“
Adriana stand nach wie vor regungslos da. Ihn jetzt live zu sehen bestätigte alles was sie über ihn dachte. Ein unverschämter Klotz mit frechem Grinsen.
„Hey?! Alles in Ordnung?“, fragte er also nach als sie sich nicht bewegte.
Er war es wohl nicht gewöhnt, dass Menschen – Frauen – nicht auf ihn ansprangen.
„Oder kannst du nicht sprechen?“, er lachte auf, fand sich wohl unheimlich witzig.
Sein Verhalten war genauso, wie sie erwartet hatte. Überheblich und dämlich. Manchmal stimmte eben doch was in der Zeitung stand. Und dass er nie lange bei einem Verein bleiben konnte, hatte auch was mit seinem Verhalten zu tun. Das war ihr nun endgültig klar.
„Mein Name ist Dr. De Luca.“, sagte sie bemüht ruhig.
Er war irritiert, verstand aber wohl wo das Problem war. „Ähm ok. Doktor De Luca.“ Er betonte den Titel besonders spöttisch. „Mein Name ist Fußballspieler Max Bennet Kruse.“ Er streckte ihr seine Hand entgegen.
Ganz eindeutig machte er sich lustig über sie.
Adriana ignorierte seine Hand. Ihn konnte sie nicht ignorieren. Denn er war ja jetzt hier, beim 1. FC Union Berlin und damit Bestandteil ihrer Arbeit. Man erwartete Professionalität von ihr und die musste sie aufrechterhalten. Bei jedem Spieler. Und bisher war das auch bei jedem Spieler möglich gewesen. Jetzt hakte es zum ersten Mal. Aber sie riss sich zusammen.
„Wo zwickt es denn genau?“, fragte sie.
Sie nahm den Rollhocker, der neben der Liege stand und setzte sich drauf.
„Also, Dr. De Luca. Hier oben zieht es.“, er griff sich an die Leistengegend. Dort wo sein kräftiger Oberschenkel überging…na eben in die Leiste. Bilder schossen ihr in den Kopf. Aus einem Video. Einem sehr berühmten Video, das ganz Deutschland gesehen hatte. Von ihm.
War kein Fake, was da zu sehen gewesen war. Adrianas Wangen glühten plötzlich. Ziemlich doll sogar.
„Ich bin beim Schuss abgerutscht und der Trainer sagte, dass du…Entschuldigung…Sie…Frau Doktor, einmal drüber sehen sollen.“
Sein Grinsen war wirklich kaum zu ertragen. Natürlich duzten sich hier alle. Sie machte das auch. Außer den Präsidenten. Auch die Spieler. Und diese wiederum auch sie. Aber sie empfand es als Frechheit, dass er einfach davon ausging, dass er sie beim Vornamen nennen dürfe.
„Hinlegen bitte.“
„Oh Frau Doktor. Dabei sind wir doch nicht mal beim Du.“
Ihr Gesichtsausdruck blieb neutral. Aber sie legte all ihre Strenge in ihren Blick.
„Okay.“, sagte er beschwichtigend und legte sich auf die Liege zurück.
Adriana desinfizierte sich die Hände, schob Max´ Boxershorts noch höher am Oberschenkel entlang.
Sie spürte ihn direkt zusammenzucken.
„Kalt.“
„Entschuldigung.“, entgegnete sie automatisch. Berufskrankheit, die kalten Hände.
Er legte die Arme lässig hinter den Kopf und sah ihr unverwandt ins Gesicht. Wollte wohl ihre Reaktion auf seinen Körper testen. Idiot. So toll war er nun wirklich nicht. Es gab wesentlich hübschere Spieler.
Es kostete sie einige Mühe sich zu konzentrieren, denn sein Blick war intensiv.
Unangenehm.
Sie räusperte sich und begann den Oberschenkel abzutasten.
„Höher.“ Er provozierte, so kam es ihr jedenfalls vor.
Unsanft nahm sie sein Bein und schob es in einen anderen Winkel. Dann drückte sie die Hand fest auf den Bereich zwischen Schenkel und Intimbereich und lehnte sich mit etwas Gewicht dagegen.
„Au!“, rief er entsetzt.
„Okay.“, erwiderte sie nur und drückte dann noch ein wenig fester zu. Zugegeben hätten die letzten Zentimeter nicht sein müssen. Aber er verdiente es.
„Frau Doktor, scheiße!“, er entzog ihr sein Bein und rieb mit schmerzverzerrtem Gesicht über die Leiste.
„Fühlt sich an wie eine Reizung, im worst case eine leichte Zerrung. Nichts dramatisches.“
„Zerrung bedeutet mehrere Tage Pause?!“
„Wenn das übermorgen noch schmerzt, machen wir ein MRT. Aber ich glaube, eine kurze Pause reicht aus. Keine Bewegungen, die den Bereich beanspruchen.“
„Sagst du mir gerade, dass ich dich nicht um ein Date bitten soll? Die enden nämlich meistens mit Bewegungen, die diesen Bereich beanspruchen.“, da war er wieder. Max Kruse at his best.
Adriana biss die Zähne zusammen, um nicht auf sein Niveau zu fallen. Wenn sie Reaktion zeigte, dann bekam er nur was er wollte.
„Nimm es ernst. Sonst spielst du nicht zum Start.“ Ohne es zu merken, war sie doch ins Du gefallen.
Das schien eher bei ihm anzukommen als der Inhalt ihrer Worte.
„Ich nehme Frau Doktor vollkommen ernst.“
Adriana drehte sich zum Medikamentenschrank um und kramte eine kleine Tube hervor.
„Das muss drauf. Morgens, mittags, abends. Okay?“, sie reichte ihm die Salbe.
„Zu Befehl.“, er salutierte, stand von der Liege auf, verzog noch einmal schmerzvoll das Gesicht und humpelte dann Richtung Tür. Endlich konnten ihr die Gesichtszüge so entgleiten, wie er es verdient hatte.
„Ach, Frau Doktor!?“
Innerlich verdrehte sie die Augen, sah ihn aber neutral an.
„War schön dich kennenzulernen. Bis bald!“
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