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Das gestohlene 1. Mal

KurzgeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
19.07.2021
30.07.2021
5
16.670
26
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
22.07.2021 4.046
 
Ihr Lieben, habe mich jetzt spontan entschlossen diese Geschichte 2x/Woche zu posten, weil ich sie fertig haben will, bevor ich in die Sommerpause gehe. Sind ja nur 5 Kapitel. Deswegen nun montags und donnerstags. Seid doch so lieb und lasst mir eure Meinung da. Es ist wirklich frustrieren zu sehen, wie viele die ff im Fav haben und lesen und keiner schreibt mal ein RV.

Danke!

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Hermione konnte es auch nicht glauben. In ihr war ein tiefes Bedürfnis entstanden Draco nahe zu sein. Normalerweise ging sie ihm aus dem Weg und keiner ihrer Freunde mochte ihn. Eins aber wusste Hermione ganz genau. Draco Malfoy war nur das Resultat der elterlichen Erziehung. So wie Ron ein umgänglicher, toleranter und freundlicher Mensch war, so war Draco der, der er war, weil man ihn dazu gemacht hatte. Im letzten Jahr war er still geworden und hatte nur noch wenig von dem früheren aggressiven Jungen, der andere gern schikanierte. Nett und angenehm war er deswegen allerdings noch lange nicht.

Dass er gerade selbst offen und in ihren Ohren sehr glaubhaft zugegeben hatte, zu weinen, hatte wohl den Ausschlag gegeben. Sie wollte wissen, ob es stimmte und dazu musste sie ihn berühren. Sie hätte auch ihren Zauberstab nehmen und Licht machen können, doch etwas sagte ihr, dass diese seltsame Begegnung besser im Dunkeln bleiben sollte. Seine Wange war tatsächlich nass und ganz warm. Ihr Herz zog kurz schmerzhaft vor Mitgefühl und sie ließ ihre Hand noch ein wenig in seinem Gesicht, weil er sie nicht abwehrte. Sie müsste etwas sagen, ihr Mitgefühl bekunden und vielleicht neugierig nachfragen, weshalb er weinte, doch sie schwieg. Es war wie die Dunkelheit, die etwas verbarg. Ebenso musste etwas verschwiegen werden.





Was hatte er zu verlieren? Gar nichts. Was würde geschehen, wenn er sich jetzt zu ihr beugen würde, diese winzige, überschaubare Distanz zwischen ihnen überbrücken würde, die allerhöchstens eine halbe Armlänge betrug, und sie behutsam küssen würde? Immerhin hatte sie ihn zuerst berührt, hatte sein Versteck unbrauchbar gemacht und ging einfach nicht. Warum verschwand sie nicht und ließ ihn nicht einfach in Ruhe? Ein wenig aus Trotz, viel aber, weil er diese einmalige Chance nutzen wollte, drehte sich Draco ihr nun wirklich zu. Dabei nahm sie ihre Hand weg. Er erwartete, dass sie nun gehen würde, doch sie blieb. Hermione schwieg und wartete. Wirklich? Oder wollte er nur, dass es so war? Sie hatte doch keinerlei Interesse an ihm. Wie es war, wenn ein Mädchen Interesse hatte, wusste er durch Pansy. Granger war abwartend und doch irgendwie neugierig wie es schien. Jetzt war er es, der seine rechte Hand hob und gleich auf Anhieb ihr Gesicht fand. Ihre Wange war ganz weich und warm. Ihre Haut zu berühren war wundervoll und allein das hätte seine selbstmitleidigen Tränen getrocknet.





Hermione blieb ganz still und wartete, was weiter geschehen würde. Ihr Herz schlug wie verrückt. Es war der Reiz des Verbotenen, wusste sie nur zu gut, konnte sich ihm dennoch nicht entziehen. Gerade Malfoy, dieser … furchtbare Junge, war so behutsam. Sie lauschte seinem Atem, der jedoch von ihrem eigenen fast überlagert wurde. Sie fühlte sich ein wenig kurzatmig, wie eine Bulldogge im Sommer. In ihr war eine Mischung aus Scham über ihre Neugier aber auch eine Erregung, die sie ganz kribblig machte. Niemand wusste, dass sie hier mit Malfoy war. Würde er es rumerzählen, würde sie es eiskalt abstreiten und alle würden ihr glauben, keiner Draco. Aber er würde es nicht erzählen, denn dann würde sie über seine Tränen sprechen und das würden sie ihr alle glauben. Aber darum ging es hier nicht. Es ging nur um die Dunkelheit und das Schweigen. Es ging um seine warme, ein wenig feuchte Hand und seine weichen Lippen, die nun beinah schon verschreckt ihren Mund berührten. Was zur Hölle tat sie hier? Wie könnte sie das vor sich selbst und Ron rechtfertigen? Im Moment war es ihr egal. Alles, was zählte, war dieser unglaubliche Kuss, wie sie von Ron noch nie einen bekommen hatte. Dieser Kuss war frei von allen Zweifeln und Hermione begriff schlagartig, dass Draco in sie verliebt war. Vielleicht schon eine lange Zeit. Diese Erkenntnis schockierte sie völlig. Ihr Innerstes begann wie wild zu zittern und ihre Hände krallten sich in seinen Pullover, um ihn näher zu ziehen aber auch, um sich an ihm festzuhalten. Draco schmeckte salzig, nach seinen Tränen. Hermione küsste ihn jetzt, viel stürmischer, weil sie nicht nur Gefallen an seiner behutsamen aber doch so zwingender Art sie zu küssen fand, sondern auch an der Erkenntnis, dass der reinblütige, arrogante Malfoy, der für Höheres bestimmt war, in sie, eine Schlammblut-Hexe verliebt war.

Dracos volle Lippen umschmiegten ihre Lippen und seine eine Hand lag leicht an ihrem Hinterkopf. Er drückte sie nicht an sich, es war eher sie, die ihn an sich zog. Ihre Arme hatten sich um seine Taille gelegt und pressten ihn an sich. Draco zu küssen, war so anders als Ron zu küssen. Zwischen ihren Beinen begann es lustvoll zu pulsieren und zu ziehen. Ihr Atem ging schnell und als Draco ihre Lippen verließ, vermutlich weil er Angst bekam vor dem, was hier geschah, küsste sie ihn wieder, weil sie nicht genug von dieser prickelnden Erregung bekommen konnte.





Sie konnte ja nicht ahnen, dass Draco noch nie weiter gegangen war, als fast keusch Pansys Lippen zu küssen und das eigentlich auch nur, weil sie ihn genötigt hatte und Goyle sie gierig begafft hatte. Nicht, dass es ihm nicht gefiel das Mädchen seiner Träume zu küssen. Ganz im Gegenteil. Er hatte große Furcht, dass sein Körper nicht mehr zu kontrollieren sein würde, wenn sie sich auf diese Art weiterküssen würden. Es war unbeschreiblich. Hermione schmeckte fruchtig süß, ihr Mund war so nachgiebig und kein bisschen schüchtern. Ebenso wenig wie ihr Körper, der sich an seinen drückte. So konnte er ihre kleinen, festen Brüste spüren und bekam Panik, es würde gleich eine Reaktion seinerseits erfolgen. Fast schon fühlte er seine Erektion kommen und deshalb versuchte er zu entkommen, obwohl er nichts lieber wollte, als sie hier weiter zu küssen.





Da hatte er aber nicht mit Grangers Entschlossenheit gerechnet. Sie zog ihn wieder heran, küsste ihn und stupste dann mit ihrer Zungen gegen seine Lippen. Draco verstand und ließ sie in seinen Mund. Dabei wirkte er passiv und ein wenig ehrfürchtig. Das gefiel Hermione so gut, dass sie seine Erstarrung einfach mal als Kompliment nahm. Ihre Zunge fand seine und als sie sie berührte, stöhnte er leise auf. Hermione, längst mit geschlossenen Augen, fühlte in ihrem Unterleib eine Hitze, die sie beinah unbesonnen machte. Sie drückte sich enger an ihn und fühlte, dass Draco hart wurde. Das passierte Ron auch hin und wieder, wenn sie sich intensiver küssten. Doch zum ersten Mal fand sie es nicht erheiternd, sondern nur lustvoll erregend. Draco wollte sich wieder losmachen, doch sie ließ ihn nicht. Sie wollte ihn spüren, ihn und seine spürbare Lust an dem, was sie taten. Verbotene Küsse tauschen in einem dunklen Raum, ohne sich Versprechungen zu machen. Wieder stöhnte Draco, als sie mit ihrer Zunge tiefer drang und einen verrückten Tanz in seinem Mund begann. Sie wollte mehr, viel mehr und war mit einem Nebengedanken zutiefst über ihr primitives Verlangen bestürzt.





Sie so zu erleben, verwirrte ihn total. Warum küsste sie ihn? So? So lusterfüllt und hemmungslos, als wären sie ein Paar? Warum reizte sie ihn so? Er verstand Mädchen nie, doch Granger war ein Endbosslevel-Rätsel. Sie war doch mit Ron zusammen. Liebte sie Weasley nicht? Lag es am Wandschrank, der zugegeben dazu einlud verruchte Dinge zu tun, oder lag es an ihm? Spürte sie seine Schwäche für sie? Nutzt sie ihn aus? Wenn ja, hatte er es wohl nicht besser verdient und letztlich bekam er hier ein unvergessliches Erlebnis, an das er sich künftig mit bittersüßem Schmerz erinnern konnte. Ihre Lippen waren wie das ganze Mädchen. Entschlossen, zielstrebig und ehrgeizig auf dem Weg in sein Innerstes, zu seinem Herzen, was sie doch schon längst besaß. Sein Schwanz wurde trotz Verbot steinhart und er könnte ununterbrochen stöhnen, so wie er sie gerade an sich spürte. Wie musste es sich in ihr anfühlen? Er würde dabei vermutlich den Verstand verlieren. Hermione küsste wie eine Göttin, so selbstbewusst und ohne Scheu. Himmel, was würde er dafür geben mit ihr zusammen sein zu dürfen. Er würde sie auf Händen tragen und verehren, wie sie es verdient hatte. Leider ging es nicht und diese Wandschrankaffäre war nur ein Zwischenspiel, dass er nicht verstand und das nur der, im Grunde beschämenden Situation, geschuldet war. Er und Hermione, wer hätte das gedacht.

Hermione begann an seinem Hosenbund herumzunesteln und Draco stockte der Atem vor Schreck. Was tat sie da? Was wollte sie? Oh Gott, Hilfe! Dachte er panisch und wollte doch so sehr, dass sie ihn berührte, dass er nur atmete. Schnell, flach und erregt.





Dann betrat jemand den Raum und beide erstarrten in ihren Bewegungen.

„Wo kann sie denn nur sein, Harry?“ Es war Ron, der sie suchte.

„Ich weiß nicht. Nicht hier. Oder soll ich etwa im Wandschrank nachsehen?“

„Nein, lass, da sind nur die ollen Kittel, die stinken immer so. Mach bloß den verdammten Schrank nicht auf! Komm wir sehen nochmal im Haus nach, vielleicht hat sie sich auf dem Eulenturm doch erkältet“, sagte Ron schuldbewusst und die beiden Jungs verließen den Raum.

Allerdings hatte sie die einzigartige Atmosphäre zwischen Hermione und Draco zerstört. Sie zog ihre Hand zurück, legte nur einmal ihre Hand an seine glühende Wange und verließ den Schrank, ohne etwas zu sagen, oder zurückzusehen. Sie ging einfach und Draco rutschte, nachdem sie zur Tür raus war, einfach an der Schrankwand nach unten und war wie betäubt. Was zum Teufel war da gerade passiert? Zwischen ihm und einem Schlammblut. Eine Tatsache stimmte ihn zuversichtlich. Wenn sein Vater aus Askaban heraus noch Macht über ihn hätte, würde ihn nun sicher sein vernichtender Blitz treffen. Doch nichts geschah. Nichts, außer dem Vibrieren seines harten Schwanzes.

Erst eine Zeit lang später, sollte Draco verstehen, dass dieses wundervolle Ereignis seine Sehnsucht nach Granger noch viel schlimmer gemacht hatte.





Nur einen Gang weiter, traf Hermione auf ihre beiden Freunde, die ziemlich ratlos wirkten und erleichtert waren sie zu sehen.

„Wo warst du denn?“, fragte Ron auch sofort. Er wirkte ziemlich aufgewühlt und besorgt. Gleich pappte er ihr die Hand an die Stirn, ehe sie es verhindern konnte.

„Ganz heiß! Ich hab’s gewusst. Du hast dich erkältet und ich bin schuld“, sagte er weinerlich und legte ihr fürsorglich den Arm um die Schulter. Natürlich war ihre Stirn heiß, weil alles in ihr immer noch zu glühen schien. Was hatte sie getan? Sie hatte mit dem Feind geknutscht und fand absolut keine Ausrede dafür, außer, dass es dunkel war und außer, dass Draco seine Tränen zugegeben hatte. War das nicht eine sehr merkwürdige Ausrede?

„Mir geht es gut, Ron. Keine Sorge. Ich brauchte nur mal eben ein wenig Ruhe und frische Luft.“

„Was? Es ist doch eiskalt draußen? Du warst nur im Pullover draußen und …“, echauffierte sich ihr Freund, während Harry schwieg und sie eher nachdenklich ansah. Ihr wurde mulmig und sie senkte den Blick.

„Vielleicht habe ich doch ein wenig Fieber und sollte mich besser … hinlegen“, murmelte sie, ehe Harry noch eine Frage stellen würde, die ihre Lüge aufdecken würde. Er sah nämlich ganz danach aus.

„Gute Idee, Schatz! Ich bringe dich ins Haus, komm mein Wuffelpuffel“, flüsterte ihr Ron ins Ohr, gab ihr einen Kuss auf die Wange und zog sie fort. Über die Schulter rief er Harry noch zu, dass sie sich beim Quidditchfeld treffen würden.





„Nenn mich nicht immer Wuffelpuffel“, brummte sie, als sie allein waren. Mehr fiel ihr nicht ein? Wie wäre es mit der Wahrheit, Granger! Schimpfte sie still mit sich selbst.

„Och komm schon … lass mir das. Du guckst dabei immer so süß. So widerspenstig und … hach …“ Wieder traf ein nasser Kuss ihre Wange. Sofort musste sie an Draco und seine behutsamen Lippen denken. Wie konnte es sein, dass ein gutmütiger Kerl wie Ron so tollpatschig küsste und ein schrecklicher Typ wie Draco so einfühlsam?

„Ich mache mir echt Sorgen und du siehst wirklich nicht gut aus“, sagte Ron, als sie im Haus waren. Er betrachtete sie nun so eindringlich, dass es ihr schwer fiel ihm in die Augen zu sehen.

„Ich fühle mich nicht gut, doch es ist nichts Schlimmes. Vielleicht sollte ich den Rest des Tages im Bett verbringen und morgen geht es mir wieder besser. Es sei denn, du hattest für heute Nacht wieder einen netten Ausflug geplant?“ Es sollte die Stimmung ein wenig auflockern, doch Rons Gesicht verschloss sich, weil er nun glaubte, dass er an Hermiones Erkrankung tatsächlich die Schuld trug.

„Ach, Ron …“ Sie umarmte ihn mit schlechtem Gewissen und er sagte ein bisschen eingeschnappt an ihr Ohr:

„Eigentlich wollte ich dir heißes Butterbier organisieren und …“

„Schon gut. Alles ist in Ordnung, Ron. Ich gehe jetzt lieber ins Bett und du solltest dich beeilen, dein Training fängt gleich an.“ Aber Ron bestand darauf sie noch ins Bett zu bringen. Er zog die Decke bis zu Hermiones Kinn hoch und gab ihr noch einen Kuss.

„Vielleicht sollte man Romanzen auf die Sommermonate verlegen“, merkte er düster an und sie nickte lächelnd. Vielleicht gab es auch Ort, die so dunkel und verschwiegen waren, dass es egal war, welche Jahreszeit gerade war.



Als Ron weg war, kam das schlechte Gewissen mit voller Macht nach oben. Ganz genau wusste sie, dass es nicht nett war, so zu sein und den eigenen Freund, den sie doch mochte, so zu betrügen. So war sie doch gar nicht und doch hatte es ihr gefallen. Und es gefiel ihr immer noch. In ihrem Kopf hörte sie Draco leise stöhnen, als sie ihn enger an sich presste, um seine Erektion deutlicher zu spüren. Wieder ging es ihr durch und durch. Warum funktionierte das mit Ron nicht? Warum hatte sie nun ständig Dracos Gesicht vor sich? Warum spürte sie seinen Körper so überdeutlich, als wäre er neben ihr und selbst seinen Geruch und den leicht salzigen Geschmack seines Mundes, konnte sie reproduzieren.

Stöhnend warf sich Hermione auf die andere Seite. Sie war allein im Schlafsaal und das war gut so. Da sie weder müde, noch krank war, begann sie sich bald zu langweilen. Sie angelte sich ein Buch, um etwas Sinnvolles zu tun, doch sie konnte sich auf nichts konzentrieren. Genervt legte sie das Buch wieder weg und starrte in die Luft.

Draco Malfoy war also in sie verliebt. Wie fand sie das? Furchtbar! Im zweiten Moment gab sie allerdings zu, dass es ihr nicht nur gefiel, sondern dass es Draco auch irgendwie ehrte, denn sein Vater würde ihm sicher die Hölle heiß machen, wenn er davon wüsste, von seinen Freunden ganz zu schweigen. Deshalb musste er es geheim halten und deshalb war es so intensiv zu spüren, dass ihr Herz schon wieder zu rasen begann. Seine Zunge war so weich, so zurückhaltend, alles an ihm war so … ihr fiel nicht das richtige Wort ein, weil es einfach nicht zu seinem sonstigen Verhalten zu passen schien. Ohne, dass sie darüber nachgedacht hatte, hatte sich ihre Hand unter den lockeren Bund ihrer Pyjamahose geschoben. Als ihre Finger zwischen ihre Beine glitten, erschrak sie, weil sie nicht recht drüber nachgedacht hatte. Sie war ganz feucht und ein entzücktes Seufzen entfuhr ihr. Gleich darauf musste sie wieder beinah zwanghaft an Dracos Lippen und seinen harten Schwanz denken, der sich gegen sie gepresst hatte.

Erst in diesem Moment fiel ihr ein, dass Draco ja eine Freundin hatte! Pansy. Oh Gott! Schlief er mit ihr? Oder waren die beiden ebenso keusch wie Ron und sie, mangels Möglichkeiten.

Gut, bisher hatten alle sowieso ihre Witze darüber gemacht, dass Malfoy und Pansy ein Paar waren. Ron meinte allen Ernst, Malfoy wäre bestimmt in Wahrheit schwul und würde auf Harry stehen. Pansy wäre nur seine Tarnung, die er in harter Währung bezahlen musste. Harry hatte es zufällig gehört und schon war die schönste Prügelei zwischen den Jungs im Gang, die Hermione beenden musste.

„War doch nur ein Scherz, Harry!“, sagte sie streng und zu Ron:

„Entschuldige dich bei Harry!“ Die Jungs vertrugen sich zum Glück wieder rasch und Harry sagte eine Weile später:

„Irgendwie habe ich das auch mal gedacht, weil er immer so komisch in unsere Richtung schaut, wenn er denkt, niemand bemerkt es.“



In dem neuen Kontext, in dem sie das nun sehen musste, hatte Draco vielleicht sie und garantiert nicht Harry beobachtet. Wieder wurde ihr heiß und ihre Finger schoben sich wieder in ihre warme Spalte. Ron irrte sich, wenn er dachte, sie wollte keinen Sex. Natürlich wollte sie es. Wie sehr, begriff sie gerade erst, als sie zielsicher an dem empfindlichen Punkt am oberen Ende des Dreiecks rieb.

Leider stellte sie sich nicht ihren lieben Freund, sondern Draco Malfoy vor, der sie küsste und der auf ihr lag, um in sie einzudringen. Im Dunkeln, schweigend. Hart und drängend. Hermione keuchte leise und erschrak selbst über ihre so deutlichen Genussgeräusche. Es war nicht richtig, an den Feind zu denken. Sie verachteten Malfoy, wie der sie seinerseits hasste. Die Fronten waren geklärt. Gewesen, denn irgendwas stimmte nun nicht mehr. Dieser Junge im Wandschrank war irgendwie nicht Draco gewesen. Er war jemand anderes, jemand, den sie nett finden könnte. Jemand, den sie aufregend und reizvoll fand, jemand, der sie zum Fliegen bringen konnte. Ihr Keuchen wurde schneller, ebenso die Bewegung ihrer Finger. Weshalb Draco geweint hatte, spielte keine Rolle. Allein, dass er aufrichtig zu ihr war und zu Tränen in der Lage war, zeigte eine andere, eine sensible Seite in ihm.

Die Muskeln in ihrem Unterleib zogen sich zusammen und dann zuckte sie vor Lust. Hermione zog die Unterlippe fest zwischen die Zähne, um das Stöhnen im Mund zu behalten. Vielleicht hatte sie auch Angst seinen Namen zu keuchen, als wäre er für ihren kleinen Tod verantwortlich.

Wieder glühte ihr Gesicht. Vor Scham, vor Lust und vor Sehnsucht. Sie liebte doch Ron. Konnte man sich in einen anderen Jungen zur gleichen Zeit verlieben? Sie wusste es nicht und schob es auf die dunklen Zeiten, die an den Kräften zehrten. Sie rissen an Draco Malfoy, das war für alle gut sichtbar. Sie rissen an Harry, der tapfer wie ein Löwe war und widerstand, und sie rissen an seinen Freunden. An jedem Einzelnen. Auch an ihr. Vielleicht war das der Grund, warum sie so an ihren Gefühlen für Ron zweifelte und sich stattdessen nach Draco verzehrte.  



Mädchen kamen zurück und auch Luna Lovegood war dabei, die eine von Ginnys besten Freundinnen war. Sie kam zielstrebig auf Hermiones Bett zu, setzte sich und griff ihre Hand. Luna sah sie aber nur an, ohne etwas zu sagen. Jeder kannte die Merkwürdigkeit des Mädchens, doch hin und wieder war es selbst Hermione unheimlich. Wie jetzt gerade. Sah Luna ihr etwas an? Sie räusperte sich, zog behutsam ihre Hand aus Lunas und setzte sich auf.

„Mir geht es gut, Luna, keine Sorge.“

„Ja, das sehe ich.“

„Wie … wie meinst du das?“ Sie lag mitten am Tag im Schlafanzug im Bett und Ron hatte Luna garantiert beauftragt nach ihr zu sehen.

„Deine Augen strahlen. Erst dachte ich, du hast Fieber. Aber hast du nicht. Also … bist du über irgendetwas glücklich. Nein …“ Luna unterbrach ihren empörten Kommentar.

„Ich will gar nicht wissen warum. Vielleicht solltest du heute einfach im Bett bleiben. Ach, weißt du was? Ich gehe auch ins Bett. Morgen ist übrigens der Ausflug nach Hogsmeade, bist du dabei?“

„Ja … ich denke schon“, erwiderte sie zögernd und vermied es auf ihren angeblichen Gesundheitszustand hinzuweisen. Luna sollte man nicht versuchen hinters Licht zu führen. Sie nahm Dinge wahr, die sonst niemand merkte.





Am Abend kam Ron nochmal mit Miniküchlein vorbei. Er wollte partout nicht sagen, woher er sie hatte. Sie waren ganz fluffig und schmeckten nach Zimt. Sofort und aus unerfindlichen Gründen, musste Hermione wieder an Dracos Kuss denken. Zwischen ihren Beinen begann es auch gleich verlangend zu pulsierend und sie verachtete sich selbst. Sie war doch ein Mensch, der in erster Linie mit ihrem Verstand arbeitete und nun funkte ihr ihre Libido dazwischen, wie bei einem Kerl. Verstörend.

„Schmecken sie nicht?“ Ron hatte natürlich ihren verbissenen Gesichtsausdruck falsch gedeutet und es auf den Kuchen bezogen.

„Doch! Doch, wirklich. Es ist nur … ich habe ein wenig Halsweh und das Schlucken fällt mir schwer.“ Weshalb log sie immer weiter? Dabei hatte sie sich noch vor wenigen Minuten vorgenommen, Ron die Wahrheit zu sagen. Darüber, dass sie gar nicht krank war. Nicht über Malfoy und sich.

„Ja, verstehe. Weißt du was, meine Schöne? Wir lassen das alles langsamer angehen. Du hast recht. Küssen reicht und Hogwarts ist auch nicht der richtige Ort um … um …“ Ron rutschte näher und flüsterte ihr ins Ohr: „…intim zu werden.“ Sein Gesicht war rot und er sah verlegen weg. Fasziniert sah Hermione ihn an und wunderte sich, dass sie kein bisschen peinlich berührt war. Nur an Dracos Erektion zu denken, machte sie dagegen wuschig und wahnsinnig.

„Ich weiß zwar, dass es andere tun, doch wir müssen ja nicht sein wie alle, oder?“

„Oh, so erwachsene Worte aus deinem Mund, Ron. Gefällt mir.“ Ron strahlte. Er war so einfach zufriedenzustellen und sie mochte sein kindlich-naives Gemüt sehr.

„Ja, ich kann auch anders“, entgegnete er stolz.

„Wo … wo tun es die anderen denn? Gibt es etwa einen Belegungsplan für den Eulenturm?“, fragte sie nach. Es sollte scherzhaft klingen, aber in Wahrheit war sie daran sehr interessiert. Die Gründe verdrängte sie lieber. Wieder errötete Ron und seine geflüsterte Antwort dauerte eine Weile.

„In Hogsmeade, im Drei Besen, gibt es oben Zimmer für Gäste. Wenn man genug Geld hat und mit Madam Rosmerta auf Du und Du steht, kann man sich ein Zimmer für ein paar Stunden mieten. Das ist zwar nicht gern gesehen und geht nur, wenn sonst kaum Gäste da sind, doch ich habe gehört, dass …“

„Ehrlich?“, fragte Hermione atemlos, denn ihre Fantasie spielte plötzlich total verrückt.

„Ja, aber wenn es rauskommt, wird es geleugnet und über eventuelle Strafen muss ich dich ja nicht informieren.“ Sie sprachen noch eine Weile darüber und über andere Dinge, bis Ron von den anderen Mädchen rausgeworfen wurde.





Draco hatte die Begegnung mit Granger noch nicht verdaut. Abwesend, taub und blind lauschte er irgendeinem Professor, blätterte mechanisch das Buch auf und hatte Glück, dass es nicht Professor Snape war, der gerade Unterricht gab.

Goyle beugte sich rüber, puffte ihm schmerzhaft gegen den Oberarm und raunte:

„Träumst du von Pansys Schenkel?“ Verdammt, frage sie doch, ob sie dich will, ich gebe sie dir gern, dachte Draco genervt, grinste jedoch nur hintergründig.

„Keucht sie leise oder stöhnt sie laut, wenn du sie … du weißt schon?“

„Sei nicht so neugierig!“

„Trefft ihr euch im Drei Besen?“ Natürlich hatte auch Draco von diesen heimlichen Arrangements gehört, die man mit Madam Rosmerta treffen konnte, auch wenn es ihm suspekt vorkam.

„Hast du eigentlich noch ein anderes Thema, außer Sex?“, fuhr er ihn an und Goyle zuckte zurück. Den Rest der Stunde schwieg sein Freund glücklicherweise und er konnte weiterhin von Hermione träumen. Noch immer kam es ihm wie ein Traum vor, wie ein Produkt seiner überreizten Fantasie.

Das Mädchen war viel zu neugierig, willig und zugänglich gewesen, um real zu sein. Besser, um Hermione Granger zu sein, die ihm einst die Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Es konnte nicht wirklich gewesen und wer weiß, vielleicht war dem Wandschrank ein Zauber zu eigene, von dem er nichts wusste. Magie, die ihm etwas vorgaukelte, was er sich so unbedingt wünschte, dass es schmerzte nur daran zu denken.

„Alles in Ordnung?“ Pansy auf seiner anderen Seite stupste ihn sanft an. Ihre braunen Augen musterten ihn forschend und er nickte gehorsam.

„Nur müde und von Goyle genervt.“

„Stellt er wieder eklige Fragen über unser Sexleben?“, flüsterte sie leise und wieder nickte er.

„Bah, so ein Widerling. Ich wette, er bekommt keinen hoch, wenn ich ihm meine Brüste zeige.“

„Wette angenommen“, sagte Draco automatisch und bekam einen bösen Blick von seiner Freundin.

„Pansy, das war nicht so gemeint … das …“ Aber Pansy drehte sich gekränkt von ihm weg und sprach ihn in dieser Stunde nicht mehr an. Bis zum Ende der Stunde versuchte Draco herauszufinden, ob die Wandschrank-Affäre Realität gewesen war oder nur eine fiebrige Träumerei, weil er einfach mit seinen Nerven am Ende war. Er fand nur eine Antwort. Erst, wenn er Hermione Granger sehen würde, würde er es wissen.

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