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Black & White

von Maudabey
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
VeniCraft xTobination
18.07.2021
21.01.2022
42
43.024
4
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 1.038
 
Tobi wusste nicht, wann der Arzt verschwunden war, doch er war irgendwann als er daran dachte, fiel ihm auf, dass er länger nichts mehr gehört hatte. Auch wenn das hieß, dass seine Entlassung in vollem Gange war, herrschte getilgte Freude. Keiner von ihnen hatte den Ausbruch von Gefühlen vergessen, denn Tobi noch etwas weniger als eine Stunde zuvor gehabt hatte. Er fühlte sich hier einfach nicht mehr wohl. Und dafür hatte jeder hier wohl auch vollstes Verständnis. Im Zimmer war es allgemein ruhiger geworden. Sie unterhielten sich zwar noch, doch keiner lachte mehr oder brachte die angenehm aufgelockerte Stimmung zurück. Wie so oft schon die letzten Tage klopfte es an seiner Tür und jemand bat um Einlass. Es war sein Arzt, wie er Venis zugeflüsterten Worten entnahm. „ Ich hätte nicht gedacht, dass es jetzt doch so schnell geht. Könnten alle anwesenden bitte für die Untersuchungen den Raum verlassen? Es dauert sicher nicht länger als zehn Minuten.“ Wortlos erhoben sich alle und verließen das Zimmer. Selbst Veni, den er gerne hier behalten hätte. Zehn Minuten kam er aber auch ohne ihn aus. „ Also ich kann verstehen, dass es dir hier schlecht geht und du raus willst. Wenn du nach meiner Meinung fragst, würde ich dich noch ein paar Tage hier behalten. Du bist immer noch extrem schwach. Nur weil deine Schmerzen weitestgehend verschwinden sind, bist du nicht automatisch geheilt. Dein Körper ist geschwächt, deine Muskeln haben abgebaut. Was ich damit sagen möchte. Ich unterschreibe dieses Formular erst, wenn du mir versichern kannst, dass du rund um die Uhr daheim betreut wirst, du dich schonst und du dich zusätzlich für eine Reha angemeldet hast. Sind wir uns da einig?“ Seine eh schon gedrosselte Freude sank in den Keller. Bis Ende der Woche konnte Veni vielleicht noch da sein, aber danach? Wenn er das Versprechen einhalten würde, müsste er in Betreuung und abends dann zu seiner Mutter. Schonen würde er sich. Was anderes blieb ihm eh kaum übrig. Mit der Reha war er sich nicht sicher. Helfen würde es wohl, doch sonderlich wohlfühlen würde er sich da nicht. Immerhin war er blind und kannte keinen. Das machte ihm schon ein bisschen Angst. „ Ja. Ich werde es probieren.“, antwortete Tobi schließlich. Wenn er ehrlich mit sich war brauchte er all das, um wieder richtig gesund zu werden. Irgendwie würde er das schon hinbekommen. „ Ok Gut. Ich werde noch mal Herz und Lunge abhören, Blutdruck und Blutzucker messen und mir deine Rippe, dein Knie und dein Auge anschauen. Sollte es da keine Auffälligkeiten geben, kriegst du noch ein paar Infos und darfst dann gehen.“ Tobi nickte das ab. Drum rum kam er sowieso nicht. Einmal konnte er das noch über sich ergehen lassen. Tobi spürte das fast schon vertraute kühle Metall auf seiner Haut, genauer gesagt auf seiner Brust. Das nicht mehr jeden Tag machen zu müssen, war zumindest mal etwas positives. Vielleicht fühlte er sich dann nicht mehr so krank, wie im Moment. Das Stethoskop wanderte die üblichen Punkte auf seiner Brust ab und verschwand dann. Tobi wurde dieses Ding zum Blutdruck messen um den linken Arm gelegt und dann langsam mit Luft gefüllt. Vor einigen Tagen noch hatte ihm das größte Schmerzen bereitet. Jetzt war es nicht mehr als ein leichter Druck. Es ging Berg auf. Nach ein paar Sekunden wurde die Luft schon wieder abgelassen und der Klettverschluss geöffnet. „ Schon mal Blutzucker gemessen, oder messen lassen?“ Tobi schüttelte den Kopf. Das zwar nicht, aber er hatte einen groben Plan. Man würde ihm in den Finger piksen und etwas Blut auf ein Gerät geben. Mehr war es nicht. Zumindest von seinem Wissensstand aus. „ Ist nur ein kleiner Piks in den Finger. Tut in der Regel kaum weh.“ Tobi hielt ihm die linke Hand hin. Den Zeigefinger als einzigen ausgestreckt. Seine Hand wurde so festgehalten, damit er wohl nicht weg zucken konnte, sollte es unangenehm werden. Oder zur Sicherheit, damit er nicht abrutschte. Richtig spüren tat er die kleine Nadel gar nicht. Erst als das Blut sich auf seinem Finger sammelte, merkte er etwas. Kurz streifte sein Finger etwas, dann war es auch schon wieder vorbei. Auf die Einstichstelle drückte der Arzt ihm ein kleines Tuch oder so etwas ähnliches. Tobi klemmte das Tuch zwischen Zeigefinger und Daumenballen ein und drückte leicht drauf, um die Blutung zu stoppen. Bei, durfte da sowieso nicht kommen. Höchstens ein kleiner Tropfen Blut. „ So weit ist alles ok. Setzt du dich bitte nur mal auf. Stehen musst du nicht.“ Unter Anstrengung setzte Tobi sich eigenständig im Bett auf. Es bereitete ihm immer noch Mühe nach der ganzen Aktion mit dem Laufen. Das hatte ihn aber auch unglaublich viel Kraft gekostet. Tobis Beine baumelten wie zuvor über der Bettkante und er hatte die Arme leicht seitlich abgestützt, um besseren halt zu bekommen. Der Arzt krempelte sein Shirt hoch und hielt es mit einer Hand oben, während er mit dem anderen seine Rippe abtastete. Die Stelle schmerze kaum noch ohne Druck. Mit Tages schon etwas mehr weh. Doch es war auszuhalten. Schnell ließ der Arzt auch von der Stelle ab und widmete sich stattdessen seinem Auge. „ Machst du bitte kurz die Augen auf?“ Tobi tat es ohne Protest. Er wollte einfach nur nach Hause. Und diese Untersuchung war der Schlüssel dazu. Selbst wenn er sich so nicht wohl fühlte. Seine Lider wurden kurz etwas hoch gedrückt. Viel mehr konnte er dann auch nicht spüren. Sobald seine Lider losgelassen wurden, schloss er die Augen wieder. Das letzte, was er noch über sich ergehen lassen musste war eine erneute Untersuchung seines Knies. Der wohl am meisten schmerzende Part in seinem Körper. Erneut wurde der Verband abgewickelt und sein Knie mit drei Fingern abgetastet. An einer Stelle zischte er leise und spannte seinen Körper an. „ Das ist normal. Deine Knochen sind zwar alle in der richtige Position und größtenteils wieder zusammen gehalten, aber das Gewebe drum herum ist noch geschädigt, genauso wie die Nerven im Knochen. Das braucht. So weit sieht’s aber gut aus. Den Verband bitte alle drei Tage wechseln. Zum Duschen kannst du ihn abmachen. Du musst noch mal in zwei Wochen zur Kontrolle herkommen. Termin hab ich dir aufgeschrieben und geb ich deinen Freunden mit. Schon dich bitte.“ Der verband wurde wieder um sein Knie gewickelt.
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