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Run jump and be yourself

von Yve
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
18.07.2021
21.10.2021
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21.10.2021 616
 
Es war wohl die letzte Lüge seines Vaters gewesen, die Nathaniel gehört hatte. Seine Klamotten waren nicht weg gewesen. Oder nicht alle. Zumindest hatte Steve noch etwas davon gefunden und in den Rucksack gepackt.
Nathaniel zog die Ärmel des Sweat Shirts herunter. Jill sollte nicht gleich seine Arme sehen.
Er legte den Finger auf die Klingel. Bitte, weiß mich nicht ab. Nathaniel drückte. Sein Herz blieb einen Moment stehen und begann dann wieder wie wild zu schlagen, als wolle er den kleinen Aussetzer mehrfach wieder aufholen.
Er hörte Schritte hinter der Tür. Es war Jill, die ihm öffnete. Kühl sah sie ihn an. «Was willst du?»
Hatte er schon verloren? «Können wir reden?»
«Haben wir das nicht genug?»
«Gib mir fünf Minuten.»
Sie zog die Tür weiter auf. «Ok.» Jill blieb mitten im Wohnzimmer stehen. Sie verschränkte die Arme. «Also, was hast du zu sagen?»
«Ich liebe dich», formten seine Lippen, bevor sein Verstand sich entschieden hatte, was von den ganzen Ereignissen er als erstes erzählen sollte.
Ihr harter Ausdruck schwand ein wenig.
«Ich habe nie gedacht, dass mich dieses Liebe auf den Blick treffen kann. Schließlich passiert sowas nur in Hollywoodfilmen.»
Jill löste ihre Arme und begann ihre Hände zu kneten.
«Als wir uns das erste Mal gesehen habe, sagte ich, dass ich Stress mit meinem Vater habe.» Er atmete durch. «Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, damit du mich verstehst.»
«Warum kommst du jetzt an und sagst mir, dass du mich liebst, nachdem du mir quasi einen Korb gegeben hast?»
«Weil ich dich vor meinem Vater schützen musste. Meine Mutter liegt im Krankenhaus, weil sie ihn verlassen wollte. Ich sollte auf eine Militärschule, damit ich lerne zu gehorchen.»
Jill machte einen Schritt auf ihn zu.
«Aiden ist gestern zu mir an die Schule gekommen. Er hat mir gesagt, wo ihr heute wart. Ich wollte dazukommen und mit dir sprechen. Mein Vater hat mich abgefangen und gedroht, dass er alles absperren wird, wenn ich nicht nach seinem Willen tanze. Ich wollte nicht, dass euch das wegnimmt.»
«Wo ist dein Vater jetzt?»
«Steve und ich konnten ihn überwältigen. Er sitzt jetzt erstmal ein, mal sehen, was noch kommt. Ich hoffe, er kommt nie wieder raus.»
Er sah auf die Uhr an der Wand. «Die fünf Minuten sind um.» Nathaniel suchte den Augenkontakt zu Jill. «Gibst du uns noch eine Chance?»
«Du bist echt der größte Trottel, den ich je kennengelernt habe.» Sie lächelte und brachte die letzte Distanz zwischen ihnen hinter sich. Jill hob den Kopf. Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. «Natürlich.»
Sie legte ihre Stirn an seine Brust. Nathaniel schloss sie in die Arme und zuckte, als er seine Unterarme zu fest an sie drückte.
«Was hast du?»
Er zog den Ärmel hoch. «Ich bin dem Kampf in einem Glastisch gelandet. Das braucht ein bisschen, um zu heilen.»
«Dann solltest du heute bei mir bleiben, damit sich jemand um dich kümmern kann.»
«Ich wollte eigentlich wieder nachhause.»
Der Sturm flackerte in ihren Augen auf. «Das war keine Frage, sondern eine Aufforderung.» Sie hielt seine Hände fest. «Noch mal lasse ich dich nicht gehen.»
Jill stellte sich auf die Zehenspitzen. Nathaniel beugte sich zu ihr herunter und ihre Lippen berührten sich. Er schloss die Augen. Wärme breitete sich in ihm aus, seine Haut prickelte und verdrängt für dieses winzigen Augenblick alles, was auf seiner Seele lastete.
Er hatte sich öfter vorgestellt, wie sein erster Kuss wohl sein würde. An diese Umstände hatte er nicht gedacht und nicht, bevor er ausgezogen und aus dem Dunstkreis von seinem Vater herausgekommen war.
«Und? Du bleibst doch?», fragte Jill, als sie sich wieder voneinander lösten.
«Natürlich. Wenn du mich so anschaust, kann ich doch nicht nein sagen.»
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