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Geächtete der Schatten

von IssyWolf
Kurzbeschreibung
GeschichteErotik, Action / P12 / Gen
OC (Own Character)
17.07.2021
19.07.2021
3
3.777
 
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17.07.2021 1.832
 
Avianna rannte und rannte, dabei klangen ihr immer noch die Schreie ihrer Eltern in den Ohren. Die Schreie ihrer Eltern, die ihrer Geschwister und die aller anderen Bewohner ihres Dorfes. Die der Männer und Frauen, der alten und jungen und die der Kinder. Sie hatte das Bild ihres zerstörten Dorfes vor Augen. Die rauchenden Hütten, das Feuer und das viele Blut. Das Blut das den Boden benetzte. Die toten Menschen. Die Leichen die den Boden übersäten. Und ihre Familie Mitte drinnen. Ihre Mutter hatte ihr befohlen dass sie weglaufen sollte und sich irgendwo verstecken sollte. Und ihr Vater hatte ihr gesagt, dass sie nicht zurückschauen sollte. Immer weiter laufen sollte. Und sie war dem Befehl ihrer Eltern gefolgt. Sie hatte nur noch die Schreie ihrer Mutter gehört, das Brüllen ihres Vaters, das weinen ihrer Geschwister. Dann war ihre Mutter verstummt, nach ihr ihr Vater, nur noch ihre Geschwister hatte sie gehört. Doch dann hatten diese angefangen zu schreien, zu weinen und zu schluchzen. Jedoch nach kurzer Zeit waren auch sie verstummt. Für immer. Avianna hatte geweint, war aber weiter gelaufen. Sie war das jüngste Kind ihrer Familie gewesen. Das Nesthäkchen, die kleinste und diejenige die alle ihrer Familie immer beschützt hatten. Wie auch heute, vor diesen unbekannten Schatten. Kreaturen mit glühenden bernsteinaugen, riesigen Zähnen und massigen Körpern deren Zeichnungen pulsierten. Avianna wagte nicht über die Schulter zu schauen, zu groß war ihre Angst diese unbekannten Männer zu sehen die ihr folgten. Sie spürte sie hinter sich, wie sie immer näher und näher kamen. Avianna rannte weiter und versteckte sich dort wo ihre Geschwister meistens Stunden brauchten um sie zu finden. Sie hoffte das auch diese Unbekannten genauso wenn nicht länger brauchen würden. Sie schlang in ihrem Versteck die Arme um ihre Knie und zog sie näher an ihre Brust. Sie vergrub ihr Gesicht an ihren Beinen und versuchte ihren Puls zu beruhigen und ihren Atem zu regulieren. Sie durfte sich unter keinen Umständen irgendwie verraten. Sie würden sie nicht finden, das war ihre einzige Hoffnung. Doch sie hatte sich getäuscht. Denn sie spürte in ihren Adern das Summen, das ihr bestätigte das ihre Feinde nahe waren. Sie konnte nicht still sitzen und warten bis sie sie fanden und wie den Rest ihrer Familie abschlachten würde. Deshalb stand sie auf, verließ ihr Versteck und rannte weiter. Sie sah über die Schulter und erkannte drei dieser Kreaturen hinter sich. Die sich ihr näherten. Avianna schrie und lief vor ihnen fort. Aber sie holten sie schnell ein. Zu schnell. Eine der Kreaturen  packte sie und versenkte seine spitzen Eckzähne in ihrem Hals. Avianna schrie und schrie, bis sie heißer wurde und ihre Stimme beinahe weg war. Die anderen zwei Kreaturen taten es der ersten gleich und versenkten ihre Zähne einmal in ihrem Unterarm und die andere in ihrem Oberschenkel. Durch ihre Schreie und das Blut das aus den Wunden floß, die diese Kreaturen ihr durch ihre Klauen zugefügt hatten, wurden weitere ihrer Art angelockt. Um genau zu sein weitere fünf. Sie alle stürzten sich auch auf sie. Sie bissen sie in die Arme, die Schultern und die Beine. An ihrem ganzen Körper. Sie wimmerte und flehte sie an sie zu verschonen. Sie antworteten ihr mit einem Knurren und in einer Sprache die sie nicht verstehen konnte. Sie versuchte zu verstehen was sie sagten, aber es war ihr unmöglich. Avianna wandte sich in den Griffen der Kreaturen aber ihre Kräfte schwanden immer mehr und mehr. Ihre Glieder wurden schwächer und schlapp. Sie erschlaffte und ihr Körper sackte auf dem Boden zusammen. Nach und nach zogen sie ihre Zähne aus ihrem Fleisch und standen auf. Oh Herz schlug schwach, ihr Atem ging flach und sie war nicht in der Lage sich zu bewegen. Die Kreaturen entfernten sich von ihr und verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Avianna versuchte sich aufzurichten irgendwie vom Boden des Waldes hochzukommen, doch es war ihr unmöglich. Ihr floßen Tränen übers ganze Gesicht. Ihr Körper zitterte und ihr Sichtfeld wurde immer verschwommen. Doch dann tauchte in ihrem Sichtfeld ein unbekanntes Gesicht auf. Ein junger Mann beugte sich über sie und er schien ihren Körper abzutasten. War dieser noch einer der Kreaturen, wollte er sie nun auch beißen und sie endgültig töten ? Doch das hatte er nicht vor. Er hob sie in ihre Arme und trug sie durch den Wald. Dann verlor sie das Bewusstsein und ihre Augen fielen zu.

Vitus hatte sich in den Wäldern aufgehalten um jagen zu gehen und seinen Hunger zu stillen, der ihn in letzter Zeit immer öfter quälte. Sein Vater, der Gen-1 namens Alejandro, hatte ihm eingebläut seinem Durst niemals nachzugeben. Aber Vitus hörte so oder so eher weniger auf seinen Vater, im Gegensatz zu seinen Brüdern Drystan und Calec. Er wollte tun was er für richtig empfand. Er wollte tun was auch immer er tun konnte. Aber auf einen Rat seines Vaters würde er schon hören, das er sich von den Ältesten, zu denen auch sein Großvater gehörte, aus dem Weg gehen würde. Er lief durch den Wald, lautlos wie ein Raubtier auf der Jagd, was er schließlich auch war. Angehörige des Stammes wie er jagten, es war nunmal ihr Instinkt. Sie waren Tiere. Sie waren Jäger. Vitus lief durch den dichten Wald und hörte Schreie. Die Schreie eines jungen Mädchens, vielleicht war sie etwa sieben oder acht Jahre alt. Er witterte schon von weitem ihr Blut. Viel ihres Blutes. Aber er witterte auch Älteste in ihrer Nähe. Mehrere. Wenn nicht sogar alle. Laut seinem Vater trafen sich die Ältesten jeden Monat um gemeinsam auf Jagd zu gehen. Und dann machten sie vor nichts halt. Sie schlachteten ganze Bevölkerungen zusammen ab, zerstörten Reiche, machten Städte dem Erdboden gleich und setzten Dörfer in Flammen. Sie töteten Menschen, saugten sie aus und vergewaltigten die Frauen. Die Menschen nannten sie Monster. Sie wussten nichts von den Stammesvampiren. Und sie würden es auch niemals erfahren. Vitus blieb stehen wo er war und lauschte. Die Vorväter aller Stammesvampire müssten erst verschwinden, bevor er dem Kind helfen könnte. Allerdings stellte das Blut ihn auf eine harte Probe. Es roch wunderbar und anziehend. Er hörte wie die Vorväter verschwanden. Er musste sich beeilen, falls die Ältesten entschieden zurückzukehren. Er eilte in die Richtung in die der Geruch ihn führte. Auf dem Boden in einer Blutlache lag ein junges Dunkel silberblond haariges Mädchen. Sie hatte die Augen schon halb geschlossen. Er beugte sich über sie und tastete ihren Körper ab. Sah ihre Verkettungen an und nahm seine gesamte verbliebene Beherrschung zusammen angesichts des Blutes nicht die Kontrolle zu verlieren. Die Ältesten hatten ihr fast alles Blut ausgesaugt, sie war am Rande des Todes. Ohne weiter zu zögern legte er seine Arme unter ihren Rücken und ihre Kniekehlen. Er hob sie in seine Arme und rannte mit übernatürlicher Geschwindigkeit des Stammes zurück zum Schloss seiner Familie. Seine Mutter kam ihm entgegen. „Vitus endlich bist du zurück. Ich dachte schien dir ist etwas geschehen.“, rief sie aus und eilte auf ihm zu. „Mutter.“, meinte er. Erst jetzt bemerkte sie das Mädchen in seinen Armen. Sie schlug sich die Hände vor den Mund und starrte ihn erschrocken an. „Das arme Kind, komm bring sie rein, wir müssen sie ihr helfen, ansonsten wird sie sterben.“, sagte sie schockiert und lief voraus. Er lief ihr stumm hinterher, weiterhin trug er das Kind in seinen Armen. Er kam seiner Mutter hinterher, die ihn durch die Gänge des Familie Schlosses führte, direkt zu den Heilern. Sein Vater kam ihm entgegen. Er roch natürlich sofort das Blut und sah das Kind in den Armen seines Sohnes. „Was hast du getan Junge ?! Du wagst es ein Kind anzugreifen ?!“, knurrte er ihn an und kam mit bedrohlichen großen Schritten auf ihn zu. „Alejandro es reicht. Unser Sohn hat ihr nichts getan.“, verteidigte seine Mutter ihn. „Wer war es dann Samara ?!“, wollte sein Vater wissen. „Es waren die Ältesten. Sie haben sie angreifen. Ich habe sie gerochen, ich musste dem möchten helfen.“, erklärte ihm sein Sohn. „Ich glaube dir mein Sohn. Bring sie zu den Heilern, wir werden sehen was sie für sie tun können.“, meinte Alejandro. „Ja Vater.“, meinte er und lief zum Heilergang. Er rief die Heiler herbei und sie starrten ihn an, als sie das möchten sahen. „Helft ihr.“, befahl er ihnen. Ohne zu zögern schätzte der älteste und erfahrenste Heiler, die Verletzungen ein. „Legt sie auf ein Bett.“, befahl dieser. Vitus befolgte seinen Befehle und bettete das Kind auf ein Bett. Die Heiler und Heilerinnen umringten sie. Sie schickten ihn sofort danach hinaus um sich in Ruhe um das Kind kümmern zu können. Nur widerwillig ließ er das Kind bei ihnen und ging zurück zu seinen Eltern. „Was sollen wir mit dem Kind machen, wenn es gesund werden sollte ?“, fragte sein Vater gerade seine Mutter. „Wir können sie nicht weg schicken Alejandro. Sie ist ein Kind. Sie würde dort draußen nicht überleben. Du würdest sie den Ältesten ausliefern. Dein Vater und seine Brüder würden es wieder tun. Außerdem hat Vitus ihr geholfen. Sie könnte unserem Sohn helfen.“, murmelte seine Mutter. „Das muss sie gar nicht Mutter. Mir geht es hervorragend.“, brummte er. „Mein Sohn. Deine Mutter macht auch nur Sorgen.“, warnte ihn sein Vater. „Ich weiß.“, meinte er. „Werdet ihr sie wegschicken ?“, wollte er wissen. Sein Vater wollte etwas erwidern, aber seine Mutter kam ihm zuvor. „Nein, das werden wir nicht. Sie wird bei uns bleiben.“, entschied seine Mutter. „Samara ! Sie ist ein Mensch !“, knurrte sein Vater. „Da wäre ich mir nicht so sicher.“, warf er ein. „Wie meinst du das Junge ?“, fragte Taran seinen Sohn. „Ihr Geruch ist anders als der von Menschen. Ich bezweifele das sie einer ist.“, erklärte er. „Was sollte sie sonst sein ?!“ „Das ist völlig egal, wichtig ist jetzt nur, das sie gesund wird. Sie bleibt hier und damit Schluss.“, mischte sich Samara ein. Beide Stammesvampire seufzten und nickten.

So war Avianna zu ihrer neuen Familie gekommen, die sie aufgenommen und ihr Schutz geboten hatte. Taran und Samara waren zu ihrem Vater und ihrer Mutter geworden. Vitus zu ihrem Bruder, ebenso seine älteren Brüder Drysten und Calec. Sie lebte bei ihnen und wuchs dort auf. Lernte alles über den Stamm was es zu wissen gab. Sie lernte unter ihnen mit ihnen zu leben. Sie wurde trainiert um zu überleben. Und war nie wieder den Ältesten begegnet, aber von ihrem Vater lernte sie die Sprache der Ältesten. Aber noch immer wussten weder ihre Familie noch sie was sie wirklich war. Sie hatte keine Geheimnisse vor ihre Familie, bis auf das das ihr ihre Eltern anvertraut hatten. Ds Armband das sie immer bei sich trug. Es niemals abgenommen hatte. Das Armand das ihr ihre Mutter schenkte. Vor Wochen, an ihrem Geburtstags. Sie hatte ihr gesagt sie solle immer gut darauf aufpassen und das es sie beschützen würde. Avianna wusste das es nur mit Glück lebend davon gekommen war. Und sie war dankbar dafür. So konnte sie ein neues Leben beginnen, ein neues glückliches Leben. Doch es sollte alles ganz anders kommen als erwartet oder erhofft.
 
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