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Ich bin aber nicht du

von TaraT
Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P12 / Het
Loki
17.07.2021
17.07.2021
1
1.017
7
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2 Reviews
Dieses Kapitel
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17.07.2021 1.017
 
Anmerkung: Die Zitate sind aus der Disney+ Serie Loki. Die Figuren gehören mir also auch nicht. Lieben tue ich sie trotzdem. ; )

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Darüber reden? Er wollte darüber reden! Hier, in der Zitadelle am Ende der Zeit, gab es nichts mehr zu bereden! Der Mann, der Sylvies Leben zerstört hatte, saß direkt vor ihnen. Der Mann, der jeden Schritt in Lokis Leben manipuliert hatte, der verantwortlich war, dass sie dazu verdammt waren immer und immer wieder zu verlieren, saß vor ihnen. Wie konnte Loki nur eine Sekunde darüber nachdenken dieses Monster zu verschonen?! Wie konnte er ihm für einen Moment glauben schenken?

Er ist ein Lügner!“, fuhr sie den Schwarzhaarigen an, nachdem er sie das erste Mal davon abhalten hatte, endlich ihre Gerechtigkeit zu bekommen. Doch auch dieses Argument schien auf taube Ohren zu stoßen. Lieber spekulierte ihr Gegenüber darüber, was passierte, wenn dieses Monster, das Millionen von Leben und Träumen zerstört hatte, fort war? Was das entstehende Machtvakuum füllen würde? Die sich daraus ergebende Schlussfolgerung, hätte sie nicht überraschen sollen. Nicht nachdem, was sie bereits über diese Variante ihrer Selbst wusste. Trotzdem tat es ein klein wenig weh, als sie erkannte, dass er nur seine eigenen Ziele verfolgte hatte. All das Getue, dass er sie in ihren Zielen unterstützte, war nichts als eine Manipulation. “Ah, du willst den Thron.“, sagte sie und in ihrer Stimme lagen sowohl Verachtung als auch Spott.

Kopfschütteln verneinte er diese Aussage, aber sie glaube ihm nicht. Das Universum? Was interessierte sie das Universum? Das Universum hatte sie bis jetzt wie Dreck behandelt, weniger wert als ein Tier! Seitdem sie aus Asgard entführt worden war, hatte sich niemand auch nur einen Deut um sie geschert! Niemand hatte nach ihrer Hand gegriffen, als sie allein und verstört in der Dunkelheit in unzähligen Gasse gehockt hatte, voller Angst, dass die Frauen und Männer wieder auftauchen würden, die sie entführt hatten. Keiner hatte ihr freiwillig geholfen, da jeder in diesem verdammten Universum nur an sich selbst dachte! Loki hatte Angst davor, dass die Hölle losbrach, wenn sie den Zeitstrahl zerstörten aber Sylvie war bereits durch die Hölle gegangen, hunderte von ihnen. Sie hatte keine Angst vor einer weiteren, wenn sie dafür ihre Rache bekam.

Er warf ihr vor, dass sie ihm nicht vertraute. Dass sie niemandem vertraute. Und Loki hatte Recht damit. Sie sah ihn an, wie er so vor ihr stand und versuchte sie von etwas zu überzeugen, an das sie nicht glauben konnte bzw. was für sie in diesem Moment keine Rolle spielte. Sie hatte ihr Leben lang gekämpft, um endlich hier zu sein. Am Ziel ihres ganzen Strebens. Es durfte nicht umsonst sein.

Und sie würde dieses Ziel für nichts und niemanden aufgeben. Der Mann hinter dem Schreibtisch musste sterben, damit ihre Seele endlich Frieden fand.

Die Zeit der Worte war vorbei.  

Wild kreuzten sie die Klingen und Magie flog durch den Raum. Sie war so wütend! Warum nur verstand er sie nicht!? „Tu es! Töte mich!“, schrie sie ihn an, doch erneut ließ ihn ihre Wut nur zurückschrecken, während sie wachsende Verzweiflung auf seinem Gesicht zu sehen glaubte. Bevor sie einen weiteren Gedanken daran verschwenden konnte, hatte Sylvie endlich freie Bahn. All ihre Sinne fixierten sich auf den Mann hinter dem Schreibtisch. Mit erhobenem Schwert sprang sie auf ihn zu und im nächsten Augenblick war Loki plötzlich vor ihr, während das Schwert nieder fuhr und direkt an seinem Hals zum Stillstand kam.

Sylvies Herz machte einen Sprung und schlug doppelt so schnell weiter. Wenn sie nur eine Sekunde zu spät reagiert hätte… wenn sie ihren eigenen Angriff nicht mehr hätte stoppen können…? Ihr Atem ging stoßweise, während sie ihn mit geweiteten Augen anstarrte.

„Sylvie, hör auf.“

Lokis Stimme war so ruhig, obwohl das Schwert noch immer an seinem Hals lag. „Hör auf.“

NEIN, schrie sie laut in Gedanken. Nein. Sie konnte jetzt nicht aufhören. Sie war schon zu weit gekommen, um jetzt aufzuhören. Sie sehnte sich verzweifelt danach, dass es endlich vorbei war. Aber da war etwas in ihr, dass seiner Bitte so gerne folgen wollte. Ein Teil von ihr verspürte den Drang das Schwert zu senken und sich in seine Arme sinken zu lassen. Immer tiefer schnitten Lokis Worte in den Schutzpanzer, den sie all die Jahre um ihre Seele aufgebaut hatte.

„Ich weiß nur, dass ich dir nicht wehtun will. Ich will keinen Thron. Ich will nur dass es dir gut geht.“

Tränen stiegen ihr in die Augen und ihr Schwert fiel klirrend zu Boden. Als ob sie ihm nach Lamentis wirklich hätte wehtun können. Sie hatte keine Ahnung, was das zwischen ihnen war oder was sie ihm mit dem Kuss sagen wollte. Vielleicht war es ein Dankeschön. Dafür, dass er sie für einen Moment hatte vergessen lassen, wer sie war und was sie hier her geführt hatte. Dass sie für einen Moment einfach nur Sylvie sein durfte.

Ihre Finger berührten das Timepad auf dem Schreibtisch und der Augenblick war vorbei. Sie beendete den Kuss und sah Loki an. Es berührte sie, dass ihr Wohlbefinden scheinbar sein größter Wunsch war. Noch nie hatte jemand das zu ihr gesagt und es ehrlich gemeint.

Doch ihr größter Wunsch war ein anderer. Ihre Augen sagten Leb wohl, während sie ein Portal hinter ihm öffnete. „Ich bin aber nicht du.“ Ein Funken Magie und Loki war fort.

Einen Moment stand sie noch still und starrte in die Leere. Was, wenn es tatsächlich ein Fehler war? Das Wort, des Peinigers aller freien Wesen, riss sie aus ihren Zweifeln. „Unglaublich.“

Entschlossen drehte sie sich um und rief ihre Waffe zu sich. Alles was sie je gewollt hatte, würde sich in wenigen Augenblicken erfüllen. Hier war kein Platz für Zweifel.

Denn Herrscher über die Zeitlinie letztlich zu töten, war fast zu leicht. Er wehrte sich nicht einmal. Wie prophezeit, zerstörte dieses Ereignis die Zeitlinie und sie zerbrach in tausend andere. Doch davon bemerkte Sylvie kaum etwas. Erschöpft sank sie zu Boden. All die Gefühle, die sie Jahrhunderte zurückgehalten hatte, brachen aus ihr hervor. Tränen füllten ihre Augen, während ein Schluchzten ihren Körper schüttelte. Sie hatte es geschafft. Sie hatte es endlich geschafft.

Nur zu welchem Preis?

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