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enemies to lovers

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Albus Severus Potter Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Lily Luna Potter Ronald "Ron" Weasley
16.07.2021
21.01.2022
23
142.831
35
Alle Kapitel
86 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.01.2022 8.937
 
Hallo meine Lieben,
erst einmal 1000Dank für euer ganzes Feedback *.*
Da habe ich mich richtig drüber gefreut! Es macht mir einfach viel Spaß zu lesen, dass ihr diese Geschichte so intensiv verfolgt und eure Gedanken finde ich sehr spannend! Ihr kommt auf Sachen, die fallen mir als Autorin manchmal gar nicht auf... und dann merke ich, stimmt ja! ^.^ Auch die Empfehlungen finde ich ganz toll. Herzlichen Dank!

Jetzt ein paar Vorworte, die ich mir einfach nicht verkneifen kann (und ja ich weiß, ich bin nicht Mutti ^.~)
Liebe LeserInnen, bitte bedenkt bei dem folgenden Text, dass ihr hier von zwei erwachsenen Männern lest. Beide haben Erfahrung mit Sex, beide wissen worauf sie sich einlassen und nein, das ist kein "Go to" wie es laufen sollte. Das ist wie sich die Situation ergeben hat. Und nur weil ich mich dazu entschieden habe, dass ich magische Geschlechtskrankheiten genauso glaubwürdig finde wie die Tatsache, dass Harry im Kanon immer noch eine Brille trägt (ich meine die haben Magie!!), heißt das nicht, dass Kondome im realen Leben überflüssig sind. Im Gegenteil!

So das musste raus. Ansonsten hoffe ich das Kapitel ist mir nicht völlig daneben gegangen... ich habe lange gerungen, ob ich es überhaupt ausschreiben will und so ist die Münze dann gefallen.

Hier kommt das neue Kapitel. Viel Spaß beim lesen , ich freue mich auf Feedback :)


Harrys Körper vibrierte mittlerweile heftig. Er musste sich beinahe Mühe geben, um die Treppe nach oben zu kommen, während sein Blick praktisch an Dracos Körper auf und ab flog. Harry konnte sich einreden was er wollte. Ja, Draco bedeutete ihm etwas, aber ja verdammt, er fand ihn mindestens genauso heiß.
Als sie am Treppenansatz angekommen waren, ließ Draco seine Hand kurz los und drehte sich zu ihm um. Er hielt Harrys Blick fest und lächelte danach selbstzufrieden.
„Zu dir oder zu mir?“
Die Frage war so abgedroschen, Harry konnte gar nicht anders als zu lachen. Er schlang beide Arme um Draco und küsste ihn. Es nahm einiges von seiner eigenen Nervosität von seinen Schultern, als Draco gegen seinen Körper schmolz. Harry liebte es, wenn es das passierte.
„Zu mir. Bett ist größer…“
Harry klang unkonzentriert, als er das sagte. Es war aber auch so verflixt schwer bei der Sache zu bleiben. Draco drückte sich warm gegen Harrys Körper, während dessen Finger sich wieder in seine Haare wanden und ein Chaos daraus machten. Harry liebte es, als Dracos Fingerspitzen durch die dicken Haarsträhnen kämmten.
„Mhm…“
Draco nahm das als Aufforderung, denn er ergriff Harrys Hand und zog ihn daran in sein Schlafzimmer. Als ihnen die kühle Luft des Zimmers entgegen schlug, wurde Harry klar, dass das Fenster offen stand und der Kamin aus war. Er hätte sich selbst in den Hintern treten können und machte sich hastig daran seinen Zauberstab zu beschwören und danach zu heizen.
Dracos Augen verfolgten ihn dabei die gesamte Zeit. Harry schauderte, weil er sich nicht einmal die Mühe machte sein eigenes Interesse zu verstecken.
„Sorry… wird gleich warm.“
Harry legte den Zauberstab achtlos beiseite und zog Draco entschuldigend in die Arme, um ihm über den Rücken zu streichen. Es war fantastisch ihn zu berühren, aber gerade jetzt tat Harry es, um ihn warm zu halten.
„Kannst anfangen… so kalt ist es nicht.“
Draco murmelte das an Harrys Ohr und Harry badete darin ihn so nahe bei sich zu haben.
„Ich kann auch warten, bis es warm genug ist.“
Harry wollte angefasst werden. Dringend. Was er allerdings noch mehr wollte war, das hier richtig zu machen und nicht wie mit Ginny komplett zu versauen.
Harry machte sich widerwillig ein Stückchen von Draco los, nahm ihn bei der Hand und setzte sich mit ihm an die Bettkante. Er erntete dafür einen sehr irritierten Blick.
„Was…?“
Draco setzte an sich zu beschweren, aber Harry küsste ihn nur schnell, um ihm das Wort abzuschneiden. Auch auf die Gefahr hin die Stimmung komplett zu ruinieren, besser ein Abend war im Eimer, als gleich der ganze Anfang von dem hier. Irgendeine Stimme in Harrys Hinterkopf sagte ihm, dass er nicht mehr ganz dicht war. Er ignorierte sie.
„Willst du das hier überhaupt?“
Harry fand, er musste fragen. Draco klang vorhin im Wohnzimmer nicht mal wirklich sicher, ob er Harry auf eine romantische Art in sein Leben lassen wollte. Von Sex ganz zu schweigen. Harry wollte einfach verhindern, dass sie das hier nur machten, weil er es gerne wollte und Draco ihm die Entscheidung überließ.
„Was ist das denn für eine bescheuerte Frage?“
Harry kühlte deutlich ab, als Draco ihm das defensiv entgegen schleuderte.
„Willst du nicht mehr?“
Draco setzte nach und sah Harry misstrauisch an. Harry starrte zurück und fing im nächsten Augenblick an zu lachen. Ob er nicht mehr wollte? Draco war ein Traum und Harry wollte nichts mehr, als ihn mit den Augen verschlingen, mit den Händen fühlen und mit den Lippen schmecken. Darum ging es ihm nicht.
„Ok… das ist auch eine Antwort…“
Draco sah ihn einen Augenblick wie vor den Kopf geschlagen an, bevor er das von sich gab und vom Bett aufstand. Harry nüchterte schlagartig wieder aus.
Harry war erleichtert, er war glücklich, er schwebte, aber Draco konnte ihm nicht in den Kopf sehen und Harry war ein Idiot, weil er ihm so gemischte Signale sendete. Alles was er hörte war Harrys Lachen und das konnte man sehr leicht falsch verstehen.
Harry war in Sekundenschnelle auf den Beinen, ergriff Draco bei der Hand und zog ihn wieder in Richtung Bett. Draco versuchte sich erbost von ihm loszureißen und verhedderte sich dabei in Harry, als der seinen Griff um ihn nicht lösen wollte. Sie fielen beide aufs Bett und nach ein bisschen Gerangel hatte Draco es geschafft sich auf seine Hüften zu setzen und seine Hände links und rechts neben Harrys Kopf zu pinnen.
„Du bist verrückt. Komplett verrückt…“
Draco atmete schwer und das lag nicht nur an ihrem Kampf um die Oberhand. Er saß direkt über Harrys Schoß, der sich nur mit aller Willenskraft davon abhalten konnte die Hüften zu wiegen. Das musste sich fantastisch anfühlen.
„Hab ich nie geleugnet. Gibst du mir jetzt eine Antwort?“
Harry nutzte die Chance, als sie sich ihm bot. Draco war irritiert von seiner Frage und lockerte deshalb seinen Griff um Harrys Handgelenke. Harry war ein gut ausgebildeter Auror. Er hatte gelernt sich aus ganz anderen Situation frei zu machen.
Harry gab Draco einen kleinen Stoß mit dem rechten Bein und drückte ihn danach mit seinem Körpergewicht auf die Seite. Draco machte einen überraschten Laut, während er sich an Harry festhielt. Sie landeten beide auf ihrer Seite und Harry beließ es dabei. Er zog Draco eng gegen seinen Körper, von der eigenen Nasenspitze bis zum kleinen Zeh und vergrub den Kopf zufrieden in dessen weichen Haaren. Er roch unbeschreiblich gut. Wie konnte er Harry fragen, ob er nicht mehr wollte?
     Es war minutenlang still zwischen ihnen beiden. Draco hatte nicht einmal mehr den Versuch unternommen sich von Harry frei zu machen und Harry konzentrierte sich darauf seine Finger unter Kontrolle zu halten. Draco mit den Fingerspitzen immer wieder vom Nacken bis zur Hüfte zu streicheln war in Ordnung. Mehr noch nicht.
Draco machte auch nach einer ganzen Weile keine Anstalten irgendetwas zu sagen, also vergrub sich Harry tiefer gegen seinen Körper und sagte selbst, was er zu sagen hatte.
„Ich find dich wie verrückt heiß. Ja, ich will das hier und wenn dir das nicht klar ist, dann bist du nicht zu retten.“
Harry fühlte, wie der Körper neben ihm sich verspannte und ihm kam eine Idee. Harry hatte endlich eine Ahnung wie er das hier richtig machen konnte.
„Aber ich bin keins von deinen Samstagsabends-Dates und du bist nicht einfach nur der heiße Kerl, den ich gerne mal ficken würde.“
Draco warf ihm einen empörten Blick zu, als Harry so direkt wurde, aber er zuckte nur mit den Schultern. Das war ihm egal. Es war nicht geplant, aber Harry stieg augenblicklich die Eifersucht bis unter die Nase, als er an dieser Typen dachte, die Draco ständig aufriss.
Harry war kein Kind. Er wusste, dass Draco diese Begegnungen genauso gewollt hatte wie die Männer, mit denen er sie hatte. Der Gedanke passte ihm überhaupt nicht. Hatte er nie und jetzt fand Harry ihn richtig schrecklich.
„Was wünscht du dir?“
Irgendetwas in Dracos Blick verrutschte, als Harry ihn das fragte. Das war es. Was auch immer Draco bei diesen Vollidioten gesucht und am Ende nicht gefunden hatte, Harry gab es ihm gerade. Der Gedanke machte Harry extrem an.
„Ich kann dich loslassen, wenn du willst. Du gehst in dein Zimmer und ich bleib in meinem und morgen früh lade ich dich auf ein Date ein. Willst du das?“
Harry stützte den Kopf auf seinem Ellenbogen auf und besah sich Draco sehr interessiert, als er ihn das fragte. Harry hoffte auf einen bestimmten Ausgang, aber er würde sich an Dracos Entscheidung halten. Egal wie sie ausfiel.
„Nein.“
Draco hatte einen Augenblick gezögert ihm zu antworten. Die Tatsache, dass er sich dabei die Lippen mit der Zunge befeuchten musste, tat furchtbar süße Dinge mit Harrys Vorstellungskraft.
„Nein. Gut… Ich auch nicht.“
Harry beugte sich nach vorne, küsste Draco flüchtig, streichelte mit den Fingern an seiner Wange entlang und fuhr danach mit den Nägeln durch dessen Haaransatz.
Harry hatte eigentlich nur sicher gehen wollen, dass er Draco zu nichts drängte, das der gar nicht wirklich wollte, sondern einfach tat, weil er dachte Harry würde es erwarten. Jetzt fühlte sich das Ganze allerdings nach einem Spiel an, das Harry aufregend fand.
„Was wünscht du dir, Draco?“
Harry wiederholte sich. Er gab sich alle Mühe dabei Dracos Namen wie einen edlen Wein von seinen Lippen perlen zu lassen. Für Harry schmeckte es fast danach, als er das tat.
„Dich.“
Draco hatte mehr als einen Versuch gebraucht, sich öfter als Harry zählen wollte über die Lippen geleckt und zuletzt mit sehr weiten Pupillen dieses eine Wort gesagt. Es ging Harry durch und durch.  
„Und wie willst du mich?“
Es konnte ein Schatten der Kaminflammen sein, aber als Harry das fragte hätte er schwören können Dracos Wangen röteten sich ein wenig. Er musste selbst aufpassen, dass er nicht flammend rot wurde.
„Harry…“
Draco wand sich unter Harrys Blick und schnitt ihr Gespräch mit einem tiefen Kuss ab. Harry genoss es in vollen Zügen beide Hände in seiner Kleidung zu vergraben und gleichzeitig Dracos Finger in seinem Nacken zu spüren, aber so billig ließ er ihn nicht davon kommen.
„Wie, Draco?“
Harry ging es schon länger um viel mehr, als nur die Antwort auf diese Frage.
„Willst du für mich auf die Knie kommen?“
Harry murmelte das an Dracos Ohr, der sich mittlerweile an ihm fest hielt. Es war so aufregend ihm den Kopf in alle Richtungen zu verdrehen.
„Nicht beim ersten Mal.“
Dracos Atem streifte über Harrys Ohr hinweg.
„Willst du die Beine um meine Hüften legen?“
Sie waren sich so nahe. Harry glaubte Dracos Herzschlag in seiner eigenen Kehle fühlen zu können.
„Nein…Nicht nah genug. Ich will dich küssen.“
Harry liebte den Gedanken sofort. Im Zimmer wurde es viel zu heiß, als Draco anfing seinen Körper gegen Harrys zu pressen und daran auf und ab zu rutschen.
„Ich dich auch…“
Harry bewies es sofort, indem er die Lippen quer auf Dracos Mund drückte. Der wollte sich mehr holen, aber Harry hielt ihn zurück.
„Willst du nach oben?“
Harry betrog sie beide um dieses Spiel, als er anfing Dracos Körper zu berühren. Er streichelte aufgeregt mit der Handfläche über seinen Pullover, während Draco ein Bein über Harrys Hüften schwang und sich ungeniert an ihm rieb.
„Nein. Ich will dein Gewicht spüren.“
Es prickelte immer aufgeregter in Harrys Körpermitte. Er legte eine Hand auf Dracos Bein und hielt ihn daran fest.
„Shhh… noch nicht.“
Draco sah ihn mit noch dunkleren Augen an, als Harry das sagte. Er erkannte seine eigene Stimme kaum mehr. Harry war eine Sekunde davon entfernt ihn auf den Rücken zu werfen und alles zum Teufel fahren zu lassen.
Noch nicht.
„Vielleicht will ich ja auch dein Gewicht spüren…“
Harry murmelte das gedankenverloren, nippte an der weichen Stelle zwischen Dracos Nacken und seiner Ohrmuschel, während Draco ihm in den Armen zitterte. Diese Vorstellung war nahe dran. Sie waren so nahe dran…
„N-nicht heute Nacht…“
Harry liebte es, als Draco über seine eigenen Worte stolperte. Sein Blick huschte immer unsteter zwischen Harrys Gesicht und seinen Händen hin und her. Er wand sich immer hilfloser in Harrys Armen und Harry gab nach. Er wollte sich Draco gut fühlen lassen.
„Nicht heute Nacht.“
Harry nickte zustimmend, küsste Draco und drehte ihn halb unter sich. Sein Kopf war so benebelt, er hatte beinahe die Frage vergessen, um die es hier eigentlich ging. Es spielte keine Rolle mehr. Er wollte…
„Nicht so schnell…“
Harrys Blick schnellte interessiert an Dracos Körper nach oben und verlor sich in seinen Augen. Man hätte es überhören können, aber diese Worte eben kamen von ihm. Harry hing praktisch an seine Lippen, als er weiter sprach.
„Ich will es langsam. Ich will es fühlen und…“
Dracos Wangen brannten mittlerweile, als er diese Worte flüsterte. Harry war sich verflixt sicher, dass ihn so noch niemals irgendjemand erlebt hatte.
„Und?“
Harrys Blick wurde weich, als er endlich begriff was ihn vorhin so gestört hatte. Draco war schnell damit sich auszuziehen. Draco war auch schnell damit immer alles abzutun, das persönlich wurde. Harry musste oft nach bohren, wenn er dahinter kommen wollte was Draco eigentlich empfand und er war so froh darüber, dass er sich nichts hatte vormachen lassen.
„Und…“
Draco sah einen kurzen Augenblick so aus, als ob er Harry wirklich eine Antwort geben würde, aber dann biss er sich auf die Unterlippe und küsste ihn stattdessen. Harry ließ es gelten und erwiderte den Kuss.
Von diesem Moment an wollte keiner von ihnen beiden mehr reden. Harry hatte gehört, was er hören musste. Er hatte eine Vorstellung von Dracos Wünschen und Draco hatte begriffen, dass er nur sagen musste was er wollte, um es zu bekommen. Harry war bereit ihm jeden Wunsch von den Lippen zu küssen.
Sie halfen sich gegenseitig aus ihren Sachen. In Harrys Körpermitte baute sich eine prickelnde Wärme auf, die durch das Warten bittersüß wurde, als er Draco mit dem Rücken an sich zog.
„Ist das ok?“
Harry betrachtete fasziniert das Kaminlicht dabei, wie es in Schatten auf Dracos nackte Haut fiel. Seine Finger zeichneten wie von selbst sofort einige davon nach. Über die blasse Schulter, die Brust, seinen flachen Bauch, auf dem die Narben des Sectumsempra kleine Knötchen gebildet hatten und weiter bis zwischen seine Beine.
Draco atmete schwer, als Harry das erste Mal seine Länge mit den Fingern streifte. Es war interessant ihn dort zu berühren und Harry beugte sich neugierig über Dracos Schulter nach vorne, um ihn auch sehen zu können.
Draco sah nicht anders aus, als das was Harry schon von sich selbst kannte, nur mit hellen kurzen Haaren. Harry schloss fasziniert die Hand um Dracos harten Schwanz und fuhr daran nach oben. Er schauderte, weil Draco an dieser Stelle besonders warm war.
„Ja.“
Draco hatte sich in Harrys linkem Arm gedreht und murmelte ihm seine Antwort entgegen. Er legte eine Hand auf Harrys Finger, um ihm zu zeigen wie er es haben wollte. Draco seufzte zufrieden auf, als Harry Folge leistete und wand sich nach hinten, tiefer in Harrys Umarmung, enger in ihren Körperkontakt. Harrys Brust gegen seinen Rücken. Harrys Bauch gegen seine Hüfte. Harry atmete überrascht aus, als Draco das Bein ein Stückchen anhob und Harrys gesamte Länge dazwischen rutschte.
Draco…“
Harry murmelte das atemlos gegen Dracos Schläfe und küsste ihn, während sie gemeinsam einen Rhythmus fanden, zu dem sie sich bewegen konnten. Harry war überfordert wie gut sich das anfühlte. Wie er immer wieder an Dracos Körper entlang rieb, wie seine Hand Dracos Schwanz schwer und warm in den Fingern hielt, wie Draco ihn küsste und Harrys Namen immer wieder atemlos gegen seine Lippen flüsterte.
Es war so schnell vorbei.
Als Harry kam, hatte er sich nicht mehr im Griff. Seine Hüften stolperten ungeschickt über den Rhythmus, den sie bis eben noch hatten und Harry schlang beide Arme um Draco, um sich an ihm festzuhalten. Der legte eine Hand auf Harrys Unterarm und streichelte die feinen Härchen darauf nach, während Harry seinen Nacken küsste und langsam zur Ruhe kam.
Man hörte nur Harrys hektischen Atem im Raum und das Rascheln des Quilts, auf dem Draco lag.
„Sorry…“
Harry küsste Draco träge hinter seine Ohrmuschel, als er sich in seinem verschwitzten Haaransatz vergrub. Es breitete sich eine angenehme Schwere in ihm aus, die einer tiefen Wärme wich, als Draco sich an ihn kuschelte und ihre Finger ineinander verhakte, um Harry einen Moment zu geben.
„Schon gut.“
Draco wollte abgeklärt klingen. Harry kannte ihn gut genug, um das zu wissen. Seine Worte waren allerdings viel zu warm und ihnen fehlte am Ende die Spitze.
„Dreh dich mal rum…“
Harry liebte diese Stellung, in der sie gerade dalagen, aber er hatte Draco vorhin etwas anderes versprochen. Draco hob interessiert ein Augenlid, als Harry ihm dabei half sich auf den Rücken zu legen, sagte aber nichts weiter dazu.
Harry musste einen einzigen Blick auf ihn riskieren, um wieder hart zu werden.
Draco war ein Traum und Harry genoss seinen Anblick einen kurzen Moment lang, bevor er neugierig die Hand hob und sie an Dracos Hals legte.
Harry konnte nicht nur sehen, sondern auch fühlen wie Dracos Adamsapfel sich hob und wieder senkte, als seine eigenen Finger daran entlang streiften. Es war unmöglich die Stelle nicht zu küssen.
Harry beugte sich nach vorne und legte die Lippen an Dracos Nacken, während seine Hand wieder tiefer wanderte.
Draco machte schon ein erleichtertes Geräusch, aber Harry hatte keine Absicht ihn jetzt schon wieder anzufassen.
„Harry…“
Harry lächelte, weil Draco ihn gerade sehr strafend beim Namen nannte.
„Das ist nicht fair.“
Das war es nicht. Harrys Hand streifte weiter über Dracos Körper und blieb mit dem Daumen über einem seiner Nippel hängen. Harry beschwichtigte ihn schnell.
„Ich mach´s gleich wieder gut…Versprochen.“
Draco maß ihn einen sehr langen Moment mit einem Blick, der irgendetwas in Harrys Brust auf eine zuckersüße Art in die falsche Richtung drehte. Draco hätte es geleugnet, aber er vertraute ihm. Harry liebte den Gedanken.
Es war wirklich nicht ganz fair, aber Harry hatte auf einmal keine Eile mehr hiermit.
Er wandert mit dem Mund auf Dracos andere Brustseite und nahm dort den dunklen kleinen Knoten, der sich ihm entgegen wölbte, zwischen die Lippen. Draco schmeckte wie der Himmel und er fühlte sich auch so an, als er sich ihm mit einem überraschten Wimmern entgegen reckte. Harry sah interessiert auf und als Draco seinen Blick einfing, lief ein Schaudern durch seinen Körper.
Harry sah an Dracos Körper hinab weiter hinunter, bis er zwischen seinen Beinen hängen blieb. Er war so hart, Harry wurde ganz heiß bei der Vorstellung wie dringend er vermutlich angefasst werden wollte.
„Darf ich?“
Harry suchte noch einmal Blickkontakt zu Draco, dessen Mund ein Stückchen offen stand, bevor er sich nach unten beugte, ihn mit beiden Händen unter den Beinen fasste und danach den Kopf dazwischen vergrub.
„Bitte…“
Draco reckte sich ihm zur Antwort wieder entgegen.
Es war aufregend seinen Bauchnabel mit den Lippen zu streifen, die Zunge hinein zu tauchen, tiefer zu küssen, den salzigen Geschmack auf der Zunge zu haben. Draco schwitzte und Harry war der Grund dafür und es war so verflixt heiß.
Harry hob Dracos Hüften noch ein Stückchen weiter an, zog ihn tiefer zu sich und schloss dann den Mund um Dracos Eichel.
Es war ein merkwürdiges Gefühl ihn auch dort zu schmecken, zumindest solange Harry sich noch darauf konzentrierte. Dracos Kopf fiel unkontrolliert nach hinten und er fasste in Harrys Haare, nur um sich im allerletzten Moment wieder zu stoppen.
Harrys Herz hämmerte aufgeregt gegen seine Brust, als er den Mund langsam öffnete und die Lippen Stück für Stück um die gesamte Länge teilte. Harry hatte keine Ahnung was er da überhaupt tat. Es war nicht einmal ein angenehmes Gefühl, weil Draco eine schöne Größe hatte und er ziemlich schnell ziemlich tief in Harrys Kehle rutschte. Es klappte mit der Atmung nicht richtig, Harry hatte ziemliche Schwierigkeiten den Mund weit genug zu öffnen, damit er Draco nicht aus versehen biss und gleichzeitig die Zunge zu bewegen und den Gaumen zu entspannen war schwer, aber Harry liebte es. Und Draco auch, wenn die Art in der er die Finger immer wieder in seinen Haaren verkrampfte und entspannte ein Anzeichen für irgendetwas war.
Harry mühte sich ein wenig ab, aber er wollte das hier für Draco so gut machen wie er nur irgendwie konnte. Es war für sie beide beinahe zu viel, als Harry mit ungeschickten Fingern ein Fläschchen mit Gleitgel beschwor – das Erste, an das er intensiv genug dachte, um einen stummen Accio überhaupt zu versuchen – Draco noch einmal höher zog, damit der die Beine um seinen Hals schlingen konnte und das erste Mal über die Fältchen zwischen seinen Beinen tastete.
Draco jammerte seinen Namen und Harry brummte zufrieden, was Draco nur noch wilder unter ihm machte. Die Vibration musste sich gut anfühlen. Harrys Wangen waren mittlerweile warm und so sehr er es hasste, er löste die Lippen von Draco, um ihm auf den Mund zu küssen. Es war heiß wie dessen Körper sich unter ihm bog und beugte, bis Harry hoch genug dafür kam.
Harry stützte sich auf dem linken Ellenbogen ab und hantierte ein bisschen mit dem Gel herum, bis Draco sein Handgelenk packte, seine Finger teilte und den ersten davon in sich schob.
Harry machte ein überraschtes Geräusch, während Draco den Kopf in den Nacken fallen ließ und zufrieden seufzte. Dessen Hand beugte Harry ziemlich schnell den zweiten Finger und dieses Mal brauchte Harry keine Einladung.
Dracos Hand fiel unkontrolliert zurück auf die Matratze, als Harry dem zweiten Finger neugierig einen dritten folgen ließ. Es ging, wenn auch schwerer.
Harry atmete tief ein, als ihm die Wärme viel zu schnell zwischen die Beine schoss. Der Gedanke gleich an der Stelle seiner Finger zu sein war beinahe zu viel.
„Du sagst wann…“
Harry hatte wissen wollen wie viel Zeit Draco brauchte, aber der schnitt ihm das Wort ab.
„Jetzt.“
Harry atmete tief ein und wieder aus und nickte dann, als er seine Finger zurück zog, zum Gleitgel griff und eine großzügige Menge davon auf seinem harten Schwanz verteilte.
„Ist ok…“
Draco zog ihn am Nacken zu sich und küsste ihn, während irgendetwas in Harry anfing sich zu entspannen. Er war nervös.
Es war völlig sinnlos nervös zu sein.
Harry machte ein überraschtes Geräusch, als er gegen Dracos Muskelring drückte und es danach so einfach ging. Er war in bloßen Sekunden in ihm und wirklich alles in Harry schrie ihn an sich zu bewegen. Die Wärme um ihn herum war berauschend, die Enge zum verrückt werden und Harry wollte kommen. So dringend.
Stattdessen küsste er Draco nur wieder.
Er wollte kommen und das würde er auch und zwar die gesamte Nach lang, wenn es nach Draco und ihm ging.
Jetzt gerade war es allerdings viel interessanter es zu fühlen. Zu fühlen wie Draco zitterte, als Harry sich das erste Mal vorsichtig ein Stück zurück zog und danach wieder in ihn drängte. Zu sehen wie Draco ihm die losen Haarsträhnen aus der Stirn strich, als Harry mutiger wurde und sich mehr davon holte wie bittersüß es war die Wärme in seiner Körpermitte zurück zu halten. Ihn in ihrem Kuss zu schmecken, als Draco genug hatte und ihn mit den Beinen und Armen hastiger auf sich zog.
Harry würde kommen. Aber noch nicht jetzt.

*

Als Draco am nächsten Morgen aufwachte war er hundemüde. Er fühlte sich zerschlagen und drehte sich noch einige Male von links nach rechts, in der Hoffnung wieder einzuschlafen. Daraus wurde leider nichts.
Dracos Augen brannten, als er sie das Erste mal langsam öffnete. Ihm stieg sofort Harrys Geruch in die Nase und er vergrub gegen jedes bessere Wissen den Kopf noch einmal tief in dem Kopfkissen unter sich.
Draco war gestern – oder viel eher heute Nacht –  erst in den frühen Morgenstunden eingeschlafen und das hatte nicht nur am Sex mit Harry gelegen. Der hatte ihn schon stundenlang im Arm gehabt und friedlich geschlafen, als Draco endlich auch zur Ruhe gekommen war.
Draco fragte sich kurz wo Harry überhaupt war. Es konnte noch nicht so spät sein und sie waren lang wach gewesen. Jeder Muskel in seinem Körper fühlte sich wund an. Draco liebte es. Draco liebte die Erinnerung an diese Nacht mehr, als er jemals eingestehen würde.
Harry war auf eine absolut charmante Art unbeholfen gewesen. Draco hatte normal nicht viel für Männer übrig, die nicht wussten wo sie hin fassen sollten. Er wollte von seinen Bekanntschaften Sex und wenn er ehrlich war, dann nach Askaban auch menschliche Nähe.
Das war bereits in den letzten Wochen langsam anders geworden.
Draco war weniger ausgegangen. Er hatte den Gedanken von einem fremden Mann angefasst zu werden nicht mehr gemocht, was ihn wirklich frustriert hatte.
Angefangen hatte es mit irgendeinem Kerl – Andrew? – der Draco vermutlich sogar mehr gemocht hatte, als irgendein One-Night-Stand. Andrew war schwarzhaarig und hatte grüne Augen. Draco hatte sich extrem angestrengt nicht darüber nachzudenken, was das eigentlich bedeutete und als sie sich das erste Mal geküsst hatten, hatte Draco Panik bekommen. Er hatte in Andrews Augen gesehen und es war nicht Harry, der zurück gesehen hatte.
Draco atmete noch einmal tief ein, um nicht gleich wieder in Panik auszubrechen. Er machte sich schnell schönere Gedanken.
Gestern Nacht war so perfekt gewesen.
Draco wusste normalerweise ganz genau welche Knöpfe er zu drücken hatte, um Sex zu bekommen. Nur dass Harry sich nicht darauf eingelassen hatte. Nicht so, wie Draco es erwartet hätte zumindest.
Draco hätte mit vielem gerechnet. Mit einer schnellen Nummer, mit aufgestauter Frustration von verdammten drei Jahren – Draco konnte es beinahe nicht fassen, als Harry das erzählt hatte – mit sexueller Enttäuschung, mit allem. Aber nicht damit, dass Harry ihn fragte wie Draco es wollte. Nicht damit, dass Harry ihn… ihn so behandelte.
Draco verliebte sich in ihn, wenn er nicht schon längst in ihn verliebt war. Es gab keinen doppelten Boden, kein Netz, das ihn auffangen würde, keine kühle Art, die Dracos eigene Gefühle schützte. Wenn Harry ihn jemals fallen ließ, dann würde er steinhart aufschlagen und diese Vorstellung jagte ihm eine ekelhafte Angst ein.
Bei diesem Gedanken beschloss Draco, dass er genug Zeit kopfüber in diesem Kissen verbracht hatte. Er schauderte, stand schwerfällig auf und rieb sich die Augen, während er sich eine Shorts aus Harrys Kleiderschrank griff und ins Badezimmer ging.
Draco war klebrig von oben bis unten und das trotz diverser Zauber, die sie gestern Nacht noch erschöpft gemurmelt hatten, bevor sie nebeneinander auf die Matratze gefallen waren.
Draco gähnte noch einmal und stellte sich dann unter den warmen Duschstrahl. Er seufzte tief und genoss das warme Wasser auf seinem Körper. Er wurde nicht wirklich wacher davon, aber es tat gut sich dieses verschwitzte Gefühl und den Geruch nach Sex abzuwaschen.
Erst als Draco nur in einer Shorts und einem Bademantel auf dem Flur stand bemerkte er, dass er das hier nicht auf die lange Bank schieben konnte, sondern sich entscheiden musste. Entweder er ging zurück in sein eigenes Schlafzimmer oder er ging zurück in Harrys Bett, zog schnell die Laken einmal ab und genoss es noch ein bisschen sich von einer Seite auf die andere zu drehen.
     Draco wusste ganz genau was die klügere Entscheidung wäre. Die letzte Nacht war wunderschön gewesen. Es klang abgedroschen, aber so war es. Harry hatte ihn praktisch auf Händen getragen und Draco wusste selbst, dass die Wahrscheinlichkeit sich eine Abfuhr abzuholen praktisch nicht da war. Harry war der letzte Mann auf der Welt, der sich mit Absicht so benehmen würde, um Sex zu bekommen. Harry war allerdings auch der erste Mann auf der Welt, der durch so eine Mission, wie sie sie gestern durchgestanden hatten, aufgeputscht wurde.
Draco atmete tief durch, um seine zitternden Finger ein bisschen zu beruhigen.
Es sprach nicht viel dafür, aber vielleicht hatte Harry das Kribbeln in seinem Bauch einfach verwechselt und heute früh sah die Welt ganz anders aus?
Draco scharrte unangenehm berührt mit dem Fuß im Teppich und entschied sich dieses eine Mal dazu, dass er etwas riskieren musste, wenn er gewinnen wollte. Es war nicht seine Art und es fiel ihm schwer, aber er ging dennoch zurück in Harrys Schlafzimmer, machte schnell das Bett frisch und warf sich danach hinein.
Ihm war prompt ein bisschen kalt, weil das Holz im Kamin ziemlich herunter gebrannt war. Draco fröstelte und wand sich enger unter die Decke, die er sich übergeworfen hatte.
Er drehte und wendete sich einige Male im Bett, bis er auf dem Rücken zum liegen kam und an die Decke starrte.
Seine Gedanken liefen Amok, egal ob er es wollte oder nicht. Das hier war so ein riskantes Spiel, das Draco trieb.
Er war in seiner Bewährung, er liebte die Kinder mittlerweile, als ob es seine eigenen wären, er liebte Harry, er liebte dieses zu Hause, das er im Grimmauldplatz 12 gefunden hatte. Das hier war sowieso schon gefährlich genug sich daran zu hängen und es war ein Desaster, dass er die Grenze einfach nicht mehr ziehen konnte.
„Shit…“
Draco atmete kontrolliert aus, damit er keine Panik bekam. Wo war Harry? Er war ein Teil seines Problems, aber im Augenblick war er trotzdem die einzige Lösung, an die Draco denken konnte. Das und daran, dass ihm das hier einfach zu schnell ging.
Harry und er wohnten miteinander, sie erzogen gemeinsam drei Kinder, sie hatten jetzt auch noch Sex… es gab einfach nichts mehr, das nur noch Draco gehörte. Dazu kam, dass ihm der Gedanke so sehr von Harry abhängig zu sein Angst machte und das bezog sich mittlerweile auf mehr als einen Punkt.
Draco hatte zu Beginn ihres Zusammenlebens mit einer gewaschenen Retourkutsche für ihre gemeinsame Schulzeit gerechnet. Die war nie gekommen und er wusste bis heute nicht, woran es eigentlich lag. Ob Harry einfach an einem krankhaften Helfersyndrom litt, das ihm verbot irgendetwas nicht rechtschaffenes zu tun oder ob er schlicht und ergreifend niemals darüber nachgedacht hatte wie abhängig Draco von ihm war.
Es war Draco bis auf die Knochen unangenehm, aber sein gesamtes Wohlergehen hing die nächsten neun Monate von Harry ab. Draco bekam jedes Mal ein beklemmendes Gefühl in der Brust, wenn er darüber zu intensiv nachdachte.
Es kam ihm unter diesen Umständen fast unmöglich vor, sich jetzt auch noch emotional von Harry abhängig zu machen und das war er schon längst. Er suchte seinen Zuspruch, er brauchte seine Nähe, er genoss seine Gesellschaft und jetzt hatten sie auch noch die Grenze übertreten und waren zusammen im Bett gelandet. Wo sollte das alles eigentlich hinführen? Draco kratzte sich unwillkürlich an den Unterarmen, weil ihn wieder dieses nervöse Gefühl überkam.
Auf der anderen Seite wollte er unbedingt, dass das hier etwas wurde. Draco konnte nicht wieder zurück. Freundschaft würde ihm jetzt nicht mehr reichen. Er wollte, dass Harry ihn wieder so ansah wie gestern Abend. Als ob er das Wichtigste auf der Welt war.  
Draco war viel zu alleine diese letzten Jahre und er sehnte sich danach jemandem etwas zu bedeuten. Vor dem Krieg hatte es auch immer nur seine Eltern gegeben, richtige Freunde hatte er nie gehabt und in Askaban war ihm bewusst geworden wie alleine er eigentlich im Leben war. Das war etwas, das Harry um so vieles für ihn besser gemacht hatte in diesen letzten Monaten. Er gab Draco das Gefühl ein Teil dieser Familie hier zu sein, er gab ihm das Gefühl geborgen zu sein und Draco hatte nicht daran geglaubt, dass er überhaupt noch fähig war so zu empfinden. Nicht nach dem Krieg, Askaban und Smythe.
Draco warf sich einmal auf die andere Seite des Bettes und vergrub sich tiefer in den Laken. Er seufzte frustriert, weil das alleine keine Grundlage für eine gesunde Beziehung war.
Das war es, das ihn am meisten störte.
Draco war niemand, der gerne ins kalte Wasser sprang. Herauszufinden, ob Harry ihn wirklich so gerne hatte wie Draco hoffte, dass er ihn gerne hatte war eine Sache. Es machte ihm eine panische Angst, er fürchtete sich wirklich davor eine unangenehme Wahrheit zu erfahren, aber das konnte Draco durchstehen.
Eine völlig andere Sache war dieses überstürzte Tempo, das sie an den Tag legten, weil Dracos Bewährung nichts anderes zuließ. Sie beide waren im Moment einfach nicht auf Augenhöhe.
Dieser Gedanke war Draco einfach unangenehm.
„Morgen.“
Draco war in Gedanken. Er schrak ziemlich auf, als Harry die Klinke des Schlafzimmers nach unten drückte und ihn begrüßte.  
„Sorry…“
Harry musste das bemerkt haben. Er entschuldigte sich prompt, ging auf das Bett zu und stellte erst einmal die beiden Tassen beiseite, die er in der Hand hielt. Es roch herrlich nach frischem Kaffee.
„Ich wollte dich nicht erschrecken… ich… ich wollte dich eigentlich auch nicht wecken…“
Harry fuhr sich verlegen mit der Hand in die zerzausten Haare und setzte sich unschlüssig an die eigene Bettkante, während Draco sich endlich aufrappelte.
„Hast du nicht. Ich war schon wach.“
Draco sagte irgendetwas belangloses und versteckte sich schnell hinter einer der Kaffeetassen. Harry sah ihn skeptisch an. In seinen Augen stand sehr viel, aber Zurückweisung war nicht dabei. Der Rest davon bescherte Draco ein warmes Kribbeln im Magen und löste endlich seine wirren Gedankengänge etwas auf.
„Morgen.“
Draco grüßte etwas verspätet zurück. Er klang selbst in seinen eigenen Ohren verschlafen. Harry zog auch prompt die Stirn in Falten, als er zu seiner eigenen Tasse griff und sich in den Schneidersitz aufs Bett setzte.
Draco war so befriedigt, er hätte unmöglich noch einmal kommen können, aber irgendetwas in seiner Körpermitte zog sich trotzdem herrlich zusammen, als er Harry einmal von oben bis unten betrachtete.
„Du siehst… wirklich müde aus.“
Harry ahnte von diesen Gedanken überhaupt nichts, als er die Stirn in Falten zog und das bemerkte. Er beugte sich danach einmal verstohlen zu ihm nach vorne und Draco spürte wie ihm die Wangen ein bisschen heiß wurden, weil er ihm einen Kuss auf die Lippen drückte. Danach küsste er ihm erst das linke und dann das rechte Augenlid. Draco wusste nicht, ob das überhaupt schon einmal jemand in seinem gesamten Leben mit ihm gemacht hatte. Sein Herz schlug ihm von jetzt auf gleich bis zum Hals.
„Danke.“
Draco hob die Kaffeetasse verlegen ein Stückchen, um zu signalisieren was er meinte und nahm wieder einen Schluck davon.
Er wusste, dass es seine eigene Schuld war, weil er selten bis zum nächsten Morgen blieb, aber ihm hatte auch noch niemals jemand am Morgen danach einen Kaffee ans Bett gebracht. Draco seufzte, weil es einfach furchtbar war wie sehr Harry ihm gefiel. Er lächelte so absolut entwaffnend und sah so verflixt attraktiv in seiner ausgewaschenen Jeans und dem schwarzen Shirt aus, dass Draco nicht wusste was er jetzt sagen sollte.
„Ich… das gestern Nacht war genial.“
Nach einem Moment der Stille platzte Harry einfach damit heraus. Draco fand sich selbst schon fast bemitleidenswert, weil ihn dieses platte Lob dermaßen glücklich machte. Es hätte ihn allerdings noch glücklicher gemacht, wenn Harry ihm eine seiner vielen Fragen beantwortet hätte, die Draco völlig irrational durch den Kopf schossen.  
„Es war schön.“
Ihm zitterte es wieder nervös in der Körpermitte, als er das sagte. Draco hatte nicht den Mut, zu sagen wie sehr er diese Meinung teilte. Natürlich war es genial. Es war ein brillanter Abend gewesen und er war so herrlich wund und körperlich ausgelaugt, dass er unter anderen Umständen wie ein Stein geschlafen hätte, aber darum ging es ihm im Moment einfach nicht!
„Ist wirklich alles ok?“
Harry sah ihn mittlerweile besorgt an, weil Draco nicht viel sagte, legte eine Hand an seine Wange und strich ihm mit dem Daumen über den Schatten unter seinem Wimpernkranz. Draco spürte wie irgendetwas in ihm nachgab. Er seufzte, legte eine Hand auf Harrys Finger und hielt ihn dort. Das trug ihm noch einen Kuss ein.
„Ehrlich gesagt, ich bin ein bisschen durch den Wind.“
Draco hatte eine Weile gebraucht, um sich zu dieser Antwort durchzuringen, aber er vertraute Harry. Aus seinem Dilemma kam er ohne Hilfe nicht heraus und er hatte gelernt sich bemerkbar zu machen, wenn es sein musste. Es fiel ihm schwer, weil er im Grundsatz sehr stolz war, aber Harry machte es ihm gerade im Moment sehr einfach. Draco wusste, dass es ziemlich durchgeknallt war, aber seine ganze Situation machte ihn verrückt und er brauchte jetzt einfach Sicherheit.
„Das war gestern alles viel. Erst diese Sache im Mungos und dann… ich meine… du bist dir sicher, dass du das gestern Abend ernst gemeint hast? Das kam ziemlich aus dem Nichts, wenn ich ehrlich bin und ich könnte es verstehen, wenn du...mhmpf…“
Draco hatte vor sich hin gesprochen und irgendwann den Blick nieder geschlagen, weil er es nicht kommen sehen wollte, wenn sich seine Bedenken doch noch bewahrheiteten. Deshalb traf ihn der Kuss, den Harry ihm hastig auf die Lippen drückte ziemlich unerwartet.
Draco blinzelte.
Er musste aufpassen, dass ihm die Kaffeetasse in seinem Schoß nicht umfiel.
„Ich bin mir sicher. Ich war mir im ganzen Leben noch nicht so sicher.“
Harry stellte das atemlos klar und drückte ihm danach gleich wieder die Lippen auf.
Draco lehnte sich etwas entspannter an ihn.
Er roch so gut.
Nach sich und nach dem Kaffee, den er gekocht hatte.
Draco spürte auf einmal wie müde er war. Es war gefährlich die Anspannung los zu lassen, weil das was danach kam unberechenbar war, aber Draco fühlte sich endlich sicher genug es zu versuchen.  
„Ok?“
Harry sah ihn verlegen an, nachdem sie sich wieder gelöst hatten.
Draco schüttelte einfach den Kopf.
Jetzt war sowieso alles verloren. Er hatte sich so weit mit seinen eigenen Gefühlen vorgewagt, dass es keinen Unterschied mehr machte und außerdem sah es nicht so aus, als ob das hier ein schlechtes Ende nehmen würde.
Draco spürte wie ihm warm wurde, als ihm der Gedanke kam. Dieses Gefühl wurde von Harrys sanftem Blick nur unterstrichen. Er griff nach Dracos Hand und sah gleich darauf so zufrieden aus, es brachte die Waage in Draco einfach zum kippen.
Er war glücklich über das hier und so sollte es eigentlich auch sein.  
„Was noch?“
Draco schämte sich fast ein bisschen, als Harry das fragte. Er wusste, dass er sich zu recht Sorgen machte, aber Harry mit seinen ganzen Selbstzweifeln zu überfallen war trotzdem nicht ganz fair.  
„Ich hab Angst.“
Harry sah ihn verwundert an, als Draco sich erklärte, aber Draco gab ihm keine Gelegenheit jetzt schon irgendwelche beruhigenden Belanglosigkeiten aufzusagen. Das hier war etwas, das ihn wirklich beschäftigte.
Selbst wenn Harry ihn liebte, eine Beziehung mit ihm wollte und sie sich absolut einig waren, so einfach war es leider nicht. Nicht solange seine Bewährung ging.
„Ich… mir macht der Gedanke einfach Angst, wie abhängig ich von dir bin. Ich weiß, dass dir das nicht klar ist oder dass du nie darüber nachdenkst, aber das ist… das hat mich sowieso schon von Anfang an nervös gemacht und wenn wir jetzt… ich meine wir sind zusammen. Keine Ahnung wie du das siehst, aber so ist es und…“
Draco seufzte, als Harry ihm die Lippen ein weiteres Mal aufdrückte, um ihn zu unterbrechen.
„Wir sind zusammen.“
Harry betonte jedes Wort dieses Satzes und dieses Mal beruhigte sich nicht nur das nervöse Gefühl in Dracos Innerem, sondern es löste sich auch der bittere Knoten, der sich unbemerkt in seinem Magen gebildet hatte. Es war allerdings nur die halbe Lösung für ein Problem, das im Moment keine Lösung hatte.
„Das freut mich wirklich. Ich… ich bin glücklich darüber.“
Draco klang selbst in seinen eigenen Ohren schüchtern, als er das sagte, aber er wollte es unbedingt gesagt haben. Draco kam sich schäbig dabei vor, Harry nach so einer Nacht mit diesem Mist in seinem Kopf zu belästigen.
Harry hakte zum Glück nicht in dieses Geständnis ein, sondern lächelte nur flüchtig, griff nach Dracos Hand und strich mit dem Daumen über seinen Handrücken.
Draco atmete tief ein und sprach weiter.
„Aber es macht mich einfach verrückt, dass ich so abhängig von dir bin. Ich könnte nicht einmal acht Stunden von dir weg, selbst wenn ich es wollte. Verstehst du? Das ist doch keine Beziehung auf Augenhöhe… Was ist, wenn wir uns streiten? Wir werden uns streiten…“
Draco betonte das mit Nachdruck, als Harry schon völlig sinnlos dazu ansetzen wollte ihm zu versichern, dass das schon nicht passieren würde. Sie beide. Mit absoluter Sicherheit würden noch einige Male die Fetzen fliegen. Draco machte sich was das anging keine Illusionen.
„Ich kann dieses Haus nicht verlassen.“
Draco zuckte so hilflos mit dem Schultern, wie er sich fühlte.
„Und das ist nur die spitze des Eisbergs. Ich komm mir… es gibt mir einfach kein gutes Gefühl und… vielleicht hab ich auch einfach kalte Füße. Ich hatte noch niemals eine Beziehung…“
Draco wusste, dass das eigentlich nicht sein Hauptpunkt war und dass ihn seine Abhängigkeit von Harry viel mehr störte, aber jetzt konnte er auch genauso gut alles auf den Tisch legen, das in ihm arbeitete.
Harry hatte sich zum Schluss hin zusammen gerissen und ihm geduldig zugehört und auch einige Momente abgewartet, ob Draco noch etwas zu sagen hatte. Erst dann stellte er ihre beiden Kaffeetassen sicher beiseite, griff nach seinen Händen und drückte ihm einen zuckersüßen Kuss auf die Lippen, bevor er intensiv damit begann mit irgendeiner Entscheidung zu ringen, die er gerade fällte. Es zerrte an Dracos Nerven, aber jetzt hatte er das Gefühl, dass er nicht derjenige sein durfte, der Harry in seinem Gedankengang unterbrach. Als Harry schlussendlich zu einem Ergebnis gekommen war und ihm mit einem gequälten Lächeln in die Augen sah, wurde Draco ganz unruhig.
„Es wird mich umbringen, aber… dann warten wir eben.“
Draco war ziemlich durch den Wind. Er musste erst verstehen was damit gemeint sein konnte. Als es ihm aufging starrte er einfach zurück zu Harry, der immer noch im Schneidersitz an der Bettkante saß. Er sah zwar nicht mehr so glücklich aus wie noch vor einigen Minuten, aber er wirkte nicht weniger selbstsicher.
„Ist das dein Ernst?“
Draco konnte es nicht wirklich fassen, dass er diesen Vorschlag machte. Noch bevor Harrys Worte eine Welle von weiteren Zweifeln in ihm lostreten konnten, sprach der auch schon weiter.
„Mein absoluter Ernst. Ich… ich hab das gestern ernst gemeint. Du bedeutest mir etwas und ich…Für mich würde es keinen Unterschied machen, weißt du? Ich meine…“
Harry fuhr sich wieder mit der Hand durch die Haare. Jetzt da Draco wusste wie sich das anfühlte, wurde ihm ganz anders bei diesem Anblick.
„Ich hasse den Gedanken, dass ich dich die nächsten neun Monate nicht küssen oder berühren darf, aber … ich hasse es noch mehr, wenn du unglücklich bist. Ich bin mir hiermit sicher und ich versteh dich.“
Harry sah wieder auf und sein gequälter Blick wurde noch eine Spur unglücklicher.
„Ich frag mich manchmal wie du das aushältst. Ich wäre in deiner Situation schon durchgedreht und neun Monate sind nichts, wenn wir dafür eine echte Chance haben.“
Er zuckte hilflos mit den Schultern und Draco schüttelte einfach nur noch den Kopf.
Draco wollte das nicht. Das wollte er auch nicht. Das würde er nicht aushalten. Nicht nachdem Harry ihm so deutlich machte, dass er ihm wirklich etwas bedeutete und niemals, niemals würde er es auch nur eine Woche aushalten, ohne ihn wieder zu küssen und wenn sie einander küssten, dann würde es nicht dabei bleiben.
Sie sahen sich noch einen langen Moment in die Augen und dann war es eine gleichzeitige Bewegung, in der sie nach vorne schnellten, sich küssten und einander in eine verzweifelte Umarmung zogen. Das hier war so verrückt. Es sollte so einfach nicht laufen. Es sollte viel glücklicher und unbeschwerter sein.
„Das will ich nicht… “
Draco murmelte Harry das letztendlich gegen die Lippen. Er war halbwegs zufrieden damit. Das alles hier war nicht wie es laufen sollte, aber es war wie es nun einmal lief.
Draco beruhigte sich langsam wieder. Er wusste, dass diese permanenten Bedenken, die er hatte ein Souvenir aus Askaban waren. Er war nie ein Abenteurer gewesen und er hätte sich selbst auch niemals als mutig beschrieben, aber Draco war vor dem Krieg und Askaban auch nicht der Typ Mensch, der sich darüber den Kopf zerbrach was passierte „wenn“ und welche Dinge schief laufen konnten. Das haftete ihm erst seit dem Gefängnis an. Danach hatte ihm Smythe noch den letzten Schliff gegeben, indem er ständig seine Privatsphäre missachtet und ihm dieses unsichere, nervöse Gefühl eingeimpft hatte, das Draco erst sehr langsam wieder los wurde.
„Kann ich irgendwas machen?“
Draco hatte mittlerweile nachgegeben und sich von Harry in eine Umarmung ziehen lassen. Der streichelte ihm über den Rücken und küsste seine Schläfe entlang und Draco spürte wie er schmolz. Das hier löste ihre Probleme nicht, aber es machte sie so viel besser.
„Lass uns mal den Kaffee trinken.“
Draco beschloss für den Moment, dass er ihnen die Stimmung genug verdorben hatte und löste sich widerwillig aus Harrys Armen. Der sah ihn etwas nervös an und lächelte dann, bevor er sich noch einmal einen Kuss abholte.
„Heißt wir warten nicht?“
Er klang so hoffnungsvoll dabei, Draco musste einfach lachen. Das hier weckte nicht nur schlechte Gefühle in ihm, ganz im Gegenteil. Bei dem Gedanken daran, dass Harry und er wirklich ein Paar waren wurde Draco ganz warm. Er strich ihm in einem Reflex durch seine schwarzen Haare.
Draco liebte sie einfach.
„Wir warten nicht.“
Draco zog die Hand zurück, griff nach seiner Kaffeetasse und versteckte sein glückliches Lächeln dahinter. Er war noch unsicher, aber es fühlte sich wie die richtige Entscheidung an. Wenn Harry bereit war neun Monate auf ihn zu warten, dann war es nur fair, dass Draco bereit war es einfach mit ihm zu versuchen. Er wollte es davon abgesehen auch einfach sehr gerne. Er hatte nur Angst.
Harry machte sich dagegen erst gar nicht die Mühe seine Gefühle zu verstecken.
Er strahlte über das ganze Gesicht und griff auch nach seinem Kaffee. Harry wollte schon daraus trinken und Draco offensichtlich irgendeine honigsüße Belanglosigkeit sagen, als er aufmerkte.
„Ah.“
Harry zog etwas aus seiner hinteren Hosentasche und drückte es Draco in die Hand.
„Das Ding hat unten in der Küche ständig vibriert. Schau besser mal nach, ob irgendwas passiert ist.“
Harry deutete bei seinen Worten auf Dracos Smartphone. Draco war wirklich dankbar dafür, dass ihr Gespräch endlich weniger ernst war. Sie würden sich hiermit noch einmal auseinander setzen müssen, aber für den Moment klappte er lieber sein eigenes Smartphone interessiert auf.
Es waren einige WhatsApp-Nachrichten auf dem Bildschirm und sogar ein entgangener Sprachanruf. Draco zog verwundert die Augenbrauen nach oben, als er bemerkte von wem sie stammten.
Christian.  
Er scrollte einmal durch ihren Chat. Draco hatte im Augenblick nicht die Geduld alles zu lesen. Am Ende blieb er an einem Bild hängen und der Frage, die darunter stand: Geht es Harry gut?
Draco legte schnell das Smartphone beiseite, aber es half alles nichts. Das Bild, das Christian ihm geschickt hatte, hatte sich schon in sein Gedächtnis eingebrannt.
Er musste aufpassen, um Harry nicht wie einen Schuljungen zurecht zuweisen. Draco wäre im Moment nervös genug, um ihm eine ausgewachsene Predigt zu halten.
Draco wusste, dass Harry einen schwierigen und gefährlichen Job hatte. Das hatte er gestern aus erster Hand selbst erfahren und er hatte schon vor Wochen irgendwie seinen Frieden damit gemacht. Diese halsbrecherische Ader, die Harry allerdings hatte stand auf einem ganz anderen Blatt Papier. Draco versuchte es wirklich zu unterdrücken, aber letztendlich griff er doch noch einmal unter Harrys fragendem Blick nach seinem Smartphone und hielt ihm das Bild von sich selbst vor die Nase, wie er auf dem Kopf eines Basilisken-Weibchens stand, die in einem zerstörten Atrium wütend zischte und deren Schwestern nach ihm hackten, weil sie ihn von ihrem Rücken herunter bekommen wollten.
Draco setzte strafend an.
„Christian will wissen, ob es dir gut geht.“
Harry lächelte halbseitig, als er sein eigenes Bild erkannte, nach dem Smartphone griff und es ein wenig auseinander zog.
„Ah… es ist nicht auf dem Titelblatt gelandet. Clever vom Reporter.“
In Draco fing es von jetzt auf gleich an zu pulsieren, als Harry nicht einmal den Anstand hatte auf seine Worte einzugehen und sich stattdessen auf diesen unwichtigen Schwachsinn konzentrierte.
„Wirklich? Wie kommt es?“
Draco klang seidenweich, als er das sagte. Normalerweise sah Harry sein Unheil besser kommen, wenn er diesen Tonfall anschlug, aber er war völlig arglos als er antwortete.
„Shacklebolt hat ihm gesagt, dass er ihn persönlich feuern lässt, wenn das morgen auf Seite eins im Propheten steht… jetzt steht es auf Seite zwei und… Du bist sauer.“
Harry hatte endlich von Dracos Smartphone aufgesehen und bemerkte das nüchtern. Draco atmete einmal geräuschvoll aus und nahm ihm sein Handy wieder ab.
„Warum sollte ich? Du stehst doch nur auf dem Kopf eines Basilisken und siehst aus, als wolltest du ihn wie im Rodeo zureiten.“
Dracos Worte troffen vor Spott. Harry machte sich derweil nicht einmal die Mühe sein amüsiertes Lächeln vor ihm zu verbergen. Draco hätte ihn am liebsten dafür verprügelt.
„Sie haben meine Schockladenseite erwischt, oder?“
Harry hätte wirklich nicht noch selbstgefälliger klingen können, als er ihm das zwinkernd sagte und Draco fand ihn so charmant in diesem Augenblick. Er konnte es selbst nicht fassen, was er für einen Blödsinn dachte.
„Du bist unmöglich.“
Draco wünschte sich wirklich, dass er sauer auf ihn sein konnte, aber es ging einfach nicht. Dafür war es mittlerweile zu lange her und außerdem war nichts passiert.
Harry lächelte nur verschmitzt und sie tranken schweigend ihren Kaffee. Draco wusste nicht was er noch hätte sagen können und Harry beschäftigte sich damit seine Hand zu halten, ab und zu einen Kuss darauf zu drücken oder Draco mit einem Blick anzusehen, der ihm die Knie weich machte. Draco wusste ganz genau, dass seine Bedenken berechtigt waren und Harry hatte ihm in diesem Punkt sogar zugestimmt, aber es war im Moment sehr einfach sie zu verdrängen.
„Was ist eigentlich mit Weihnachten?“
Harry durchbrach irgendwann die Stille. Er stellte seine leere Tasse beiseite, während Draco aus seinen Gedanken aufschreckte.
„Wie meinst du das?“
Er konnte dieser Frage nicht ganz folgen. Harry setzte sich neben ihn ins Bett, nahm ihm auch die Tasse ab, als Draco sie ihm reichte und stellte sie weg.
„Wenn du das Haus ohne Aufsicht nur für eine kurze Zeit verlassen kannst… was ist dann mit Weihnachten?“
Harry nahm ihn in die Arme, als er ihn das fragte. Draco genoss es viel mehr, als er jemals bereit wäre zuzugeben. Nach gestern Nacht hatte es eine ganz neue Bedeutungen so von Harry gehalten zu werden.
Draco fühlte sich im Moment geborgen und das tat ihm wirklich gut.
„Ich gehe erst Abends zu meiner Mutter. Dann geht es.“
Draco gähnte das als Antwort, während er sich bei ihm vergrub.
„Ok.“
Harry küsste ihm auf die Stirn. Draco seufzte zufrieden und schloss dann die Augen.
Er konnte fühlen, dass Harry ihn intensiv musterte und er wusste ganz genau, dass er an einer Lösung für das hier arbeitete, aber es gab keine.
Draco hatte sich damit abgefunden.
Schon vor Wochen, wenn er ehrlich war. Es gab nur solche Schübe wie heute und Phasen, die ihm mehr zusetzten. Gerade jetzt spürte er allerdings wie sein Körper endlich schwer in Harrys Armen wurde und wie er anfing sich so behaglich und glücklich zu fühlen wie er es sollte.
„Weißt du… vermutlich muss ich dankbar sein, dass die Dinge so sind wie sie sind.“
Als Harry das sagte, lüpfte Draco noch einmal halb interessiert ein Augenlid. Er kannte ihn mittlerweile gut genug, um die absurde Erklärung zu erahnen, die dieser Aussage ohne Zweifel gleich folgte.
„Ach ja?“
Draco tat ihm den Gefallen und ging darauf ein, bevor er wieder die Augen schloss. Er war so warm und es tat so gut, dass er beide Arme um seine Schultern geschlungen hatte. Draco versank zwischen ihm und den Kissen.  
„Schon. Ich bin Auror und so viele Blumen gibt es nicht auf der Welt, um sie dir in Sträußen mitzubringen, weil ich wieder tagelang auf Mission verschwunden bin. Ich war der lausigste Ehemann des Jahres und ich mach mir keine Hoffnungen, dass ich ein viel besserer Freund werde.“
Harry küsste ihm auf die Stirn und strafte seine eigenen Worte an diesem Morgen praktisch im Minutentakt lügen.
„Es ist bestimmt nicht schlecht, wenn ich das hier die nächsten neun Monate nicht komplett versaue.“
Draco war wirklich amüsiert, als er das hörte. Davon abgesehen verstand er recht gut was Harry gerade versuchte ihm zu sagen.
Er hatte nicht Unrecht, mit dem was er meinte.
Sie würden  hoffentlich sehr viel länger zusammen sein, als diese neun Monate und es würde immer auf und ab gehen. Irgendwann war Harry mit Sicherheit einmal derjenige, der auf Draco angewiesen sein würde und dieser Gedanke beruhigte ihn endgültig. Er veränderte absolut nichts an seiner derzeitigen Situation, aber er machte sie um so vieles besser.
„Danke.“
Draco machte sich erst gar nicht die Mühe noch irgendetwas geistreiches auf Harrys halben Scherz zu erwidern, sondern beugte sich nach oben und küsste ihn.
„Gerne.“
Harry drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Jetzt wurden Draco die Glieder wirklich endgültig schwer.
„Wir finden hierfür eine Lösung. Ich versprech´s.“
Er bekam es kaum noch mit, als Harry ihm das entgegen murmelte. Draco vergrub sich nur tiefer unter der Decke.
„Ich hab nichts gegen Blumen… aber Versprechungen, die du nicht halten kannst, behältst du besser bei dir.“
Harry lachte ein bisschen, als Draco das noch hervor nuschelte. Es vibrierte angenehm unter ihm, aber die Antwort bekam er nicht mehr mit. Nicht einmal der Kaffee konnte ihn noch wach halten. Er schlief einfach in Harrys Armen ein.
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