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A Dragon's Dream

von Aristea
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
16.07.2021
19.07.2022
19
70.082
9
Alle Kapitel
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12.08.2021 3.489
 
Kapitel 4 - A Dragon's Rival



Es ging leichter. Zu fliegen, wenn man wusste wie man die Flügel zu benutzen hatte. Zuerst war es schwierig sie waagerecht zu halten. Sein eigenes Gewicht zog ihn runter, sodass die Flügel sich nach oben aufstellten. Doch sobald er sie ausgebreitet hielt, durch massige Schultermuskulatur... Schon segelte er dahin. Es war so einfach. Wenn man mal davon absah, dass er früher schreckliche Höhenangst gehabt hatte. Diese Furcht verflog mit dem Wind. Es gab keinen Grund Angst zu haben, wenn die Schwingen auf seinem Rücken ihn sicher durch den Himmel trugen.

Eine Brise fuhr ihm durch die Mähne, an seinen Wangen vorbei, strich über die Klauen an seinen Händen. Dream fühlte sich als wäre es immer so gewesen. Es war nicht immer so. Er erinnerte sich an andere Zeiten. Sein Körper war kleiner gewesen. Er konnte Werkzeuge halten, Schwerter schwingen oder einen Bogen spannen.
Seine Augen zucken herab. Die Landschaft glitt unter ihm dahin. Er blickte auf seine Krallen. Grollend ballte er sie zusammen, fest genug um sich selbst zu wehzutun. Das war nicht sein Körper. Was hatte ihn dazu gebracht sich George auf diese Weise zu nähern? Er hatte nicht mehr gewollt als ihm eine Hand auf die Schulter zu legen. Zu sagen, dass alles gut wird, dass er noch immer da ist. Dream hatte seine Trauer spüren können. Anders als früher. Es war eine Veränderung im Geruch, der Haltung, selbst des Herzschlages. Alles was ihm zuvor nie in dieser Form begegnet war. Wahrgenommen durch Sinne welche die eines Menschen überstiegen.

Aber natürlich war es anders gekommen. Anstatt George Trost zu spenden hatte er ihn nur von sich weggetrieben. Und er konnte es ihm nicht mal übelnehmen. Wäre es andersherum gewesen, hätte er genauso reagiert. Schnaubend stieß er Luft aus dem Maul, begleitet von kleinen grünen Flammen. Das Feuer tat nicht weh, als es ihm über das Gesicht strich. Es sengte nicht einmal seine Mähne an.

Er versuchte sich zu konzentrieren... Es gab nur eine Möglichkeit George und die anderen dauerhaft zurückzubekommen. Er musste wieder ein Mensch werden.
Dafür musste er wissen, was ihn verwandelt hatte. Im End, der Kampf gegen den Drachen. Der Enderdrache. Als er ihn tötete, was es anders gewesen. Die Kreatur hatte ihn angesehen, wütend... bedauernd. Dream erinnerte sich an die violetten Augen. Drachen benutzten Magie. Auf viele verschiedene Weisen. Ihren letzten sterbenden Atem verwendeten sie für gewöhnlich um ein Ei zu erschaffen. Einen Nachkommen, der ihr Werk weiterführen könnte. Wenngleich Dream noch nie gehört hatte, dass ein Drachenei tatsächlich geschlüpft war. Dennoch vermutete er eine tiefere Bedeutung dahinter.

Dieser letzte Enderdrache hatte es nicht getan. Kein Ei, nicht mal ein Achievement. Konnte es sein, dass dieser letzte Enderdrache an seinem Zustand schuld war? Wie weit reichte die Magie dieser Kreaturen? Woher kamen die Enderdrachen überhaupt? Es gab mehrere von ihnen. Den auf der Hauptinsel, aber auf den Schiffen der Endfestungen hingen Drachenköpfe als Gallionsfigur. Vor langer Zeit musste es viele von ihnen gegeben haben. Vielleicht gab es noch immer viele von ihnen und niemand wusste wo sie sich aufhielten. Das End war von allen drei Dimensionen der Ort über den am wenigsten bekannt war. Gut möglich, dass es Gebiete gab, die bis heute unerkannt waren. Weitere fliegende Inseln in der Leere, einen Ort von dem die Drachen ursprünglich herkamen.
Ein Ort, der ihm Antworten liefern könnte.


Ein Geräusch riss ihn aus den Gedanken, Klirren von Glas, Rumpeln. Sein Blick richtete sich nach unten. Er war über L'Manberg, ein Land was er verachtete. Nicht nur stellte es seine Herrschaft über den Server infrage, es hatte ihre Gemeinschaft zerteilt und und den Krieg getrieben. Die Zerstörung der Explosion die Wilbur ausgelöst hatte, war noch deutlich zu sehen. Weder Tubbo noch jemand anderes hatte eine Beseitigung des Kraters angeordert. Stattdessen führten Brücken und Pfeiler über die Zerstörung, sie war in die Bauwerke integriert worden als ewige Erinnerung an das was geschehen war.
Das Geräusch was ihn aufmerksam gemacht hatte kam aus einem der Häuser. Ein schlichtes aber gut gebautes Gebäude inmitten der Stadt. Von außen konnte er nichts sehen, doch seit er ein Drache war, arbeiten seine Sinne hundertfach schneller. Gerüche strömten durch die Luft, seine Augen sahen schärfer als ein Mensch es je könnte. Wörter drangen nach draußen zu ihm herauf.

"Du bist ein Bewohner von L'Manberg, wir sorgen uns um die Sicherheit unseres Landes und das solltest du ebenfalls tun. Also sag uns wo Technoblade ist."
"Das werde ich euch nicht sagen. Er hat sich geändert, ich würde weder euch noch ihm einen Gefallen tun."
"Phil, sag es uns einfach, das ist für unser Land. Es ist keine Frage sondern eine Aufforderung."
"Wieso glaubt ihr, ich wäre diesem Land treu? Ich..."

Dream hielt sich über dem Gebäude und kreiste am Himmel. Interessant. Quackity und Philza und er roch andere. Durch eines der Fenster erspähte er orangefarbenes Fell, Fundy wie er vermutete. Er hörte die unscheinbar leisen Geräusche eines Endermans, Ranboo war auch dort.
Die Geräusche setzten sich fort. Gerumpel, das Öffnen von Kisten. Glasscheiben wurden zerbrochen, Philza seufzte.
"Hey Big Q"
Tubbos Stimme.
"Sieh was ich gefunden habe."

Kurze Zeit später sah er die Leute das Haus verlassen. Ohne Philza, Tubbo blockte ihn in seinem eigenen Haus ein, versperrte die Tür und verließ mit den anderen die Stadt. Dream betrachtete das ganze neutral. Er war weit genug oben um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Die Menschen würden ihn bestenfalls für einen großen Adler halten.
Sie wollten Technoblade. Der Gedanke brachte ihn dazu die Zähne zu blecken, nicht aus Wut, sondern aus Belustigung. Er hätte gelacht, so wie er bei der Explosion von Manberg gelacht hatte.

Ein Schwarm Krähen stob aus einem der zerstörten Fenster von Philzas Haus. Dream schwang sich herum und nahm Kurs auf Punz' steinernen Turm, der perfekte Ort für ihn um das Geschehen zu beobachten.
Ihm kam nicht mal der Gedanke die Gruppe aufzuhalten und Technoblade davor zu bewahren. Wenn es jemanden gab, der auf sich selbst aufpassen konnte, dann der im Exil lebende Krieger. Sie wollten die Klinge? Er grollte zufrieden. Vier gegen einen. Keiner von ihnen würde lebend zurückkehren.


---


Er hatte es anders erwartet. Sie haben ihn erwischt, wie auch immer. Seine scharfen Augen verfolgten die Truppe, die Technoblade vor sich her trieben. Er hatte den Mann lange nicht gesehen. Sein pinkes Haar, was ihm früher einen Schauer über den Rücken beschert hatte. Die Maske eines Ebers, Stoßzähne die von unten herausragten. Keine Waffen, keine Rüstung. Ein eigenartiger Anblick. Der Schlächter, der jeden in die Knie zwingen konnte, ihn eingeschlossen, war zu einem erbärmlichen Gefangenen degradiert worden.

Quackity hatte ein Pferd im Schlepptau. Sie waren ohne eins losgegangen, es gehörte nicht ihnen. Vermutlich eines von Technoblades Tieren. Vielleicht hatten sie ihn damit erpresst. Irgendeine Schwachstelle besaß jeder.

"Ich hätte nicht gedacht dich hier zu sehen."
Dreams Blick zuckte vom Hauptpfad zur Seite auf das Dach des Turmes, wo er es sich in den letzten drei Stunden gemütlich gemacht hatte. Mittlerweile war die Sonne weit Richtung Horizont gesunken. Es wurde dunkler.
Ein Mann stand neben ihm. Braune Haare, weißer Pullover, zerrissene schwarze Jeans. Punz, der sich die Kapuze seines Pullis bis ins Gesicht gezogen hatte. Es war sein Turm und seine Basis hier. Kein Wunder, dass er aufgetaucht war.

°Wo sollte ich sonst sein?°
Die Worte konnte er nicht aussprechen, aber er dachte sie. Und Punz schien zumindest an seinem Blick halbwegs zu erkennen, was er meinte. Seufzend lehnte sich der Mann an sein Vorderbein. Die Berührung war ihm unangenehm, aber er ließ sie zu.
"Die Welt ist aus dem Ruder gelaufen.", bemerkte der andere.
"Ich hab davon gehört, was dir passiert ist. Es zu sehen ist gewissermaßen überraschend."
Dream zuckte mit den Flügeln. Wer würde sowas glauben, bevor man es sieht? Selbst in einer Welt wie dieser. Er richtete seinen Blick wieder auf Technoblade und dessen unfreiwillige Begleiter. Sie gingen über die Straßen zurück nach L'Manberg. In Richtung des Exekutionsplatzes. Eine mittelalterliche Konstruktion, mit Podium und einem Platz für Schaulustige. Ein Amboss hing hoch aufgehängt über einem Metallkäfig. Eine schreckliche Methode jemanden umzubringen.

"Ich hätte nicht gedacht, dass sie ihn schnappen würden. Irgendein Trick, soviel steht fest.", bemerkte Punz, der seinem Blick folgte, doch dabei die Augen zusammenkniff. Offenbar sah er nur einen Bruchteil von dem, was Dream erkennen konnte.
"George sucht nach dir."
Die Aussage brachte ihn dazu scharf einzuatmen. Ein Zischen drang aus seinem Maul hervor. Natürlich suchte George nach ihm. So war es immer.
Doch er wollte ihn nicht haben. Nicht jetzt, bevor er wusste was vorhing. George war seine Verantwortung und er wollte sein Leben nicht gefährden indem er sich bei ihm aufhielt. BadBoyHalos Arm war das beste Beispiel für die mangelnde Kontrolle die er über seinen neuen Körper besaß.

"Technoblade hat unser Land beraubt, von allem wofür es steht."
Tubbos Stimme hallte aus der Ferne herüber und Dream schnaubte verächtlich. Dieses Land verriet sich selbst. Sie predigten Moral, scheuten aber nicht davor einen Mann zu jagen und öffentlich hinzurichten. Sie sprachen vom Frieden, aber waren der Grund für fast jeden Krieg den es bisher gegeben hatte. Letzten Endes interessierte sie keine Meinung, keine Vorherrschaft außer ihrer eigenen.

Er hatte lange genug dabei zugesehen. Dream würde nicht tatenlos dasitzen, während Technoblade den Amboss auf den Schädel bekam. Sie waren Rivalen, das stimmte. Doch zwischen ihnen gab es Respekt. Anerkennung, die er in Ehren hielt. Er würde Tubbo auffressen, Quackity, Fundy, selbst Ranboo, wenn sich der Enderman-Hybrid in seinen Weg stellte.
Knurrend erhob er sich von seiner gemütlich sitzenden Position auf die Beine. Flügel entfalteten sich.
"Willst du das wirklich?", fragte Punz und sah an ihm hoch.
"Wenn du da runtergehst, bringst du jeden der Anwesenden um. Ich habe gesehen, was mit dem Community Haus passiert ist."
Eine Wahrheit, die er nicht gerne hörte. Das Community Haus zu zerstören hatte nicht in seiner Absicht gelegen, genauso wie die Sache mit Bads Arm. Da herunter zu fliegen und zu riskieren Technoblade zu töten anstatt ihn zu retten, war keine gute Idee. In einer Auseinandersetzung riskierte er jeden umzubringen, der ihm zu nahe kam.
Eine Hand legte sich auf sein Vorderbein.
"Ich habe für dich gekämpft, in jedem der bisherigen Kriege. Lass uns nichts vormachen es war, weil du mich bezahlt hast. Wie sieht es dieses Mal aus?"
Punz machte eine kurze Pause, Dream sah ihn durch sein Inventar huschen und entdeckte einen Dreizack, Wurftränke und TNT.
"Ich habe alles da, was ich brauche. Steht das Angebot noch?"

Und wie das Angebot stand. Er nickte und streckte ein Vorderbein aus.
"Wie immer ist es mir ein Vergnügen."
Mit dem Dreizack in einer Hand, nutzte Punz den freien Arm um sich an ihm hochzuziehen. Kein Gefühl was er mochte, aber das zusätzliche Gewicht spürte er kaum. Punz setzte sich nicht auf seinem Rücken, er hielt sich mit einer Hand an seiner Mähne fest und hing seitlich an ihm herab, die Füße halb auf seinem Vorderbein abgestützt. Eine Position die es ihm erlaubte sofort abzuspringen.
Mit einem Blick vergewisserte Dream sich, dass der andere sich gut festhielt, dann sprang er von dem Turm, seine Klauen hinterließen Kerben in dem Gestein. Lautlos fing er sich ab, die Flügel weit ausgebreitet und glitt herab nach L'Manberg. Der Weg war nicht weit und für einen Drachen noch schneller zu bewältigen. Er segelte heran wie ein Adler zu seiner Beute. Die Häuser tauchten unter ihnen auf, der Exekutionsplatz kam in Reichweite. Dream ging tiefer und schnaubte Punz an.
°Schnapp sie dir.°



---


Technoblade hatte seinen Frieden damit gemacht hier zu enden. Aus dem Käfig konnte er nicht unbemerkt entkommen, sie würden ihn aufhalten, bevor er sich befreien konnte. Sterben war eine andere Sache. Der Amboss schwebte über ihm, nur ein Seil davon entfernt ihn zu erschlagen. Doch so leicht würde er nicht abtreten. Er hatte noch ein paar Möglichkeiten die er durchspielen konnte. Mit einer Hand tastete er nach dem goldenen Totem, was er unter seinem Mantel verborgen hielt. Sobald er frei war, würde er sich für diesen Unsinn hier rächen.
Er blickte auf. Die Eisenstäbe des Käfigs in den sie ihn gesteckt hatten, schränkten seine Sicht etwas ein. Tubbo hielt eine Rede darüber, die das hier rechtfertigen sollte.

Da war eine Zeit gewesen, bevor er auf den Server gekommen war. Eine Zeit des Friedens. Wo es Zusammenhalt gab, Freundschaft, Respekt.
Er hatte sich erst später dazu entschlossen in diese Welt zu kommen. Als das Land bereits in Chaos verfiel. Die Leute hier sahen ihn als eine Waffe, eine Klinge im Krieg. Und er würde lügen, wenn er sagen würde, dass es ihm nicht gefiel. Er mochte das Kämpfen, die Herausforderung, das Gefühl zu siegen. Er war hierher gekommen, wegen den Konflikten.

Dennoch... zu sehen, wie die Menschen ihre Fehler wiederholten... Es zeigte ihm, wie wenig Hoffnung für diesen Server bestand. Jeder misstraute dem anderen, alle versuchten sich Vorteile gegenüber den anderen zu schaffen. Wo war die Freundschaft, die sie früher verbunden hatte? Wo war die Liebe?

Ihm war klar, dass eine neue Regierung nur Ärger mit sich bringen würden. Er hatte gehofft, sie würden aus ihren Fehlern lernen, und sie nicht wiederholen. Und wo waren sie gelandet? Genau hier. Tubbo, Quackity... sie waren nicht besser als Jschlatt. Ein Tyrann nach dem nächsten, für dieses Land gab es keine Zukunft. Sie würden an ihrem eigenen Blut ersticken.

Gedanklich ging er seine Möglichkeiten durch. Der Käfig war für ihn nicht zu überwinden. Zumindest im Moment nicht. Sein Blick ging nach oben zu dem Amboss. Es würde wehtun, aber ihm eine Fluchtmöglichkeit bieten. Wenn er die allgemeine Verwirrung klug ausnutzte, würde er in der Lage sein schnell genug Carl zu erreichen und auf dem Rücken seines treuen Pferdes zu entkommen.


Was er nicht erwartet hatte, war der Schatten des grünen Drachens der vom Horizont herbeigeflogen kam und Punz über dem Podium abwarf. Technoblade blinzelte verwirrt, Tubbo hielt in seiner Rede inne und sah auf.
Punz kam durch einen Wasserfall geflogen, einen Dreizack in den Händen und begann Tränke in Gläsern zu werfen, die klirrend auf dem Holzboden zerbrachen und ihre Effekte freigaben. Der Junge lieferte sich einen kurzen Schlagabtausch mit Ranboo, der überrumpelt sein Schild hob und blockte, bevor Punz TNT zückte und es wahllos über die Bühne verteilte. Er schien kein Feuerzeug zu haben um es zu entzünden, doch Panik löste es trotzdem aus. Fundy bemühte sich den Sprengstoff rasch wieder einzusammeln, bevor jemand auf die Idee kam ihn hochzujagen.
"Heh?"
Auch eine Möglichkeit Chaos zu stiften, nur helfen tat es ihm nicht, solange er in dem Käfig saß. Die Gitterstäbe wiesen nicht eine Schwachstelle auf, er hatte keine Werkzeuge behalten um das Metall aufbrechen zu können. Die Kampfgeräusche lenkten ihn ab, Schwerter klirrten, Tubbo schrie etwas. Während sie beschäftigt waren, könnte er an dem Gitter hochklettern und so entkommen. Solange keiner auf ihn achtete, konnte er sich davonstehlen. Ein Jammer, dass er keine Waffen hatte, er würde allen Anwesenden gerne eine Lektion erteilen.
Seine Finger packten die eisernen Stäbe.

Ein Schatten senkte sich auf ihn herab, er blickte hoch, im nächsten Moment explodierte sein Kopf in Schmerzen. Haut riss auf, sein Gesicht, seine Knochen brachen auseinander. Blut spritzte in alle Richtungen, als ein Gewicht schwerer als er selbst auf ihn einschlug. Jemand hatte das Seil gekappt und den Amboss fallen gelassen.

Technoblade hat das Ziel [Post mortem] erreicht

Das Totem der Unsterblichkeit, um das er seine linke Hand geballt hielt, löste sich auf. Die Schmerzen verschwanden in einem Kribbeln, sein bis zur Unerkenntlichkeit entstelltes Gesicht rückte sich wieder zusammen. Er nahm nicht eine Sekunde sich von dem Schock zu erholen, sprang auf den Amboss der ihm nun die Möglichkeit verschaffte ohne großen Zeitverlust aus dem Käfig zu steigen. In dem Durcheinander was Punz anrichtete suchte er nach Carl, seinem Pferd, mit dessen Leben Quackity ihn erpresst hatte. Es war nicht mehr in der Grube, wo der andere es zurückgelassen hatte.

Die Grube war ausgehoben worden, ein Pfad, der das Pferd nach oben geführt hatte. Der grüne Drache stand daneben, Technoblade hätte ihn kaum bemerkt, die Farbe verschmolz nahezu perfekt mit dem Rasen unter seinen Klauen. Es war ein großes Geschöpf, größer als jeder Enderdrache der ihm bisher begegnet war. Im dämmrigen Abendlicht glänzten die Schuppen smaragdgrün, doch Technoblade wusste, dass sie limefarben waren.
"Der Mann in der Maske, hm?", fragte er. Die äußere Ähnlichkeit zwischen Dream und diesem Drachen war unverwechselbar und auch der Chat der letzten Tage hatte darauf hingewiesen. Er behielt seinen Kommunikator immer im Auge, auch wenn er nicht viel sagte.
"Carl!"
Er eilte zu seinem Pferd und streichelte den Kopf des Tieres. Es wieherte glücklich. Er konnte keine Verletzungen sehen.
Eine Klaue berührte seinen Rücken, er sah zu dem Drachen, der grollend zu einem Eingang in dem Hügel neben ihnen nickte. Ein dunkles Loch, ein Fluchtweg aus der Stadt.
Mit Carls Zügeln in der Hand betrat er die Höhle, fand sich in einem gemauerten Raum voller Truhen wieder. Eine war mit seinem Namen beschriftet. Darin befand sich eine Spitzhacke aus schwerem schwarzen Metall, ein Set Eisenrüstung und ein goldener Apfel. Die gute Variante, die mit Verzauberungen verstärkt war. Während er sich die Rüstung überwarf, sah er zu dem Loch durch das er gekommen war und wie Dream sich davor aufbaute, bereit jeden zu erledigen, der versuchte ihm zu folgen. Er war diesem Mann etwas schuldig...

Ein weiterer dunkler Tunnel führte aus dem unterirdischen Raum ein Stück geradeaus und verzweigte sich weiter hinten. Ein perfekter Fluchtweg, aber gedacht für einen Menschen. Carl... war zu groß.
"Gut gemeint grüner Kerl, aber der Weg ist zu schmal für ein Pferd."
Allerdings erwies sich die Netherite Spitzhacke als äußerst nützlich beim Vergrößern des Tunnels. Es dauerte nur ein wenig. Von draußen hörte er den Drachen brüllen, Schreie drangen bis in die Dunkelheit vor. Carl gefiel es nicht unter dem Boden zu sein. Das Pferd wieherte und lief nervös in dem schmalen Gang hin und her.
Schrittgeräusche brachten ihn dazu sich umzudrehen. Quackity stand dort, nahezu unberührt abgesehen von einer Klauenspur die quer seine Netherite Brustplatte ging.

"Du!", stieß der Schwarzhaarige aus. Sein Gesicht war bleich, die Haare schauten wirr unter dem Helm hervor und seine Augen standen weit offen, als wäre er dem Tod persönlich begegnet. An Dream vorbeizukommen, war vielleicht damit gleichzusetzen.
"Wie zur Hölle hast du diesen Amboss überlebt?"
Die Leichtgläubigkeit brachte Technoblade zum Lachen. Er hob seine Spitzhacke. Ein Zeichen, dass er sich verteidigen würde, sollte der andere ihm Grund dazu geben.
"Hast du wirklich gedacht, dass ihr mich so einfach umbringen könnt?"

Quackity nahm es nicht hin und sagte:
"Du hast keine Ahnung, was für einen Schaden du angerichtet hast, Techno. Damals, als du uns betrogen hast, unser Land ins Verderben geschickt hast."

"Ich habe euch betrogen?"
Beinahe hätte er erneut gelacht. Ein schlechter Witz.
"Ihr habt mich ausgenutzt, als ihr mich brauchtet, benutzt wie ein Schwert und mich dann beiseite geworfen. Wie oft muss ich euch noch klarmachen, dass es eure Regierung ist, die all die Probleme verursacht? Lasst die Leute selbst entscheiden, anstatt über sie herrschen zu wollen. Es war vorbei und ihr konntet mich nicht einfach in Ruhe lassen. Jemanden der sich abgesetzt hat, von all dem Krieg lösen wollte, zu verfolgen ihn zu erpressen und ohne Prozess hinrichten zu lassen. Glaubt ihr immer noch, dass ihr die Guten seid?"

"Du verstehst es nicht.", bemerkte Quackity, aber Technoblade schüttelte nur den Kopf, die Finger fest um seine Spitzhacke gekrümmt. Aus den Augenwinkeln vergewisserte er sich kurz, dass Carl Sicherheitsabstand hielt.
"Nein, du verstehst es nicht.", gab er zurück. Nichts anderes konnte er erwarten von jemandem wie Quackity. Oder allgemein den meisten Personen auf dieser Welt.


"Ich werde mir davon nichts mehr anhören.", fand sein Gegenüber und zückte die Axt die er hielt. Eindeutig die bessere Waffe einer Spitzhacke gegenüber.
"Das was ich hier tue, ist Gerechtigkeit."


"Ist das so?", fragte Technoblade.
"Lass mich dir eine Frage stellen. Glaubst du wirklich, dass du mich besiegen kannst? Selbst so, unbewaffnet, mit Eisenrüstung? Denkst du das wirklich?"
Der Schwarzhaarige stürmte vorwärts, seine Waffe erhoben.
"Das tue ich!"

Technoblade blockte den Schlag der Axt mit der Spitzhacke. Sein Arm erschütterte unter dem Stoß, doch kräftemäßig war er dem anderen überlegen. Er stieß Quackity zurück, drehte sich, gelangte hinter ihn und holte zum Schlag aus.
"Ich habe eine Spitzhacke und die ramm ich dir in deine Zähne!"
Die Netherite Spitzhacke traf ihr Ziel.

Quackity wurde von Technoblade erschlagen

 




AutorNote:
Ich mag es nicht Szenen eins zu eins wiederzugeben, das hier ist eine eigene Geschichte. Aber das Kapitel ist für den weiteren Handlungsverlauf wichtig.
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