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A Dragon's Dream

von Aristea
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
16.07.2021
12.04.2022
18
65.859
7
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26.07.2021 2.986
 
Kapitel 2 - A Dragon's Awakening


Er ballte die Klauen auf der Stelle, wo der Enderman sich aufgelöst hatte. Die Bedrohung war weg, er war nicht verletzt. Geräusche verwirrten ihn. Das merkwürdige Glucksen was die Enderman von sich gaben. Sein eigener Herzschlag, das Rascheln der Membran seiner Flügel, das Schleifen seines Schweifes über den Boden. Sein eigener Atem. Es war so viel, er konnte es nicht auseinander halten. Und die Gerüche, dutzende, nein hunderte verschiedene Gerüche und das in einer Welt wie dem End. Was würde in der Oberwelt alles dazukommen. Welche Geräusche würden dazu kommen?
Eine Stimme. Jemand sprach und er starrte die Person schnaubend an. Ein junger Mann mit dunkelbraunen Haaren, Brille und blauem Shirt. Er stand vor dem Endbrunnen. In einer Hand hielt er einen Gegenstand, eine weiße Maske. Unbewaffnet, ohne Rüstung. Keine Bedrohung, keine Gefahr für ihn.

Die Worte die er sagte. Er konnte sie unter all den anderen Geräuschen nicht verstehen. Was meinte er? Er sah ihn an, als wüsste er Antworten. Er wusste keine Antworten. Er war durcheinander, so viele Eindrücke erschlugen ihn. Er hatte solchen Hunger. Er brauchte etwas zu Essen, sofort.

Dream kehrte dem Mann den Rücken zu und sah sich nach Beute um. Keine Tiere weit und breit, nur Enderman, die man nicht essen konnte. Oder... nicht essen sollte.
Seine Beine funktionierten nicht richtig. Er lief einen Schritt und fiel auf die Brust. Zischend rappelte er sich hoch. Wieso hatte er so viele Beine? Vier Beine... laufen... einen Schritt vor den anderen. Vorne, dann hinten. Es ging. Ungewohnt, aber es ging. Was ihn viel mehr verwirrte waren die Gewichte, die an seinem Rücken hangen. Flügel. Ja Flügel, natürlich hatte er Flügel. Und hinter ihm wedelte ein Schwanz hin und her. Er drehte den Kopf zurück und starrte auf sein grüngeschupptes Hinterteil. Er hatte einen Schwanz. Es war gar nicht so verstörend. Eigentlich recht praktisch für das Gleichgewicht.

Sein Magen knurrte. Hunger, soviel Hunger. Kein Futter im End. Die Oberwelt, wo es Kühe gab, Hühner, Schweine, Technoblade. Essen.
Der dunkelhaarige junge Mann der noch neben dem Brunnen stand, brüllte ihm etwas zu. Er ignorierte ihn, stolperte vorwärts zu dem Brunnen, woraufhin der Mann zurück wich.
"Nein nicht da durch! Sag mir was du mit Dream gemacht hast!"
Worte. Dream, er war Dream, sein Name war Dream. Verärgert schnaubte er den Mann an, sodass dieser zusammenzuckte. Er hatte gar nichts getan! Alles war in Ordnung und er hatte Hunger. Bevor er sich den Menschen als Snack einverleibte, riss er seinen Blick von ihm los. Der Kerl sah ohnehin nicht nach einer ausgiebigen Mahlzeit aus. Viel zu klein und zu wenig dran. Die Mühe des Fressens nicht wert.
Er humpelte zu dem Portal im Brunnen. Beim Versuch über den Rand zu steigen, stieß er sich eine Vorderpfote, rutschte aus und berührte die schwarzschimmernde Fläche.


Im nächsten Moment erschlugen ihn Eindrücke. Er war eingeschlossen von allen Seiten. Da war Wasser, Holzwände, der Boden gepflastert mit Werkbänken. Er stieß an die Decke, an die Wände, konnte sich kaum umdrehen. Er war in einer Box, einer Kiste.
Die Panik schoss wie Hitze durch seine Adern, brüllend riss er das Maul auf, in seinem Magen kochte es und ein Stoß aus grünem Feuer schoss ihm zwischen den Zähnen hervor. Das Dach des Gebäudes in dem er gefangen war platzte auseinander. Seine Flügel brachen geräuschvoll durch die Wände, zerlegten Holz und Ziegel in Partikel. Glas klirrte als es zerbrach, Wasser strömte auf ihn ein, er konnte nicht atmen, drehte sich, schnappte, bekam Holz zwischen die Fänge und zerbiss es in Stücke. Seine Klauen rissen die Werkbänke aus den Boden.


---


George starrte ein paar Sekunden auf das Portal durch das der Drache verschwunden war. Er schob seine Brille zurück in die Haare und rieb sich die Stirn. Der Tag verlief nicht so wie geplant.
Sein Kommunikator blinkte und im nächsten Moment trafen Nachrichten ein.


Nihachu: Was zur Hölle?
Nihachu: Das Community Haus explodiert von innen!
Tommyinnit: Was passiert?
BadBoyHalo: Was ist los?
Nihachu: Irgendwas zerlegt das Community Haus
Awesamdude: Ich sehe es auch
Punz: Ich auch
Callahan: Es ist das älteste Gebäude auf dem Server! Macht was!
Ranboo: Entgeht mir grade was?
Punz: Was soll ich tun?
Technoblade: Heh?!
Skeppy: Ich habe Diamanten gefunden :)


Er verfolgte den Chat nicht weiterhin und sprang durch das Portal. Ein kurzes Schwindelgefühl übermannte ihn, dann fand er sich im Bett seines Hauses wieder. Hastig sprang er auf die Beine, rannte nach draußen und machte sich auf den Weg zu besagtem Haus im SMP. Zum ersten Mal bedauerte er seine kleine Bleibe etwas entfernt von den größeren Ländereien gebaut zu haben. Er hatte die Schlacht von L'Manberg verpasst, aber diese hier würde er nicht verpassen.

Er hörte den Krach bevor er die Ursache sah. Der Hauptpfad der über den See zum Community Haus führte war noch intakt, doch das Gebäude selbst war eine einzige Ruine aus gebrochenen Ziegeln und fließendem Wasser. George kam grade noch rechtzeitig, um zu sehen wie sich gelbe (grüne) Flügel entfalteten und der Drache sich in die Lüfte schwang. Zumindest versuchte er es. Der Flügelschlag beförderte ihn aus den Trümmern, doch er benutzte seine Schwingen nicht richtig und torkelte durch die Luft. Unbeholfen flog die Kreatur davon und verschwand am Himmel taumelnd aus seinem Sichtfeld.

Das Community Haus lag zerstört vor ihm. George verband viele schöne Erinnerungen mit diesem Ort. Es war der Anfang gewesen. Nur er und Dream, Sapnap, Bad und ein paar andere. Bevor es Städte gab, Fraktionen, Kriege. Reiner Frieden. Freundschaft. Es so zugerichtet zu sehen war hart. Wasserfälle strömten aus dem, was einst ein dekoratives Aquarium war. Die sorgsam gepflegten Blumenkästen hingen in Fetzen, die Ziegelwände waren bis zur Unkenntlichkeit auseinandergebrochen.

Eine Hand legte sich auf seine Schulter und er zuckte zusammen. Als er sich umdrehte erschrak er sich kurz vor dem Gesicht eines Creepers, bis er realisierte, dass es Awesamdude war. Nur ein halber Creeper, ein Hybrid, aber furchteinflößend, wenn er so lautlos und unscheinbar erschien wie es seine Artverwandten taten.
"Ist im End etwas passiert, wovon ich erfahren sollte?", fragte der Neuankömmling. Seine Stimme war tief und er hängte den Worten ein kurzes zischendes Geräusch an.
George hinterfragte nicht, woher Sam davon wusste. Das Achievement was er und Dream bekommen hatten, als sie das End betraten, war für jeden ersichtlich gewesen.
"Das kann ich dir nicht sagen.", antwortete er wahrheitsgemäß. Immerhin versuchte er selbst herauszufinden was los war. Dream war fort und stattdessen lief hier ein Drache Amok.
Sam sah herab und zeigte auf die Maske, die er noch immer festhielt.
"Ist es das wofür ich es halte?"
George verbannte das Stück weiße Keramik in sein Inventar.
"Ich habe sie am Rand von dem Endbrunnen gefunden. Von Dream war nichts zu sehen, aber dafür war das Ding...", er nickte in die Richtung in die der Drache verschwunden war.
"... da. Das ist kein Enderdrache, ich weiß nicht einmal wo der hergekommen ist."
"Vielleicht irgendein Scherz von XD.", fand Sam und ließ seinen Blick über die Trümmer des Community Haus gleiten. Seine roten Augen zuckten und er zischte erneut. Sehr leise dieses Mal. Wie Creeper es taten, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe einer Person aufhielten. Für gewöhnlich, bevor sie sich selbst in die Luft sprengten und ihr Opfer damit in den Tod rissen.
"Das glaube ich nicht.", fand George, den das Gezischel nicht beunruhigte. Sam würde ihm niemals etwas antun, sie waren Freunde.
Nachdenklich betrachtete er das zerstörte Haus. Er traute DreamXD viel zu, aber sowas... Der Gott hatte den Server erschaffen, er würde nicht die Zerstörung des ersten Gebäudes dieser Welt unterstützen.

Sein Kommunikator machte sich bemerkbar:

Callahan: Ein grüner Drache ist im Wald westlich von L'Manberg und massakriert eine Gruppe Kühe. Er hätte mich fast aufgefressen! Ich musste meinen Angelplatz verlassen.
Sapnap: Hau ihm eine rein!
Callahan: Der ist zehnmal so groß wie ich und ich hab keine Waffe dabei!
Tommyinnit: Pussy!


Der Wald westlich von L'Manberg. Es gab einige Wälder dort, aber George kannte Callahans Lieblingsangelplatz. Neben Ponks Base. Er ließ Awesamdude ohne ein weiteres Wort stehen und lief los. Vielleicht sollte er sich ein Pferd zulegen, um weite Strecken schneller bewältigen zu können. Hauptsache er kam vor den anderen an. Er hatte Fragen, die ihm dieser Drache beantworten würde. Die anderen würden ihn nur abstechen, anstatt sich Gedanken über das Wieso zu machen. Diesbezüglich waren die meisten Leute hier sehr einfach gestrickt.

Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen. George stieß einen Fluch aus und zückte sein Schwert. Nachts war Spawnzeit für Monster und er hatte keine Lust sich damit herumzuschlagen. Doch etwas daran ändern konnte er auch nicht.
Er nahm den Hauptweg nach Süden. Es ging schneller als zuerst bis nach L'Manberg zu laufen um sich dann nach Westen durchzuschlagen.

Wieder hörte er die Kreatur bevor er sie sah. Das Brechen von Ästen und das Muhen panischer Kühe, die versuchten Klauen und Fangzähnen zu entkommen. George sah einige Bäume geräuschvoll umfallen und im Unterholz aufschlagen, bevor sich ihm die Sicht auf die Ursache offenbarte. Schuppen wurden zwischen den Ästen sichtbar. Der Drache, der sich ein Rind nach dem anderen einverleibte, zweie gefangen unter seinen Vorderklauen, die anderen rannten in Todesangst hin und her. Die Kreatur renkte ihre Kiefer wie eine Schlange auseinander um die Kühe mit wenigen Happen herunterschlingen zu können. Blutspritzer besprenkelten Maul und Hals des Drachens, der sich davon aber nicht stören ließ und seinen Hunger ununterbrochen weiter stillte.
George erblickte Callahan auf der anderen Seite des Waldstückes, hinter einem Baum versteckt. In seinem Rentieroutfit lief er die Gefahr auf ebenfalls als Futter erkannt zu werden. Callahan schien sich dessen bewusst zu sein, denn er kauerte hinter dem Baum, machte sich so klein wie möglich und gab keinen Laut von sich, selbst als er George aus den Augenwinkeln einen Blick zuwarf. Er schüttelte unmerklich den Kopf. In einer Hand hielt er noch seine Angelroute.

Hinter George zischte es, er wande sich von der Szene die sich ihm bot ab, um zurückzuschauen und starrte einem Creeper in die Augen. Nicht Awesamdude, ein ECHTER Creeper. Bevor er etwas tun konnte, explodierte das Monster und schleuderte ihn rücklings gegen einen Baum. Die Schmerzen schossen ihm wie Feuer durch den Rücken und er richtete sich stöhnend auf. Seine Ohren klingelten von der Explosion.
Zwischen den Bäumen zielte ein Skelett mit einem Bogen auf ihn. Grade noch rechtzeitig holte er sein Schild aus dem Inventar und blockte das Geschoss. Deswegen war es immer eine dumme Idee nachts herauszugehen. Vergessen war der grüne Drache, George war nicht ausgerüstet und würde hier an den Mobs sterben.

"Nein!", schimpfte er, als ein Pfeil ihm im Arm traf, Schmerz der sich durch ihn brannte. Sein Schild fiel auf den Boden, er zückte sein Schwert mit dem gesunden Arm und schwang es nach dem Skelett. Das Monster fiel unter dem Schlag klirrend zusammen. George taumelte rückwärts, griff den Pfeil der aus seinem Fleisch ragte und riss ihn heraus. Beinahe wäre er in die Knie gegangen, Blut lief an seinem Arm herab. Er bekam einen Stoß in den Rücken, drehte sich und fand sich in den acht roten Augen einer Riesenspinne wieder. Ein paar Zombies betrachteten die Situation von weiter weg und kamen grollend näher.
Es wäre kein Kanon Tod, aber zu sterben war nie ein schönes Gefühl und es schmerzte höllisch. Er tat das, was er immer tat, wenn er um sein Leben fürchtete.
"Dreeeeeeeem!!"

Aus den Augenwinkeln sah er, wie der Drache sein Kuhgemetzel unterbrach und der schuppige grüne Kopf in seine Richtung zuckte.


---


Der Ruf überschrieb sämtliche Instinkte die er besaß. Kein Hunger mehr, keine Angst, George brauchte ihn. Es war George! Der Mann aus dem End, sein bester Freund, sein Partner in jeder Herausforderung, der keine zehn Schritte von ihm von Viechern attackiert wurde.

Adrenalin kochte in seinen Adern, er ließ die verbliebenen Kühe augenblicklich ziehen, leckte sich Blut vom Maul, bevor er herum wirbelte und sich vom Boden abstieß. Mit einem Sprung war er über George, sperrte die Kiefer auseinander und packte die Spinne die ihn bedrohte mit den Zähnen. Knirschend zerbiss er das Monster zu Einzelteilen, die ihm aus dem Maul fielen, bevor sie sich auflösten. Der widerliche Geschmack der Kreatur verschwand mit ihr von seiner Zunge. Seine Kampflust hielt sich ein paar Sekunden in denen er sich laut knurrend umsah. Die zwei Zombies in der Nähe machten augenblicklich kehrt und ließen ihn in Ruhe. Kein weiterer Mob wagte sich heran.

Schnaubend stieß er die Luft aus seiner Nase, drehte sich und senkte seinen Kopf zu George herab. Der metallische Geruch von Blut lag schwer in der Luft, George rutschte auf seinem Hintern ein Stück von ihm weg, seine Augen verängstigt auf ihn gerichtet. Die Geste verletzte ihn gewissermaßen, aber es war okay.
Er verstand es, wirklich. Dream war nicht so, wie er sein sollte. Nicht so wie früher. Er hatte Krallen, wo Hände sein sollten, das zahnbesetzte Maul einer Bestie, wo früher einmal seine Maske war. Wie es passiert war, konnte er nicht sagen. Seine Erinnerung ein Mensch zu sein endete in dem Moment als er den Enderdrachen tötete. Danach... war er aufgewacht und so gewesen. Und konnte sich nicht erinnern etwas anderes gewesen zu sein.

Jetzt schon. Er war ein Mensch. Er war kein Drache. In seinem Kopf ergab es keinen Sinn. Es war so widersprüchlich. Er hatte Flügel, Krallen und Schuppen. Irgendwo war er ein Drache. Aber er sollte keiner sein. Grollend schüttelte er den Kopf. Sein Maul öffnete sich, er grollte, fauchte. Keine Wörter. Keine Chance Sätze zu formen. Er konnte nicht sprechen.
"Dream?"
Seine Augen zuckten zu George, der sich den verletzten Arm hielt. Grummelnd öffnete und schloss er seinen Kiefer. Ein Instinkt sagte ihm, er solle die Verletzung ablecken, doch er war sich sicher, dass George dies missfallen würde. Wobei er sich fragte weshalb. Es war die beste Methode eine Wunde zu reinigen.

Ein Teil seines alten Verstandes meldete sich. So wie er jetzt war, konnte er nicht hier bleiben. George hatte sich bereits seinetwegen in Gefahr gebracht. Er hätte Callahan fast gefressen. Wie lange, bis er einen Kanon Tod verursachen würde? Wie lange bis einer seiner Freunde für immer fort sein würde?
Er würde eine Lösung finden, so wie bei jedem anderen Problem auch. Das Beste was er tun konnte, war die anderen nicht mit hineinzuziehen.
Mit einem letzten Blick auf George raffte er sich auf und trat einige Schritte zurück, bevor er sich umwande, um zu gehen.


---


Der grüne Drache ließ von ihm ab, die Augen bedauernd und dunkel trotz der hellen Färbung. Sein verletzter Arm brannte wie Feuer, er richtete sich auf und sah zu, wie die Kreatur ihm den Rücken zukehrte und zwischen den Bäumen davon schlurfte.

Zuerst war es nur eine Befürchtung gewesen, aber was grade passiert war, konnte nur eine Bestätigung sein. Dream kam ihm immer zur Hilfe, wenn er nach ihm rief. Der Drache hatte sofort alles stehen und liegen gelassen, nur um eine Spinne von ihm herunterzureißen. Ohne ihm dabei ein Haar zu krümmen.
"Dream?", wiederholte er, etwas lauter als zuvor, da der Drache sich bereits entfernte. Keine Reaktion, er ging weiter ohne sich umzudrehen.
"Dream!"
Damit würde er nicht davon kommen. George wollte es wissen. Mit Sicherheit und er war sich sicher. Das war die Antwort auf seine Fragen.
Seinen Arm haltend lief er hinterher, konnte aber nicht Schritt halten. Er wollte nicht, dass sie so auseinander gingen. Er hatte Fragen, er konnte helfen.
"Clay!

Der Name hallte durch den dunklen Wald und anders als vorher blieb der Drache stehen. Für einen Moment verharrte er regungslos. Dann ohne ein Geräusch von sich zu geben, wande er seinen schuppigen mit Mähne bestückten Kopf zurück zu George und fixierte ihn aus leuchtenden Augen. Das war der letzte Beweis. George nannte Dream nie bei seinem wahren Namen. Keiner tat es, wenngleich jeder wusste wie er hieß. Er war Dream, nicht Clay.
Aber jetzt war es schlicht die Gewissheit, dass es stimmte. Dass dieser Drache vor ihm sein bester Freund war.
"Ich weiß, dass du es bist.", sagte er langsam und vorsichtig, als würde er mit einem schreckhaften Tier sprechen. Genau genommen tat er das. Langsam ging er ein paar Schritte näher, der Drache, Dream, kniff die Augen halb zusammen. Knurrend entblößte er zwei Reihen scharfer Zähne. George ließ sich davon nicht abschrecken.
"Es ist okay, wir finden einen Weg dich zurückzuverwandeln."
Dream schwieg, bog seinen Kopf an dem langen Hals zurück und starrte geradeaus.
"Wir finden heraus, was passiert ist."
Er näherte sich einem grüngeschuppten Vorderbein.
"Wir können es rückgängig machen."
Seine Finger berührten den Drachen sanft an der Schulter. Die glatten Schuppen waren warm.
"Sieh mich an Dream."
Er tat es. Die Augen so klar wie Glas, runde Pupillen schwarz wie die Nacht und die Iris wie flüssiges Gold. Es war der Blick eines Menschen, die Augen eines Menschen.
George lächelte hoch zu dem Raubtiergesicht. Seine ursprüngliche Vorstellung von Dreams Offenbarung, was sich unter der Maske befand, war etwas anders gewesen. Bei dem Gedanken hüstelte er kurz. Ein wenig schade, dass dies das erste Mal war, wo er sein Gesicht sehen konnte. Hatte Dream als Mensch ebenfalls grüne Augen, gelbgold für ihn? Vielleicht würde er es nie erfahren, doch wenigstens blieb ihm dieser Moment.
"Alles wird gut."
Der Drache gab ein Geräusch von sich. Kein Knurren oder Fauchen, sondern ein hoher langgezogener Ton, der sich in der Dunkelheit verirrte. Dann blinzelte er, senkte seinen Kopf. George reichte aus und ließ seine Finger durch die dichte Mähne gleiten, die seinem verwandelten Freund aus dem Kopf spross.



AutorNote:
Ich denke die Titel werde ich nochmal überarbeiten, mir fällt nur momentan nichts Besseres ein.
Falls das hier überhaupt jemand liest.
Die eine Person die hier ist, ja, du bist gemeint!
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