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A Dragon's Dream

von Aristea
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P16 / MaleSlash
16.07.2021
12.04.2022
18
65.859
8
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24 Reviews
Dieses Kapitel
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24.01.2022 5.659
 
Last defender, no surrender
Raise your shield and cry for help
But no one is coming, no, no one is coming
Walk through fire and straight into hell
Your doomsday is calling, your doomsday is calling


Derivakat - Doomsday



Kapitel 14 - Your Doomsday is calling


Der Ausflug im Nether verlief entspannter als erwartet. George erreichte die Festung unbeschadet, hatte keinerlei Schwierigkeiten ein paar Lohen deren Routen abzunehmen und abgesehen von dem Ghast, der ihn auf dem Rückweg anwimmerte, verlief seine Tour völlig reibungsfrei. Er wusste nicht, wie lange er gebraucht hatte. Zeit war anders im Nether, genauso wie wenn man in den Mienen war. Man sah die Sonne nicht, hörte keine Vögel. Ob Minuten oder Stunden, gar Tage vergangen waren, meist ließ es sich unmöglich abschätzen.

Als er durch das Portal zurück in die kühle Oberwelt trat, war es bereits dunkel. Verwundern tat es ihn nicht, er war erst Nachmittags losgegangen.
Von Dream war nichts zu sehen. George hatte auch nicht erwartet, dass der Drache stundenlang vor dem Portal auf ihn warten würde. Diese Anhänglichkeit war ohnehin neu. Natürlich hatten sie auch früher viel zusammen unternommen, aber Dream hatte ein eigenes Leben geführt und war oft genug tagelang in den Mienen oder im Nether unterwegs ohne sich blicken zu lassen. Allerdings hatte er sich stets über den Kommunikator gemeldet, um ihm zu versichern, dass alles in Ordnung war. George mochte nicht, wenn er so lange fort war.

Der Mond stand am Himmel und warf fahles Licht über das Land. George nahm sich einen Moment um Purpled's UFO zu bewundern, was sich ruhig und gleichmäßig rechts von ihm am Himmel drehte. Ein wunderschönes Bauwerk, in dem viel Arbeit und Technik steckte.

Gemächlich machte er sich auf den Rückweg zu seinem Haus und genoss den angenehm kühlen Gehwind. Im Nether war es unerträglich heiß. Lava und Feuer wohin man sah. Und auch wenn man sich damit arrangieren konnte, so war ihm die Oberwelt von der Temperatur her doch deutlich lieber. Er gähnte einmal und blinzelte müde. Die vorherige Hitze im Nether hatte ihn schläfrig gemacht, doch die angenehm frische Luft hier rüttelte ihn wieder etwas wacher.

Sein Kommunikator blinkte und er blickte darauf

Karl Jacobs: George wo bist du grade?

Etwas verwirrt betrachtete er die Nachricht, tippte aber eine Antwort:

GeorgeNotFound: War im Nether und bin auf dem Weg nach Hause
Karl Jacobs: Geh nicht hin
GeorgeNotFound: Wieso nicht?
Karl Jacobs: Vertrau mir, du willst es nicht sehen
GeorgeNotFound: Ich bin schon fast da


Nachdem er auf den Hauptpfad nach links abbog, Richtung seines Hauses, erkannte er, wieso Karl versuchte ihn daran zu hindern.
Der Hügel qualmte. Das Gras war schwarz verschmort, Rauch quoll aus den Überresten der zwei Fenster. Die Tür war nur noch ein unförmiges Stück Kohle. Kleine Feuer leckten über die noch brennbaren Materialien, glühende Brocken an Netherrack verunstalteten das was einst sein Vorgarten gewesen war. Die Brücke über den Teich war eingestürzt, die Reste davon entweder verbrannt oder lagen als rußige Stückchen am Grund des Wassers.

Der Anblick stach ihm durch die Brust. Sein erster Impuls war es einen Wassereimer zu holen und anfangen zu löschen, aber er bemerkte, dass der Brand schon fast vorüber war und nur noch Reste des Feuers nachglommen. Da war nichts mehr zu retten.

Eine Hand legte sich auf seine Schulter und er fuhr alarmiert herum, doch es war nur Karl, der ihn mitfühlend ansah.
"Hey."

Was für eine Aussage. Er sah von dem anderen Mann zu der schwarzen Ruine seines Hauses und dann wieder zurück. Er erinnerte sich als er es gebaut hatte. Unwissend über den Manberg-Krieg der im Gange war. Die Leben die verloren gingen. Jschlatts Tod, die Wither und die gewaltige Explosion die Wilbur ausgelöst hatte.
Callahan und er hatten keine Ahnung. Entfernt von der Schlacht hatten sie die Ruhe und Frieden genossen beim Aufstapeln und Zuschneiden von Holz. Er hatte Riesenpilze gefällt für Dekoration, die Brücke gebaut, einen Fisch für den Teich gefangen und sich mit Callahan die Zeit vertrieben über Zäune zu springen.


"Wieso?", wollte er wissen.
Dieser Server hatte seine Macken. Und das war in Ordnung so, nichts musste perfekt sein. Aber es gab Gründe, wenn Dinge wie sowas passierten. George konnte sich nicht entsinnen jemandem Unrecht getan zu haben. In früheren Kriegen vielleicht, aber nicht kürzlich. Er war glücklich mit seinem eigenen Leben, tat niemandem etwas zu Leide.

Karl antwortete nicht und schüttelte nur langsam den Kopf. Es gab keinen Grund dafür, wurde ihm klar. Irgendjemand hatte das Bedürfnis gehabt ein elendiger Mistkerl zu sein, eine andere Erklärung hierfür existierte nicht.
Für eine Sekunde fragte er sich, ob es Dream gewesen war. Er war ein Drache. Ein... feuerspeiender Drache? George wusste es nicht, aber als er seinen Blick erneut über die zerstörte Brücke und die verrußten schwarzen Fensterrahmen gleiten ließ, bezweifelte er, dass Dream zu so etwas fähig sein würde, egal wie sehr er sich verändert hatte. Nicht einmal aus Versehen, Dream hätte das nicht getan.

Lustlos näherte er sich einem Stück Netherrack und boxte die Flammen darauf aus. Durch seine Rüstung spürte er es nicht einmal. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Karl an ein anderes kleines Feuer trat und begann ihm zu helfen.
"Siehst du meinen Fisch?", fragte George, während er einen der vor sich hin glimmenden Brückenpfeiler löschte. Das Wasser, früher klar und rein, war trüb und durch Holzasche verschmutzt. Den kleinen Kabeljau, den er aus dem Meer gefangen und hier als sein Haustier einquartiert hatte, war nirgendwo zu sehen. Falls das Tier gestorben war, hoffte George, dass es nicht hatte leiden müssen. Aber er sah den Fisch auch nicht leblos an der Oberfläche treiben.

"Ich sehe ihn nicht...", meinte Karl, der ihm gegenüber den Teich mit seinen Blicken absuchte. George seufzte und beschloss dem Tier bei Gelegenheit einen Grabstein zu errichten.
"Weißt du wer...?", begann er und ließ den Satz offen, die Augen auf die Wasseroberfläche gerichtet. Karl antwortete nicht direkt, aber dann sagte er:
"Tommy... und Ranboo."

Natürlich Tommy, was hatte er auch erwartet? Der Junge hatte nicht einen Funken Anstand im Leib. Respekt schon gar nicht. Und Ranboo? Mit seinem Kurzzeitgedächtnis und gedanklichen Blackouts, war er leicht zu manipulieren. Vielleicht war sich der Enderman-Hybrid nicht mal bewusst, was er getan hatte.


Das konnte warten. Er wande sich wieder dem kaputten Haus zu. Bei näherer Betrachtung bemerkte er, dass der Schaden nicht so schlimm war, wie es schien. Die Hauptstruktur war heile geblieben. Er müsste das verkohlte Holz wegschlagen und es ersetzen. Neue Fenster einbauen, die Hecken neu pflanzen, die Brücke reparieren. Es klang nach viel Arbeit, aber sie wäre nicht sonderlich schwer zu bewältigen.
George zückte seine Axt und zerhackte ein Holzschild auf dem stand:
"Skeppy und BadBoyHalo vermitteln ihre Grüße!"
Das Schild ließ ihn kurz freudlos lachen. Wie dreist war es den Brand auf zwei Leute zu schieben, die nie in ihrem Leben jemandem etwas zuleide tun würden?

Er stieg über die verkohlte Haustür nach drinnen. Ein Rundumblick ließ sein Gemüt weiter sinken. Die Kisten waren hinüber, die meisten Materialien verbrannt. Sein Bett und Rüstungsständer waren nur noch ein paar rußschwarze Flecken. Die dekorativen Laternen hingen in Splittern von der Decke. Der Tisch war in der Mitte durchgebrochen und brannte noch an einer Ecke. Netherrack glomm ruhig vor sich hin.
Wie mechanisch hob er seine Spitzhacke und entfernte das Netherrack. Zu trauern hätte wenig Sinn, wenn soviel Arbeit vor ihm lag. Besser etwas tun als darüber nachzudenken, wie es dazu gekommen war. Von draußen hörte er Wasser plätschern. Als er hinsah, erkannte er Karl, der die Hosenbeine hochgekrempelt hatte, bis zu den Knien im Teich stand und die Bruchstücke der kaputten Brücke herausfischte.
Immerhin war er nicht allein...

Sein Kommunikator blinkte, George ignorierte das Gerät und zerschlug den nächsten brocken Netherrack. Ein weiteres Schild fiel ihm ins Auge, was dort aufgehängt war, wo ursprünglich seine Kisten gestanden hatten. Ein paar sehr böse Worte waren darauf niedergeschrieben. Augenrollend zerlegte er das Schild mit seiner Axt und kickte die Splitter weg. Was erwartete er auch von Tommy? Der unreifsten Person auf diesem Server. Bei nächster Gelegenheit würde er dem Jungen einen Fisch auf den Kopf werfen.

Seine Hosentasche summte unter dem Kommunikator. Nachrichten gingen ein, das Gerät blinkte und vibrierte. Er war kurz davor es einfach abzuschalten. Was auch immer vor sich ging, er wollte nichts damit zu tun haben.

"George, komm mal raus!", hörte er Karl rufen. Er unterdrückte ein Seufzen. War es zuviel verlangt einfach aufräumen zu wollen? Aber er gehorchte und trat hinaus, wo der andere im Wasser stand. Karl hob eine Hand und zeigte Richtung Hauptpfad in die Ferne. Zuerst konnte George nicht erkennen was er meinte, dann leuchtete der Nachthimmel kurz auf und wurde wieder dunkel. Ein paar Sekunden später passierte es erneut.
"Welche Farbe ist das?", fragte er. Sah für ihn nicht nach Gewitter aus.
"Grün."

Seine Gedanken schalteten automatisch zu Dream, wann immer er an die Farbe Grün dachte. Dabei fiel ihm auf, dass der Drache nirgendwo zu sehen war.
"Oh nein..."
Was hatte Bad gesagt? Drachen sahen Dinge anders als Menschen. Sie hatten keine Kontrolle, wenn ihre Instinkte sie übermannten. Wenn Dream vor ihm hier gewesen war...
"Wo ist Dream? Karl, hast du ihn gesehen?"
"Vorhin", antwortete Karl.
"Um ehrlich zu sein der Grund weshalb ich hier bin, die meisten Leute haben ihn mittlerweile von nah gesehen. Ich hatte nur Gerüchte gehört, also hab ich mich in der Nähe aufgehalten um ihn mir genauer anschauen zu können. Deshalb weiß ich auch, dass es Tommy war mit dem Brand, ich habe ihn und Ranboo wegrennen sehen."

Nicht gut. Gar nicht gut. George schnappte seinen Kommunikator und sah darauf. Seine Augen wurden groß.

Tommyinnit: Auf den anderen Turm Tubbo, den Turm, den Hauptturm aus Stein! Ziel auf seine Augen!
Tubbo: Ich versuchs
Nihachu: Passt auf, er ist hinter euch
Tubbo: Nikki, über dir!

Nihachu wurde von brennendem Holz erschlagen.

Tommyinnit: Dieser Bastard!
Ponk: Was ist los, warum ist er jetzt hinter mir her?
Ponk: Leute, Hilfe!
Ponk: LEUTE!

Ponk verbrannte bei dem Versuch Dream zu entkommen.

CaptainPuffy: Benutzt eure Schilde
Purpled: Bringt nichts, das Feuer ist zu großflächig
Quackity: Lad die Kanonen von deinem UFO, ich will sehen ob er das überlebt
BadBoyHalo: Skeppy, vergiss die Werkbänke, komm mit!
Skeppy: Ich hab sie fast alle
Foolish: Was passiert hier? Da kommt man einmal nachsehen was für einen Mist ihr verzapft habt und...

Foolish hat das Ziel [Post mortem] erreicht

Foolish: Unangenehm, ich bin wieder weg, bye!
Ranboo: Ich sehe Dream nirgendwo
CaptainPuffy: Er ist in der Stadt gelandet. Soll ich versuchen mit ihm zu reden?
Tommyinnit: Nein, das Reden übernehme ich. Sekunde, Technoblade ist hier
Ranboo: Was ist mit Philza, sollen wir ihn befreien bevor er mit seinem Haus verbrennt?

Ph1LzA hat das Ziel [Withering Heights] erreicht



Was ging da vor sich? Verpasste er grade wieder einen Krieg? Womöglich wäre es klüger hier zu bleiben, L'Manberg war momentan eine Todeszone und George hing an seinem Leben. Andererseits ging es um Dream. Er musste nachsehen.

Das Licht kam von der Stadt. George ließ Karl in dem Teich stehen und rannte den Weg zurück, den er zuvor gekommen war. Querfeldein Richtung Nether Portal. Von dem kleinen Berg aus, konnte er den Schein des Feuers in der Ferne erkennen. Funken und Licht, was die Nacht erhellte. Er beeilte sich, rannte die Stufen des Berges hinab, zu der Baustelle des in Gerüsten gehüllten Community Hauses und dann weiter nach Osten. Er erblickte Purpleds leuchtendes UFO am dunklen Himmel. Zum ersten Mal drehte es sich nicht ruhig um sich selbst, es stand still, auf der Unterseite waren Kanonen ausgefahren, die auf ein Ziel warteten.

Dream kam als flügelschlagender Schatten in Sichtweite, als George beim Museum angekommen war. L'Manberg vor ihm war ein einziges leuchtendes Flammenmeer. Der Drache kreiste darüber und spie Feuer herab. Grünes Feuer, was die Farbe änderte, nachdem es seinen Körper verließ.
Es war kein normales Feuer. Normales Feuer brannte nur, dieses hier riss alles in Fetzen, was es berührte. Wie Sprengstoff. George sah neuartige Spalten und Schluchten in der Stadt. Krater die bis hinunter zum Bedrock reichten. Die Häuser und Brücken standen in Flammen. Eine Glocke läutete. Dream kreiste um den massiven Hauptturm der Stadt und überzog ihn mit einem Flammenstrahl. Die Steinziegel platzten und rissen ein Loch in den Sockel des Turms, doch er stürzte nicht zusammen.

"George!"
Er drehte sich um und erblickte Sapnap, der atemlos vom Hauptpfad angerannt kam. Seine Haare standen wirr ab, das Stirnband hing ihm in die Augen. Er schob es wieder in die richtige Position.
"Was passiert hier?"
Eine richtige Antwort darauf hatte er auch nicht, er konnte nur mutmaßen.
"Tommy hat mein Haus niedergebrannt."
"Und das rechtfertigt das hier? Bad ist da unten!"
Sapnap so panisch zu hören war eine Seltenheit. Normalerweise machte der andere sich wenig Sorgen, selbst wenn es um Leben und Tod ging. Aber die Furcht um seinen dämonischen Vater, schien alle Zurückhaltung in ihm auszulöschen. Sapnap sprang an George vorbei und rannte zu der brennenden Stadt. Nun war es an George zu rufen:
"Bleib hier Sapnap, du stirbst wenn du da reingehst!"
Da war keine Chance dieses Chaos zu überleben, wenn man ungeschützt hineinrannte. Er selbst hatte immerhin noch seine Rüstung an, Sapnap ging mit bloßer Haut ins Feuer.

Ein Luftdruck streifte ihn, als Dream einmal knapp über ihn hinweg flog.
"Dream!"
Der Drache hörte ihn nicht. George vernahm Gelächter. Nicht Dreams Lachen, deutlich tiefer im Tonfall. Als er die Augen zusammenkniff und genauer hinschaute erkannte er eine Gestalt auf dem Rücken seines Freundes. Ein wehender roter Mantel und pinkfarbene Haare. Technoblade.
Für einen Moment vergaß er alles um sich herum und fühlte sich betrogen. Dream hatte ihm nicht erlaubt nur daran zu denken auf ihm zu reiten, aber bei Technoblade ließ er es zu.

Seine Gedanken kamen zurück in die Gegenwart, als er die Stadt erreichte. Sapnap vor ihm sprang auf einen der brennenden Pfade und verschwand zwischen den hochschlagenden Flammen. George folgte ihm, seine Rüstung bewahrte ihn vor der Hitze, aber er verlor den anderen aus den Augen. Rauch brannte in seinen Lungen, er hustete.
"Sapnap!", rief er.
Holz knirschte neben ihm, er sah hin. Eins der Gebäude brach ächzend zusammen, er rannte und brachte sich rechtzeitig aus der Bahn, als ein Dachgiebel hinter ihm auf dem Weg aufschlug und ihn versperrte. Er bewegte sich vorwärts, kletterte über einen brennenden Zaun, trat in einen angelegten Tümpel und fiel hin. Über ihm schwangen Flügel, keine Sekunde später hörte er das Rauschen von Feuer, aber es traf ihn nicht, sondern brannte sich einige Meter vor ihm durch den Boden. Hastig zückte er sein Schild, wehrte Splitterstücke ab und rappelte sich wieder auf die Beine.
"Sapnap!!!", wiederholte er. Unter dem Knacken und Glockengeläut konnte er kaum etwas heraushören. Jemand schrie in der Ferne, es war leise für ihn. Asche setzte sich auf seinem Gesicht ab, er blinzelte sie aus den Augen.

"Bad!"
Sapnaps Stimme war gedämpft unter den vielen anderen Geräuschen.
"Bad, wo bist du?!"
George kletterte aus dem Tümpel, zurück auf den geschwärzten Pfad übersäht mit Bruchholz. Ascheflocken wirbelten unter seinen Füßen, als er zu rennen begann.
"Sapnap!"
Der andere kam in Sicht, am Ende des kaputten Weges. Er drehte sich um, Ruß im Gesicht, die Haare zerzauster als vorher, aber ansonsten unverletzt. Nicht mal seine Klamotten waren angesengt.
"Ich kann ihn nicht finden!"
"Keine Sorge, er ist ein Dämon. Der stirbt nicht so schnell."
Besonders überzeugend klang er nicht, obwohl er es ernst meinte. Dämonen waren unsterblich, Bad konnte verletzt werden, aber er starb nicht an den Wunden.
Er sah wie Sapnap seinen Kommunikator zückte und darauf schrieb. Ein paar Sekunden später blinkte das Gerät und er sah George an.
"Am Bienenhaus. Dort ist ein Wither, kommt mit."

Ein Wither war das Geringste ihrer Probleme, wenn man bedachte was hier sonst los war. Doch George nickte und folgte Sapnap in die Flammen hinein.


---


Einen Drachen zu reiten war anders als ein Pferd zu reiten. Bei beiden herrschte ein Verständnis des anderen. Respekt, Vertrauen.
Doch Dream folgte Befehlen nicht, weil er es wollte. Vielmehr weil sie mit seinen eigenen Vorstellungen übereinstimmten. Als sie sich bei den Kreisen über der Stadt Purpleds UFO näherten und Techno verlangte: "Zerstör es!" zögerte Dream keine Sekunde. Er nahm die fliegende Untertasse ins Visier. Technoblade fühlte Luft und Feuer in der Brust des Drachen rauschen, bevor Dream die Zähne auseinander sperrte und das UFO in ein Inferno aus grünem Feuer hüllte.
Zu seiner Verwunderung hielt das außerirdische Fahrzeug der Attacke stand. Es ächzte, Platten lösten sich vom Rumpf, aber es begann sich zu drehen, folgte Dreams kreisendem Flug. Kanonen auf der Unterseite richteten sich aus. Mit einem Knall puffte Rauch aus den Mündungen und sie begannen zu schießen.
Er konnte nicht sehen aus was die Projektile bestanden. Sprengstoff vielleicht, es war so ziemlich das einzige, was man als Munition für eine Kanone verwenden konnte.

Er lenkte Dream um die Gefahr herum, wie er es bei einem Pferd tun würde. Die Knie an ihn gedrückt, stieß ihn mit den Fersen und zog an der blonden Mähne in die Richtung in die er ausweichen sollte. Instinktiv gehorchte der Drache der vorgegeben Führung, drehte sich und entging den abgefeuerten Schüssen, von denen Technoblade nicht wusste, ob sie ihn überhaupt verletzt hätten.
"Nochmal.", befahl er, packte die Haare der Mähne in seinen Fingern und wendete den Drachen wieder zu dem UFO hin. Grollend füllte Dream die Lungen, Techno sah wie seine Kehle sich unter aufgestautem Feuer aufblähte, bevor er es losließ und die Kanonen auf der Unterseite des UFOs mit einem Strahl aus Hitze pulverisierte. Qualmend begann das Fahrzeug zu blinken, ein Alarm trötete, es neigte sich bedenklich zur Seite. Dicke Rauchwolken quollen unter der Mechanik hervor.

Dream wartete nicht auf einem weiteren Befehl. Wind rauschte als er mit den Flügeln schlug, auf das sterbende UFO zuhielt und es mit der Wucht seines Fluges rammte. Der Aufprall riss Technoblade fast von seinem Rücken herunter, aber er hielt sich gekonnt fest und beobachtete, wie die fliegende Untertasse aufsplitterte und begann Funken zu sprühen. Der Alarm verstummte und wich einem grässlichen Knirschen. Das UFO konnte sich nicht mehr am Himmel halten, rollte vollständig auf die Seite und sank herab. Der Aufschlag auf den Boden hüllte es in eine grelle Explosion und einen ohrenbetäubenden Knall.

Purpled ging mit seinem Schiff unter

Beißende Wärme drang zu ihm hoch, er ignorierte die unangenehme Temperatur und wendete Dream wieder Richtung Stadt.
"Wir sind noch nicht fertig."
Zustimmend nickte der Drache. Mit ausgebreiteten Flügeln ließ er sich tragen und segelte zurück nach L'Manberg, wo sie hergekommen waren. Die Häuser unter ihnen standen in Flammen. Die Luft war unerträglich stickig, voller Rauch und Asche, die wie Schnee im Wind wirbelte. Lange würde er es hier nicht aushalten, er konnte nicht richtig atmen.
Dream schien die giftige Luft kaum etwas auszumachen. Erneut hörte Technoblade wie der andere die Lungen füllte und eine Sekunde später einen Feuerstoß auf die bereits brennende Stadt losließ. In der Ferne hörte er das grauenvolle trockene Schreien eines Withers. Philza war aktiv geworden. Er hoffte nur, dass sein Freund keine Risiken einging.

Ein Armbrustbolzen surrte durch die Luft und schlug gefährlich nah an seinem Bein vorbei gegen Dreams Schuppen. Sofort verfolgte er die Flugrichtung, spürte wie Dream sich anspannte und knurrend herum schwang. Der Pfeil war von dem Hauptturm der Stadt gekommen. Ein großes und vor allem hohes steinernes Gebäude was in Etappen empor ragte. Technoblade konnte nicht sehen wer darauf stand, aber ein paar Sekunden später surrte ein zweiter Pfeil herbei. Kurz darauf noch einer, der ihn in der Schulter getroffen hätte, wenn Dream nicht einen Flügel gehoben und das Geschoss abgelenkt hätte.
Ohne Worte drückte er dem Drachen die Fersen in die Seite und brachte ihn in Bewegung. Wind rauschte an seinen Ohren vorbei, als sie Geschwindigkeit aufnahmen. Er wusste nicht was Dream vorhatte, bis sie knapp an dem Turm vorbeiflogen und er eine seiner Schwingen ausstreckte. Der Flügel schlug krachend gegen Stein, riss die Mittelsektion des Turmes auseinander und schleuderte Brocken durch die Luft.

Einen Moment starrte er verblüfft auf die grüne Schwinge, welche nach dem Angriff ruhig weiterschlug und Ascheflocken umherwirbelte. Da war nicht eine Verletzung. Wenn er mit der Faust gegen Stein schlug, würde er sich sämtliche Knochen brechen. Dream hatte keinen Kratzer, nichts. Und er gab auch keine Anzeichen von Schmerzen zu erkennen.
Technoblade drehte sich um und sah das obere Stück des Turms hinter sich zusammenbrechen. Der Abschnitt den Dream beschädigt hatte, konnte den oberen Teil nicht mehr abstützen. Eine schimmernde Enderperle surrte durch die Luft, offenbar der letzte Fluchtweg des Armbrustschützen, der ihn noch retten konnte, bevor das große Bauwerk unter lautstarkem Krachen in einem Meer aus Feuer und Schutt einstürzte.



---


Sein Schild bebte unter der Wucht mit der ein Witherschädel darauf einschlug. George blockte den Angriff, stemmte sich dagegen, holte mit seiner Axt aus und traf das Monster vor ihm in die schwarze Wirbelsäule die es aufrecht erhielt. Zischend wich der Wither ein Stück zurück, kam dadurch Sapnap zu nahe, der ihn mit einem Schlag seinerseits erledigte. Der Mob brach klirrend in sich zusammen und hinterließ einen leuchtenden Stern, dem jedoch keiner Beachtung schenkte.

BadBoyHalo half Skeppy aus dem kuppelförmigen, aber völlig demolierten Bienenhaus. Das Holzgerüst brannte an der linken Seite und das Glasdach des Gebäudes war eingestürzt. Scharfkantige Splitter lagen auf dem Boden verstreut. Alle Bienen waren geflohen.
Sapnap kletterte über das instabile Gerüst zu Bad, der Skeppy aus dem eingestürzten Bauwerk hochzog. Er packte den Dämon an der Schulter und schüttelte ihn.
"Bist du übergeschnappt ausgerechnet jetzt hierher zu kommen? Warum seid ihr nicht in eurer Villa?"

Solch ein beschützerisches Verhalten war George nicht gewohnt, aber er widersprach nicht. Es war leichtsinnig von Bad und Skeppy in die Stadt zu kommen zu dem Zeitpunkt wo Dream diesen Ort niederbrannte. Von dem Drachen war momentan nichts zu sehen, aber er konnte nicht weit sein. Die Luft war voller Rauch. Das Licht vom Feuer schlug hoch in die Nacht hinaus. Mit der schlechten Sicht ließ sich unmöglich sagen, wo Dream grade war, doch George glaubte nicht, dass er sich bereits zurückgezogen hatte. Er war jemand, der keine halben Sachen machte.

"Wir wollten einen Streich vorbereiten.", sagte Bad und zeigte auf Skeppy, der sich hochrappelte und breit lächelnd eine kleine Werkbank in sein Inventar verstaute, was vollgestopft mit identischen Gegenständen war. Sie hatten Werkbänke geklaut. Was für ein Streich sollte das werden? Jetzt war der falsche Zeitpunkt dafür.

Sapnap schüttelte den Kopf und winkte mit einem Arm.
"Verschwinden wir hier."
Er sprang von dem zerstörten Bienenhaus herunter. Bad folgte ohne Probleme, George verstauchte sich den Fuß dabei, aber landete ansonsten sicher auf dem Boden.
Skeppy blieb oben stehen und sah herunter. Er strich sich über die hellblaue Kapuze die er trug und knibbelte an einer Stelle herum, wo der Stoff einen Brandfleck abbekommen hatte.
"Komm schon, es ist nicht so hoch!", ermutigte Bad von unten. Das war gelogen, es war hoch. Skeppy rutschte vorsichtig ein Stück an der kaputten Kuppel herab und blieb an einer Kante stehen.
"Habt ihr nicht zufällig Wasser dabei?", rief er herab.
Keiner hatte Wasser dabei, was man ausschütten könnte um den Sturz abzufangen.
"Okay, bleib wo du bist, ich hol dich."
Bad trat an das Gerüst heran, seine Finger verformten sich klauenähnlich und er schlug sie in das Holz um daran hochzukraxeln. Oben begann Skeppy zu lachen, sprang und rollte sich gekonnt am Boden ab.
"War nur ein Scherz!"
Er zog sich einen kleinen Glassplitter aus dem Arm, Bad fluchte wie immer ohne Schimpfwörter zu benutzen und griff die Hand des anderen um seinen Arm vorsichtig auszustrecken und sich den Schnitt zu begutachten. Die Wunde blutete, war aber klein und Skeppy winkte Bads besorgten Blick mit einem Schmunzeln ab.

Ein Geräusch durchdrang das Knistern von Feuer. Das massige Grollen von fallenden Steinen, ein Klang der in dieser Form nur entstand, wenn etwas Großes einstürzte. Bei dem Rauch in der Luft konnte man nicht sehen was es war.
"Klingt nach dem Hauptturm.", fand Sapnap und sah in die Richtung aus der der Krach kam. Der Turm war nicht weit weg. Das konnte gefährlich werden.

George hustete in der ascheverhangenen Luft. Seine Lungen schmerzten. Der Rauch brannte unerträglich. Er war kein Drache oder ein Dämon. Die giftige Luft konnte ihn in die Knie zwingen, wenn sie nicht bald einen Weg hier heraus fanden. Er spürte schon ein leiches Schwindelgefühl.
Auch Bad bemerkte das Problem, als Skeppy sich einmal röchelnd räusperte und Ruß aus den Augen wischte.
"Mir nach!", verlangte der Dämon und sprang über einen der eingestürzten Balken des Bienenhauses.

Skeppy folgte ihm ohne zu Zögern, George machte, dass er hinterher kam, hinter sich hörte er Sapnaps schwere Schritte.
Sie rannten eine Weile, der Großteil des Feuers rechts von ihnen. Ein brennendes Haus versperrte den Weg, Bad wollte daran vorbei, hielt inne und sah hoch in den rauchverhangenen Himmel.
"Nein, zurück!", rief er, drehte sich um und schob sie alle drei rückwärts weg. Zwei Sekunden später rauschte ein grüner Feuersturm von oben herab, pulverisierte das Haus und alles was sich darunter befand. Der Druck von schlagenden Flügeln verschwand, Gebrüll verlor sich im Knistern des Feuers.

Fluchend kickte Sapnap ein brennendes Brett weg und drängelte sich vorbei an Bad. Er blieb stehen, den Blick nach unten gerichtet. Als die anderen bei ihm ankamen, sahen sie was passiert war.
Der Boden und damit ihr Fluchtweg war weg. Sie standen am Rand einer Schlucht die sich bin hinunter zum Bedrock zog. Die steinernen Wände waren unter der Hitze zerschmolzen, Feuer und Bruchstücke rieselten herab in den Abgrund.
Beim Anblick der Zerstörung erinnerte sich George an das was in Philzas Buch stand. Drachen waren übermächtige Kreaturen, die ganze Landstriche ausradieren konnten. Was er hier vor sich sah, war der Beweis dafür.

Auf der anderen Seite der Schlucht teilte sich das Feuer. George spähte herüber, unterdrückte ein Husten. Durch das Knistern hörte er ein Zischen, dann einen schreienden Klang. Schwarz wurde in dem Flammen sichtbar, das dreiköpfige Skelett eines Withers.
"Weg hier!"
Jemand packte seinen Ärmel, er warf einen kurzen Blick auf Sapnaps Gesicht, bevor er weggezogen wurde. Hastig stolperte er über Holz, hinter Bad und Skeppy her. Die beiden waren ein paar Schritte voraus, als ein Knirschen durch die Nacht hallte und sich ein gewaltiger Schatten auf sie herabsenkte.
Es gab keine Zeit für Worte. Skeppy gab Bad einen heftigen Schubs, der den Dämon aus der Gefahrenzone warf, bevor eine massige steinerne Wand herabfiel, ein Teil des Hauptturms, und den anderen Mann unter sich begrub.

Skeppy wurde unter einer Wand zerquetscht

"SKEPPY!"
Bad stieß einen grauenvollen Schrei aus. Er starrte auf den Fleck wo nur noch ein Berg zerbrochener Ziegel aufragte, Flammen die dazwischen hervorkrochen. Sapnap schluckte, blieb stehen und seine Finger gruben sich schmerzlich in Georges Arm, den er noch immer festhielt.
Eine Veränderung ging durch Bad, er wand sich und vergrub seine Hände in den Haaren. Die Hörner an seinem Kopf wuchsen und krümmten sich. Sein Schreien änderte die Tonlage, wurde tiefer und massiger. Er breitete die Arme aus, die Finger formten sich zu Klauen. An seinem Rücken riss der Umhang, als er Platz gab für zwei riesige schwarze Schwingen, die sich ausbreiteten und das Flackern des Feuers einfingen. Bads weiße Augen glänzten voller Tränen, er richtete seinen Blick hoch, sah Dream über der Stadt kreisen. Sein Mund verzog sich zu einem Maul voller scharfer Zähne.

Der Wind den Bads Flügel verursachten um ihn in die Luft zu bringen, warf George rückwärts gegen Sapnap und brachte sie beide dazu hinzufallen. In der trüben Luft konnte man kaum etwas erkennen, aber Bads schwarze Gestalt schoss wie ein Blitz durch den Himmel zu Dream, der nur Zeit für einen ungläubigen Blick hatte, bevor der Dämon mit einer Hand ausholte, die Krallen ausgefahren und dem Drachen mit aller Kraft gegen den Kopf schlug.

Der Aufschrei den Dream von sich gab, brachte den Rest der noch stehenden Gebäude zum Einsturz. Der Schlag katapultierte ihn vom Himmel und unter einem grässlichen Krachen schlug der Drache in den Flammen und Rauch der brennenden Stadt auf. Trümmerteile wurden unter seinem Einschlag hochgeschleudert.
George sank das Herz in die Hose, neben ihm jubelte Sapnap:
"Ja!"

Das war so falsch. Was taten sie hier, sie waren Freunde. Das war nicht richtig, nichts hiervon!

Flügel warfen Schutt in die Luft, als Dream sich aus den Ruinen wühlte und laut brüllend wieder hochschwang. Auf seiner rechten Wange prangte eine tiefe Vierkrallenspur. Blut strömte herab, lief Dream über die weiße Unterseite seines Halses, die Brust herab, bis an seinem rechten Vorderbein runter. Der Drache hatte das Maul aufgerissen. Nicht drohend oder um Feuer zu speien, sondern aus dem Schock verletzt worden zu sein. Technoblade der sich wie auch immer noch auf seinem Rücken hielt zog einen Trank vom Gürtel und zerbrach das kleine Glässchen auf Dreams Schuppen. Kurze Zeit später zog sich die Wunde in seinem Gesicht etwas zusammen, die Blutung wurde langsamer, stoppte jedoch nicht gänzlich.
Dream starrte Bad an.

Der Dämon stand in der Luft, schwarze Schwingen ausgebreitet. Doch im Gegensatz zu eben schien er jegliche Kampflust verloren zu haben. Seine Augen blickten traurig und voller Reue.
"Es tut mir so Leid Dream..."
Manche Leute waren zu gut für eine Welt wie diese.
Einen Moment tat der Drache nichts, dann drehte er sich ruckartig herum und sein Schweif kollidierte mit Bad. Knochen brachen unter der Wucht und der Dämon fiel ungebremst herab in die qualmende Stadt. Dumpf schlug er in dem Rauch auf den brennenden Boden.

"DAD!!"
Sapnap rappelte sich auf die Beine, blieb zwischen gebrochenen Ziegeln hängen und stolperte. Er fiel wieder hin, zischte schmerzlich als er sich sein Bein umknickte. Unfähig zu laufen fixierte er Dream am Himmel, zückte sein Schwert und schrie:
"Komm her! Komm schon Dream, beenden wir das. KOMM HER!"

Dream kam. Sein grüner Blick zuckte herüber. Schwingen schlugen, der schuppige Körper schwang herum und hielt auf sie zu. Das Maul zu einem wölfischen Grinsen verzogen, wie das ewige Lächeln seiner Maske.

Noch nie hatte es einen Zeitpunkt gegeben, an dem George Angst vor Dream hatte. Er hatte ihn in jeder erdenklichen Situation erlebt. Wütend, traurig, enttäuscht. Manchmal war er abweisend, vor allem, wenn er verletzt war. Dream verabscheute es schwach zu erscheinen. Aber er hatte George nie etwas zuleide getan. Ihn nicht mal angeschrien.
Jetzt war er sich nicht mehr sicher. Dream war in diesem Drachen verschwunden. Der einst gutherzige Mann, den er seinen besten Freund nannte, war nichts als eine zerstörerische Bestie geworden. So weit in seinem Wahn verfallen, dass er George nicht mehr erkannte. Oder er tat es und es war ihm egal.

Auf dem Boden sitzend wartete er auf sein Schicksal, Sapnap vor ihm, das Gesicht grimmig und sein Schwert erhoben. Es würde ihnen nichts bringen. Sapnap konnte nicht laufen, er selbst konnte kaum mehr atmen. Dunkle Flecken trübten seine Sicht, er röchelte.
Das war es. Das Ende für sie beide, so wie für viele andere an diesem Tag.


Ein Knall zerriss die Nacht, als ein greller Blitz vor ihnen einschlug und sämtliche Feuer in der näheren Umgebung löschte. Klare Luft füllte Georges Lungen, das Knistern des Feuers verstummte. Ein angenehmer kühler Wind strich über sein Gesicht.
Blinzelnd sah er hoch und erblickte die Gestalt von DreamXD, der ein paar Schritte vor ihm und Sapnap über dem Boden schwebte. Die weißgefiederten Flügel ausgebreitet, ein doppelter Heiligenschein überkreuzte sich vor und hinter seinem Gesicht. Sein grüner Mantel mit der Enderaugenbrosche wehte leicht, er hatte sich die Kapuze bis vor seine XD Maske gezogen.

Dream bremste seinen Flug augenblicklich ab, als er den Gott erblickte.


Niemand sagte etwas, auf Dreams Rücken spannte Technoblade sich an, löste einen Finger aus der Mähne vor sich und packte stattdessen den Griff seiner Netherite Axt, die er auf dem Rücken trug.
Ein Wither näherte sich der Szene, vielleicht der Gleiche, der vorhin auf der anderen Seite der Schlucht gewesen war.
Ohne hinzusehen streckte XD eine Hand nach dem Bossmonster aus. Ruckartig ballte er die ausgestreckten Finger zusammen und zog den Arm dabei an. Im nächsten Moment implodierte das schwarze dreiköpfige Skelett, quetschte sich zu einem unförmigen Klumpen Kohle, der sich weiter zusammendrückte bis nichts mehr übrig war. XD löste seine Faust wieder, blickte zu Dream als erwartete er seine Reaktion der Machtdemonstration.

"Wenn du nicht verschwindest.", begann der Gott und seine Stimme war grauenvoll verzerrt.
"Dann reiße ich dir die Flügel aus dem Körper, ziehe dir deine Eingeweide durch den Hals raus und stranguliere dich damit zu Tode."
Er machte eine Pause um die Worte wirken zu lassen und als Dream nicht direkt reagierte fügte er an:
"Du weißt, dass ich das kann."
Deutlicher konnte die Botschaft nicht sein.


Von unten hörte George, wie Technoblade auf Dreams Rücken ein "Tch!" von sich gab, als der Drache die Flügel schwang und wendete. Aber der pinkhaarige Mann sträubte sich nicht gegen die Entscheidung seines Reittieres, packte die Mähne wieder und lenkte Dream hinaus in den Nachthimmel. Rauch wirbelte und verdeckte die Sicht. Das Geräusch von Flügelschlägen entfernte sich. George bildete sich ein, dass Dream noch einmal zu ihm zurücksah, aber vielleicht hatte der Sauerstoffmangel in seinem Kopf ihm auch einen Streich gespielt. Er spürte seine Augen schwerer werden, alles wurde dunkel. Bruchstücke drückten ihn unsanft, als er zur Seite kippte. Nicht der beste Ort um zu schlafen, aber er war so müde...
Kurz bevor George wegdämmerte, fühlte er Finger federleicht über seine Wange streichen.





Autor Note:
It was never meant to be
- Eret
- Wilbur
- Nihachu
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