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You are the reason I believe in love

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P6 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller
15.07.2021
15.07.2021
17
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Es war ein ganz normaler Tag. Hubsi öffnete die Tür des Reviers und ging in sein Büro. Da kam Hansi ihm entgegen und sprach: „Wir haben einen Unfall, da müssen wir sofort hin.“ Eigentlich hatte sich Hubsi auf einen entspannten Tag gefreut, aber zum Glück gab es nur einen Unfall und keinen Mord, wie sonst üblich. Sie hatten erst gerade einen Fall gelöst, indem ein Mann seine Frau und ihren Liebhaber umgebracht hat. Solche Fälle laufen einem immer kalt den Rücken hinunter. Die beiden Polizisten stiegen ins Auto und fuhren zur Unfallstelle. Der Unfall ist an einer Kreuzung passiert. Es waren bereits die Rettungskräfte und die Feuerwehr anwesend. Anscheinend hatte ein Autofahrer einen Fußgänger erwischt, zumindest sah es so aus. Während die Polizisten die Unfallstelle sicherten, waren die Rettungskräfte mit dem Leben des Verletzten beschäftigt. Wer die verletzte Person war, wussten die beteiligten nicht, denn die Rettungskräfte kannten ihn nicht und die Polizisten hatten ihn noch nicht gesehen. Der Fahrer des Wagens stand extrem unter Schock und war nicht vernehmungsfähig. Ein paar weitere Sanitäter kümmerten sich um ihn. Nach ein paar Minuten konzentrierter Arbeit rief einer der Sanitäter: „Mist, wir haben ihn verloren!“ Nun waren die Polizisten auch neugierig, wer die Person war. Also gingen sie zu ihnen. Schließlich waren sie auch diejenigen, die herausfinden mussten, wer die Person ist und die der Familie die Todesnachricht sagen mussten.  Es ging den Polizisten ziemlich auf die Nerven. Neutral bleiben und trotzdem den weinenden Frauen, Männern, Müttern, etc. zugucken müssen. Doch als sie bei dem Todesopfer ankamen, trauten sie ihren Augen nicht. Der Tote war Ole Hartmann. Beide Polizisten wurden ziemlich bleich im Gesicht. Das darf doch einfach nicht war sein. „Das Opfer hat keine Papiere bei sich, aber Todesursache ist höchstwahrscheinlich der Unfall.“, fing einer der Sanitäter an zureden. „Das Opfer heißt Ole Hartmann, ist 34 Jahre alt und ist verlobt.“, erklärte Hubsi dem Sanitäter. „Aber bevor Sie die Leiche in die Pathologie bringen, müssen wir mit der Pathologin reden. Sie ist nämlich die Verlobte.“; selbst Staller war sehr traurig und hatte mit den Tränen zu kämpfen. Nicht, weil er Ole so gern gehabt hat, sondern wegen Anja. Anja ist schließlich eine sehr gute Freundin von den beiden und hat den beiden schon so oft mit vielen Hinweisen zur Aufklärung eines Falls beigetragen. Auch Hubsi graute es davor, Anja die Todesnachricht sagen zu müssen. Die beiden hatten erst letzte Woche ihre Verlobung gefeiert. Zwar mochte Hubsi Ole auch nicht, da er in Anja verliebt ist, aber es ging ihm trotzdem durch Mark und Bein. Doch es half alles nichts, sie mussten ihr sagen, dass der Mann den sie liebt gestorben ist.
Bei Anja: Sie betrachtete schon zum zehnten mal ihren Ring heute. Dabei war es gerade elf Uhr morgens. Sie war überglücklich und wollte am liebsten schon sofort heiraten. Selbst in der Pathologie mit den ganzen Leichen war sie nur am Lachen vor lauter Glück. Ihr Hochzeitskleid wollte sie ganz in weiß haben, mit viel Glitzer und einer Schleppe. Auch die Feier sollte perfekt werden, mit der ganzen Familie, Freunden und Bekannten. Vor lauter Freude fing sie an sich zudrehen und summte dabei einen Walzer. Da wurde auf einmal die Tür aufgestoßen und es kamen ihre guten Freunde, die beiden Dorfpolizisten Hubsi und Hansi hinein. Doch ihre Gesichter waren heute so anders. Aber sie konnte nicht genau herauslesen, was nicht stimmte. Allerdings konnte der Ausdruck nichts gutes heißen. Sofort verbreitete sich ein ungutes Gefühl in ihr aus. „Anja, du wirst gleich eine Leiche hier hin bekommen.“, sagte Hansi mit ruhiger Stimme. Anja verstand nicht ganz und hinterfragte: „Was genau meinst du damit? Das hier ist die Pathologie. Ich bekomme andauernd Leichen hier hin.“ Nun kam auch Hubsi auf sie zu. Ihr Gefühl wurde immer schlimmer. „Wer ist gestorben?“, fragte Anja nun nervöser: „Sagt es schon!“ Jetzt redete Hubsi: „Anja, du musst jetzt sehr tapfer sein.“ Doch Anja unterbrach ihn: „Jetzt red schon.“ „Es ist Ole.“, antwortete Hansi. „Aber… aber das kann doch gar nicht sein.“, flüsterte sie. Dann fing sie wieder an lauter zu reden: „Er hat mir doch noch vor einer Stunde einen Kaffee vorbeigebracht, weil ich heute morgen so müde war. Das ist echt ein schlechter Scherz von euch, sowas hätte ich euch wirklich nicht zugetraut. Ihr seit gemein.“ Beim letzten Satz hatte Anja wieder angefangen zu lächeln, doch die Miene ihrer beiden Freunde wurden noch ernster. Hubsi schaltete sich wieder ein: „Anja, es ist wahr. Ole hatte heute morgen einen schweren Unfall. Die Rettungskräfte haben noch versucht ihn zu reanimieren, aber erfolglos. Er war zu schwer verletzt.“ Jetzt realisierte Anja erst, was gerade geschehen war. Das alles war kein Scherz. Ihre Freunde hatten ihr gerade gesagt, dass ihr Verlobter gestorben war. Auch für Hubsi und Hansi war die Situation nicht leicht. Sie so leiden sehen zu müssen, ist das schlimmste was sie bisher erlebt hatten bei Todesnachrichten. Die beiden mussten sich die Tränen zurückhalten. Bei Anja fing sich auf einmal alles anzudrehen, weswegen sie sich hinsetzte. Da überkam es sie und sie konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Sofort kamen Hubsi und Hansi zu ihr, umarmten sie und versuchten sie zu trösten. Doch sie konnte nicht mehr aufhören. Immer wieder fragte sie: „Warum?“, und: „Wieso?“ Aber niemand in dem Raum konnte ihr das beantworten. Irgendwann sagte Hansi: „Ich hole mal jemanden, der ihr was zur Beruhigung gibt. Sie braucht erstmal Kraft um die nächste Zeit zu überstehen.“ Damit ging Hansi los und holte einen Arzt. Hubsi blieb aber bei ihr und hielt sie weiterhin im Arm. Als der Arzt kam, spritze er ihr ein Beruhigungsmittel. Zudem ordnete er an: „Ich würde sie gerne zur Beobachtung hier behalten. Nur zur Vorsicht.“ Da Anja so fertig mit der Welt war, willigten die beiden Polizisten ein. Der Arzt wollte eigentlich einen Rollstuhl für Anja holen, doch Hubsi nahm sie auf den Arm und trug sie in ihr Zimmer. Natürlich blieben die beiden da und passten auf sie auf. Als sie endlich eingeschlafen war gingen Hubert und Staller vor die Tür um miteinander zusprechen. „Was machen wir jetzt mit ihr?“, fragte Hansi. „Keine Ahnung, aber wir können sie nicht nach Hause schicken, wo sie das letzte Jahr mit ihrem Verlobten gewohnt hat.“, entgegnete Hubsi. Hansi antwortete ihm: „Bei mir ist nicht genug Platz, da ich wie du weißt nur ne zwei Zimmer Wohnung habe. Du müsstest sie aufnehmen. Ich werde dir auch helfen.“ Innerlich freute sich Hubsi, aber er wollte es nicht zeigen, da die Umstände sehr tragisch waren. Den Rest des Tages und die dazugehörige Nacht verbrachten beide am Bett von Anja.
 
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