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Yuus unglaubliche Abenteuer

von YuuSaigon
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Fantasy / P18 / Gen
14.07.2021
07.05.2022
23
74.611
2
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01.01.2022 3.191
 
Yuuko: Whoa, bin ich verkatert!

Tora: Aber nicht wegen mir!

Autor: Du hättest letztes Jahr nicht so viel Bowle trinken sollen ... Soll ich dir ein Katerfrühstück machen?

Tora: Aber nicht mich!

Autor: Zum neuen Jahr mache ich mit einen Angehörigen immer böse Witze, wie, das war doch letztes Jahr, obwohl es erst am Tag zuvor war ...

Yuuko: Ich schwöre, ich trinke nie wieder Bowle!

Autor: Dabei war die Bowle alkoholfrei ...


***


Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor, seit meine Schwester Unterwasser gezogen wurde.

„Ei, soch ma. Iss de Gleene eischndlisch ene gudde Schwimmorin?“

„Relativ, sie hat es geschafft, den dritten Grad, das Abzeichen in Bronze, zu erreichen, aber selbst jemand des ersten Grades hätte bei dieser Strömung zu tun, nicht zu ertrinken.“

Schon kurz nachdem meine Schwester im Wasser verschwunden ist, hat Kina mir das andere Ende des Seils anvertraut. Kurz bevor es riss.

„Ob se s schaffd?“

„Keine Ahnung, ich hoffe nur, dass sie bald wieder auftaucht.“

„Mor solldn filleischd ä schdiggl flussabwärds guggn. Filleischd wurde se angeschbield.“

„Gute Idee. Kina, Tetsu, könntet ihr beide ein Stück weiter Flussabwärts nach meiner Schwester suchen? Ich will hier warten. Vielleicht taucht sie auch hier wieder auf.“

„Machen wir, aber vorher musst du uns noch eine Frage beantworten. Habt ihr beide euch gestritten? Es sieht selbst ein Blinder mit einem Krückstock, dass etwas passiert sein muss. Ihr schaut euch weder an, noch, dass ihr wirklich miteinander sprecht.“

„Nein, gestritten haben wir uns eigentlich nicht. Es ist nur …“

„Nur, was? Spuck es schon aus. Vielleicht können wir helfen.“

Ich seufze tief und lasse meinen Kopf hängen.

„Als sie mit dem Schmieden meines Schwertes fertig war, bin ich abends erst sehr spät zurück gekommen. Sie hat mich für einen Einbrecher gehalten und angegriffen. Da ist mir eines klar geworden: sie ist sehr viel schneller und stärker als ich. Ich konnte überhaupt nicht reagieren, es ging alles viel zu schnell.“

Ich hole tief Luft und schaue auf den Fluss.

„Wie soll ich sie beschützen können, wenn sie so viel stärker ist, als ich?“

Kina und Tetsu sehen sich gegenseitig schweigend an.

„Ich verstehe. Junger Mann, ich glaube, du verstehst da etwas falsch. Beschützen kann man auf verschiedene Arten. Auch wenn sie um ein vielfaches stärker ist, als du, kannst du sie trotzdem beschützen, indem du ihr einfach den Rücken frei hältst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass, je mehr Verantwortung man hat, es immer wichtiger wird, eine Oase zum erholen zu haben. Sei einfach ihr Fels in der Brandung, damit hilfst du ihr am meisten.“

„Papa. Ich bin es gar nicht gewöhnt, so viel schlaues aufs Mal von dir zu hören.“

„Nun, mein Kind, ich komme langsam in das Alter, in dem man weise wird.“

Ich lasse meine Augen weiter auf dem Fluss ruhen.

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Person für sie sein kann, die ich gern wäre, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.“

***


Als ich meine Augen wieder öffne, liege ich ruhig auf dem Grund des Flusses.

„Ich bin also ertrunken? Was für eine erbärmliche Art, zu sterben und das mit dem tot sein, hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie … weniger lebendig? Was soll’s. Erst mal raus aus dem Wasser.“

Ich tauche langsam auf. Wellen spülen Wasser in meinen Mund und in meine Nase. Ich muss husten, schaffe es aber zumindest, mich von der Strömung an eines der Ufer tragen zu lassen, ohne noch einmal Unterwasser zu geraten.

An Land angekommen, sehe ich mich um.

Also wenn das das Jenseits ist, dann weiß ich nicht, warum es himmlisch sein sollte. Wie in der Hölle sieht es aber auch nicht aus, eher wie der Wald in der Welt der Lebenden, wo ich in den Fluss gefallen bin. Aber ich bin ertrunken, das kann ich unmöglich überlebt haben. Also wandele ich jetzt als Geist herum? Weil ich noch etwas tun wollte? Habe ich noch etwas, dass mich so sehr an diese Welt bindet?

Ja, habe ich, Mizu. Ich wollte mich wieder mit ihm vertragen. Auch, wenn wir uns eigentlich nicht gestritten haben. Er hat mich halt einfach gemieden und ich hätte schon gerne gewusst, warum.

„Yuu!“

Ja, genau, so wollte ich ihn noch einmal meinen Namen rufen hören.

Als ich mich zu der Stimme umdrehe, sehe ich meinen Bruder am anderen Ufer stehen und winken. Ich bin wohl nur minimal flussabwärts gespült worden, aber wie kann er mich überhaupt sehen? Im Gegensatz zu mir, kann er die Wesen der höheren Ebenen, die meist als Geister bezeichnet werden, eigentlich nicht sehen.

„Mizu?“

Er befestigt einen Stein an einem Ende des Seils, das er in der Hand hält und wirft diesen dann punktgenau vor mir auf den Boden.

„Ich hatte eine bessere Idee. Wir hangeln uns am Seil über den Fluss. Einer, nach dem Anderen.“

„Wir? Wo sind die anderen? Haben die sich vor mir versteckt?“

„Sie suchen ein Stück flussabwärts nach dir. Warte, ich hole sie. Mach du derweil das Seil am Baum fest.“

„Okay …“

So ganz verstehe ich die ganze Situation immer noch nicht. Mizu hat ganz normal mit mir gesprochen. Als wenn nie etwas gewesen wäre.

Egal. Was auch immer es war, er scheint das Problem für sich gelöst zu haben und das ist alles, was für mich zählt.

Ich hebe den Stein mit dem daran gebundenen Seil ohne jede Probleme vom Boden auf. So langsam zweifele ich daran, dass ich wirklich ertrunken und gestorben bin, aber ich kann mich noch genau erinnern, Unterwasser das Bewusstsein verloren zu haben und als ich wieder zu mir kam, war es, als könnte ich Unterwasser atmen. Mumpitz! Unterwasser atmen, das lernt doch schon ein Kind im Kindergarten, dass das nicht geht. Zumindest nicht ohne Hilfsmittel.

Ich schüttele den Kopf, bei diesem Gedanken, als ich den Knoten, der das Seil am Baum befestigt, auf seine Stabilität prüfe.

„Dadsoche. Do is se ja würglisch. Ei, Juugo, leebsdä noch?“

„Da bin ich mir gerade selbst nicht so sicher, aber ihr könnt ja rüber kommen und es für mich überprüfen.“

Mizu erklärt sich bereit die Idee mit dem Seil als erster auszutesten. Als er allerdings ein paar Schritte in den Fluss gemacht hat, bleibt er plötzlich stehen. Er schüttelt den Kopf und kehrt dann zum Ufer zurück, wo er kurz mit den anderen diskutiert. Ich kann nicht verstehen, worüber sie sprechen, da ich zu weit weg bin und das Rauschen des Flusses zusätzlich einige Worte übertönt. Dann tritt Mizu wieder näher ans Ufer heran.

„Yuu! Das wird so nichts, der Fluss ist zu tief.“

„Das hätte ich dir sagen können, aber du hast mich ja nicht gefragt.“

„Wir haben hier drüben überlegt, welche andere Möglichkeit es gibt, über den Fluss zu kommen. Uns ist aber nichts wirklich sinnvolles eingefallen.“

„Also zurück zum Anfang. Das heißt, ich fälle den Baum da vorn und mache ihn zu einer Brücke.“

„Und wie? Du hast weder eine Axt, noch sonst irgendwas.“

Ich überlege einen Moment. Umwerfen werde ich ihn nicht können, dafür ist er einfach mal zu dick und zu schwer. Bleibt also nur noch Fällen. Aber wir haben keine Säge und keine Axt …

„Mizu! Mach am anderen Ende vom Seil das Schwert fest, das ich für dich geschmiedet habe. Ich ziehe es dann zu mir herüber.“

„Willst du damit etwa den Baum fällen? Machst du das Schwert dabei nicht kaputt?“

„Keine Sorge, ich vertraue dem Schwert. Ich werde den Baum damit schon zu Fall bringen.“

Mizu zuck nur mit den Schultern, befestigt dann das Seil am Schwert und wirft es mir so weit wie möglich rüber. Gleichzeitig beginne ich, am Seil zu ziehen, sodass es nicht einmal im Wasser landet.

Wenn das nur auch mit Menschen funktionieren würde …

Ich gehe  vor dem Baum stehend in die Grundhaltung einer der wichtigsten Schwertkampftechniken, die ich überhaupt gelernt habe: Die Blitzklinge. Dabei wird das Schwert im Optimalfall so schnell gezogen, dass die Klinge während des Zugs für den Gegner unsichtbar wird.

Ich atme tief ein und dann aus, dann ziehe ich das Schwert.

In der Endposition angekommen, sehe ich mir an, wie viel Schaden mein Angriff an der Rinde angerichtet hat. Nicht sehr viel, leider. So dauert das noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

„Okay, dann schauen wir mal, ob mich mein Instinkt heute wirklich im Stich lässt. Da müssen wir uns jetzt durchbeißen, Sparks.“

Ich nehme das Schwert, dem ich in Anlehnung an die vielen Funken, die beim schmieden geflogen sind, scherzhaft den Namen Sparks (engl. Funken) gegeben habe, in beide Hände und lasse meine Kraft hinein fließen. Ob es klappen wird, keine Ahnung. Im Training unter Aufsicht meines Mentors hat es bisher nie geklappt, aber es gibt ja bekanntlich für alles ein erstes Mal.

Ich schließe meine Augen, beruhigen meine Atmung.

Konzentration … spüre den Willen der Klinge …

Wie lange ich schon so da stehe, ganz ruhig und die Spitze der Klinge etwa auf Nasenhöhe, weiß ich nicht. Da ich aber meine Muskulatur so weit wie Möglich entspannt habe, brennen meine Arme auch nicht, aber so langsam wird es mir etwas zu Warm an meine Hände …

Sekunde. Wieso ist das so heiß an meine Pfoten?

Erschrocken reiße ich meine Augen auf. Das Schwert in meiner Hand steht in Flammen. Von der Spitze bis etwa ein Viertel oberhalb des Griffs.

„Sparks, hä? Da habe ich dir ja wohl den richtigen Namen gegeben. Und nun komm, zeigen wir diesem überdimensionierten Streichholz, wie heiß wir sind.“

Doch, auch wenn ich mit einer brennenden Klinge deutlich mehr Schaden am Stamm hinterlasse, dauert es immer noch viel zu lange. Ich fresse mich zwar mit jedem Hieb stätig ein wenig tiefer hinein, aber das ist im Millimeter Bereich. Das muss doch auch irgendwie schneller gehen …

„Ha, ha, ha …“ , tönt ein hämisches Lachen in meinem Kopf. „Ich dachte, du wärst schlauer als das.“

Diese Stimme kenne ich nur zu gut. Es ist die Stimme des Schutzpatrons des Landes, der sich zu allem Überfluss ausgerechnet mich als sein Medium ausgesucht hat. Oder anders gesagt: Ich bin die aktuelle Brücke, das Verbindungsstück, zwischen ihm und den Menschen und Tieren dieses Landes.

Er ist zwar nicht gesprächig, dafür aber extrem hochnäsig und eingebildet und doch beugt er sich meinem Willen, was ich mir schwer erkämpfen musste.

„Du hast gut Lachen. Hast du eine bessere Idee?“

Unbeirrt hacke ich weiter mit dem Schwert auf den Baum ein.

„Für mich wäre es ein leichtes, den Baum mit einer meiner Pfoten umzuwerfen. Du müsstest mir dafür nur mal eben deinen Körper zur Verfügung stellen …“

„Nichts da! Ich mag zwar nicht die Allerhellste sein, aber darauf fall selbst ich nicht herein. Du willst dir doch nur meinen Körper unter die Klaue reißen, du verdammter alter Fuchs.“

„Tch. Hätte ja klappen können.“

„Machen wir einen Handel. Du hast fünf Minuten um den Baum umzuwerfen. Aber ich will mein Bewusstsein und meine Gestalt behalten. Wir bekommen ernsthafte Schwierigkeiten, wenn noch jemand heraus findet, dass ich dein *Gefäß* bin.“

„Was auch immer du sagst …“

„Und wenn ich sage *rück deine Kraft raus*?

„Bin ich durch den Vertrag zwischen uns gezwungen, dir all meine Kraft zu geben.“


Praktisch. Das wusste ich ja gar nicht.

„Na dann, alter Fuchs. Zeig mir, wie stark du bist und wirf den Baum um.“

Ich spüre, wie eine unbeschreiblich starke Kraft in mich hinein fließt und mir den Atem raubt. Es fühlt sich so an, als würde ich in dieser Kraft ertrinken.

„Guh …“

Doch ich kann mich nicht mehr bewegen. Egal, was ich auch versuche.

„Immer schön ruhig, mit den jungen Pferden. Du hast mir doch deinen Körper vorübergehend überlassen und du hast ausdrücklich gesagt, dass du dabei bei vollem Bewusstsein sein willst.“

Ich glaube, so langsam verstehe ich, warum ein Schutzpatron üblicherweise sein Medium schlafen schickt … Das fühlt sich sowas von eklig an …

Dann bewegen sich meine Arme und Beine gegen meinen Willen. Zuerst lässt mein Körper das Schwert in meiner Hand fallen, dann geht er um den Baum herum und stemmt sich mit aller Kraft dagegen. Doch viel passiert nicht.

„Große Klappe, nix dahinter.“

„Wenn du nicht so ein mickriger und schwächlicher Wurm wärst, bräuchtest du meine Hilfe gar nicht.“

„Hey! Im Gegensatz zu dir bin ich ein Mensch und kein Monster!“


Darauf schnaubt er nur. Lehnt sich aber weiter gegen den Baum.

Dann gibt es einen donnernden Knall und der Baum gibt nach.

„Was war das jetzt mit dem großen Maul?“

„Okay … Ich gebe zu, ich bin beeindruckt und jetzt gib mir meinen Körper wieder.“

„Hmpf!“


Dann spüre ich, wie mich die Kraft verlässt. Ich sinke auf meine Knie.

„Yuu!“

Mizu ist gleich der Erste, der über den Baumstamm läuft. Er beeilt sich so stark, dass er mehrmals mit den Füßen wegrutscht und beinahe in den Fluss fällt. Als er endlich das Ufer erreicht hat, atme ich auf. Er kommt sofort zu mir herüber gelaufen.

„Yuu, du bist einsame Spitze!“

Er fällt mir vor Freude um den Hals.

„Hey, könntest du das bitte lassen?“

Er reibt seine Wange an meiner, was mich dazu veranlasst, ihn mit aller Macht von mir weg zu drücken. Was aber nicht viel bringt, da er mich sofort wieder fest in seinem Griff hat.

„Ha, ha. Es muss schön sein, jung zu sein.“

Die anderen haben es auch über den Fluss geschafft und haben sich jetzt zu uns gesellt.

„Ähm … könnte mir mal jemand helfen? Ich wäre diesen Klammeraffen gern los.“

Doch alle lachen nur.

„Du solldesd disch gligglich schäddzn, so geliebd ze wärn.“

„Stimmt, da könnte man glatt neidisch werden. Wenn mich nur auch mal ein echter Mann so in den Arm nehmen würde …“

„Mizu ist bestenfalls halbstark und noch komplett grün hinter den Ohren.“

Darauf hin schmollt Mizu, lässt mich aber nicht los.

Na, wenn er mich nicht loslassen will …

Ich stehe mit einem Ruck auf und beginne umher zu springen.

„Komm … schon … Mizu … lass … endlich … los …“

Irgendwann verlässt ihn seine Kraft und er lässt los.

„Puh, na endlich.“

„Aber ich muss schon sagen, ich bin überrascht, dass du den Baum umwerfen konntest.“

„Äh, ja … naja …“

„Meine Schwester ist halt einfach die Stärkste!“

Und schon hängt der Klammeraffe wieder an meinem Hals.

„Ah … nun … eigentlich hatte ich ein bisschen Hilfe.“

„Yuu!“

Mein Bruder sieht mich vielsagend an.

„Ist schon okay, Mizu. Spätestens an der Front werden sie es erfahren. Wenn ich mit voller Kraft kämpfe, werde ich mich auch darauf verlassen müssen.“

„Iehr schbreschd in Rähdsln.“

Ich drücke meinen Bruder von mir weg und diesmal bleibt er mir vom Hals, dann stelle ich mich zwischen ihn und den Dorfvorsteher.

„Um ehrlich zu sein, habe ich euch etwas wichtiges verschwiegen. Ich bin die erste bekannte Inkarnation des hiesigen Schutzpatron seit  der Zeit des Urahns. Nachdem er mich geprüft hat, um zu sehen, ob ich seiner würdig bin, hat der Patron es mir gestattet, seine Kraft nach belieben zu nutzen.“

Die drei Dorfbewohner sehen mich entsetzt an.

„Wisst ihr, um welche Art Tier es sich bei unserem Schutzpatron handelt?“

„In den alten Geschichten wird davon gesprochen, dass es sich um einen Fuchsgeist handelt.“

„Richtig. Ein übergroßer Fuchs, dessen Atem Berge einäschern und dessen Rutenschlag Erdbeben auslösen kann. Wundert es euch dann noch, dass ich den Baum einfach so umschubsen konnte? Der Fairness halber muss ich zugeben, dass ich den Fuchs habe die Arbeit machen lassen.“

„Der Schutzpatron der Felder und Wälder. Der große goldene Fuchs. Kaum zu glauben, dass er sich nach so langer Zeit wieder eine Hülle gesucht hat. Jetzt verstehe ich, warum Ihr die nächste Regentin werden sollt.“

„Had der eschd zähn Schwändze? Odor is das nurn Gerüschd?“

Bei dieser Frage kratze ich mir nachdenklich am Kinn.

„Ich muss zugeben, ich habe seine Schweife noch nie gezählt, aber es sind viele. Ob es aber nun acht, zehn, oder fünfzehn sind, kann ich euch nicht sagen.“

„Es sind zehn.“

„Hm … er meint selbst, es wären zehn.“

„Du gannsd middn gwadschn?“

„Als seine Inkarnation sollte ich das können und er hört alles mit, was ihn interessiert. Zumindest solange, wie er nicht schläft. Und da er eher dazu neigt, nachtaktiv zu sein … naja, ihr könnt es euch denken. Er bekommt nur selten etwas mit. Heute hatte ich Glück, dass er zufällig grade wach war.“

„Er hat sich über mich lustig gemacht …“, ergänze ich kleinlaut.

Ich hebe das Schwert vom Boden auf und verstaue es in seiner Scheide. Doch als ich es an meinem Gürtel befestigen will …

„Ich habe mich entschieden, Yuu. Kann ich dieses Schwert haben?“, sagt mein Bruder und streckt die offene Hand nach mir aus.

„Ich dachte schon, du fragst nie.“

Ohne noch ein weiteres Wort lege ich ihm das Schwert in die offene Hand.

Doch noch bevor er es an seinem eigenen Gürtel festmachen kann, hält er plötzlich in der Bewegung inne.

*Rumpel*

Und mir wird schlagartig klar, warum er sich nicht weiter bewegt. Ein Gewitter zieht auf. Der Himmel ist zwar noch vollkommen klar, aber das kann sich bei uns binnen von wenigen Minuten ändern.

Ich winke mit meiner Hand vor Mizu‘s Augen.

„Hallo? Erde an Mizu. Bist du noch da?“

Doch wie zu erwarten reagiert er nicht.

„Tetsu, ich brauch hier mal deine Hilfe. Tora, kannst du uns auf die Schnelle einen sicheren Unterschlupf suchen? Da zieht ein Gewittersturm auf. Tetsu, nimmst du die andere Seite von Mizu? Der Junge ist zu Stein erstarrt und wird sich wohl nicht rühren, bis das Gewitter weitergezogen ist.“

„Isch fohrschdehs nih. Worum issor ieborhaubd ä Schdein gewordn?“

„Wenn wir einen sicheren Unterschlupf haben, kann ich versuchen, es euch zu erklären aber wir sollten uns jetzt erstmal beeilen, in Sicherheit zu kommen.“

Ich stecke Mizu das Schwert an den Gürtel, nehme ihm mein Schwert ab und zerre ihn dann zusammen mit Tetsu zu einem ausgehölten Baumstamm, der glücklicherweise nicht zu weit entfernt ist und uns vor dem Gewitter Schutz bieten sollte.

***

Q&A

Autor: Na, das war doch mal was anderes. Jetzt stand Mizu mal im Mittelpunkt.

Mizu: Könntest du das zukünftig lassen? Ich weiß nicht, ob ich das dauerhaft aushalten würde.

Yuuko: Warum warst du überhaupt im Mittelpunkt? In der Geschichte sollte es doch eigentlich um mich und meine Abenteuer gehen.

Autor: Nun, Mizu musste für das allgemeine Verständnis mal einspringen, während du ertrunken bist.

Yuuko: Du hast mich echt ersaufen lassen? Wie herzlos bist du? Du lässt deine Protagonistin ertrinken!

Autor: Was willst du von mir? Du hast es doch überlebt. Nun beklag dich nicht, du wirst immerhin noch einige weitere Male beinahe sterben.

Yuuko: Darauf freue ich mich bestimmt nicht.

Autor: Nun, wie wir alle inzwischen gemerkt haben sollten … nah, Yuuko, halt dir mal die Ohren zu, das musst du jetzt nicht mithören.

Yuuko: Erst ersaufe ich, dann darf ich das wirklich interessante nicht hören. Frechheit!

Tetsu: Jetzt sollten eigentlich alle wissen, in wen Mizu hier verliebt ist.

Kina: Auch wenn ich dich beim besten Willen dabei nicht unterstützen kann.

Autor: Hey, das ist meine Geschichte. Ich werde schon nichts so verwerfliches schreiben.

Alle anderen: Bist du dir da wirklich so sicher?

Autor: Ich hab nen Sockenschuss, das gebe ich zu, aber so weit geht es dann doch noch nicht. Warum ich Mizu beide Daumen drücke, erfahrt ihr am Ende des ersten Buches, also in Kapitel 21.

Mizu: Was verheimlichst du hier?

Autor: Ich sage nur so viel: Man sollte nicht immer alles glauben, was auf Papier steht.
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