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A B B I T T E

von A wie Ana
Kurzbeschreibung
GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Furlan Church Hanji Zoe Irvin / Erwin Smith Isabel Magnolia Levi Ackermann / Rivaille OC (Own Character)
12.07.2021
21.01.2022
40
325.686
29
Alle Kapitel
222 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
15.01.2022 8.106
 
Guten Morgen, meine Lieben!

Zuerst einmal möchte ich mich natürlich für all eure schönen Rückmeldungen, eure Unterstützung und euren Zuspruch bedanken! Es ist wirklich nicht selbstverständlich so lange Texte zu bekommen, wie ich sie zu meinen Geschichten bekomme, und ich bin wirklich sehr dankbar dafür, dass ihr eure Gedanken und Gefühle hinsichtlich ABBITTE so ausführlich und anschaulich mit mir teilt! Es macht wirklich großen Spaß eure Reviews zu beantworten, damit quasi also auch im Austausch mit euch zu stehen. Und ich bin so happy darüber, dass ich eine kleine Lesergemeinde habe, die sich wirklich zu jedem meiner Kapitel so wunderschön meldet!
In diesem Kapitelchen bekommen wir wieder einen kleinen (oder auch großen) Einblick in Levis Vergangenheit - die ja, trotz dessen, was gerade alles passiert, nicht weniger wichtig für ihn selbst und diese Geschichte ist. Es ist ehrlich gesagt sogar eines meiner Lieblingskapitel, weil darin auch seine Freundschaft zu Farlan und Isabel etwas mehr beleuchtet wird. Aber nicht nur das, auch das Heroin rückt ein wenig in den Mittelpunkt - eine Thematik, die leider eine viel zu große Rolle in Levis Leben spielt. Immer noch.
Ich wünsche euch viel Freude damit und würde mich natürlich wie immer über eure Rückmeldungen freuen! Bleibt alle schön gesund und munter,

A wie Ana

Content: Gewalt, Kraftausdrücke, Depressionen, Anxiety, Alkohol- und Drogenmissbrauch




LEVI


Als ich mitten in der Nacht aus dieser beschissenen Lagerhalle trete, fühle ich mich widerlich. Irgendwie dreckig, irgendwie beschmutzt. Meine Handgelenke schmerzen, die Knöchel sind leicht angeschwollen und aufgeschürft, und obwohl ich meine Hände gefühlt stundenlang unter dem warmen Wasser aus diesem abgefuckten Wasserhahn gewaschen habe, so fühlen sie sich immer noch so an als würde Blut an ihnen kleben. Sein Blut. Und nicht meines.
Eigentlich fühle ich aber auch nichts bis auf den leicht pochenden Schmerz in meinen Fingern, weil ich es nicht mehr gewohnt bin so kräftig zuzuschlagen. In mir ist irgendwie nichts. Mein Kopf ist leer, weil ich meine Gedanken kaum ordnen kann und zulassen will ich sie schon einmal gleich gar nicht, weil sich die Bilder von eben dann einfach nur wiederholen würden, ständig, immer und immer wieder. Ich würde sein Gesicht sehen, es würde wie ein abgefucktes, leuchtendes Neonschild in meinem Gedächtnis hängen, ganz vorne, und ich würde seine Stimme hören, wie er versucht mich umzustimmen, wie er um Gnade bettelt und mir Versprechungen macht, wie sie jeder verschissene Junkie macht, wenn es hart auf hart kommt. Aber das will ich gerade nicht. Es ist besser, wenn ich all das, was heute passiert ist, einfach nur aus meinem Gedächtnis lösche, weil es bei einer einmaligen Gefälligkeit bleibt und ich auch nicht wirklich über das nachdenken will, was ich getan habe.

Auf dem Weg zu meinem Wagen wird mir trotzdem übel. In meinem Magen verknotet sich etwas und die Kotze steigt meine Brust nach oben, aber ich schlucke nur schwer und ziehe mit zitternden Fingern meine Zigaretten aus meiner Jackentasche, zünde mir einen der Glimmstängel an, um mich hinunterzubringen. Wahrscheinlich sollte mich die Aktion heute nicht mehr so aus der Ruhe bringen, wahrscheinlich sollte es mich nicht einmal kümmern, weil ich etwas wie heute früher so oft getan habe, es war irgendwo mein Alltag, aber es ist so lange her und ich kann damit einfach nicht mehr so umgehen wie damals. Vielleicht konnte ich das früher auch nur, weil mich das H begleitet hat, weil es mir meine Menschlichkeit, meine Gedanken und Gefühle einfach genommen hat und es deshalb leichter war einfach nur zu tun, was mein Job war.
Das ist heute nicht mehr so. Heute bin ich nicht high. Ich bin nicht einmal betrunken. Heute habe ich all das live und in Farbe, völlig bewusst, mitbekommen. Und deshalb…
Draußen ist es längst dunkel, ich habe keine Ahnung, wie viel Uhr es ist und wie viele Stunden ich in dieser verschissenen Lagerhalle damit zugebracht habe zu tun, was ich früher ständig getan habe, und es regnet. Der Geruch von Regen bringt mich ein wenig hinunter, weil ich ihn schon immer mochte, vor allem dann, wenn es etwas wärmer draußen wird, aber wirklich ruhig stimmen tut er mich nicht, weil er von dem Geruch des Metalls und des Blutes begleitet wird. Etwas, das ich in den letzten Stunden vehement versucht habe einfach auszublenden, aber funktioniert hat es nicht. Der Geruch klebt in meiner Nase, an meiner Kleidung, an meiner Haut. Ich rieche nach Gewalt. Nach Blut. Nach seinem Blut. Nicht nach meinem.
Sein Betteln zu ignorieren war in diesem Moment viel leichter als diesen Gestank. Ich hätte ehrlich nicht geglaubt, dass ich so schnell zurück in diese Rolle finden würde, und in diesem Moment war es leicht, aber jetzt…holt es mich ein. Jetzt ist es schwierig. Und ich verabscheue mich für das, was ich getan habe, weil ich längst kein Teil mehr meiner Familie und ein anderer Mensch bin. Früher habe ich nicht gezögert. Niemals. Ich habe getan, was man von mir verlangt hat, so, wie es von einem Sprössling der Familie Ackerman erwartet wird. Aber wahrscheinlich hat nur das H mir dabei geholfen, die Gewohnheit, die Routine, die Tatsache, dass ich keine andere Wahl hatte, und hier…hatte ich sie. Ich hatte die Wahl. Und gleichzeitig irgendwie auch nicht.
Ich will Kenny keinen Gefallen schulden, weil ich weiß wie das ist. Also habe ich ihm diesen getan und damit meine Schuld beglichen. Der Preis dafür war hoch, aber er war es auch wert. Wahrscheinlich hätte ich für Petras Testament wirklich alles getan und Kenny wusste das genauso gut. Und jetzt stehe ich hier, mit einer Kippe im Mund, die bereits nass vom Regen ist, fühle mich widerlich und hässlich und abgefuckt und trotzdem fühlt es sich an wie Erleichterung, weil ich es für sie getan habe und nicht einfach nur so aus einem Spaß heraus, wie es früher so oft der Fall war.
Wahrscheinlich wird mich diese Scheiße eine ganze Weile lang begleiten, weil ich jetzt nichts mehr habe, das sie einfach aus meinem Gedächtnis tilgt. Wahrscheinlich werde ich die ganze Nacht über daran denken, wahrscheinlich auch den ganzen, morgigen Tag, vielleicht auch den darauf. Dieser Geruch wird nicht verschwinden, egal, wie vehement ich versuche ihn von mir zu waschen, und sein Gesicht wird genauso wenig einfach verblassen, weil es schließlich ein Mensch war, dem ich das angetan habe und nicht einfach nur ein Objekt. Aber…rückgängig machen kann ich es nicht mehr. Es ist zu spät.

Ich werfe meine Zigarette auf den Boden und entsperre meinen Wagen, ziehe die Fahrertür auf. Die Schritte, die sich mir nähern, lassen mich aufsehen und als ich Kenny sehe, der auf mich zukommt, sacken meine Schultern fast automatisch nach unten. Er rückt seinen Hut gerade, dieses hässliche, alte Teil, das er schon hatte als ich noch ein Kind war, und bleibt vor mir stehen, greift nach meinen Händen und drückt sie fest.
„Danke für deine Hilfe“, sagt er, es klingt sogar einigermaßen ehrlich, weil ich weiß, dass er wirklich dankbar dafür ist, aber mir entkommt nur ein missbilligendes Geräusch, ehe ich ihm meine Hände entziehe. Mein Blick fällt auf die drei Männer, die im Schutz des Vordaches der Lagerhalle stehen und rauchen, ihre Augen sind auf uns gerichtet, ich kann es sehen, obwohl es dunkel ist, aber ich wende mich genauso schnell wieder ab. Wahrscheinlich hat es sie auch überrascht, dass ich wirklich hierher kommen würde.
„Ich hatte sowieso keine andere Wahl“, sage ich schließlich zu Kenny, der immer noch vor mir steht, und seine Mundwinkel zucken leicht nach oben, aber er antwortet nicht. Ist auch nicht nötig. Wir wissen beide, dass es die Wahrheit ist.
Ich mustere ihn noch ein paar Sekunden, dann steige ich in meinen Wagen und ziehe die Tür hinter mir zu. Es gibt nichts mehr zu sagen, für heute habe ich meinen Soll erfüllt. Und ich hasse es Kenny etwas zu schulden, ich hasse es, aber zumindest…gibt es jetzt nichts mehr, das ich ihm schulde. Er hat mir gegeben, was ich wollte, und im Gegenzug musste ich wieder einer von ihnen werden. Vielleicht sollte es sich anfühlen wie früher, aber eigentlich…fühlt es sich nur an wie Scheiße.
Kenny hält mich nicht auf, als ich meinen Wangen starte und von der Bordsteinkante fahre, aber dazu hat er auch keinen Grund. Er hat schon früher, während all dieser Scheiße mit dem H, versucht mich nicht mehr so extrem in seine Geschäfte einzubinden, aber zu mehr wäre ich wahrscheinlich sowieso nicht in der Lage gewesen; ich war jeden Tag high, dementsprechend für nichts Wichtiges mehr zu gebrauchen. Also hat man mir die Reste überlassen, die ich beseitigen sollte, weil man wusste, dass ich, trotz oder vor allem wegen des Heroins, gut darin sein würde. Und das war ich. Gefühlt habe ich damals überhaupt nichts, nicht eine einzige Sekunde. Meine Gedanken waren immer beim H. Aber heute…
Ich schaffe es gerade einmal vier Straßen weiter, aus dem Industriegebiet heraus, ehe meine Hände anfangen zu zittern und ich am Straßenrand halten muss, weil es mir für einen Moment schwer fällt zu atmen. Ich schalte den Motor ab und löse meine Hände vom Lenkrad, reibe mir fahrig über das Gesicht. Mir wird übel, aber ich schlucke den bitteren Geschmack wieder hinunter und versuche ruhiger zu werden.
Etwas wie das habe ich ewig nicht mehr getan. Und was dachte ich? Dass ich damit genauso locker umgehen kann wie sonst auch? Hätte ich eine andere Wahl gehabt, hätte ich mit Freuden darauf verzichten, wirklich. Die hatte ich aber nicht wirklich und deshalb habe ich etwas getan, das ich seit Jahren nicht mehr getan habe und das ich eigentlich auch niemals wieder tun wollte. Ich wollte niemals wieder dieser Mensch sein, der das Leben von anderen ruiniert. Aber ich habe mich nicht einmal gewehrt, nicht einmal Nein oder Vergiss es gesagt. Ich habe einfach nur getan, was Kenny von mir verlangt hat, weil es der Preis dafür wert war.
Ich habe keine Ahnung, wer dieser Mann ist, dem ich das angetan habe. Wie er heißt, wie alt er ist, ob er eine Familie hat oder nicht. Und wahrscheinlich spielt es auch keine Rolle, weil ich es mir in solchen Momenten nicht leisten kann darüber nachzudenken. Dafür holen sie mich jetzt ein, diese Fragen, und sie wühlen mich auf, obwohl ich nicht dachte, dass sie mich kümmern würden. Das tun sie aber.

Ich ziehe meine Zigaretten aus meiner Jackentasche und zünde mir noch eine von ihnen an, werfe dann einen Blick auf mein Handy, weil ich nicht darüber nachdenken will. Und tatsächlich, die Gedanken verschwinden für einen Augenblick, als ich sehe, dass Isabel mich angerufen hat, mehrere Male, in den letzten Stunden, die ich in dieser verschissenen Lagerhalle damit zugebracht habe etwas zu tun, das ich niemals wieder tun wollte. Erwin hat mir ebenfalls geschrieben, ein paar Nachrichten, die ich weder lesen kann noch will, aber ich lösche den Chat und suche dann Isabels Nummer heraus, rufe sie zurück. Sie nimmt den Anruf sofort an.
„Du hast angerufen?“, begrüße ich sie und sie schnauft leise, nicht, weil sie wütend oder beleidigt ist, sondern weil sie so erleichtert ist von mir zu hören. Ich höre im Hintergrund eine Tür auf und zu gehen, dann fängt sie an zu sprechen und meine Schultern sacken nach unten.
„Kannst du zu Farlan kommen? Ihm geht es nicht so gut“, sagt sie, sie klingt besorgt, und ich atme tief aus, versuche das Szenario, das ich gleich darauf im Kopf habe, einfach auszuradieren, aber wenn jemand ein verschissener Drogenabhängiger ist, ist verfickt nochmal alles möglich. Ich öffne das Fenster und werfe meine Kippe raus, stelle das Handy auf Lautsprecher, ehe ich meinen Wagen wieder starte und sofort losfahre.
„Was ist passiert?“, höre ich mich fragen, mit einem Mal bin ich wieder gefasst, weil das, was ich getan habe, jetzt sowieso keine Rolle mehr spielt, das hier ist wichtiger und zumindest wieder ein wenig mehr Normalität, und Isabel schweigt eine Sekunde, ehe sie sagt:
„Nicht am Telefon.“
Als sie auflegt, kann ich aber trotzdem nicht verhindern, dass mich die Unruhe überfliegt. Ich würde nicht behaupten, dass es in den letzten Wochen etwas bergauf ging mit Farlan, dass er seinen Konsum besser unter Kontrolle hatte, aber er war zumindest niemals wieder so high, dass wir ihn aus dem verschissenen Eden karren mussten. Dass er fast jeden Tag gedrückt hat, ist mir trotzdem klar, aber es tröstet mich immerhin ein wenig, dass er sich nicht das Hirn weggeschossen hat mit diesem Dreckszeug und sich weder Isabel noch ich darum kümmern mussten, dass er nicht abkratzt. Das letzte Mal ist mir extrem eindrücklich im Gedächtnis geblieben, es hat mich irgendwo auch getriggert, und jedes Mal, wenn ich ihn so high sehe, überkommt mich ein Widerwille.
Zum einen, weil ich mich sorge, weil ich will, dass er damit aufhört, es wird ihn irgendwann umbringen, und zum anderen…weil es mich immer noch lockt und es mir schwer fällt mich dagegen zu wehren. Ich will mich damit nicht noch mehr beschäftigen, ich will, dass es aus meiner verfickten Nähe verschwindet, dass es einfach verpufft als würde es nicht existieren, aber das funktioniert so nicht. Es ist schwer. Verdammt schwer. Wahrscheinlich würde mich die ganze Scheiße mit Walter und Erwin, mit dem, was ich heute getan habe, mit all meinen Freiern und Farlan und Isabel nicht einmal ansatzweise so sehr kümmern, wenn ich high wäre, wie sie es jetzt tut. Und manchmal…
Natürlich sehne ich mich danach. Das H und ich haben eine Vorgeschichte, die romantisch begann und hässlich endete. Und trotzdem, obwohl es mir den Menschen genommen hat, der mir am nächsten stand, kann ich nicht aufhören darüber nachzudenken und größtenteils die schönen Seiten daran zu sehen, obwohl ich die hässlichen zu Genüge erlebt habe. Der Entzug war die Hölle, wirklich. Ich bin in dieser einen Woche durch die Hölle gegangen. Aber nicht nur, weil ich gefühlt jede Stunde kotzen musste, weil mir kalt und dann wieder heiß war, weil ich Muskelzuckungen hatte, die mich vom Schlafen abgehalten haben, sondern einfach…weil das H das einzige war, an das ich denken konnte, obwohl ich diese Hölle für Petra durchgemacht habe und dafür, um weiterleben zu können. Meine Gedanken waren trotzdem nur beim H. Ständig. Ununterbrochen.
Und es wurde besser mit der Zeit, aber heute kreisen meine Gedanken trotzdem hin und wieder nur darum. Um einen Schuss oder auch nur um ein bisschen Pulver, das ich ziehen kann, damit es mir besser geht. Gerade jetzt könnte ich es brauchen. Aber das geht nicht.
Ich habe auch versucht der ganzen Scheiße mit Walter und Erwin mit anderen Drogen zu entkommen. Mit einer Menge Alkohol, mit Koks, sogar mit allen möglichen Beruhigungsmitteln, obwohl sie mich zu sehr an das H erinnern und ich sie deshalb nicht nehmen sollte. Aber es hat nie in dem Ausmaß funktioniert, in dem ich es mir wünschen würde. Spätestens nach einem Tag sind die Gedanken wieder in mir hochgekrochen und ich wusste wieder nicht, was ich tun soll. Im Grunde genommen weiß ich das auch bis jetzt nicht. Ich habe keine Ahnung. Und es ist irgendwo irritierend, dass ich ganz offensichtlich, obwohl es keinen Ausweg gibt, dennoch nach einem Weg suche, nach einer Lösung für diese beschissene Situation, in der ich mich nicht befinden will.

Seitdem Erwin und ich telefoniert haben, nach einer halben Ewigkeit, haben wir das nicht noch einmal getan geschweige denn uns gesehen. Er hat es versucht, mehrere Male, hat mich angerufen oder mir Nachrichten geschickt, aber ich habe auf nichts von beidem reagiert, weil es wirklich besser ist, wenn er sich das spart und sich meine Worte einfach zu Herzen nimmt. Er sollte das alles abhaken und weitermachen, mich und meine Nummer aus seinem Gedächtnis radieren und sich nicht in Dinge einmischen, die er sowieso nicht ändern kann, weil er damit auf die Fresse fliegen wird. Er kennt Walter nicht so gut wie ich, er weiß nicht, was dieser Wichser alles bereit zu tun ist, damit wir uns voneinander fernhalten, und Erwin muss das alles auch nicht wissen, weil ich ihm zutrauen würde, dass er dann umso mehr dafür kämpfen wird, dass wir uns sehen.
Aber das soll er nicht. Er soll sich einfach von mir fernhalten, weil es das Beste für uns beide ist. Also ignoriere ich ihn, vergrößere die Distanz zwischen ihm und mir und hoffe, dass er es einfach hinnimmt, aber das tut er nicht, weil er nicht blöd ist. Sehr zu meinem Leidwesen. Er kennt mich bereits viel zu gut, er weiß, dass mehr dahinter steckt. Erwin ist nicht bescheuert und seitdem Walter ihn angesprochen hat, stellt er sich sicherlich noch mehr Fragen als es gut für ihn ist. Und ich…ich habe keine Ahnung, was ich jetzt noch machen soll bis auf das hier. Ich denke schon, dass Erwin gut auf sich aufpassen kann, aber es wird genauso laufen wie immer: alles um mich herum wird zu Scheiße, wenn sich die Menschen nicht von mir fernhalten und hier wird es ganz genauso sein. Es sprechen mehr Gründe dagegen sich mit ihm zu treffen als dafür, noch dazu ist Walter verdammt unberechenbar und ich lege es nicht darauf an egoistisch zu sein, das Leben meiner Freunde zu ruinieren, nur weil ich mich mit Erwin treffen will, weil ich…
Wir haben uns seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen, aber…nun, wenn ich so daran zurückdenke, fühlt es sich eher an wie ein Traum. Was vielleicht auch besser so ist, weil es niemals mehr war als das. Ich habe nie geglaubt, dass da irgendetwas laufen könnte, das dem mit Petra so ähnlich ist, oder dass das funktionieren wird, und gehofft habe ich es auch nicht, aber Erwin ist kein schlechter Mensch. Er wäre bereit eine Freundschaft zu akzeptieren, bei der ich bestimmen dürfte wie tief sie geht. Aber genau das ist eben das Problem: ich kenne diese Grenze nicht. Ich weiß nicht, wann ich bei ihm Stopp sagen muss. Wann ich wieder eine Grenze ziehen muss, damit er nicht noch mehr in diesen beschissenen Strudel gerät, der sich mein Leben nennt.
Er weiß die schlimmsten Dinge noch nicht über mich. Und wenn ich mich ihm öffne, nur ein wenig, wenn auch unbewusst, weil ich das bei Erwin ständig tue, wird er sie sehen, auch, wenn er nur an der Oberfläche kratzt. Er muss diese Dinge nicht wissen. Diese Dinge sind…der Grund dafür, warum ich so etwas nicht will. Nicht einmal Petra konnte ich alles erzählen, es ist mir schon immer schwer gefallen über mich zu sprechen und über das, was in mir vorgeht, und bei Erwin…
…er provoziert es beinahe jedes Mal. Kitzelt es irgendwie aus mir heraus, niemals böswillig, und er bleibt trotzdem, obwohl er hässliche Seiten an mir gesehen hat, und ich…mir geht das zu nah. Es ist so wirklich am besten. Was Erwin will, kann ich ihm nicht geben. Dabei hat er es verdient. Das hat er wirklich. Er sollte sich nur jemanden suchen, der besser zu ihm passt. Um den er sich nicht ständig Sorgen und Gedanken machen muss. Jemanden, der nicht so verkorkst ist wie ich und Dinge getan hat, die er sich nicht einmal vorstellen kann. Jemanden, der nicht so extrem mit Berlin verbunden ist wie ich es bin, der seine Freundin nicht getötet hat, der nicht säuft, so wie ich, und sich an fremde Männer verkauft, die ihn besitzen wollen.
Was denkt er denn? Das alles wird niemals verschwinden, weil das mein Leben ist. Es hätte also sowieso keine Zukunft.

Als ich bei dem großen Haus ankomme und den Wagen abstelle, fühle ich mich noch erschlagener als zuvor. Mein Schädel schmerzt und die aufgeplatzten Stellen an meinen Fingerknöcheln haben angefangen zu brennen und noch dazu ist mir leicht übel, weil ich das Gefühl habe die Scheiße, mit der ich mich beschäftigen muss, würde jeden Tag einfach nur noch wachsen und wachsen und wachsen. Aber ich versuche gelassen und gefasst zu bleiben, mich zu sammeln, weil ich hier gebraucht werde und Isabel und Farlan auf mich zählen. Ich denke nicht, dass er am Abkratzen ist, Isabel hätte am Telefon ganz anders reagiert, wäre das der Fall, aber normalerweise ruft sie mich auch nicht mehr an, wenn es Farlan dreckig geht, weil sie gelernt hat damit umzugehen. Dass sie es heute getan hat, macht mich ein wenig unruhig. Noch mehr Scheiße kann ich wirklich nicht gebrauchen.
Der Türsummer brummt nach ein paar Sekunden, nachdem ich auf die Klingel gedrückt habe, und als ich das Haus betrete, geht das Licht an. Eigentlich ist es ein schönes Haus, wenn auch extrem baufällig. Mit dem Geld, das Farlan im Eden verdient, könnte er sich auf jeden Fall etwas Besseres leisten, aber fast sein ganzes Gehalt geht für das H und für Partys drauf, was schon Alarmzeichen genug ist. Er verdient nicht so viel wie ich, weil er nicht bereit ist Dinge zu tun, die ich tue, aber er verdient genug. Genug, um sich einen schöneren Ort zum Leben leisten zu können, aber im nächsten Moment denke ich mir, wie bescheuert das ist und wie wenig Sinn das macht.
Das H ist sein Leben. Nicht die Wohnung, in der er nur vor sich hin existiert. Bei mir war es schließlich ganz genauso und heute ist es eigentlich immer noch so.
Isabel empfängt mich bereits an der Haustür, als ich oben ankomme, und sie sieht müde und abgekämpft aus. Sie trägt nur eine Jogginghose und irgendeinen Pullover, den ich ihr vor einer halben Ewigkeit einmal überlassen habe, und sie versucht sich sogar an einem Lächeln, als ich die Wohnung betrete, aber es misslingt ihr kläglich. Sie hat auch keinen Grund dafür, aber es ist bewundernswert, dass sie es trotzdem immer wieder versucht. Isabel ist zu gut für diese Welt, das war sie schon immer. Wenn es jemand am wenigsten verdient hat mit alldem konfrontiert zu werden, dann sie. Aber sie kümmert sich, sie liebt die Menschen, die ihr nahe stehen und wahrscheinlich würde sie wirklich alles dafür tun, dass es ihnen gut geht.
„Danke, dass du vorbeigekommen bist“, sagt sie leise und schließt die Tür hinter mir ab. Sie wirkt kurz zögerlich, aber dann schlingt sie die Arme um meine Hüfte und drückt mich für ein paar Sekunden und weil es Isabel ist und ich weiß, dass sie es in Situation wie diesen braucht, wehre ich mich nicht. Ziehe danach nur meinen Mantel und meine Schuhe aus und gehe ohne ein Wort in Richtung Schlafzimmer, sehe mit Erleichterung, dass Farlan offensichtlich nicht abgekratzt ist.
Er dümpelt im Bett herum, mit halb geschlossenen Augen, und sieht sich irgendeinen Mist auf Isabels Laptop an und der Anblick löst kurz ein merkwürdiges Gefühl von Übelkeit in mir aus, weil er einem anderen so ähnlich ist, aber ich wende mich nur ab und folge Isabel in die Küche, schenke uns beiden ein Glas von dem Rotwein ein, der auf der Küchenzeile steht.
„Was ist passiert“, frage ich, während wir uns an den Tisch setzen, und zünde mir eine Zigarette an, kippe mir ein wenig von dem Rotwein in den Mund, um meine Nerven zu beruhigen. Wahrscheinlich werde ich heute sowieso nicht in meine Wohnung fahren. Isabel in dieser Situation allein zu lassen ist für mich absolut undenkbar.
Isabel greift nach ihrem Glas und trinkt einen Schluck, schweigt dann ein paar Sekunden. Ihr Gesichtsausdruck wirkt besorgt, so, wie er es eigentlich fast immer tut, aber er wird etwas weicher und ruhiger, als sie tief ausatmet und mich ansieht.
„Ich hab ihn am Bahnhof getroffen, als ich auf dem Weg nach Hause war. Da war er schon extrem high, das ist jetzt sieben Stunden her und es wurde nicht besser“, sagt sie dann und ich runzele die Stirn, weil das der letzte Ort ist, an dem er sich normalerweise aufhält und weil das H, bei Gott oder wem auch immer, niemals so lange das bewirkt, was es bewirken soll. Wenn es so wäre…wäre jeder verschissene Junkie auf dieser Erde glücklich.
„Hat er gekotzt oder zwischendurch mal keine Luft gekriegt“, will ich wissen und trinke noch einen Schluck Wein, ziehe von meiner Zigarette. Mein Blick wandert fast automatisch in den Flur, ich kann diese bescheuerte Dokumentation hören, die Farlan sich ansieht, und mich überkommt ein Gefühl von Übelkeit, weil ich mich plötzlich zurückversetzt fühle in alte Zeiten. Wie oft ich schon mit ihm im Bett lag, high, zugedröhnt bis in die Vollen, kann ich nicht zählen, und gerade jetzt…
Ich wende den Blick gezwungenermaßen von dem Flur ab und sehe Isabel an, die den Kopf schüttelt.
„Nein. Nur irgendeinen Stuss geredet. Und ihm war für eine halbe Stunde extrem schwindelig.“
„Okay“ Ich werfe meine Zigarette in den Aschenbecher und atme tief aus.
„Was wollte er am Bahnhof, Is“
Isabel wirkt kurz zögerlich, aber dann sinken ihre Schultern herab.
„Kenny wollte ihm nichts mehr verkaufen. Oder Farlan hat seinen Dealer nicht erreicht, keine Ahnung. Er hat sich woanders was besorgt, bei irgendeinem Typen, den ich nicht kenne und den er offensichtlich auch nicht kennt. Ich glaub, dass das Zeug gestreckt war. Er war kaum ansprechbar und ich musste mir ein Taxi nehmen, um ihn hierher zu schaffen. Er war komplett hinüber.“
Ich asche meine Zigarette ab und greife blind nach meinem Weinglas, leere den Inhalt in einem Zug, ehe ich aufstehe und mir die Flasche hole, mir nachschenke.
„Hast du dir gemerkt, wie der Kerl aussah?“, frage ich schließlich und Isabel scheint kurz nachzudenken, dann hebt sie beinahe hilflos die Schultern.
„Nicht wirklich. Er war ziemlich jung. Und am Bahnhof hab ich ihn bisher auch noch nicht gesehen. Farlan war aber augenscheinlich…ziemlich verzweifelt und ich wusste nicht…“ Ihre Stimme bricht ab und sie beißt sich auf die Unterlippe. Mir entkommt ein resigniertes Geräusch.
„Kenny streckt seinen Scheiß nicht, das weißt du“, sage ich und lehne mich zurück, mustere sie. Sie nickt nur leicht.
„Und er versucht das zu kontrollieren. Ich kläre das mit ihm. Geht schließlich um seinen Ruf“, füge ich sarkastisch hinzu und Isabel nickt nur erneut und dann schweigen wir einen Moment.

Mir ist klar, dass nicht jeder seiner Dealer das Zeug so rein hält, wie es bei ihm ankommt, aber bisher konnte Kenny zumindest die Händler, die direkt unter ihm stehen und sich um Bekannte wie Farlan kümmern, immerhin ein Vorteil hat diese ganze Scheiße also, so weit kontrollieren, dass sie ihm keinen Mist andrehen. Dass heute keiner von ihnen auffindbar war, hatte seine Gründe, das, was ich heute getan habe, war nur ein Bruchteil dessen, dabei geht es um so viel mehr, und es hätte mir wohl klar sein sollen, dass Farlan sich dann eben irgendeinen der Kleindealer vom Bahnhof sucht, die ihre Scheiße mit Rattengift oder Schmerzmitteln oder anderem Dreck strecken.
Mir gefällt das nicht, obwohl es mir noch weniger gefällt, dass Farlan sich überhaupt Zeug besorgen muss, aber das hier…Kenny wird es auch nicht gefallen. Wenn er erfährt, dass irgendein scheiß Kleindealer seinen Kunden am Bahnhof auflauert, ihnen Scheißdreck verkauft und das dann die Runde macht, würde sein Ruf in den Dreck gezogen werden. Kenny legt einen Wert darauf. Sein Stoff ist der beste in der ganzen Stadt und er will, dass das so bleibt.
„Und was sollen wir jetzt machen“, reißt mich Isabels Stimme aus meinen Gedanken und ich werfe ihr einen Blick zu. Sie sieht müde aus, ihre Augen hängen auf Halbmast und sie ist blass, und dass sie trotzdem versucht halbwegs standhaft zu wirken und sogar zu lächeln, rechne ich ihr hoch an, aber es ändert nichts daran, dass selbst ein Blinder sehen würde wie fertig sie ist.
„Nichts. Er muss nur ausnüchtern. Keine Ahnung, wie lange das dauert, aber solange er nicht kotzt und er weiterhin atmet, ist alles okay. Du solltest im Eden anrufen und Bescheid sagen. Sag Mike, dass er krank ist oder sonst irgendwas. So lass ich ihn garantiert nicht dorthin gehen.“
„Okay“, sagt Isabel leise und dann schweigen wir einen Moment. Sie hat damit angefangen auf dem Tisch unsichtbare Muster, Kreise und Dreiecke zu malen, aber als sie den Blick hebt und mich mustert, sehe ich die Sorge auf ihrem Gesicht.
„Entschuldige, dass du herkommen musstest“, sagt sie schließlich und als ich nur die Augen verdrehe, räuspert sie sich. „Nein, wirklich. Du hattest bestimmt auch anderen Kram zu tun.“
„Es ist keine Frage, dass ich herkomme, wenn ihr mich braucht“, sage ich ehrlich und Isabels grüne Augen hängen noch einen Moment lang auf meinem Gesicht, ich sehe ihr an, dass sie drauf und dran ist mir Fragen zu stellen, erst recht, als ihr Blick auf meine Handknöchel fällt, aber ich schüttele nur den Kopf und sie schweigt. Besser so. Sie würde genauso wenig davon halten, dass ich heute etwas getan habe, das ich nie wieder tun wollte, wie ich und je weniger sie weiß, desto besser für sie. Das war schon früher so.
Ich ziehe meine Hände also vom Tisch und stehe auf, stelle unsere Gläser in die Spüle.
„Hat Farlan das Zeug noch?“, frage ich dann und Isabel nickt nur langsam, ihre Augen sind nicht argwöhnisch auf mich gerichtet, aber vorsichtig und besorgt. Sie stellt aber keine Fragen. Gut so. Sie muss nicht alles wissen.
„Okay. Zeig es mir.“


Als ich mich zwei Tage später mit Kenny treffe, fühlt es sich fast so an wie früher. Wir haben damals jeden Tag die Köpfe zusammengesteckt, Vorhaben und Pläne besprochen, es war eine Routine. Und wahrscheinlich war ich immer der einzige von all seinen Handlangern, der so in all das involviert wurde, der über alles Bescheid wusste und immer eine Ahnung von dem hatte, was als nächstes passiert, aber wenn ich ehrlich bin…würde ich heute nur liebend gern darauf verzichten, obwohl es mir damals, vor allem in der Anfangszeit, ein verdammt gutes Gefühl gegeben hat.
Ich habe mich wichtig gefühlt. Unabdinglich. Und das war ich auch. Es war mein Job von Kenny zu lernen, damit ich das Geschäft irgendwann einmal übernehmen kann, dementsprechend war ich immer und überall dabei. Wenn er sich mit einem Großabnehmer getroffen hat, mit seinem Händler, der ihm den Shit verkauft. Wenn wir Reviere abgesteckt und unsere Dealer gebrieft haben. Wenn wir uns mit dem Informanten bei der Polizei getroffen haben, um neueste Erkenntnisse auszutauschen und ihn daran zu erinnern, was alles auf dem Spiel steht. Ich war bei Partys dabei, um zu lernen wie man mit Kunden wie diesen umgeht, wie man gute Miene zum bösen Spiel macht, wie man Menschen erpresst mit dem, was ihnen lieb und teuer ist, wie man ihnen droht, wie man sie in Situationen bringt, aus denen sie nicht mehr so leicht herausfinden, um zu bekommen, was man will. Wie man Gefallen einfordert, wie man sie erwidert. Ich war bei alldem dabei, es war mein Lebensinhalt und ich bin ein guter Schüler gewesen.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich anfangs zu wagemutig war. Ich wollte Dinge im Alleingang regeln, großartig und rechthaberisch wie ich war, ohne Angst vor irgendetwas und mit viel zu viel Stolz in mir drin, und ich wollte mir einen Namen machen. Ich wollte, dass mich die Gefolgsleute meiner Familie respektieren und ich habe dafür, für meine jugendliche Dummheit und meine Arroganz, oft genug bezahlt. Kenny hat mich nicht oft geschlagen, er hatte eine andere Art, um mir zu drohen, aber mein Großvater hat dabei nicht oft gezögert. Er hat danach jedes Mal gesagt: Levi, du weißt, dass ich dich als meinen Enkel liebe. Aber ich liebe auch mein Geschäft, meine Familie und deshalb muss ich das tun. Verstehst du das?
Das habe ich tatsächlich. Ich habe es verstanden, auch, wenn es lange genug gedauert hat. Ich war ein schwieriges Kind, das in diese Familie hineingeboren wurde, das endlich das Gefühl gehabt hat irgendwohin zu gehören und ich habe mich viel zu schnell an all die Vorteile gewöhnt, die meine Familie zu bieten hatte. Viel Geld, immer einen warmen Schlafplatz, immer etwas zu Essen. Partys, Drogen, Kleider, Frauen oder auch Männer. Ich konnte machen, was ich will, solange ich ihnen keine Schande bereite, und ich habe es ausgenutzt, mit fünfzehn, sechzehn. Als ich älter geworden bin, musste ich ernster werden. Und ich habe auch erst dann verstanden, dass sich unsere Familie trotz des Wohlstandes und der gesellschaftlichen Anerkennung von all den anderen Familien unterscheidet.
Wir müssen bis heute hart dafür arbeiten. Wir buddeln in der Scheiße, tagein, tagaus, um diesen Wohlstand zu erhalten. Wahrscheinlich könnte Kenny trotzdem von heute auf morgen alles hinwerfen und keiner von uns müsste jemals wieder arbeiten, aber das tut er nicht, weil es das ist, was die Familie Ackerman ausmacht und weil wir beide aus einem ähnlichen Holz geschnitzt sind. Wir brauchen eine Aufgabe. Wir brauchen einen Grund. Sein Grund ist das Heroin, der Handel damit, die Tatsache, dass er sich damit profilieren kann, dass er respektiert und gefürchtet wird, und mein Grund…ist schon so lange nichtig geworden. Er ist nicht mehr existent. Früher habe ich es getan, weil ich es gebraucht habe. Ich musste mein Leben einfach mit irgendetwas Sinnvollem füllen und weil ich keine Alternative hatte, habe ich es getan. Gearbeitet, wie meine Familie es von mir verlangt und erwartet hat. Ich habe meinen Job gut gemacht. Ich war gut darin, meine Aufgaben zu erfüllen. Und dann war ich zu leichtsinnig und letztendlich…bin ich abgekackt.

Als ich vor dem großen Haus stehe, das Kenny sein Eigen nennt, zögere ich nicht, aber das merkwürdige Gefühl in meiner Magengegend kann ich trotzdem nicht ausblenden. Seit die ganze Scheiße mit dem H passiert ist, sehen wir uns nicht allzu häufig, wir vermeiden es auch uns zu treffen oder mehr miteinander zu tun zu haben als unbedingt notwendig. Kenny versucht Fehler im System wie mich aus seinen Geschäften herauszuhalten, weil sie schlecht dafür sind, weil sie geradezu nach Problemen schreien, und ich bin okay damit, weil ich niemals wieder mehr damit zu tun haben will als ich es muss. Aber ich gehöre trotzdem noch zu dieser beschissenen Familie und wahrscheinlich werde ich das auch immer tun. Es ist ein Konstrukt, in das ich hineingeboren wurde, obwohl meine Mutter versucht hat sich, und damit auch mich, davon zu lösen. Für eine Zeit lang ist es ihr auch gelungen, sie hat auf die Unterstützung unserer Familie verzichtet und versucht sich selbst etwas aufzubauen, aber letzten Endes ist sie nur durch eine hässlichere Scheiße gekrochen als diese hier.
Ich bin ihr dankbar dafür, weil ich weiß, dass ich heute noch viel unerträglicher und furchtbarer wäre als ich es schon bin, wäre ich bei meinen Großeltern aufgewachsen, und gleichzeitig…bin ich es irgendwie auch nicht, weil mir viele Dinge erspart geblieben wären, hätte sie mich in dieses Haus meiner Großeltern hineingeboren, wäre sie einfach dort geblieben. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen, sie war verzweifelt und wollte mir ein besseres Leben ermöglichen, aber wahrscheinlich hätte ich diesen Knacks, den ich heute habe, nicht, wäre sie einfach dort geblieben.
Für ihren Fehler musste ich auf verschiedene Arten bezahlen. Gegenüber meiner Familie musste ich mich niemals rechtfertigen, sie haben mich niemals spüren lassen, dass ich ein verschissener Bastard bin, dass ich nicht das Kind einer Verbindung bin, die sich meine Großeltern für meine Mutter vorgestellt haben. Ihr Leben war genauso vorgeplant wie es das ihres Nachwuchses war, wie es meines war. Aber sie hat sich dagegen aufgelehnt, sie hat sich gewehrt, genauso wie ich, und sie ist damit auf die Fresse gefallen. Ich kann mich daran erinnern, dass sie früher, als ich deutlich jünger war, oft von meinem Erzeuger gesprochen hat, davon, dass sie ihn geliebt hat, aber ich selbst durfte ihn nicht kennen lernen und ich weiß nicht einmal, ob er überhaupt existiert oder ob ich nicht doch einer dieser Unfälle bin, denen man letztendlich, wenn man sie zugelassen hat, nur ein besseres, wenig schuldbehaftetes Gefühl geben will.
Meine Großeltern haben später nie über diesen Mann gesprochen, ganz egal, wie oft ich gefragt habe, und irgendwann habe ich damit aufgehört, weil ich niemals eine Antwort bekommen habe. Kenny hat einmal gesagt, er wäre Russe gewesen, irgendein Kerl, ein unwichtiger Kerl, der mit Partnern meiner Familie gearbeitet hat, auf den sich meine Mutter eingelassen hat, weil er ihr ein besseres Leben versprach, aber letztendlich hat er sie doch sitzen gelassen und sie stand da, mit einem Kind im Bauch, das sie vor Enttäuschungen und einem Geschäft wie diesem, in das sie hineingeboren wurde, schützen wollte.
Funktioniert hat es nicht. Letzten Endes…bin ich doch bei der Familie gelandet, es war nicht einmal ein Thema. Das Jugendamt hat sich nicht nach Pflegeeltern oder einem Heim umgesehen, sie haben meinen Großeltern das Sorgerecht zugesprochen und letztendlich hat es Kenny bekommen, nachdem meine Großeltern abgekratzt sind. Vielleicht wäre es besser gewesen die Fotze vom Jugendamt hätte ein genaueres Auge auf die Umstände geworfen, aber das hat sie nicht. Sie hat nur den Wohlstand meiner Familie gesehen, das liebevolle Lächeln meiner Großmutter, die strenge Hand meines Großvaters. All den Luxus und Wohlstand, den ich in einer Pflegefamilie oder in einem Waisenhaus niemals bekommen hätte. Mir wurde eine erstklassige Schulbildung ermöglicht, ich hatte immer das, was ich brauchte. Materie, die in einem System wie diesem so viel mehr wert ist als die Liebe einer Familie. Aber das reicht aus, um herumgegeben zu werden wie ein Objekt. Wahrscheinlich hätte ich es in einer Pflegefamilie doch besser gehabt.

Ich ziehe noch ein letztes Mal von meiner Kippe, dann trete ich sie auf dem Boden aus und gehe die wenigen Stufen bis zu Eingangstür nach oben, drücke auf das goldene Klingelschild. Ich war zu oft in diesem Haus. Viel zu oft. Ich bin darin aufgewachsen, nachdem man mich hierher geholt hat, und ich hatte es gern, früher, aber heute…überkommt mich ein merkwürdiges Gefühl, wann immer ich es sehe.
Dieses Haus ist meine Familie. Erinnert mich an ernste Gespräche, an Prügel von meinem Großvater, an all das, was ich hatte, und an all das, was ich nie bekommen habe, obwohl ich es brauchte. Das hier war nie mein Zuhause. Es war mein Käfig. Und trotzdem bin ich jetzt hier. Hebe die Hand, um erneut auf die Klingel zu drücken, aber als die Tür aufgeht, lasse ich sie sinken.
Die junge Frau, die mich an der Tür empfängt, ist jünger als ich. Ihr rotes Haar fällt in Locken auf ihre Schultern und sie trägt nur einen seidenen Morgenmantel, der mehr zeigt als er verbirgt. Als sie mich anlächelt, verstehe ich beinahe sofort, dass sie keine Ahnung hat, womit Kenny sein Geld verdient, und dass es ihr eigentlich auch egal ist, solange er ihr geben kann, was sie braucht. Geld, Schmuck, Kleider, nette Abendessen. Im Gegenzug schläft sie mit ihm. Ein einfaches Geben und Nehmen, wie es so oft existiert auf dieser Welt.
„Ist Kenny da“, frage ich, während sie mich lächelnd mustert, sie macht keinerlei Anstalten mich zu fragen wer ich überhaupt bin und was ich von ihm will, und dann lächelt sie noch etwas breiter, lässt mich eintreten und schließt die Tür hinter mir. Mich empfängt der Geruch von Blumen und dunklem, polierten Holz und in meinem Magen zieht sich kurz etwas zusammen, aber ich blende es aus, als Kennys Stimme ertönt, am oberen Ende der Treppe.
„Scheiße, Kat, wie oft soll ich dir noch sagen, dass du nicht einfach irgendwelche Leute ins Haus lassen sollst“, sagt er, seine Stimme klingt wütend, und als er die Treppe hinunterkommt und mich sieht, ziehen sich seine Augenbrauen nach oben. Kat neben mir macht ein entschuldigendes Geräusch, aber Kenny winkt nur ab.
"Geh ins Wohnzimmer, ich kümmere mich nachher um dich", sagt er zu ihr und sie nickt nur und geht, ohne zu hinterfragen.
Kenny hat sich schon immer Frauen wie sie herausgesucht. Frauen, die nicht mehr wissen wollen als notwendig sind. Ein schlaueres Exemplar wäre bei seinem Berufsstand allerdings besser. Wenn sie mich so ohne Weiteres ins Haus lässt, ohne nachzufragen, wer ich bin und was ich von Kenny will, hat er irgendwann Bullen oder noch weitaus Schlimmeres in seiner Eingangshalle stehen. Aber Worte wie diese kann ich mir ihm gegenüber sparen. Das ist schon längst nicht mehr meine Sache.
„Du kommst früh“, sagt er zu mir, nachdem sich die Tür zum Wohnzimmer geschlossen hat, und ich zucke mit den Schultern, schlüpfe aus meinem Sommermantel. Er mustert mich kurz, dann dreht er sich um und geht die Treppe zurück nach oben, deutet mit einem Nicken an, dass ich ihm folgen soll.
Ich tue es ohne zu zögern. Steige die Stufen nach oben und zwinge mich dazu mich nicht umzusehen, aber ich kann es auch nicht verhindern. Es ist eine halbe Ewigkeit her, dass ich hier war, ich versuche es zu vermeiden, aber trotzdem fühlt es sich so an als wäre keine Zeit vergangen. Hier hat sich nichts verändert. Dieselben weißen Wände mit den teuren Gemälden, die Blumen, die wahrscheinlich Kat hier aufgestellt hat, weil sie denkt das hier würde für immer ihr trautes Heim bleiben, derselbe dunkle Echtholzboden, die antiken Tischchen, für die meine Großmutter ein Faible hatte. Ich hatte es gut hier. Das hatte ich wirklich. Aber ich hätte mit Freuden auf all den Wohlstand verzichtet, wäre ich dafür von dem ganzen Scheiß, mit dem meine Familie ihre Geschäfte macht, verschont worden.
Im ersten Stock ist es still. Die Tür zu Kennys Schlafzimmer steht offen, ich sehe die durchwühlten Laken, aber ich halte mich nicht damit auf, und folge ihm direkt in sein Arbeitszimmer am anderen Ende des Flures. Es war früher das Zimmer meines Großvaters, wie oft ich darin saß kann ich gar nicht zählen, und auch darin hat sich nichts verändert. Der schwere Schreibtisch steht noch immer vor dem Fenster, die Bücherregale sind ebenfalls noch da. Eigentlich mochte ich dieses Zimmer, weil es so aussieht als wäre meine Familie eine von vielen, spießigen anderen gewesen, aber gleichzeitig bringt es einen bitteren Nachgeschmack mit sich, weil darin Dinge passiert sind, die mein Schicksal besiegelt haben.
Mein Großvater war ein strenger Mann. Ein sehr altmodischer, geiziger noch dazu. Er war ein guter Geschäftsmann, der Kenny alles gelehrt hat, was er wusste, und Kenny hat dieses Wissen schließlich an mich weitergegeben. Genauso wie zu Kenny hatte ich zu meinem Großvater aber immer einen unterkühlten Draht. Das hier war nie meine Familie. Das hier…war das Geschäft. Und das ist es heute immer noch.

Kenny bedeutet mir mit einer Bewegung seiner Hand mich zu setzen, nachdem wir das Zimmer betreten haben, und ich schließe die Tür hinter mir, lasse mich in einem der Sessel vor dem Schreibtisch fallen. Er lässt sich Zeit damit, er sieht müde und noch älter aus als sonst, und schenkt uns beiden ein Glas Cognac ein, setzt sich dann hinter den Schreibtisch und schiebt mir das Glas zu.
Als er mich mustert, sehe ich, dass er nach Anzeichen sucht, aber er wird sie nicht finden. Auch nicht heute, obwohl es mir wirklich verdammt schwer gefallen ist dem Tütchen, das Isabel mir nach einem vorsichtigen und auch leicht skeptischen Blick überreicht hat, nicht noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als ich es bereits getan habe. Ich habe es weggeschlossen, kaum war ich Zuhause, aber ich habe es mir dennoch jeden Tag angesehen. Jeden, einzelnen, verfickten Tag, den ich darauf gewartet habe, dass Kenny sich Zeit für mich nehmen kann als wären wir in einem verdammten Architektenbüro und als wäre er ein Mann, der seine Brötchen mit netten Vorgärten und rosafarbenen Fassaden verdient.
Ich konnte mich nicht einmal davon abhalten. Wann immer ich Zuhause war, wann immer ich auch nur eine einzige Sekunde lang nichts getan habe, habe ich mich wie von selbst bewegt. Die Schranktür geöffnet, den Pullover herausgezogen, ihn auseinander gefaltet und das Tütchen in die Hand genommen, nur, um eine halbe Ewigkeit darauf zu starren, mit Zögern und Zweifeln im Bauch und mit Hummeln im Hintern. Und so fühlt es sich auch jetzt an, das Tütchen in meiner Hosentasche scheint beinahe auf meine Haut zu brennen, also atme ich tief durch und ziehe es heraus, werfe es Kenny vor die Nase. Das Maß an Erleichterung, das ich dabei empfinde, ist kaum zu beschreiben. Ich fühle mich sofort viel sicherer. In den letzten zwei Tagen war ich das nämlich nicht.
Kenny sieht mich noch einen Moment lang schweigend an, dann wendet er den Blick von mir ab und zieht sich das Tütchen heran, hebt dann die Augenbrauen.
„Woher hast du das“, fragt er mich, es klingt nicht besorgt, aber argwöhnisch, und ich ziehe meine Zigaretten auf meiner Hosentasche, zünde mir eine davon an, ehe ich antworte.
„Es gehört Farlan. Er hat es von irgendeinem Typen am Bahnhof gekauft. Ich wollte, dass du das weißt.“
„Hm“
Kenny öffnet das Plastikpäckchen und seine Nase kräuselt sich. Als er es wieder schließt und neben sich legt, bleiben meine Augen kurz darauf hängen, ich kann nicht einmal etwas dagegen ausrichten, aber ich zwinge mich dazu wegzusehen. Es war die richtige Entscheidung es ihm zu geben. Denn hätte es noch länger bei mir herumgelegen, wäre ich in Versuchung geraten. Ganz egal, dass der Shit offensichtlich mit irgendeinem Mist gestreckt ist, der mich ins nächste Nirvana katapultiert. Es wäre mir in einem schwachen Moment vollkommen egal gewesen.
„Ich hab mich umgehört“, sage ich schließlich, als Kenny nichts sagt, er scheint nachzudenken, und jetzt lehnt er sich zurück, leert sein Glas und sieht mich an. Er wirkt abwartend. Meine Schultern sinken resigniert herab.
„Keine Ahnung, wer der Typ ist, aber deine Straßendealer haben es ihm nicht verkauft. Also entweder hat mich jemand von denen beschissen oder du hast einen Konkurrenten auf dem Markt, der schlauer ist als du.“, sage ich letztendlich und Kennys Augenbrauen wandern noch ein Stück nach oben. Dann allerdings fängt er an zu grinsen.
„Du konntest nicht widerstehen, oder“, sagt er und ich runzele die Stirn. Er stellt sein Glas ab und zündet sich eine Zigarette an, ehe er ein Nicken andeutet. „Nett von dir, dass du dich umgehört hast. Aber du hättest gleich zu mir kommen sollen. Wir wissen schließlich beide was passiert, wenn du deine Nase zu tief in Dinge wie diese steckst.“
Ich öffne den Mund, um etwas zu sagen, schließe ihn dann aber wieder und schweige, weil Kenny irgendwo wahrscheinlich Recht hat. Ich vermeide es mit seinen Händlern zu sprechen, mich gar in ihrer Nähe aufzuhalten, weil ihre Nähe auch immer die Nähe vom H bedeutet, aber in diesem Fall ging es mir nicht um mich. Was wahrscheinlich aber auch verschissen egal ist, wenn man ein verfickter Junkie war. Und vielleicht immer noch ist.
„Was auch immer“, sage ich dann aber schließlich und drücke meine Zigarette aus, in diesem beschissenen Perlmutt-Aschenbecher, der meinem Großvater gehört hat. Als ich mich zurücklehne und Kenny ansehe, erwidert er meinen Blick sofort. Er sieht wachsam aus, also sehe ich weg und fokussiere stattdessen irgendeinen Punkt auf einem der Vorhänge hinter ihm.
„Sorg einfach dafür, dass dieser Bastard vom Bahnhof verschwindet. Farlan hätte auch abkratzen können.“

„Ist er aber nicht“, sagt Kenny und ich mache ein unwilliges Geräusch, weil ich sein Gelaber gerade wirklich nicht hören will. Er seufzt. „Keine Sorge, ich kümmere mich darum. Von einem anderen Großdealer hätte ich etwas mitbekommen, meine Partner bescheißen mich nicht. Aber ganz augenscheinlich haben wir in den untersten Reihen ein Leck. Mal sehen, wie lange die Ratte durchhält.“
Ich nicke nur, weil ich weiß, dass Kenny sein Wort halten wird, und dann schweigen wir einen Moment lang. Ich spüre seinen Blick auf mir, erwidern kann ich ihn nicht, dann steht er auf und schenkt sich noch ein Glas ein, öffnet eine der Schubladen des Sekretärs, der an der Wand steht. Ich kann erst von den Vorhängen wegsehen, als er mir einen weißen Umschlag vor die Nase legt, und werfe ihm einen Blick zu. Er lächelt leicht. Es sieht nicht wohlwollend aus, sondern einfach…nun ja, Kenny lächelt immer so. Weil er genau weiß, wie verfickt gut er in seinem Job ist.
„Du hast deinen Soll erfüllt, jetzt erfülle ich meinen“, erklärt er, als ich schweigend auf den Umschlag sehe, und mein Magen verknotet sich leicht, als ich danach greife und das Dokument herausziehe. Ihren Namen zu lesen, fühlt sich für einen Moment an wie eine Qual, aber als ich meinen eigenen sehe, sackt die Erleichterung in meine Magengrube und ich atme tief aus.
„War nicht schwer es dem alten Knacker aus den Rippen zu leiern“, sagt Kenny, während er sich zurück hinter den Schreibtisch setzt. Er macht ein amüsiertes Geräusch. „Er hat wohl beschlossen, dass es am besten ist dir ihre schönen Bildchen zu hinterlassen. Du warst schließlich sein Schwiegersohn in spe. Ich hoffe du freust dich darüber.“
Ich sage nichts dazu. Ich starre einfach nur auf dieses Testament, mit einem merkwürdigen Gefühl in der Brust, das sich anfühlt wie Erleichterung, weil ich nun zumindest diesen Punkt hinter mich gebracht habe.
Wie Kenny Petras Vater davon überzeugen konnte es mir zu überlassen, will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen. Und das muss ich wahrscheinlich auch nicht. Die Sache ist abgehakt. Wenigstens etwas, um das ich mich nicht mehr kümmern muss.
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