Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Kurzgeschichten Sammlung #1

SammlungKrimi, Freundschaft / P12 / Gen
Klaus Wiebel Marc Westerhoven Moritz Breuer Nico Berger Paul Richter Stephan Sindera
10.07.2021
14.09.2021
31
60.890
12
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
10.07.2021 1.378
 
Hallo meine lieben,
Hier noch ein kurzes Vorwort. Hier gibt es Kurzgeschichten und oneshots, je nachdem was gerade in meinem Kopf los ist. Ich nehme auch Anfragen für Kurzgeschichten und Oneshots an. Dazu schreibt mir einfach eine private Nachricht. Die Länge einer Kurzgeschichte kann zwischen 3000 - 15.000 Wörter beinhalten, bei einem Oneshot zwischen 100 - 5000 Wörter. Manche Kurzgeschichten können auch länger sein, kann das vorab nie wirklich einschätzen.
Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim lesen dieser Sammlung:)

Eure Lele


——————————————————

„Wenn ich mich hier so umschaue, dann wundert mich das ja nicht!“, sagte Paul Richter, ein Kommissar der Wache Köln. Stephan Sindera ließ sich in einen schwarzen Ledersessel fallen. Der war so bequem, dass er sofort hätte wegdämmern können.
„Und was, Kollege?“
„Na das irgendwelche Diebe ausgerechnet in so einem Hotel auf die Idee kommen, Einbrüche zu begehen. Dieser riesige Hotelturm sieht ja von außen schon total nobel aus. Wenn sich Diebstahl irgendwo lohnt, dann doch wohl hier. Hier stinkt‘s ja an jeder Ecke nach Geld!“.
Stephan reckte seinen Kopf wie ein Raubtier, das Witterung aufnimmt, und schnuppert theatralisch die Luft der Empfangshalle. An der Hotelrezeption standen ein Mann und eine Frau, die vor ihnen angekommen waren. Stephan Sindera verkniff sich mühsam ein Grinsen.
„Ich rieche nichts.“
„Sehr lustig, Stephan.“, Moritz Breuer saß auf seinem kleinen Koffer und sah so aus wie er sich fühlte: völlig erschöpft und müde. Er hätte auf der Stelle einschlafen können, und dabei war es ihm egal ob er sich in der Empfangshalle befand oder in seinem Zimmer. Die drei Polizisten hatten es heute nicht einfach gehabt. Zuerst waren sie den täglichen Einsätzen und Büroarbeiten nachgegangen, hatten ihre Mittagspause genossen die mal wieder viel zu kurz war, und anschließend waren sie auf einer Fortbildung auf der Wache, die ihnen ihre restliche Kraft geraubt hatte. Als wäre das nicht schon genug gewesen, kam ihr Kollege Klaus Wiebel zu ihnen, gerade als sie Feierabend machen wollten und erzählte ihnen von einem sehr wichtigen Undercover Einsatz im Hotel Sonnenhof. Die eigentlichen Polizisten die dafür gedacht waren, sind krank geworden, und so mussten drei andere Polizisten her die den Einsatz übernehmen würden.
„Es geht um Einbrüche mit Diebstahl im noblen Hotel Sonnenhof.“, erklärte Klaus die Sachlage.
„Wir wurden beauftragt dort Undercover zu ermitteln und die Gäste sowie das Personal im Blick zu behalten.“, Moritz konnte sich noch ganz genau an die Anleitungen erinnern. Ihm tat jetzt schon alles weh wenn er nur daran dachte.
„Gibt es nicht jemand anderes der das übernehmen könnte?“, Stephan, der sich auch auf ein entspanntes Wochenende gefreut hatte, und endlich in seinen wohlverdienten Feierabend gehen wollte, hatte auch nicht wirklich die Lust auf so einen Undercover Einsatz.
„Euch bleibt wohl nichts anderes übrig. Ihr seid unsere besten Männer und die Leute vom Hotel wollen, dass wir ihnen so schnell wie möglich helfen. Wir können ihnen doch nicht absagen.“, Klaus schaffte es mal wieder den drei Kommissaren ins Gewissen zu reden.
„Außerdem haben wir nur einen anonymen Tipp bekommen, dass dort in Hotel seltsame Sachen vor sich gehen und das sollte man sich einfach mal anschauen
„Okay okay wir machen es!“, Paul war der einzigste der sich dafür bereit hielt und den Einsatz entgegen nahm. Er hatte ja auch keine andere Wahl und er wollte nicht, dass andere wegen Straftaten sich unsicher fühlen.
„Aber Paul wir wollten doch-?“ Weiter kamen Stephan und Moritz nicht.
„Jetzt mal im ernst. Ihr wollt die armen Menschen doch nicht damit alleine lassen wenn bei ihnen eingebrochen wird, oder?“, die beiden schüttelten ihre Köpfe.
„Also, dann machen wir das. Und so ein Hotel hat bestimmt auch mal einen Moment Zeit für uns, damit auch wir uns dort entspannen können.“,
„Paul hat recht. Ihr müsst das machen, sonst sieht es nicht danach aus, als würde man die Einbrüche und Diebstähle jemals aufklären. Außerdem seid ihr dort nicht alleine. Kommissar Erlhoff und sein Partner Kommissar Mayer sind ebenfalls dort vor Ort.“, erklärte Klaus und Stephan nickte schließlich.
„Na gut, dann eben doch kein Wochenende und Feierabend.“,

Jetzt waren sie endlich mit Einchecken an der Reihe. Stephan warf einen Blick auf das Namensschild des sehr freundlichen jungen Mannes mit den schwarzen Haaren, der sie am Empfang willkommen hieß: Florian Weidmann.
„Wir würden gerne diesen Gutschein einlösen.“, sagte Stephan und reichte ihm den Gutschein über die Theke. Weidmann lächelte freundlich.
„Zwei miteinander verbundene Doppelzimmer im vierten Stock. Bis Sonntag, einschließlich Frühstück. Das gibts in dem Raum direkt hinter euch.“, er wies mit ausgestreckten Arm zwischen den Polizisten hindurch.
„Ihr wohnt in den Zimmern 408 und 409. Ich gebe jedem von euch eine Türkarte. Ihr müsst eine davon im Aufzug an das Sensorfeld halten, nur dann könnt ihr euren Stock auswählen“, Herr Weidmann zog drei weiße Plastikkarten durch ein Lesegerät und reichte sie Stephan.
„Habt ihr noch Fragen?“,
Ja, dachte Stephan, mehrere. Zum Beispiel wieso er sich dazu überreden hat lassen, Undercover in einem Hotel zu ermitteln, obwohl er sich Zuhause ein schönes Wochenende hätte machen können. Oder auch, wieso nicht die beiden Kommissare Erlhoff und Mayer sich alleine um diesen Fall kümmern können. Schließlich geht es hier nur um ein paar Einbrüche und Diebstählen, nichts neues für Stephans Alltag auf der Wache.


Ein Gong zeigte, dass der Aufzug gleich ankommen würde. Es gab insgesamt drei, die einander gegenüberlagen: zwei kleine und ein doppelt so großer. Die Tür des größeren Aufzugs glitt zur Seite. Die Kabine war auf einer Seite verspiegelt, das Glas blitzblank geputzt. Eine junge Frau kam heraus, mit auffällig weißblonden, schulterlangen Haaren und einer nicht minder schrillen grasgrünen Jacke. Sie murmelte »Jetzt geht schon beiseite«, als wäre überhaupt kein Platz, und dampfte davon. Nun hatten die Polizisten die Kabine für sich. So konnten sie sich weiter unterhalten, ohne dass jemand etwas von ihren Überlegungen mitbekam. Schließlich wollten sie, genau wie bislang auch ihre Auftraggeberin, anonym bleiben – niemand sollte wissen, dass sie als Polizisten ins Hotel gekommen waren. So würde sich auch der Dieb, falls er sich noch im Haus aufhielt, in Sicherheit wähnen.
Moritz hielt seine Zimmerkarte vor den Sensor. Der Knopf für den vierten Stock begann zu blinken. Der junge Polizist drückte darauf, der Aufzug schloss sich und fuhr nach oben.
„Sollen wir uns das Schwimmbad ansehen?“, fragte Paul während sie noch im Aufzug standen.
„Klar, warum nicht. Schaden kann es ja nicht wenn wir und mal hier umsehen und irgendwo mal mit einer möglichen Ermittlung beginnen.“, meinte Stephan und zuckte mit seinen Schultern.
„Und was wollt ihr im Schwimmbad bitte schön finden?“, fragte er.
„Das werden wir sehen, wenn es so weit ist“, erwiderte Stephan. „Lassen wir uns überraschen.“
„Wir suchen also nach etwas und wissen noch nicht einmal, was es überhaupt ist“, fasste Moritz zusammen.“Da klingt mir ein Nickerchen doch nach der besseren Idee.“
Im vierten Stock staunten sie über ihre großen und sehr gemütlichen Zimmer.
„Wir sind zu dritt, da müssen sich zwei von uns wohl eins teilen.“, meinte Paul mit einem Blick aus dem Fenster.
„Ihr beide“,  entschied Moritz.

„Ach ja?“, , fragte Paul. „Und wieso sollst ausgerechnet du …“

„Weil ich in letzter Zeit furchtbar schnarche! Das will ich euch nicht antun.“

Paul seufzte. „Das ist ein Argument. Wir bleiben hier. Moritz, du nimmst das andere Zimmer.“

In beiden Räumen gab es eine kleine Küchenzeile und auf einem Tischchen im ersten Zimmer stand eine Schale mit Süßigkeiten. Daneben lag ein genauer Bauplan des Hotels, in der Schale steckte ein Zettel: „SCHÖN, DASS IHR DA SEID“, las Moritz vor. „Ohne Absender. Unsere Auftraggeberin will sich offenbar immer noch nicht zu erkennen geben.“

„Schon komisch“, kommentierte Paul. „Aber wir werden schon herausfinden, wer sie ist.“

„Bestimmt“, meinte Stephan.“Aber später! Jetzt erst mal ab ins Schwimmbad.“ Er nahm seine Badehose aus dem Koffer und wunderte sich, dass Paul und Moritz zögerten. „Was ist los?“

„Die Süßigkeiten sehen köstlich aus … und schau dir nur den riesigen Fernseher an“, meinte Paul  kleinlaut.

„Ich finde auch, ein bisschen Ruhe wäre nicht schlecht“ , ergänzte Moritz. „Außerdem könnte ich mir dann den Bauplan mal in Ruhe anschauen, den unsere Auftraggeberin uns hingelegt hat. Das wird sicher nützlich später und …

Stephan räusperte sich. „Wer war denn so wild drauf, sofort loszuermitteln? Jetzt lasst euch nicht so hängen!“ Paul warf einen wehmütigen Blick auf die Couch und den breiten Fernseher. „Du hast ja recht, Stephan. Also auf ins Schwimmbad!“
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast