Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

How to earn Trust

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Het
Haudrauf der Stoische Hicks der Hüne Mala OC (Own Character) Reiker Grimborn Viggo Grimborn
09.07.2021
16.10.2021
6
19.414
3
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
09.07.2021 1.941
 
Moinsens meine drachenbegeisterten Freunde ^^

Und herzlich willkommen zum zweiten Teil der „How to...“-Reihe :D

Seit ihr auch schon so aufgeregt wie ich? 0.0

In den Hauptrollen sind weiterhin Viggo und Hanna, doch auch andere Charaktere aus dem ersten Teil werden wiederkehren. Hier im Prolog werden es Daje und Mala sein ^^

Für alle, welche diese Geschichte zuerst angeklickt haben: Es ist ratsamer vorher „How to change a Hunter“ zu lesen, da der zweite Teil an den vorherigen anknüpft ^^

Und dann will ich euch auch nicht weiter auf den Wecker fallen :)

Die „Regeln“ bleiben die selben:
• Erotische Szenen werden gekennzeichnet
• Wenn ihr Zeit und Lust habt könnt ihr gerne
  ein Review da lassen ^^
• Updates bleiben weiterhin unregelmäßig

Ich wünsche euch viel Spaß beim Einstieg ^^

Liebe Grüße,
Tori ^^

--------------------------------------------------------



Sie hatte schon so oft an dieser Stelle gestanden. An jener Stelle, an der schon viele Angeklagte gestanden hatten, ehe sie der Tod ereilt hatte. Daje hatte oft daran gedacht sich ebenfalls einfach ins Nest zu stürzen, um ebenfalls ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Nur mit dem Unterschied, dass sie ihr Leben selbst beendet und kein Dritter ihr diese Entscheidung abgenommen hätte.
Ihre Freundin Nift hatte sie schon oft beim Nest vorgefunden und mehr als einmal hatte sie sie davon abhalten können zu springen. Irgendwann hatte Daje angefangen ihren Worten zu glauben. Sie hatte wirklich geglaubt, dass bessere Zeiten kommen würden. Und Nift hatte wahrlich recht behalten.
Ihr Sohn war zu ihr zurückgekehrt. Und endlich kannte er die Wahrheit. Sörens und Isas Lügenhaus war nach Jahren der Schmerzen endlich in sich zusammengefallen.
Es waren bereits fünf Vollmonde vergangen, seit Daje wieder mit Viggo vereint war. Und mehr noch, es war auch bereits fünf Vollmonde her, seit bei seiner Gefährtin festgestellt worden war, dass sie ein Kind erwartete, was bedeutete das Daje selbst Großmutter wurde.
Es war fünf Vollmonde her, seit Viggo seine wirkliche Schwester zum ersten Mal getroffen hatte.
Innerhalb dieser Zeit hatte sich viel geändert. Hannas Bauch war runder geworden. Ein sicheres Zeichen dafür, dass das Kind am Leben war und sich bester Gesundheit erfreute. Gerade nach Hannas Zusammenbruch bei ihrer Strandung war die Sorge gewachsen, dass das Kind eben dies nicht verkraftet hatte.
Auch hatte Viggo sich von seinen Verletzungen erholt, nachdem er für seine Gefährtin beinahe sein Leben gelassen hatte. Und tatsächlich hatte er sich schneller erholt als zunächst angenommen. Auch wenn er Anfangs zu schnell zu viel wollte. Daje wusste natürlich woher das kam. Es war Sörens Erziehung gewesen, die ihn davon abhalten wollte sich die Ruhe zu gönnen, die er brauchte. Doch da waren glücklicherweise noch Personen gewesen, welche Viggo daran erinnert hatten, was er tun sollte.
Hanna, welche ihm die kalte Schulter zeigte, wenn er sich übernehmen wollte, dies jedoch als Kleinigkeit abstempelte.
Ylur, welcher ihm irgendwann angedroht hatte seine Bauchwunde kein drittes Mal zu schließen.
Mala, welche ihm einen strengen Blick zuwarf und ihn fragte, ob er seinem Kind so ein Beispiel sein wollte.
Und dann war da tatsächlich noch Daje selbst, welche sanftere Takte mit Viggo sprach. Streng, aber sanft. So wie sie es bei seiner Kindheit auch gehandhabt hatte. Auch, wenn sie immer mehr liebevoll anstelle von streng war.
Doch er hatte sich wirklich zurückgenommen und hatte sich ausgeruht. Die meiste Zeit hatte er geschlafen, obwohl es ihn nach einiger Zeit selber genervt hatte.

»So viel habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr geschlafen«, hatte er irgendwann schlaftrunken erzählt, was mit einem schmunzeln von Ylur und Daje selbst beantwortet wurde.

Mit Sören als Vater wäre dies kein Wunder, hatte Ylur schließlich gemeint, nachdem Viggo wieder tief und fest geschlafen hatte. Sören war es bei Ryker und Viggo immer auf den Drill angekommen. Ryker war leicht damit klar gekommen, so leicht wie es für ein Kind jedenfalls sein konnte. Körperlich war er Viggo schon immer überlegen gewesen. Doch Viggo hatte mit diesem Drill immer seine Probleme gehabt. Vor allem, da er lieber seinen Kopf nutzte, statt ausschließlich Muskeln. Doch ihrem Vater war es nicht nur auf Mitdenken angekommen.

»Ich bin nicht überrascht dich hier zu finden«, hörte sie plötzlich eine bekannte Stimme und sie musste noch immer den Drang bekämpfen eine Verbeugung auch nur anzudeuten.

»Mala«, begrüßte Daje die blonde Frau überrascht und löste ihre Augen von den Schnellen Stacheln, welche neugierig zu ihnen aufblickten, »Kann ich etwas für dich tun?«

»Ich wollte dir Gesellschaft leisten«, erklärte die Königin lächelnd und setzte sich an den Rand, um die Beine baumeln zu lassen, während sie die kleinen Drachen beobachtete.

Daje tat es der Schwester ihres Sohnes gleich und setzte sich neben sie, während sie sich wieder in schweigen hüllten.

»Woher wusstest du, dass du mich hier findest?«

»Mutter hat es mir einmal gesagt. Sie sagte, dass sie dich hier immer früher schon von … Dummheiten bewahren konnte«, beantwortete Mala die Frage und kratzte sich am Hinterkopf, »Müssen wir uns Sorgen machen?«

Daje lächelte und schüttelte den Kopf. Es war schon ein wenig surreal. Vor einigen Monaten hatte sie noch überlegt, wie sie den Erinnerungen entfliehen kann, ohne das Nift, Ylur oder sonst wer immer dazwischen gehen würden. Doch nun zu sagen, dass sie keinerlei Hintergedanken mehr hatte tat wirklich gut. Es lag vor allem auch daran, dass sie ihre Geschichte endlich hatte teilen können. Das man ihr zugehört und ihr Glauben geschenkt hatte. Und das man sie ob ihrer Vergangenheit nicht gesellschaftlich verurteilte, eben weil sie einfach damals nicht die Wahl gehabt hatte.

»Keine Sorge, ich habe nur an die vergangenen Monate gedacht«, sagte sie freundlich, »Es hat sich soviel verändert«

»Alles hat sich verändert«, zählte Mala schließlich auf, »Du hast deinen Sohn zurück, dieses Mal auch wirklich als DEIN Sohn. Ich habe herausgefunden wer mein Vater ist und dadurch auch meine Brüder. Wir haben neue Verbündete im Kampf gegen die Drachenjäger, sollten sie sich eines Tages wieder blicken lassen. Und unsere Familie wächst«

Es klang schön, befand Daje schließlich.
Unsere Familie.
Sie musste überlegen, wann sie sich das letzte Mal bei Personen so geliebt und akzeptiert gefühlt hatte. Die Kindsbewegungen waren seit einigen Wochen auch Außen zu spüren, was Hanna sowohl erfreute, als auch in den Wahnsinn trieb, da dieses Kind wohl ziemlich aktiv war. Vor allem, wenn es die Stimme seines Vaters hörte. Seit einigen Wochen brüteten ihr Sohn und ihre Schwiegertochter in spe darüber, welchen Namen das Kind tragen soll, wenn es erst einmal geboren war.
Alle waren schon aufgeregt. Mala konnte es kaum noch abwarten Tante zu werden und wenn die Drachenreiter sie besuchten war zu erkennen, dass diese zum Teil auch schon mehr wie aufgeregt waren, auch wenn sie es besser zu verstecken wussten. Einige jedenfalls. Die Thorston Zwillinge hatten schon angedroht dem Kind alles beibringen zu wollen, was es über Scherze und Verlokin zu wissen gab. Hanna und Viggo waren sich schnell einig, dass das nicht stattfinden würde. Ein Kind welches aus allen Ecken sprang und dabei ständig „Verlokit“ brüllte war auch für sie zu viel.

»Sie suchen schon eifrig einen Namen« , erklärte Daje, »Als wäre es jeden Augenblick soweit«

Mala grinste: »Naja, es sind noch etwa drei Vollmonde, dann ist es soweit. Auf dem Weg hierher habe ich sie getroffen. Sie schreiben zusammen zwei identische Listen mit Namen und wollen dann in regelmäßigen Abständen und unabhängig voneinander einen wegstreichen von dem sie meinen der passt nicht«

Daje dachte über diese Art der Namensgebung nach und stutzte: »Und wenn zwei verschiedene Namen übrig bleiben?«

Mala dachte kurz nach: »Das Kind wird dann wohl einen Doppelnamen bekommen«

Daraufhin lachten beide Frauen einmal auf, wirklich amüsiert darüber. Jeder hatte schon irgendwelche Namensvorschläge eingebracht. Und so nett es gemeint war, irgendwie hatte kein Name bisher wirklich ansprechend für beide geklungen. Sie merkten, dass es schwierig war sich auf einen Namen festzulegen.

»Hast du Viggo auch seinen Namen gegeben?«, fragte Mala schließlich nach, neugierig, da er nach seiner Geburt nicht Dajes Sohn war, sondern als Isas ausgegeben wurde.

»Irgendwie schon«, erzählte sie, »Als Sören und Isa ihn weggebracht hatten, habe ich geschrien als würde man mir gerade das Leben nehmen. Nun ja, irgendwie war es ja auch so. Ich habe immer wieder Viggo gebrüllt, in der Hoffnung, dass ich ihn so wieder bekommen würde. Ich bin nach wie vor überrascht, dass Sören und Isa ihm immerhin den Namen gelassen haben«

»Ihnen ist wohl selber nichts besseres eingefallen«, kommentierte Mala dies ernst.

»Er hat immer noch Sorge. So ein Vater zu werden wie Sören«

Dieses Mal lachte Mala laut auf, so, als ob Daje soeben einen Witz erzählt hatte. Daje konnte dabei lediglich die Augenbraue hochziehen und seufzen. Mala unterdessen rang nach Fassung und rieb sich eine Träne weg, ehe sie zu einer Antwort ansetzte.

»Er wird nicht wie Sören«, erklärte sie ihren Standpunkt, »Er ist nämlich jetzt schon viel zu liebevoll. Hast du gesehen, wie ehrfürchtig er ihren Bauch immer streichelt, wenn das Kind sich bewegt?«

Daje nickte lächelnd: »Das habe ich. So wie alle anderen auch. Aber die Erziehung ist trotzdem in seinem Hinterkopf verankert. So schnell wird sich das nehme ich an erst einmal nicht ändern«

Mala nickte verstehend. Sie konnte diesbezüglich nicht viel sagen, sie kannte Sören eigentlich nicht. Mala wusste nicht wie er war, da sie nicht mit ihm aufgewachsen war. Viggo jedoch schon. Und wenn er sich davor fürchtete seinem Kind derselbe Vater zu sein wie auch Sören, dann musste das etwas bedeuten. Doch das bedeutete nicht, dass Mala nicht guter Dinge war. Viggo war wirklich ausgesprochen liebevoll, so sehr sogar, dass sie sich einige Male daran erinnern musste, welchen Ruf er vor Hanna eigentlich inne hatte.
Doch das war der beste Beweis dafür, dass Menschen sich ändern konnten, wenn sie es denn wollten. Und Viggo wollte sich ändern.
Für Hanna.
Ihr Kind.
Ihre gemeinsame Familie.

»Kaum zu glauben das sie schon bald wieder abreisen«, entkam es Mala schließlich, wobei die Trauer deutlich aus ihrer Stimme zu hören war.

Mala verstand sich sehr gut mit Viggo. Das er und Hanna in wenigen Tagen zur Drachenklippe aufbrachen, brach ihr tatsächlich ein stückweit das Herz.

Daje legte ihr eine Hand auf die Schulter: »Sie sind doch nicht aus der Welt. Sie werden uns besuchen kommen, so wie wir sie auch besuchen werden. Aber Hanna hat auch eine Familie, mit der sie sich aussöhnen muss«

»Ich weiß«, erwiderte Mala, »Es ist bloß seltsam. Wieso ist es für dich so einfach? Er ist dein Sohn und ihr habt euch vorher über zwanzig Jahre nicht gesehen«

»Ist es nicht«, gestand Daje schulterzuckend, »Aber er hat vorher schon ein Leben ohne mich gelebt, für sehr lange Zeit. Er muss sein eigenes Leben weiter leben. Ich bin nur wieder ein Teil davon, das ist der Unterschied«

Mala nickte verstehend und erhob sich schließlich. Daje tat es ihr nach und gemeinsam schlugen sie den Weg zurück zum Dorf ein.

»Wir sollten langsam zurück, bevor Trok unseretwegen noch einen Suchtrupp losschickt«, meinte Mala amüsiert, weswegen Daje kurz kichern musste.

Trok war auch jemand, der alles für seine Liebsten tun würde. So wie Viggo. Vielleicht kamen sie aus eben diesem Grund besser miteinander zurecht als zunächst befürchtet. Doch Trok war auch eine der wenigen Personen, die Daje anfänglich nicht zum Vorwurf gehalten hatte, dass sie verschwiegen hatte, dass Viggo ihr Sohn war. Er hatte sie tatsächlich sogar verstanden. Einfach, weil er sie so gut kannte.
Und nun, nach so vielen Jahren in denen sie sich bereits liebten, hatten sie sich auch endlich.

»Ich würde gerne behaupten es wäre anders, aber da hast du schon recht«, stieg Daje in Malas Lachen schließlich mit ein.

Während ihres Rückweges sprachen sie noch über Odin und die Welt, doch ihr eigentliches Hauptthema kam wieder zu dem Kind, welches sie alle  bald würden begrüßen können.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast