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Leo

von LoveK11
GeschichteAllgemein / P12 / Het
Denno Schmitz Florian Winter Hanna Becker Paul Richter
09.07.2021
27.07.2021
13
32.924
2
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22.07.2021 2.743
 
Hier kommt das nächste Kapitel, ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen. Wie immer freue ich mich über Reviews.
LG Love K11


Die Polizisten erinnerten sich auch die nächsten Tage noch gerne an die Übung und hingen sogar dass Gruppenbild im Aufenthaltsraum der Inspektion auf.

Die Wochen zogen ins Land, ohne dass Paul oder Leo sagen konnten, wo die Zeit geblieben war. Sie genossen ihr zusammen Leben und unternahmen öfter etwas mit ihren Freunden und Kollegen. Es war einfach das Leben, was sie sich insgeheim immer gewünscht hatten.



Paul hatte seinen freien Tag mit einem Frühstück begonnen. Er hatte heute einen freien Tag, bevor er morgen mit der Frühschicht starten würde. Leo war noch bei der Arbeit, würde aber in der nächsten Stunde ebenfalls in der Wohnung eintreffen, weshalb Paul es sich erstmal auf dem Sofa gemütlich machte, um ein Buch zu lesen.



„Bin wieder da!“ rief Leonie nachdem sie die Türe aufgeschlossen und sich die Schuhe von den Füßen gekickt hatte.

„Schön.“ Antwortete Paul aus dem Wohnzimmer an dem Leo grade vorbei ging. Normalerweise ging sie wenn sie nach Hause kam als erstes zu Paul um ihn mit einem Kuss zu begrüßen, aber heute wollte sie nur unter die Dusche. Sie liebte ihren Job, keine Frage, aber heute war sie einfach nur froh als die Schicht endlich vorbei war und dass Paul heute keinen Begrüßungskuss bekam, hing auch damit zusammen. Sie wusste einfach nicht, ob sie in Pauls Armen die Tränen zurückhalten konnte. Sie war zwar überzeugt davon, dass Paul für sie da sein würde, aber er hatte sie nun mal noch nie weinen gesehen. Außerdem wollte sie dass wenn überhaupt auf dem Sofa, in gemütlichen Klamotten besprechen. Sie wusste aber auch, dass Paul sich wundern würde, wenn sie einfach ins Bad verschwand, weshalb sie auf dem Weg ins Bad noch kurz angab, duschen zu gehen.

Paul war dass zwar komisch vorgekommen. Aber er konnte ja später auch noch fragen, was los war. Vielleicht hatte Leo auch nach dem letzten Einsatz nicht mehr auf der Wache geduscht sondern war direkt nach Hause gefahren und jetzt noch dreckig. Wobei sie dann gewöhnlicher weise trotzdem erst Hallo sagte. Nachdem Paul seit einer viertel Stunde das Wasser in der Dusche laufen hörte, machte er sich aber doch Sorgen. Leo duschte sonst höchstens fünf Minuten, da war dass heute für ihre Verhältnisse schon sehr lang. Deshalb stand er auch auf und ging in Richtung Bad um nach Leo zu sehen.



Dort fand er Leonie wie zu erwarten unter der Dusche vor, allerdings saß sie, die Knie eng an den Oberkörper gezogen, an die Wand gelehnt und hatte den Kopf auf den Knien abgelegt. Paul war sich nicht sicher, aber Leos Rücken schien leicht zu beben, so als würde sie weinen. Diese Erkenntnis war auch der ausschlaggebende Grund, der Paul zu seinem nächsten Schritt bewog.

Er wollte Leo einfach in den Arm nehmen, ihr bei stehen, auch wenn er nicht wusste was passiert war, er wollte einfach für sie da sein. Deshalb stieg er auch, ohne sich vorher die Jogginghose oder das T-Shirt auszuziehen zu Leo in die Dusche, setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm.

Nachdem sie eine Weile einfach nur schweigend unter der immer noch laufenden Dusche saßen hatte Leo sich etwas beruhigt.

„Danke“ flüsterte Leonie ihrem Freund leise zu, dieser schüttelte aber nur kurz den Kopf um zu signalisieren, dass sie sich nicht bedanken muss.

„Willst du drüber reden?“ fragte Paul kurze Zeit später sanft, woraufhin Leonie zaghaft nickte.

„Gut, dann ziehe ich mich mal um und du kannst ja wenn du magst noch fertig duschen. Deal?“

„Ja“ stimmte Leo zu und richtete sich auf um sich den letzten Schaum aus der Haaren zu waschen während Paul die Dusche wieder verließ und sich, nachdem er die nassen Sachen ausgezogen hatte, abtrocknete.

Als Paul fertig umgezogen aus dem Schlafzimmer kam hörte er, dass das Wasser der Dusche abgestellt worden war. Ein gutes Zeichen wie er fand, dann hatte Leo es aus der Dusche geschafft. Er selber ging in die Küche um für sich und Leonie eine heiße Schokolade zuzubereiten. Als er auch das getan hatte ging er ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch um auf Leo zu warten, die sich nur kurze Zeit später, ebenfalls umgezogen, neben ihren Freund setzte und erneut ihre Knie anzog, während Paul einen Arm um sie legte. Er wollte damit zeigen, dass er für seine Freundin da war, sie aber nicht drängen. Leo sollte sich soviel Zeit nehmen wie sie brauchte um zu erzählen was passiert war.

„Warum passiert so eine Scheiße?“ fragte Leonie nach einiger Zeit unvermittelt.

„Dass frage ich mich auch manchmal, aber ich weiß es nicht… Ich weiß nicht warum manche Sachen passieren. Aber was war denn heute Scheiße?“ antwortete Paul ehrlich.

„VU auf Autobahn.“

Paul zog die Luft ein. Es waren Sommerferien, genauer gesagt, der Samstag nach dem letzten Schultag. Er wusste selber, auch aus beruflicher Erfahrung, dass da die Hölle auf den deutschen Autobahnen los war. Deshalb war er auch recht froh, dass er heute frei hatte. Während sich die Familien in ihren vollgepackten Autos auf den Weg in den Urlaub machen, passieren leider jede Menge Unfälle. Die meisten sind zwar recht harmlos, aber eben an diesem besonderen Tag oft mit Kindern und wenn die Feuerwehr dazu gerufen wird, ist es normalerweise nicht nur ein harmloser Blechschaden.

„Familie?“ fragte Paul deshalb vorsichtig nach und erhielt als Antwort ein nicken. Auf Leos Wange konnte er eine einzelne Träne erkennen. Er ließ sie laufen. Er war für sie da und sie durfte weinen.

„Drei Kinder, 8,7 und 5 Jahre. Das Auto war bis oben hin vollgepackt. Ein LKW Fahrer hat das Stauende übersehen und hat den PKW der Familie in, beziehungsweise unter, einen anderen LKW geschoben. Als wir ankamen, war der Vater noch bei Bewusstsein. Eigentlich ein Wunder. Der PKW stand bis zur Mitte unter dem Auflieger des LKW. Dementsprechend sahen die Eltern auch aus. Die Mutter war sofort tot, der Vater hat noch kurz mit uns gesprochen, seine Kinder beruhigt, dass alles wieder gut wird und dann hat sein Herz einfach aufgehört zu schlagen. Wir haben ihn rausgeholt und haben ihn tatsächlich kurz wiederbekommen, aber im RTW hatte er dann wieder einen Herzstillstand. Die beiden Kinder saßen hinten, leicht eingeklemmt. Der kleine hat ein Stück von der Karosserie abbekommen, war Bewusstlos, aber wie es aussieht nicht lebensbedrohlich verletzt. Die große Schwester war bei vollem Bewusstsein. Vielleicht ein gebrochenes Bein, aber sonst unverletzt. Sie hat natürlich geweint. Ich mein, wir mussten den Vater da schnell rausbekommen, das war nicht grade sanft und die Mutter war kaum noch als Mensch zu erkennen, die hat den Auflieger voll abbekommen und dann auch noch den kleinen Bruder neben sich, der auch nichts mehr gesagt hat. Dass muss echt schlimm für sie gewesen sein. Wir haben dann beide rausgeholt und dann hat das Mädchen plötzlich gefragt, wo Jana sei. Wir haben etwas verständnislos gefragt, wer das sei und dann meint sie nur ihre große Schwester, die saß grade noch neben ihr. Wir haben alles abgesucht und sie tatsächlich gefunden. Tot, zwischen Motorhaube und LKW, da waren höchstens fünf Zentimeter Platz. Sie hatte sich wohl abgeschnallt um an ein Buch im Kofferraum zu kommen, dann kam der LKW und sie ist durch die Windschutzscheibe geflogen.“

„Der ganze Einsatz war einfach nur Horror und du kannst ja niemandem einen Vorwurf machen. Der LKW Fahrer hat das Stauende ja nicht  extra übersehen. Der war selber am Boden zerstört und Laut Polizei hat der sich absolut korrekt verhalten. Lenkzeiten eingehalten, kein Alkohol, kein Handy, nichts. Er war wohl kurz durch einen Vogel abgelenkt, der ihm gegen die Scheibe geflogen ist.“

„Das stimmt, es ist beschissen wenn so was passiert. Aber denk dran. Ihr seid die guten!“ erinnerte Paul.

„Sind wir dass? Und wenn ja, warum konnten wir dann nicht helfen?“

„Ihr habt geholfen. Ihr habt die beiden kleinen gerettet, ihr habt denen die Chance auf ein Leben gegeben.“

„Aber was ist dass für ein Leben? Die Eltern und die Schwester sind tot. Für die beiden wird es wohl kaum ein Trost sein, dass sie Leben. Wenn du denen erklären müsstest, dass ihre Eltern und die Schwester tot sind, dann würdest du doch auch nicht sagen, ist zwar scheiße, dass eure Familie gestorben ist, aber wir haben euch gerettet, reicht euch dass nicht?“ weinte und brüllte Leonie gleichzeitig. Ihre Trauer war inzwischen in Wut umgeschlagen. Sie schrie Paul an und trotzdem verzog er keine Miene. Er hatte seinen Arm immer noch auf Leos Schulter liegen, obwohl sie ihm gegenüber eine fast schon aggressive Haltung eingenommen hatte.

„Glaubst du wirklich, dass die ein normales Leben führen können? Die werden doch in ihrem Leben nicht mehr glücklich, die Kleine hat mit angesehen wie ihre Eltern gestorben sind. Verdammt die sind tot und  du sagst, wir sind die guten, wir haben geholfen? Wir haben unseren Job gemacht, aber geholfen haben wir denen ganz sicher nicht. Die wollten nur in den Urlaub fahren und jetzt haben sie keine Familie mehr. Wir sind die guten, dass ist fasch, wir währen gerne die guten, aber dazu sind wir nicht in der Lage. Dass schaffen wir nicht. Wir wollen helfen aber wir können das nicht. Nicht immer. Die halbe Familie ist Tot, der LKW Fahrer wird sein Leben lang mit Schuldgefühlen leben und du sitzt hier, sagst, ist halt beschissen und alles ist wieder gut? Ist dass dein Ernst?!“ Paul ließ die Anschuldigungen über sich ergehen, sagte kein Wort. Es verletzte ihn gesagt zu bekommen, ich würde das Kalt lassen, aber er wollte für seine Freundin da sein, sie unterstützen und dass würde er nicht können, wenn er jetzt selber emotional wurde. Er wusste, dass Leo dass was sie sagte nicht so meinte, aber es tat trotzdem weh. Er hatte selber schon Situationen erlebt, wo er daran zweifelte, ob er das richtige Tat und wenn Kinder im Spiel waren, war es besonders hart. Deshalb zog er Leo nun näher an sich. Sie war mittlerweile leise am weinen, sagte nichts mehr. Sie hatte ihre Wut raus gelassen und dass war gut so. Hätte sie dass einfach runtergeschluckt, könnte sie ihren Job nicht mehr machen. Sie erlebten beide schlimme Sachen bei ihrer Arbeit und um diese verarbeiten zu können, muss man da einfach drüber sprechen und manchmal auch einfach seine ganze Wut raus lassen. Er selber ging nach einem schweren Einsatz oft Boxen, lies seine Wut an einem Boxsack raus und sprach danach in Ruhe mit irgendwem. Leo ging meistens Laufen um den Kopf frei zu bekommen, aber der Einsatz heute war etwas anderes. So etwas erlebten selbst die Rettungskräfte nur sehr selten, vielleicht ein oder zwei Mal während ihrer ganzen Karriere, aber dann war es gut jemanden zu haben, der einen verstand. Der weis was in einem vorgeht, der weis, was gegen dieses Ohnmachtsgefühl hilft. Leo lag in Pauls Armen und weinte still vor sich hin während Paul ihr sanft über den Rücken streichelte. Nach einiger Zeit hatte Leonie aufgehört zu weinen, war aber in Pauls Armen liegen geblieben. Jetzt setzte sie sich aufrecht hin. Wischte sich über die Augen und sagte danke. Paul lächelte ihr als Antwort aufmunternd zu und nickte leicht. Für ihn war es selbstverständlich gewesen, aber er wusste auch, wie wenig Leute Verständnis dafür hatten, wenn ihr Partner nach einem schweren Einsatz einfach eine Schulter zum anlehnen brauchte.

„Leonie?… Willst du was essen?“ fragte Paul nach einem Blick auf die Uhr. Es war mittlerweile Mittag und sein Magen gab verdächtige Geräusche von sich.

„Ich will erst noch eine runde Joggen gehen, okay?“

„Klar, weist du denn schon was du essen möchtest?“

„Pizza?“

„Okay, ich kümmer mich drum.“ Paul verstand seine Freundin, es war dass erste mal, dass er sie so niedergeschlagen gesehen hatte, er  war sich sicher, dass sie auf der Wache noch die starke gespielt hatte, er kannte das von sich selber. Nach einem belastenden Einsatz verarbeitete er das ganze auch am liebsten als erstes alleine, ehe er mit seinen Kollegen darüber sprach. Es gab ihm einfach das Gefühl auch etwas anderes als die Arbeit zu haben und dass Leo jetzt Joggen ging, zeigte ja nur, dass sie den Einsatz bereits zu verarbeiten begonnen hatte. Sie wirkte jetzt auch um einiges Selbstbewusster als noch vor wenigen Stunden und wenn sie jetzt Joggen gehen würde, war dass der beste Weg um den Einsatz wie alle anderen auch verarbeiten zu können.

Tatsächlich hatten sich die beiden, nachdem Leo vom Joggen zurück war, einen gemütlichen Fernsehnachmittag gemacht und dabei Pizza vom Lieferdienst gegessen. Am Abend waren beide früh ins Bett gegangen, Paul weil er am nächsten Tag Frühschicht hatte und Leo, weil sie zum einen am nächsten Morgen zur Nachbesprechung des Einsatzes auf die Wache musste und zum anderen, weil ihr klar war, dass sie heute etwas länger zum Einschlafen brauchen würde.

Leo hatte tatsächlich etwas länger zum Einschlafen gebraucht, aber irgendwie hatte sie es trotzdem geschafft. Aber als Pauls Wecker klingelte war sie sofort wach. Sie hatte nicht sehr tief geschlafen und wusste, dass sie jetzt nicht mehr weiterschlafen konnte, weshalb sie den Wecker ausschalltete und ihren Freund sanft weckte.

„Guten Morgen.“ Lächelte Leo leicht als sie wahrnahm, wie Paul eine verschlafene Grimasse zog.

„Morgen“ brummte er, bevor er sich noch einmal streckte und dann seiner Freundin einen sanften Kuss gab. Beide genossen die kurze Zweisamkeit, doch nach kurzer Zeit löste sich Paul wieder um aufzustehen. Leo machte es ihm nach und ging in die Küche um ein kleines Frühstück zuzubereiten, während Paul im Bad verschwand.

„Dass sieht aber gut aus. Daran könnte ich mich doch glatt gewöhnen.“ Grinste Paul als er wenige Minuten später in die Küche trat.

Auf dem Esstisch stand neben Brot, Belag und Kaffee auch eine Schale mit geschnittenem Obst sowie frisch aufgebackene Brötchen.

„Träum weiter.“ Erwiderte Leo und zeigte ihrem Freund einen Vogel.

„Ich glaube da hätte Klaus was dagegen, oder wie soll ich ihm erklären, dass ich zu spät bin weil ich mich nochmal hingelegt habe um von Frühstück zu träumen?“ lachte Paul und setzte sich.

Leo zuckte nur mit den Schultern und reicht Paul den Brotkorb.



„Wann musst du los?“ fragte Paul nach einem kurzen Schweigen.

„Die Nachbesprechung ist um 8, Denno holt mich um 7:30 Uhr ab.“

„Okay, dann brauchst du dein Auto also nicht, richtig?“

„Ne, wieso?“

„Ich wollte noch einkaufen und ehrlich gesagt, habe ich keine Lust mit der Bahn zu fahren.“ gab Paul zu.

„Achso, ne, du kannst das Auto haben.“ Antwortete Leo und  biss in ihr Brötchen.

Nachdem sie beide satt waren, fuhr Paul zu seiner Schicht, während Leo den Tisch abräumte und sich anschließend dem Haushalt widmete.

Pünktlich um halb acht klingelte es an der Wohnungstüre und Leo ließ ihren besten Freund rein. Sie hatte sich mittlerweile umgezogen und schnürte grade ihr Schuhe zu, als Denno in den Türrahmen trat.

„Na, gut geschlafen?“ fragte er zur Begrüßung.

„Gut ist relativ, und selbst?“ kam die wage Antwort. Leo war müde und so wie Denno aussah, ging es ihm nicht anders. Er war ebenfalls beim gestrigen Einsatz dabei gewesen und daher auch zur Nachbesprechung eingeladen.

„Auch so.“

Gemeinsam verließen sie dass Wohnhaus und trafen 20 Minuten später an der Wache ein.

Die meisten am Einsatz beteiligten Kräfte hatten sich bereits im Besprechungsraum niedergelassen und sahen ebenfalls müde aus. Sie hatten alle nicht gut geschlafen, was nach einem so belastenden Einsatz wohl normal war. Aus diesem Grund hatte der Einsatzleiter ja auch die Nachbesprechung angeordnet. Dabei wurde noch einmal über den Einsatz gesprochen, wie ist er abgelaufen, was hat gut geklappt, was hätte besser laufen können und wer ist der zuständige Mitarbeiter des Psychosozialen-Teams. Dass waren die Fragen, die normalerweise besprochen wurden. Es half den eingesetzten Kräften den Einsatz zu reflektieren und ihn zu verarbeiten. Sie wussten alle, dass sie ihr bestes gegeben hatten und auch, dass sie keine Fehler gemacht hatten, aber es nochmal von jemand anderem zu hören, half enorm bei der Verarbeitung und auch das Angebot von Psychologischer Hilfe tat gut. Auch wenn es nur in den seltensten Fällen genutzt wurde, war es gut zu wissen, dass es die Möglichkeit gab und dass es keine Schande war, ein solches Angebot anzunehmen. Früher war nach belastenden Einsätzen oft gesagt worden: „Ach, hab dich nicht so, trink dir heute Abend ein Bier und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“ Glücklicherweise waren diese Zeiten vorbei und so saß Leo nun mit ihren Kollegen im Besprechungsraum und hörte ihrem Vorgesetzten zu, der die Nachbesprechung einleitete.
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