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⋙ Cruel world⋘

GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Trafalgar Law
08.07.2021
04.12.2021
26
105.698
5
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
25.11.2021 4.635
 
Hallo^^

Wisst ihr was das schlimmste ist? Wenn man selbst der Autor ist und weiß was passiert. Dann wird man bei allen Andeutungen emotional und fängt an zu heulen. Wir sprechen uns im Bezug darauf im nächsten Kapitel noch einmal.
Ich bin nicht gemein, nur etwas neckisch.
Aber nächstes Kapitel wird schlimm. Vielleicht habe ich aber auch schon eine zu enge Bindung zu den ganzen OC-Charakteren aus dem OC-Universe von Shumin und mir und bin deswegen immer so emotional, kann auch sein.
Aber wie dem auch sei.
Ich stelle das übliche für meine treuen Gefährten hin, danke dass ihr wieder da seid und wünsche viel Spaß beim lesen.

bis dahin,
Eure Angel




⋙ Kapitel 19 Alte Freunde⋘


Der Gelbäugige saß im großen Saal und sah sich um. Er erblickte die blondhaarige Erbin des Hauses Turrisou. Lydia Clarice Turrisou. Das Haus der Libellen und das merkte man auch, weil diese Biester um sie herumschwirrten. Sie war in dem Moment in einem Gespräch mit Kabaji vertieft. Auch schräg, Libellen und Eichhörnchen. Nun, er sollte sich da nicht einmischen und das würde Mihawk auch nicht. Er hatte größere Sorgen, denn in den letzten Gesprächen mit Dragon kristallisierte sich heraus, dass der Gelbäugige mehr als offenkundig doch zu lange gezögert hatte. Doch was er nun tun sollte, dass wusste er auch nicht so recht. Er sah zu seinen Kindern und das Training mit ihnen verlief gut. Durch Zarkon blieb er auch auf den Laufenden, was die Lilahaarige betraf. „So viele Monate schon, was denkst du dir dabei?“ Er zuckte zusammen, als er die Stimme neben sich hörte. Er wandte sich um und natürlich war es der Alte. Wer auch sonst? Er war in dieser Sache mindestens so stur, wie es auch Dragon war.
„Was meinst du?“ Der Gelbäugige trank etwas aus seinem Becher und schloss einen Augenblick die Augen. Vermutlich war er dumm, wenn er glaubte, dass er damit einfach so durchkam. Denn sich Rayleigh gegenüber dumm zu stellen, war mindestens so sinnlos, als würde man versuchen das Meer zu Teilen. Das war selbst für die mächtigsten unmöglich. Einen Fluss vielleicht, aber niemals das ganze Meer.
„Das weißt du mehr als genau, tu nicht so.“ Mihawk wusste eigentlich, dass so eine Antwort kommen würde und doch glaubte er noch immer es unter Kontrolle zu haben. Er sah einfach noch nicht wirklich einen Grund es ihr zu sagen. Im Moment brachte ihr das Wissen so gut wie nichts oder irrte er sich in diesem Punkt? Der Gelbäugige dachte einen Augenblick nach, ob es am Ende nicht mal wirklich um sie ging, sondern um Hoffnung. War das vielleicht das, worauf der Alte anspielen wollte. Er konnte es nur herausfinden, wenn er ihn ein wenig provozierte. Nicht die beste Lösung, aber die einfachste.
„Rayleigh, ich weiß was ich tue.“ Er flüsterte es dennoch beinahe nur und sein Blick schweifte zu dem Sommersprossigen. Der Gelbäugige wusste es längst, dass beide wieder mit einander schliefen. Er konnte es der Braunhaarigen nahezu ablesen, denn dafür kannte er sie auch einfach zu lange. Sie konnte nicht wirklich etwas vor ihm verbergen und das war auch einer der Gründe, warum er es ihr nicht sagen wollte. Er ahnte, dass der Sommersprossigen nach den alten Gesetzen handeln würde und es beenden würde, weil sie durch die Wahrheit zu seiner Königin werden würde. Sie würden das verlieren, was sie aktuell haben.
„Das will ich für dich hoffen.“ Damit sah er zu Rayleigh, denn es würde nun interessant werden. Er sah nicht so aus, als das er fertig wäre. Er sah eher so aus, als würde er erst noch überlegen müssen, wie er das folgende formulieren sollte. „Sie ist an einem Punkt, wo ihr gesamte Welt mit der Wahrheit zerbrechen wird. Du hast zu lange gewartet, dass ist meine Sicht.“ Seine Wort zerbrachen etwas in dem Gelbäugigen und er blickte sich um. Er entdeckte Angel und sie kuschelte gerade mit Faran und lachte sogar etwas vor Glück. War es wirklich so? Würde er ihr nun wirklich alles nehmen, wenn er ihr die Wahrheit sagen würde? Es schmerzte ihn, wenn es wirklich so sein sollte. Er hatte doch immer nur im Sinn sie zu beschützen. War es wirklich umsonst? Dann traf ihr Blick seinen und obwohl sie ihn anlächelte, konnte er es nicht wirklich erwidern.
„Es war einfach nicht der richtige Moment da.“ Er flüsterte es fast nur und doch verlor seine Stimme durch die Erkenntnis an Kraft und Stärke. Angel war sein kleines Mädchen, seine Tochter, die er aufzog und der Gedanke, dass er selbst es nun sein würde, der ihre Welt zerbrechen würde, schmerzte ihn mehr als er sich je hätte vorstellen können. Er war immer ein Krieger. Sein Leben lang und nur Akina und Angel wagten es in sein Herz zu blicken. Sie kannten ihn besser, als er sich selbst manchmal. Die Lilahaarige war die Liebe seines Leben und die Braunhaarige seine Tochter, die er aufzog, trainierte und versuchte auf das kommende so gut es ging vorzubereiten. Doch was wurde aus diesem Vorhaben? Wann hatte Mihawk angefangen es aufzugeben, ohne das jemals bewusst wahrzunehmen? War es wirklich zu spät für den perfekten Weg?
„Doch die waren da, doch du warst zu feige. Nun wirst du sie nur noch zerbrechen.“ Diese Worte trafen ihn bedeutend tiefer, als es ihm wirklich bewusst war. Er schloss die Augen und wünschte sich, dass er es ihr deutlich früher gesagt hätte. Noch bevor sie hierherkamen. Doch er wollte ihr Freiheit schenken und das auch vielleicht, weil er eben wusste, wie sie war. Sie war die Pflicht selbst und wenn sie wüsste, wer sie ist, dann würde sie Ace von sich stoßen und sich damit nur selbst zertrümmern, doch kam es an diesem Punkt nicht auf das gleiche hinaus?
„Seit wann so wenig Vertrauen in mich?“ Es war als würde der Gelbäugige versuchen abzulenken und nicht daran zu denken, dass er zu spät gehandelt hatte und der Alte einfach recht hatte mit dem was er sagt. Dass Mihawk wirklich zu spät war. Zu spät dafür der Braunhaarigen zur Seite zu stehen. Doch Angel würde auch immer Angel bleiben und niemals könne jemand sie verbiegen. Doch er musst wohl damit leben lernen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn am Ende dafür hassen würde, höher stand, als ihm wirklich lieb war. Doch ihr Glück war es ihm wert und am Ende würde er immer mit Stolz auf die Braunhaarige blicken, wissend, dass sie die größte Königin der Geschichte werden würde. Er kannte ihr Einstellung und die würde sich auch niemals wirklich ändern.
„Hab ich nicht, aber das was du tust kann nur in einem Desaster enden.“ Der Blick von Mihawk ging zu dem Sommersprossigen und auch dieser sah recht glücklich aus. Die beiden waren auch einfach füreinander geschaffen. Der Gelbäugige beschloss, dass er sich für beide einsetzen würde. Dass er dafür kämpfen würde, dass sie heiraten können und ihre Zukunft gemeinsam bestreiten können. Er hört ein Aufstöhnen und dann, wie Rayleigh sich vom Tresen abstieß. „Aber mach was du willst, mein Wort scheint ja nichts zu bringen.“ Damit verschwand der Alte und ließ einen verwirrten Gelbäugigen zurück. Dieser wusste nicht mehr wirklich was Richtig und was Falsch war. In seiner Welt war im Grunde noch nahezu alles Richtig, doch war es das wirklich? Er sah wieder zu der Braunhaarigen, die ihn fragend ansah und er sah einfach auf den Tisch. Im Moment konnte er ihrem Blick nicht standhalten.
„Ich gebe es ungern zu, aber er hat recht.“ Er hörte den Rothaar neben sich und hatte gar nicht bemerkt, dass er da stand. Er war auch die gewisse Art von Nervensäge, die man eigentlich gerne loswerden wollte und doch konnte er auch nützlich sein. Sofern er das wollte. Doch das war bei Shanks so eines der größten Probleme. Er war durchaus stark, aber er schien nicht wirklich gerne zu kämpfen. Mihawk erstaunte es schon, dass er noch nicht auf die schwachsinnige Idee gekommen war, mit dem dunklen König zu verhandeln. Würde jedenfalls zu ihm passen. „Sie wird dich dafür hassen. Da kannst du dir ziemlich sicher sein.“ Er sagt es so, als würde er darüber reden, wie das Wetter so aktuell war. Als wäre es nichts besonderes und doch war es für Mihawk nur schwer zu fassen. Würde sie wirklich? Angel war nie wirklich ein Mensch, der andere hasste oder es konnte. Sie hatte in der Hinsicht die Philosophie, dass es verschwendeter Energie gleichkam, wenn man negative Gefühle auslebte. Doch war er sich nicht so sicher, wie es damit aussah, dass ihr gesamtes Leben eine gewisse Lüge war. Ganz gelogen war es nicht, dass war auch dem Gelbäugigen klar, denn er hatte ihr immer gesagt, dass sie jemand Wichtiges ist.
„Das kannst du nicht wissen.“ Er flüsterte es einfach und konnte dann beobachten, wie sich die Braunhaarige auf den Weg zu ihm machte.
„Stimmt, dass kann ich nicht und vielleicht kenne ich sie auch nicht gut genug. Doch du solltest nicht vergessen, wie viel du ihr mittlerweile durch die Wahrheit nehmen würdest.“ Der Gelbäugige dachte darüber nach und ja, Rothaar kannte sie einfach nicht so wie Mihawk sie kannte. Er hatte sie schließlich aufgezogen und war Zeit ihres Lebens an ihrer Seite. Sie war wie seine leibliche Tochter und sie standen sich wie Familie nahe. „Ich sage das als dein Freund, Mihawk. Sag es ihr so schnell es geht.“ Damit verschwindet auch Shanks und der Gelbäugige bleibt mit quälenden Gedanken vollkommen alleine zurück. Er war immer ein Mann gewesen, der mehr als genau wusste was er tat und bis zum heutigen Tag war es auch so geblieben. Doch die Worte hinterließen etwas in ihm. Würde Angel sich wirklich verändern, wenn sie wüsste, wer sie war? Nein, nicht sie würde sich verändern, sondern die Menschen um sie herum, die sie dann wie eine Königin behandeln würden. In dem Moment hoffte er, dass er vielleicht doch richtig gehandelt hatte, weil sie dadurch Menschen kennenlernen konnte, die sie dann so kannten, wie sie wirklich war. Die vielleicht auch später nicht nur die Königin in ihr sehen würden, sondern auch die Magierin die sie war.
„Vater, was ist los?“ Die Stimme der Braunhaarigen riss ihn aus seinen Gedanken und er blickte zu ihr. Ihre blauen Seelen blickten ihn direkt an. Er versuchte etwas darin zu sehen, doch alles war erkannte war Sorge. Sie schien sich um den Gelbäugigen zu sorgen und nur zögerlich brachte er ein Grinsen zu Stande. Sie war und würde mit Akina immer sein größter Schatz sein. Auch wenn nun seine Kinder dazukamen, so hatte die Braunhaarige einen ganz besonderen Platz in seinem Herzen. Er schloss die Augen und es hieß wohl doch schon sehr bald Abschied nehmen.
„Wirst du bald erfahren und dann wirst du mich vermutlich hassen.“ Er flüsterte es fast nur und sie berührte seine Wange. Mihawk sah ihr an, dass sie diese Worte wohl kaum greifen konnte. Doch wie konnte er ihr das verübeln. Er musst wieder kurz die Augen schließen, als würde es ihm eine gewisse Kraft geben. Doch er kannte auch ihr unglaublich großes Herz. In dem Moment wusste er, dass Rayleigh und Shanks nicht recht behalten würden. Sie war kein Monster und sie kannte ihn schließlich genauso gut, wie er sie kannte. Sie waren schon immer mehr ein Duo gewesen. Er ihr Mentor und sie seine Schülerin. Seine Tochter, die er mit Freuden in die Hände von Ace gab, weil er ein guter Mann war und sie wirklich glücklich machen konnte. Dass war es ihm wirklich wert gewesen.
„Und wenn ich dir schwöre, dass ich das nicht werde?“ Es war schon beinahe typisch für sie, wollte ihm immer die Sorgen nehmen. Und er machte sich ständig Sorgen und auch wenn er es nie versuchte zu zeigen. Nach außen eine Mauer, doch sie konnte eben in seinen Kopf konnte und wusste deswegen immer, dass er sich sorgte. Sie wusste eben immer wie er fühlte. Auch wenn sie es früher nicht wirklich kontrollieren konnte und es nur ab und zu passiert. Doch ihr hatte es immer gezeigt, dass sie seine Priorität war und dass er sie als Mann von Ehre unbedingt beschützen wollte. Sie hatte es im Grunde nie hinterfragte.
„Mach niemals einen Schwur, von dem du nicht weißt, ob du ihn halten kannst.“ Er fand auch endlich sein Schmunzeln wieder, welches sie von ihm kannte. Auch sie musste deswegen leise lachen. Sie schien froh zu sein und er brauchte kein Orakel um zu wissen, woran das lag.
„Wolltest du mich damit beschützen?“ Der Gelbäugige wusste, wie diese Frage zu verstehen war. Er würde ihr ehrliche gegenübertreten und damit sah er zu Faran. Der Wolf vom Sommersprossigen, dieser hatte auch seine eigene Weise auf sein Herz Acht zu geben. Mihawk gab es gerne zu, er mochte ihn. Er war sich auch sicher, dass dieser ein guter König an der Seite von Angel sein würde. Doch wer konnte schon sagen, was die Zukunft brachte.
„Ich wollte dir Freiheit schenken.“ Es war mehr eine Feststellung, als wirkliche eine Antwort auf ihre Frage. Doch sie schien es zu verstehen und begann zu lächeln. Es war ein ehrliches und offenes Lächeln. Sie strich mit ihrem Daumen über seine Wange.
„Dann werde ich diesen Schwur halten können. Deine Absichten waren gut.“ Die Braunhaarige wusste mit der Situation nicht unbedingt viel anzufangen. Eher im Gegenteil, das Verhalten von Mihawk hatte sich sehr gewandelt. Nicht unbedingt zum schlechten. Eher in die Richtung, dass Angel sich begann zu sorgen. Er war in sich gekehrt und verbrachte viel Zeit mit dem Training der Zwillinge. Was war eigentlich mit ihnen? In welcher Verbindung standen sie zu dem Gelbäugige? Fragen die sie absolut noch beantworten konnte und doch wusste sie, dass sie ihm in dem Punkt einfach vertrauen sollte.
„Wir werden sehen.“ Er nimmt ihre Hand von seiner Wange und drückt sie am Hinterkopf in eine kleine Umarmung. Sie konnte es spüren, dass er zitterte und auch das war ungewöhnlich für ihn. Hatte er Angst oder war es die Sorge, dass die Braunhaarige ihn wirklich hassen könnte? „Ich hab dich lieb, Kleines.“ Schließlich löste er sich von ihr und ging dann einfach. Sie verschränkte die Arme und sah ihm nach. Sie würde schon noch herausfinden, was mit ihm war. Ihr blick ging zu Faran und sie hockte sich vor ihn hin. Sie kraulte seinen Kopf und er genoss es augenblicklich. Sie hatte diesen Wolf so richtig lieb gewonnen. Er war ihr bester Freund geworden und sie wollte ihn auch nie wieder vermissen.
„Was meinst du Faran?“ Darauf legte das schwarze Tier seinen Kopf schief, um ihr anschließend über das Gesicht zu lecken. Sie konnte nur lachen. Er stand ihr bei und schenkte ihr Gesellschaft, wenn es der Sommersprossige nicht konnte. „Sehe ich auch so.“ Damit umarmte sie ihn, bevor sie wieder aufstand und ihren Blick zu Ace schweifen ließ. Er sah sie gerade nicht an und doch liebte sie diesen Kerl einfach. Etwas dass sie niemals ändern würde. Ihr kamen die Worte von Mihawk in den Sinn. Er wollte ihr Freiheit schenken, was verbarg er nur vor ihr? Wie viel ihrer Welt würde es von ihr reißen? Hieß das vielleicht wirklich, dass ihre Zeit mit Ace mehr als beschränkt war? Sie hoffte es nicht, sie wollte ihn niemals verlieren.

∫∫∞∫∫∞∫∫


„Sam?“ Die Blauhaarige wandte sich um und erkannte den Grauäugigen. Sie fragte sich augenblicklich, was er nun wieder von ihr wollte. Sie wusste einfach nicht, woran sie noch bei ihm war. Im Moment verwirrte er Sam massiv mit seinem Verhalten. Doch dann verneigte er sich plötzlich vor ihr. Was war nur mit dem Kerl los? „Ich danke dir, dass du Castiell gerettet hast.“ Sie musste kurz die Augen schließen und sicherlich war der kleine Erbe ein Grund für Law, sich etwas dankbarer zu zeigen, auch wenn er es vermutlich nur wegen Cecilia tat. Die war nach wie vor davon überzeugt, dass der Grauäugige mehr für die Blauhaarige empfand. Doch davon waren weder Sam noch Law wirklich überzeugt und das war auch die einzige Gemeinsamkeit, die sie wirklich aufweisen konnten.
„Wird der Umstand etwas ändern?“ Sie stellte diese Frage direkt, denn sie hatte sich abgewöhnt schön drumherum zu reden, denn das hatte weder viel Sinn noch war es sonderlich zielführend. Sam hatte einfach nicht vor, den Fokus zu verlieren. Dennoch stand nun der Grauäugige vor ihr und schien mit sich zu ringen. Sie wollte einfach nur hören, was er zu sagen hatte und dann einfach weitermachen. Doch vor allem einfach zu überleben und die Zeit hier zu überstehen. Auch wenn ihr klar, dass sie es nicht ewig überstehen konnte und doch gab es da diese zwei Möglichkeiten. Ihr Vater hatte ihr viel über den Segen erzählt und nun wusste sie auch noch die letzten Details. Sie hatte es mittlerweile verstanden.
„Durchaus. Ich beginne dich zu akzeptieren.“ Diese Worte überraschten die Blauhaarige und sie blickte in seine Augen. Sie suchte nach einem Zeichen von Hohn und doch fand sie nichts davon. Wenn er sie nicht verarschte, was war dann das Ziel? Oder meinte er es wirklich mal so, wie es meinte. Sie schloss die Augen und dachte intensiv nach und dann kam ihr eine Erkenntnis. Jene brach ihr noch einmal leise und unauffällig das Herz. Es würde sich im Grunde kaum etwas verändern.
„Aber ich bleibe in deinen Augen die Verräterin.“ Sie flüsterte es fast nur und dann sah sie ihn mit einem Lächeln an. Dennoch betrachtete sie es al einen kleinen Schritt nach vorne. Mochte er auch minimal sein. Vielleicht würde ihr Leben innerhalb dieser Mauern wenigstens ertragbar sein. Es war ein Schritt und sie akzeptierte es im vollen Maße, auch wenn es nicht die Tiefe hatte, die sie sich vielleicht gewünscht hätte.
„Tut mir leid.“ Die Blauhaarige hob die Hand und er stoppte mit dem Reden. Sie seufzte kurz und dann sah zum Himmel auf.
„Schon gut.“ Sie genoss die leise Brise an diesem warmen Tag und dann ging Sam auf ihn zu. Die Blauhaarige. stellte sich vor ihn hin und wollte die Hand nach ihm ausstrecken, doch sie ließ es dann doch. Sie schloss sie und legte sie auf ihr Herz, bevor sie zu Boden sah. „Wir alle gehen unsere eigenen Wege und unsere haben sich für einen Moment gekreuzt, nicht wahr?“ Sein Schweigen wusste sie auch nicht so wirklich zu deuten und doch nutzte sie es dann aus. Sie sprach unbeirrt weiter. „Weißt du, ich liebe Castiell, als wäre er mein eigener Sohn. Du hast dein Erben und ich bin froh darüber. Die Zukunft des Hauses ist gesichert. Was kann uns besseres passieren?“ Nun hörte Sam ihn seufzen und sie starrte einfach weiterhin auf den Boden. Dennoch stand sie zu dem was sie sagte und es war ihre Sicht der Dinge. Es war nicht wirklich so, als wollte sie sich vor dem drücken, was von ihr erwartet wurde, es war viel mehr so, dass sie es einfach besser wusste.
„Dennoch kennst du die Forderungen des Rates.“ Sie sieht wieder zu ihm auf und sie blickte ihm direkt in die grauen Augen. Sie beide sprachen wieder in dem ruhigen Ton wie einst und sie fühlte sie wie damals, als sie beide sich noch verstanden. Als sie noch Freunde waren und sich Versprechen gaben. Jene, die heute keinen Bestand mehr hatten und auch an ihrer Magie vollkommen verloren hatten.
„Wieso benutzt du nicht die Lüge? Ich kann damit leben, dass weißt du.“ Sie bot es ihm wieder an. Obwohl Sam den Frieden und die Zukunft dieser Welt im Sinn hatte, war da noch immer der kleine Teil, welcher Law immer vollkommen verfallen sein würde. Sie würde wohl niemals aufhören ihn zu lieben. Auf gewisse Weise schienen sie Seelenverwandte zu sein, doch das hieß in ihrer Welt nicht immer unbedingt, dass sie glücklich bis an Lebensende sind. Es war lediglich so, dass sie immer auf eine gewisse Art und Weise verbunden sein würden. Es würde immer eine Bindung geben, ganz gleich, wie sehr sie es auch versuchen würden zu unterdrücken. Sie hatte das besonders durch den Moment erkannt, als durch die Anwendung des Segens beinahe gestorben wäre.
„Ich werde dir nicht bewusst schaden.“ Sam erstarrte und wusste nicht, wie sie es deuten sollte und doch versuchte sie wieder Abstand zwischen sich und ihm zu bringen. Es würde nichts bringen, wenn sie ihn zu sehr in ihre Welt ließ.
„Deine Strategie ist also, mich im Stillen leiden zu lassen?“ Erneut konnte sie sein Seufzen vernehmen und dennoch sah sie ihn nicht mehr an. Sie wollte nicht in seine Augen lesen und erkennen, dass sie im Grunde doch absolut nichts verändert hatte. In der aktuellen Lage war die Blauhaarige viel zu verwirrt, um im Ansatz einen klaren Gedanken zu fassen. Sie verstand Law einfach nicht wirklich. Was wollte er ihr nur mitteilen? Wenn er sich einfach bedanken wollte, dann hätte er es tun sollen und wieder gehen sollen.
„Ich gebe zu, dass ich lange Zeit von Rache besessen war. Ich wollte mich unbedingt an dir rächen. Ich vertraue dir noch immer nicht. Dennoch will ich versuchen mich zu ändern, erwarte nur keine Liebe. Das kann ich nicht.“ Sie begann seine Worte zu verstehen und wusste mehr als nur genau, wie sie es zu verstehen hatte. Er begann sie zu respektieren und dass würde auch alles sein. Das war es, was er die ganze Zeit über sagte und auch meinte.
„Von dir habe ich schon lange keine Liebe mehr erwartet.“ Sie flüsterte es nur und brachte genug Abstand zwischen ihnen. Dann verneigte auch sie sich, bevor sie sich aufrichtete und den Rücken durchstreckte. „Dennoch bist du mein Ehemann und Lord. Dem werde ich mich in bestimmten Maße fügen. Doch steht die Zukunft dieser Welt für mich an oberster Stelle. Ich hoffe, dass du verstehst. Ich kämpfe auch als Frau für den Frieden und einer schönen Welt.“ Sie vergoss eine stumme Träne und doch lächelte sie leicht. Sie wusste nicht, ob er ihre Worte so verstehen würde, wie sie diese auch meinte. Sie wusste nicht, ob er sie auf die richtige Weise interpretieren würde. Doch es sollte für sie wenig Rolle spielen. Vielleicht würde er es auch noch verstehen.
„Ich verstehe und respektiere es.“ Diese Worte zeigten ihr, dass er sie nicht wirklich verstanden hatte und so wandte sie sich ab. Sie ging durch den Garten und direkt an einen ruhigen Ort. Dennoch war sie irgendwie froh, dass die Zukunft wenigstens ein wenig Farbe hatte. Law würde seine Erben haben, seien sie auch nicht von der Blauhaarigen, doch er würde sie haben und wenn es sie wirklich nicht mehr geben sollte, dann wäre er auch frei Cecilia zu ehelichen.

∫∫∞∫∫∞∫∫


„Lord Stephan, weswegen wolltet ihr mich sprechen?“ Der Lord sah zum Eulenlord und sein Herz zog sich erneut zusammen. Als Kinder und junge Männer wuchsen sie gemeinsam heran. Sie trainierten zusammen, lernten zusammen, aßen zusammen und tranken zusammen. Sie waren wir Brüder, von denen heute nichts mehr übrig war, wie es schien. Er wollte den Richard zurück, den er einst kennengelernt hatte. Er wollte seinen alten Freund zurück, doch war Stephan sich nicht wirklich sicher, ob dieser noch wirklich vorhanden war.
„Rick, hast du vergessen, dass wir einst Freunde waren?“ Er flüsterte es fast nur und sah dem Eulenlord direkt in die Augen.
„Nein, aber du warst es, welcher diese Freundschaft mit eiskaltem Hass beendet hat. Es lag nie in meinem Ermessen.“ Die Melancholie schwang in diesem Augenblick mit und durch jene Nacht war so viel zu Ende gegangen, dass die wahren Ausmaße wohl nur mit der Zeit erkennbar sein würden. Richard war sein bester Freund und er würde es auch immer bleiben, egal wie weit sie auch auseinander treiben würde. Er würde immer wie ein Bruder im Geist bei ihm sein.
„Hältst du es denn für möglich, dass wir noch einmal von vorne anfangen können und wieder die Freunde von früher werden können?“ Damit ließ er ein Seufzen verlauten und blickte Stephan direkt in die Augen. Er konnte wieder diesen alten Blick erkennen. Vielleicht gab es Hoffnung, dass sie beide wieder wahre Freunde werden könnten. Der Lord schwor sich, dass er dafür kämpfen würde. Er würde seinen alten Freund nicht aufgeben.
„Wenn ich sehe, dass du wirklich bereit bist, dein Verhalten zu ändern, dann vielleicht.“ Damit streckte der Eulenlord seinen Rücken durch und gab seiner eleganten Gestalt noch einen gewissen Stolz. Er war auch das stolze Familienoberhaupt, dass er schon immer war, dass würde sich vermutlich auch niemals ändern. Er schloss einen Augenblick die Augen und sah ihn dann wieder direkt an. Stephan konnte es spüren, dass das Folgende das Entscheidende sein würde. „Meine Tochter ist eine stolze Frau, die alles für den Frieden tut und für deine Familie einsteht. Sie ist dir bedingungslos loyal, ganz gleich wie heiß das Feuer dieser Hölle auch brennen mag. Der Hölle, die du erschaffen hast und ich weiß nicht, wie du so einem Menschen wurdest. Erkenne ihre Bemühungen für diese Familie endlich an.“ Seine Worten schmerzten doch auf gewisse Weise und an sich hatte er schon recht. Dem Lord fielen viele Situationen ein, wo sie für diese Familie einstand und auch das Leben von Castiell hatte sie ohne zu zögern gerettet. Ein legitimierter Bastard und auch dass sie die Blonde so unterstütze bewies eigentlich, dass, was auch immer sie damals dazu trieb Corazon zu verraten, nicht wirklich ihre Absicht war, dass er starb.
„Wir haben uns alle in der Rache verloren und müssen das definitiv ändern. Auch wenn das Vertrauen in sie noch wachsen muss und noch brauchen wird.“ Stephan konnte wieder ein Grinsen auf seinen Zügen sehen und wusste, dass sein alter Freund in gewisser Weise wieder da war. Er kam wieder zum Vorschein. Doch konnten sie wirklich wieder zu den alten Freunden werden, die sie einst mal waren. So viele Jahrzehnte kannten sie sich nun schon.
„Wenn ich sehe, dass ihr alle euer Wort haltet, dann bin auch ich bereit einen Schritt auf dich zuzugehen.“ Damit trat Richard auf ihn zu und sah ihn direkt an.
„Schwörst du es, alter Freund?“ Der Lord wollte dieses Versprechen nicht fordern, weil er unsicher war, sondern er wollte es, der alten Zeiten Willen. Früher hatten sie sich viele Versprechen gemacht, die sie dann gemeinsam hielten. Bis Stephan der war, der seine Versprechen gegenüber dem Eulenlord brach. Er war im Grunde die Ursache für die Entzweiung.
„Ich schwöre es.“ Damit hob er seinen Arm und die Nostalgie ergriff den Lord. Damals hatten sie sich immer auf diese Weise die Schwüre abgenommen. Damit nahm Stephan die Geste an und legte seine Hand an seinen Unterarm, während er die Hand des Eulenlords um seinen Unterarm spüren konnte. „Sehen wir gemeinsam, was die Zukunft bringt.“ Diese Worten gaben ihm eine wirkliche Hoffnung, dass sie wieder zu den Freunden werden könnten, die sie einst mal waren. Er konnte nur lächeln. Der Lord war absolut zufrieden und ein wenig auch glücklich darüber, dass Hoffnung wieder seinen Weg in diese Mauern fand. Denn auch Law war nun bereit die Blauhaarige zu akzeptieren. Damit gingen sie beide wohl einen Schritt in die richtige Richtung. In Richtung Zukunft.
„Sehe ich auch so. Tut mir leid, dass mein Schmerz mich zu so einem Monster gemacht hat.“ Sie lösten sich wieder von einander und ein Grinsen auf dem Gesicht von Richard zu sehen machte auch Stephan froh. Denn er erkannte dadurch die Vergangenheit wieder. Er war sich in dem Moment sicher, sie würden wieder so wie früher werden.
„Wenn du bereit es zu ändern, dann werden wir es sehen. Ich lobe die Tat nicht vor dem Ereignis.“ Mit diesen Worten wandte er sich ab und doch ging es nun voran. Die Zukunft war noch nicht in Stein gemeißelt und sie mussten endlich akzeptieren was geschehen waren. Sie mussten einen Schritt nach vorne machen. Sie mussten es wenigstens versuchen und wie lange es auch dauern möge, sie mussten an dem nun festhalten. Der Lord hatte auf gewisse Weise seinen alten Freund zurück und auch wenn es erst der Anfang war, es war einer. Das war am Ende alles was wirklich zählte.
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