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But I'm only human...

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / Gen
07.07.2021
20.01.2022
12
23.870
10
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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23.08.2021 2.291
 
Gegen Ende des Dienstes saßen die beiden Partner in ihrem Büro.
"Tom, du warst vorhin echt grob zu dem Kerl", fing Muri dann an, er  kannte das von seinem Partner gar nicht.
"Meinst du?", fragte dieser.
"Ja, so bist du normalerweise nicht", sagte Demir und blickte seinen Partner besorgt an.
"Stimmt etwas nicht?", fragte er Tom dann.
"Es ist alles in Ordnung, bin nur etwas müde und dementsprechend etwas genervt drauf", brummte Mayer als Antwort. Muri seufzte.
"Du wirst mir nichts sagen oder?", fragte der Beamte.
"Worüber?", fragte Mayer.
"Dass du Probleme hast. Tom, mach mir nichts vor. Ich hab die Verletzungen an deinem Hals bemerkt. Hast du mit jemanden Stress oder so?", fragte der Türke ihn ernst. Er wollte nicht einfach dran vorbei sehen. Langsam machte er sich echt Sorgen um seinen besten Freund. Das er mit immer neuen Wunden kam war nicht normal.

Tom sah ihn etwas schockiert an und richtete seinen Halskragen.
"Hab mich beim Rasieren geschnitten", brummelte er, wich allerdings den Blick seines Kollegens aus.
"Hier, das glaubst du doch wohl selbst nicht. Was gibt es da zu rasieren? Dein Bart ist dir heilig und seit wann wachsen Haare am Hals?", fragte Demir seinen Partner. Stufte Tom ihn für so bekloppt ein oder was ging in dessen Kopf bitte vor?
"Ist mir ausgerutscht beim Stutzen", entgegnete Mayer und Muri grinste nur missbillig, nickte den Kopf dabei.
"Sag mal, für wie blöd hältst du mich eigentlich? Du denkst doch nicht, dass ich dir das abkaufen werde! Außerdem deine überschminkten Blessuren im Gesicht. Wenn Klaus das erfährt, dann wird er dich noch suspendieren", meinte Muri und blickte seinen Freund wütend an, dessen Gesichtszüge für einen Moment entgleisten.
"Du willst es ihm doch nicht sagen oder?", fragte Mayer.
"Wenn du nicht mit der Sprache rausrückst muss ich wohl zu ihm gehen", entgegnete Muri und verschränkte die Arme.
"Das ist Erpressung! Ich dachte, du wärst mein Freund!", regte sich Tom auf.
"Und Freunde erzählen es sich, wenn sie in irgendwelchen Schwierigkeiten stecken!", schnauzte Demir ihn an.
"Ich hab aber keine Schwierigkeiten, kapier das doch endlich!", erwiderte Mayer laut.
"Ich mach mir Sorgen um dich! So schweigsam bist du nie und auch nicht so grob! Irgendwas stimmt doch nicht, man!", entgegnete Muri.
"Ja und? Das geht dich nichts an!", knurrte sein Partner zurück. Demir ballte die Hände zu Fäusten, der Kerl machte ihn gerade echt wütend und auch traurig. Hatte er kein Vertrauen in ihn?
"Verdammt! Ich bin dein bester Freund, ich will doch nur, dass du mit mir redest!", schnauzte er ihn an.
Tom zuckte leicht zusammen, so wütend hatte er Muri noch nie erlebt und er verspürte eine leichte Angst vor seinem langjährigen Kollegen. Wenn er nicht darüber reden wollte, dann sollte er ihn nicht als ausfragen. Hörte er ihm denn nicht zu?
"Ich will aber nicht reden!", stellte Tom fest und Muri öffnete den Mund um ihm eine Antwort zu geben als die Tür ihres Büros aufflog.
"Was zum Geier ist denn hier los?!", schnauzte Robin Sturm in den Raum hinein, sah die beiden Partner sauer an, welche zusammenzuckten.

"Seid ihr irgendwie auf den Kopf gefallen? Eure Auseinandersetzung würden selbst die Kollegen aus München mitbekommen! Man hört euch über die ganze Wache, verdammt! Ihr habt echt Glück, dass Klaus heut nicht hier ist, der würde euch Feuer unterm Arsch machen!", schnauzte Robin die Kollegen zusammen, die etwas in ihrem Stuhl eingesunken waren. Beide schwiegen und Sturm seufzte genervt, blickte kurz auf den Gang. Donnerte Daniel und Heidi in ihr Büro zurück, die ihre Beine in die Hand nahmen. Dann schloss Robin die Tür hinter sich, ging paar Schritte vor und stellte sich mit verschränkten Armen vor die Tische der beiden Partner.
"Also, ich höre", sagte er mit bedrohlich leiser Stimme. Blickte von einem zum anderen bis schließlich Tom das erste Wort ergriff.
"Er nervt mich ständig mit einem Thema, worüber ich nicht sprechen will", brummte dieser.
"Welches Thema?", fragte Sturm nach.
"Das ist privat!", griftete Tom den Kollegen an.
"Es geht um seine Hämatome am Gesicht und Hals", kam es von Demir.
"Du miese Petze Muri!", zischte Mayer seinen Partner an.
"Hey, runterfahren Tom. Hämatome?", fragte Robin und musterte dabei den Braunhaarigen, doch durch dessen Position konnte er nichts erkennen.
"Hat sie mit Schminke verdeckt. Als würde das nach einiger Zeit nicht auffallen", murrte Demir.
"Zeig mal Tom", meinte Sturm dann.
"Nein", zischte sein Kollege.
"Zeig!", wiederholte er seine Worte.
"Nein, ich will nicht!", zischte Mayer.
"Na gut, ich werde es sowieso Klaus melden müssen", meinte Robin und wurde von Tom schockiert angesehen. Jetzt konnte er leicht Hämatome erkennen, aber nur Blessuren.
"Wieso musst du?", fragte Mayer.
"Da euer lautstarker Streit schon für genug Aufsehen gesorgt hat und ich jetzt nicht denke, dass ihr ruhig bleibt. Also verschwindet von der Wache. Die letzten fünfzehn Minuten könnt ihr euch sparen. Tom, du verlässt zuerst die Wache", entgegnete Robin und sah ihn mit einem Blick an, der keinen Widerspruch duldete. Murrend richtete sich Mayer auf.
"Wenn es denn sein muss", knurrte er, warf Muri einen letzten bösen Blick zu und verließ ihr gemeinsames Büro.
"Du gehst in fünf Minuten direkt", sagte Robin zu dem verbliebenen Beamten und verließ dann auch das Büro. Hatte keine Lust auf eine weitere Auseinandersetzung. Er stellte sich hinter den Tresen und rieb sich über den Kopf. Was war denn bitte mit den beiden los?

Nachdem fünf Minuten vergangen waren, verließ auch Muri unter dem warnenden Blick von Sturm die Wache. Zog sich schnell um und saß bald schon in seinem Auto.
"Dieser verdammte Mistkerl! Ich mach mir doch nur Sorgen um ihn, was versteht er daran nicht!", fluchte er vor sich hin während er den Parkplatz seiner Dienststelle verließ.
Er war mega sauer auf Tom. Wieso sprach er denn nicht mit ihm? Kratzer am Hals vom rasieren? Das konnte er vielleicht irgendwelchen, dahergelaufenen Tauben erzählen, aber nicht ihm! Muri kannte ihn schon lang genug, dass er merkte, dass etwas mit seinem Freund nicht stimmte. Aber das er sich so dagegen wehrt darüber zu sprechen und ihn wohl für blöd einstuft, hätte Demir nicht erwartet. An einer roten Ampel haute er auf sein Lenkrad.
"Mensch Tom, du Vollidiot!", knurrte er.

Leise murrend knallte Tom die Tür hinter sich zu und warf seine Tasche in irgendeine Ecke bevor er sich ins Wohnzimmer begab und dann gegen ein Kissen trat, welches auf dem Boden gelegen hatte.
"Vielen Dank auch Muri! Jetzt wird mich Klaus noch mehr nerven", knurrte er seinen Frust aus und ließ sich genervt auf die Couch fallen. Das sein bester Freund so gemein sein konnte und auch noch Robin das petzte, hatte er nicht erwartet. Er war mega sauer auf den Kerl. Wie sollte er bitte den Dienst morgen mit Demir bestreiten? Er würde sich zusammenreißen müssen ihn nicht an die Kehle zu gehen. Muri soll ihn einfach in Ruhe lassen. Hätte er es auch getan, wäre es nicht zu ihrer Auseinandersetzung gekommen.

Mayer brummte etwas und erhob sich als ihm der Geruch von Alkohol in die Nase stieg. Die Couch hatte von Lauras Saufgeplage wohl doch einiges abbekommen und der Boden sah auch teilweise ziemlich klebrig aus. Toms Blick fiel auf die Uhr. Er hatte noch anderthalb Stunden bis sie kam. Da würde er es schon packen sauber zu machen und noch etwas zum Essen vorzubereiten.

Mit trüben Blick schaute er auf die Kochfläche hinab. Die Nudeln waren fast durch und der Gulasch war so gut wie fertig. Er rührte mit dem Kochlöffel drin herum und schaltete den Herd ab. Die Nudeln schüttete er in ein Sieb und ließ das Wasser abtropfen während er den Gulaschtopf noch auf dem Herd beließ. Den Tisch hatte er bereits gedeckt. Er nahm das Aufschließen der Tür wahr und stellte das Gekochte auf den Tisch als auch schon seine Frau erschien.
"Kommt ja nicht so häufig vor, dass das Essen frisch auf dem Tisch steht", brummte sie und strich sich ihre Jacke von den Schultern, hing sie auf und setzte sich an Tisch.
"Und es ist mal was anständiges", zischte sie und bediente sich auch gleich.
"Freut mich, dass du zufrieden bist", meinte Tom leicht lächelnd, bekam als Antwort jedoch nur ein Schnauben. Er setzte sich zu ihr an Tisch und dann aßen sie schweigsam.

"Schatz… warum bist du, denn… immer so genervt?", traute Mayer sich nach einer Weile zu fragen. Der Streit mit Muri veranlasste ihn dazu, vielleicht etwas zu ändern.
"Viele Patienten sind herablassend und dennoch muss ich immer freundlich sein, wenn ich mir sowas anhören muss. Deswegen will ich hier meine Ruhe haben", erwiderte sie leicht brummend. Tom schluckte leicht. Er hatte so einiges erlebt in seiner Karriere mit Häuslicher Gewalt. Steckte er jetzt selber drin? Fühlten sich die Opfer wirklich so hilflos wie er es tat? Aber bei Laura war es nur vorübergehend, nur wegen dem Tod ihrer Schwester vor einigen Wochen und nebenbei die Arbeit in der psychiatrischen Klinik.
"Und wieso… lädst du deine Wut an mir aus? Ich dachte, du liebst mich", flüsterte Tom. Laura war seine große Liebe. Aber wieso tat ihre Ehe zurzeit so weh? Er wollte wieder mit ihr glücklich sein. Unsicher blickte er auf und sah in dem Blick seiner Frau eine Wärme, die jegliche Unsicherheit und Zweifel in ihm verblasste.

"Tom. Klar liebe ich dich, darum habe ich dich doch geheiratet", lächelte Laura und legte ihre Hand auf die seine, welche auf dem Tisch ruhte. Sie spürte ein leichtes Zucken und sah ihren Gegenüber an.
"Aber du hast mit deiner Arbeit so viel zu tun, du hast so viel Kontakt mit Menschen, die dir vielleicht nachgehen. Es gibt so viele Frauen da draußen, die dir sicher nachschauen während du mich bei deinen Einsätzen vergisst", meinte Laura und verfinsterte erwas ihren Blick.
"Wovon redest du. Klar denke ich an dich, du…", fing Tom an.
"Lüg nicht! Ich weiß genau was du treibst! Irgendwelchen Tussis schöne Augen machen während ich mich abrackern muss! Während du auf der Wache ein ruhiges Leben führst werde ich beleidigt, geschlagen und auch mal bespuckt. So sind Psychopathen eben! Die sind nicht heilbar und ich muss mich um ihre verdammte, absichtliche Inkontinenz kümmern! Ich weiß wie Menschen ticken, die fühlen sich überlegen! Du als Polizist siehst mich doch nur als wehrlose Hausmaid, aber da irrst du dich gewaltig Tom!", knurrte Laura ihren Mann an und ergriff sein Handgelenk schmerzhaft fest.
"Nein Laura… So, so denke ich nicht…", stammelte der Beamte.
"Und ob! Ihr Männer seid doch alle gleich! Ihr fühlt euch mächtiger als Frauen, seid das stärkere Geschlecht! Wollt unbedingt immer euren Willen umsetzen! Ich habs doch erlebt! Ralf, der Mann meiner Schwester! Sie hat nicht auf ihn gehört und er hat sie fertig gemacht! Er hat sie fertig gemacht bis sie sich von der Brücke stürzte und glaubst du, ich warte darauf, dass du das bei mir machst? Oh nein, so eine bin ich nicht Tom. Ich muss dir die Leviten lesen, damit du nicht deinen Verstand verlierst!", schnauzte sie.
"Aber dadurch verletzt zu mich doch! Andauernd diese Gewalt!", entgegnete er.
"Weil du mich unbedingt provozieren musst! Ich komm heim, das Haus sieht aus wie ein Saustall, das Essen ist noch nicht fertig und und und! Am Liebsten würdest du einfach den ganzen Tag faul auf deinem Arsch sitzen, aber nicht mit mir Freundchen!", zischte Laura ihn an.

"Ich… Ich…", stammelte Tom, aber fand keine Worte. So war er doch nicht oder? Sie war hier doch die Täterin! Sie wurde handgreiflich ihm gegenüber! Wie sollte er sie dazu provozieren? Wirklich, weil das Essen mal nicht pünktlich ist oder die Vorratsschränke leer sind? Laura verdrehte sein Handgelenk, sodass er aufjappste und aufstehen musste als sie es tat.
"Bist du wirklich so blöd Tom? Ich lasse mich von dir doch nicht unterdrücken. Sicher würdest du mir gerne Befehle geben, weil ich eine Frau bin! Aber ich bin nicht dein Besitz! Ich sorge nur dafür, dass dein Urinstinkt nicht ausbricht, der Frauen gegenüber in dir herrscht", zischte sie.
"N-nein bitte, e-es tut mir Leid", stotterte Tom und zuckte zusammen als er eine geklatscht bekam.
"Das soll ich dir glauben? Im Keller ist der Wäschekorb voll. Verschwinde bevor ich mich vergesse", knurrte Laura und holte zum neuen Schlag aus als ihr Mann schon aus der Küche verschwand. Ihr entkam ein genervter Seufzer. Das sie laut geworden ist, war jetzt doch nur, weil er sie provoziert hatte. Was hatte er sie denn bitte in Frage gestellt? Musste sie sich denn jetzt auch Zuhause noch rechtfertigen? Das reichte ihr schon an der Arbeit. Männer waren alle gleich. Sie dachten alle nur an das Eine, deswegen musste sie hier Prioritäten setzen. Sie kannte das männliche Geschlecht, sie sieht es tagtäglich an der Arbeit und hat es auch an Ralf gesehen. Frauen waren für Männer nicht von großem Wert und Tom würde sicher auch bald so denken, aber das wusste sie zu verhindern. Sie sorgte jetzt dafür, dass es nie eintreten würde.

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Ja schleppend... ab nächster Woche fängt die Berufsschule wieder an, dann werde ich mehr Zeit haben und bin nicht mehr so müde xD

Grüße DarthSokratis
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