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But I'm only human...

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
07.07.2021
18.10.2021
7
12.458
7
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
05.08.2021 2.173
 
Jop, auch hier bin ich wieder. Motivation ist zurück und auch Ruhe... auch wenn am Montag wieder Arbeit ansteht xD hehe.
Viel Spaß beim Lesen und lasst doch ne Meinung dazu da, wenn ihr Lust habt ;)

Grüße DarthSokratis


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"DU SOLLST HIERHER KOMMEN!", erklang ihr Schreien durch das halbe Haus. Krachen ertönte vom unteren Ende der Treppe. Tom hatte sich nach oben ins Schlafzimmer verzogen, strich sich über den blutenden Arm, wo Laura ihn mit der Flasche erwischt hatte. Sie hatte getrunken, hatte wohl einen schlechten Tag auf der Arbeit gehabt. Wieso hatte er denn Muri nicht gefragt, ob er Lust hatte noch wohin zu gehen? Aber vielleicht hätte es noch schlimmer geendet.
"TOM! KOMM HER!", schrie Laura wieder aus dem Erdgeschoss hoch.

Mayer zitterte leicht während er sich auf das Bett setzte. Sie würde sich schon beruhigen, sowas passierte mal. Ein kurzer Schrei und Gepolter ließen ihn aufblicken. Er ging zur Tür, öffnete sie.
"Laura?!", rief er fragend, doch bekam er keine Antwort. Es hatte sich angehört als wäre sie die Treppe runtergeflogen. Er musste nachschauen gehen. Vielleicht hatte sie sich verletzt.
Er schritt die Treppe langsam hinab und sah seine Frau am Boden liegen, die Flasche Wein in der linken Hand. Der Alkohol lief aus der Flasche, verteilte sich über den Parkettboden. Beim ersten Anblick konnte er keine sichtbaren Verletzungen sehen und kniete sich zu der Schwarzhaarigen runter.
"Laura?", fragte er besorgt, musterte die Frau vor sich auf dem Boden. Zu spät bemerkte er, dass die Flasche in seine Richtung flog. Erst mit dem Schmerz realisierte er, dass seine Frau ihn getäuscht hatte. Die Flasche zerbrach und hinterließ einige Schittwunden an seinem Hals und an seiner Haut in Höhe des Schlüsselbeins. Er wurde am Kragen gepackt.

"ICH HAB GESAGT DU SOLLST HIERHER KOMMEN! WIESO KAMST DU NICHT?", schrie Laura ihm ins Gesicht und schubste ihn nach hinten, sodass er mit dem Rücken gegen die Treppenstufen knallte. Ein kurzer Schmerzenslaut entkam dem Mann.
"WAS GLAUBST DU, WER DU BIST?", brüllte sie und verpasste ihm einen Schlag.
"H-hör auf", stotterte Tom und ergriff ihr Handgelenk, sie versuchte sich aus dem starken Griff loszureißen.
"LASS LOS! DU HAST AUF MICH ZU HÖREN!", schrie sie und gab ihm mit der anderen Hand eine Klatsche. Ein Schmerz durchzuckte sein Gesicht. Wieso tat sie das? Er liebte sie doch. Wieso wehrte er sich nicht dagegen? Weil er kein schlechter Ehemann sein wollte? Ließ er sich deshalb so erniedrigen mit der Hoffnung, dass es eines Tages wird wie früher?

Eine erneute Ohrfeige von seiner Frau kam.
"HOL MIR NEUEN ALKOHOL! WAS SITZT DU HIER RUM!", schrie sie ihn an und er schob sie etwas zu Seite, richtete sich wankend auf. Er ging in die Küche, öffnete mit trübem Blick eine neue Flasche Rotwein und brachte diese seiner Frau, die sich zu der Couch begeben hatte.
"Und jetzt mach den Dreck sauber!", zischte sie ihn an und holte schon zum neuen Schlag aus.
"M-mach ich", stotterte Mayer und hob die Scherben auf bevor er anschließend die Sauerei wegwischte.

Anschließend begab er sich zum Badezimmer, ließ kühles Wasser über die Schnittwunde an seinem Arm laufen. Er blickte in den Spiegel und ihm fielen die Verletzungen am Hals auf.
"Auch das noch", murmelte er. Wie sollte er das beim Dienst bitte verstecken? Klaus würde ihn sicher nicht einfach gehen lassen, wenn er es bemerkte. Aber wenigstens hatte er im Gesicht nur leichte Flecken. Die könnte er mit Schminke gut vertuschen.
Er öffnete den Badezimmerschrank, holte Verbandszeug raus und kümmerte sich erstmal um den Arm ehe er die Wunden am Hals säuberte und mit Pflastern bedeckte.

"TOM!", ging das Geschrei von Laura wieder los und der Beamte krallte sich an das Waschbecken.
"Sie ist betrunken… sie kriegt sich wieder ein", murmelte er leise zu sich selbst ehe er das Badezimmer verließ und sich zum Wohnzimmer begab.
"Ich hab Hunger. Hol Pizza!", zischte sie und blickte ihn erbost an.
"I-ist gut", meinte er und wandte sich ab.
"UND BEEIL DICH!"
Er schlüpfte in die Schuhe, zog sich eine Jacke mit hohem Kragen über und verließ das Haus. Er strich sich durch die Haare als er sich auf den Weg zum nächsten Dönerladen machte, der zum Glück um die Ecke war. Dann müsste sie nicht zu lange warten und würde sich beruhigen.

***

Die Uhr schlug 21:00 Uhr als Tom im Badezimmer weinend zusammenbrach. Er schluchzte und wischte sich über das Gesicht, versuchte die Tränen wegzuwischen.
"TOM!", erklang es hinter der Tür. Laura war im Wohnzimmer, nicht mehr wirklich in der Lage sich über den Boden zu bewegen.
"KOMM HER!", schrie sie. Doch er blieb auf dem Boden des Badezimmers hocken. Sein Hals schmerzte von dem Moment als sie eben auf ihn losgegangen war. Er schluckte schwer und Tränen liefen ihm über die Wange.

"TOM! ICH HAB GESAGT, DU SOLLST HIERHER KOMMEN!", schrie seine Frau nach ihm. Er schüttelte nur den Kopf. Sie hatte ziemlichen Alkoholintus. Mit solchen kam er doch im Dienst klar. Alkoholisierten Leuten. Aber das war keine Fremde. Es war seine Frau. Die Frau, die er geheiratet hatte.
"ICH HASSE DICH!"
Er erstarrte als diese Worte ertönten, ein Schmerz ging durch sein Herz. Sie konnte das nicht ernst meinen. Sie stand unter Einfluss von starken Alkohol.
"TOOOOM!", schrie sie erneut und der Beamte krallte sich leicht ins Haar, lehnte sich an die Badewanne.
"Das ist nur der Alkohol. Sie liebt mich doch, wir werden wieder glücklich werden. Sie kriegt sich wieder ein", schluchzte der Mann zu sich selbst während es draußen ruhig wurde. Er schluckte schwer und wimmerte einsam vor sich hin.

Am nächsten Morgen

Er musterte sich genau im Spiegel. Die Flecken im Gesicht hatte er überschminken können und nun richtete er nochmals den Rollkragen des Pullovers. So konnte man auch nicht die Verletzungen an seinem Hals sehen. Seine Augen waren etwas gerötet, aber dafür würde er sich schon etwas einfallen lassen. Er machte noch schnell seine Haare ehe er auch los musste. Er zog die Jacke über und schnappte sich den Schlüssel, lief aus der Haustür und zu seinem Auto rüber. Kurz darauf fuhr er zu der Wache.

"Morgen Tom", begrüßte Robin Sturm ihn, welcher am Tresen stand anstatt das Klaus es war. Darüber war Mayer etwas erleichtert. War er so nicht den skeptischen Blick und den Fragen des DGLs ausgeliefert.
"Morgen Robin" lächelte Tom und holte sich einen Kaffee. Er war recht früh dran und im Aufenthaltsraum saßen nur Flo und Moritz, welche er kurz begrüßte und dann zu seinem und Muris Büro verschwand. Er schloss die Tür hinter sich und ließ sich seufzend auf seinem Stuhl fallen. Er hatte nicht sonderlich gut geschlafen, außerdem hatte er einige Kopfschmerzen.

Laura war auf der Couch eingeschlafen, die halbvolle Flasche war ihr aus der Hand gefallen und die Flüssigkeit wieder über den Boden verteilt gewesen. Tom hatte nur flüchtig sauber gemacht ehe er mit blanken Nerven ins Bett gegangen war. Der Abend war einfach zu viel gewesen. Vielleicht sollte er seiner Freundin klar machen, dass es so nicht weitergehen konnte, aber nur wie? Er kam nicht zu ihr durch und er verspürte eine ziemliche Angst vor ihr. Dennoch hoffte er, dass alles wieder werden würde wie damals. Der Tod ihrer Schwester ging ihr eben nur zu nah. Immerhin war das ihr geliebtes Geschwisterchen gewesen. Es war verständlich, aber auch so ein Verhalten? Tom wusste nicht, ob er es noch lange aushalten könnte, aber er liebte sie doch so sehr. Wie könnte er ohne sie leben?

"Erde an Major Tom! Hallo?", fragte Muri und wedelte mit seiner Hand vor dem Gesicht seines Partners herum, der daraufhin zusammenzuckte und ihn ansah.
"M-muri?", fragte dieser überrascht.
"Was denn? Hast du mich wirklich nicht gehört Tom?", fragte der Türke leicht grinsend. Sein Anblick war echt genial gewesen.
"War zu tief in Gedanken unterwegs", entgegnete Tom und fuhr sich durch die braunen Haare.
"Ach wirklich, worüber denn?", fragte Demir und musterte seinen Partner. Die geröteten Augen fielen dem Beamten direkt auf. Aber vielleicht hatte er einfach nur schlecht geschlafen. War doch mal der Fall.
"Nichts Sonderbares… nur darum, dass meine Mutter bald Geburtstag hat", erwiderte Mayer leicht lächelnd. Würde er hinfahren? Aber wenn seiner Mutter die Verletzungen auffielen, dann würde sie nicht locker lassen. Sie machte sich eh schon tagtäglich große Sorgen um ihren Sohn, da er Polizist war. Konnte ja weiß Gott alles beim Dienst passieren. Und wenn was passierte, dann konnte sie nicht direkt kommen, schließlich lebte seine Familie in Tschechien und dieses Land hatte er verlassen.

"Ah, schön zu hören. Bei meiner Mama dauerts noch", grinste Muri und setzte sich auf seinen Stuhl, schaltete seinen Rechner an. Mayer nickte nur stumm und arbeitete still bis die beiden Beamten rausgeschickt wurden. Verkehrsunfall, RTW rollte.

An der Unfallstelle angekommen, war der Rettungsdienst bereits da genauso wie ein NEF. Die Beamten stiegen aus und erkundeten die Sachlage.
Die Verletzten wurden bereits behandelt von den Rettungskräften, aber es schien nichts dramatisches zu sein. Anscheinend war das NEF gerade vorbei gefahren und hatte dann angehalten.
Tom und Muri begaben sich deswegen erst zu den Unfallfahrzeugen, es war ein kleiner Prall in die Seite eines der Fahrzeuge. Sie befanden sich auch auf einem Parkplatz. So wie die Autos standen war der eine Fahrer beim Rückwärts fahren in das gerade vorbeifahrende Auto gekracht.
Die Beamten fingen gerade an Fotos aufzunehmen als ein Schrei ertönte. Sie drehten sich um, sahen den Notarzt sich die Augen zuhalten, welcher vom Patienten weg gesprungen war. Der Sanitäter bei ihm hielt die Hände vor sein bestes Stück und ging gerade auf die Knie. Der Patient war aufgesprungen und ergriff die Flucht.

"Stehen bleiben!", schrie Tom sofort und rannte dem Kerl hinterher.
"Ich pack das allein!", rief er zu Muri gewandt, der sich dann zu den verletzten Rettungskräften begab. Der Sanitäter, Manfred Klein, jammerte ihm hohen Ton während Demir den Notarzt am Arm ergriff. Er erkannte Phil Funke in ihm.
"Phil?", fragte er und erkannte die Situation eigentlich sofort.
"Pfefferspray oder sowas", erwiderte der Notarzt zähneknirschend und Muri zog ihn Richtung Streifenwagen mit.
"Manfred?", fragte er noch, dieser hob allerdings nur die Hand.
"Alles gut", quietschte er. Einige Meter hinter dem Sanitäter beobachtete Muri wie sein Partner etwas krass den Flüchtigen zu Boden haute. Doch war es gerade Toms Sache.
Der Beamte brachte Phil zum Streifenwagen und nahm eine Flasche Wasser heraus, half dem Notarzt dabei sich die Augen auszuspülen.

"Das bringt dir nichts!", rief Mayer wütend und rannte dem Flüchtigen hinterher. Er kam ihm immer näher. Entkommen würde der Kerl ihm nicht. Er beschleunigte nochmal seinen Schritt und sprang dann ab, riss den Kerl zu Boden als er ihn ergriff und drückte ihn dann runter.
"Auaaa… Geh runter!", zischte der Mann und wandte sich unter dem Gewicht des Beamten, doch kam er gegen ihn nicht an.
Tom griff an seine Handschellen und legte sie dem Flüchtigen etwas sehr grob an.
"Was verletzt du einfach die Rettungskräfte. Die wollen dir doch nichts Böses", zischte Mayer und zog den Flüchtigen dann hoch auf die Beine, nahm ihn mit zum Streifenwagen, wo Muri noch dem Notarzt half.
Tom schubste den Flüchtigen gegen den Wagen und holte seine Handschuhe hervor. Demir schickte ihm währenddessen einen warnenden Blick zu. War nicht gewohnt, dass sein Partner so grob war.
"Haben Sie irgendwelche spitzen Gegenstände bei sich?", fragte der Beamte den Mann.
"Guck doch selbst!", kam die Antwort und Mayer tastete ihn ab. Fand unter anderem Zigaretten, ein Portemonnaie und ein Taschenmesser. Er setzte den Täter nach der Durchsuchung ins Auto und schloss die Tür.

"Geht's Doktor?", fragte Muri Phil, welcher sich über die extrem roten Augen strich.
"Ja… geht schon, aber ich mache jetzt erstmal Pause", erwiderte der Notarzt leicht brummend.
"Tu das", meinte Demir und drehte die Flasche zu. Was eine dreiste Attacke.
Mayer war zu Klein gegangen, der wieder auf seinen Beinen stand, aber doch noch etwas über seinen intimen Bereich strich.
"Alles noch dran?", fragte Tom ihn leicht besorgt. Ja, sowas tat verdammt weh.
"Ja, ja… er wirds überleben", murmelte Manfred und die Beiden gingen Richtung Streifenwagen.
"Hoffentlich", meinte Mayer. Die Sanitäter vom RTW kamen um sich ihre Kollegen anzusehen, hatten sie wohl erst jetzt mitbekommen. Währenddessen arbeiteten Tom und Muri den Einsatz ab bis sie mit dem Täter zur Wache fuhren. Er wurde etwas ausgefragt und bekam eine Anzeige wegen Körperverletzung. Außerdem würde sich ja dann noch seine Autoversicherung melden. Aber sein Fall lag nun nicht mehr in den Händen der normalen Beamten der Wache Mühlheim. Bei ihnen war er geklärt.
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