Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Faceless I | Betrayal

GeschichteFantasy, Action / P16 / Gen
Drachen Ritter & Krieger
05.07.2021
22.07.2021
7
14.645
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.07.2021 2.733
 
Der Körper des Kutschers fiel nach wenigen Sekunden schlaff vorne rüber.

„So geht's natürlich auch...", murmelte Isaac etwas überrannt.

„Lasst uns verschwinden", sagte Levi und winkte die beiden Jungs zu sich rüber.
Umso schneller sie vom Ort der Tat verschwanden, umso besser.

Sie machten sich bereits mit schnellen Schritten auf zu ihren Pferden und der Feuer-Metaquo konnte im Augenwinkel schon Ahren das Holzdach runterschlittern sehen, als ein Schrei durch die Straßen echote.

Alarmiert und mit weit aufgerissenen Augen drehten die drei sich um und ihr Scharfschütze erstarrte ebenfalls in seiner Bewegung.

Eine Frau, gekleidet in einem verschmutzen und zerfetzen Nachtgewand, mit Haaren wie Algen, stand auf der Straße, auf der sie eben noch Frey ermordet hatten.

Ihre Miene war zu einer schockierten Fratze verzogen und ein Schrei nach dem anderen entwich ihr.

Ohne zu zögern sprang Levi aus der Seitengasse und rannte auf die Frau zu.
Sergio versuchte noch, ihn aufzuhalten aber sein Maschinenarm war schlichtweg stärker.

Ihr Zeuge begann um sein Leben zu rennen - wortwörtlich.
Sollte man ihn grausam nennen, aber hier hieß es, entweder man tötet oder man wird getötet.

Die Frau schien irgendwie ihre Gedanken gefasst zu haben und rannte auf eine Alarmglocke zu.
Warum zum Teufel hatte sie noch keinen von Ahrens Pfeilen im Rücken?!

Verdammt! Wenn sie da ran kommt wird's schwer hier wieder rauszukommen.

Er entfachte eine Flamme in seiner Hand und warf diese gnadenlos auf die Frau.

Sofort fing sie Feuer, fiel auf den dreckigen Asphalt und schrie sich die Seele aus dem Leib.
Rasch eilte er an ihre Seite, zog seinen Dolch und stach ihr in den Hals.
Fast zeitgleich erstarben ihre Bewegungen und sie war nun nicht mehr als ein kokelndes Lagerfeuer.

Er wollte schon erleichtert aufatmen, als ein Klingeln die Straßen durchbrach.
Gehetzt schaute er auf und erblickte einen abgemagerten Mann, der wie verrückt an der Alarmglocke rüttelte.
Kaum eine Sekunde später hatte dieser eins von seinen Wurfmessern im Kopf.

Er drehte sich um und wollte den anderen bereits signalisieren, sich aus dem Staub zu machen, konnte allerdings nur sehen, wie Ahren einem sich nähernden Gegner einen Pfeil verpasste.

Sergio und Isaac hatten ebenfalls zwei Soldaten niedergestreckt, als sie Schreie und Hufgetrampel aus der Ferne entnehmen konnten. Gehetzt sahen sich alle vier in Richtung der besagten Geräusche um.
Man konnte in einiger Entfernung bereits Fackeln ausmachen, die Schatten and Gemäuer warfen.

„Aufsitzen!", rief er den anderen noch zu, bevor er Boadicea auch schon zu sich pfiff und noch im leichten Galopp auf ihren Rücken sprang.
Die Stute störte sich daran nicht, sondern galoppierte wie auf Befehl den anderen hinterher.

Bald darauf erfüllte mehr Hufgetrampel die Straßen, der Kontakt der Hufe ihrer Pferde mit dem teils steinernen Boden hinterließ ein hohles Geräusch, das in den engen Gassen widerhallte.

Levi hatte sich an den Schluss gesetzt, zusammen mit Sergio, um die Verfolger zur Not mit Stein oder Lava aufzuhalten, während Ahren und Isaac vorne weg ritten.

Sie bewegten sich beständig am äußeren Teil der Stadt, denn zur Not würden sie durch das Wasser fliehen. Allerdings war dies nur eine Notlösung, weswegen sie anstrebten, zu einer der drei Brücken zu gelangen.

Matsch von der dreckigen Straße spritzte hoch, als ihre Pferde mit Höchstgeschwindigkeit durch die Stadt jagten.
Hinter ihnen konnte man das Pfeifen und Gebrülle der Soldaten vernehmen, das aus irgendeinem Grund immer näher kam.

„Ich glaub, die versuchen uns einzukesseln!", rief Sergio durch.

Der Wind piff einem in den Ohren und somit war es schwer, ein Wort auszumachen. Zusätzlich konnte Levi seinen Herzschlag dröhnen hören.
Adrenalin pumpte durch seine Venen und seine Pupillen flogen unruhig hin und her.

An jeder Seitengasse an der sie vorbeifegten wallte ein unwohles Gefühl in ihm auf, in Angst, dass Soldaten ihnen den Weg versperren würden.
Er brauchte sie gar nicht sehen, um zu wissen, was für eine schiere Menge hinter ihnen her war.
Etwas, was ihm schon vor einiger Zeit aufgefallen war.

Es war nicht das erste Mal, dass er nach einem Auftrag fliehen musste, es gehörte einfach zum Job dazu.
Aber normalerweise waren nicht so viele Verfolger hinter einem her - nicht, weil das Verbrechen milder war, sondern weil nicht so viele Soldaten auf der Stelle mobilisiert und bereit gestellt werden konnten.

Gerade welche, die zu Pferd unterwegs waren. Und soweit Carrek ihm erzählt hatte, war die Kavallerie des Lords momentan größtenteils auswärts tätig.

Der Blauäugige wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen, als ein Pfeil wenige Millimeter an seiner Schläfe vorbeisauste und sich in eine Hauswand bohrte.

Mit einem schnellen Blick hinter sich, sah er, wie sich mehrere Soldaten beständig näherten.
Kurzerhand griff er aus seiner Tasche am Hüftgurt eine Kugel mit Zündschnur, zündete diese mithilfe seines Feuers an und warf sie dann in die Richtung der sich nähernden Gegner.

Sergio schenkte ihm nur einen verwirrten Seitenblick, der sich allerdings klärte, als hinter ihnen Schreie ertönten und die abgeschwächte Druckwelle einer Explosion sie erreichte.

Dieses kleine Spielzeug hatte ihm Arya geschenkt. Arya Rust war ihre Mechanikerin, die ihm auch seine Prothese angefertigt hatte und sich auch um die Erfindung neuer Waffen kümmerte.
Diese Explosionkugel wie er es immer nannte, hatte sie Granate getauft, auch wenn Levi eher bei seinem Begriff verweilte.

Das Getöse hinter ihnen legte sich etwas, auch wenn er wusste, dass es nur für eine bestimmte Zeit so sein würde.

„Tempo jetzt, dann können wir hier verschwinden!", wies er die anderen an.

In einiger Entfernung konnte er schon die Umrisse des Tores das zu ihrem Ausweg führte erkennen, weswegen er Bo nochmals antrieb und betete, die Pferde mögen noch etwas durchhalten.

Mit einem schnellen Blick hinter sich, konnte er schon die ersten neu erscheinenden Fackeln ihrer Verfolger ausmachen.
Die dadurch entstehenden Schatten tanzten wie Dämonen an den Hauswänden, langegezogene und groteske Gliedmaßen bildeten sich auf dem Holz ab.


„Zur Seite!", kam es von vorne von Ahren und Levi hatte kaum die Gelegenheit sich wegzudrehen, als ein Pfeil erneut an ihm vorbeisauste und das Pferd des vordersten Soldaten im Kopf traf. Mit einem grässlichen Schrei ging es samt Reiter zu Boden und die nachfolgenden Pferde trampelten gnadenlose über Mensch und Tier.

Als er seinen Blick erneut nach vorne richtete, erkannte er, dass sie kurz vorm Stadttor waren. Er konnte sehen, dass sich ihr Vierergespann nun beständig von den Soldaten entfernten, die Mühe hatten mit ihren Pferden mitzuhalten und ungelenk durch die dichten Straßen manövrierten. Das zusätzlich entstandene Chaos der Explosion sowie des gefallenen Pferdes, dem immer mehr folgten, tat dem keinen Abbruch.

Als sie das Tor passierten, spannte sich der Bogen meterweit über sie und die Hufe ihrer Pferde hinterließen abermals hohle Geräusche auf dem Holz Boden.

Allerdings auch wenn ihre Verfolger langsam aber sicher zurückfielen, beschossen diese sie weiterhin mit Pfeilen und wie Levi erkennen konnte, hatten bisher zwei von ihnen einen Metaquo.

Einen Wetter und einen Licht, jedoch schienen beide zu ihrem Glück nicht unglaublich talentiert mit diesen zu sein.

Der Wind auf der Brücke war um ein Mehrfaches schlimmer als der in der Stadt. Genau wie eben pfiff er einem um die Ohren, allerdings hatte jetzt auch noch leichter Niselregen eingesetzt und erschwere zusätzlich das Reiten.

„Am Ende der Brücke teilen wir uns auf, Isaac kommt mit mir!", rief Ahren durch.

Einverstanden nickten die beiden hinteren.

Nach Luft schnappend schnellte die Vorderhand Bos nach vorne, das Röcheln hatte bereits eingesetzt.
Beruhigend klopfte er ihr sachte auf den Hals.

„Hast es gleich geschafft, Mädchen."

Und das hatte sie wirklich. Sie erreichten exakt in dem Moment das Ende der Brücke und machten sich schon daran, zu verschwinden, als der Schwarzhaarige seine Stute herumriss und zum Stehen kam.

„Levi, wir müssen hier weg!", rief ihm Sergio über das schlimmer werdende Wetter zu, während Ahren und Isaac schon über alle Berge waren.

Der Feuer-Metaquo allerdings entfacht heiße Flammen in seinen Händen und setzte sie auf der Brücke an.
Er schoss immer weiter, bis das Holzgebilde anfing, lichterloh zu brennen. Die Pferde ihrer reitenden Verfolger kamen mit Kreischen zum Stehen, allerdings schafften es ein paar von den Tieren nicht mehr, rechtzeitig Halt auf dem rutschigen Untergrund zu finden und schlitternden geradewegs in das Feuer.

Levi wendete seinen Blick ab, klopfte Boadicea einmal auf den Hals, bevor er sie wieder in den Galopp trieb und sie Sergio hinterherjagten, der in einiger Entfernung gewartet hatte.
Das würde ihnen etwas Zeit verschaffen.

Regentropfen prasselten ihnen ins Gesicht, als sie den matschigen Weg entlangstürmten.
Wasser tropfte von den dichten Bäumen und hinterließ ein unpassend beruhigendes Geräusch auf den Blättern.

Der Weg war uneben und vom Wetter aufgeweicht, floss beinahe unter den Hufen Bos und Camaron davon, die Mühe hatten, Halt auf dem Untergrund zu finden.

„Meinst du, der mit dem Wetter-Metaquo is' dafür verantwortlich?", rief Sergio vom Rücken seines Lusitanos aus.

„Möglich", gab Levi nachdenklich zurück.

Sie trieben ihre Pferde noch eine Weile gnadenlos durch den immer dichter werdenden Wald und verschlugen sich bald auf Trampelpfade, runter von öffentlichen Wegen.

Dort wechselte Levi in einen gemütlichen Foxtrot, während Sergio neben ihm hertrabte.

„Sollen wir auf ein Zeichen warten oder selber eins geben?", fragte Sergio.

Normalerweise, wenn man sich nach einem Auftrag aufteilen musste, gab man selber oder der andere Part ein Signal um den Standpunkt zu übermitteln, ohne ihre Verfolger zu alarmieren.

„Lass uns warten. Sie wissen von mir, dass ich ein Feuer-Metaquo habe und werden nach Rauchzeichen Ausschau halten. Und wir können auch nicht einfach Berge wachsen lassen."

Stoisch nickte der Gelockte und sie legten die nächsten Minuten schweigend zurück.

Der Himmel über ihnen war dunkelgrau bis gar schwarz, man konnte kaum die Hand vor Augen erkennen, aber Levi wagte es nicht, eine Fackel anzuzünden. Wenn sie sich selber nicht sehen konnten, dann konnten andere sie auch nicht sehen.

Immer wieder donnerte es über ihren Köpfen und einzelne Blitze schlugen in ihrer Nähe ein.
Die Pferde unter ihnen schnaubten immer mal wieder unruhig und Camaron hatte begonnen, seinen Kopf verängstigt hin und her zu werfen.

Ihre Mäntel waren vom Regen komplett durchweicht und wenn Levi es nicht besser wüsste, würde er sagen, dass die Tropfen nochmals zugenommen hatten.

„Vielleicht sollten wir uns einen Unterschlupf suchen. So holen wir uns nur den Tod", sprach der Schwarzhaarige das erste Wort seit geschlagenen 30 Minuten.

Suchend schaute Sergio sich um, aber man konnte nichts als schwarz um sie herum erkennen.

„Zünd' mir mal nen bisschen Feuer an. Ich war mit Isaac schon ein paar Mal hier, wir haben immer eine Höhle hier in der Nähe als Deckung verwendet."

Levi schaute den Gelockten erst skeptisch an. Eigentlich scheute er vor dem Gedanken zurück, ihren Verfolgern ein Zeichen zu geben, fügte sich dann allerdings und entfachte eine Flamme in der seiner Hand.

Neben ihm ertönte ein Knacken und er war schon im Begriff, sein Katana zu ziehen, als Sergio ihm einen Ast hinhielt.

Einige Momente starte er verwirrt auf das Stück Holz, bevor er sich wieder fasste und es anzündete.

Nochmals schaute Sergio sich um und ritt nach einem kurzen Moment des Zögern auf einen der herumstehenden Bäume zu.

Als Levi ihm folgte, konnte er ein kleines Kreuz erkennen, das jemand in die Rinde geritzt zu haben schien.

„Ja, es ist hier ganz in der Nähe", murmelte der Gelbäugige eher zu sich selbst als zum Schwarzhaarigen.


POV Sergio


Die Augen suchend zu Schlitzen verengt, schaute er sich im Wald um.
Es war lange her, dass er mit seinem Freund hier war und in der Nacht sah doch alles gleich aus.

Der Regen tat ihnen dabei keinen Abbruch und einzelne Tropfen tropften seine vier heraushängenden gelockten Strähnen hinunter.
Er hatte sich genau wie der Schwarzhaarige neben ihm die Kapuze so weit wie möglich ins Gesicht gezogen, nur mussten sie eben auch was sehen.
Er ganz besonders.

Nachdenklich legte er einen Finger ans Kinn, während Camaron unter ihm im Schritt weiterlief.

Er schwenkte die Fackel etwas herum, in der Hoffnung, das nächste und letzte Kreuz zu entdeckten und tatsächlich, in einiger Entfernung konnte er das krakelig eingeritzte Symbol auf einem der Bäume erkennen.

Levi und er waren schon längst vom Trampelpfad abgekommen und schlugen sich durch das dicht bewälderte Unterholz. Die Luft hier war schwül und der Regen verteilte sein Aroma.

Als sie beim Kreuz angekommen waren, schaute Sergio sich nochmals um, bevor er die Hand samt Finger ausstreckte und auf einen recht unspektakulären Felsen zeigte.

„Da!", rief er erfreut aus, kassierte vom Schwarzhaarigen allerdings nur eine hochgezogene Augenbraue.
Und auch wenn er den Mann noch nicht allzu lange kannte, begann ihm diese Angewohnheit bereits jetzt auf die Nerven zu gehen.

Schnaubend ritt Sergio auf die versteckt liegende Höhle zu und bedeutete Levi ihm zu folgen.

Mit einem Platschen rutschte er aus dem Sattel und seine Halbstiefel sanken etwas in den weichen Boden ein, weswegen er sich zur Sicherheit an einem nahen Ast festhielt, um sein Gleichgewicht nicht zu verlieren und wie ein Idiot in den Matsch zu fallen.

Er packte Camaron an den Zügeln und führte seinen Hengst auf die Büsche zu, die den Eingang zur Höhle verstecken sollten.

Nach etwas Rumgeraschel, einem Blatt hier und einem Ast da hatten er und Levi einen Durchgang für sie und die Pferde geschaffen und liefen nun nacheinander in die Höhle.

Ihre Schuhe und die Hufe ihrer Pferde ließen win widerhallendes Geräusch in der Höhle zurück, die nur durch ihre zwei Fackeln beleuchtet wurde und sonst im Dunkeln lag.

Sie führten ihr Pferde zur Mitte der Höhle und legten die Zügel locker über die Sattelhörner.

Schweigend machten sie sich daran, ihre Pferde zu füttern und zu tränken, gegebenenfalls auch die Hufe nach Steinchen und die Sattellage auf Unannehmlichkeiten abzusuchen.

Sonst nahmen sie nur das Nötigste von den Tieren - Schlafsachen, Essen & Trinken sowie nach der Nacht des Überfalls auch ihre Waffen.

Sergio griff seinen Speer von der Seite seines Sattels und klopfte Camaron einmal lobend auf den Hals.
Der Buckskin wieherte einmal erfreut bevor er sich wieder seinem Fressen widmete und Sergio sachte die beiden Gurte lockerte.

Aus dem Augenwinkel konnte er Levi erkennen, der mit einer Flamme in seiner Hand etwas herumliegendes Holz sammelte - ebenfalls von Isaac und ihm angeschafft - und neben den Pferden in der Mitte der Höhle eine Feuerstelle errichtete.

Die Pferde fraßen gemütlich weiter und störten sich nicht am Feuer. Sergio konnte sich schon denken, dass Boadicea - wie es ihm die Eingravierung auf dem Sattel Levi's verraten hatte - an Feuer gewöhnt war und konnte nebenbei den aufwallenden Stolz bezüglich Camaron nicht unterdrücken.

Am Anfang war der Lusitano ein schreckhaftes Ding. War vor jedem Vogel und jedem Ast zusammengezuckt und hatte ihn beinahe bei jeder Gelegenheit abgeworfen.
Aber er hatte unglaublich viel Zeit in das Trainieren des Hengstes investiert und wie man sehen konnte zahlte es sich aus.

Das Licht der knisternden Flammen erhellte nun die bräunlichen Wände der Höhle und das Gewitter draußen war nur noch dumpf zu hören.

Mit einem letzten Streicheln der Camarons ließ er sich ebenfalls am Feuer nieder und begann genau wie der Schwarzhaarige, sein Fleisch zu braten.

Das Essen verlief schweigend, allerdings war es keine unangenehme Stille wie Sergio es erwartet hätte, sondern eher eine beruhigende.

Während der Anreise war nicht viel Platz für Privatsphäre geblieben, schließlich saßen sie 7 Tage aufeinander.
Gleicher Weg, gleiches Ziel.

Und auch wenn er und Isaac trotz Ahrens „Ansprache" skeptisch und wenig begeistert gewesen waren, hatte sich der Mann gegenüber von ihm als bisher guter Leader entpuppt.

Er führte sie vernünftig an, gab Pausen wann sie oder die Pferde welche brauchen und war von Tag zu Tag weniger abweisend.
Und auch wenn er manchmal etwas abgekühlt war und sein schwarzer Humor einem hin und wieder auf die Laune schlug, war er doch eine angenehme Gesellschaft.

Gerade die Verbindung mit seinem Pferd war immer wieder eine Augenweide.
Genau wie jetzt, wo Boadicea sich neben den Schwarzhaarigen zu legen begann, hatte sich die Stute auf ihrer Reise verhalten.
Sie war frech und durfte sich Dinge erlauben, für die andere vermutlich ihre Zunge oder ihren Kopf verloren hätten.

Als der Erz-Metaquo in sein Huhn biss, konnte er aus dem Augenwinkel sehen, wie ihr Leader begann, zärtlich die Nüstern des Foxtrotters zu streicheln.

Sie aßen ihr Essen in Schweigen auf und machten sich kurzerhand daran, sich schlafen zu legen.

Sie hatten beschlossen, dass keiner von ihnen Nachtwache schieben würde, die Höhle war für sie versteckt genug.

Sergio hatte erst Bedenken geäußert, war allerdings kurz darauf genau wie Levi eingeschlafen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast