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Das Care-Paket

Kurzbeschreibung
OneshotLiebesgeschichte / P12 / FemSlash
Addison Forbes Montgomery-Shepherd Meredith Grey
04.07.2021
04.07.2021
1
2.355
 
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04.07.2021 2.355
 
Hi :)

Diese Geschichte wird eher niedlich als spannend, aber mir kam kürzlich die Idee, wie schön es wäre, in der Klausurenphase mit einem „Care-Paket“ überrascht zu werden (wie ich auf so eine hervorragende Idee komme, kannst du dir sicher alle denken. Seufz.) Da mir momentan ein wenig die Partnerin zum Umsetzen fehlt, musste das halt ein fiktionaler Charakter übernehmen (und vielleicht kann ich ja jemanden inspirieren)

Ich bin mir nicht sicher, wie viele schriftliche Prüfungen man während der Ausbildung zum Assistenzarzt noch schreibt, aber das Pairing MeredithxAddison passte einfach perfekt und so quäle ich Meredith und Co. Halt mit ein paar zusätzlichen Prüfungen.

Hab viel Spaß beim Lesen!



„Da lag ein Paket für dich vor der Tür.“ Überrascht sah Meredith von ihren Notizen auf. Im Türrahmen stand ihr Mitbewohner George und hielt ein braunes Paket in der Hand. „Ich dachte, ich bringe es dir mal mit hoch.“

„Oh, Dankeschön.“ Sie stand auf und nahm ihm das Paket ab. „Von wem ist es denn?“

„Keine Ahnung.“ George zuckte mit den Achseln. „Es steht kein Absender drauf.“

„Vielleicht hat es jemand vor die Türe gelegt?“

„Nein, es sind Briefmarken drauf.“

„Merkwürdig. Ich habe den Postboten gar nicht gehört.“ Wobei, jetzt, wo sie darüber nachdachte, fiel ihr ein, dass es im Laufe des Tages mindestens zwei Mal geklingelt hatte. Allerdings hatte sie die Tür nicht geöffnet. Für was hatte man schließlich Mitbewohner? Sie erwartete niemanden und war voll und ganz mit ihren Notizen beschäftigt. Hätte sie mal besser nachgesehen. Andererseits hatte das Paket auch so den Weg zu ihr gefunden. Von wem es wohl war?

Neugierig holte sie eine Schere und ritzte damit vorsichtig den Deckel auf. Ungeduldig öffnete sie den Karton. Oben auf lagen zwei Pullover und ein Briefumschlag, auf dem mit einer schönen, geschwungenen Schrift ihr Name geschrieben stand.

Die Schrift hätte sie, anders als die Schrift auf dem Paket, die wohl von einem Mitarbeiter der Post stammte, selbst im Schlaf erkannt.

„Das Paket ist von Addie!“, verkündete sie George, der noch immer in der Tür stand und neugierig zu ihr spähte, um einen Blick auf das Päckchen zu werfen.

„Oh, das ist cool“, murmelte George und seine Wangen nahmen einen leichten Rotton an. „Ich, äh, gehe dann mal. Callie kommt gleich und ich wollte mich noch umziehen.“

„Okay“, murmelte Meredith. Ein wenig sorgte sie sich, dass George es ihr noch immer übel nahm, dass sie sich weder für ihn, noch für Derek Shepard, sondern für dessen Ex-Frau Addison Montgomery entschieden hatte. Aber eigentlich waren sie schon längst darüber hinweg. Eigentlich hatten sie ihre Freundschaft längst wieder gekittet und George war sehr glücklich mit seiner Callie. Was er nur hatte, grübelte sie? Sie würde vielleicht später mit ihm reden. Doch nun galt ihre Aufmerksamkeit erst einmal dem Paket, dass ihre Freundin ihr hatte zukommen lassen.

(Tatsächlich hatte George Merediths Entscheidung schon vor Ewigkeiten akzeptiert und war froh, dass sie endlich ihr Glück gefunden hatte. Er befürchtete jedoch, dass sich in dem Paket etwas befand, was er auf keinen Fall sehen wollte.)

Aufgeregt öffnete Meredith den Briefumschlag, der gleich mehrere Bögen von teuer aussehendem Papier mit echten Blüten enthielt.



Meine geliebte Meredith,



wenn du dieses Paket erhältst, bin ich hoffentlich schon längst in Los Angeles und sitze in einem hoffentlich interessanten Seminar über die Trennung siamesischer Zwillinge.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es ein Segen ist, dass diese Fortbildung mit deiner Abschlussprüfung zusammenfällt.

Natürlich hast du mir schon tausend Mal erklärt, dass du sowieso nur lernen und keine Zeit für mich haben wirst (und ja, ich sehe, wie du gerade die Augen verdrehst und schon der Gedanke daran bringt mich zum Schmunzeln), dennoch wäre ich gerne bei dir.

Ich würde mich zu dir setzen und mir vermutlich eines deiner Lehrbücher (keine Sorge, nur eines, das du gerade nicht brauchst) ausleihen und nachsehen, wie viel ich noch aus meiner Studienzeit behalten hast. Wenn du etwas nicht verstehst oder etwas partout nicht in deinen Kopf will, würde ich mein Bestes geben, es dir zu erklären (falls ich es noch weiß). Ich würde mir deine Karteikarten schnappen und dich abfragen. Geduldig würde ich deinen spannenden Monologen lauschen, wenn du mir die Schritte einer Blinddarmoperation oder die Merkmale eines Herzinfarktes aufzählst.

Wenn deine Schultern verspannt sind und du langsam Rückenschmerzen bekommst, würde ich mich hinter deinen Stuhl stellen und dir eine Massage geben.

Ich würde dich mit neuem Kaffee versorgen, dir Snacks hinstellen und dich daran erinnern, dass du auch mal was essen musst. Auch wenn ich aufräumen genauso hasse wie du, würde ich dafür sorgen, dass dein Zimmer nicht komplett im Chaos versinkt, auch wenn es bedeutet, dass ich dir hinter räumen muss. Ich würde sogar deine Wäsche waschen, damit du was Sauberes zum Anziehen hast.

Ich würde dich daran erinnern, auch mal eine Pause zu machen, mal zu duschen und mal an die frische Luft zu gehen. Und ich würde versuchen, dich davon abzuhalten, die ganze Nacht durch zu lernen. Das wird wahrscheinlich meine schwerste Aufgabe, aber ich denke, wenn ich mich in dein Bett kuschel und dir lange genug erzählen, dass ich dich vermisse und ohne dich unmöglich einschlafen kann, würdest du dann doch kommen. Zwar würdest du die Augen verdrehen und mir vorwerfen, dass du wegen mir durch deine Prüfung fällst und es meine Schuld wäre, wenn du keine Ärztin wirst (was natürlich totaler Blödsinn ist, du wirst eine wundervolle Ärztin, mein Schatz, denn du bist einfach großartig), aber irgendwann würdest du kommen. Ich würde dich in meine Arme nehmen und du würdest dich an mich kuscheln und innerhalb von Minuten einschlafen. Wir würden friedlich nebeneinander liegen, bis uns dieses Ungetüm namens Wecker am nächsten Morgen viel zu früh aus dem Schlaf klingeln wird.

Um es kurz zu machen, ich wäre jetzt unglaublich gerne bei dir und würde mich um dich kümmern und dafür sorgen, dass es dir gut geht.



Und nein, Meredith, denk nicht mal daran, die Augen zu verdrehen oder mir zu widersprechen. Natürlich würde ich mich um dich kümmern, wenn ich bei dir sein könnte, denn du würdest das gleiche für dich tun. Vielleicht wäre es nicht nötig (ich weiß ganz genau, dass du das gerade sagen möchtest). Vielleicht hast du da Recht.

Aber erstens könnte ich dich behutsam an deine letzte Klausurenphase erinnern, wo dich nur deine Ärzte-WG davor gerettet hat, in einem fünf Tage alten Pulli und mit Chipskrümmeln im Haar ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, weil du dich nicht nur von Kaffee, Chips und Schmerztabletten ernähren kannst.

Und zweitens möchte ich mich um dich kümmern, Meredith Grey, weil du der wichtigste Mensch in meinem Leben bist und ich dich liebe. Ich möchte, dass es dir gut geht und dass du deine Prüfungsphase so gut wie möglich überstehst.

Darum habe ich dir ein „kleines Care-Paket“ zusammengestellt. Mark war so freundlich und hat es (hoffentlich, wenn nicht trete ich ihm in den Arsch und zwar wortwörtlich) für mich zur Post gebracht, sodass es bei dir sein sollte, wenn ich es nicht sein kann.

Ich hoffe, es gefällt dir und hilft dir, die Prüfungen gesund und erfolgreich zu überstehen.

Pass bitte auf dich auf, mein Schatz!

In Liebe,

Addison

P.S.: Ich liebe dich, Meredith Grey. Du bist das tollste, was mir je passiert bist und du verdienst dieses Paket!





Meredith hatte Tränen der Rührung in den Augen, als sie den Brief zu Ende gelesen hatte. Sie war es nicht gewohnt, dass man sich um sie kümmerte, wenn man mal von der Zeit nach dem Tod ihrer Mutter absah, in der Susan, die Frau ihres Vaters, sie mit Einkäufen überhäuft hatte. Ihre eigene Mutter hatte sich mehr um ihre Patienten und ihre Karriere als um ihre Tochter gekümmert und auch ihre bisherigen Beziehungen hatten sich auf das nötigste beschränkt.

Natürlich hatte sie Freunde, die sich um sie kümmerten, aber ihre Freunde waren genau wie sie Ärzte und außerdem genug mit ihren eigenen chaotischen Privatleben beschäftigt.

Darum bedeutete es ihr Addisons liebe Worte unglaublich viel.

Nun war sie aber unglaublich neugierig, was ihre Freundin ihr in ihr Care-Paket gepackt hatte.

Ganz oben lagen zwei kuschelige Pullover und eine schwarze Jogginghose. An den einen Pullover, der von der Universität Havard stammte, klebte ein Zettel.

Falls du mal wieder das Waschen vergisst… Die Klamotten sind alle frisch gewaschen, allerdings habe ich sie für längere Zeit in meinem Schrank liegen lassen und die Pullover auch kurz getragen ;)

Meredith wusste sofort, was ihre Freundin damit bewirken wollte und vergrub ihre Nase in dem kuscheligen Pullover. Sofort umfing sie ein Geruch der Vertrautheit. Es duftete nach Addisons rosigen Parfum und einem Hauch Desinfektionsmittel. Sie liebte es.

Weiter unten im Karton fand sie auch noch ein paar Unterhosen und zwei Paar Kuschelsocken. An den Höschen hing ebenfalls ein Zettel, auf dem Stand: Ich freue mich schon, dich darin zu sehen ;)

Als nächstes fand sie mehrere Fünf-Minuten-Tarinen, einige Tütensuppen und einen Gutschein für den Lieferservice, bei dem sie immer bestellten mit dem Hinweis Vergiss nicht, ab und zu mal auch was Gesundes zu essen!

Außerdem fand sie noch einige Energieriegel, zwei Tüten Trockenobst und zwei Tüten mit verschiedenen Nussmischungen mit der Aufschrift Brainfood ;)

Und natürlich drei Tafeln ihrer Lieblingsschokolade. Schon allein dafür hätte Meredith ihre wundervolle Freundin am liebsten abgeknutscht.

Danach fischte sie eine Packung Trockenshampoo, auf der stand Falls du mal wieder keine Zeit zum Haare waschen hast und eine Packung mit Badeschaum. Auf dieser stand geschrieben: Ich weiß doch, wie sehr du Baden liebst und ich hoffe, du findest mal eine ruhige Stunde für ein entspanntes Bad. Falls dir das zu lange ist, kannst du ja ein paar Karteikarten mitnehmen ;)

Am Boden des Karton fand sie schließlich eine große Packung Instant-Kaffee, auf die Addison Für kurze Nächte geschrieben hatte.

Zum Schluss fischte sie noch eine Packung Stifte und eine Packung Binden aus dem Karton. Falls du mal wieder vergessen hast, deine Vorräte aufzustocken stand dort geschrieben. Meredith musste schmunzeln. Ihre Freundin kannte sie einfach zu gut.

Mit einem seligen Lächeln betrachtete sie die vielen Dinge, die sich in den Karton befunden hatten und nun überall auf ihrem Bett verteilt lagen.

Sie hatte wirklich die beste Freundin der Welt.





Knapp zwei Wochen später stand Meredith mit ihren Freunden vor dem Gebäude, in der sie gerade ihre letzte, schriftliche Prüfung geschrieben hatte.

Während Alex und Cristina über die richtige Antwort der Aufgabe 3d) debattierten (Meredith war sich zu 97,5% sicher, dass Alex Recht hatte, was Grund genug war, lieber nichts dazu zu sagen), trank sie den letzten Schluck Kaffee aus ihrem Thermosbecher. Mit einem Seufzen steckte sie den leeren Becher in ihre Tasche und holte eine Tüte mit Nüssen – die letzte aus ihrem Addison-Vorrat – hervor.

„Möchtest du auch etwas?“, fragte sie und hielt Izzie auffordernd die Tüte hin.

Dankbar griff diese zu. „Ich bin so froh, dass es vorbei ist.“

„Ich auch“, stimmte Meredith ihrer blonden Freundin zu. „Jetzt haben wir es bald geschafft.“

„Gott sei Dank.“ Izzie stieß ein erleichtertes Lachen aus. „Sag mal, wann kommt eigentlich deine bessere Hälfte wieder?“

„Morgen Nachmittag“, antwortete Meredith und spürte, wie es in ihrem Magen vor Vorfreude kribbelte. „Ihr Flugzeug landete gegen 16:45 Uhr, dann wäre sie also gegen-“

Weiter kam sie nicht, da es plötzlich dunkel wurde. Jemand hatte sich ihr von hinten genähert und ihr die Hände vor die Augen gehalten.

Einen Moment war Meredith vor Überraschung wie erstarrt. Es gab nur eine Person, die sich das trauen würde und die saß eigentlich noch in Los Angeles, doch der Geruch, der sie umfing, sprach eigentlich für sich. Verwirrt legte sie ihre Hände auf die der fremden Person. Sie spürte weiche Hände, die da warm auf ihrem Gesicht lagen.

„Addie?“, fragte sie mit unsicherer Stimme.

Plötzlich waren die Hände weg und Meredith konnte sich umdrehen. Tatsächlich, da stand sie. Die Sonnenbrille noch in den roten Haaren, eine Regenjacke über dem Dartmouth-Shirt, das sie sich vor ihrer Abreise von Meredith geklaut hatte und mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen: Addison Montgomery.

„Addie!“, rief Meredith noch einmal, diesmal selbstsicher und voller Überzeugung, bevor sie ihrer Freundin in die Arme fiel.

Lange standen die beiden Frauen eng umschlungen da. Meredith sog genüsslich den Geruch ihrer Freundin ein, der in den letzten Tagen nur noch schwach in ihrem Zimmer und in den geschickten Pullovern gehangen hatte.

„Du bist wieder da“, wisperte sie. Dann löste sie die Umarmung, um ihre Freundin anzusehen. „Aber was machst du schon hier? Solltest du nicht erst Morgen kommen?“

„Ich habe den letzten Vortrag sausen lassen“, gestand Addison. „Ich habe schon einmal einen Vortrag von dem gleichen Referenten zu einem ähnlichen Thema gehört. Von daher wusste ich, dass ich mir das schenken kann. Darum konnte ich eher kommen. Ich habe es keinen Tag mehr ohne dich ausgehalten. Du hast mir so gefehlt.“

„Du mir auch“, hauchte Meredith. „So sehr.“ Dann fiel ihr Blick auf Addisons Shirt. „Nettes Shirt“, meinte sie mit einem Grinsen.

„Kann ich nur zurückgeben.“ Auf Addions lag ebenfalls ein breites Grinsen.

Meredith sah kurz herab, als hätte sie vergessen, welchen Pullover sie trug (was eventuell tatsächlich so war, weil sie heute Morgen ganz andere Dinge als ihr Outfit im Kopf gehabt hatte). Es war der Harvard-Pullover aus Addions Care-Paket. „Es ist ein echt schöner Pulli“, sagte sie. „Ein sehr schöner Pulli von einer sehr schönen Frau, die mir ein wundervolles Geschenk gemacht hat.“

„Dann hat es dir gefallen?“, fragte Addison und klang ungewöhnlich unsicher.

„Ich habe es dir zwar am Telefon schon gefühlte hundert Mal gesagt, aber da das anscheinend nicht reicht, ja, es hat mir sehr gefallen. Ich liebe es, Addie, es ist absolut großartig! Du hast mir echt den Hintern gerettet! Vielen, vielen Dank! Ich weiß gar nicht, wie ich mich dafür revanchiere kann!“

„Oh, da fällt mir schon etwas ein“, antwortete die Rothaarige mit einem frechen Grinsen, während sich ihr Gesicht langsam Merediths näherte.

„Was denn?“, flüsterte diese neugierig.

„Ich glaube, es ist besser, wenn ich dir das Zuhause erzähle“, meinte Addision. „Sonst verstören wir noch deine Freunde. Izzie guckt schon wieder ganz traumatisiert.“

Sie kicherten.

„Aber fürs erste würde es reichen, wenn du mich endlich küsst.“

Das tat Meredith mit Freude.
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