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Liebe? - So ein Quatsch, die gibt es nur im Märchen! - oder?

GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Het
Horizon Markus Marlon Maxi Nerv OC (Own Character)
04.07.2021
09.09.2021
6
8.306
1
Alle Kapitel
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07.09.2021 1.638
 
Ich versuchte mich wirklich auf die Geistergeschichte von Klette zu konzentrieren, jedoch blickte ich immer wieder zu den zwei Bäumen, durch welche der Torwart verschwand. Er war schon eine Weile verschwunden, als dass er nur mal eben kurz sich die Beine vertrat.  

Da ich eh keine Ahnung hatte, in welchem Zusammenhang Klette etwas von blau leuchtendem Alien Schleim erzählte, stand ich auf um mir noch ein Bier aus der Kühlbox zunehmen. Ich zog die alte braune Decke enger um meinen Körper, nachdem ich einen Schluck aus der kalten Dose nahm. Noch einmal sah ich vom Feuer, in Richtung Wald. Ich schluckte, ehe ich mich langsam in die Richtung auf machte, in welche der blonde verschwand.  

Die Stimmen der anderen wurden immer leiser, welches das knacken der Äste unter meinen Füßen immer mehr übertönte. Mir war es, als würde es immer kühler werden, umso weiter ich ging. Es war dunkel und die Geräusche, welche im Wald herrschten sorgten dafür, dass ich mich zunehmend unwohler fühlte. Warum bin ich auch alleine in den Wald gelaufen? - Achja, weil ich einfach ein zu neugieriger Mensch bin, als das ich mich einfach mal andere Leute in Ruhe lassen konnte.

Ich wusste nicht, wie lange ich bereits durch das Gestrüb ging und hier und da über alte Wurzeln und Steine stieg, aber mich überkam das Gefühl, dass ich nicht mehr wusste, wo ich herkam. Die Decke presste ich noch enger an meinen Körper, ehe ich mich verzweifelt einmal umsah. Ich entschied mich umzudrehen, in der Hoffnung, zufälligerweise den richtigen Rückweg zunehmen.  

Ich wurde langsam mehr als unruhig, zuckte hier und da zusammen, als ich das quieken einer Fledermaus oder das knacken von Ästen hörte. Ich ging immer schneller, mein Herz raste und mein ganzer Körper nahm Signale einer Gefahr war. Mein Magen fühlte sich flau und schwer an. Ich wollte einfach nur zurück. Ein erneutes knacken ließ mich zusammenzucken, es war nicht von mir. Panisch schaute ich mich um, ehe ich loslief. Adrenalin durchflutete mein Körper, mein Puls schoss in die Höhe. Ich wurde verfolgt, dass konnte ich anhand eines Schattens erkennen als ich über meine Schulter schaute.  

“Hey! Warte!”, nahm ich dumpf wahr, doch meine Gedanken und das Rauschen in meinen Ohren war lauter. Mich packte etwas an der Decke, welche ich los ließ um weiter zu laufen. Jedoch achtete ich nicht mehr auf den Weg vor mich, ich stolperte über eine Wurzel und landete auf dem kalten, nassen harten Waldboden. “Scheiße”, grummelte ich vor mich hin. “Ist dir was passiert? Was zum Teufel machst du hier draußen?!”, fragte mich Markus, welcher mir die Decke über die Schultern legte. Ich rieb mir über die Stirn, ehe ich versuchte meine Atmung und meinen Puls zu normalisieren. Dies verschaffte mir ein paar Sekunden, um meine wirren Gedanken zu Ordnen und eine plausible Erklärung zu finden. “Ich bin umgeknickt..”, fing ich an und merkte, wie mein Knöchel pochte. Markus fischte sein Handy aus seiner Jeans, schaltete die Taschenlampe um besagten Knöchel zu beleuchten.

Es war nicht zu übersehen, er war bereits angeschwollen und fing an, bläulich zu schimmern. Ganz große Klasse. Ich zischte, als er vorsichtig meinen Fuß bewegte. “Er ist verstaucht”, erklärte er mir. “Ah, Arzt bist du also auch?”, fragte ich und verengte meine Augen zu schlitzen, da er erneut darauf rum tatschelte. Er schmunzelte, “Stell dich nicht so an”. Er schaltete die Lampe wieder aus und steckte das Handy wieder weg. “Ich habe durchs Fußball spielen schon einige Knöchelverletzungen gesehen. Und nun komm, wir gehen zurück zu den anderen”, erklärte er ruhig und hielt mir seine Hand hin. Ich nickte und grinste leicht, da ich nicht wusste was ich sagen sollte, ehe ich seine Hand nahm und mich von ihm auf die Beine ziehen ließ. “Meinst du es geht, oder soll ich dich tragen?”, fragte der blonde und schaute noch einmal zu meinem Knöchel. Ich schüttelte mit meinem Kopf, “Nein, das geht schon”. Er stützte mich, was aber gar nicht so einfach war. Schließlich war die Nummer eins über einen Kopf größer als ich.  

Wir kamen nicht wirklich schnell vorwärts, aber das war nicht sonderlich schlimm. Es war mir nur wirklich peinlich, dass ich dachte, das ein Tier oder ein Axtmörder hinter mir her sein würde. Außerdem war es unangenehm, mein Arm legte ich um seine Seite und er musste wegen mir halb gebückt gehen, damit er mich überhaupt richtig stützen konnte. Ich spürte die Wärme die von ihm aus ging durch die Decke deutlich an meiner Seite. Wieder war es still, jedoch hatte ich jetzt keine Angst mehr, schließlich war ich nicht mehr allein. Hin und wieder schaute ich zu ihm herüber, was hat er hier so weit im Wald getan? Aber was noch viel wichtiger ist, weiß er, wie wir wieder zu den anderen zurückkommen?

“Magst du mir nun verraten, was dich dazu gebracht hat, alleine durch den Wald zu irren, geschweige denn von mir wegzurennen?”, durchbrach der Torwart die aufgekommene Stille.

Ich schaute ihn verwirrt an, “Hm?”. Leider hatte ich seine Frage nicht ganz mitbekommen. Er wiederholte seine Frage, ehe er ein “Hast du dir auch den Kopf gestoßen?”, hinterher setzte.

“Nein, nein alles gut.”, lachte ich leicht nervös. Gott sei Dank war es dunkel, so konnte er nicht sehen, wie unangenehm es mir grade wirklich ist. Ich spürte, wie meine Wangen anfingen sich zu röten, die Wärme die mir gerade im Gesicht aufsteigt verrät es.

Ich räusperte mich kurz, ich werde ihm sicherlich nicht sagen, dass ich mir sorgen um ihm gemacht habe. Denn hinter jemand Fremdes in einen dunklen Wald zu folgen, hat eher etwas von einem Stalker oder Auftragskiller. Ich schluckte.

“Ich musste mal kurz allein sein”, war nicht wirklich die beste Variante, für die ich mich entschieden habe. Ein kurzer skeptischer laut, ein räuspern war alles, was er dazu antwortete. “Die Frage sollte eher lauten, wieso du mich verfolgt hast? Ich hätte ja sonst was machen können”, redete ich einfach schnell weiter, um von mir abzulenken. Er lachte kurz auf. “Interessant, was machst du denn immer so im dunklen Wald?”, wollte er von mir wissen. “Sag bloß, ich habe dir ein Treffen mit einem Freund versaut?”, lachte er. “Ja klar, der Hirsch und ich treffen uns jeden Samstagabend an der alten Ruine”, antwortete ich sarkastisch. Er schmunzelte und schüttelte den Kopf. “Wenn du gepinkelt hättest, hätte ich schon weggeschaut”, sagte er nach einer Weile. Okay, peinlicher geht’s wirklich nicht. “Na immerhin, Danke Mr. Gentleman”, grinste ich und schüttelte den Kopf.  

Ehe ich erneut Fragen konnte, was er nun in dem Wald gemacht hat, kamen wir bei den anderen an. “Mai!”, rief Maxi aufgebracht. “Markus?”, fragte Marlon verwirrt. “Was zum Teufel ist mit dir passiert?”, fragte Steffi und schaute von Markus zu mir und dann auf meinen Knöchel. Nerv tuschelte etwas mit Nerv, was ich nicht ganz verstanden habe. “Ich wollte kurz..”, fing ich an und kratzte mich verlegen am Hinterkopf. “und bin dann über die Wurzel gestolpert”, räusperte ich mich.  Maxi sah mich ungläubich an, ehe er sich ebenfalls verlegen am Hinterkopf kratzte. Dann klingt es ja immer noch besser, dass ich nach dem pinkeln gefallen bin, als das ich Markus im Wald stalkte. “Und was hast du im Wald gemacht?”, wollte Marlon vom Torwart wissen. Markus wurde von Maxi genaustens analysiert. Er hob abwehrend die Hände, “ich habe sie um Hilfe rufen hören. Ich heiße zwar nicht Maxi, aber das heißt ja nicht, dass ich sie im Wald zurücklasse”. Vanessa nickte, “Es stimmt, er ist eben an mir vorbei... Ich muss wohl grade hier zurück gewesen sein, sonst hätte ich Mai sicherlich auch gehört”. Verwirrt sah ich die Unerschrockene an. Markus tauschte einen kurzen Blick mit ihr, doch was dieser zu bedeuten hatte, war mir nicht ganz klar. “Okay, Okay. Genug vom Pinkeln”, meinte Blossom und verzog angewidert ihr Gesicht. “Jetzt lasst und erstmal nach Mais Fuß schauen und dann alles zusammenpacken”, beschloss Leon und so taten alle wie ihnen geheißen.



Blossom sah sich meinen Fuß an, schmierte eine Salbe drauf und wickelte meinen Knöchel mit einer Mullbinde. “Hast wohl an alles gedacht”, grinste ich. Blossom lächelte, “Ich bin schon so einiges gewöhnt von dem Haufen”. Ich schmunzelte, “Danke”. “Gern”, lächelte sie leicht und packte ihre Sachen wieder in ein kleines rotes Täschchen. Dann herrschte stille zwischen mir und der Blondine, ich wusste einfach nicht worüber ich wirklich mit ihr reden sollte. “Was hälst du davon, wenn wir beide mal einen Kaffee trinken gehen? Dann kannst du mir mal mehr von dir erzählen und wie du es geschafft hast, Maxi den Kopf zu verdrehen?”, grinste ich. Blossom sah mich überrascht an, “Nur wenn du mir dafür peinliche Geschichten von früher erzählst”. Ich nickte und wir beide mussten lachen. “Was gibt’s denn zu lachen die Damen?”, fragte Maxi und schaute uns beide abwechselnd an. “Nichts”, kam es von uns beiden im Chor. Wir sahen uns beide an und mussten erneut anfangen zu lachen. “Okay, das ist jetzt gruselig”, gab der brünette zu. “Die verschwören sich gegen dich”, stichelte Nerv. Maxi machte eine abwinkende Handbewegung. “Wir fahren”, sagte Marlon, welcher gerade die letzte Tasche in seinem Kofferraum verstaute.



Alle verteilten sich auf die Autos, ehe es nach Hause ging.
In der pickfeinen Alten Allee angekommen, halfen mir Nerv und Blossom die Stufen hinauf und Maxi trug meine Tasche.

“Sollen wir dir noch irgendwas helfen?”, fragte Blossom. “Nein, Danke. Denn Rest schaffe ich allein”, lächelte ich.

“Wenn etwas ist, sag ruhig Bescheid”, meinte Maxi. “Jaha, mach ich”, grinste ich. “Gute Nacht!”, meinte ich dann, als Maxi mich noch immer abwartend ansah. “Gute Nacht”, antworteten sie und verließen mein Zimmer.

Ich atmete tief durch und ließ mich Rücklinks auf mein Bett fallen. Ich dachte immer noch über die Sache im Wald nach und warum Vanessa uns, oder besser gesagt Markus deckte, bis irgendwann die Müdigkeit siegte und ich einschlief...
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