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Die Angst vor neuem Glück

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Thomas Schmitt
03.07.2021
24.07.2021
8
15.322
6
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.07.2021 1.860
 
Ich habe mich dazu entschieden doch auch am Donnerstag zu Posten. Ich hoffe, ihr freut euch darüber. In diesem Ainnr: Viel Spaß :)
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Kapitel 7: Hilfe

Joko hatte sich dazu entschieden, Klaas auch über Nacht nicht allein zu lassen. So hatte er diese auf der Couch verbracht. Das leise Poltern, dass ihn mitten in der Nacht jedoch weckte, verunsichert ihn, weshalb er sich nun langsam erhob, sein Handy als Taschenlampe benutzte und zur Küche schritt. In dieser fand er nicht nur etwas mehr Helligkeit vor, sondern auch Klaas, der an der Küchentheke stand und gerade ein Glas Wasser zu sich nahm. Um ihn nicht zu erschrecken, trat Joko vorsichtig an ihn heran, ergriff dabei leise das Wort und entschuldigte sich sofort, als der Andere doch zusammenzuckte.

„Sorry, ich wollte dich nicht erschrecken. Aber was machst du hier, mitten in der Nacht?“
„Ich konnte nicht schlafen und wollte…-. Ich hab mir ein Glas Wasser geholt.“

Dass es nicht nur ein Glas Wasser war, sah Joko anhand des kleinen Pappkartons, der neben der Spüle lag. Diesen nahm er sofort zur Hand, konnte erkennen, wie Klaas den Kopf zur Seite drehte, sobald er das Etikett las.

„Schlaftabletten?“

Erneut sah er zu Klaas, der den Blick stur auf den Boden gerichtet hatte. Doch anstatt ihn zu tadeln, legte er ihm eine Hand in den Nacken und zog ihn abermals an sich.

„Ach, Klausi.“

Dieser seufze.

„Ich kann nicht anders. Manchmal, da lieg ich stundenlang wach und denke darüber nach, was ich anders hätte machen können. Was ich hätte machen können, dass…-.“

Weitere Worte musste er nicht verlieren, damit Joko wusste, was er meinte. Er konnte sich vorstellen, wie schwer es für Klaas sein musste, seine Familie auf diese Weise verloren zu haben. Allein die Schuldgefühle, die er hatte, plagten ihn vermutlich besonders nachts. Wenn alles ruhig war. Darauf wollte Joko jedoch noch einmal genauer eingehen.

„Nimmst du die die ganze Zeit. Also seit drei Jahren durch?“
„Nein. Nur ab und an. Wenn es besonders schlimm wird.“

Damit nickte Joko. Es erleichterte ihn. Doch gutheißen konnte er es dennoch nicht. Daher hakte er weiter nach:

„Hast du die von einem Arzt verschrieben bekommen?“
„Ja. Ich hab ihm von meinen Schlafstörungen erzählt.“
„Aber nicht, warum du die hast?“

Er schüttelte den Kopf. Dabei konnte Joko nicht ausschließen, dass sein Freund dem Arzt vielleicht sogar eine Lügengeschichte erzählt hatte. Wenn er sich die Packung so ansah, mussten diese Tabletten ziemlich stark sein. Dies machte wieder Sorge in ihm breit.

„Wie viele hast du jetzt genommen?“
„Eine. Ich hab gehofft, die reicht heute Nacht.“
„Nimmst du sonst mehr?“
„Manchmal.“

Seine Ehrlichkeit überraschte Joko. Doch er war auch froh darüber. Ändern konnte er es heute Nacht ohnehin nicht mehr. Allerdings wollte er dafür sorgen, dass Klaas zumindest die Wirkung der Tablette auskosten konnte.

„Komm, lass uns wieder schlafen gehen.“
„Mhm.“

Ein Nicken. Damit traten sie wieder den Weg zu ihren Schlafplätzen ein. Zu gerne hätte Klaas Joko gefragt, ob dieser mit ihm ins Schlafzimmer kommen würde. Allerdings unterband er diesen Drang und schritt allein zurück, um sich in seine Decke zu kuscheln und auf die Wirkung der Tablette zu warten.

Im Gegensatz zu Joko schlief er dann auch recht schnell ein. Dieser machte sich noch eine ganze Zeitlang Gedanken um seinen Freund. Überlegte, wie er ihm am besten helfen konnte. Bevor auch er langsam in einen traumlosen Schlaf fiel.


Der nächste Morgen kam für Joko relativ früh. Die Sonnenstrahlen, die durch die offenen Jalousien schienen, holten ihn unbarmherzig aus seinem wohlverdienten Schlaf. Doch er war selbst schuld. Er hatte gestern alle Fensterläden geöffnet, um anschließend frischen Sauerstoff in die Wohnung zu bringen. Dies war höchste Zeit gewesen. Um den Rest würde er sich heute kümmern, bis sein Freund wachwerden würde. Dafür erhob er sich nun, zog sich seine Jeans über und schritt so leise es ihm möglich war, in die Küche.

Dort fand er wenig benutztes Geschirr vor, was nicht gerade für Klaas sprach. Vermutlich hatte er hier in letzter Zeit einfach selten irgendetwas zubereitet. Mit großer Wahrscheinlichkeit nur Kaffee. Die Maschine dafür hatte eine Reinigung jedoch sicherlich auch mal wieder nötig. Diese vollzog Joko, während er auch den Rest der Küche auf Vordermann brachte.

Als nächstes war dann Klaas‘ Wäsche dran. Dafür schlich er kurz in dessen Schlafzimmer, konnte sich so noch einmal davon überzeugen, dass dieser schlief und lächelte, als er ihn auf der Seite liegend, eingekugelt in seinem Bett vorfand. Süß war er schon.

Diesen Gedanken rasch wieder beiseiteschiebend sammelte Joko leise die umliegenden Klamotten ein, um diese ins Badezimmer zu bringen. Ein Berg von schmutzigen Klamotten fand er dort ebenso vor. Aber daran wollte er gerade ohnehin etwas ändern.


Einige Stunden später, erhob sich dann auch Klaas aus seinem Bett. Er benötigte einen Moment, um sich in Erinnerung zu rufen, dass er nicht allein war. Dies brachte ein warmes Gefühl in seinen Körper. Doch etwas Verwirrung zeigte sich auch, als ihm bewusstwurde, dass nebenan die Waschmaschine im Schleudergang lief.

„Joko?“

Dieser drehte sich sofort zu ihm, schenkte ihm ein Lächeln und wünschte ihm auch gleich einen guten Morgen.

„Hey. Gute Morgen, Klausi.“
„M-Morgen. Was machst du da?“
„Ich dachte, ich helf‘ dir bisschen. Hatte das Gefühl, hier sei einiges liegengeblieben.“

Dass das stimmte, erwähnte Klaas nicht noch einmal. Doch es bildete sich eine blasse Rötung auf seinen Wangen, da es ihm etwas unangenehm war, dass Joko nun auch noch seinen Haushalt vollrichtete. Dieser aber machte ihm sogleich klar, dass das okay war.

„Jetzt guck nicht so, ich mach das gerne.“
„Seit wann schmeißt du gerne den Haushalt?“

Ja, er hatte schon Anderes gehört. Seine freche Frage war daher auch berechtigt. Allerdings war das nicht der einzige Grund, weswegen Joko lächelte. Dabei schritt er näher an ihn heran. Bei ihm angekommen, streifte er ihm dann durch seine zerzausten Haare.

„Schön, dass du es versuchst, Klausi.“

Klaas wusste genau, was ihm sein Freund damit sagen wollte. Etwas beschämt war er allerdings auch dadurch, weshalb er sofort den Blick wieder von ihm abwandte. Dies löste leises Lachen hervor. Jedoch wollte Joko ihn auch nicht weiter triezen. So ergriff er noch einmal das Wort, während er ins Badezimmer schritt. Wenn man genau hinhörte, konnte man nämlich vernehmen, dass die Waschmaschine inzwischen den Schleudergang durchhatte.

„Solange ich die Wäsche aufhänge, kannst du dich ja mal umziehen gehen.“
„Wofür?“

Wieder war da diese Verwirrung, welche Joko mit einem kecken Lächeln quittierte. Seine Stimme, als er ihm antwortete machte auch klar, dass er dagegen keine Wiederworte hören wollte. Auch wenn er wusste, dass diese kommen würden.

„Wir gehen gleich was frühstücken. Dein Kühlschrank ist ja leer. Aber du musst mal wieder was Essen.“

Dass dem so war, wusste auch Klaas. Dieser aber hatte wenig Interesse daran nach draußen und unter Menschen zu treten.

„Irgendwas findet sich bestimmt. Hunger hab ich sowieso nicht. Da würde mir auch ein Kaffee, oder so reichen.“
„Nichts da. Geh‘ dich anziehen. Du musst mal wieder raus. Du kannst nicht die ganze Zeit in deiner Wohnung, oder im Büro versauern.“

Er hatte Recht. Und nicht nur das musste Klaas einsehen. Auch, dass Joko nicht klein bei, geben würde. Also nickte er.

„Dann lass mich wenigsten kurz duschen.“

Dieses Mal war es an Joko zu nicken. Konnte ihm nur recht sein, wenn Klaas sich mal wieder etwas um seine Körperpflege kümmerte. Er hoffte, dass er das auch in seinem Gesicht tat. Sein Bart sah derzeit nämlich wieder grausam aus.


Wie gewohnt benötigte Klaas nicht lange im Badezimmer. Als er aus diesem hinausschritt, wandte er sich sofort an Joko:

„Willst du eigentlich auch noch duschen?“
„Gerne. Bin gestern nachdem ich im Büro war, sofort zu dir gefahren.“

Es sollte kein Vorwurf sein und dennoch klang es irgendwie so. Klaas aber konnte damit umgehen. Also sagte er nichts weiter dazu, sondern schritt ins Schlafzimmer.

„Ich schau mal, ob ich Klamotten habe, die dir passen könnten.“
„Danke.“

Während Klaas in seinem Schrank nach Kleidern suchte, machte sich Joko auf den Weg ins Badezimmer. Dort zog er sich seine derzeitigen Sachen wieder aus und stellte sich unter die Dusche. Gerade als er die Milchglasscheibe wieder zuzog, schritt Klaas in den Raum.

„Sorry…-. So - soll ich dir die Sachen aufs Waschbecken legen?“
„Ne, leg sie woanders hin.“

Joko grinste keck, auch wenn er wusste, dass Klaas das nicht sehen konnte. Dann sprach er aber ebenso frech weiter:

„Rasier‘ du dich lieber noch solange ich Dusche.“

Der zarte Hinweis, dass es mal wieder nötig war, verstand Klaas. Daher wandte er nun den Blick in den Spiegel und konnte sich somit selbst davon überzeugen. Gut, vielleicht hatte Joko nicht ganz unrecht. Also nahm er nun seinen Rasierer zur Hand und begann die Haare in seinem Gesicht zumindest etwas zu stutzen.

Sobald er der Meinung war, dass das reichen musste, legte er das kleine Gerät wieder zur Seite, streifte sich übers Kinn, seine Wangen entlang und seufzte dabei tief. Jetzt fiel auch ihm wieder auf, wie schrecklich er eigentlich derzeit aussah. Somit rann ein Seufzen aus seiner Kehle, dass vor seinem Freund nicht verborgen blieb. Dieser trat gerade eben aus der Dusche hinaus, band sich ein Handtuch um die Hüfte und stellte sich hinter ihn. Dabei ergriff er leise das Wort:

„Wir schaffen das schon.“

Ein Nicken. Dann drehte sich Klaas herum, sah zu ihm auf. Direkt in die vertrauten, braunen Augen. Diese strahlten so viel Wärme aus, dass diese sofort zu ihm überging. Intensiviert wurde dieses Gefühl, als Joko auch noch seine Hand an seine frisch rasierte Wange legte. Sachte darüber streichelte.

„Du solltest After Shave drauf machen, sonst bekommst du noch nen Ausschlag, oder so?“

Erneut gab Klaas eine lautlose Bestätigung von sich. Allerdings konnte er sich nicht von den Augen des Anderen abwenden. Er drohte, sich in diesen zu verlieren, während das Kribbeln, das von Jokos Berührung ausgegangen war, sich durch seinen ganzen Körper zog. In seinen Lenden wurde es zu einem leichten Ziepen, das eindeutige Signale sendete. Erst als ihm das bewusst wurde, schob er Joko langsam von sich.

„Das- das hab ich da drüben im Schrank.“

Damit löste er seinen Blick von ihm, drängte sich vorbei und schritt zum Schrank, der an der Wand gegenüber hing. Aus diesem holte er mit zittrigen Fingern ein kleines Fläschchen hervor. Versank beinahe in seinen eigenen Gedanken, die ihn klarmachten, dass er sich wieder unter Kontrolle bekommen musste. Dann ergriff Joko noch einmal das Wort:

„Hast du mir vielleicht noch ne Zahnbürste?“
„Was? Ach so. Ja klar.“

Er nickte erneut, holte noch eine frische Zahnbürste hervor und überreichte diese Joko. Natürlich bemerkte auch dieser die Unruhe, die sich in ihm breitgemacht hatte. Jedoch verzichtete er, ihn darauf anzusprechen. So konnte sich Klaas das After Shave auftragen, um dann aus dem Raum zu verschwinden, so dass sich Joko in Ruhe hatte umziehen können.

Tbc
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Joko ist Zucker, nciht wahr? Also ich hätte gerne so einen Freund wie ihn. Jetzt wo er alles tut, um Klaas zu helfen. Aber auch in diesem Kapitelnhat sich wieder gezeigt,dass noch ein langer Weg vor ihnen liegt. Wer weiß, vielleicht schaffen sie ihn ja gemeinsam ;)
Wie fandet ihr das Kapitel? Irgendwas besonders deprimierend, oder süß? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Als nächstes geht es wie gewohnt am Samstag weiter.
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