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Im Schatten des Mondes: Faolans Bestimmung

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.07.2021
02.07.2021
1
469
 
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„Sind die beiden nicht wahnsinnig süß?“ Das war das Erste, was Faolan hörte. Er gab ein leises Fiepen von sich, um die Anderen, wer auch immer das war, davon zu überzeugen, dass er da war und existierte. Faolan wusste nicht, wer er war. Er wusste auch nicht, wo er war. Und er wusste nicht, wem diese melodische, beruhigende Stimme gehörte, die gerade gesprochen hatte. Faolan spürte nur den warmen Körper, seines Bruders, aber jetzt mischte sich eine Stimme ein, die bei dem kleinen Wölfchen Interesse regte. Die Stimme war tief, ruhig und voller Wärme. Die neuen Eindrücke waren für Faolan zu viel und er schlief wieder ein.

Er musste lange geschlafen haben, denn Faolan wurde von Sonnenstrahlen geweckt, die ihn an der Schnauze kitzelten. Dilan, seine Silberwolfmutter mit der melodischen Stimme stupste Faolan an. Er quiekte leise. Er setzte sich im Nest, wo er geboren worden war auf und schüttelte sich heftig. Dann öffnete er zum ersten Mal die Augen. Die Sonne schien ihm so hell ins Gesicht, dass er erst mal die Augen zukneifen und wieder aufreißen musste. Dann gewöhnte Faolan sich an das Licht und sah sich um. Der Jungwolf befand sich in einer Höhle, die aus Brombeerranken geflochten und mit Blättern abgedichtet war. So lag der Bau in einem halbdunklen grünen Licht, das goldene Sprenkel und Muster auf den Erdboden malte. Faolan drehte den Kopf und sah an sich herunter. Schwarzer Welpenflaum bedeckte seinen kleinen Wolfskörper, er hatte runde große Pfoten, einen felligen Schwanz und (was er erst in der im Boden eingelassenen Trinkstelle mit Wasser sah) wunderschöne Augen. Eines war leuchtend grün wie die Robinienblätter, von denen manche Wedel Lücken in der Höhlenwand ausstopften. Das andere Auge von Faolan war golden, wie heller Honig. Der Wolf würde in sieben Monden wunderschönes hellsilbernes mondfarbenes dichtes Fell, lange Beine, einen langen dicht befellten Schweif, große scharfe Augen, eine breite Brust, schmale Pfoten, äußerst feine Sinne, starke Muskeln, eine Wahnsinns- Ausdauer, eine wunderbare Stimme, scharfe, spitze Zähne und einen herausragenden Charakter besitzen. Aber von alldem ahnte der kleine Wolf noch nichts. Er wollte jetzt seine Familie und dann die Welt kennenlernen. Also tapste er die vier Schritte zu seinem Nest zurück. Dilan sah ihm liebevoll entgegen. Sie sah so aus, wie alle Silberwölfe ab dem siebten Lebensmond aussehen (wie oben beschrieben). Doch es lag auch etwas unendlich Trauriges in Dilans Blick. Zwischen ihren Vorderpfoten entdeckte Faolan ein kleines Fellbündel. Es war sein Bruder Fenrir. Wie viel Sorgen und Ärger er dem MondClan, der von Phyllon angeführt wurde (was Faolan auch nicht wusste) noch bereiten würde, ahnte niemand. Aber erst einmal hatte Faolan einen gewaltigen Wolfshunger. Er tappte ins Nest, wo schon Dilan wartete, um seinen Hunger zu stillen. Der Geruch von Milch weckte auch Fenrir und als beide Wölfchen sich sattgetrunken hatten, hieß es: Lager erkunden!
 
 
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