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Kuoza - Dream of Africa

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteRomance / P18 / Het
OC (Own Character) Tom Hiddleston
02.07.2021
02.08.2021
7
11.013
6
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02.07.2021 1.674
 
Nach sehr langer Pause und vielen überlegungen habe ich eine neue FF geschrieben. Ihh kann nicht sagen wir oft ich Uploaden werde, versuche es aber 1-2 mal die Woche.

Über Feedback würde ich mich sehr freuen, egal ob Positv oder Negativ

LG

Lu

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Wenn sie eins hasste, an diesem Land das doch so schön sein konnte, so war es die unerträgliche Hitze. Eilig hatte sie sich, wie so oft, in den Schatten geflüchtet und wedelte sich mit den Händen ein wenig der heißen Luft ins schweißnasse Gesicht. So hatte es zumindest den Anschein als würde sie sich für eine Sekunde abkühlen können. Die Luft flimmerte so sehr vor ihren Augen, das die Gebäude, einige Meter entfernt zu undeutbaren Schemen verschwammen.
„Kuoza.“, brüllte ein Rudel von Kindern zwischen fünf und vierzehn und lächelnd drehte sie sich zu der heran wuselnden menge. Sie alle hatten sich fein herausgeputzt, trugen ihre beste Kleidung und strahlten sie an. Ihnen war die Aufregung deutlich anzusehen und war eindeutig ansteckend. Der Lärm, den sie verursachten, brachte ihr Trommelfell fast schon unangenehm zum vibrieren. Die junge Frau steckte sich zwei Finger in den Mund und ein lauter Pfiff ertönte über den Dorfplatz. Sofort verstummte die Schar an Kindern und jungen Erwachsenen.
„Stellt euch auf, wir üben jetzt noch einmal.“, noch immer floss ihr die Sprache etwas holprig über die Zunge, jedoch wusste jeder was er zu tun hatte. Brav reihten sie sich im Halbkreis vor ihr auf. Kurz blitzte das Bild vor ihren Augen auf, als sie vor so vielen Jahren mit den anderen Helfern hier angekommen war und die Kinder genau das gleiche für sie vorgeführt hatten. Viele der Helfer waren mittlerweile abgereist und der Ort, der für sie eigentlich nur eine kurze Zuflucht werden sollte fühlte sich schon fast wie ihre Heimat an. Natürlich war das Leben hier wesentlich einfacher und doch auch beschwerlicher. Dennoch schienen ihr ihre Sorgen aus der Heimat so weit entfernt wie aus einem anderen Leben. Hier hatte sie das erste mal eine Freiheit gefühlt wie noch nie zuvor. Obwohl diese Menschen so gut wie nichts hatten, besaßen sie eine ungebändigte Lebensfreude.
Ihre kleine Probe ging reibungslos und es versammelten sich die ersten Erwachsenen auf dem Dorfplatz. Aba, eine der jungen Frauen, drückte ihr ihren Säugling in die Hand und wischte schimpfend ihrer ältesten Tochter Musa über das zuvor noch saubere Kleid. Das Kind war gestolpert und das hellblau wies nun einige rostbraune Flecken auf.
Endlich ertönte das entfernte Geräusch von Motoren und sie drückte der Mutter ihren Säugling wieder in die Arme. Die junge Frau straffte sich und setzte ihr freundlichstes Lächeln auf. Da kamen sie also. Reiche und angesehene Leute, die mit irgendwelchen Presse fuzzis einige schöne Bilder schossen, große Worte sprachen und spätestens am nächsten Tag verschwanden. Natürlich waren sie alle auf diese Leute angewiesen. Sonst würde es diesen sicheren Ort, mitten im nichts und umgeben von Kriegen nicht geben. Dank dieser reichen Spender gab es eine Schule, ein Krankenhaus und sauberes Trinkwasser für alle. Sie hatten gerade genug Nahrung um nicht elendig verhungern zu müssen und einen hauch von dem was man medizinische Versorgung nennen konnte. Wirklich anpacken tat von diesen Leuten jedoch kaum einer und viele der Spenden verschwanden im Sumpf der Regierung. Aber Hauptsache sie konnten sich damit profilieren etwas für die Ärmsten der Armen getan zu haben. Kurz bevor der Konvoi durch das große Tor fuhr drehte sie sich zu den Kindern um und die Stimmten auf Kommando ihr begrüßungs-Lied an. Sie kümmerte sich nicht um das was hinter ihr geschah, viel zu sehr genoss sie die Freude der Kinder. Nur einer der Fotografen wurde etwas aufdringlich, als er ihr das Gerät mitten ins Gesicht hielt und sie über den Gesang hinweg anbrüllte sie solle doch mal her schauen und lächeln. Wütend streckte sie ihm die Zunge heraus und wand sich demonstrativ ein Stück von ihm ab. Sollte er doch die ganzen Promis nerven und nicht sie. Das leise lachen im Hintergrund wegen ihrer Reaktion hörte sie jedoch nicht.
Nachdem sie ihren Chor beendet hatten zog sie sich, wie so oft wenn Gäste wie diese ankamen, in den dürftigen Häuserschatten zurück. Natürlich hingen die Kinder an den Promis wie Kletten. Dies hatte jedoch nichts mit ihrem Status zu tun, so waren sie nun mal bei allem neuen das sie sahen. Am Anfang hatte sie auch nicht ohne eine Schar Kinder durch das Dorf laufen können, mittlerweile hatten sie sich an sie gewöhnt.
„Kuoza schau mal.“, kam rufend eines der älteren Mädchen auf sie zu und deutete auf einen Mann, der sich gerade zu den kleineren herabbeugte und sie sein Haar berühren durften.
„Ich sehe es Zohra.“, rief sie zurück, doch das Mädchen ließ sich nicht davon abbringen sie an der Hand zu nehmen und hinter sich her zu zerren.
„Du musst es auch anfassen, es ist fast genauso wie deins.“, kicherte sie. Ohne Rücksicht auf die kleineren zu nehmen zerrte Zohra sie weiter, bis sie vor dem noch immer gebeugten Mann stand.
„Los fühl mal.“, ohne ihre Antwort ab zu warten hatte die jüngere schon ihre Hand auf den schweißnassen Haarschopf vor ihr gelegt. Sie fühlten sich seidig unter ihren Fingern an und der dazugehörige Kopf erhob sich. Strahlend blaue Augen lächelten sie an und sie zog hastig ihre Finger zurück.
„Entschuldigen sie, aber meine kleine Freundin hier ließ sich nicht davon abbringen.“, lächelte sie ein wenig zurückhaltend und sah sich suchend nach Zohra um, als sie diese nicht mehr neben sich entdeckte.
„Schon gut, das ist nicht das erste mal das ich das erlebe.“, er richtete sich vollständig auf und überragte sie um mehr als einen Kopf.
„Was eine kreischende Schar von weiblichen Fans oder das jeder dich betatschen will?“, sie verschränkte die Arme vor der Brust und hob eine Augenbraue.
„Ein bisschen von beidem, bisher war aber noch keine so Charmant wie sie.“, grinste er. Sie verdrehte nur die Augen.
„Kuoza komm schnell.“, schrie eine ältere Frau über den Lärm und versuchte sich einen Weg zu ihr zu bahnen.
„Was ist los Majira?“, sie war eine der Krankenschwestern, die sie mit angeleitet und ausgebildet hatte.
„Ein junger Mann, er hatte einen Unfall.“
„Ich komme.“, so schnell sie konnte hastete sie der älteren hinterher. Ignorierte ihre Gäste und hechtete in die größte der Lehmhütten. Diese nutzten sie als Krankenstation und war das einzige Gebäude in dem es Strom gab, zumindest wenn es wirklich dringend war. Sie hörte schon die Schmerzenslaute, noch bevor sie etwas sah. Einige Menschen standen um das Krankenbett.
„Was ist passiert?“, fragte sie respektvoll den ältesten der ihr unbekannten Männer.
„Er wollte eine Ziege retten und ist dabei einen Hang hinunter gestürzt.“, sie wusch sich ihre Hände in dem Waschbecken und trat dann dichter an das Bett um ihren Patienten zu begutachten. Er hatte eine Blutverkrustete Wunde an seinem Kopf, vermutlich ein Schädelbruch, einen Ausgekugelten Arm und sein Schlüsselbein stach schon fast durch die viel zu dünne Haut.
„Majira mach den Operationsaal fertig.“, angesprochene antwortete knapp und verschwand eilig. Keine Zehn Minuten später betete sie innerlich das die Betäubung reichen würde und Pulte mit der Pinzette die Knochensplitter aus der offenen Kopfwunde.

Müde verließ sie einige Zeit später das kleine Krankenhaus. Die Hitze in der Hütte war noch unerträglicher gewesen als draußen und sie ließ sich erschöpft auf den Boden sinken. Sie lehnte ihren Kopf an den warmen Lehm und schloss für einen Augenblick die Augen. Diese Nacht würde darüber entscheiden ob ihr Patient überlebte oder nicht. Normalerweise behandelte sie dutzende Patienten Täglich, doch diesmal hatte sie die Arbeit den Lehrschwestern überlassen um sich um die Feierlichkeiten mit zu kümmern. Vermutlich waren die Dorfältesten davon ausgegangen das eine weiße Frau sich besser um ihre weißen Gäste kümmern könnte als sie. In ihrer Heimat war es so gewesen das jeder mit dunklerer Hautfarbe seltsam angesehen wurde, hier war sie es mit ihrer weißen Haut, die trotz der brennenden Sonne kaum dunkler wurde. Fast hätte sie die Knirschenden schritte überhört und öffnete blinzelnd die Augen.
„Alles in Ordnung?“, ein wenig verwirrt blinzelte sie den Besucher an, der noch immer hier und nicht in einem der Top modernen und klimatisierten Hotels war.
„Es geht, eine Kopfverletzung und ich hoffe der Junge kommt durch.“, sie nahm ihm die Flasche mit dem lauwarmen, aber klaren Wasser ab. Gierig trank sie sie fast leer und stellte sie neben sich auf dem Boden ab. In wenigen schritten Entfernung standen die ganzen Kinder und beäugten sie neugierig.
„Hab ich das richtig verstanden du heißt Kruosa?“, er ließ sich neben ihr nieder und legte seine Unterarme auf den angewinkelten Beinen ab. Seine Hose sah teurer aus als alles, was sie in ihrer kleinen Hütte hatte und es schien in kein bisschen zu interessieren das sie mittlerweile mit dem hier so typischen rotbraunen Staub bedeckt war.
„Die Leute nennen mich hier Kuoza, wegen meiner Haare, aber Eigentlichkeit heiße ich Sarah.“, sie öffnete ihren strengen knoten und die roten Haare fielen in unordentlichen Wellen ihre schultern hinab.
„Sie hatten vor mir noch nie einen Menschen mit rotem Haar gesehen.“, sie schmunzelte bei der Erinnerung an die erst Begegnung mit den meisten der Dorfbewohner hier. Sie schwankte zwischen Faszination und Angst vor der Farbe ihrer Haare.
„Ich werde sie auch kaum los.“, leise lachend deutete er auf die Kinder die sich kreischend versteckten, als er zu ihnen herüber schaute.
„Wie lange sind sie schon hier?“, seine andauernde Höflichkeit überraschte sie ein wenig.
„Fast drei Jahre, glaube ich zumindest. Die Zeit hier vergeht so vollkommen anders.“, sie band ihre Haare wieder zu einem unordentlichen Knoten.
„Ich liebe dieses Land und ihre Menschen, trotz ihrer Armut und ihres Leides wirken sie manchmal so unbeschwert und glücklich.“, sie warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. Er hatte, wie sie zuvor, seinen Kopf an den warmen Lehm gelehnt und sah in den strahlend blauen Himmel. Sie schwiegen beide eine weile und hingen ihren eigenen Gedanken nach.
„Ich habe mich ihnen nie vorgestellt.“, unterbrach er mit leiser Stimme ihre Stille und sie sah wieder zu ihm herüber. Auffordernd streckte er ihr die Hand entgegen.
„Mein Name ist Tom Hiddleston.“
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