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Zweikampf um die Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Werder Bremen
01.07.2021
21.10.2021
24
62.723
10
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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21.10.2021 1.543
 
Ein zurückhaltendes Klopfen weckte Maxi am nächsten Morgen. Er lag eng an Marco gekuschelt unter der Decke und mochte sich nicht bewegen.

Erneut klopfte es, woraufhin Marco etwas Unverständliches brummte und die Decke über seinen Kopf zog.

Maxi musste lächeln, er mochte Marco so müde und verschlafen. Jetzt wurde das Klopfen allerdings kräftiger, lange würden sie hier nicht mehr liegen können.

Maxi vermutete inzwischen auch stark, dass es Jojo war, der da vor der Tür stand. Schließlich waren sie zum Laufen verabredet.

Jetzt war es einen Moment lang ruhig, dann hörte er Klopfen an einer anderen Tür auf dem Gang. Klar, Jojo wusste nicht, in welchem Zimmer sie waren.

„Er ist dein Bruder“, nuschelte Marco unter der Decke hervor.

„Ja, und er will mit uns laufen gehen.“

Marco seufzte tief und vergrub sich noch tiefer in seinem Bett.

„Willst du hierbleiben?“, fragte Maxi leise nach.

„Nein“, brummte Marco. „Sind verabredet...“

„Dann… geh ich mal raus zu ihm und sag ihm, dass er noch etwas warten muss.“ Er küsste Marco kurz, dann stand er auf, zog sich zumindest seine Shorts über und öffnete die Tür.

Jojo stand noch immer vor Maxis Zimmertür, drehte aber den Kopf als er ein Geräusch hörte. „Ach da bist du“, sagte er.

„Ja, wir sind hier. Brauchen aber noch ein bisschen – du hast uns geweckt.“

Jojo schnaubte und grinste seinen Bruder an. „Jetzt sorgst du auch noch dafür, dass Marco auch unpünktlich ist. Schäm dich, Maxi.“

Maxi starrte ihn kurz an, dann prustete er los. „Mein guter Einfluss!“

„Ihr habt zwanzig Minuten“, sagte Jojo. „Und ich guck auf die Uhr, also zack-zack die Herren!“

„Jawohl, Herr Oberleutnant“, nickte Maxi, salutierte kurz und schloss die Tür wieder.

Marco hatte die Zeit genutzt und saß inzwischen immerhin aufrecht im Bett.

„Jojo drängelt“, entschuldigte sich Maxi, setzte sich aber noch einmal zu ihm aufs Bett.

„Tut er doch immer“, grinste Marco und schob sich zu Maxi. Er lehnte sich vor und küsste ihn sanft.

„Er ist halt noch jung“, erwiderte Maxi das Grinsen und küsste ihn wieder.

„Wie lange haben wir?“ fragte Marco in den Kuss.

„Zwanzig Minuten.“

„Das ist reichlich knapp.“

„Am besten ich geh rüber zu mir und wir machen uns fertig.“

„Ja...“ seufzte Marco.

„Bis gleich“, verabschiedete sich Maxi, küsste ihn noch einmal kurz und stand dann auf. Schnell das benutzte T-Shirt übergezogen lief er barfuß rüber in sein eigenes Zimmer.

Hier verschwand er sofort im Bad. Richtig Duschen lohnte sich vor dem Laufen nicht, aber er musste sich zumindest mal mit kaltem Wasser abspritzen.

Ein wenig tat es ihm leid die Überreste des Vorabends loszuwerden, aber Jojo musste ja nicht bei jedem Schritt riechen können, was sie getan hatten.

Während er sich die Zähne putzte suchte er schon mal Klamotten raus und zog sich dann schnell an.

Dennoch wartete Marco und Jojo schon auf ich, als er aus seinem Zimmer kam.

„Es ist wirklich nicht zu glauben“, sagte Jojo kopfschüttelnd.

„Was? Dass ich Marco noch nicht so weit beeinflussen konnte, dass er noch nach mir fertig ist?“

„Dass du es schaffst an nur einem Morgen gleich zweimal unpünktlich zu sein“, sagte Jojo. „Das ist auf eine merkwürdige Art wirklich beeindruckend.“

„Immerhin ist es beeindruckend“, lachte Maxi und zwinkerte seinem Bruder zu. „Also, wollen wir dann los?“

„Wir warten nur auf dich“, sagte Jojo.

„Dann los“, forderte Maxi sie auf und ging schon los nach unten. Sie schlugen wieder den Weg ein, den sie am Vortag schon gelaufen waren.

„Wie war denn der Abend mit Benni?“ fragte Maxi nach einem Moment.

„Sehr nett – wir sind durch ein paar Bars gezogen, haben getanzt, bisschen was getrunken… und wie wars bei euch?“

„Auch sehr schön. Wir waren Tanzen, aber nur in einem Club“, erzählte Maxi. „Und... irgendwelche hübschen Griechen abgeschleppt?“

„Geflirtet schon, aber nicht abgeschleppt. Sind ja ganz schick, aber… nee, das ist nicht so…“

„Na aber flirten macht ja auch schon Spaß“, sagte Marco.

„Ja, das macht echt Spaß. Aber ihr dürft ja nicht mehr“, grinste Jojo ihn an. Es tat zwar noch weh zu wissen, dass er keine Chance bei Marco hatte, aber so konnte er das gut überspielen.

Und Maxi sah so glücklich aus, das half tatsächlich auch ein wenig.

Maxi hatte schon so viel für ihn gemacht, da konnte er auch mal zurückstecken.

Und Marco war immerhin ein guter Freund. Auch ihn wollte er nicht unglücklich sehen.

Die beiden waren schon ein schönes Paar, musste er zugeben.

Jojo schluckte leicht. Daran wollte er jetzt doch lieber nicht denken.

„Jojo, kommst du?“, hörte er seinen Bruder von vorne rufen.

„Ja doch“, rief Jojo und lief wieder schneller.

Ihr Weg führte sie durch einen Pinienwald und einen Olivenhain entlang, ehe er an der Küste zurückführte. Eine Stunde später kamen sie wieder am Hotel an.

„Jetzt habe ich aber auch Hunger“, sagte Marco.

„Oh ja, ich auch. Also ab zum Duschen. Und ich warte diesmal nicht auf euch!“, sah Jojo seinen Bruder eindringlich an.

„Warum guckst du immer mich an? Marco war vorhin auch unpünktlich!“

„Dein schlechter Einfluss“, grinste Jojo.

„Nicht frech werden, Kleiner!“ grinste Maxi zurück.

„Ich sag nur die Wahrheit“, behauptete Jojo.

„Ich geh schon mal vor, das scheint bei euch ja zu dauern“, lachte Marco.

„Pah“, machte Jojo und beeilte sich in sein Zimmer zu kommen.

Mit einem leisen Seufzen stellte er sich unter die Dusche. Klar, er genoss den Urlaub und hatte auch viel Spaß, aber er würde trotzdem erleichtert sein, wenn sie wieder in Bremen waren. Dort konnte er Maxi und Marco einfach viel besser aus dem Weg gehen.

Sicher würde Maxi die meiste Zeit bei Marco sein, und die beiden würden ihn in Ruhe lassen.

Das würde ne ziemlich Umgewöhnung werden. Schließlich waren Maxi und er sonst ständig zusammen gewesen.

Jetzt würde er doch viel Zeit alleine verbringen. Der Gedanke stimmte ihn überraschend traurig.

Aber ihnen war ja beiden klar gewesen, dass das irgendwann passieren würde.

Früher oder später würden sich auch ihre fußballerischen Wege trennen.

Und sobald er nicht mehr so stark in Marco verschossen war, konnten sie ja auch Sachen zu dritt machen.

Er stellte sich unter die erfrischende Dusche, dann zog er sich fürs Frühstück an und trat auf den Flur.

Weder Marco noch Maxi waren bisher da und er lehnte sich kopfschüttelnd an die Wand neben seiner Tür. Er hatte keine Lust allein zu essen, deshalb würde er natürlich auf die beiden warten.

Nach fünf Minuten wurde es ihm zu lang, und er klopfte wieder abwechselnd an die beiden Zimmertüren.

Maxi öffnete die Tür. „Zwei Sekunden, ich find mein Handy nicht!“

„Das findest du in zwei Sekunden auch nicht.“

„Dann hilf mir suchen.“

Jojo seufzte und betrat dann Maxis Zimmer. Marco war nicht hier, offenbar war er in seinem eigenen Zimmer. Sofort fing er an zu suchen, darin war er schon erfahren. Maxi war nicht nur notorisch unpünktlich, sondern verlegte auch gerne Dinge.

„Sucht ihr das hier?“ fragte plötzlich Marco von der Zimmertür her. In der Hand hielt er ein Handy.

„Oh, du bist ein Schatz“, strahlte Maxi seinen Freund an.

„Ich weiß“, grinste Marco.

„Können wir dann los, oder wollt ihr euch noch länger anschmachten?“

„Los und essen“, sagte Maxi sofort.

„Danke“, nickte Jojo und ging gleich vor, damit die anderen beiden es sich nicht noch anders überlegen konnten.

Marco und Maxi folgten ihm und wenig später saßen sie vor gefüllten Tellern am Tisch und aßen.

„Habt ihr schon was Schönes geplant für heute?“, fragte Jojo.

„Nicht wirklich. Aber vielleicht mal wieder ein bisschen was angucken?“ schlug Marco vor.

„Einmal in die Stadt und bisschen bummeln?“, ergänzte Maxi.

Jojo nickte. „Ja, so machen wir es.“

„Benni?“, fragte Marco nach.

„Klar, fragen wir ihn“, sagte Jojo und zückte sein Handy.

Er telefonierte kurz mit Benni, sie verabredeten, ihn einfach am Hotel abzuholen.

„Aber diesmal wieder mit den Rollern, oder?“ fragte Maxi.

„Ja, das macht so viel Spaß“, war Jojo sofort Feuer und Flamme.

„Dann lasst uns mal aufessen und dann los“, sagte Marco.

Nach dem letzten Schluck Orangensaft einige Minuten später brachen sie dann tatsächlich auf. Sie holten schnell ihre Rucksäcke, dann gingen sie zum Rollerverleih.

Kaum fünf Minuten später fuhren sie dann los in Richtung von Bennis Hotel.

Der erwartete sie schon und hatte seinerseits ebenfalls schon einen Roller besorgt, so dass sie gleich losfahren konnten.

In der Stadt angekommen, stellten sie ihre Roller ab und machten sich dann zu Fuß auf Erkundungstour.

Sie gingen durch kleine Läden, sahen sich eine Kirche an und setzten sich schließlich mit einem Eis in der Hand in einen kleinen Park.

Ein leichter Wind wehte und sorgte so für eine angenehme Temperatur und von einem Spielplatz ganz in der Nähe war das laute Lachen von Kindern zu hören.

Ein geradezu paradiesischer Ort, fand Maxi und lehnte sich an seinen Freund.

Er warf einen kurzen fragenden Blick zu Jojo, der ihm nur zunickte. Er würde sich an den Anblick gewöhnen müsse, also warum nicht gleich damit anfangen?

Marco legte einen Arm um Maxi und zog ihn leicht an sich.

Sofort sah Maxi zu Marco und lächelte ihn an.

Und auch Jojo schaffte es zu lächeln, wenn es sich auch noch etwas mühsam anfühlte. Marco und Maxi passten gut zusammen, und er gönnte ihnen ihr Glück von ganzem Herzen. Und er selbst, er würde auch noch jemanden finden, davon war er überzeugt.
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