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Zweikampf um die Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Werder Bremen
01.07.2021
21.10.2021
24
62.723
10
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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05.09.2021 3.304
 
Er hatte nicht viel Zeit, ehe Maxi wieder zu ihnen stoßen würde. Vielleicht ganz plump-subtil? Sie gingen los, und Jojo ging einfach mal dichter neben ihm als üblich.

Allerdings reagierte Marco darauf überhaupt nicht.

War das zu subtil? Oder wollte Marco es nicht bemerken?

„Wie kommt es eigentlich, dass du mit mir ins Team wolltest?“ fragte Marco plötzlich. „Ich hätte gedacht, ihr bildet ein dynamisches Brüder-Team.“

„Ein Brüderteam? Ja, hätten wir auch machen können, aber es macht viel mehr Spaß, wenn wir gegeneinander antreten.

Marco lachte. „Ok, versteh ich. Geschwisterlicher Konkurrenzkampf.“

„Ja so ungefähr.“ Und diesen Konkurrenzkampf führten sie ja auch um Marco.

„Ich find’s echt toll, wie ihr beiden zusammenhaltet.“

„Ja, das finden wir beide auch wichtig. Aber manchmal ist es einfach gut, nicht alles zusammen zu machen.“

„So? Was denn?“ fragte Marco grinsend.

„Volleyball. Und die Männer teilen wir natürlich nicht.“

Marco lachte auf. „Das ist eine sehr vernünftige Einstellung. Sowas bringt vermutlich nur Ärger.“

„Naja, könnte auch so mal Ärger geben. Wenn wir beide irgendwann mal ein Auge auf den selben werfen.“

„Steht ihr denn auf den gleichen Typ?“

„Nicht unbedingt. Klar, nicht dumm, humorvoll, vorzeigbar - aber das will ja vermutlich fast jeder.“

„Stimmt, der Beschreibung würde ich mich nämlich auch sofort anschließen.“

„Und auf was stehst du noch?“

„Sportlich sollte er schon sein“, überlegte Marco.

„Ja, das finde ich auch. Irgendwas sollte man auch zusammen haben.“

„Eben. Außerdem fehlt sonst wohl auch das Verständnis für meinen Job und dass ich mich fit halten muss.“

„Ja, ist bestimmt schön, wenn man dann zusammenläuft oder so.“

Inzwischen waren sie am Volleyballnetz angekommen und setzten sich in den Sand davor. „Und du?“ fragte Marco. „Wie sollte dein Traummann sein? So wie Elias?“

Jojo zuckte mit den Schultern. „Der ist mir dann doch zu... offensiv. Aber es hat mir schon geschmeichelt, dass er mir seine Nummer gegeben hat.“

„Wieso denn auch nicht Jojo?“

Jojo lächelte. „Ja... war das erste Mal, irgendwie...“

„Irgendwie was?“

„Das alles. Das erste Mal so ein bisschen geflirtet...“

„Ist zu Hause ja auch nicht so einfach. In Bremen erkennt man dich überall.“

Jojo nickte. „Das ist wirklich nur hier möglich. Oder an anderen so abgelegenen Orten.“ Er setzte sich etwas anders hin und rutschte dabei etwas dichter an Marco heran.

„Und gleichzeitig weiß man, dass hier nie was Ernsthaftes entstehen kann, egal wie toll der Typ vielleicht ist, den man hier kennenlernt.“

Jojo nickte leicht. „Deswegen wollte ich auch nicht mehr als ein bisschen knutschen.“

„Das kann ich gut verstehen“, sagte Marco seufzend.

Auch Jojo seufzte leise. „Das macht die ganze Sache echt doof...“

Marco legte einen Arm um Jojos Schulter. „Dann müssen wir uns wohl doch nen netten Kerl in Bremen suchen, hm?“

Für einen kleinen Moment schloss Jojo die Augen, dann lehnte er sich leicht an Marco. Das fühlte sich so gut an!

Im nächsten Moment flog dicht über seinen Kopf ein Ball hinweg.

Erschrocken zuckte er zusammen, kippte zur Seite und warf dabei auch Marco um.

„Oh sorry, der Ball ist mir aus der Hand gerutscht“, rief Maxi hinter ihnen.

„Sehr zielgerichtet“. schnaubte Jojo.

„Aber guckt mal, ich habe Benni gleich mitgebracht“, grinste Maxi und zog seinen Bruder hoch.

„Schön“, knurrte Jojo säuerlich, die Unterbrechung nahm er Maxi echt übel.

Benni hatte inzwischen Marco hochgezogen. „So, es steht also Volleyball an“, sagte er.

„Wir wollten bisschen was für die Kondition machen, sonst wird der Trainingsauftakt richtig böse.“

„Immerhin macht Volleyball spaß, ich bin also dabei.“

„Sehr gut. Spielst du mit Maxi zusammen?“

„Klar, Maxi hat mich schon über die Zusammenstellung der Teams informiert.“

„Sehr gut. Dann los“, forderte Marco se auf und ging los in eines der Spielfelder.

Maxi folgte ihm sofort.

Jojo folgte ihm sofort.

Auf der anderen Seite des Netzes machten sich Maxi und Benni bereit.

„Ok, ihr fangt an?“ rief Marco.

Maxi nickte, hob den Ball und schmetterte ihn über das Netz.

Und schon bald war ein lustiges Spiel im Gang.

Im weichen Sand war es nicht einfach schnell zu reagieren, und hin und wieder verloren sie fast das Gleichgewicht, wenn sie dem Ball hinterherjagten.

Und so war es auch kein Wunder, dass sich keins der beiden Duos groß absetzten konnte.

Wieder flog der Ball mit großer Geschwindigkeit über das Netz. Er drohte genau zwischen Marco und Jojo zu landen, und beide hechteten auf ihn zu. Maxi und Benni hörten deutlich, wie ihre Köpfe zusammenprallten.

„Verdammt“, fluchte Maxi und lief sofort zu den beiden.

Jojo lag benommen im Sand, während Marco sich schon vorsichtig aufrichtete.

„Jojo?“ fragte Maxi. „Alles ok?“

Er hörte nur ein leises Stöhnen.

„Jojo?“ Fragte nun auch Marco, während er sich mit der Hand die Stirn rieb.

Wieder nur ein Knurren, dann bewegte sich Jojo ein wenig.

„Ich lauf zum Hotel, damit die nen Krankenwagen holen“, sagte Benni.

Maxi nickte nur, während Marco Jojo in die stabile Seitenlage rollte.

„Das wird wieder“, sagte Marco und drückte kurz Maxis Hand.

Dankbar erwiderte Maxi den Druck. Er machte sich echt Sorgen um seinen kleinen Bruder.

In diesem Morgen schlug Jojo die Augen auf und stöhnte dumpf.

„Bleib liegen“, bat Marco ihn sofort. „Wir sind da ganz schön zusammengerasselt – tut mir leid, ich habe nicht aufgepasst.“

„Das war ein Unfall“, sagte Maxi. „Da hat niemand Schuld.“

Jojo schloss die Augen wieder, aber er war weiterhin wach, das sah man ihm an.

Maxi strich seinem Bruder sanft über die Stirn. „Das du mit deinem Kopf auch immer durch die Wand willst...“

„War es die Wand?“, fragte Jojo leise nach.

„Nicht ganz. Marcos Kopf, aber der hat offenbar nen ziemlichen Dickschädel.“

„Hm, hat er“, murmelte Jojo und hob eine Hand an den Kopf. „Blutet es?“

„Nein“, sagte Marco. „Jedenfalls sehe ich nichts.“

„Gut…“, meinte Jojo leise.

„Benni ist bestimmt gleich mit nem Doc zurück“, sagte Maxi.

„Meinst du, das muss sein?“, fragte Jojo nach.

„Ja, muss es. Mit Kopfverletzungen ist nicht zu spaßen.“

„Nee... mag nicht“, nörgelte Jojo.

Marco strich Jojo leicht über den Rücken. „Lass jemanden drauf gucken Jojo.“

Jojo lächelte leicht, das fühlte sich gut an, wie Marco ihn streichelte, das durfte er gerne länger machen.

„Da kommt Benni“, sagte Maxi wenige Augenblicke später.

Wieder versuchte Jojo sich aufzurichten.

„Bleib liegen“, sagte Marco.

„So schlimm...“, fing Jojo an, dann wurde ihm jedoch ein wenig flau im Magen, und er legte sich wieder hin.

„Klar du Held“, brummte Maxi.

„Und?“ fragte Marco Benni, sobald der nähergekommen war.

„Fünf Minuten“, sagte Benni. „Dann ist ein Notarzt da.“

„Ich brauch keinen...“, murmelte Jojo, dann stöhnte er leise.

„Du wirst nicht gefragt“, sagte Maxi.

„Das ist gemein“, nuschelte Jojo.

„Ich weiß“, grinste Maxi leicht und drückte Jojos Hand.

Jetzt kniete sich auch Benni zu ihm. „Geht es?“, fragte er leise.

„Alles gut“, murmelte Jojo mit geschlossenen Augen.

„Bleib wach, ja“, bat Maxi leise. Das sagten sie im Film doch auch immer.

„Bin auch gar nicht müde“, antwortete Jojo.

„Dann ist gut.“ Er hielt weiter Jojos Hand, während Marco seine jetzt auf Jojos Schulter hatte.

Benni blieb stehen um nach dem Notarzt Ausschau zu halten. Sobald er ihn entdeckte hob er winkend die Hände.

Zwei Personen, ein junger Mann, eine etwas ältere Frau, liefen auf sie zu.

„Da kommt der Doc“, sagte Benni. „Wird also alles gut Jojo.“

„Hmm“, machte Jojo nur und schlug wieder die Augen auf. Der junge Mann kniete neben ihm, während die Frau sich mit Maxi unterhielt.

Danach traten die drei zurück, während die Ärztin mit der Untersuchung begann.

„Das ist eine Gehirnerschütterung. Wir müssen ihn mitnehmen ins Krankenhaus für einige Untersuchungen. Wenn alles gut ist, kann er morgen wieder zurück zu euch.“

„Kann ich mitkommen?“ fragte Maxi.

Die Ärztin überlegte kurz, „Ja, eine Person kann mitkommen. Die anderen müssten hinterherkommen, wenn Sie möchten. Wir fahren ins Mykonos Hospital.“

„Machen wir“, sagte Marco sofort. „Wir nehmen uns ein Taxi.“

„Dann... bis gleich.“ Jojo wurde auf eine Trage gehoben und dann in den Krankenwagen getragen, der an der Seite des Hotels geparkt stand.

Maxi folgte mit einem besorgten Blick, während Marco und Benni zur Rezeption gingen um sich ein Taxi rufen zu lassen.

Mit dem Krankenwagen ging es die wenigen Kilometer zum Krankenhaus, das eher eine bessere Krankenstation war. Dennoch waren sie gut besetzt, und ein freundlicher, älterer Arzt untersuchte Jojo gründlich.

Der Arzt bestätigte die erste Diagnose von einer leichten Gehirnerschütterung. „Sie bleiben heute Nacht hier und morgen schauen wir noch einmal. Aber ich denke, dass Sie morgen zurück ins Hotel können.“

„Danke“, lächelte Maxi den Arzt an. Der Arzt sagte noch etwas zu einer Schwester, die mit im Raum war, und verabschiedete sich dann. Die Schwester brachte Jojo auf ein kleines Einzelzimmer, dafür hatte Maxi schon bei der Anmeldung gesorgt.

„Tut mir leid“, sagte Jojo, als er mit Maxi allein war.

„Muss es nicht. Das war doch ein Unfall, dafür kannst du nichts. Und morgen machen wir dann schon weiter mit unserem Urlaub.“

„Aber vermutlich werde ich nicht schnorcheln können.“

„Wir fragen den Arzt mal, ab wann das wieder geht - dann machen wir das halt später.“

Jojo seufzte tief. „Das kann auch echt wieder nur mir passieren...“

„Sowas kann jedem passieren...“, meinte Maxi, wurde dann aber vom Klopfen an der Tür unterbrochen.

„Das werden bestimmt Marco und Benni sein“, sagte Maxi und rief dann „Herein!“

Die Tür öffnete sich, und tatsächlich betraten die beiden den Raum. Sie hatten eine Stofftasche dabei, die sie auf Jojos Beinen ablegten.

„Wie gehts dir?“ fragte Marco leise und hörbar besorgt.

„Geht schon besser. Die sind sehr nett hier und sorgfältig. Ich soll heute Nacht hierbleiben, morgen kann ich wohl wieder nach Hause.“

„Dann ist gut“, sagte Marco. „Du hast uns ganz schön erschreckt.“

„Mich auch“, meinte Jojo leise.

„Morgen machen wir uns dann einfach einen ganz ruhigen Tag“, sagte Maxi.

„Und alles andere verschieben wir einfach. Also, wir haben dir dein Handy und das Ladekabel mitgebracht, und Zahnbürste und so... ich hoffe, es war okay, dass ich da... eingebrochen bin in dein Zimmer...“, Marco sah ihn entschuldigend an.

„Klar“, sagte Jojo sofort und lächelte Marco dankbar an.

„Deine Balkontür war gekippt, da konnte ich rein.“

„Danke Marco“, sagte Maxi. „Ich habe eben überhaupt nicht dran gedacht...“

„Nein, wie solltest du auch“. sagte Marco beruhigend.

„Und ihr fahrt jetzt zurück ins Hotel“, sagte Jojo. „Ist doch inzwischen spät und ihr seid bestimmt müde.“

„Und dich hier alleine lassen?“, fragte Maxi besorgt nach.

„Ja. Was wollt ihr denn hier machen? Ich werde bestimmt auch bald einschlafen.“

„Dann warten wir noch so lange“, beschloss Marco - dann zögerte er, „oder willst du lieber alleine sein?“

Jojo lächelte. „Nein. Ich hasse Krankenhäuser.“

„Dann bleiben wir noch. Oder einer von uns bleibt. Und morgen früh kommt dann die Frühschicht“, grinste Marco.

„Ihr dürft noch ne halbe Stunde bleiben, dann haut ihr ab“, sagte Jojo fest. „Diese Stühle hier sind unbequem und mir gehts soweit gut. Da muss sich keiner von euch um den schlaf bringen.“

„Okay, abgemacht“, nickte Benni, nahm die Tasche und brachte das Zahnputzzeug zu dem kleinen Waschbecken.

Maxi kümmerte sich inzwischen um Jojos Handy und schloss es an. „Willst du Mama und Papa anrufen?“

„Ist es noch nicht zu spät?“

„Nein, das geht noch.“

„Dann ruf ich mal durch. Beruhigst du Mama, wenn es nötig ist?“

Maxi nickte. „Klar mach ich das.“

Jojo nickte, nahm ihm das Handy ab und wählte die Nummer ihrer Eltern.

„Hallo Johannes“, meldete sich seine Mutter. „Das ist aber schön, dass du dich meldest. Wie ist es in Griechenland?“

„Es ist sehr schön - sogar das Krankenhaus hier“, grinste Jojo.

„Krankenhaus? Wieso Krankenhaus? Was habt ihr angestellt?“

„Ich bin mir Marco zusammengestoßen beim Volleyball und habe wohl eine leichte Gehirnerschütterung.“

„Du hast was?“ fragte seine Mutter nach. „Wie konnte das passieren?“

„Nicht aufgepasst. Aber es ist wirklich alles gut. ich penn halt die Nacht hier, und morgen lassen wir es ruhig angehen, dann ist alles wieder in Ordnung.“

„Alles in Ordnung? Du wärst wohl kaum im Krankenhaus, wenn alles in Ordnung wäre!“

„Zur Überwachung, das ist doch bei einer Gehirnerschütterung normal.“

„Gehirnerschütterung... Wärs nicht besser, wenn ihr dann nach Hause kommen würdet?“

„Nein, warum? Ich schone mich ein bisschen, leg mich an den Strand, und morgen oder übermorgen ist alles wieder Okay.“

„Hm“, machte seine Mutter nicht grade glücklich. „Ist dein Bruder bei dir?“

„Ja, klar - soll ich ihn dir mal geben?“

„Ja bitte.“

„Dann bis bald - und mach dir keine Sorgen, ich bin hier gut versorgt.“ Jojo hörte noch die Verabschiedung seiner Mutter, dann reichte er das Handy weiter.

Maxi rollte grinsend mit den Augen und nahm das Handy entgegen. „hallo Mama.“

Er hörte ihrer Mutter eine Weile zu und seufzte leise. „Ich geh mal raus, Jojo soll schlafen“, sagte er dann und verließ das Zimmer.

„Eltern“, lachte Marco, als die Tür hinter Maxi zuging.

Jojo grinste. „Sie macht sich ja nur Sorgen. Aber trotzdem - ihr wäre es am liebsten, wenn ich sofort nach hause kommen würde.“

„Maxi wird sie schon beruhigen“, sagte Marco.

„Ich hoffe es. Eine besorgte Mutter kann man echt nicht gebrauchen. Einerseits nervt sie, andererseits hat man ein schlechtes Gewissen.“

„Ja, aber es war trotzdem gut, dass ihr gleich angerufen habt. Stell dir nur vor, sie hätte es später zufällig erfahren...“

„Ja, das wäre auch doof gewesen.“

„Und da du vollständige Sätze bilden konntest, wird ihr auch klar sein, dass es dir nicht allzu schlecht geht“, fügte Benni hinzu.

„Ja, und Maxi wird sie jetzt weiter beruhigen. Das kann er echt gut.“

„Tut der Kopf noch sehr weh?“ fragte Marco.

„Nee, ich habe glaub ich auch ein Schmerzmittel bekommen. Dröhnt noch ein bisschen, aber das ist bestimmt auch bald weg.“

Marco griff nach Jojos Hand. „Dann versuch ein bisschen zu schlafen, ok?“

Jojo lächelte ihn an. Marcos Fürsorge und auch die Berührung tat unendlich gut - und ließ es trotz der blöden Situation in seinem Bauch kribbeln.

„Wir bleiben hier, bis du eingeschlafen bis“, versprach Marco.

Jojo lächelte leicht und schloss die Augen, dabei hielt er weiter Marcos Hand fest.

Wenig später kam Maxi zurück ins Zimmer.

„Pssst“, machte Marco sofort, ehe er etwas sagen konnte.

Maxi nickte und trat zu Marco ans Bett. Er sah zu seinem Bruder und seufzte leise.

„Geht ihm schon wieder ganz gut“, wisperte Marco.

„Weiß ich. Mach mir trotzdem Sorgen“, flüsterte Maxi zurück.

Marco nickte verstehend.

„Sollte sich ein Arzt nicht auch mal deinen Kopf angucken?“ fragte Maxi leise.

„Nee, der hat nichts abbekommen. Hat kurz weh getan, aber auch echt nicht lange.“

„Dann ist gut“, seufzte Maxi.

Sie blieben noch etwas, bis Marco ganz behutsam Jojos Hand losließ.

„Er schläft“, wisperte er. „Wollen wir zurück ins Hotel?“

Maxi nickte. „Es bringt nichts, wenn wir hier die ganze Nacht sitzen. Ich komm morgen ganz früh wieder her.“

„Wir kommen her“, sagte Marco sofort.

„Okay, dann kommen wir her“, stimmte Maxi zu.

Leise standen sie alle auf und verließen das Krankenzimmer.

Marco sah sich beim Rausgehen noch einmal um, aber Jojo rührte sich nicht, er schlief tief und fest.

„Vor der Klinik gibt es einen Taxistand“, sagte Benni.

Er führte die beiden anderen hin, und gemeinsam nahmen sie ein Taxi zurück zu ihren Hotels.

Erst fuhren sie zu Bennis Hotel, dann zu dem von Maxi und Marco.

Müde gingen die beiden hoch zu ihren Zimmern.

„Wann treffen wir uns morgen?“ fragte Marco.

„Früh... Frühstück gibt es ab halb sieben... also gegen halb sieben? Dann können wir kurz vor halb acht bei Jojo sein?“, schlug Maxi vor.

„Ok, machen wir so“, nickte Marco.

„Dann schlaf gut“, wünschte Maxi, betrat aber noch nicht sein Zimmer.

„Alles ok?“ fragte Marco leise.

„Ja, ich denke schon. War halt ein aufregender Tag... gerade das Ende.“

„Willst du noch mit zu mir kommen?“ fragte Marco.

Maxi zögerte, so pro forma, dann stimmte er zu. „Das würde mir sicher guttun.“

„Dann komm“, sagte Marco und ging vor zu seinem Zimmer.

Maxi folgte ihm und setzte sich auf das Sofa.

„Wasser oder Cola?“ fragte Marco.

„Auf den Schreck bitte eine Cola.“

Marco nickte und holte zwei Dosen Cola aus dem kleinen Kühlschrank. Eine gab er an Maxi, dann setzte er sich neben ihn.

„Das war doch echt ein Abend, den keiner braucht“, murmelte Maxi nach dem ersten Schluck.

„Ja, dabei hatten wir so einen Spaß.“

„Ja, bis zum... großen Knall.“

„Ich hätte nicht so hinspringen sollen“, murmelte Marco.

„Gib dir da keine Schuld, Marco. Sowas passiert im Spiel nun mal.“

Marco lehnte sich leicht gegen Maxi. „Ich weiß. Vorwürfe macht man sich aber trotzdem immer.“

Sofort legte Maxi ihm einen Arm um. „Ist ja zum Glück nichts Schlimmes passiert. Die Ärzte meinten, es wäre auch nicht dramatisch, sie wollten ihn nur zur Sicherheit behalten, wo wir eh schon mal da waren.“

„Weiß ich. Und eigentlich sollte ich dich trösten, oder?“ grinste Marco leicht.

„Können wir ja gegenseitig machen“, schlug Maxi vor.

Marco lächelte leicht. „Guter Plan.“

Maxi trank einen weitern Schluck aus seiner Dose. „Dann sollten wir morgen einen ruhigen Strandtag machen, was meinst du?“

„Ja natürlich. Was ganz Ruhiges. Und wenn wir Jojo irgendwo anbinden müssen.“

„Ich weiß nicht, ob er auf sowas steht...“

Marco lachte leise. “Das weiß ich auch nicht.“

„Ich will es auch nicht unbedingt rausfinden.“

„Du bist sein Bruder, das wäre auch sehr merkwürdig.“

Maxi lachte leise. „Ja, das wäre...“ Demonstrativ schüttelte er sich.

„Ok, schnell weg mit dem Gedanken“, grinste Marco.

„Danke“, erwiderte Maxi das Grinsen.

„Aber erzähl doch mal, worauf stehst du so?“ fragte Marco neugierig.

„Hm - worauf steh ich... Ist gar nicht so einfach - ich glaub, vor allem das ganz Normale. Und du?“

Marco nickte. „Ich habe vorhin schon mit Jojo darüber gesprochen. Ich find’s auch schwer, das wirklich zu sagen. Es muss einfach... passen.“

„Ja, das trifft es wohl. Er muss mit dem Fußball zurechtkommen - und mich andererseits nicht nur wegen dem Fußball wollen.“

„Und er muss damit klarkommen, dass wir nie eine wirklich öffentliche Beziehung führen können.“

„Das macht die Suche noch mal schwerer...“

„Am einfachsten wäre vermutlich ein anderer Fußballer“, sagte Marco leise.

Maxi nickte leicht. „Das wäre wirklich das einfachste...“ Er lehnte sich leicht an Marco an, hoffentlich war das nicht zu auffällig.

„Aber das ist auch schwierig. Mit den ganzen Wechseln und so.“

„Man müsste also gucken, dass man zumindest in der Nähe des anderen bleibt - und nicht einer nach China geht.“

Marco nickte. „Aber in einer Mannschaft wäre auch nicht unproblematisch. Man müsste drauf achten, dass die anderen nichts mitbekommen und falls man sich streitet...“

„Dass keiner was mitkriegt - ich glaub, das geht. Ich guck ja jetzt auch keinem auf den Schwanz. Aber das mit dem Streit wäre wirklich schwierig.“

„Wie du riskierst keinen Blick?“ fragte Marco lachend.

„Nein!“, schüttelte Maxi sofort den Kopf. „Machst du das etwa?“

„Naja... also ein bisschen gucken ist schon erlaubt find ich.“

„Ich vermeide es vorsichtshalber.“

„Gibt es denn jemanden in der Mannschaft den du attraktiv findest?“ fragte Marco.

„Hm – gut aussehen tun ja schon einige“, erklärte Maxi und gähnte dann.

„Du gehörst ins Bett“, sagte Marco.

„Ich klinge jetzt wie ein kleines Kind, aber... ich will noch nicht.“

„Du siehst aber extrem erschöpft aus.“

„War ein aufregender Tag. Aber schlafen kann ich noch immer nicht.“

„Und was machen wir da?“

„Weiß nicht...“

„Film gucken?“ schlug Marco vor.

„Ja, das klingt gut. Bisschen Ablenkung.“

„Was willst du gucken?“

„So viel Auswahl haben wir hier bestimmt nicht - Zapp mal durch.“

„Ich habe auf meinem Laptop Netflix“, grinste Marco.

Maxi grinste. „Okay, dann... irgendwas Witzig.“

„Dann komm ab aufs Bett, da ist es gemütlicher zum gucken.“

Maxi zog die Schuhe aus und rutschte auf die breite Matratze.

Marco holte unterdessen seinen Laptop und setzte sich dann zu Maxi. „So, dann gucken wir doch mal.“

Sie guckten ein wenig durch, dann fanden sie einen Film, der ihnen beiden zusagte.

Der Film war wirklich sehr nett, aber Maxi war müde und Marcos Nähe lenkte ihn ab.

Irgendwann war das alles zu viel, und er sackte zur Seite.

Er hörte noch, wie Marco etwas sagte, verstand es aber nicht. Wenig später schlief er tief und fest.
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