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Ein Käuzchen für den Fuchs

von -Jaelle-
GeschichteHumor, Erotik / P18 / MaleSlash
Akaashi Keiji Bokuto Koutarou Kozume Kenma Kuroo Tetsurou Miya Atsumu Terushima Yuuji
01.07.2021
22.07.2021
5
4.591
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22.07.2021 1.158
 
Akaashi Keiji war kein leidenschaftlicher Mann.

Er war ein Kopfmensch, kreativ, wenn es um Worte ging, aber seine Gefühle hielt er stets unter Kontrolle, es war einfach seine Natur. Eine derart verrückte Liebe, wie sein bester Freund Bokuto und sein Partner Kuroo füreinander fühlten, war ihm völlig fremd. Er wollte das für sich um jeden Preis vermeiden, dieses lächerliche Sehnen, die gemurmelten Liebesschwüre in der Öffentlichkeit, wenn sie meinten, dass sie keiner hörte, das ständige Antatschen bei jeder Gelegenheit, so als ob man nicht mehr atmen könnte, wenn der andere einen nicht berührte.

Er bevorzugte Beziehungen, die mäanderten, vor sich hinplätscherten, die sich an seinen Terminkalender hielten und die er mit Leichtigkeit in seinen Alltag integrieren konnte. Und mit dem verdammten Miya würde er nichts davon haben!

Der Mann versprach Lärm, Chaos und Achterbahnen in seiner Blutbahn und seinem Hirn. Er sollte sich schleunigst von ihm befreien und sich auf den Weg nach Hause machen.

Allein.

Stattdessen hatte er seine Hände ins Oberteil des dämlichen Cafébesitzers gekrallt und ließ es zu, dass dessen Lippen wie ein Hauch über seinen eigenen schwebten. Aber er konnte es nicht aufhalten. Egal, wie sehr er es versucht hatte, sich einzureden. Der Miya faszinierte ihn über alle Maßen und beherrschte seine Gedanken viel zu sehr. Schon viel zu lange. Einen Kuss nur, so schwor sich Akaashi.

Nur einen Kuss und dann wäre er endlich in der Lage, den Miya aus seinem Kopf zu jagen, um mit seinem Alltag weiterzumachen. Er würde sich einen netten, langweiligen Mann suchen, sich in einer netten, langweiligen Gegend niederlassen und ein nettes, langweiliges Leben führen. Für Aufregung hatte er seine Freunde, das sollte reichen.

Noch nie in seinem Leben hatte sich Akaashi Keiji mehr geirrt.

Atsumus Atmung setzte aus, als seine Lippen endlich das weiche Paar vor ihm berührten, während er sich für den Schmerz in seinem Unterleib bereit machte. Zu seinem Erstaunen hob Akaashi zwar sein Knie an, allerdings nicht, um es ihm voller Wucht in wirklich wichtige Körperteile zu rammen, sondern um ihm endlich die heißersehnte Reibung zu verschaffen. Die Arme des Schwarzhaarigen hatten sich schon längst um Atsumus Oberkörper geschlungen, zogen ihn näher.

Der Ton, den Akaashi an seinen Lippen von sich gab war süß. Provozierend zupfte er an seinen Nervenenden, brachte ihn dazu, den Kuss, den er als seichte Berührung ihrer Lippen geplant hatte, zu vertiefen. Überraschenderweise war es Keijis Zunge, die schüchtern an Atsumus Lippen stupste, um Einlass bat, der ihr gewährt wurde.

Die erste Berührung ihrer suchenden Zungen war wie ein elektrischer Impuls. Die Haare in seinem Nacken stellten sich auf, die Welle raste weiter, seinen Oberkörper hinunter bis in die Fingerspitzen, weiter, sammelte sich als feuriger Ball in seinem Magen, nur um im nächsten Moment wie ein Feuerwerk zu explodieren und seinen kompletten Körper ins Chaos zu stürzen.

Heilige! Was machte dieser Mann nur mit ihm? Akaashi klammerte sich an den verdammten Miya, seine Sinne völlig überflutet vom Geschmack des anderen.

Sein Puls jagte, der Kopf war schon längst nicht mehr in der Lage, dem Geschehen zu folgen und er war sich sicher, dass er verrückt werden würde, wenn er nicht endlich Haut, nackte, heiße Haut unter seinen suchenden Fingerspitzen spüren würde.

Wie im Wahn zerrte Akaashi an Atsumus Shirt, riss es ihm förmlich aus der Hose und dann… endlich!

Mit einem erleichterten Aufstöhnen berührte er Atsumus heiße Haut. Ließ seine Fingerspitzen über den festen, muskulösen Rücken wandern, zeichnete die Linien der Muskulatur nach, spürte, wie der andere unter seinen Berührungen erbebte und berauschte sich an den leidenschaftlichen Seufzern, die Atsumu an seinem Mund ausstieß. Mehr! Oh Gott, er brauchte mehr davon!

Atsumu war nicht untätig, während Akaashi seinen Mund plünderte und seine Haut mit den sanften Berührungen in Brand setzte. Zielstrebig umfasste er den knackigen Hintern, der bisher an die Hauswand gepresst wurde, und grub seine Finger in den warmen Muskel. Mit einem Ruck hatte er sich Keiji auf die Hüften gezogen und endlich pressten sich ihre Mitten so verlangend aneinander, dass ihm fast schon schwindelig wurde.

Ohne sein Zutun hatte Akaashi seine langen Beine um seine Hüften geschlungen und sich in ein sexy Klammeräffchen verwandelt. Mit einem tiefen Grollen bewegte Atsumu seine Hüften und drängte Akaashis freche Zunge wieder zurück in seine eigene Mundhöhle, dominierte ihren Kuss, nahm sich, was er schon so lange begehrte und Keiji blieb ihm nichts schuldig.

Perfekt, es war einfach perfekt.

Da er dringend Sauerstoff brauchte, unterbrach er unwillig den Kuss, aber weil er den Kontakt mit Akaashi nicht unterbrechen wollte, lehnte er seine Stirn an die seines Kusspartners, der selbst keuchend um Luft rang.

Eine Gruppe Jugendlicher ging fröhlich feixend und johlend an ihnen vorbei, brach den Zauber und brachte die beiden Männer ziemlich unsanft zurück auf den Boden der Tatsachen.

Oh Gott! Sie befanden sich noch immer in der Öffentlichkeit! Etwas Abseits vom Getummel, aber für jeden gut sichtbar, der in die kleine Nebenstraße blicken würde, so wie die Jugendlichen gerade.

Langsam ließ Atsumu Keiji an seinem Körper nach unten gleiten, bis dieser wieder festen Boden unter den Füßen hatte, allerdings lockerte er die Umarmung nicht, so dass Akaashi sich fühlte, als würde er von einem lebendigen Schraubstock an Ort und Stelle gehalten.

In ihm tobte ein wahrer Sturm von Emotionen, der sich auch in seinen ausdrucksstarken blau-grünen Augen widerspiegelte. Wie hatte er jemals annehmen können, dass er kein leidenschaftlicher Mann war? Er wollte genau DAS hier.

Mit nichts weniger würde er sich jemals wieder zufriedengeben.

Wenn die Jugendlichen ihn nicht wieder zur Besinnung gebracht hätten, wäre Atsumu genau dort in der Gasse über Keiji hergefallen und dann wäre es das gewesen. Aber Heilige! er konnte sich nicht erinnern, wann er jemals derart erregt gewesen war und er war beileibe kein Kind von Traurigkeit!

Allerdings wurde ihm durch diese Aktion bewusst, dass er mit Akaashi eben nichts Unverbindliches haben wollte. Er wollte diesen Mann in seinem Leben, mit allen Konsequenzen!

So schwer es ihm fiel, löste er die Umarmung vorsichtig etwas und bedeckte Keijis Mundwinkel mit kleinen, liebevollen Küssen. „Was meinst du, Keiji, hast du noch Lust, mit den anderen zu feiern, jetzt, da wir die Fronten geklärt haben?“ Verwirrt blinzelte Akaashi den verdammten Miya an. Wollte der ihn veraschen? Heiß machen und dann zur Tagesordnung übergehen? Schon begann er sich in der nur noch lockeren Umarmung zu versteifen.

„Ah… Keiji… schau mich nicht so an… wenn du deine Augenbraue so angepisst hochziehst, kann ich für nichts mehr garantieren.“

Wie zur Bestätigung bedeckte Atsumu Keijis Hand mit seiner eigenen und führte ihn hin zu seiner pochenden Härte. Ein niedlicher Rotschimmer flog über Akaashis Gesicht.

„Ich möchte sehen, wo das mit uns hinführen kann. Und wenn ich mit dir allein bin, dann kann ich für nichts garantieren. Ok? Ich möchte Zeit mit dir verbringen, aber gerade traue ich mir selbst nicht über den Weg.“

Keiji lachte rau auf. „Ok Miya. Lass uns zurückgehen.“

Dankbar lächelte Atsumu Akaashi an. Das war entweder seine beste oder seine blödeste Idee, die er jemals hatte.
 
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