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Schwingen des Todes

KurzgeschichteAbenteuer, Angst / P12 / Gen
Jeffrey Quickpaw Baker Nell Greenbaum OC (Own Character) Wing Feather
30.06.2021
30.08.2021
3
1.986
4
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30.06.2021 874
 
Kapitel 1:

„Ara, kommst du endlich? Bald geht die Sonne auf und wir müssen auf die Jagd!“, rief meine kleine  Schwester  Lily aufgeregt und flatterte auf und ab. „Du meinst ich muss auf die Jagd, während du entspannt deine ersten Flugversuche machst!“, grummelte ich, empört darüber, dass ich vor Sonnenaufgang geweckt wurde. Dennoch machte ich die Augen auf, entknotete mich aus meiner angenehmen Schlafposition und plusterte mein braunes Gefieder auf.

Brr, ganz schön kalt! Aber der Anblick der gerade aufgehenden Sonne war gewaltig! „Ich hab hunger!“, quengelte aufeinmal mein Bruder Pan, der gerade erst wach wurde. „Ist ja schon gut, ich gehen jagen!“, seufzte ich und ergab mich meinem Schicksahl. „Aber was ist mit mir?“; rief Lily, als ich schon abhob. „Du passt auf Pan auf! Ich kann mich schließlich nicht dreiteilen!“

Wenig später war ich hinter dem nächsten Berg verschwunden. Genießerisch schloss ich die Augen, er war ein wunderbares Gefühl zu fliegen. Als wäre man frei und könnte alles machen was man wollte, meine Probleme mit meinen kleinen Geschwistern waren vergessen und meine Sorgen auch.
Jetzt zählte nur, dass ich Beute mitbrachte, dann würden wir weitersehen.
Seit unsere Mutter vor einem halben Jahr gestorben war, war das Leben nicht mehr so ruhig und schön wie vorher, nein! Jetzt war ich es, die tagein, tagaus hungrige Mäuler füttern musste, das Fliegen beibrachte und tröstete, wenn etwas wehtat.

Nach wenigen Minuten hatte ich eine Maus und einen Schneeschuhhasen erlegt, dass sollte erstmal reichen, mal davon abgesehen konnte ich auch nicht mehr tragen, und so machte ich mich auf den Weg zurück zu den beiden Quälgeistern, die auf meine Rückkehr, und vorallem auf dass, was ich mitbrachte, warteten.

„Da bist du ja endlich!“, begrüßte mich meine Schwestern vorwurfsvoll. „Warum hat dass so lange gedauert? Ich verhungere gleich!“. „Wer unfreundlich ist, bekommt schonmal gar nichts!“, gab ich bestimmt zurück. „Nagut! Entschuldige euer Hoheit, dass ich euch zur Last gefallen bin!“, sagte sie in einem ehrfürchtigem Tonfall, naja, wahrscheinlich sollte es so klingen.
„Dummer Federball“, neckte ich sie, während ich Pan mit der Maus fütterte. Lily hatte dden Schneeschuhhasen entdeckt und da ich fürchtete, dass ich nichts mehr abbekam, rief ich schnell: „Du lässt mir doch was übrig, oder?“. „Wieso?“, war die unschuldige Antwort. „Naja, es könnte doch sein, dass ich ohne irgendetwas zu essen nicht mehr fliegen kann, und dann kann ich dir auch nichts beibringen!“, sagte ich in einem ebenso gespielt unschuldigen Tonfall, wie Lily es getan hatte.
„Hmpff!“, war das Einzige, was ich noch hörte, bevor sie ihre Hälfte des Hasen verschlang. Na also, ging doch!

           * * *

Später in der Nacht konnte ich nicht schlafen, zuviel ging mir durch den Kopf. Ich vermisste meine Mutter, die morgendliche Jagd, nachder jeder satt war, außer im Winter, da hungerte sie manchmal für uns.

Da ertöhnte ein Schrei.

Allermiert setzte ich mich auf und sah angespannt in die Nacht. Ich erkannte Umrisse, die immer näher kamen. Fiegende Umrisse! Ich wusste sofort, wer das war, schließlich hatten die Vögel , falls es denn noch welche waren, meine Mutter umgebracht!

Todschwingen, wie diese Vögel aller Art sich nannten, eroberten immer mehr Gebiete und ihre Gruppe wuchs stetig. Wer ihnen nicht beitreten wollte, wurde getötet. Auch Mutter kam von da, doch sie floh, wurde vefolgt. Meinen Vater hatte ich nie kennengelernt, er stammte anscheinen auch von dort. Doch Pan und Lilys Vater hatte ich kennengelernt, ihn wie meinen eigenen Vater geliebt, bis er getötet wurde, von den Todschwingen.

Mäusemist! Wir musste und beeilen! „Lily, Pan! Aufstehen, wir müssen weg, sofort! Die Todschwingen kommen!“, rief ich den beiden leise zu. Es ertönte noch ein Schrei, ein Habicht! „Ara, lass mich schlafen!“, sagte Pan schläfrig. „ Wenn du frei leben willst, würde ich jetzt aufstehen!“

„Was..?“, fragte mich Lily verstört. „Die Todschwingen kommen!“, schrie ich nun schon fast. Na bitte, schon standen beide Kerzengrade im Nest. „Was sollen wir jetzt tun?“, flüsterte Pan ängstlich. „Wegfliegen“, antwortete ich. „aber, ich kann kaum fliegen und Pan hat noch nicheinmal richtige Federn, also-“. „Du kannst fliegen, wenn du es nur willst!“, fuhr ich Lily an. „Pan werde ich tragen, er ist ja zum Glück nicht allzuschwer!“

Die beiden nickten eingeschüchtert. Das wollte ich damit zwar nicht erreichen, aber immerhin hörten sie jetzt auf mich. „Los!“, rief ich, als Pan sich vor mir hingesetzt hatte und Lily startklar war. Strauchelnd erhob sie sich in die Lüfte und ich folgte, etwas eleganter, ihrem Beispiel, nachdem ich Pan vorsichtig in die Klauen genommen hatte.

Wir flogen immer höher, weiter, schneller. Nur weg von diesem Ort, der nun nicht länger unser zuhause war. Wir überquerten die Berge und einen Fluss, doch wir waren noch lange nicht außer Gefahr!  Schon hörten wir die ersten angriffslustigen Schreie hinter uns und aus dem Augenwinkel sah ich etwas vorbeizischen, Auch dass noch, ein Adler!

Ich gab Lily ein Zeichen und wir stoben auseinander, sie nach oben, ich nach unten. Der Adler blieb verdutzt in der Luft stehen und bekam sowas wie eine Flügelstarre, nur dass sie nicht aus Angst oder entsetzten kam, sondern er einfach vergaß mit den Flügeln zu schlagen. Ha!

Schnell flog ich zu meiner nun besser fliegenden Schwester und wir flogen, die Verfolger fürs erste abgehängt, nach Norden, wo es hoffentlich sicherer war.
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