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Moonlight Queen

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Romance / P18 / Het
Bokuto Koutarou Hoshiumi Kōrai Kageyama Tobio Miya Atsumu OC (Own Character) Ushijima Wakatoshi
30.06.2021
13.08.2022
46
151.159
20
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
03.08.2022 3.524
 
- Beta Volantis -
Aus dem Sternbild Fliegender Fisch
Lat. Volantis
Helligkeit: 3,77 magnitudo
Zu sehen von 14° Nord bis 90° Süd



>*<



„Oh scheiße, das ist ja voll widerlich", kommentiert Mei das Ganze, während alle Anderen still dieses Dilemma anstarren, Kōrai einfach nur fassungslos ist und Rin am liebsten sterben würde. Aber klar, Mei muss das Offensichtliche aussprechen, damit es alle nochmal ganz deutlich mitkriegen. Als wäre das gerade nicht schon aussagekräftig genug gewesen.

„Rin-chan, bist du schwanger?", fragt plötzlich Kōtarō, geistreich wie immer, und lehnt sich vor, um einen noch besseren Blick zu haben. Vier Meter Abstand sind ihm wohl noch zu wenig. Möchte er die Brocken vielleicht noch genauer studieren oder zählen? Oder den genauen Farbton ermitteln?

„Wie kommst du denn auf diese beschissene Idee?", hakt Tobio nach und zieht verwirrt eine Augenbraue hoch.

„Nun ja. Ich dachte, es wäre normal zu brechen, wenn man schwanger ist", zuckt Bokuto mit den Schultern, legt den Kopf schief und wirkt mehr als nur verwirrt.

„Achso, wenn ich jetzt gleich ebenfalls reihern muss, bin ich dann auch schwanger?", fragt Osamu neugierig nach und schüttelt dann mit dem Kopf. Atsumu muss sich ein dümmliches Lachen verkneifen und sogar Wakatoshi schmunzelt belustigt.
„Und all die Jahre wusste ich nichts davon! Es muss ein Wunder sein!"

„Gut okay! Ich geb es ja zu! Ich bin schwanger!", schreit Shizuka mit einem Mal durch das Ferienhaus und wirklich alle, sogar Rin, die nach diesem kleinen Kötzerchen nicht mehr reihern muss, starren sie überrascht an.

„Was?", fragt irgendjemand und direkt danach ist es wieder so still, das Rin sich einbildet, eine Zikade zirpen zu hören.
Aber das ist nicht so ein Film.

„Man, ihr macht mich ganz verrückt! Ich bin schwanger, ja ich gebe es zu! Ich hab von Atsumu ein Braten in der Röhre und das schon seit fast sechs verdammten Wochen!", stellt Shizuka lautstark klar und verschränkt dann die Arme.

„Verarscht du mich grad, Zuka? Wenn ja, ist das ein verdammt schlechter Scherz", knurrt Atsumu und lehnt sich verschwörerisch vor, um seine Soulmate ganz genau zu mustern. Doch dieser böse Blick, den sie ihm zu wirft, prallt an ihm ab.

„Ich mache über sowas ganz bestimmt keine Witze!", faucht sie empört und verschränkt die Arme.
„Man, ihr schaut alle, als hätte ich gerade erzählt, dass ich unheilbar Krebs habe. Denkt ihr, dass ich so eine schlechte Mutter bin?", fragt sie sofort und selbst aus der Distanz von besagten Vier Metern sieht man, wie sich ihre Augen mit Tränen füllen. Nicht gut.
„Freut ihr euch gar nicht?"

Irgendjemand muss dringend diese Situation retten. Am besten wären da ja Atsumu oder Mei.

„Ich mach mir eher Sorgen, was Tsumu für ne Scheiße mit dem Kleinen, oder eben der Kleinen, macht", überlegt Osamu und schüttelt dann mit dem Kopf. Liebevoll tätschelt er ihren Oberschenkel und reibt seine Wange einen Moment an ihrer, was sie nicht nur zulässt, sondern auch genießt.
„Du wirst die beste Mama der Welt, Shizu-chan."

„Ich glaubs ja nicht, du blödes Miststück! Du hast es uns, deinen besten Freundinnen, nicht schon vorher erzählt! Deswegen sind die Alpakas nicht zu dir gekommen! Sie haben es gespürt, aber weil du nicht mit der Sprache raus gerückt bist, haben sie dir in den Hals geschissen und dich ignoriert!", versetzt Mei und rümpft die Nase. Nebenbei zeigt sie immer wieder anklagend mit dem Zeigefinger auf die Rothaarige Miya.

„Du bist wieder sowas von gemein!", jammert Shizuka und lässt sich dann von Atsumu soulmatemäßig umarmen.

Genau das ist der Moment, in dem Rin aus ihrer Starre erwacht und die Situation erfasst, in der sie sich selbst gerade befindet. Kōrais Finger liegen noch immer auf ihren Schultern und auf seinem Shirt pragt der mehr oder weniger hübsche Fleck ihrer oralen Hinterlassenschaften. Ein ekelhafter Geschmack breitet sich in ihrem Mund aus und sie verzieht das Gesicht.

„Ich denke, ich sollte mal ins Bad", meint sie schließlich und geht vorsichtig einen Schritt zurück. Eigentlich hält sie es keine Sekunde länger neben ihm aus, aber andererseits würde sie sich gerne bei ihm, in seinen Armen, verstecken. Vor allem vor dieser peinlichen Situation, obwohl sie ja zum Glück nicht mehr der Mittelpunkt der Gruppe ist. Nacheinander umarmen alle Shizuka und wünschen dem Soulmate-Paar alles Gute zum „Braten in der Röhre" oder der „kleinen Miya-Plage". Wobei Kōtarō sich sicher ist, dass es eine kleine Prinzessin wird, die alle spielend einfach um die Finger wickeln kann.
Sein Optimismus ist wirklich beneidenswert.

„Klar", kommt von Kōrai nur eine Sekunde später und dann sind seine Hände so schnell weg, als hätte er sich verbrannt.

„Gib mir dein Shirt. Ich... kann versuchen, es sauber zu machen", bietet Rin an und blickt dann mit roten Wangen zu Boden. Auf Zehenspitzen weicht sie der Pfütze so gut es geht aus und tapst dann langsam Richtung Bad. Auf dem Weg dorthin, klaubt sie ihre Tasche auf, die sie vorhin auf einen der Barhocker an der Küchentheke geschmissen hat. Auf der Hälfte der Strecke sieht sie sich kurz nach Kōrai um, der ihr sogar folgt.

„Musst du nicht. Morgen geht es sowieso nach Hause", winkt er ab, zupft aber dann trotzdem nach dem Shirtsaum. Zum Vorschein kommen natürlich die wohlgeformten Bauchmuskeln und Rin wendet schnell den Blick ab. Wenn sie ihn jetzt auch noch halb nackt ansehen muss, ist es um ihre sowieso schon bröckelnde Selbstbeherrschung endgültig geschehen. Dann wird der Drang, sich an ihn heran schmeißen übermächtig und sie wird am Ende nur noch mehr enttäuscht werden.
Kein guter Plan.

„Nicht dass es eintrocknet. Und stinkt", weicht sie aus und öffnet die Tür zum Bad. Direkt gegenüber ist das große Waschbecken befestigt und ein sauber geputzter Spiegel hängt an der gefliesten Wand. Darin bemerkt Rin als erstes ihr Spiegelbild und ist sowas von erschrocken, weil sie aussieht wie eine verschissene Leiche.
„Mein Gott, seh ich beschissen aus" grummelt sie so vor sich hin und schaltet den Wasserhahn ein. Eiskaltes Wasser läuft über ihre Finger. Kurz zögert sie, dann klatscht sie sich etwas von dem kalten Nass ins Gesicht, was für ein paar Sekunden einfach nur gut tut. Dann allerdings kommt Rin wieder im Jetzt an und spürt ein unangenehmes Gefühl im Nacken.

„Du siehst nicht beschissen aus", widerspricht Kōrai neben ihr und streckt Rin dann das besudelte Shirt hin.

„Danke", erwidert sie lahm und nimmt den dunklen Stoff entgegen, ohne ihn oder den Besitzer anzusehen. Routiniert hält sie ihn unter das laufende Wasser, spült die Rückstände ihres oralen Angriffs ab, aber das Kribbeln wird kein bisschen besser. Erst als er nach ein paar Sekunden aus dem Raum geht und sie machen lässt, verschwindet der Druck auf ihrer Brust und sie schafft es tatsächlich mal wieder einzuatmen.
Jetzt nur nicht weinen oder sowas.

Leider muss sie zugeben, dass das vorhin ihr so scheiße peinlich war, dass sie sich am Liebsten in irgendeinem Loch vergraben gehen würde und nie wieder auftauchen will. Aber heute ist ein ganz schlechter Tag für solche Gedanken, zumal sie das einer schwangeren Shizuka, an ihrem Geburtstag, auf keinen Fall antun kann.
Ha, schwanger.
Das ist mal eine echte Überraschung, womit Rin wirklich nicht gerechnet hat.

„Ich... Hätte ich gewusst, dass du mich jetzt so zum Kotzen findest, wäre ich schon nach Hause gefahren", meint Kōrai plötzlich, in die Stille der Handwäsche hinein, und zieht sich ein anderes T-Shirt über den Kopf. Es ist dunkelgrau und auf Höhe der Brust wurde das charakteristische Willkommens-Logo von Las Vegas gedruckt.
Danach bleibt er neben Rin stehen und beobachtet, wie sie das nasse Shirt knüllt, auswringt und es dann sich wieder vollsaugen lässt.

„Ich finde dich nicht zum Kotzen. Das war tatsächlich diese blöde Matcha-Obsttasche. Der Kuchen war dann einfach zu viel für mich und dann kam dieser Wasabi-Dreck noch dazu. Es tut mir einfach wahnsinnig leid, Hoshiumi. Das hatte nichts mit dir zutun", plappert Rin, wringt den Stoff ein letztes Mal aus und hängt ihn dann über die Duschwand. Aber zufrieden ist sie mit dem gekrumpelten Shirt nicht wirklich, weil man trotzdem einen kleinen Rand des Flecks erkennen kann.
Scheiße, einfach scheiße.

„Wir waren doch schon bei Kōrai, oder nicht?", hakt er nach und es klingt ungewohnt vorsichtig. Rin mustert weiter kritisch den Stoff, widmet sich aus Höflichkeit aber doch ihm zu.
Und tatsächlich.

Kōrai Hoshiumi wirkt unsicher.
Mit den Händen in der Hosentasche steht er da, lehnt halb am Waschbecken und sieht sie mit seinen hellbraunen Augen an. Irgendwie tritt er von einem Bein aufs andere, bewegt die Füße hin und her und findet keine richtige Ruhe um einfach mal still zu stehen.
Er ist nervös.

„Ich... ja, ich denke schon. Ist mir wohl entfallen", winkt Rin ab und zuckt dann mit den Schultern.
„Manchmal bin ich bei euch Männern einfach verwirrt, was ihr genau wollt. Deswegen lehne ich mich mal nicht zu weit aus dem Fenster, ich will ja niemanden vor den Kopf stoßen", versetzt sie, vielleicht ein bisschen zu offensichtlich und schroff. Aber jetzt ist es schon gesagt und sie kann sowieso nichts mehr dagegen tun.
Nicht einmal, wenn sie wollte.

Kōrai runzelt die Stirn, öffnet dann den Mund um irgendetwas zu sagen. Vielleicht um zu widersprechen, vielleicht um ihr Recht zu geben. Möglicherweise auch um sich zu erklären.

Allerdings wird sie es nie erfahren, denn im nächsten Moment kommt Osamu mit großen Schritten ins Bad und wirkt erheitert, als er Rin bemerkt.
„Ah Rincchi! Du bist schon fertig? Darf ich dich ins Wohnzimmer begleiten?", fragt er, streckt eine Hand aus und legt sie ihr in einer fließenden, gekonnten Bewegung um die Hüfte. Schelmisch grinsend und mit dem provokantesten Schlafzimmerblick, den sie je gesehen hat, zieht er sie an sich.

„Geht es ums Putzen? Ich wollte sowieso gleich kommen. Ich muss mir eigentlich nur noch schnell die Zähne putzen", antwortet Rin, so ein bisschen beschämt und spürt, wie ihre Wangen wieder heißer werden. Ihre Finger krampfen sich um den Riemen der Tasche.
Eigentlich würde sie gerne Kōrais Gesicht zu Osamus Aktion sehen, allerdings traut sie sich nicht, den Kopf zu drehen. Stattdessen lässt sie zu, dass der Dunkelhaarige Miya sie mit sich zieht, raus aus dem Bad.

„Nein. Shizuka hat dir einen Tee gemacht und Bokuto hat schon bereitwillig sauber gemacht. Du solltest dich vielleicht hinlegen, dann wird es bestimmt gleich besser mit deiner Übelkeit", erwidert er, zupft an einer ihrer Haarsträhnen und reibt einen Moment seine Wange an ihrer Schläfe, wie er es bei Shizuka vorher auch gemacht hat. Dabei wirkt er wie eine verschmuste Katze.

Verwirrt über diese offensichtliche Nähe weicht Rin ein wenig zurück und beäugt den Braunhaarigen fragend.
„Was?", hakt sie nach und fühlt sich irgendwie auch nicht wirklich im Stande, ihm zu sagen, dass ihr gar nicht mehr so schlecht ist.

„Nur keine Angst, Rincchi. Ich beiße nicht. Außer natürlich, du magst und willst das", lacht er auf, bleibt mitten im Flur stehen und beugt sich zu ihr vor, als wollte er ihr wirklich in den Hals beißen. Doch gerade als Rin zurückweichen will, stoppt Osamu und summt ihr leise gegen das Ohrläppchen. Als ob sie sich schon seit langer Zeit kennen und auch sehr vertraut sind.
„Du bist niedlich, Rincchi. Zu schade, dass du schon in festen Händen bist. Für dich würde ich aus meinem gewohnten Beuteschema herausbrechen."

„Ich bin nicht in festen Händen", widerspricht Rin sofort und schüttelt den Kopf.
Wie kommt er denn auf sowas? Sie und vergeben? An wen denn? Hat er nicht vorhin im Auto nicht noch so groß getönt, dass sie keine Besitzurkunde an sich kleben hat?
Er denkt doch nicht wirklich, dass das mit Kōrai noch funktioniert, oder?

„Das sieht sogar ein Blinder mit einem Krückstock. Und nun komm, Kräutertee hilft bei allen Weh-Wehchen", meint er, schiebt sie weiter vor sich her, Richtung Wohnzimmer.


>*<



Nicht einmal fünf Minuten später liegt Rin auf dem ledernen Zweisitzer Sofa, den Rücken halb auf der seitlichen Lehne. Die Beine liegen über Osamus Schoß, der ihr nebenbei auch ab und zu mal über das nackte Knie streicht und dabei eher abgelenkt wirkt, weil er zusieht - und dabei belustigt kommentiert -, wie Atsumu, Mei, Bokuto und Tobio sich auf den Dreitsitzer gequetscht haben und versuchen Call of Duty zu spielen.
Kōtarō hat Rin vorhin schon ausführlich erklärt, dass er gerne für sie sauber gemacht hat und ihr fast noch die schmutzigen Papiertücher gezeigt, was sie beinahe wieder zum Brechen gebracht hat. Aber er hat es wohl doch noch gecheckt, dass sie das echt nicht hören will und hat ihr stattdessen  direkt den Tee in die Hand gedrückt.

Das Spiel funktioniert allerdings eher schlecht als recht, aber genau das macht es ja so witzig. Die Einzige, die wirklich Skill hat, ist, nach wie vor, Mei. Die anderen sind nur Statisten, die irgendeinen Scheiß veranstalten und sich bei allem einfach nur dumm und dämlich anstellen. Aber so haben wenigstens fast alle ihren Spaß.

Wakatoshi hat sich verdrückt, weil sein Handy in einem eigenartigen Klingelton gebimmelt hat. Allerdings hat er dabei ein ungewohnt sanftes Schmunzeln auf den Lippen gehabt, was Rin ziemlich sicher vermuten lässt, dass es Tendō ist, der angerufen hat.

Auf der anderen Seite des Wohnzimmers, Rin und Osamu gegenüber, haben sich Kōrai und Shizuka niedergelassen, welche sich ein paar lustige Videos auf Facebook oder sowas ansehen.
Zu sagen, dass Rin dieser Anblick keinen Stich versetzt, wäre gelogen. Deshalb versucht sie sich auf ihre Tasse Tee zu konzentrieren und nebenbei auch auf das Geschehen im Fernseher.

Verstohlen mustert Rin Osamu aus dem Augenwinkel, weil er ja sowieso so ziemlich in ihrem Blickfeld ist und muss sich selbst eingestehen, dass er schon ein cooler Typ ist. Und wie viel er mit seinem Zwilling gemein hat.
Seine doofe Aktion mit dem Auto hat sie ihm eigentlich auch schon längst verziehen, weil es ja ohnehin nichts bringt, jemandem ewig böse zu sein wegen sowas unwichtigem. Außerdem ist er ist ihr sympathisch, ganz einfach.
Seine Berührungen stören sie wenig, auch wenn sie weiß, dass er ein Mann ist, der auch Interesse an ihr haben könnte.
Wenn Kōrai nicht wäre.

Denkt er wirklich, dass sie zu Hoshiumi gehört? Ist das so offensichtlich?
Kommt für ihn da echt was rüber, was man in diese Richtung deuten könnte?

Rin sinkt ein bisschen mehr ins Sofa und unterdrückt ein Kopfschütteln.
Nach dieser Aktion hält sie mal schön für Füße still, genau wie Kuroo gesagt hat. Und wenn es nichts wird, gibt sie zuerst dem Schwarzhaarigen eine Chance. Und wenn das dann auch nicht klappt, hat sie eben Pech und lässt sich von Osamu trösten.
Ganz einfacher Plan, bei dem sie moralisch auch in keinen Konflikt kommen kann. Sie sind ja alle freie Menschen. Und warum sollte Rin keinen Spaß haben dürfen, so wie Mei?

„Also ihr Langweiler. Ich hab Geburtstag und mir ist langweilig. Wir sollten ein Trinkspiel spielen", erklärt Shizuka plötzlich lautstark und hebt die Hände.

„Es ist gerade mal halb Sechs Nachmittags. Außerdem darfst du gar nichts trinken", winkt Mei ab, ohne ihre Freundin anzusehen und hält dann plötzlich inne. Dann dreht sie sich doch der Rothaarigen zu und schnappt nach Luft.
„Du hast die Tage mit uns getrunken, obwohl du bereits wusstest, dass du schwanger bist?!"
Atsumu wendet sich ebenfalls vom Fernseher ab und pustet die Wangen auf.

„Bitte, was denkst du eigentlich von mir? Ich hab natürlich nur alkoholfreien Saft oder sowas getrunken", sagt Shizuka schulterzuckend und mustert einen Moment ihre Fingernägel.
„Als ob ich so verantwortungslos bin! Ich passe natürlich auf den kleinen Wurm auf, auch wenn er oder sie erst zwei Milimeter groß ist und wie eine Kaulquappe aussieht."
Sie lacht über ihren eigenen Witz.
„Seid ihr dabei?"

„Rin hat doch vorhin erst gekotzt, willst du ihr das jetzt echt schon antun?", hakt Atsumu nach und starrt wieder in den Fernseher. Sein Avatar rennt durch ein Haus, um die nächste Ecke und wird dann gnadenlos erschossen. Er stöhnt genervt.
Direkt neben seinem Bildschirmstück ist Kōtarōs, der eigentlich die ganze Zeit nur über Häuser oder Autos springt.

„Dann trinkt sie halt erst ihren Tee und danach kann sie dann mit Schnaps anfangen", grinst Shizuka und zwinkert Rin zu.

„Ich weiß nicht, ob das so funktioniert", sagt Osamu und zieht eine Augenbraue nach oben.

„Leute, bitte. Mir gehts schon wieder besser. Ich halt das schon aus und wenn nicht kotze ich Hoshi- Kōrai halt einfach wieder voll. Ein paar Shirts hat er ja bestimmt noch im Koffer, oder nicht?", erklärt die Schwarzhaarige und stellt den Tee zur Seite. Dann stemmt sie sich in eine aufrechte Position und zieht die Beine an, sodass sie nicht mehr halb auf Osamu liegt.

„Also zwei hab ich noch", erwidert Kōrai. Seine Mundwinkel zucken, aber nur ganz leicht. Fast als würde er sich freuen, dass Rin ihn nicht mehr ignoriert. Tatsächlich behandelt sie ihn jetzt wie jeden anderen im Raum auch. Nicht besonders und auch nicht wie einen Fremden.

„Cool. Ich hab nämlich die Tage schon ein Kartenspiel gesehen, dass wir unbedingt spielen müssen", lächelt Shizuka triumphierend und springt vom Sofa auf. Fast reißt sie Kōrai mit, allerdings kann er sich noch festhalten. Zielstrebig hüpft sie zu einem bestimmten Fach der Wohnwand und zieht eine kleine Kiste raus.

„Ich hab noch nie...? Wow, das ist echt ewig her, dass ich das gespielt hab", staunt Tobio und legt den Vonttoller zur Seite. Er ist ja doch die ganze Zeit nur am verlieren.

„Mich wundert es, dass du das überhaupt schon mal gespielt hast", erwidert Mei und weicht seiner Hand ohne hinzusehen aus. Gleichzeitig flext sie Kōtarō, der auf einer Mauer herumhampelt, und Atsumu hinter einer Hauswand ganz locker weg und geht als Siegerin im Spiel hervor. Das war ja nicht anders zu erwarten.

„Wie funktioniert das?", fragt Bokuto und wirkt ganz offensichtlich interessiert. Auch das ist ja nichts Neues.

„Kennst du überhaupt irgendwelche Gesellschaftsspiele?", hakt Atsumu nach und runzelt die Stirn.

„Ich hab mich eher auf Volleyball beschränkt. Deswegen bin ich jetzt auch Profisportler", grinst er, ganz von sich überzeugt und lehnt sich auf dem Sofa zurück

„Wir sind auch Profis, obwohl wir soziale Kontakte ausgelebt haben", winkt Tobio ab und Atsumu nickt zustimmend.

Bokutos Stimmung ändert sich schlagartig.
„Wollt ihr etwa sagen, dass ich mich gar nicht so hätte reinhängen müssen?", fragt er, irgendwie betröppelt und starrt auf seine Hände, als wäre sie daran schuld.
Das läuft gerade in die ganz falsche Richtung.

Bevor ihm irgendwer noch einen Spruch drücken kann ergreift Rin das Wort. Ihn so zu sehen, tut ihr einfach nur leid. Da muss sie einfach etwas tun, nicht dass er in eine depressive Phase rutscht.
„Es ist gut, dass du dich rein gehängt hast! Das heißt, es war dir wichtig und du hattest ein Ziel vor Augen. Daran ist gar nichts falsch", sagt sie und lächelt ihn aufmunternd an. Kurz wirft sie Tobio und Atsumu einen giftigen Blick zu, dann widmet sie sich wieder Kōtarō.
„Du hast nichts verpasst. Schließlich bist du noch nicht tot und kannst alles nachholen, was du vielleicht noch nie gemacht hast. Und Gesellschaftsspiele gehören dazu. Wir sitzen doch jetzt hier eh zusammen, da können wir das auch machen."

Dankbar und ehrlich lächelt Bokuto Rin an und sieht dermaßen goldig aus, dass sie ihn am liebsten knuddeln würde, weil er sie an ein Eulenküken erinnert.
„Rin hört sich an wie eine Mutter. Das ist richtig süß", grinst Osamu und legt ihr einen Arm um die Schultern.
„Kannst du mich auch trösten?"

„Ich sehe kein Weh-Wehchen. Also wird das wohl nichts, Osamu", sagt sie ihn, zuckt mit den Schultern und greift wieder nach ihrem Tee.

„Warte, das kann ich schnell ändern", sagt er und steht geschmeidig auf. Einen Schritt weiter lässt sich neben dem Sofa einfach auf den Boden fallen.
„Ahhh! Mein Knie tut weh!"

„Fake-News! Glauben sie auf keinem Fall diesem Arschgesicht! Das sind alles Unwahrheiten!", ruft Atsumu durch den Raum und zeigt dann auf seinen Zwilling, welcher nur beteuert, was für Schmerzen er hat.

„Also, lasst uns das jetzt spielen!", bestimmt Shizuka, hilft Osamu beim Aufstehen und pflanzt sich dann neben Kōrai.
„Holst du für uns Gläser? Und Getränke?", spricht sie ihn an, woraufhin er nickt. Sofort zischt er ab und Osamu folgt ihm bereitwillig.
„Cool. Für mich dann den Orangensaft. Obwohl, nein, sonst übersäuert mein Magen so schnell. Lieber den Alkoholfreien Kirschlikör."

„Ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt", gibt Atsumu zu und fährt sich durch das hellblonde Haar. Mei steht unterdessen auf, sammelt alle Controller ein und schaltet den Fernseher auf einen Musiksender aus Amerika. Leise dudelt er vor sich hin und zeigt die aktuellen Charts an.

„Es gibt so viele Dinge, die du nicht kennst, Tsumu.", kichert Shizuka, tätschelt ihrem Soulmate das Knie und kniet sich dann an den kleinen Tisch. Euphorisch öffnet sie das Kästchen und sieht alle nacheinander einen Moment an.
„Kennen alle die Regeln? Dann können wir ja anfangen schmutzige Geheimnisse aufzudecken."


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