Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Moonlight Queen

GeschichteHumor, Romance / P18 / Het
Bokuto Koutarou Hoshiumi Kōrai Kageyama Tobio Miya Atsumu OC (Own Character) Ushijima Wakatoshi
30.06.2021
18.09.2021
21
56.999
9
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.09.2021 3.428
 
- Spica -
Aus dem Sternbild Jungfrau
Lat. Virginis
Helligkeit: 0,92 magnitudo
Zu sehen von 67° Nord bis 76° Süd


>*<



In der Mall kommen sie genau siebzehn Schritte. Denn da rennen die ersten Mädchen kreischend auf Kageyama zu und verlangen lautstark nach einem Autogramm und Foto. Direkt danach drängt sich jemand an Bokuto und lobt ihn für seine grandiosen Aufschläge. Dabei sind die jetzt gar nicht so aufregend, wie zum Beispiel Atsumus Sprungaufschlag.

Rin versucht, einen Moment ganz verwirrt, Distanz zwischen die plötzlich auftauchenden Fans und sich zu bringen und geht ein paar Schritte zur Seite. Dabei läuft sie gegen Wakatoshi, den sie entschuldigend anlächelt. Er schiebt sie zu Mei, die mit den Händen in den Hosentaschen da steht und das Treiben amüsiert beobachtet.
Kōrai macht sich bereits über Tobio lustig, allerdings geht eines der Mädchen auf ihn zu und spricht ihn ebenfalls an. Verlegen streicht sie sich durch die braunen Haare und sieht mit geröteten Wangen zu ihm auf, weil sie gefühlt dreißig Zentimeter kleiner ist als er.

Brennende Eifersucht breitet sich in Rin aus, aber sie unterdrückt den Ausbruch so gut es geht und sieht einfach in eine andere Richtung, um das nicht länger ansehen zu müssen. Wartend steht sie da und hofft, dass sich das unangenehme Stechen in ihrer Brust von allein verflüchtigt.

Tut es aber nicht.
Auch nach mehreren Minuten verschwindet es nicht und sie würde am liebsten alle weiblichen Individuen von ihm weg ziehen und ihn ganz für sich beanspruchen.

„Ach ihr Männer seid ja jetzt eh beschäftigt mit eurem Meet and Greet. Macht ihr mal ein paar schöne Fotos, wir Frauen gehen uns mal umsehen. Handynummern habt ihr ja, falls ihr in diesem Jahr noch fertig werdet", grinst Shizuka nach ein paar ewigen Minuten des Wartens, gibt Atsumu demonstrativ ein Küsschen und hakt sich dann bei Mei und Rin unter.
Die Blonde winkt zum Abschied belustigt und Rin versucht sich darauf zu konzentrieren, nicht hinzufallen.
Außerdem zählt sie auch jetzt die Schritte. Denn sicher hat Shizuka nicht vergessen, was da vorhin im Auto war. Innerlich muss sich Rin noch immer auf das Verhör einstellen, als die Rothaarige bereits nachfragt.

Zwanzig Schritte kommen sie.
Zwanzig. Fucking. Schritte.

„Also Rin. Du hattest einen Hustenanfall?", hakt Shizuka nach und fixiert die Schwarzhaarige.

„Ein Hustenanfall?", fragt Mei und runzelt die Stirn.
„Hab ich was verpasst?"

„Ja. Rin kam kurz nach Kōrai mit rotem Kopf aus dem Haus - er übrigens auch - und hat gesagt, sie hatte einen verdammten ‚Hustenanfall'!", braust Shizuka auf und setzt sogar das letzte Wort in Anführungszeichen. Dann zieht sie die beiden Frauen hinter sich her, in den nächsten Unterwäscheladen herein.

„Ah. Und was war jetzt wirklich?"
Neugierig beugt Mei sich vor und legt den Kopf schief.
„Schon wieder BHs und Schlüppis? Hast du einen Unterwäscheverschleiß oder was ist mit dir los?"

„Tsumu mag es eben, wenn ich was hübsches anhabe. Aber das ist jetzt nebensächlich. Die Mission ist es, Rin mit Kōrai zusammen zu bringen. Weil die beiden einfach süß sind. Sag uns jetzt endlich, was passiert ist!", fordert Shizuka und stemmt die Arme in die Hüfte.

Rin verdreht die Augen und widmet sich einem Ständer mit schwarzen Dessous-Sets. An den Rändern des Stoffes sind süße Spitzenbänder in dunkelrot.
„Er hat mich geküsst."

„Oh mein Gott, was?", posaunt Shizuka und schmeißt mit ihrer ausholenden Armbewegung fast eine Schaufensterpuppe um.

„Hör auf zu Rumzuschreien! Du bist echt so peinlich! Es war nur ein Kuss, sie hatten keinen verdammten Quickie an der Hauswand", zischt Mei und schlägt ihr mit der flachen Hand gegen den Hinterkopf.

„Aua, verdammt!", jault Shizuka übertrieben laut auf und presst sich die Hand auf die schmerzende Stelle.
Dann blickt sie Rin an, die den BH weiter mustert.
„Ihr habt euch geküsst?", fragt sie flüsternd nach.

„Ehm... Ja. Also er hat mich geküsst und ich habe erwidert", sagt Rin beiläufig und hofft so, dass das Thema schnell wieder erledigt ist.
Dem ist aber nicht so.
Shizuka lässt sich auf keinen Fall so schnell abschütteln. Gossip Mode aktiviert.

„Und jetzt? Seid ihr zusammen oder so?", fragt sie und bleibt einfach neben Rin stehen, mustert sie.

„Wir sind doch nicht in der Highschool, wo man sich küsst und dann gegenseitig fragt ob man zusammen ist oder miteinander gehen will", verdreht Rin die Augen, sucht nach der richtigen Größe und hängt sich den BH dann am Bügel über den Finger.

„Atsumu und ich waren auch nicht nach einem Kuss zusammen", brummt Shizuka und wendet sich ebenfalls einem Ständer zu.

„Stimmt. Ihr wart vorher zusammen", wirft Mei ihr an den Kopf.
„Mädel, du bist so altmodisch. Man kann auch One-Night-Stands haben. Man muss nach einem Kuss nicht zusammen sein. Vielleicht will Rin das auch gar nicht. Nur Küssen befreit die Seele und macht Lust auf mehr. Also auf mehr Aktionen im Bett."

„Das glaube ich nicht. Oder Rin?", meint Shizuka schockiert und berührt die Schulter der Schwarzhaarigen.

„Was?"
Fragend sieht sie ihre Freundin an und legt den Kopf schief. Eigentlich war sie mit den Gedanken gerade ganz weit weg. Bei Kōrai und seinen sinnlichen Lippen. Seinem festen Griff und die Hitze, die von ihm ausging. Eigentlich ist das ja nicht verwunderlich, oder? Allein der Gedanke an seine Nähe lässt ihren Nacken kribbeln.
Das war ein ganz anderes Kaliber, als ihre verschränkten kleinen Finger.

„Willst du nicht mit Kōrai zusammen sein, sondern nur mit ihm rumknutschen? Hab ich dich irgendwie falsch verstanden?"
Shizukas helle Augen fixieren Rin und ihr kriecht eine Gänsehaut über den Rücken.

„Wie kommst du denn auf sowas?", fragt Rin und zieht eine Augenbraue nach oben.
„Ich... mag Kōrai sehr gern. Also nicht nur rumknutschen."

„Ha, siehst du Mei! Rin ist nicht so eine!", grinst Shizuka und sucht sich einen Rosa BH mit Blümchen aus.

„Würdest du aufhören, das so abwertend zu sagen? Es gibt nun mal Menschen, die oft die Sexpartner wechseln. Daran ist nichts verwerflich", brummt die Blonde und seufzt dann genervt.
„Und ja, ich gehöre gerade zu dieser Gattung."

„Du hast gerade oft Sex mit verschiedenen Männern?", fragt Shizuka, mindestens genau so schockiert wie vorhin, bei Rins Eröffnung des Kusses. Dann lacht sie einmal und schlägt Mei auf die Schulter.
„Du bist ja ein richtiges Miststück. Aber was mich noch mehr schockiert: du gehst raus um andere Männer zu treffen?!"

„Eh ja? Seit Aran und ich uns endgültig getrennt haben... hab ich nunmal den ein oder anderen abgeschleppt und mich vögeln lassen. Ist doch kein großes Ding. Oder? Rin? Was meinst du?", erklärt Mei und sucht sich mehrere Slips aus und nickt zufrieden.

„Ich glaub, du bist alt genug um das selbst zu entscheiden. Solange du auf dich aufpasst, sehe ich da kein Problem. Nicht jeder hat seinen Partner schon so lange oder ist so eine zurückgezogene Kartoffel wie ich", zuckt Rin mit den Schultern und mustert das ein oder andere Oberteil. Dann geht sie ein paar Schritte weiter und beäugt ein paar überaus süße Nachthemden aus Spitze und weichen fließenden Stoff.

„Siehst du? Nicht... Moment. Du bist eine zurückgezogene Kartoffel? Wie darf man das verstehen?", fragt Mei und verschränkt die Arme. Ihre Augenbraue wandert verwirrt nach oben.

„Ich sitze nach der Arbeit gerne zuhause. Also ich hab keinen Partner gehabt, seit... ich aus der Highschool gekommen bin?", sagt Rin nachdenklich und sucht wieder ihre Größe heraus. Dann entscheidet sie sich doch gegen das Kleidchen und mustert ein paar andere BHs.

„Seit... sieben Jahren? Du hattest seit fucking sieben Jahren keinen Typen in deinem Bett?", hakt Mei ungläubig nach und auch Shizuka starrt Rin entgeistert an.

„Also eigentlich nur Sechs Jahre. Ich bin ein Jahr jünger als ihr", korrigiert Rin die Blonde und streicht sich durch das eigene Haar. Gleichgültig zuckt sie mit den Schultern.
Das ist alles schon lange vorbei und schmerzt sie kein bisschen.
„Wir haben kurz nach dem Abschluss getrennt. Das war auch besser so. Also nicht das ich ihn nicht geliebt hätte, aber er ist ins Ausland gegangen um zu studieren und ich hatte nicht die Mittel, mit ihm zu gehen. Da war es einfach das Beste für uns beide, getrennte Wege zu gehen. Und danach hat sich einfach nichts mehr ergeben."

„Dann ist Kōrai dein erster Kuss seit sechs verdammten Jahren! Das ist ja fast schon niedlich!", lacht Shizuka und legt den Arm um Rin. Kurz presst sie ihre Freundin an sich, dann legt sie den Kopf schief.
„Hast du von deinem Ex-Freund nochmal gehört?"

„Anfangs ja. Aber dann wurde der Kontakt weniger und ist ganz eingeschlafen. Er ist wohl jetzt Autohändler, soweit ich weiß. Eine Bekannte aus der Schule ist jetzt auch in Amerika, in seine Nähe und sie hat ihn einmal getroffen", sagt Rin und schmunzelt.

„Wow. Dann hat ihn sein Studium ja richtig weit gebracht", verdreht Mei die Augen.
„Zurück zu deiner fast wieder zugewachsenen unteren Hälfte. Weißt du überhaupt noch, wie das mit dem Penis und so funktioniert? Weißt du noch, wie sowas aussieht?"

„Natürlich weiß ich das. Ich bin ja nicht blöd", weicht Rin aus und versucht nicht allzu rot zu werden. Aber leider macht Meis Aussage sie extrem verlegen.
„Ich finde es nicht schlimm, so... unerfahren zu sein. Es gibt wichtigere Dinge als Sex", sagt sie und hofft, dass es nicht allzu sehr wirkt, als müsste sie sich rausreden. Aber vor Shizuka und Mei gibt es kein Entkommen. Sie erfassen jede noch so kleine Regung in Rins Stimme und decken jeden noch so kleinen Zweifel auf.
Abgesehen davon ist sie ja eigentlich gar nicht wirklich unerfahren. Sie kennt sich theoretisch schon aus, aber die Praxis ist eben nicht so trainiert.

„Natürlich gibt es das. Aber du bist schon süß", lacht Mei und tätschelt Rins Schulter.
„Also... du willst mehr als ihn nur zu küssen, ja?"

„Ja, eigentlich schon. Aber... ich weiß nicht so ganz, ob er das auch will", meint Rin, so ein bisschen unsicher und nimmt sich einen dritten BH zum Anprobieren.

„Girl. Er hat dich von sich aus geküsst. Natürlich will er mehr", winkt Mei ab und stolziert Richtung Umkleide. Rin folgt ihr und Shizuka wühlt noch einen Moment. Dann schließt sie sich den beiden Frauen aber ebenfalls an.

„Vielleicht wollte er auch nur sehen, ob ich leicht zu haben bin", zweifelt Rin und schließt die Tür hinter sich. Sofort zieht sie sich den Pullover über den Kopf und schmeißt ihn auf den Stuhl neben dem Spiegel. Danach folgt das Shirt und ihr eigener BH.

„Will er sicher nicht. Ich hab dir doch schon nach der Wanderung gesagt, und sogar an deinem ersten richtigen Tag, dass er Interesse an dir hat. Und dass er total verknallt ist. Außerdem stecke ich ihn nicht in die Kategorie Männer, die nur ONS haben und suchen", erklärt Shizuka und stöhnt dann.
„Mein Gott, meine Möpse sehen fantastisch aus. Das Ding wird auf jeden Fall gekauft."

Rin beißt sich auf die Unterlippe und schlüpft in den Schwarzen mit dunkelroter Spitze.
Er sieht annehmbar aus. Aber er haut sie nicht vom Hocker.

„Du steckst doch niemanden in diese Schublade, oder?", fragt Mei und dann öffnet sich Rins Tür. Die Schwarzhaarige widersteht dem Drang sich zu verdecken. Es gibt ohnehin nichts, dass sie verstecken könnte. Ihre Brüste sind zwar nicht übertrieben klein, aber mit Shizuka kann sie auf keinen Fall mithalten. Aber das ist okay, die Schwarzhaarige liebt sich so, wie sie ist - bis auf die paar wenige Momente, in denen sie unsicher ist, weil die Situation so extrem ungewohnt ist.
Der Weg dahin war lang, aber sie ist stolz auf sich, jetzt an diesem Punkt zu sein. Denn so geht es ihr ziemlich gut.
Mei steht da, mit verschränkten Armen und mustert die Schwarzhaarige.
„Passt gut."

„Doch. Eigentlich schon", weicht Shizuka aus und lehnt sich an die Wand neben der Tür.
Ja, ihre C-Brüste sehen wirklich brilliant aus. Eigentlich schon beneidenswert.

„Wen denn?", hakt Mei nach und runzelt die Stirn.

„Tobio, zum Beispiel. Ich glaube, der ist nicht so mit Beziehungen. Wenn, dann braucht er nur ne kurze Ablenkung. Also so Sex als Ventil, neben dem normalen Sport", meint Shizuka nachdenklich und tippt sich mit dem Finger gegen die Lippe.
„Atsumu wäre glaube ich auch eher so der Typ für Sex zwischen durch mit verschiedenen Frauen. Er liebt es, so anzugeben und raushängen zu lassen, dass er der Beste ist. Und da bräuchte er wahrscheinlich die Bestätigung von vielen paarungswilligen Weibchen."

„Denkst du, ihr wärt dann nicht mehr zusammen? Also wenn ihr keine Soulmates wärt?", fragt Rin vorsichtig nach und entscheidet sich, nach einem kurzen Blick in den Spiegel, stumm gegen den BH.

„Vielleicht nicht. Aber vielleicht wäre ich dann immernoch mit Suna zusammen", zuckt Shizuka mit den Schultern.

„Suna Rintarō? Von den EJP Raijin?", hakt Rin nach. Ihre Augen weiten sich minimal. Waren die beiden wirklich mal zusammen? Eigentlich ja weniger verwerflich, sie kommen beide von der Inarizaki, soweit Rin weiß.

„Mmh ja. Er hat sich von mir getrennt, als Atsumu mein Soulmate geworden ist. Es gab eine Zeit Ärger zwischen uns, aber jetz können wir zusammen sitzen und ganz normal miteinander reden. Außerdem bin ich mir sicher, dass er auch seine Soulmate finden wird", lächelt die Rothaarige und streicht gedankenverloren über ihr Tattoo.

„Ist mir echt scheißegal was der findet, oder eben nicht. Ich werde ihm das nie verzeihen. Wie er dich im Schulflur abserviert hat, war einfach unter aller Sau", knurrt Mei. Dann dreht sie sich um und geht zurück in ihre Umkleide.

Rin blickt die Rothaarige an, die nur mit dem Kopf schüttelt. Stumm gehen beide ebenfalls zurück in ihre Umkleiden.

„Wo ordnest du Wakatoshi ein, Zuka?", fragt die Blonde plötzlich laut rufend.

„Mmh. Schwer zu sagen. Er ist auf jeden Fall eine treue Seele. Hast du Interesse an ihm?", hakt Shizuka nach und es ist ein paar Sekunden still zwischen den beiden.

„Vielleicht?", kommt irgendwann als Antwort, doch sehr zögerlich.

„Wakatoshi hat einen Freund. Schon seit Anfang der High-School", sagt Rin vorsichtig und öffnet die Tür, mit dem neuen BH am Leib. Diesmal ist es ein weißer, sehr schlichter. Keine Bügel, keine richtigen Cups, keine Spitze. Er ist total dezent, aber auch sehr bequem.

„Wie einen Freund?", fragt Mei und streckt den Kopf aus ihrer Umkleide.

„Er ist in einer Beziehung mit einem Mann", stellt Shizuka klar und kommt ebenfalls heraus. Auch dieses Oberteil steht ihr ausgezeichnet. Faszinierend, aber die Rothaarige sieht einfach in allem gut aus.

„Nicht euer Ernst...", stöhnt Mei und berührt ihre Stirn.

„Doch. Er hat es gestern erzählt, als ihr noch nicht da wart. Aber er meinte auch irgendwas von einer offenen Beziehung. Also wenn du ihn interessant findest, solltest du abwarten wie es sich bei euch entwickelt. Ich mein, ihr kennt euch seit gestern", meint Rin und zuckt mit den Schultern.
„Sprich ihn nicht drauf an. Es war sowas wie ein Outing und das sollte er von sich aus sagen, wenn es soweit ist. Aber er ist keiner, der dumme Späßchen mit dir treiben würde. Dafür ist er zu treu und ernst. Jedenfalls schätze ich ihn so ein."

„Dein Wort in Gottes Ohr. Der BH steht dir übrigens hervorragend. Den musst du bitte mitnehmen. Da wird Kōrai bestimmt ganz heiß", grinst Mei und zwinkert einmal.

Augenblicklich röten sich Rins Wangen extrem und sie weicht den Blicken der beiden anderen Frauen aus. Irgendwie ist es unangenehm, dass die beiden denken, dass Rin sich für den Weißhaarigen hübsch macht. Es ist ja noch nicht einmal so, denn sie zieht das an, was ihr gefällt. Für sich und für keinen anderen.
Es ist trotzdem unangenehm.

„Ach komm. Zier dich nicht. Die vorrangige Mission heißt, euch zusammen zu bringen. Genau wie Shizuka gesagt hat", lacht Mei auf und tätschelt Rins Schulter.

„Ich glaube nicht, dass das klappt", murmelt die Schwarzhaarige leise und starrt auf den Boden.
„Allein wegen meiner... Unerfahrenheit? Außerdem ist er auch erst seit drei Monaten getrennt. Da sucht er sich bestimmt nur jemanden, um über seine alte Liebe hinweg zu kommen."

„Das ist doch totaler Schwachsinn. Rin, er steht hart auf dich. Glaub es mir. Wie sah er nach eurem Kuss aus. Belustigt? Arrogant? Dämlich?", wirft Shizuka ein und wedelt mit der Hand.

Rin hält inne, ruft sich Kōrais Anblick ins Gedächtnis und muss einen Schauer unterdrücken. Seine Augen haben so hungrig gefunkelt wie ein Tiger der zum ersten Mal rohes Fleisch gekostet hat. Sie konnte ihm ansehen, dass er sich so sehr zurück halten musste, dass er sie nicht anspringt.
Er hatte eine solche Sehnsucht nach ihr, so etwas hat sie noch nie bei irgendwem gesehen. Aber er hat das Etwas, dass nach ihr verlangt hat, zurück in seinen Käfig gesperrt, obwohl es hat lautstark nach ihr gerufen und sich fast schon verzehrt. So laut, dass sie es fast hören konnte, obwohl es so tief in seinem Inneren verschlossen ist.

Seine Reaktion auf diesen kleinen Kuss war so intensiv, dass sie jetzt schon wieder Herzklopfen bekommt, allein wenn sie an seine glitzernden Augen denkt.
Als Antwort auf Shizukas Frage schüttelt sie schnell den Kopf.

„Siehst du. Dann meint er es ernst. Safe, vertrau mir", sagt Shizuka selbstsicher und stellt sich vor den Spiegel. Energisch fährt sie sich durch die Haare und bindet sich einen Zopf.

„Eigentlich hab ich ja eher gedacht, dass du mit Kageyama anbandelst", platzt es aus Mei heraus.

„Was, wieso?", fragt Rin überrascht und lehnt sich an die geschlossene Tür. Die Hände vergräbt sie in der Jeans, damit sie nicht so plump herunter hängen.

„Er.. sieht dich so... sehnsüchtig an, weißt du? Also nicht so extrem wie Kōrai, aber schon so ein bisschen. Ich denke, er möchte auch mehr von dir als das, was ihr jetzt habt. Es wäre fair, ihm zu sagen, dass er keine Chance hat", erklärt Mei und Rin ist überrascht von der Auffassungsgabe der Blonden. Sie ist noch nicht einmal vierundzwanzig Stunden hier und hat eigentlich bereits alle Geheimnisse aufgedeckt. Sogar Shizukas und Atsumus peinliches Aufweckkommando, mitten in der Nacht. Das ist eine wirklich gute Quote.
„Also er hat doch keine Chance oder? Ich mein, du grinst ihn mindestens genau so oft an wie Kōrai, ich kann das jetzt nicht so einschätzen. Shizuka hat mir mal erzählt, das ihr bei den Interviews oft flirtet."

Rin unterdrückt ein Lachen und grinst Mei stattdessen nur an.
„Tobio ist ansehnlich und er war am Anfang so verdammt schlecht. Ich glaub, er hat mit mir nur geübt. Aber ich hab auf seine Anmachen nicht so ganz reagiert, wie er es sich wohl erhofft hat. Und eigentlich sind alle überaus ansprechend, jetzt mal äußerlich gesehen. Auch Atsumu oder Bokuto. Ich mein, seine Muskeln sind ja wirklich heftig. Aber ich bin, glaube ich, ein bisschen altmodisch. Für mich gibt es gerade nur Kōrai, sonst niemanden. Er ist der Einzige, der meine Welt ins wanken bringt und mein Herz schneller pochen lässt."
Automatisch presst sie sich die Hand auf die Brust und lächelt selig.
„Manchmal ist es so intensiv, da... zieht sich in mir alles zusammen, nur um kurz darauf entspannt zu kribbeln. Da ist es irgendwie schade... dass wir keine Soulmates sind. Ich will gar nicht wissen, wie es wäre, wenn wir es wären."

„Hach, ihr seid so süß. Hoffentlich schaffen wir das bis Freitag, euch zusammen zu bringen", stöhnt Mei und fährt sich durch das blonde Haar.

„Achja. Ich hab ganz vergessen da was zu erzählen. Kuroo hat ja angerufen, als wir wandern waren. Ich muss Dienstagabend nach Hause fahren, weil Mittwoch ein Trainingscamp der U21 Jugend ist und er mich da braucht für die Interviews", sagt Rin und beißt sich auf die Lippe. Stumm wartet sie auf Shizukas Ausbruch, der genau zwei Sekunden auf sich warten lässt. Das ging sogar noch schneller als vorhin, wo Rin vom Kuss gesprochen hat.

„Was, im Ernst?! Sein scheiß Ernst?! Schlimm genug, dass du nicht bis Samstag bleiben kannst und jetzt das? Ich glaube ich muss mal ein ernstes Wort mit diesem Idioten reden. Zumal er von Anfang an gesagt hat, dass das klar geht", knurrt Shizuka und verkriecht sich genervt in ihrer Umkleide.
„Die Postkarte kann er sich auf jeden Fall abschminken!"

Rin atmet angestrengt aus und geht ebenfalls zurück in ihr Umziehzimmerchen. Dort schlüpft sie in den letzten BH, der allerdings auch nicht gekauft wird.


>*<
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast