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Für immer dein

von JollyCash
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Harry Potter Luna Lovegood Minerva McGonagall Nymphadora Tonks OC (Own Character)
29.06.2021
18.09.2021
31
64.243
2
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14.09.2021 2.167
 
Am nächsten Morgen wurden Draco und ich mehr als unsanft von der Oberheilerin der Beauxbatons Akademie für Magie geweckt. Die alte Hexe mit dem strengen grauen Dutt hatte die Hände in die Hüfte gestemmt und sah uns vorwurfsvoll an, nachdem Draco vor Schreck über ihren morgendlichen Aufschrei geradewegs aus dem Bett gefallen war. <<Au…verdammt!>> fluchte er und rappelte sich wieder auf, nicht ohne der Heilerin einen finsteren Blick zuzuwerfen, die gerade dabei war ihn als schamlosen Lüstling zu bezeichnen. <<…wie können Sie es wagen mein Vertrauen so schändlich zu missbrauchen, Monsieur…>> wetterte Madame Mandrake, aber ich unterbrach sie bevor sie sich noch mehr hinein steigern konnte. <<Beruhigen Sie sich, Madame Mandrake. Ich habe ihn darum gebeten sich zu mir zu legen, Sie wissen doch, um meine Albträume.>> Mit dem letzten Satz hatte ich ihr erfolgreich den Wind aus den Segeln genommen und ihr vorwurfsvoller Blick wandelte sich in Mitleid. Sie tätschelte mir kurz über den Arm, dann wandte sie sich, leise vor sich hin murmelnd, von uns ab. <<Ich hab sooo einen Hunger!>> sagte ich und Draco grinste, obwohl seine Augen mich noch immer besorgt musterten. <<Mir geht es gut.>> versicherte ihm und hielt ihm auffordernd meine Lippen entgegen. Kurz zögerte er, dann aber küsste er mich doch. Als er sich von mir löste, zierte endlich doch ein kleines Lächeln seine schmalen Lippen. Ich liebte dieses Lächeln an ihm. Und ich liebte ihn. Das war mir in dieser Nacht wieder klar geworden. Dennoch war ich noch immer etwas verletzt. Und ich war wütend. Aber nicht auf Draco, sondern auf Leonie, die sich anscheinend vorgenommen hatte mir auch mein restliches Leben zur Hölle zu machen. Wütend funkelte ich das blonde Mädchen mit den perfekten Wangenknochen an, als ich bemerkte, dass sie in unsere Richtung sah, als wir den Speisesaal betraten. <<Bei Merlin, Alex! Wie geht’s dir?!>> wurde ich direkt von Ginny, Luna und Hermine überfallen, noch bevor Draco und ich uns zu ihnen an den Tisch setzen konnten. Ich warf einen kurzen Blick über meine Schulter in Leonies Richtung, dann versuchte ich es mit einem Lächeln und sagte, dass es mir gut ginge. Auch, wenn das nicht die ganze Wahrheit war. Dann versuchte ich so unauffällig wie möglich herauszufinden, was die anderen wussten und sagte beiläufig, dass ich eben ein Tollpatsch und über meine eigenen Füße gestolpert wäre. Ginny und Blaise grinsten, wurden aber direkt wieder ernst und sahen in entgegengesetzte Richtungen als sie das Grinsen auf dem Gesicht des jeweils anderen bemerkten. Also hatten diese beiden sich bisher noch nicht ausgesprochen und ich ahnte schon jetzt, dass die nächsten Tage dadurch nicht gerade leichter für uns alle werden würden. <<In der ersten Stunde haben wir heute alle zusammen „Pflege magischer Geschöpfe“!>> verkündete Hermine aufgeregt, bevor ich Ginny darauf ansprechen konnte. Luna, die seit unserer Ankunft in Beauxbatons recht ruhig gewesen war, hob interessiert den Kopf und fragte: <<Mit Rolf?>> woraufhin sich die Augen aller auf sie richteten und sie wiederum so tat, als wäre nichts.
Auf dem Weg zu den Stallungen der Abraxaner versuchte ich zu verdrängen, dass sich neben meinen Freunden auch Leonie mit mir in diesem ersten Kurs in Beauxbatons befand. Sie lief etwas hinter uns, aber ich hatte das Gefühl als bohrten sich ihre Blicke wie Pfeile in meinen Nacken. Jedes Mal, wenn ich mich jedoch umdrehte, dann sah sie woanders hin oder unterhielt sich mit ihren Freundinnen. Wir hörten das laute Wiehern bereits von weitem und meine Gedanken wandten sich zumindest für diese eine Unterrichtsstunde mal komplett von den Geschehnissen der letzten Stunden ab. Wie Luna gehofft hatte, war Rolf tatsächlich dabei und nicht nur das, er assistierte sogar Madame Cheval. Während diese uns voller Stolz die Geschichte der Abraxaner von Beauxbatons erzählte, beobachteten Ginny und ich breit grinsend wie Luna und Rolf sich, unter Nevilles finsteren Blicken, anschmachteten. Ich stieß Draco an und nickte in Nevilles Richtung, was er sofort verstand. Er und Blaise schlenderten zu dem mutigen Gryffindor hinüber und verwickelten ihn erfolgreich in ein Gespräch. Ich nutzte die Chance und zog Ginny ein paar Schritte zur Seite als wir die Chance bekamen einige der Abraxaner zu streicheln. Die Rothaarige bestaunte mit großem Interesse und fragte sich wohl, ob sie mit einem Besen schneller fliegen könnte als die stattlichen Pferdewesen, als ich sie am Handgelenk fasste und so dazu zwang mir ins Gesicht zu sehen. <<Jetzt mal ehrlich, Gin. Was ist das mit dir und Blaise?>> stellte ich sie zur Rede und sie errötete augenblicklich bis zu den Wurzeln ihres feuerroten Haares. <<Ach, Alex….>> begann sie und ich konnte ihr ansehen, dass sie nach einem Weg suchte mir und meinen Fragen zu entkommen. <<Ginevra Weasley!>> sagte ich drohend und stemmte meine Hände in die Hüften, so wie ihre Mutter Molly es oft tat. Über das Gesicht meiner Freundin huschte ein kleines Lächeln, dann räusperte sie sich und nuschelte etwas, das ich zunächst nicht verstand. Auf meine gehobene Augenbraue hin, sagte sie: <<Ich mag ihn. Sehr. Verdammt, Alex… hast du dir seine Exfreundin mal angesehen? Gegen die bin ich doch ein Bergtroll…ach was, die Tochter von einem Gnom und einem Bergtroll!>> Ich schmunzelte und auch sie grinste über ihre Wortwahl, aber in ihren Augen erkannte ich denselben Schmerz, der auch mein Herz seit einigen Stunden erfüllte. Ich wandte meine Aufmerksamkeit auf den Abraxaner und rieb dem stolzen Tier sanft über den Nasenrücken, während ich versuchte Leonie wieder aus meinen Gedanken zu verdrängen. Die blöde Kuh hielt sich aber auch wirklich hartnäckig dort! <<Hey, kann ich kurz mal mit Alexandra reden?>> fragte ausgerechnet diejenige, die ich in meinem Kopf eben noch verflucht hatte und ich warf Ginny einen flehenden Blick zu. Diese zuckte aber nur mit den Schultern und verließ die Box. Und ließ mich damit ausgerechnet mit der Person allein, die ich heute am allerwenigsten sehen, geschweige denn sprechen wollte. Betont desinteressiert, wandte ich mich wieder dem Tier neben mir zu und fragte gelangweilt: <<Was willst du?>> Der Abraxaner spürte meine innere Anspannung sofort und begann gereizt mit dem Schweif auszuschlagen und ein kleiner, fieser, Teil von mir hoffte er würde Leonie damit erwischen.
Als die Stille beinahe zu erdrückend wurde, dass es selbst mich nervte, hob ich den Kopf und sah Leonie an. Das überaus hübsche Mädchen wich meinem Blick aus und starrte so konzentriert auf ihre Schuhe als würde sie diese zum ersten Mal erblicken. Ich räusperte mich ungehalten und wandte mich zum Gehen, als sie endlich mit der Sprache rausrückte. <<Es tut mir leid.>> sagte sie und ich drehte mich ungläubig zu ihr um. <<Ist das alles?!>> fragte ich und merkte, wie meine Stimme mit jedem Wort hysterischer wurde: <<“Es tut dir leid?!“ ist alles, was du zu sagen hast? Nachdem du mir meine Schulzeit hier zur Hölle gemacht hast? Nachdem deine Mutter meinen Vater verführt hat? Und, nachdem DU MEINEN VERLOBTEN VERFÜHREN WOLLTEST?!>> Der Abraxaner scheute erschrocken zur Seite und verfehlte mit seinem Huf nur ganz knapp meinen Oberschenkel. Und auch nur, weil ausgerechnet Leonie mich zur Seite zog. Ich sah sie an und hoffte, dass sie all das, was ich gerade fühlte darin sah. Meinen Hass, meine Wut und auch meinen Schmerz. Ich wollte, dass sie litt. Sie sollte ebenso leiden, wie ich. Und dann… füllten sich ihre Augen plötzlich mit Tränen, was mir komplett den Wind aus den Segeln nahm. <<Wieso heulst DU jetzt verdammt nochmal?!>> schrie ich und begann ebenfalls zu schluchzen. Wir sanken beide in die Knie und umklammerten einander, während wir weinten. Und, obwohl ich mir so sicher gewesen war, dass ich sie hasste, tat es irgendwie gut. <<Was ist denn hier los?>> schallte die Stimme von Madame Cheval an mein Ohr und ich löste mich hastig von Leonie und stand auf. <<Nichts, Madame.>> stammelte auch sie und klopfte sich das Stroh von der Kleidung. Peinlich berührt, und mit gesenkten Köpfen verließen wir nacheinander den Stall. Anscheinend war die Stunde bereits vorüber, denn die meisten Schüler waren bereits auf dem Rückweg zur Akademie. Lediglich Draco stand noch immer dort und musterte uns mit einer Mischung aus Neugier und Panik. Als er jedoch das Lächeln sah, das sich unter den Tränen auf meinem Gesicht ausbreitete, erwiderte er es und küsste mich voller Hingabe. Leonie war einige Schritte voraus gegangen, aber ich rief sie zurück. Und für einen Sekundenbruchteil wusste ich nicht, wer von uns dreien darüber am meisten überrascht war. <<Jetzt guckt doch nicht so!>> lachte ich und hackte mich bei Leonie unter, während Draco und ich Händchen hielten. Ich war mir bewusst wie merkwürdig dieses Bild von uns dreien für Außenstehende aussehen musste, aber es war mir egal. Nach dem immensen Gefühlschaos in den letzten Tagen hatte ich mich dazu entschieden, Leonie zu vergeben. Zwar verstand ich ihr Verhalten noch immer nicht, aber ich hatte weder die Kraft, noch war es meine Art nachtragend zu sein.
In den nächsten Tagen versuchte ich mich so gut wie möglich auf den Unterricht in Beauxbatons zu konzentrieren, obwohl ich so langsam das Gefühl hatte, dass der eigentliche Grund unseres „Austausches“ immer mehr in den Hintergrund rückte. Nachdem ich meine Sorgen gegenüber Draco geäußert hatte, beschlossen wir Rolf bei der nächstbesten Gelegenheit darauf anzusprechen. Zu unserem Glück bekamen wir die Gelegenheit schon an unserem ersten Wochenende in der Akademie für Magie, denn genau wie in Hogwarts, war dies eine unterrichtsfreie Zeit. Genau wie Hogsmeade gab es auch hier ein kleines magisches Dorf unweit der Schule. Während meiner eigenen Schulzeit hier war es mir noch nicht erlaubt gewesen, dorthin zu gehen, deshalb freute ich mich umso mehr als meine Freunde und ich das kleine französische Idyll inmitten eines Tals erreichten. Rolf und Luna waren mittlerweile überaus vertraut miteinander und es war schwer den Beauxbatons ohne sie zu erwischen. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich Neville in der letzten Zeit kaum noch zu Gesicht bekommen hatte. <<Wo ist eigentlich Neville?>> fragte ich deshalb in die Runde, als wir vor einem kleinen Pub stehen blieben und überlegten hineinzugehen. Hermine und Ginny zuckten mit den Schultern, Blaise aber druckste herum, deshalb sah ich ihn eindringlich an. <<Also? Du weißt doch was!>> forderte ich Dracos besten Freund auf und er zog mich nach einem kurzen Blick auf Luna und Rolf beiseite. <<Er… er ist bereits am zweiten Tag wieder zurück nach Hogwarts gereist. Meinte er will seine Lehre bei Professor Sprout jetzt doch schon anfangen, aber ich vermute es liegt eher daran.>> Er nickte in Lunas Richtung und ich sah ihn ungläubig an, nickte dann aber verstehend. Ich konnte nachvollziehen, dass Neville es nicht ertrug zu sehen wie Luna Rolf anhimmelte, war er selbst doch wohl seit dem ersten Schuljahr in sie verliebt. Ich bedankte mich bei Blaise für seine Ehrlichkeit und wir gingen zurück zu den anderen. <<Ist alles okay?>> fragte Draco mich und gab mir einen zärtlichen Kuss auf den Haaransatz. Ich lächelte traurig und erzählte im leise von Nevilles Abreise und dem Grund dafür. Auch er wirkte betroffen und nahm mich kurz darauf tröstend in den Arm. Dann folgten wir unseren Freunden in den Pub. Ich war überrascht, wie gemütlich es hier drinnen war, obwohl ich, ausgehend von Madame Maxime, irgendwie immer davon ausgegangen war, dass Franzosen irgendwie steif und arrogant waren. Stattdessen aber war die rundliche Wirtin mehr als herzlich und erinnerte mich von ihrer Art sehr an meine Großmutter. Wir bestellten uns ließen uns an einem der runden Eichentische nieder. <<Was wollen wir heute machen? Ich habe gelesen, dass es hier einen antiquarischen Buchladen gibt.>> Hermine war wieder voll in ihrem Element und versuchte für uns alle Wochenendpläne zu schmieden, die natürlich hauptsächlich für sie interessant waren. Da wir das jedoch bereits von ihr kannten, waren wir ihr deswegen nicht böse.
<<ICH habe gehört, dass die hier eine Besenwerkstatt haben.>> brachte sich Blaise ein und ich bemerkte, dass Ginny sich große Mühe gab ihre Begeisterung darüber nicht sichtbar werden zu lassen. Sie war noch immer verletzt und das war auch absolut verständlich. <<Dann…gehen du, Draco und Ginny in die Besenwerkstatt, Hermine und ich in den Buchladen und Luna und Rolf…>> begann ich, aber Rolf fiel mir ins Wort: <<ich, wir begleiten euch in den Buchladen.>> Er zwinkerte mir kurz zu und Luna nickte, den Blick fest auf seine Lippen gerichtet. Ob die beiden sich wohl schon einmal geküsst hatten? Wir leerten unsere Getränke und verabreden uns in einer Stunde wieder in dem Pub zu treffen.
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