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Familie Lucas: Teil III / John

von kira 21
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Catherine "Kitty" Bennet Lady Lucas Lydia Bennet Maria Lucas Mr. Bennet Mrs. Bennet
29.06.2021
22.07.2021
8
7.993
 
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22.07.2021 984
 
Mr. John Lucas wollte den Damen augenblicklich folgen als ihm der Apotheker den Weg vertrat. „Auf ein Wort, Sir.“

„Natürlich, Mr. Barnes.“, John deutete mit der Hand auf zwei Stühle und die beiden Gentlemen setzten sich.

„Ihr erinnert Euch doch sicherlich an den alten Mr. Winthorpe von Sandridge Manor.“, und als John nickte fuhr der Apotheker fort. „Es sind jetzt noch keine drei Jahre vergangen da erkrankte Mr. Winthorpe unerwartet, Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen.“

John warf Mr. Barnes einen Blick zu der unmissverständlich fragte wie er so kurz nach dem Dinner von solchen Dingen sprechen konnte.

Aber unbeirrt setzte der Gentleman seinen Bericht fort, „nach einigen Tagen schien es Mr. Winthorpe besser zu gehen. Obwohl er sich häufig müde und erschöpft fühlte, dann starb er plötzlich.“

Mr. John Lucas erweckte den Eindruck als langweilige ihn die Erzählung des Apotheker, aber inzwischen lauschte er ihm angespannt.

„Vor zwanzig Monaten verlobte sich sein Sohn und nur wenige Wochen später zeigten sich bei der jungen Dame die gleichen Symptome, von den ersten Anzeichen bis zu ihrem Tod vergingen sechs Wochen. …Ich zermartere mir den Kopf und fragte mich welche geheimnisvolle Krankheit dies sein könnte, an der zwei Menschen mit solch großem zeitlichen Abstand erkranken, aber niemand sonst. … Nun ich muss gestehen es fiel mir keine Antwort ein. … Mr. Winthorpe jr. traf der Verlust beide Male schmerzlich und seine Trauer war aufrichtig. … Letzten Monat verlobte sich der junge Mann erneut, … Vor einer Woche rief man mich dann zu Miss York, sie zeigte die gleichen Symptome und diesmal vermutete ich keine Krankheit, Sir. Ich befragte Miss York und ihre Eltern sehr genau, Mr. Lucas. Und so erfuhr ich, dass nur die junge Dame aus einem Glas trank welches zuvor Mrs. Winthorpe in der Hand hielt. Ich schrieb sofort an einem bekannten Arzt in London und heute erhielt ich seine Antwort.“

John nahm die Nachricht aus Mr. Barnes Hand entgegen, aber bevor er diese lesen konnte erhob sich Mr. Bennet um zu den Damen in den Salon zu gehen.

„Ich kümmere mich darum, Sir.“, raunte John dem Apotheker zu und Beide folgten den übrigen Herren.

In der folgenden Stunde erweckte John Lucas den Anschein als unterhalte er sich angeregt mit Miss Katherine Bennet, während seine Gedanken um eine Frage kreisten. Schließlich konnte er sich verabschieden und eilte nach Hause. Dort konnte er endlich die Nachricht des Londoner Arztes lesen.

„… ich vermute eine Vergiftung mit Frühlings-Adonisröschen (39), diese lässt sich leider kaum nachweisen.“

John starrte fassungslos auf diese wenigen Worte, konnte es wahr sein? Nach den Ausführungen von Mr. Barnes konnte nur die Mutter des jungen Mr. Winthorpe … Aber diese kleine zierliche Dame, die den Anschein erweckte als sei sie so gefährlich wie eine Pusteblume, konnte sie …?

John blickte zur Uhr auf dem Kaminsims, er sollte versuchen zu schlafen und morgen mit dem Richter und  Mr. Perceval sprechen.

~~~

Am nächsten Morgen eilte Mr. Lucas die Treppe zum Gerichtsgebäude empor, in dem er zwei Stufen auf einmal nahm. Ein Gerichtsdiener kam ihm in der Halle entgegen und unterrichtete ihn, dass der ehrenwerte Richter in umgehend zu sprechen wünscht.

„Guten Morgen, Gentlemen.“, John setzte sich auf eine Aufforderung des Richters und dieser bemerkte. „Ich habe hier eine Nachricht von Lord Walsingham (40) für Sie.“

John nahm das Schriftstück entgegen brach das Siegel und lass, als er bemerkte wie die beiden Gentlemen ihn beobachtete erklärte er. „Lord Walsingham unterrichtet mich, dass mein Bruder ihn bei Ermittlungen gegen eine hochgestellte Persönlichkeit unterstützt. Diese Persönlichkeit habe Drohungen gegen unsere ganze Familie ausgestoßen und deshalb schickt mein Bruder zwei Männer her um meine jüngsten Schwestern und mich zu schützen.“

Der ehrenwerte Richter und der erste Kronanwalt tauschten einen Blick aus bei dem John vermutete die Beiden wussten worum es geht.

„Ich habe ebenfalls etwas von großer Dringlichkeit, Gentlemen.“, bemerkte Mr. Lucas und wiederholte den Bericht des Apotheker und übergab den Brief des Arztes.

„Mrs. Winthorpe.“, murmelte Mr. Perceval. „War schon immer eine sehr zurückhaltende Frau, ich erinnere mich, dass ihr Gatte sich einmal beklagte wie ungern sie in der Gesellschaft erscheine und wie selten sie Gäste zu sich einluden.“

„Aber Mord?“, fragte der Richter und dieses Wort hallte in Johns Kopf nach, in der vergangen Nacht hatte er dieses Wort in seinen Gedanken zu vermeiden versucht.

„Ich hörte gestern zufällig, dass die Dame einen neuen Diener sucht. Wir sollten die Gelegenheit nutzen und jemanden in ihren Haushalt einschmuggeln.“ bemerkte der erste Kronanwalt.

„Es sollte besser niemand von hier sein, damit sie ihn nicht erkennt.“, warf John ein.

„Ausgezeichnet, junger Mann. … Schreibt in dieser Angelegenheit an Lord Walsingham vielleicht kann er einen seiner Männer für eine Weile entbehren.“, erklärte Mr. Perceval.

Der Richter seufzte, „wir müssen uns auch endlich einmal mit Miss Blount befassen. … Meine Schwester erinnerte mich daran zumal niemand für die Kosten aufkommt.“

„Leider lehnt mein Bruder es ab zu ihren Gunsten etwas zu unternehmen.“, bemerkte John und fügte hinzu. „Ich bin kürzlich auf ein altes Gesetz gestoßen, dass noch immer besteht aber kaum noch zur Anwendung kommt.“

„Worum handelt es sich?“, fragte der ehrenwerte Richter und lauschte den Ausführungen von Mr. John Lucas mit wachsender Unruhe. „Wollt Ihr etwa?“

Erschrocken starrte John den Richter an, „nein! Nein Euer Ehren, gewiss nicht. Aber ich bin mir sicher es wird sich jemand finden.“

„Nun dies solltet Ihr ebenfalls mit Lord Walsingham besprechen. Schreibt ihm nur recht schnell.“

Der Richter winkte den ersten und den zweiten Kronanwalt hinaus und bereitete sich auf die anstehende Verhandlung vor.

Auf dem Gang wurde John bereits von einem Mann erwartet, der sich ihm mit einigen Zeilen von seinem Bruder vorstellte. „Mein Kollege ist mit einer ähnlichen Nachricht an Miss Cox sicherlich schon in Lucas Louge, Sir.“

Mr. Lucas nickte und ging in sein Arbeitszimmer, hier schrieb er einen ausführlichen Bericht denn er per Eilkurier nach London schickte



-(39; Frühlings-Adonisröschen: https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/adonisroeschen/)-

-(40; Lord Walsingham: http://en.wikipedia.org/wiki/Baron_Walsingham)-
 
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