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Familie Lucas: Teil III / John

von kira 21
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Catherine "Kitty" Bennet Lady Lucas Lydia Bennet Maria Lucas Mr. Bennet Mrs. Bennet
29.06.2021
16.09.2021
24
24.852
 
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20.07.2021 868
 
John Lucas verließ eben eines der wenigen Geschäfte von Meryton als er auf der anderen Straßenseite Miss Bennet entdeckte, er überquerte die Straße und begrüßte sie.

„Mr. Lucas, wie schön Sie zutreffen. … Ich vermisse Maria, aber ich gönne ihr und Penelope von Herzen die Session in Bath.“ Miss Katherine Bennet wirkte in der Tat einwenig bekümmert.

„Sehen wir uns auf dem Ball des Bataillon`s Miss Bennet?“

„Oh gewiss, Sir. Ich freue mich schon sehr darauf. … Nur …“

„Nur?“, wiederholte Mr. Lucas und lächelte auf sie hinunter.

„Ich fürchte nur Mama … Jetzt da ich die letzte unverheiratete Tochter im Haus bin.“, Katherine lächelte gequält.

„Miss Bennet wollen Sie mir etwas versprechen?“

Überrascht fragte die junge Dame, „was soll ich Ihnen versprechen?“

„Sie dürfen nicht mehr alleine ausgehen. Das schickt sich nicht für eine junge Dame Ihrer Stellung. … Sie wissen mit Sicherheit, dass meine Schwestern nie unbegleitet das Haus verließen. Entweder sie wurden von ihrer Gouvernante (36) oder später dann von ihrer Zofe und einem Diener begleitet.“

Miss Bennet zögerte, „nun wenn Ihnen soviel daran liegt Mr. Lucas. … Ich werde mich darum bemühen.“

John ergriff Katherine Hände und küsste sie.

Als der junge Gentleman den Kopf wieder hob begegnete er Mr. Bennet`s Blick, er hatte ihren Vater durchaus bemerkt bevor er seine Bitte äußerte und hoffte, dass dieser sich nun wenigsten um seine
zweitjüngste Tochter angemessen kümmerte.

„Guten Tag, Mr. Lucas. Wie geht es Ihnen?“

„Ausgezeichnet, Sir. Danke der Nachfrage.

„Kommen Sie mit den Mädchen zurecht ohne Lady Lucas?“

„Durchaus, Sir. Miss Cox und auch die Nanny kümmern sich großartig um meine Schwestern und ich folge nur jeden zweiten Abend einer Einladung. Ich bin mir sicher Henrietta und Louisa genießen es mich einmal ganz für sich zu haben.“

„Kommen Sie doch heute zum Essen zu uns, Mr. Lucas. Ein Dinner im kleinen Kreis nur die Philips, Mr. und Mrs. Long, Mr. und Mrs. Goulding und der Apotheker und seine Gattin.“

Als Mr. Bennet das Zögern des jungen Gentleman bemerkte setzte er hinzu, „Sie können die Mädchen gerne mitbringen.“

Zwischen zusammengepressten Zähnen stieß John Lucas hervor, „zu freundlich, Sir. Aber um diese Zeit schlafen meine Schwestern sicherlich.“ - Sollte ich es wirklich wagen Henrietta und Louisa zu einer Abend-Gesellschaft mitzunehmen dreht mir Mama den Hals um, wenn sie davon erfahren sollte. Immerhin ist Louisa erst neun und Henrietta dreizehn Jahre alt. -

Man trennte sich höflich bis zum Abend.

Auf der Heimfahrt bemerkte Mr. Bennet zu seiner Tochter, „ich gebe es ungern zu Kitty, aber Mr. Lucas hat recht. … Hast du überhaupt eine Zofe?“

Kitty nickte halbherzig mit dem Kopf, „Sara hilft mir mich für eine Gesellschaft anzukleiden.“

„Nun dann wird sie ab heute deine Zofe sein und steht ausschließen zu deiner Verfügung. … Wir haben im Gemeinderat ohne hin beschlossen Arbeitsplätze für die Tagelöhnerkinder zu schaffen.“

„Ob dies Mama recht ist?“, fragte Kitty leise.

„Ich werde mit deiner Mutter sprechen.“, erklärte Mr. Bennet bestimmt.

Bis zum Abend hatte Mr. Bennet seine Verärgerung über Mr. Lucas vergessen, seine Auseinandersetzung  mit Mrs. Bennet hatte dazu beigetragen.

„Unsinn, weshalb benötigt Kitty eine eigene Zofe?“, fragte die Dame empört. „Und die Kosten? Haben Sie auch die Kosten bedacht, verehrter Mr. Bennet.“

„Gewiss, Mrs. Bennet. Mr. Darcy und Mr. Bingley verzichteten auf die ihnen zustehende Mitgift und darüber hinaus muss ich den Unterhalt für Jane, Elizabeth und Mary nicht mehr aus meiner Börse bestreiten. Deshalb erhöhte ich bereits Ihr Nagelgeld (37) werte Mrs. Bennet und warum soll nicht auch Kitty davon profitieren?“

~~~

Mit Bedacht hatte Mrs. Bennet die Sitzordnung geplant: Ihr Gatte führte Mrs. Goulding zu Tisch, Mr. Philips  Mrs. Long, Mr. Long die Gattin des Apotheker`s und dieser Mrs. Philips, Mr. Goulding sie selbst und Mr. John Lucas schließen Kitty.

Katherine (38) sieht heute Abend bezaubernd aus, dachte John. Ihr blondes Haar war gelockt und zu einem losen Knoten hochgesteckt. Sie trug ein zartgelbes Abendkleid, welches ihren hellen Teint strahlen ließ.

Beim Aperitif im Salon fragte er Katherine dann, „wie kommen Sie mit Ihrer Lektüre voran, Miss Bennet?“ Als er ihr erröten bemerkte setzte er hinzu, „Maria bat mich darum mich zu erkundigen. Sie ist ja nicht hier um mit Ihnen zu diskutieren.“

„Oh natürlich. Ich habe den Gedichts-band, den Maria mir empfahl bereits gelesen und muss zugeben es sind herrliche Gedichte.“

Bei Tisch bemerkte Miss Bennet dann, „in ihrem letzten Brief berichtete mir Maria von einer Schriftstellerin und ihren seltsamen Romanen.“

Kitty zog überlegend ihre Nase kraus, „Eloise Adams so laute der Name der Autorin hat inzwischen vier Romane veröffentlicht. Miss Sainsbury und der mysteriöse Oberst, erschien vor drei Jahren, vor zwei Jahren kam Miss Davenport und der dunkle Marquess heraus, im letzten Jahr dann Miss Truesdale und der stille Gentleman und vor einpaar Wochen ist Miss Butterworth und der verrückte Lord erschienen. … Maria schreib in dem neusten Werk wird die Mutter der Heldin von Tauben zu Tode gepickt.“

„Von Tauben zu Tode gepickt.“, fragte John überaus erstaunt. „Geht so etwas überhaupt?“

Mrs. Bennet erhob sich und führte die Damen zum Kaffee in den Salon, während die Herren noch bei einem Brandy verweilten.



-(36; Gouvernante: https://de.wikipedia.org/wiki/Gouvernante)-

-(37; Nadelgeld: https://de.wikipedia.org/wiki/Nadelgeld)-

-(38; Kitty Bennet: https://reginajeffers.files.wordpress.com/2012/05/original.jpg)-
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