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Alles für die Liebe

von M i n a
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
Amberly Schreave Clarkson Schreave
28.06.2021
19.08.2021
28
26.726
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28.06.2021 680
 
Juni im Jahr 2070

Er war wegen eines Mädchens zurück, er, der niemals hatte zurückkehren wollen.
Damals ausgewandert, um einsam und vergessen zu sein, Porter Schreave, bei dem eine Umarmung mit seines dank der Krone einsam gewordenen Cousins mehr oder weniger einen Albtraum ausgelöst hatte. Er hatte sich die ganze Zeit in New Asia vom anderen Geschlecht ferngehalten, vor lauter Angst, zu spüren, dass er mit einem Mädchen nichts anfangen konnte …. Er hatte sich von allen und allem abseits schulischer Kontakte und Belange ferngehalten. Er hatte sich nicht über eine explizite sexuelle Orientierung definieren wollen. Ob hetero oder homo oder beides oder anderes – darum war es ihm nie gegangen. Letztlich hatte er sich auch zu nichts definitiv bekennen müssen. Bei keinem anderen Jungen war jemals etwas passiert – und das wäre es früher oder später doch, könnte er sich eine gleichgeschlechtliche Beziehung vorstellen.
Du nimmst mich als Einziger noch wirklich wahr, hatte Justin gesagt, und ja, selbstverständlich wusste er, dass es nur eine Umarmung gewesen war. Für Justin hatte er nie irgendetwas anderes empfunden als zwischen eng befreundeten Cousins üblich. Seinem Körper hatte er danach aber nicht mehr zugetraut, den Unterschied zu erkennen. Natürlich war er zu hart mit sich selbst ins Gericht gegangen, was er immer klarer sah, je länger er lebte. Er war fünfzehn gewesen, damals.
Ein pubertierender fünfzehnjähriger Junge. Sein Körper schien verrückt gespielt zu haben.
Jetzt kehrte er, ein fast neunzehnjähriger Mann, mit einem exzellenten Schulabschluss – worüber alle sprechen würden – und Selbstbewusstsein – worüber vielleicht niemand sprechen würde, aber ihm bedeutete dieser Schatz alles – nach Illéa zurück.
Und natürlich hatte er keine Ahnung, was er hier wollte … von dem Menschen namens Abby Tamblin abgesehen. Er steckte nur ihretwegen in der Klemme. Nur ihretwegen. Wollte er sein Leben wieder daheim in Illéa führen? Nein. Keine Ahnung. Wirklich nicht.
Er hatte von nichts die geringste Ahnung außer davon, dass er mit ihr Sex und Liebe und das wahre Leben wollte.
Natürlich musste sie zufällig in Illéa daheim sein. War das Schicksal oder verurteilte sie ihn zum Tode, weil er sein Glück unmöglich in Illéa finden konnte? Ihm die Bestimmung dazu fehlte?
»Na, heiratest du keine Frau aus New Asia? Wieso stehst du hier draußen, Porter?«
»Immer witzig.« Onkel Damon. »Ich habe Angst, reinzugehen. Die andere Welt da drin …«
»Ich bin immer witzig. Wegen der Selection wäre ich damals auch am liebsten weggelaufen. Wie Spencer«, offenbarte Damon ihm lächelnd. »Weggelaufen.«
»Onkel Spencer ist tot.« Aber Damon, der es besser zu wissen meinte, tauchte wie gewohnt in die eigene Welt ab, er hätte gar nichts sagen sollen und müssen. Vergebliche Strapaze.
»Nette Damen. Deine Mutter hat sich einige als ihre Schwiegertöchter herausgepickt und einen Fanclub gegründet.«
»Ach, ich soll sie alle heiraten?«, fragte er grinsend. »Hehe! Bestimmt ist keine dabei, die ich mag, Onkel Damon.«
»Im Fanclub?« Er nickte.
»Hmm, ich kann das nun nicht beurteilen. Deine Ausstrahlung ist eine völlig neue.« Lächelnd ging er an Damon vorbei ins Haus. In den Palast. Bei aller Güte, die ihm gegeben war! Daran würde er sich nicht so schnell gewöhnen. Wieder in einem Anwesen mit über tausend Türen zu sein. »Juilliard also? Kann es sein, dass du diese Chance bei keiner einzigen Gelegenheit erwähnt hast, weil Justin dich dadurch erst recht in diese Schublade stecken wird?«
»Diese Schublade, Onkel Damon?«
»Du weißt genau, wovon ich spreche, Porter.«
»Ich erkenne keinen Zusammenhang zwischen Tanz und Sexualität, erst recht keinen zwischen Tanz und Homosexualität im Speziellen, nein, Onkel Damon.«
»Justin ist ja auch zuweilen ein Idiot. Bei ihm habe ich alles falsch gemacht, was bei mir richtig gemacht worden ist und alles richtig, was bei mir falsch gemacht worden ist … Hm. Ein ewiger Kampf, das Vatersein«, sagte Justins Vater mit einem kleinen, aber liebevollen Lächeln.
»Justin ist kein Idiot, weil er anders ist … niemand ist aus diesem Grund idiotisch. Onkel Damon. Ich kann ein bescheidenes Gästezimmer beziehen, aber welches?«
»Du schläfst unter freiem Himmel? Bescheidenheit findest du hinter diesen Türen nicht.«
»Ich finde sie. Irgendwo«, schwor er seinem Onkel.
»Ich schicke dir einen Kammerdiener, damit er dir die Kunst des Überlebens am Hof nahebringt.«
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