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Es ist ein Cartman

von SugerCat
Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft / P16 / Gen
Eric Cartman Kyle Broflovski
28.06.2021
28.06.2021
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„Das ist alles deine Schuld, Fettarsch!“ Beschwerte sich Kyle während er aus seinem Wagen stieg, weil er mal wieder wegen diesem trödelten Kerl zu spät zum Unterricht kam. Er fragte sich, warum er den Typen dauernd mitnahm, schließlich war es nicht seine Schuld, wenn der es nicht schaffte, sich ein eigenes Auto zu kaufen beziehungsweise schon wieder durch die Fahrschulprüfung rasselte, weil der Herr eine Geduld hatte, wie ein fünf Jähriger. Gut, seine Eltern holten ihm auch nur ein gebrauchten Wagen, das er mit Nachhilfestunde für jüngere Schüler betankte.  

„Ich habe dir geschrieben, du sollst um acht Uhr fertig sein. Warum bekommst du es nie hin, rechtzeitig deinen Hintern aus der Haustür zu schieben?“ Damit wurde dauernd seine Geduld unnötig auf die Probe gestellt und die dauernden Diskusionen bei Fahrt hier her erst. So verdammt Nerv tötend. Da hatte man schon die Schnauze voll, bevor der Tag richtig anfing.

„Ich weiß, dass ist die Schule und so weiter, aber ein bisschen muss man schon auf sein Aussehen achten. Ich mein, ich sehe auch so gut aus, doch das kleine Extra oben drauf schadet nie. Wir können ja nicht alle rumlaufen wie du.“ Warf ihm Cartman an den Kopf und er lief zähneknirschend voraus. Ja, er hatte es kapiert, er besaß keinen Sinn für Fashion. Wen interessiert das schon? Er arbeite lieber dafür, dass er auf ein anständiges College kam. Für den schnaufenden Typen hinter ihm, sah das leider schwarz aus, so oft wie der schon Stunden schwänzte. Eigentlich sollte ihn auch nicht kümmern.

„Jetzt sei nicht mies drauf und lass uns da hinten durch den Zaun gehen, dann bist du auch schneller bei deiner geliebten Lehrerin.“ Kyle ballte die Fäuste und schritt noch ein wenig schneller zu, denn diesen Kommentar wollte er gerade wirklich nicht hören, auch wenn er wirklich ein wenig verschossen in eine verheiratete Frau war. Sie war einfach so talentiert in ihrem Job, dass ihm der Unterricht mehr gefiel.  

„Ach halt die Fresse!“ Warf er zurück, denn der andere besaß sicherlich nicht solche hormongeplagten Problemen, denn dieser bekam ja immer was der Typ wollte. Doch über solche Sachen wollte er nicht mehr grübeln, wenn es sein Tagesablauf nicht betraf.

„Komm schon. Du musst nur durch den Zaun und dann rechts, dann bist du schon bei deiner Miss..“

„Ja, ist ja schon gut!“ Somit stapfte er in die gezeigte Richtung, in der Hoffnung man würde ihn nicht verarschen, denn vom Parkplatz musste man immer erst zum Toreingang latschen und dann konnte man erst in das Schulgebäude. Wenn man Zeit hatte, war das kein Problem. Doch der Kerl bei ihm, machte das immer zu einem.

„Lady’s First.“ Grinste Cartman ihn doof an, als dieser den kaputten Drahtzaun für ihn anhob. Er rollte darauf nur genervt die Augen und trat dadurch, worauf er vor einer Hecke stand.

„War ja klar.“ Beschwerte er sich, denn er würde jetzt nicht durch diesen Strauch kriechen.

„Jetzt jammer doch nicht gleich herum und geh noch ein paar Schritte nach links, da ist das Grünzeug dünner. Da kannst durchgehen.“ Das machte er dann auch, aber nicht ohne sich weiter zu beschweren. Vielleicht, weil er es so in Cartman Nähe gewohnt war.

„Ich schwöre dir, wenn irgendwas an mir hängen bleibt, dann ..“ Doch er musste dann ein wenig lachen, denn ja bei ihm hingen ein paar Blätter fest, doch bei seinem Kumpel klebte noch mehr dran.

„Was ist so lustig? Alter, wenn da wieder so eine scheiß fette Spinne hängt, dann ..“ Wer jammert jetzt hier herum, dachte er noch, aber nahm die Raupe von Cartman‘s Gesicht, die genau auf die Stelle, zwischen den zwei Augenbrauen fiel. Sah halt für einen Moment so aus, als hätte der andere eine sehr buschige Mittelbraue und passte auch super zu dessen Mimik.

„Scheiß Viecher! Schau ja nach, ob da noch irgendwas ist.“ Darauf verflog sein schlechte Laune von vorher fast, denn so war sein Freund wie ein Kleinkind. Na ja, irgendwie ist der das ja auch noch. Ein verzogenes und vorlautes Kind.

„Du wolltest doch durch den Busch kriechen!“ Meinte Kyle immer noch amüsiert, während er noch ein paar Blätter von den Haaren des anderen zog, bevor er sich nochmal durch die eigenen strich, aber da blieb nicht viel hängen. Sicherlich weil er größer als dieser Gestrüpp war. Während Cartman nun mit dem Handy seinen Look prüfte, fand er dass sie allmählich genug Zeit hier vergeudet haben.

„Nun hör auf damit, du Schönheitskönigin. Wir müssen jetzt wirklich ..“ Erschrocken verschlug es ihm die Sprache, als er nach vorne sah und bemerkte, dass sie nun hinter dem Schuppen des Hausmeisters standen.

„Wir müssen jetzt wirklich, was? Kaum hast du ..Oh.“ Als Cartman auf dieselbe Wand starrte, die mit einem großen und schwarzen Hakenkreuz besprüht war, hielt dieser auch inne.

„Oh? Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?!“ Alles von vorher plötzlich vergessen und eine rasende Wut, baute sich schnell in dem Rotschopf auf.

„Was?“

„Sind wir vielleicht deswegen noch nie vorher hier lang gegangen. Wolltest du warten, bis der Weg so präsentable ist oder hast du die Wand vielleicht noch selber verschönert?!“ Nun würde er Cartman am liebsten die Fresse polieren, für diesen ahnungslosen und gespielten Blick, denn er gerade bekam. Er ballte schon die Fäuste, aber versuchte sich zu kontrollieren. Sowas wie jetzt, fühlte er schon eine Weile nicht mehr und da war die Autofahrt hier her, nichts dagegen.

„Nein, ich..“ Doch er wollte die dummen Ausreden nicht hören und stapfte einfach davon, denn sich zu prügeln, nütze ihm ja nie etwas.

„Kyle, bitte warte! Ich..“ Der andere wagte es auch noch, an seiner Jacke zu ziehen.

„Fass mich nicht an!“ Mit einem letzten und giftigen Blick, riss er sich los und ging einfach voran. Das schien wohl genug zu sein, denn er vernahm auch keine Schritte mehr hinter sich. Verdammt, dachte er niedergeschlagen, denn er hätte damit rechnen müssen, dass jemand wie Cartman es nie lassen konnte. Und er hatte wirklich geglaubt, dieses Arschloch hätte sich in letzter Zeit gebessert. Wann hörte er das letzte Mal, dass dieser ihn ‚Jude‘ nannte? Wahrscheinlich wollte man ihn nur in Sicherheit wiegen, bevor man ihn das hier brutal reinwürgen konnte.

Ein Kloß formte sich in seinem Hals und ihm wurde schlecht. Die erste Stunde war sowieso fast vorbei, somit suchte er erst die Toilette auf. Am Gang dahin, sah er am Fenster noch, wie Fettarsch auch noch hinten in der Ecke stand und Fotos von dem widerlichen Werk aufnahm. Es war so typisch für diesen rassistischen Arsch und auch er selber hätte eigentlich dazu lernen sollen. Sie wurden schließlich älter und mit Leuten wie Cartman, wollte er so nicht weiter befreundet sein.

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„Puh, war das wieder stressig. Zum Glück ist morgen Freitag. Die Woche ging ja gefühlte Ewigkeiten.“ Gab Stan neben ihm seufzend und müde von sich, als sie zu dritt das Gebäude verließen. Sie gabelten Kenny auch noch auf, denn sie hatten ja versprochen ihm zu helfen Autofahren zu lernen. Es wird wohl eine Weile dauern, bis dieser das Geld für den Führerschein zusammen bekommt, doch vielleicht könnten sie zum Geburtstag alle zusammenlegen. Da fiel ihm ein, er könnte Butters da auch fragen. Doch dessen Eltern sind auch nicht so freigiebig mit dem Taschengeld und ließen ihn ja nicht einmal einen Ferienjob oder sowas annehmen. Na ja, ist ja noch eine Weile hin und sie konnten bis dahin daran arbeiten, dass ihr Kumpel zumindest die Prüfung beim ersten Mal besteht.

„Wollen wir heute nicht auf Cartman warten?“ Erkundigte sich Kenny während dieser ein paar Papiere in die Tasche steckte. Mit diesem Satz fuhr seine Laune wieder in den Keller, den Kyle schaffte es tatsächlich, den Fettarsch die letzten Tage zu ignorieren. Er sperrte sogar dessen Nummer, weil er fand es machte keinen Sinn, mit dem Typen noch darüber zu plaudern. Auch wenn die Sache am Montag ihn dennoch enttäuschte, denn irgendwie dachte er, auch wenn er mit Cartman hier und da diskutierte oder stritt, wie die anderen es beschreiben, er wollte persönlich dem Kerl nicht mehr so sehr an die Gurgel springen wie früher. Zumindest bis zu dem Scheiß, der am Anfang der Woche geschah. Er war so in Rage, dass er bei der Heimfahrt eine willkürliche Mülltonne auf der Straße um trat und sie dann nach einigen Minuten wieder aufhob, denn das Eigentum anderer Leute, besaß für seine bescheuerte Charaktereinschätzung keine Schuld.

„Warum sollte ich?“ Gab er nur kühl von sich, denn früher oder später mussten die anderen auch erfahren, was geschehen war.

„Alter, du bist wegen ihm schon die letzten Tage schräg drauf. Was hat er denn wieder angestellt? Hat er bei dir auch Glitzer im Wagen verteilt? Ich kann den Dreck seit Wochen wegsaugen wie ich will, ich finde immer wieder was.“ Beschwerte sich der Schwarzhaarige und er dachte, dass sowas sein geringstes Problem wäre.

„Da würde erklären, warum du das Zeug immer in der Fresse hast. Pennst du neuerdings in deinem Auto?“ Scherzte Kenny und konnte sich das Lachen dann nicht verkneifen, als dieser merkte, dass er wohl genau auf den Punkt traf.
 
„Mein Vater hat mal wieder eins seiner Phasen und da macht es Zuhause echt kein Spaß. Selbst im eigenen Zimmer verbarrikadieren hilft nicht.“ Erklärte Stan weiter und der Lockenkopf überlegte derweil, wie er es den anderen zweien darlegen sollte, dass er es lieber hätte, dass aus ihrem Quartett ein Trio wird. Merkwürdig, doch irgendwie mochte er auch nicht wirklich darüber reden. Sollte es nicht leicht sein, jemanden wie Cartman links liegen zu lassen?  

„Wir können gehen. Unser Dickerchen muss mal wieder Nachsitzen und ich habe heute echt keine Lust auf ihn zu warten. Der nächste Bus kommt ja erst in drei Stunden wieder.“ Meinte Kenny seufzend und steckte sein Handy weg.

„Kann der einmal nichts anstellen?“ Meinte der Schwarzhaarige neben ihm, der nebenbei auch auf sein Telefon schaute und sicherlich mit der Freundin schrieb.

„Ich kann dich mitnehmen, dann ist die Fahrt zurück heute nicht so ruhig.“ Versuchte er das Thema von dem Fettarsch abzubringen.

„Außerdem musst du heute nicht noch arbeiten? Wenn ich dich mitnehme, hast du noch ein  bisschen Luft vorher.“ Bat er Kenny freundlich an und dann sah dieser ihn direkt an.

„Du hast Cartman die ganze Woche mit dem Bus fahren lassen. Warum?“ Erkundigte man sich bei ihm, als hätte er was Dummes getan.

„Hat er dir das gepetzt? Ist mir egal. Und wenn du mitfahren willst, verlierst du besser kein Wort mehr über ihn!“ Das kam ein wenig lauter und deutlich aus seinem Mund, als der Rest von vorher. So viel zum ignorieren und gelassen bleiben.  

„Gott, Kyle! Beruhige dich mal wieder.“ Das brachte auch Stan dazu sein Handy wegzustecken und ihn irritiert anzusehen.  
 
„Ihr wollt unbedingt wissen, warum ich endgültig nichts mehr mit diesem Scheißkerl zu tun haben will? Bitte.“ Da kroch die Wut in ihm wieder hoch, dass er am liebsten um sich treten möchte.

„Ey, jetzt fahr wirklich mal wieder runter und schrei hier nicht so herum!“ Sein schwarzhaariger Kumpel versuchte ihn zu beruhigen, doch die anderen beiden würden es wohl erst verstehen, wenn sie auch die Schmiererei sehen. Sicherlich hat der Hausmeister es noch nicht einmal übermalt, weil es nicht so gut sichtbar war. Auch wenn er es noch am Montag meldete, hatte er manchmal das Gefühl, solche Sachen besaßen in dieser Schule keinen Vorrang.  

„Kommt mit!“ Zwar stellten die anderen zwei noch Fragen, aber sie folgten ihm dennoch einfach so, zu der Stelle mit dem kaputten Zaun. Er entschied sich dafür, erst wieder was zu sagen, wenn sie vor der beschmutzten Wand standen.

„Seit wann gibt es denn eine Abkürzung vom Parkplatz aus?“ Erkundigte sich Kenny überrascht und er selbst wunderte sich kurz, ob es den Weg noch nicht lange gab. Der Draht im Zaun sah deutlich zerschnitten aus.    

„Und nun?“ Wollte Stan weiter wissen.

„Hier lang.“ Kyle ging voraus, um den anderen die Richtung zu weisen.

„Sind wir nicht ein wenig zu alt, um durch das Gebüsch zu kriechen?“

„Ach? Aber wenn du dich mit Wendy im Grass herum rollst, ist das ok?“ Scherzte der blonde Junge und der andere wurde ein wenig verlegen.

„Vergesst das für einen Moment und schaut euch das an!“ Forderte der Lockenkopf seine Freunde auf, als sie alle drei, vor besagter Wand standen.

„Boah! Und deswegen muss Cartman echt nachsitzen?“ Na die Reaktion von Kenny verstand er nun wirklich nicht.  

„Das hat er niemals gemacht. So gut ist er nicht.“ Stans Aussage fand er fast noch Schlimmer. Hatten seine zwei Freunde den Verstand verloren?

„Seid ihr völlig bescheuert?! Das ist ..“ Doch Kyle unterbrach seinen eigenen Satz, als er in seinen Augenwinkeln etwas Pinkes sah und den Kopf drehte. Er blinzelte, denn was nun die Wand verzierte, war farbiger und größer. Auf den ersten Blick sah es nur aus, wie eine pinke bis gelbe Blume mit grünen Blättern drum herum. Doch in der Mitte davon wo man den Stempel oder Staubblätter erwarten würde, hatte der Künstler etwas anderes hinzugefügt. Einen kurzen Moment waren sie wohl alle drei mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, was das betraf.

„Ok, ich spreche jetzt aus, was wir alle hier denken. Meint ihr, er hat seinen eigenen Penis dahin geklatscht?“ Erkundigte sich der Blonde und machte einige Fotos von dem Gebilde.  

„Ich denke immer noch, dass er das nicht war.“ Fügte sein bester Freund nicht ganz schlüssig hinzu.

„Doch das war Cartman.“ Ein wenig fühlte Kyle sich nun besser und beschissen zu gleich, denn ihm war in dem Moment klar, dass er seinem stämmigen Kumpel irgendwie unrecht tat. Oder nicht? Und was wenn der miese Typ, das Kreuz dennoch fabrizierte und sich die Szene mit ihm dann doch nicht als so lustig herausstellte? Sollte es vielleicht eine Art von dummen Prank sein und Cartman filmte das Ganze noch? Schließlich wussten seine anderen Freunde nichts von dem Weg und der Drahtzaun sah bearbeitet aus. So oder so, wird er wohl nicht drum herum kommen, nochmal ein Wort mit diesem Künstler zu wechseln.  

„Entschuldigung, aber wann hast du in letzter Zeit seinen Schwanz gesehen?“ Während Stan eher empört schaute und das fragte, grinste Kenny ein wenig amüsiert in seine Richtung.

„Was? Nein, dass meinte ich gar nicht! Er hat mal sein Skizzenbuch herumliegen lassen. Ihr wisst doch wie man manche Bilder ansieht und sagen kann, das ist ein Van Gogh oder H.R Giger. Das hier ist ein Cartman.“ Er erzählte nicht wie er das Buch aufschlug und dann gleich wieder vor Scham schloss, weil nackte Frauen dort sehr gut skizziert waren. Ihm war ja schon bewusst, dass der Typ irgendwie Talent fürs Zeichnen besaß. Doch das dieser so gut war, wurde ihm erst in dem Augenblick bewusst, als er gut gezeichnete Oberweiten, Hintern und weitere nackte Körperteile auf Papier anglotze. An dem Tag verhielt er sich auch komisch, weil er sich nicht traute zu fragen, wer da Model stand, denn so weit sein Wissen reichte, bot die Schule keine Kurse mit Aktmodellen an.

„Das reicht aber jetzt. Ich fühle mich merkwürdig, da weiter hinzustarren.“ Damit drehte der Schwarzhaarige sich wieder zum Zaun, um wieder zum Parkplatz zu latschen.

„Hm, wahrscheinlich die jahrelang unterdrückten homosexuellen Gefühle.“ Scherzte Kenny und schritt auch zu dem Weg durch das Gestrüpp zurück. Doch während die beiden sich noch einen Moment gegenseitig aufzogen und herumalberten, fasste er einen Entschluss.

„Alter, mach ein Foto, wenn es dir so gut gefällt.“ Rief man Kyle zu und damit ging er auch wieder zum Parkplatz. Solange sollte er seine Zeit wirklich nicht mit herumstehen verschwenden, denn schließlich musste er heute noch Nachhilfeunterricht geben.
 
(000)


„Na, müssen wir mal wieder …“ Als der Lockenkopf nach seiner Arbeit erneut zur Schule fuhr, um jemanden bestimmten am Eingang der Schule abzufangen, wollte er es erst mit einem lockeren Spruch versuchen. Denn die Stimmung war merkwürdig und wurde noch schlimmer, als er Cartman‘s Gesicht erblickte. Das war nämlich mit einigen Wunden und Pflastern geziert.

„Du hast dich schon wieder geprügelt.“ Stellte er also nur fest und er konnte den Blick des anderen nicht ganz deuten. Wie oft hatten sie vier schon darüber diskutiert, dass sie nicht immer da sein konnten, um ihren Kumpel zu helfen, wenn der mal wieder voreilig um sich schlägt. Gut, manchmal gab es auch Leute, die Cartman mit Absicht provozierten, aber er dachte man würde mit der Zeit dazu lernen. Es kam nun mal nicht gut an, wenn sehr temperamentvoll auf der Akte vermerkt wird.

„Und? Was interessiert dich das?“ Damit wollte man einfach an ihn vorbei stolzieren, aber er lief natürlich hinter her, denn er kam bestimmt nicht umsonst erneut zur Schule.

„Verdammt, stalks du mich jetzt oder was?“ Erkundigte man sich nach einigen Schritten bei ihm und er wusste auch nicht so genau, wie er seinen nächsten Satz anfangen sollte. Eigentlich dachte Kyle, er könnte nach den Nachhilfestunden hier her zurück fahren, seinen hoffentlich noch Kumpel ein wenig aufziehen und ihn dann Heimfahren. Sie alberten doch immer herum. Jetzt jedoch war irgendwas anders.

„Es tut mir Leid, wie ich am Montag reagiert habe. Ich hätte nicht gleich denken sollen, dass du .. das warst.“

„Du denkst, dass ich deswegen sauer auf dich bin? Bin ich nicht.“ Erwiderte Cartman ohne ihn nur anzusehen und ging dann einfach weiter.

„Nun warte doch mal! Ich ..“

„Hör zu! Mach, was immer du hier noch zu suchen hattest, aber geh mir damit nicht auf die Nerven!“

„Ok. Aber das eine, schließt das andere nicht aus.“

„Häh? Was soll das heißen? Ach, ich hab für dein dummes Gelabber heute keine Geduld. Der Bus kommt gleich und die verdammte Haltestellte ist da vorne.“ Zwar wurde gesagt, dass man nicht verärgert mit ihm ist, doch es hörte sich nicht so an.

„Soll ich dich mitnehmen?“

„Zur Bushaltestelle?“ Hörte er und dachte mit den Augen rollend, dass sich der andere Kerl manchmal echt dämlich anstellen konnte.

„Von mir aus. Aber dann zu der in South Park.“ Diese Aussage brachte Cartman endlich dazu stehen zu bleiben und sich umzudrehen.

„Du.. du bist nochmal hergekommen um mich abzuholen?“ Das klang so unglaubwürdig, als würde er nie was Nettes tun.
 
„Na, komm schon. Oder willst du hier weiter herumstehen?“

„Schon so oft, habe ich gesagt, du sollst mich nach dem Nachsitzen abholen und jetzt wo ich kein Bock mehr drauf habe, dann kommst du angekrochen?“

„Erstens, kann ich nichts dafür, wenn du so oft nachsitzen musst. Was treibst du denn den ganzen Tag in der Schule überhaupt, dass du dauernd extra Stunden bekommst? Ach, egal. Darum geht’s jetzt nicht. Warum musstest du dieses Mal eigentlich nachsitzen?“ Er versuchte hier echt höfflich zu bleiben, aber sein Gegenüber verhielt sich schon wieder so schwierig, dass er am liebsten allein zurück fahren wollte. Warum war dieser noch Freund in den unpassenden Momenten so stur?

„Du musst nicht alles wissen.“ Dabei blickte Cartman fast betroffen zur Seite.

„Das Bild beim Hausmeisterschuppen, hast du doch gemacht?“ Erkundigte er sich vorsichtig.  

„Nein, habe ich nicht! Das wollte ich dir schon am Montag erklären, aber du..“

„Ich meinte das Blumenbild.“ Der Lockenkopf unterbrach das eilig.

„Du hast dir das angeschaut? Warte, dann bist du noch mal durch das Gebüsch gekrochen?“

„Du weist das nicht? Hat Kenny dir nichts geschickt?“

„Ich hab vergessen, mein Handy zu laden und ich wollte es nicht in der Schule machen, denn die Lehrer haben immer so Klebegriffel.“ Damit standen sie schon beide bei seinem Auto und er entriegelte die Türen nebenbei.

„Ach so.“ Gab Kyle knapp von sich und stieg ein, denn ihm würde es nie einfallen, sein Telefon in der Schule zu nutzen. Vielleicht wenn kein Lehrer in der Nähe stand und in Notsituationen.

„Was, ach so? Was wolltest du noch mal da?“ Als der andere auch im Wagen saß, verschloss er die Türen wieder, weil er wusste, wie Cartman bei Themen reagierte die ihm unangenehm waren. Gut, er rannte da meistens auch weg, doch dieses Mal mussten sie wohl ein Gespräch darüber führen.

„Ach du Scheiße! Ich wusste, es würde irgendwann passieren, aber das es in deinem Wagen sein wird und dann ist hier niemand, der mir helfen kann. Ok, lass es hinter uns bringen, aber sei bitte zärtlich. Ich bin noch Jungfrau.“ Natürlich musste sein Beifahrer alles ins Lächerliche ziehen.

„Ach halt die Fresse! Als ob ich dich je anlangen würde.“ Gab er genenervt von sich.

„Jetzt verletzt du aber meine Gefühle, Kyle!“ Meinte man gespielt patzig und drehte sich auch noch weg.

„Also? Warum musstest du Nachsitzen? Weil du dich geprügelt hast?“

„Warum hängen wir eigentlich noch miteinander ab?“ Bei der Frage sah Cartman immer noch aus dem Fenster und dessen Stimme klang nun gar nicht mehr so amüsiert.

„Was?“ Konnte er nur sagen, denn damit rechnete er nun gar nicht.  

„Hast du dich das nicht selber gefragt diese Woche?“

„Am Montag hast du dich doch beschissen gefühlt, wegen dieser Sache. Wenn du weiter mit mir abhängst, wird das wahrscheinlich wieder und wieder passieren. Das ist dir doch bewusst. Ich bin ohne dich sowieso besser dran.“ Das klang aber gar nicht so, dachte der Rotschopf sich und jetzt wollte er echt wissen, was in den letzten Tagen noch so ablief.

„Lass mich einfach aussteigen und wir vergessen die Sache.“ Schlug man ihm noch vor.

„Könnte ich wenigstens eine Erklärung haben?“ Das hatte er doch wenigstens verdient.

„Ich bin beschissen, was Mensch sein und Menschenkenntnis angeht, ok?! Du hast doch die besten Noten von uns vieren. Also warum checkst du nicht, wie dumm es ist, mit mir abzuhängen? Warum machst du das überhaupt noch? Hast du nicht schon oft früher gesagt, dass du mich am liebsten loswerden willst? Hier ist dein freies Ticket dazu.“ Warf man ihn barsch hin und man blickte ihn mit geballten Fäusten an. Genau sagen konnte er nicht, gegen wen die Wut hier gerichtet werden soll. Wenn man ihn schlagen wollte, dann war das auch seine eigene Schuld, denn er wusste wie der Schwergewichtige handelte, wenn man ihn in die Ecke drängte.

„Du hast früher auch viel Mist gelabbert und dir oft gewünscht, das ich ster…“ Eine Hand auf seine Mund ließ ihn den Satz nicht beenden. Cartman nahm seinen Arm langsam wieder zurück und er sagte erst einmal nichts weiter dazu, denn er hatte das Gefühl, er sollte warten, damit der andere erklären konnte, was dieser wollte.

„Ja, ich wollte dich früher immer vom Hals haben. Alles wusstest du besser und dauernd hast du einem den Spaß verdorben. Wolltest immer an irgendwelche Regeln und Gesetzte halten und es ist bis jetzt echt nicht besser geworden. Ein Streber der sich bei jedem Lehrer einschleimt und seine Freunde dazu zwingt, dass Beste aus sich rauszuholen. Selbst die dummen Hoffnungslosen lässt er nicht einfach so hängen und muss die auch noch bemuttern. Ist echt schrecklich mit dir, Kyle.“ Erst wollte sich der Fahrer hier noch beschweren. Schließlich könnte er auch besseres erledigen, als sich um diesen Klotz zu kümmern. Und trotz allem, kam er dennoch hier her, weil dieser Typ dennoch zu seinem Freundeskreis zählte. Als ihm dann auffiel, dass sein Nebenmann auf ein Kompliment aus war, dachte er noch einen Moment über alles nach. Na ja, bei diesem Kumpel kam so Etwas nicht leicht heraus. Zumindest wenn es sich um solche Angelegenheiten drehte.

„Ich habe den Zaun zerschnitten.“ Bevor er antworten konnte sprach Cartman schon weiter, doch sah wieder aus der Fensterscheibe an der Seite heraus.

„Ja, es war schon vorher geplant, die Wand zu besprühen. Aber erst diese Woche.“ Die Fäuste wurden wieder geballt.
„Und ganz bestimmt nicht mit so einem Scheiß!“ Ertönte es lauter im Wagen. Ein Augenblick verflog in Stille in dem sein Freund sich wieder beruhigte.  

„Weil wir vier nicht mehr so viel Zeit für einander haben, dachte ich, dass ich Heidi‘s Rat folge und auch neue Leute kennenlerne. Das ging total nach hinten los. Deswegen finde ich es besser, wenn wir uns nicht mehr sehen.“    

„Nein.“

„Nein? Das ist hier kein dummes Frage und Antwort Spiel. Ich tue dir nicht gut.“ Während das dargelegt wurde, fühlte sich der Lockenkopf ganz anders. Vielleicht weil sein Kumpel noch nie so ernst wirkte. Ok, dass kam schon vor, aber halt nicht wegen solcher Gründe.

„Theoretisch, tut keiner von uns vieren den anderen gut.“ Gab er seine Meinung dazu und grübelte gleichzeitig darüber nach, warum Cartman mit Heidi wieder vermehrt abhing. Es ging ihn ja eigentlich nichts an.

„Autsch. Danke, für die Aufmunterung. Das mit Stan, mir und dir, verstehe ich noch. Aber Kenny ist doch echt ein Engel. Außer das seine Eltern zu faul sind, Arbeiten zu gehen, gibt’s an ihm nichts auszusetzten.“ Plapperte sein Gesprächspartner, der nebenbei versuchte, sein Handy anzuschalten, doch das gab echt keinen Ton von sich, weil der Akku sicherlich ganz runter war.

„Alter, er ist manchmal wie ein streunender Hund! Er hat letzte Woche einfach an eine Hauswand gepinkelt.“ Und es war wirklich so. Manchmal verhielt sich Kenny echt vornehm und höflich, aber in anderen Momenten, wie ein wildes Tier, dass noch nie was von zivilisierten Regeln gehört hatte. Was gut bei Schlägertypen ankam, denn niemand wollte sich mit dem Blonden schlagen, aus Angst Flöhe würden überspringen. Dabei sah es bei dem Kerl nicht so schlimm mit der Hygiene aus, weil in dieser Schule niemand danach fragt, wenn die Duschen benutzt werden.

„Hey, er hat nur sein Revier markiert.“ Scherzte Cartman und steckte das tote Telefon dann einfach an seinem Wagen an. Der Besitzer erwähnte nicht einmal mehr was dazu und machte sich daran den Wagen zu starten, um endlich von hier wegzukommen. Der Abend wurde schließlich auch nicht jünger.

„Dann ist alles cool zwischen uns?“ Bei der Frage lag eine Hand auf seinen Unterarm und er sah kurz nachdenklich dort hin. Die Hand wurde darauf unsicher weggezogen.

Eigentlich wollte Kyle noch wissen, mit wem sich sein Kumpel prügelte. Aber am Ende würde es ihm auch nichts bringen. Egal wer es war, man sorgte dafür, dass die Person für die Schmiererei bestraft wurde. Auch wenn er eigentlich gegen Gewalt war, manchmal verstand solche Leute nur diese Sprache. Geschehen ist geschehen. Zumindest nahm er sich vor, das nächste Mal besser zu verhalten.  

„Wahrscheinlich wird es noch mehr solche Idioten geben. Aber ich bin froh, dass du auf der richtigen Seite stehst. Die wichtigere Frage ist doch, wessen Ding hast du da an der Wand verewigt?“ Das brachte endlich ein grinsen in Cartman‘s Gesicht.  

„Na willst du das Prachtstück in Natur sehen?“ Meinte man scherzend zu ihm.

„Wenn du jetzt den Reisverschluss deiner Hose öffnest, kannst du doch den Bus nehmen!“ Der Lockenkopf tat flüchtig so, als wäre er beleidigt aber einen Moment später, lachten beide über die Tatsache, dass da ein Penis am öffentlichen Schulgebäude gesprüht wurden. Diese Fahrt kam ihn besser vor, als alle anderen zuvor. Ihm war klar, dass es mal wieder miese Tage mit Cartman geben wird, aber wenn es darauf ankommt, kann man auf ihn zählen.
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