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Ich werde dich immer lieben

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert OC (Own Character)
26.06.2021
19.09.2021
44
29.309
3
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09.07.2021 821
 
Hansi und das ganze Revier haben sich vor Hubsis Zimmer versammelt. Dazu hatten Sonja und der Riedl Luftballons besorgt. Auf denen stand: „Gute Besserung!“. Auch Sabrina war gekommen, die einige Blumen verschiedenster Sorten mitgenommen hatte. Gemeinsam gingen sie in das Zimmer. Für alle war das ein komischer, angsteinflößender Anblick. Hubsi war sonst ein unglaublich starker Mensch, der sich von nichts und niemandem unterkriegen lässt. Dann konnte er einmal nicht bei einer Verfolgung richtig aufpassen und schon passierte so etwas schlimmes. Staller trat an das Bett. „Hubsi, es tut mir leid, dass ich dich im Stich gelassen habe. Wenn ich bei dir gewesen wäre, dann würdest du nicht hier liegen. Aber ich schwöre dir eins, ich werde dafür sorgen, dass der, der dir das angetan hat, seine gerechte Strafe bekommt. Trotzdem solltest du wieder aufwachen. Ohne dich bin ich doch aufgeschmissen, ohne dich fehlt uns ein wichtiges Mitglied im Revier und deine Frau kann ohne dich nicht leben. Es ist die reinste Qual für sie, da kann man nicht mehr hinsehen. Vor allem, als sie erfahren hat, dass dir war zugestoßen ist. Ihr Gesicht werde ich niemals vergessen können. Quäl sie nicht länger und wach einfach wieder auf. Es ist für uns alle das Beste. Wir vermissen dich jetzt schon.“, sprach Hansi. Alle anderen stimmten ihn in vielen Dingen zu, dennoch mussten sie nach 20 Minuten schweren Herzens wieder gehen. Nur Hansi blieb, er wollte noch nicht gehen. Er wollte die Nacht hier verbringen, mit ihm reden und hoffen, dass er aufwacht.
Endlich war es soweit. Das erste Mal konnte sie auf dem Ultraschall ihr Kind sehen. Es war noch ganz klein, so klein wie ein Krümmel, doch sie war voller Stolz. Der Moment ließ sie alles andere vergessen. Sie genoss die paar Sekunden, in denen die Welt ganz normal, sogar schön schien. Mit Tränen in den Augen nahm sie das erste Bild ihres Kindes an. Sie liebte es jetzt schon über alles, obwohl es noch so früh war. Behutsam verstaute sie das Bild in ihrer Handtasche. Damit verschwand sie aus dem Untersuchungsraum und besuchte wieder Hubsi. „Hey, ich bin es.“, begrüßte sie ihn, als sie den Raum betrat. Der Raum war vollgestellt mit lauter Blumen und Luftballons. Anscheinend waren seine Freunde heute hier gewesen. Anja setzte sich wieder auf einen Stuhl neben seinem Bett und erzählte von ihrem Tag. Außerdem zeigte sie ihm das Bild, in der Hoffnung, dass er etwas mitbekommt. Doch es veränderte sich nichts. Sie schaute auf das Bild, dann auf ihn. Ihre Augen waren voller Tränen. „Franz, wenn du mich verstehst, hör mir zu. Das sind jetzt die Hormone, die aus mir sprechen, also wunder dich nicht. Ich möchte, dass wir für unser Kind da sein können, ein sicheres zuhause haben, sichere Jobs, gute Versicherungen. Doch das wichtigste ist, ich möchte unser Kind mit DIR groß ziehen. Mit anderen Worten, ich möchte, dass unser Kind einen Vater hat. Also bitte, wach auf!“ Sie umklammerte seine Hand und ließ ihre Tränen ungehindert laufen.
Vor der Tür stand Hansi, mit einem Kaffee in der Hand. Diesen hatte er sich besorgt, da er vor einer langen Nacht stand. Gerade, als er hinein gehen wollte, hatte er Anjas Stimme gehört. Wie er so war, hatte er zugehört, was sie gesagt hatte. Es war nur der letzte Satz, den er richtig mitbekommen hatte. Doch diesen musste er erst einmal verstehen. „Ich möchte, dass unser Kind einen Vater hat.“, das hatte sie gesagt. So etwas hatte er noch nie von Anja gehört. „Unser Kind“. Die beiden hatten keine Kinder, da war auch nichts unterwegs. Das hätte Hubsi niemals vor ihm geheim halten können. Warum sollte sie sonst so etwas sagen? Auf einmal verstand er. Anja war schwanger! Und Hubsi wusste nichts davon. Schließlich hatte Anja gesagt, dass sie möchte, das ihr Kind einen Vater hat. Hansi wurde schlecht. Natürlich wusste er, dass er nicht für Hubsis Zustand verantwortlich war, dennoch hatte er seinen Kollegen, einen werdenden Vater, im Stich gelassen. Er hätte bei ihm bleiben müssen, dann wäre das ganze nicht passiert.
Der Stuhl wurde zur Seite geschoben und es waren Schritte zuhören. Anja kam geradewegs Hansi entgegen. Staller stand noch vor der Tür, daher sah es so aus, als ob er gerade kommen würde. „Hey, Anja. Wie geht es dir? Du bist vorhin so schnell weg aus der Pathologie.“, erkundigte sich Hansi. „Wie sollte es mir schon gehen? Mein Mann liegt im Koma und der Girwidz ersetzt ihn schon nach einem Tag, mit sich selber. Das konnte ich nicht aushalten.“, erklärte Hansi. „Das ist sowas von verständlich und ich werde alles tun, damit der Verantwortliche seine gerechte Strafe bekommt. Versprochen! Kann ich denn irgendwas für dich tun? Ich bin auch ein guter Zuhörer.“, meinte er. „Ich will einfach nur, dass er wieder aufwacht. Auch wenn die Ärzte meinen, es wäre eine 50:50 Chance. Aber danke für das Angebot.“ „Ist doch klar. Bis morgen!“ „Bis morgen!“ Damit fuhr Anja nach Hause.
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