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Ich werde dich immer lieben

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert OC (Own Character)
26.06.2021
19.09.2021
44
29.309
3
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04.07.2021 651
 
Der Weg dauerte nicht lange, gerade mal sieben Minuten. Herbert war gerade dabei, die Blumen draußen vor dem Einfamilienhaus zu gießen. Das Haus war ein typischer Bau aus den 1980er gewesen, mit einem riesigen Vorgarten. Verwundert schaute Herbert seine Tochter an, als diese auf den Hof gefahren kam. „Ist alles in Ordnung bei dir?“, rief er ihr als Begrüßung hinzu, als seine Tochter aus dem Wagen stieg. Anja schüttelte den Kopf. „Nichts ist in Ordnung. Kann ich erstmal bei dir wohnen?“, antwortete sie. Dabei rollten wieder Tränen über ihr Gesicht. „Natürlich, ich helfe dir beim tragen.“ Gemeinsam trugen sie ihre Koffer ins Haus. Es waren insgesamt vier Stück. Zum Glück war ihr Zimmer gleich neben der Haustür, weshalb der Weg nicht so lang war. Danach gingen sie in die Küche und setzten sich auf die gemütliche, alte Holzeckbank. „Was ist los? Hat er dir was getan? Hattet ihr Streit?“, fing ihr Vater besorgt das Gespräch an. „Nein, es ist viel schlimmer.“ Gespannt und voller Sorge nahm er die Hand von Anja und streichelte über diese. „Der Franz hatte heute einen Einsatz und… und er wurde… verletzt.“, schluchzte sie: „Papa, er liegt... im Koma.“ Es folgten viele Tränen. „Das tut mir leid, echt leid. Willst du auf den Schrecken erst einmal einen kleinen Schnaps trinken?“, bot er ihr an. „Nein, danke.“, lehnte sie ab. „Der wird dir aber bestimmt gut tun.“, versuchte er sie zu überzeugen. „Nein, ich will nicht.“, verneinte sie wieder. Doch ihr Vater wollte nicht locker lassen: „Es ist auch nur ein kleiner. Der wird dir helfen.“ „Papa, ich bin schwanger. Ich kann keinen Alkohol trinken.“, erzählte sie ihm, obwohl sie es noch gar nicht wollte. Schließlich war der dritte Monat noch nicht vorbei.
Herberts Gesichtsausdruck war undeutlich, eine Mischung aus Freude, Sorge, Trauer und Stolz. Nun setzte er sich neben sie und umarmte seine Tochter. „Das ist doch was tolles. Meine kleine Tochter wird bald selber Mutter sein.“, versuchte er sie aufzumuntern. Tatsächlich lachte sie etwas. „Ich freu mich auch, sehr sogar. Der Franz und ich, wir haben uns ja auch Kinder gewünscht. Aber ich hab es erst heute erfahren. Franz weiß es noch gar nicht. Ich wollte es ihm heute Abend sagen.“, erwiderte sie. „Wie hast du es erfahren?“, lenkte ihr Vater vom Geschehenen ab. „Mir war in der letzten Zeit morgens etwas schlecht, aber so habe ich es nicht erfahren. Beim Aufräumen in der Pathologie habe ich zufällig so einen Test gefunden. Da habe ich ihn nur so aus Spaß einen gemacht. Doch das Ergebnis war nicht wie erwartet negativ, sondern positiv. Ich hab gleich noch mehrere gemacht. Sie waren alle positiv. Dann musste ich zum Tatort und eine Stunde später kam Hansi.“, erzählte sie. Die Träne, die ihr runter lief, strich sie sich weg. „Was wirst du jetzt tun?“, wollte ihr Vater wissen. „Ich gehe jetzt schlafen und vorher trinke ich noch was.“, konterte sie. „Eigentlich meinte ich wegen Franz und dem Kind.“, widersprach er. „Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung.“ Damit stand sie auf und ging in ihr Zimmer. Es war immer noch so wie früher eingerichtet. Auf dem Boden lag ein grasgrüner Teppich, die Wände und Möbel waren weiß. An den Wänden hingen noch viele Bilder, mit ihren Freunden und Hubsi. Sie rollte sich komplett in ihre Decke ein und weinte sich in den Schlaf.

In der Nacht wachte sie plötzlich auf. Doch sie war nicht in ihrem alten Zimmer, sondern lag neben ihrem Ehemann. Verwirrt schaute sie sich um. Sie befand sich tatsächlich in dem Schlafzimmer in dem alten Bauernhaus, mit seinem vertrauten, muffigen, alten Duft. „Du bist ja wach.“, sprach Hubsi müde zu ihr. „Was ist denn passiert?“, fragte sie. „Du hattest eine Grippe und etwas Fieber. Dazu hast du ziemlich schlecht geträumt.“ „Ok“ Erschöpft, aber auch erleichtert lehnte sie sich zurück. Das alles war nur ein Traum gewesen! Hubsi liegt überhaupt nicht im Koma. Wie froh sie doch war.
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