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Ich werde dich immer lieben

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert OC (Own Character)
26.06.2021
19.09.2021
44
29.309
3
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04.07.2021 718
 
Mittlerweile hatte sich Anja an Hansi gelehnt. Dort hatte sie ihre Tränen, die den Kampf gegen die Unterdrückung gewonnen haben, vergossen. Der Chirurg war etwas älter und trug die selbe Kleidung, wie Anja in der Pathologie. „Gehören Sie zu Franz Hubert?“, fragte er die beiden. „Ja, er ist mein Mann. Was ist mit ihm?“, wollte die Pathologin sofort wissen und stand voller Sorge auf. „An sich hat er die Operation überstanden. Allerdings hatte er eine schwere Blutung im Frontallappen des Gehirns.“, erklärte der Arzt. Sein Gesichtsausdruck war dabei sehr ernst. „Was bedeutet das?“, erkundigte sich Hansi. „Wir konnten die Blutung beheben, doch wir wissen nicht, wie er das verkraftet. Das einzige, was wir jetzt tun können, ist abwarten und hoffen, dass er wieder aufwacht. Mit anderen Worten, Frau Doktor Licht, ihr Mann liegt im Koma. Es tut uns wirklich leid, aber im Moment können wir nichts mehr für ihn tun.“, machte der Arzt es für die beiden verständlicher. Anja stand da wie versteinert. Ihr Blick war geradewegs nach vorne gerichtet. Was bedeutete das? Wird es ihm wieder besser gehen oder wird er sterben? Ein komisches Gefühl verbreitete sich in ihrer Magengegend und ihr wurde leicht übel. „Wenn Sie wollen können Sie jetzt zu ihm.“, informierte der Arzt sie weiter. Beide nickten. Beängstigt folgten sie einem der Pfleger in ein Zimmer auf der Intensivstation. Dort roch alles nach Desinfektionsmittel und es herrschte eine unheimliche Stille. Den gesamten, weißen Gang mussten sie hinunter gehen, um in Hubsis Zimmer zu kommen. Dort lag er. Anja griff nach Hansis Hand, denn sie brauchte jetzt Halt. Regungslos lag er dort, an viele piepende Geräte angeschlossen. Um seinen Kopf war ein Verband, aus seinem Hals schaute ein langer, großer Schlauch hinaus. Ihr wurde bei dem Anblick nur schlecht, obwohl sie so etwas schon öfters gesehen hatte. Am liebsten wäre sie einfach nur noch weggerannt. Hansi war ebenfalls nicht wohl. Schließlich hätte er das ganze verhindern können. Verunsichert betraten die beiden den Raum. Dabei ließ die Pathologin die Hand des Polizisten nicht los. Noch mehr Tränen kamen hoch, sodass sie nicht mehr scharf sehen konnte. Langsam traten beide immer näher an das Bett. Das Herz schlug ihnen bis zum Hals, Angstschweiß bildete sich an ihrer Stirn. Als beide kurz vor dem Bett standen, ließ Anja die Hand von Hansi los. Nun umklammerte sie Huberts Hand. „Franz, bitte wach auf, bitte. Lass mich nicht im Stich!“, jammerte sie sofort und fing an sehr heftig zu weinen. Sie umarmte Hubert, krallte sich richtig am Krankenbett fest und murmelte immer wieder: „bitte“. Johannes konnte sich das nicht länger ansehen. Mit aller Kraft brachte er die verzweifelte Frau weg von ihrem Mann und fuhr sie nach Hause. Kein Mucks hatte sie von sich gegeben, als wäre sie nur ein Geist. Dabei warf sie ihm immer wieder böse Blicke zu. Als ob seine Gewissenskämpfe nicht schon reichen würden.
Warum hatte er sie weggezogen? Sie brauchte doch ihren Franz und er sie. Als seine Ehefrau konnte sie ihn doch nicht im Stich lassen! Anstatt seinen Freund zu unterstützen, brachte er sie nach Hause. Je näher sie kamen, desto mulmiger wurde ihr. Angst stieg in ihr hoch. Wie würde die Nacht ohne Franz werden? Was ist, wenn etwas passiert? Würde sie überhaupt schlafen können? Da waren sie. Das Haus, welches sie so geliebt hat, war ihr auf einmal so fremd. Mit zittrigen Knien betraten sie das Haus. „Danke Hansi, ich schaffe es auch alleine.“, versicherte sie ihm. „Wie du meinst. Wenn du irgendwas brauchst, ich bin für dich da. Ruf mich einfach an.“, bot der hagere Mann noch an. „Ja, alles gut. Bis morgen.“, verabschiedete sie sich. „Bis morgen!“ Nun war sie ganz alleine in diesem alten Bauernhaus. Es war eigentlich viel zu groß für sie beide. Doch jetzt, wo sie alleine war, fühlte sich alles gruselig an. Überall knackte was. Sie würde es nicht schaffen, alleine in diesem Haus. Schnell suchte sie sich daher all ihre Sachen zusammen. Länger hielt sie es hier nicht aus. Anja wusste ganz genau, wo sie jetzt hingehen würde. Ihr Vater war schon immer ihr Held gewesen. Seit ihre Mutter sie verlassen hatte, war er für sie da gewesen. Bei ihm fühlte sie sich immer sicher. Ihr Vater hat immer eine offene Tür für sie. Hastig stürmte sie aus dem Haus und rein ins Auto.
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