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Ich werde dich immer lieben

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Het
Dr. Anja Licht Franz Hubert OC (Own Character)
26.06.2021
19.09.2021
44
29.309
3
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06.08.2021 464
 
Ihre Hand hatte die ganze Zeit sehr gezittert und ihre Wangen waren nass vor lauter Tränen. Sie merkte beim lesen des Briefes, wie oft sie sich entschuldigte. Vielleicht ein wenig zu oft? Egal, niemand weiß, ob er ihn überhaupt jemals lesen würde. So verstaute sie den Brief fein und säuberlich in der Schublade des Nachttischs. Anja beugte sich über ihren Mann und küsste ihn auf die Stirn. „Mach’s gut, ich werde dich immer lieben und sehr vermissen!“, flüsterte sie zu ihm, da sie immer noch nicht laut reden konnte. „Auf Wiedersehen!“, winkte Ella Hubsi zu. Die Pathologin nahm ihre Tochter auf den Arm und ging zur Tür. Ein letztes Mal drehte sie sich um. Einen letzten Blick, der aus Verzweiflung und Trauer bestand, sendete sie zu ihm. Dann umfasste ihre Hand die Türklinke, öffnete die Tür nach innen und machte den Weg auf den Flur frei. Es fühlte sich wie ein neues Leben an, als sie auf den Flur trat. Nun musste sie nur noch ihre Kündigung abgeben, dann konnte sie gehen und endlich wieder frei sein. Zum Glück waren die Berliner so scharf auf Anja, dass sie ihr sogar eine möblierte Wohnung zur Verfügung stellten. Sie drehte sich um und schaute ein letztes Mal auf das Klinikum.

Anja schnallte Ella an und fuhr zu ihrem Vater. „Da bist du ja.“, begrüßte er sie. „Ja, aber ich werde gleich wieder fahren. Ich wollte mich nur von dir verabschieden.“ Verwundert schaute Herbert sie an. „Was... was meinst du damit?“, stotterte er. „Ich werde Wolfratshausen verlassen und nach Berlin ziehen.“, beichtete sie ihm. „Aber... aber das kannst du doch nicht machen!“, versuchte er sie zu überzeugen. Anja nahm seine Hand. „Ich halte es hier einfach nicht mehr aus. Ich will endlich wieder ein normales Leben führen können, schon alleine wegen Ella. Sie soll nicht den größten Teil ihrer Kindheit im Krankenhaus verbringen. Hubsi wird nicht mehr aufwachen, dass haben die Ärzte mir ja schon vor drei Jahren erzählt. Wahrscheinlich wollte ich es nur nicht wahrhaben.“, erklärte sie weiter. „Das kann ich verstehen. Du wirst mir fehlen.“ Herbert nahm Anja in den Arm. „Du mir auch. Kommst du uns denn mal besuchen?“, fragte sie. „Natürlich!“ In beiden Augenpaaren hatten sich ein paar Tränen angesammelt. „Wenn jemand nach mir fragt, sag ihnen bitte, dass ich nicht möchte, dass sie zu mir kommen. Du kannst ihnen sagen, dass es uns gut geht, eventuell auch in welcher Stadt wir nun wohnen. Aber mehr bitte nicht.“, bat Anja. „Mache ich. Gute Fahrt und melde dich, wenn du angekommen bist oder Hilfe brauchst.“ „Natürlich, aber wir werden heute Nacht in einem Hotel übernachten. Ich melde mich dann von dort.“ „Ist gut.“ Nun stieg Anja ins Auto ein und fuhr einfach los. Nun stand ihrem neuem Leben nichts mehr im weg.
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