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Narben auf der Seele

von Knubu
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Martin Fuchs Michael Weber Muri Demir Peter Rothmayer Stephan Sindera Tom Mayer
26.06.2021
18.01.2022
36
93.352
12
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10.11.2021 3.523
 
Andreas war schließlich erfolgreich und konnte Peter wieder aufwecken, allerdings nicht auf die sanfte Art. Da er es mehrmals vergeblich mit Rütteln und Anschreien versucht hatte, verlor er die Geduld und holte ein Taschenmesser, welches er in seinem Schuh versteckt hatte und sich schon vor einiger Zeit über Justin besorgt hatte, hervor. Er klappte es aus und rammte es ohne zu zögern in Peters Oberschenkel. Dieser wurde ruckartig wach und schrie auf, wusste gar nicht wie ihm geschah. Er war noch etwas benommen und versuchte seine Gedanken zu sortieren. Andreas lachte und Peter sah ihm direkt in die Augen, schlagartig war ihm seine Situation wieder bewusst. Sein Blick wanderte zu der neuen Schmerzquelle und er sah das Messer in seinem Bein stecken. Dann hörte er die Stimme von Andreas "Dachtest du, ich lasse dich hier in Ruhe ausschlafen?" Noch bevor Peter darauf reagieren konnte, griff Andreas nach dem Messer und drehte es in der Wunde, bevor er es wieder herauszog. Dabei beobachtete er zufrieden das schmerzverzehrte Gesicht seines Opfers und hörte den erstickten Schmerzschrei.

Peter atmete schwer, er konnte fühlen wie immer wieder ein leichtes Zittern durch seinen Körper ging, eine Nachwirkung der unzähligen Elektroschocks. Die vielen kleinen Verbrennungen durch die Schocks brannten zwar, wurden aber durch den neuen Schmerz im Bein fast komplett überdeckt. Er konnte sehen, dass die Wunde in seinem Oberschenkel stark blutete, aber er konnte nichts dagegen tun und Andreas war es egal. Im Gegenteil, er hatte wohl gefallen daran gefunden und stach das Messer ohne Vorwarnung ein zweites Mal in Peters Körper. Dieses Mal hatte er Peter in der Seite gleich unter den Rippen erwischt. Peter blieb die Luft weg und als Andreas das Messer wieder herauszog drückte er sofort mit einer Hand auf die Wunde, was ihm noch mehr Schmerzen bereitete. Andreas wischte das blutige Messer an Peters Sweatshirtjacke ab, bevor er es wieder in seinem Schuh versteckte. "Na, tut weh, hoffe ich! Deine Sturheit hat dir nichts genützt. Dein Alibi wird sich in Luft auflösen und dein Kollege auch! Die Liebe Sonja kümmert sich darum..." Peter wurde wütend "Was tut sie ihm an? Du bist ein mieses Schwein!"

Andreas war unbeeindruckt und Mario lachte "Wo er Recht hat, hat er Recht!" Andreas warf Mario einen eisigen Blick zu, dessen Verhalten gefiel ihm nicht und er wusste, dass er Mario nicht mehr unter Kontrolle hatte. Aber darum würde er sich kümmern, wenn er mit Peter endgültig fertig war. Den Spaß wollte er sich nicht durch Mario verderben lassen, also widmete er sich wieder seinem eigentlichem Ziel "Dieser Raum hier wurde mal dazu genutzt die Idioten hier drin mit Holzarbeiten zu beschäftigen oder wie es so schön genannt wurde zu therapieren. Aber das ging wohl gewaltig in die Hose, kaum einer hatte Lust dazu und die paar Leute, die mitgemacht hatten, haben sich hier gegenseitig mit den Werkzeugen fast umgebracht. Nun wird der Raum nicht mehr genutzt, aber für uns doch genau das Richtige, oder?" Andreas grinste böse "Los, steh auf!" Er zog Peter grob am Arm hoch, bis dieser irgendwann auf wackligen Beinen stand. Mario kam nun auch auf die beiden zu "Das will ich mir nun doch von Nahem ansehen" Peter sah sich um, er hatte noch nicht aufgegeben, dieses Mal würde er nicht kampflos alles mit sich machen lassen, das hatte er sich geschworen. Wenn er hier sterben würde, dann würde er zumindest nicht ohne Gegenwehr gehen. Doch in diesem Moment sah er keine Möglichkeit etwas zu unternehmen. Andreas stand neben ihm und Mario direkt vor ihm, hinter ihm stand eine der Werkbänke.

Andreas hatte Peters Arm immer noch fest in seinem Griff und schob ihn nun rückwärts ganz an die Werbank "Dann wollen wir doch mal nutzen, was schon so lange hier ungenutzt herumsteht." Mario begriff sofort, was Andreas nun vorhatte und rieb sich die Hände und lachte. Als Andreas Peters Hand griff und Mario den an der Werkbank befestigten Schraubstock etwas mit der Kurbel aufdrehte, begriff auch Peter, was gleich passieren würde. Panisch versuchte er sich aus dem Griff von Andreas zu befreien, aber seine Kraft reichte nicht aus. Doch dann trat er so fest er konnte gegen Andreas' Schienbein, so dass dieser aufschrie und Peter los ließ. Peter setzte sofort nach versetzte Andreas einen Fausthieb in den Magen. Andreas stöhnte auf und krümmte sich, doch auch Peter griff sich nun an die Stichwunde in seiner Seite, die ruckartige Bewegung war nicht gut für die Verletzung. Mario verdrehte die Augen und ohne weiter auf Andreas zu achten, packte er Peter am Kragen und drückte ihn nun mit dem Rücken nach hinten, so dass er fast auf der Werkbank lag "Dieses Mal bist du aber echt wehrhaft, doch das bringt dir auch nichts, am Ende kommt es aufs gleiche raus." Andreas hatte sich inzwischen wieder gefangen, aber schäumte über vor Wut.

Mehrmals rammte Andreas Peter seinen Ellenbogen in den Magen und die verletzte Seite, dabei schrie er von Sinnen "Heute wirst du sterben, du kleines Arschloch und jeder wird denken, dass du ein Frauenschläger und Vergewaltiger bist!" Peter stöhnte vor Schmerzen und verlor fast wieder das Bewusstsein, während Mario ihn immer noch mit dem Rücken auf den Tisch drückte. Andreas griff sich wieder Peters Hand und hielt sie in den Schraubstock, so das bis auf den Daumen alle Finger darin steckten, und fing an den Schraubstock zuzudrehen. Erst als der Schmerz in der Hand anfing wurde Peter wieder richtig wach und sah entsetzt auf den Schraubstock. Andreas drehte die Kurbel immer weiter, bis ein knacken und ein Schmerzschrei von Peter zu hören war. Verzweifelt versuchte dieser seine Hand aus dem Schraubstock zu ziehen, vergebens. Er hörte Marios Lache "Schade dass dein Schädel nicht da rein passt, das würde ich gerne sehen." Andreas drehte nochmal an der Kurbel und dieses Mal war es nur noch ein erstickter Schrei von Peter. Dann löste er den Schraubstock wieder und Mario ließ Peter los. Der Verletzte ließ sich einfach auf den Boden rutschen und hielt sich schützend die Hand mit den Gebrochenen Fingern vor den Bauch, Tränen der Schmerzen liefen ihm unkontrolliert über die Wangen. Er konnte nicht sagen, welche Schmerzen schlimmer waren, aber sie machten ihn auch wütend. Denn er wollte seinen Peinigern eigentlich nicht zeigen, wie groß seine Schmerzen waren.

Mario lief zur Tür, ohne sich umzudrehen verkündete er nur kurz "Ich bin gleich wieder da, muss mal pissen." Andreas stützte sich auf der Werkbank ab, der Schlag in den Magen wirkte noch nach. Peter hockte auf dem Boden, aber er hatte längst einen Entschluss gefasst. Wenn er noch eine Chance hatte, dann jetzt da er allein mit Andreas war. Auch wenn er kaum noch Kraft hatte, er wollte nicht aufgeben. Dann fiel ihm der Elektroschocker ins Auge, den Mario einfach auf den Boden geschmissen hatte. Das Gerät lag ein paar Meter entfernt, aber ohne lange zu überlegen nahm er all seine verbliebene Energie zusammen, rappelte sich auf und stürzte sie auf das Gerät. Andreas war kurz überrascht, hechtete dann aber sofort hinterher. Zusammen mit Peter ging er zu Boden und lag nun auf diesem. Doch Peter hatte den Schocker in seiner gesunden Hand und blitzschnell schockte er Andreas, indem er ihm das Gerät in den Brustkorb drückte. Dieses Mal war es Andreas, der laut schrie und nach dem dritten Schock komplett verkrampfte und in sich zusammensackte. Peter schob den erschlafften Körper von sich herunter und blieb kurz zum Durchatmen auf dem Rücken liegen. Die Aktion hatte die Schmerzen nur noch schlimmer gemacht. Doch viel Zeit, sich zu erholen, hatte er nicht, das wusste er. Er musste hier weg, bevor Mario zurückkam. Unter Schmerzen schaffte er es aufzustehen, doch Andreas fing wieder an sich zu regen. Peter zögerte nicht lange und schlug Andreas den Schocker gegen den Kopf. Kurz war er in Versuchung wieder und wieder zuzuschlagen, um dieses Monster endgültig zu vernichten. Aber dann wäre er nicht besser und so ließ er ihn bewusstlos liegen und schleppte sich zur Tür.

~*~

Robin saß bei Klaus im Büro, er hatte ein leichtes Beruhigungsmittel von den Sanitätern bekommen, war aber ansonsten unverletzt. Der Körper von Matthias war inzwischen abgeholt worden und in die Pathologie verbracht. Eigentlich wollte Klaus, dass Robin erstmal wieder zur Ruhe kommen sollte, aber dieser bestand darauf seine Aussage sofort zu machen. Marc kam ins Büro und brachte ein Glas Wasser für Robin. Martin, Stephan und Paul waren inzwischen auch auf der Wache eingetroffen und hatten erfahren, was passiert war. Martin kam auch in Klaus' Büro, sah sorgenvoll zu Robin und dann fragend zu Klaus. "Gleich kommen zwei Leute von der Kripo, damit Robin seine Aussage machen kann. Ich habe darauf bestanden, dass Robin bei uns die Aussage machen kann." Robin sah zu Martin "Die wollten mich, nicht Matthias! Er hat mich aus dem Weg gestoßen... er ist wegen mir gestorben!" Marc der noch immer bei dem jungen Beamten stand, setzte sich vor ihm auf die Tischplatte und legte ihm seine Hände auf die Schultern "Das ist nicht deine Schuld! Matthias hat diese Entscheidung getroffen! Er wollte dich retten und er hat damit auch Peter geholfen." Robin hatte Tränen in den Augen aber nickte "Ich habe die Frau in dem Auto wiedererkannt! Die kam mir bei Peter im Treppenhaus entgegen, als ich wieder gegangen bin!"

Martin wurde regelrecht schlecht, er ahnte sofort, wer diese Frau war. Er dachte laut: "Peter hatte doch behauptet, dass Sonja bei ihm vor der Tür stand an dem Tag..." Klaus sah zu Martin "Und nun wollte sie Robin töten, denkst du?" Martin antwortete nicht, stattdessen zog er sein Handy aus der Tasche und suchte kurz etwas. Dann hielt er Robin ein Bild von Sonja unter die Nase und konnte an dessen Augen schon die Antwort erkennen. Robin schluckte und sah dann Martin in die Augen "Das ist sie, die saß auf dem Beifahrersitz und war an dem Tag auch bei Peter im Treppenhaus!" Martin hatte es zwar bereits geahnt aber die Gewissheit war nun einfach zu viel für ihn, er stürmte aus dem Büro und lief in die Toilettenräume. Marc lief ihm nach, wurde aber von Stephan und Paul aufgehalten. Die beiden wollten wissen, was mit Martin los war. Marc erklärte, was Robin gerade über Sonja gesagt hatte. "Lass mich zu Martin gehen" sagte Stephan. Und während der Spanier Martin hinterherlief kamen nun auch die Kripo-Beamten, um die Aussage von Robin aufzunehmen. Robin berichtete alles, was er sagen konnte auch zu dem Anschlag, nur den Fahrer des Wagens kannte er nicht. "Aber ich würde ihn wiedererkennen, das Gesicht werde ich nie mehr vergessen!" Versicherte Robin.

Klaus machte unmissverständlich klar "Sie werden jetzt sofort mit mir zu dem Haftrichter fahren, bis heute Mittag werden wir nicht mehr warten! Es ist nun wohl bewiesen, dass Herr Rothmayer unschuldig ist und er wird keine Minute länger als nötig in Haft bleiben! Haben wir uns verstanden?" Der ältere Beamte der Kripo nickte und holte sein Handy hervor, ging aber zum Telefonieren aus dem Raum. Klaus sah zu Robin, der blass auf dem Stuhl saß und wohl am liebsten weinen würde "Das hast du gut gemacht, Robin! Damit hast du Peter entlastet." Robin sah hoch "Warum hat er denn nicht selbst gesagt, dass ich bei ihm war?" Klaus erklärte, dass Peter betäubt wurde und sich nicht mehr an viel erinnern konnte. "Gut dass du bei ihm warst, um dich zu entschuldigen. Und das nicht nur, weil es ihn nun entlastet!" "Ich hoffe nur, er wird mir das irgendwann verzeihen können." Klaus lächelte den jungen Kollegen an "Sicher, vielleicht braucht es etwas Zeit, aber Peter ist nicht nachtragend und schon gar nicht, wenn es jemand ehrlich meint mit seiner Entschuldigung!"

Der Beamte von der Kripo kam wieder ins Büro, sein Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes vermuten "Ich hatte nur die Sekretärin am Telefon. Sie wollte mich nicht durchstellen, da der Haftrichter in einem wichtigen Termin sei. Und der Richter könnte auf keinen Fall vorher, wir müssen bis zu dem Termin am Mittag warten." Klaus konnte es nicht fassen, aber er wusste, dass es keinen Zweck hatte. Deshalb rief er sofort bei Peters Anwalt an und berichtete ihm die Neuigkeiten. Dieser wollte sofort zur JVA fahren, um mit Peter zu reden und ihm wenigstens schon vorab die gute Nachricht überbringen. Aber er musste Klaus versprechen, ihm noch nichts von Matthias' Tod zu erzählen. Das sollte Peter nicht durch einen Fremden erfahren. Klaus ließ Robin nun nach Hause bringen und Paul bot sich dazu an, er wollte dann auch bei diesem eine Weile bleiben.

~*~

Martin stützte sich auf einem der Waschbecken ab, Tränen tropften von seiner Nase. Wie konnte er nur auf Sonja hereinfallen? Nicht nur, dass sie ihm alles nur vorgespielt hatte, sie wollte anscheinend von vornherein ihn und Peter auseinander bringen. Das war anscheinend alles geplant, das wurde ihm nun klar. Aber warum, das vestand er nicht. Er sah hoch und konnte sein Spiegelbild einfach nicht ertragen. Er schlug mit einer Faust gegen den Spiegel, so das dieser zersplitterte und von der Wand fiel. In diesem Moment kam Stephan in den Raum und lief erschrocken auf seinen Freund zu "Was machst du denn?" Martin sah ihn mit roten Augen an und Stephan ergriff sofort Martins Hand, von der bereits Blut auf den Boden tropfte. Erst jetzt bemerkte Martin, dass er sich anscheinend an den Splittern verletzt hatte, aber das war ihm egal "Stephan, das alles - Peter im Gefängnis und der Tod von Matthias, das ist nur wegen mir passiert. Nur weil ich so blöd und naiv war und weil ich Peter nicht vertraut habe!" Stephan seufzte "Ach Martin, so etwas hätte doch niemand vorhersehen können! Du hast sie geliebt und sie hat dich nur verarscht, das hätte doch jedem von uns passieren können." Martin schüttelte den Kopf "Aber nicht so völlig blind und naiv wie ich war. Peter hatte mich mehrmals gewarnt, dass ich alles überstürzen würde. Aber ich wollte nichts davon wissen. Und jetzt..."

Martin konnte nichts mehr sagen, im Moment lag seine gesamte Welt in Trümmern und er war mit allem überfordert. Auch Stephan wusste nichts mehr zu sagen, er konnte nur ahnen, was gerade in Martin vorging. Da er nichts sagen konnte, damit Martin sich besser fühlte, wollte er sich wenigstens um dessen Verletzung kümmen "Komm, wir waschen erstmal das Blut ab, damit ich sehen kann, wie tief der Schnitt ist." Martin zischte etwas, als das kalte Wasser über die Wunde lief, aber Stephan war erleichtert "Das ist nicht so schlimm, nur ein paar Kratzer"  Stephan nahm Martin mit und holte etwas aus dem Verbandskasten, um die Hand zu verbinden. Nun kamen auch Muri und Tom in die Wache, die gerade auf Streife waren. Marc informierte die beiden über die Ereignisse und auch über die neuen Beweise und dass alles von Sonja inszeniert wurde. Die Freunde konnten es kaum glauben, waren aber auch froh, dass Peter nun entlastet war. Allerdings konnte Tom sich nicht zurückhalten, als er Martin erblickte "Bist du jetzt zufrieden? Kannst du..." Muri legte ihm eine Hand auf die Schulter "Nicht jetzt, Tom!" sagte er mahnend, denn er sah sofort, wie schlecht es Martin ging. Auch Stephan warf Tom einen bösen Blick zu, sagte aber nichts. Tom erkannte nun auch, dass Martin wohl schon genug Gewissensbisse hatte.

Klaus rief alle Anwesenden zusammen in den Gruppenraum, um ihnen alles mitzuteilen. Es wurde inzwischen nach Sonja und ihrem Begleiter gefahndet. Nach Robins Beschreibung wurde inzwischen auch ein Phantombild vom Fahrer angefertigt. Die Stimmung war gespalten unter den Kollegen. Einerseits waren alle froh, dass Peter nun wieder frei kommen würde, doch andererseits waren auch alle schockiert von Matthias' Tod. Marc hatte Christian versprochen, ihn über alles auf dem Laufenden zu halten, da dieser noch im Krankenhaus lag. Deshalb rief er seinen Freund an, um ihm auch alles zu berichten. Auch Moritz war zu Besuch bei Christian und erfuhr nun auch alles. Marc schickte den beiden das Phantombild von dem Fahrer des Wagens, der Matthias totgefahren hatte "Damit ihr auch wisst, wie der Dreckskerl aussieht. Vielleicht hatte ja einer von euch schonmal dienstlich mit dem zu tun." Moritz sah sich das Bild auf seinem Handy sofort an, kannte den Mann aber nicht. Christian war ja noch mit Marc am Telefonieren und konnte somit das Bild noch nicht sehen "Wie geht es Robin denn jetzt? Musste er auch ins Krankenhaus?" Fragte Christian besorgt nach. "Nein, er hat nur ein leichtest Beruhigungsmittel bekommen, aber er ist natürlich völlig fertig. Er ist jetzt zu Hause, aber Paul ist bei ihm."

Nachdem er das Gespräch beendet hatte sah Christian sich nun auch das Bild an. Er wurde blass, das konnte doch nicht sein! Moritz merkte sofort, dass Christian den Kerl erkannt hatte "Christian? Du hast den Mann erkannt, oder?" Christian nickte "Das ist der Typ, der mich überfallen hat!" Moritz und Christian sahen sich einen Moment an und Moritz fragte ungläubig "Aber was hat das zu bedeuten? Was hat der mit dieser Sonja zu tun? Ich kapier das nicht..." Christian kratzte sich am Kopf "Ich weiß nicht, aber ich habe da ein ganz mieses Gefühl." Plötzlich sprang Christian auf, stöhnte dabei leicht vor Schmerz "Komm, wir müssen zur Wache!" Moritz stand nun auch "Nichts da, du bist noch nicht wieder fit! Was willst du denn da jetzt?" Christian begann bereits sich umzuziehen "Mir geht's wieder gut so weit und ich halte es hier jetzt nicht mehr aus!" Er sah zu Moritz "Das alles, die Falle für uns im Park, die Sache mit Peter und der Anschlag auf Robin und Matthias, das hat miteinander zu tun. Und im Mittelpunkt dabei stehen Martin, Peter und ich. Weißt du, was das bedeuten könnte?" Moritz überlegte kurz und machte dann große Augen "Du meinst...? Nein, das kann doch nicht sein. Meinke sitzt doch im Gefängnis, wie sollte er das denn alles gemacht haben?" "Ich weiß es nicht, aber die Möglichkeit besteht. Das Schwein ist doch zu allem fähig und wenn das wirklich stimmt, hat er jetzt was er wollte!" Moritz wusste genau, was Christian meinte "Peter!"

Moritz hielt Christian nun nicht mehr zurück, gemeinsam fuhren sie in Moritz' Auto zur Wache und Christian rief Marc vorab schonmal an und erzählte von seinem Verdacht und wer der Typ auf dem Phantombild war. Marc war nun völlig aufgeregt und wollte es gleich Klaus berichten, doch der bekam in diesem Moment auch einen Anruf. Er deutete Marc mit einer Handbewegung kurz zu warten. Also stand Marc vor Klaus' Schreibtisch und tippelte nervös von einem Fuß auf den anderen. Doch dann konnte er sehen, wie Klaus' Gesichtsausdruck sich verfinsterte und er aufsprang "WAS? Wie konnte das passieren? Die sollen anfangen zu suchen, JETZT! Ich komme sofort mit einigen meiner Leute!" Klaus knallte den Hörer auf "Verdammt!" Er sah zu Marc "Keine Zeit jetzt, komm mit!" Aber Marc hielt Klaus zurück "Das ist wichtig, Christian hat den Fahrer erkannt. Der hat ihn im Park überfallen und jetzt glaubt er, dass Meinke dahinter steckt." Klaus fuhr sich mit der Hand übers Gesicht "Da hat er leider wohl Recht, denn der Anwalt hat mir gerade mitgeteilt, dass Peter aus seiner Zelle verschwunden ist. Du weißt, was das bedeutet!" Marc schluckte schwer "Scheiße!"

Klaus rief wieder alle zusammen und berichtete, was los war und dass Christian von dem Fahrer überfallen wurde und ihn wiedererkannt hat. "Uns läuft die Zeit weg, wir fahren jetzt in die JVA und unterstützen dort bei der Suche! Muri, Tom und Stephan, ihr kommt mit zur JVA. Der Rest von euch fahndet mit Nachdruck nach der Frau und dem Fahrer, die dürfen uns nicht entkommen!" Martin sprang auf "Klaus, ich will auch mit!" "Nein, du bist zu befangen, bleib hier und tu dein Bestes." Aber Martin gab nicht auf, er musste unbedingt dabei sein, um Peter zu helfen "Bitte Klaus! Das musst du doch verstehen, ich kann hier nicht einfach abwarten!" Klaus seufzte und sah in Martins Augen die Verzweiflung "Na gut, aber du machst genau was ich dir sage!" Damit fuhren sie mit zwei Streifenwagen los und die anderen machten sich an die Arbeit. Marc rief noch bei Michael an, der erst zur Spätschicht kommen würde, und erzählte ihm alles. Er wusste, wie gut auch Michael mit Peter befreundet war. Michael konnte es nicht fassen und ohne lange zu überlegen machte auch er sich auf den Weg zur JVA, auch wenn er nicht im Dienst war. Er wollte zumindest vor Ort sein, denn er wusste, dass Meinke Peter in seiner Gewalt haben musste und das machte ihm Angst.

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