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Narben auf der Seele

von Knubu
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Martin Fuchs Michael Weber Muri Demir Peter Rothmayer Stephan Sindera Tom Mayer
26.06.2021
18.01.2022
36
93.352
12
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Dieses Kapitel
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30.10.2021 3.431
 
Martin hatte sofort Stephan alles berichtet und wiederholt, was Sonja gerade zu ihm gesagt hatte "Stephan, es war alles nur gespielt, sie hat mich nie geliebt und ich dummer alter Mann hatte die rosarote Brille auf..." Stephan war fassungslos, er sah wie verletzt Martin war und in ihm stieg wieder Wut auf. Dieses Mal auf Sonja, aber noch mehr auf sich selbst. Er hatte ohne zu hinterfragen sofort alles geglaubt, was diese Frau behauptete. Auch wenn er einen guten Grund dafür hatte, hätte er trotzdem misstrauischer sein sollen. Und nun hatte diese Sonja seinem Freund Martin das Herz gebrochen und Peter nicht nur ins Gefängnis gebracht sondern auch in Gefahr. "Martin, mach dir keine Vorwürfe, sie hat ja nicht nur dich getäuscht und deine Gefühle waren echt! Sie sollte sich was schämen, wollte dich wohl nur ausnutzen. Aber jetzt müssen wir damit sofort zu Klaus, er muss das wissen. Damit können wir Peter doch entlasten!" Stephan rieb sich gestresst die Augen "Oh man, wie ich Peter behandelt habe... das kann ich doch gar nicht wieder gut machen." Und bei Ben bin ich auch unten durch, fügte er noch in Gedanken hinzu. Martin standen die Tränen in den Augen "Wie ich Peter erst behandelt habe... Ich bin sein bester Freund und..." Martin war am Boden zerstört.

Sie fuhren zur Wache, sie durften keine Zeit mehr verlieren. Während der Fahrt schwiegen sie. Stephan saß am Steuer und musste an die Verhaftung denken, er hatte sich falsch verhalten. Auch wenn er zu dem Zeitpunkt fest von Peters Schuld überzeugt war, hätte er sich nicht so benehmen dürfen. Aber er musste einfach die ganze Zeit an seine Schwester denken. Von dieser Geschichte wusste nur Paul etwas, sonst hatte er es niemandem erzählt, schon seiner Schwester zu Liebe. Martin war genauso in Gedanken und ihm spukte der Abend nach dem Umzug im Kopf herum. Er hatte Sonja sofort alles geglaubt und Peter nichtmal die Chance gegeben, sich zu erklären. Ganz zu schweigen, was er dann auf der Wache losgetreten hatte. Er hatte ein schlechtes Gewissen und die Angst, Peter als Freund zu verlieren war größer als der Liebeskummer, den er im Moment durchlebte. Er schämte sich dafür, wie er Peter behandelt hatte und dafür, dass er so dumm und naiv war, auf diese Frau hereinzufallen. Wie lächerlich er sich nun vorkam, sie hatte ihm alles nur vorgespielt und er war einfach nur so verliebt. Wie konnte er nur annehmen, dass jemand ihn auch lieben könnte?

Auf der Wache angekommen, gingen sie sofort zu Klaus, der gerade mit Marc und Michael im Besprechungsraum saß und alle Informationen über Sonja nochmal durchging. Auch Muri und Tom kamen dazu, jeder wollte doch wissen, was es Neues gab. Martin musste sich stark zusammenreißen, denn die Traurigkeit drohte ihn zu übermannen, aber er musste noch stark bleiben für Peter. Sein Freund war jetzt wichtiger! Wenn sie Peter aus der U-Haft rausgeholt hatten, war noch genug Zeit für Selbstmitleid. Martin berichtete betont neutral, was Sonja im Krankenhaus gesagt hatte "Klaus, das muss doch reichen, um Peter aus der JVA zu holen!" Alle sahen hoffnungsvoll zu Klaus, außer Tom, der Martin finster anstarrte. Klaus sah aber nicht sehr erfreut aus "So einfach ist das leider nicht, Martin. Der Haftrichter hat bereits bewiesen, dass er eine harte Nuss ist. Und für dein Gespräch mit der Frau hast du keine Zeugen, außerdem hast du selbst gesagt, dass sie an ihrer Behauptung, dass Peter sie vergewaltigt hat festhält. Die Beweise sprechen ja fast alle auch gegen Peter." Martin fuhr sich frustriert durch die Haare "Ja, aber ihre ganzen Lügen lassen sie doch im ganzen unglaubwürdig dastehen und das muss der Haftrichter doch auch sehen, das sind doch begründete Zweifel und im Zweifel für den Angeklagten!"

Klaus überlegte "Wir werden es auf jeden Fall versuchen. Ich mach mir echt Sorgen, ich habe ein schlechtes Gefühl irgendwie, umso länger Peter dort in der Nähe von Meinke und Rothe ist." Während Klaus mit der Kripo telefonierte und versuchte sofort einen Termin bei dem Haftrichter zu bekommen, saßen alle wie auf Kohlen. Marc beobachtete wie Martin unsicher zu Tom schaute, der den Älteren immer noch böse ansah. Er ahnte, dass die Zündschnur von Tom ziemlich kurz war. Sie alle waren angespannt, aber Tom war durch seine sowieso angeschlagene psychische Situation besonders am Limit. Tom hatte seit dem Vorfall mit Matthias und Robin einen Hass auf Martin und daraus machte er kein Geheimnis. Als Martin sich irgendwie erklären wollte "Leute hört zu, ich weiß das ist alles scheiße gelaufen... Ich habe echt Mist gebaut, aber ich werde..." konnte Tom sich nicht mehr zurückhalten "Schön dass du das jetzt weißt... wegen dir ist Peter jetzt in Haft und wenn ihm da drinnen etwas angetan wird, dann ist es nur deine Schuld! Wer dich als Freund hat, braucht keine Feinde mehr!" Giftete der Tscheche Martin an, der sichtlich getroffen war aber nicht widersprach. Tom hatte genau das ausgesprochen, was er sich selbst bereits vorwarf.

Tom wollte gerade wieder loslegen, aber Muri legte ihm eine Hand auf den Arm "Tom, ist gut jetzt. Ich denke Martin hat es kapiert!" Und Marc fügte noch hinzu "Wir helfen Peter nicht, wenn wir jetzt anfangen uns gegenseitig die Schuld zuzuweisen. Wichtig ist es jetzt, dass wir alle zusammenarbeiten, für Peter! Alles andere kann später geklärt werden." Er sah bittend zu Tom "Tom, ich weiß, dass du dir große Sorgen machst, aber das tun wir alle." Tom nickte, er wusste dass Marc und auch Muri Recht hatten. In diesem Moment kam Klaus zurück "Also, heute gibt es keine Möglichkeit mehr, mit dem Haftrichter zu sprechen. Aber die Kripo sieht auch wenig Hoffnung, dass es den Haftrichter umstimmen wird, aber wir werden es trotzdem versuchen. Morgen Mittag haben wir einen Termin." Das gefiel keinem von ihnen, aber sie konnten jetzt nichts weiter tun. Klaus berichtete noch, dass er den Anwalt von Peter auch schon informiert hatte. Dieser würde bei dem Termin auch dabei sein. Jetzt konnten sie nur noch bis zu dem Termin am nächsten Tag abwarten.

~*~

Martin fuhr mit zu Stephan, denn er wollte nicht in sein Haus. Er hätte es dort mit den ganzen Sachen von Sonja nicht ertragen können. Stephan hatte auch Paul angerufen und ihm grob die Neuigkeiten mitgeteilt. Paul machte sich auch auf den Weg zu Stephan und besorgte unterwegs noch Bier. Er vermutete ganz richtig, dass es Martin wohl ziemlich schlecht gehen würde. Und Stephan schien ihm am Telefon auch ziemlich geknickt zu sein. Kein Wunder, dachte sich Paul. Er kannte seinen besten Freund sehr gut und wusste, dass er sich inzwischen wahrscheinlich Vorwürfe wegen Peter und auch wegen Ben machen würde. Also machte sich Paul mental darauf bereit, den Seelentröster für die beiden spielen zu müssen. Aber das war okay für ihn, denn er wusste, dass die beiden auch jederzeit für ihn da wären. Außerdem war er sehr erleichtert, dass die beiden nun auch an Peters Unschuld glaubten. Paul hatte die Hoffnung, dass bald alles wieder normal auf der Wache laufen würde und sie den ganzen Mist hinter sich lassen könnten.

Bei Stephan angekommen ließ Paul sich die ganze Geschichte genau erzählen. Obwohl er ja von Anfang an die Geschichte von Sonja nicht geglaubt hatte, war er doch überrascht dass sie Martin sogar ihre Liebe nur vorgespielt hatte. Der Ältere tat ihm unheimlich Leid. Martin versuchte zwar stark zu wirken und betonte, dass er Sonja nur noch loswerden wollte und sie keine Träne wert war, aber seine Augen sagten etwas anderes. Martin hatte Sonja über alles geliebt und wollte mit ihr seine Zukunft verbringen, doch nun war der Traum zerplatzt und es war nur noch ein Scherbenhaufen übrig. Dazu kam die vielleicht für immer zerbrochene Freundschaft mit Peter, die ihm wohl am meisten zu schaffen machte "Was habe ich nur getan, wie konnte ich so blind sein? Die Frau hat mich dazu gebracht, dass ich Peter gehasst habe und ich schäme mich so sehr dafür. Wie konnte ich mich so beeinflussen lassen und mich so verarschen lassen? Ich bin einfach zu naiv gewesen und hätte wissen müssen, dass mich so eine Frau nie lieben würde."

Stephan machte es wütend, dass Sonja Martin dazu gebracht hatte, so schlecht über sich selbst zu denken "Martin, so etwas darfst du nicht denken. Du bist es wert geliebt zu werden, ganz im Gegenteil zu dieser Frau. Die hat dich nie verdient und sie ist Schuld an all dem Chaos jetzt. Und sobald wir Peter da rausgeholt haben, werden wir Sonjas Sachen aus deinem Haus holen und meinetwegen zum Sperrmüll geben. Die hat in deinem Leben nichts mehr zu suchen!" Auch Paul versuchte Martin aufzubauen, aber so richtig konnten sie Martin nicht wieder auf Spur bringen. Und Martin wollte unbedingt noch Robin und auch Matthias über alles informieren, damit auch die beiden wussten, dass sie sich in Peter getäuscht hatten. Und während er versuchte, die beiden zu erreichen, versuchte Paul mit Stephan zu reden "Wie geht's dir Stephan?" Stephan sah seinen Frund überrascht an "Wieso mir? Ich bin einfach nur wütend auf Sonja und hoffe, Martin kommt darüber hinweg!" Paul grinste schief, nicht weil er Stephans Antwort lustig fand, sondern weil er genau mit so einer Antwort gerechnet hatte. Immer nur die anderen sehen, aber die eigenen Gefühle überspielen.

"Mh, hast du da nicht etwas oder jemanden vergessen?" Fragte Paul deshalb nach. "Ja klar, Peter, aber natürlich habe ich ihn nicht vergessen! Das musst du mir nicht extra sagen!" Stephan war recht angefasst, aber Paul reagierte sofort "Hey, ganz ruhig. Das war doch kein Vorwurf, Stephan! Und das meinte ich auch gar nicht, ich meinte dich." Jetzt wusste Stephan nicht, was er sagen sollte und Paul redete einfach weiter "Stephan, du bist doch auch wütend auf dich selbst. Ich kenn dich doch, du willst es nur nicht aussprechen." "Ja verdammt, ich bin wütend auf mich, weil ich es auch nicht gesehen habe, weil ich der Frau einfach geglaubt habe." Paul nickte "Und ich habe nicht nur Peter mies behandelt, sondern auch Ben." Fügte Stephan hinzu. "Dann ruf ihn doch jetzt einfach an. Rede mit ihm, erzähl ihm von deiner Schwester. Er wird dein Verhalten dann sicher besser verstehen!" Stephan schüttelte den Kopf "Nicht mehr heute, ich muss erstmal selbst im Kopf klar werden. Morgen vielleicht..."

Martin kam zurück ins Wohnzimmer und ließ sich wieder auf Stephans Sofa fallen. Paul fragte nach "Und, hast du mit den beiden gesprochen?"  "Nur mit Matthias, bei Robin ging nur die Mailbox dran. Aber ich habe ihm draufgesprochen, dass er sich melden soll." "Okay, und wie hat Matthias reagiert, ist er immer noch so komisch drauf?" Paul war skeptisch, dass Matthias ein Einsehen haben würde. Martin zuckte mit den Schultern "Er hat mir zugehört, aber er war recht distanziert. Ich kann echt nicht einschätzen, wie er jetzt denkt. Aber er hat zumindest gesagt, dass er nochmal mit Klaus reden will." Stephan kratzte sich am Kopf "Hat Klaus ihm nicht sowas wie Hausverbot für die Wache erteilt?" "Ich glaube, dass die Situation jetzt eine andere ist." Meinte Paul "Und Klaus ist der Letzte, der es nicht anerkennt, wenn jemand seinen Fehler einsieht." Aber Martin war sich wegen Matthias nicht wirklich sicher "Ob er seinen Fehler wirklich einsieht, weiß ich nicht. Er war sehr seltsam am Telefon." Aber Paul war positiv eingestellt, so war nunmal seine Art "Wahrscheinlich fällt es ihm einfach schwer es sich selbst einzugestehen. Außerdem hat er sich gegenüber Klaus ja ganz schön daneben benommen ganz zu schweigen gegenüber Peter, da fällt es ihm sicher schwer, sich den beiden zu stellen."

~*~

Peter lief in seiner Zelle nervös aber auch voller Hoffnung auf und ab. Er hoffte so sehr, dass ihn das Alibi durch Robin entlasten würde. Nach ungefähr einer halben Stunde öffnete sich die Zellentür wieder und Justin Krüger informierte ihn "Sie haben Glück. Ich konnte ihren Anwalt erreichen und da er in der Nähe ist, will er gleich herkommen." Peter konnte sein Glück kaum fassen, er hatte damit gerechnet, dass er bis zum nächsten Tag warten müsste. "Wie kommt es, dass ihnen dieser Beweis erst jetzt einfällt?" Fragte Justin beiläufig. Peter erklärte warum er Gedächtnislücken hatte. "Dann ist es ja gut, dass sie sich wieder erinnern können. Muss ja ein sehr aussagekräftiger Beweis sein." Peter nickte "Ein Kollege kann mir ein Alibi geben, der im Moment suspendiert ist und wohl noch nichts von all dem mitbekommen hat. Er war an dem Tag bei mir und hat sich für so'ne Sache entschuldigt." Erwähnte Peter arglos. "Dann kommen sie bitte gleich mit, ihr Anwalt wird auch bald da sein." Forderte Justin ihn auf. Sie liefen den Gang entlang, aber dann führte Justin ihn in eine andere Richtung als zu dem üblichen Besucherraum "Gehen wir nicht in den Besucherraum?" Fragte Peter etwas verwundert. "In dem eigentlichen Besucherraum sitzt schon ein anderer Insasse mit seinem Anwalt, deshalb müssen wir zu einem anderen Raum." Peter nahm die Erklärung so hin, er war mit den Gedanken schon bei dem Gespräch mit seinem Anwalt. Ihm fiel zwar auf, dass sie anscheinend in einen ganz anderen Gefängnistrakt liefen, aber er wurde nicht misstrauisch. Warum sollte er auch einem Wärter nicht trauen?

Peter fragte trotzdem "Wo ist denn dieser anderer Besucherraum, ist ja eine halbe Weltreise?" Er meinte es als Scherz, aber Justin befürchtete, dass der Polizist Verdacht schöpfen könnte und wurde etwas nervös. Er führte seine Hand zu dem Elektroschocker, den er für Andreas besorgt hatte, um schnell reagieren zu können, falls es nötig wäre. "Wir sind gleich da." War seine knappe Antwort. Peter bemerkte die Veränderung in dessen Verhalten und sah sich etwas unsicher um. Er bemerkte nun, dass sie tatsächlich durch einen Bereich liefen, in dem viel mehr Zellen waren, als im Bereich der U-Haft. Langsam wurde ihm etwas mulmig, aber bevor er etwas dazu sagen konnte, hörte er Krüger sagen "So, wir sind da." dieser öffnete eine Tür, aber in dem Raum war kein Licht an und Peter konnte zuerst nichts erkennen. "Bitte gehen sie rein und warten noch einen Moment, ihr Anwalt wird gleich hergebracht." Peter betrat den Raum und das Licht ging automatisch an, er zuckte zusammen, als die Tür hinter ihm zugeknallt wurde. Der Raum war mit einigen Werkbänken und Hockern ausgestattet, das war definitv kein Besucherraum, wurde Peter sofort klar "Was?" Er klopfte an die Tür "Herr Krüger? Das muss ein Irrtum sein!" Einen Augenblick dachte Peter, Krüger wäre gar nicht mehr da, doch dann hörte er ihn hinter der Tür sagen "Es tut mir Leid, ich hatte keine andere Wahl."

Sofort wusste Peter, dass er jetzt in Schwierigkeiten war. Er wollte Krüger fragen, was hier los war, aber dann hörte er eine ihm nur zu gut bekannte Stimme. Eine Stimme, die ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ und die er gehofft hatte, nie wieder zu hören. Andreas! Er wich automatisch ein paar Schritte zurück. Er hörte wie Andreas den Wärter anblaffte "Bei dem brauchst du dich nicht mehr zu entschuldigen, davon hat er nichts mehr. Der lebt sowieso nicht mehr lange..." Er hörte, wie Krüger Andreas von seinem Alibi erzählte "Ein Kollege war das, der wohl zurzeit suspendiert ist und sich für irgendwas entschuldigen wollte." Peters Herz schlug so sehr gegen seine Brust, dass es schon fast weh tat. Die Angst schnürte ihm die Kehle zu und er sah sich panisch nach etwas um, was ihm als Waffe dienen konnte, womit er sich wehren konnte. Doch da ging die Tür bereits auf und Andreas stand grinsend vor ihm "Peterchen! Wer hätte gedacht, dass wir uns an diesem Ort wiedersehen würden? Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue dich zu sehen!" Im Hintergrund erklang die Lache von Mario und Peter stand wie erstarrt einfach da. Es war, als ob er in der Zeit zurückversetzt wurde und er hoffte einfach nur, dass er jetzt einfach aufwachen würde.

Andreas, Mario und auch Justin traten in den Raum und die Tür fiel wieder ins Schloss. "Da ist aber einer sprachlos." Andreas ging ein paar Schritte auf Peter zu "Siehst aber richtig gut aus, hast dich gut erholt in dem halben Jahr. Aber so still kenne ich dich ja gar nicht." Mario lachte wieder dreckig "Die kleine Ratte scheint sich gar nicht zu freuen, uns wiederzusehen." Peter versuchte sich wieder zusammenzureißen. Er musste einen klaren Kopf bewahren, wenn er überhaupt noch eine Chance haben wollte, lebend da rauszukommen. Er ignorierte Andreas und Mario und sprach den Wärter an "Justin, sie können das noch verhindern! Bitte, machen sie sich nicht unglücklich für diese Leute! Noch können..." Andreas' Lächeln war eingefroren "Wie unhöflich, ich glaube du hast vergessen, wer hier vor dir steht." Im nächsten Moment holte er aus und Peter bekam seine Faust ins Gesicht. Sein Kinn brannte, aber in diesem Moment wurde seine Wut geweckt und aus Reflex schlug er zurück und traf Andreas direkt aufs Auge. Andreas war darauf nicht gefasst, aber er fing sich schnell wieder "Verdammte kleine Ratte, das wirst du bereuen!" Mario und er gingen auf ihn gemeinsam los, während Justin nur zusah und wusste, dass er diesen Mann gerade wahrscheinlich in den Tod geschickt hatte.

Peter konnte einige Schläge austeilen, doch gegen zwei Männer hatte er keine große Chance und es dauerte nicht lange, bis Andreas und Mario ihn am Boden hatten. Nach einigen weiteren Schlägen und Tritten, ließen sie von ihm ab. Peter hatte sich zusammengekrümmt und versucht so gut es ging seinen Kopf zu schützen. Nachdem sie aufgehört hatten, stöhnte Peter und versuchte die Schmerzen wegzuatmen. Er machte sich auf weitere Schläge gefasst, doch die blieben aus. Stattdessen hörte er Andreas sagen "Das war ziemlich befreiend fürs Erste." Er hockte sich neben Peter auf den Boden. "Bevor wir so richtig Spaß zusammen haben, sollst du noch erfahren, dass du es mir zu verdanken hast, dass du hier bist." Peter hob den Kopf, sah Andreas direkt in die Augen. Er begriff sofort "Sonja! Du hast sie auf Martin angesetzt?" Andreas lachte "Schweinchen-Schlau, was! Es war zu einfach, dein bester Freund hat nur noch mit seinem Schwanz gedacht und hat dich ganz schnell für die kleine Nutte fallen lassen." Peter wurde wieder wütend "Du Schwein! Aber damit kommst du nicht durch!" "Uh, die kleine Ratte wird wieder mutig. Aber ich bin doch schon längst damit durchgekommen! Du musst endlich kapieren, dass du einfach nur Dreck bist. Selbst für deinen sogenannten besten Freund bist du weniger Wert als eine billige Nutte!"

Mario hatte Justin inzwischen den Elektroschocker abgenommen und ging neben Andreas in die Hocke. Er wollte ihm den Schocker reichen, aber Andreas schüttelte den Kopf "Tu dir keinen Zwang an, du brennst doch darauf!" Mario grinste böse und sah dann zu Peter "Dann wollen wir endlich mal wieder ein bisschen spielen!" Und im nächsten Moment rammte er Peter den Schocker in die Seite und dieser schrie auf und krampfte. Mario zögerte nicht und hielt Peter das Gerät nun seitlich an den Hals. Dieses Mal schockte er Peter länger und er schrie erstickt auf, hatte das Gefühl, sein Kopf würde explodieren. Er verlor fast das Bewusstsein, hörte Andreas und Mario lachen. "Das erinnert mich an die guten alten Zeiten" lachte Andreas. Wie durch Watte hörte Peter nun auch die Stimme von Krüger "Aufhören! Das reicht doch, er hat genug." Andreas stand auf und ging auf den Wärter zu "Halt deine Fresse. Du kannst es dir nicht leisten, irgendwas gegen uns zu unternehmen. Denk dran, was ich alles über dich erzählen könnte!" Justin gab auf, aber er konnte sich das nicht länger mit ansehen "Ich muss zurück auf meinen Posten, sonst bemerken die anderen noch was!" Er übergab Andreas den Schlüssel für diesen Raum und verschwand. Auf dem Flur hörte er wieder Peters Schreie, er hielt sich die Ohren zu und rannte los. Das würde ihn den Rest seines Lebens verfolgen.

TBC
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