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Narben auf der Seele

von Knubu
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Martin Fuchs Michael Weber Muri Demir Peter Rothmayer Stephan Sindera Tom Mayer
26.06.2021
18.01.2022
36
93.352
12
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21.10.2021 2.946
 
Ben lief voraus die Treppe hinunter, Paul lief neben Peter und Moritz kam als letztes. Stephan wartete schon ungeduldig vor der Tür und als seine Kollegen auf die Straße traten, lief er sofort auf sie zu "Was hat denn so lange gedauert? Hat er es wenigstens zugegeben?" Der Ton war aggressiv und Peter wollte sich sofort verteidigen "Ich habe nichts getan!" Stephan wurde ungehalten "Wie widerlich bist du eigentlich, verprügelst eine Frau und vergewaltigst sie. Jetzt steh wenigstens dazu, es ist doch eindeutig dass sie sich gewehrt hat und dich verletzt hat!" Er ging auf Peter zu, doch Ben stellte sich ihm in den Weg "Es reicht Stephan, er hat sich widerstandslos festnehmen lassen, alles andere ist noch nicht bewiesen und wird auch nicht von uns geklärt werden. Das übernimmt die Kripo!" Stephan funkelte Ben an "Und warum ist er nicht in Handschellen? Jeden anderen hättet ihr sofort gefesselt!" Jetzt mischte sich Moritz ein "Handfesseln sind nicht nötig, weil Peter sich vernünftig verhält, ganz im Gegensatz zu dir!"

Peter fühlte sich wieder schwindelig und er hatte das Gefühl, der Boden unter seinen Füßen würde verschwinden "Mir ist nicht so gut..." sagte er noch leise bevor er nach vorne stolperte und dabei Paul fast umstieß. Dann ging alles ganz schnell, zu schnell, als dass einer der drei anderen auf Stephan reagieren konnte. Dieser missdeutete die Situation komplett, dachte Peter würde einen Fluchtversuch unternehmen wollen. Während Peter schon im Fallen war, stürzte Stephan sich auf ihn und beide gingen zu Boden "Du wirst mir ganz sicher nicht entkommen!" Schrie er und landete direkt auf Peter, der benommen liegen blieb und sich kaum bewegte. Er war kurz davor ohnmächtig zu werden. Aber Stephan hockte sich sofort mit einem Knie auf Peters Rücken und packte einen Arm und drehte diesen grob auf den Rücken, um ihm Handfesseln anzulegen. Peter ließ es über sich ergehen, ihm fehlte die Kraft und auch der Wille, sich zu wehren. Er blieb einfach ruhig liegen und kniff die Augen gegen den Schwindel zusammen. Nie hätte er gedacht, dass er mal von den eigenen Kollegen verhaftet werden würde.

Wie durch Watte hörte er Bens wütende Stimme "Was soll denn das, ihm war doch nur schwindelig und du behandelst ihn wie einen Schwerverbrecher!" Stephan stand auf und fauchte Ben an "Das ist er doch auch! Du hast nicht gesehen, wie Sonja zugerichtet war und wieviel Angst sie hatte. Kannst gerne Paul fragen!" Paul und Moritz waren bei Peter und halfen ihm wieder auf die wackligen Beine. Sie mussten ihn stützen, damit er nicht wieder umfiel. "Wir sollten besser einen RTW rufen!" meinte Moritz. Stephan ging auf die kleine Gruppe zu "Der simuliert doch nur! Ich bring den jetzt in den Streifenwagen und fertig." Er wollte Peter am Arm packen und mit sich ziehen, doch Paul hielt ihn davon ab. Er hielt den Arm von Stephan fest und zog ihn von Peter weg "Jetzt reiß dich gefälligst zusammen und verhalte dich wie ein Polizist und nicht wie irgendein Schläger! Peter wollte doch nicht fliehen, man! Anscheinend wurde er betäubt oder so, wir sollten wirklich einen RTW rufen."

Ben wollte schon per Funk einen RTW anfordern, als sich Peter zu Wort meldete "Nein, ich brauch keinen RTW. Bringt mich jetzt auf die Wache, ich will meine Aussage machen, damit das alles schnell vorbei ist." Ben schien unsicher, aber Peter sah ihn eindringlich an "Bitte, Ben!" Der blonde Beamte seufzte "Na gut, wir bringen dich erstmal zur Wache, aber dann soll Klaus entscheiden, ob wir nicht doch einen RTW für dich rufen. Wir brauchen ja sowieso eine Blutbrobe und von der Bisswunde muss auch ein Abstrich gemacht werden, wegen den Speichelspuren." Stephan gab sich geschlagen, aber er beobachtete Peter aus dunklen Augen. Als Ben Moritz die Anweisung gab, Peter die Handschellen wieder abzunehmen, fuhr Stephan wieder hoch "Das kommt gar nicht in Frage, damit er noch mal versucht zu fliehen!" Ben meckerte zurück "Das war kein Fluchtversuch, das weißt du jetzt auch!" Aber Peter wollte nicht länger den Streit der Kollegen anheitzen "Ist okay, die Handschellen können ruhig bleiben, Hauptsache wir können jetzt los."

Als sie vor der Wache ankamen, bestand Ben nun aber darauf Peter die Handfesseln wieder abzunehmen "Du musst den anderen nicht so gegenübertreten!" Stephan verkniff sich, dazu etwas zu sagen. Inzwischen hatte er sich ein wenig beruhigt, aber sauer war er immer noch auf seine Kollegen. Sie brachten Peter rein und wurden als erstes von Marc am Tresen in Empfang genommen, dieser war betroffen wie fertig Peter wirkte "Peter, was ist denn nur passiert?" Peter zuckte nur mit den Schultern "Ich habe keine Ahnung..." "Keine Ahnung, das ich nicht lache!" Stephan warf Peter noch einen abfälligen Blick zu, bevor er in eins der Büros verschwand. Klaus kam dazu, er hatte schon ungeduldig gewartet "Ab in mein Büro mit Peter und du kommst auch mit." Sagte er zu Ben "Wir haben nicht lange Zeit, denn eigentlich sollst du sofort hoch zur Kripo. Aber ich möchte erstmal von dir hören, was an der Sache dran ist."

Peter wurde von Ben sofort auf einen der Stühle in Klaus' Büro gesetzt. Noch bevor Klaus irgendwas sagen konnte, ergriff Ben das Wort "Ich weiß nicht, aber ich denke Peter braucht vielleicht einen RTW. Wir vermuten, dass er betäubt wurde oder so. Jedenfalls ist er bei der Festnahme fast zusammengebrochen, wollte aber absolut nicht, dass ich einen RTW rufe." Klaus sah sich Peter genauer an "Du siehst wirklich nicht gut aus. Bitte sei jetzt ehrlich, wie geht es dir?" Peter log nicht als er sagte "Vorhin war ich wirklich wackelig auf den Beinen, aber inzwischen ist mir nicht mehr schwindelig oder so, wirklich. Ich brauche keinen RTW." Klaus überlegte kurz "Na gut, aber wenn es wieder schlechter wird, sag sofort Bescheid. Und jetzt möchte ich von dir hören, was du zu den Anschuldigungen von Sonja sagst." Peter erzählte, dass er sich noch an sein Frühstück erinnern konnte, aber dann nur noch daran, dass Sonja bei ihm vor der Tür stand und jemand dabei gewesen sein musste. "Ich bin dann gefallen und dann ist alles weg. Als ich aufgewacht bin, lag ich auf meinem Sofa und hatte diese Verletzungen. Mir war übel und ich musste mich übergeben."

Ben konnte bestätigen, dass Peter sehr wackelig auf den Beinen war und leicht benommen wirkte. Ben berichtete auch, dass Peter sich ganz friedlich verhaften lassen hat. "Aber Stephan ist unnötig grob geworden..." Peter unterbrach Ben sofort "Ben, lass gut sein. Stephan hat auch nur seinen Job gemacht. Er dachte halt, dass ich fliehen wollte, als ich gestolpert bin und dabei Paul fast umgestoßen habe." Ben spannte seine Kiefermuskeln an, aber sagte nichts mehr. Er sah Peter nur an, konnte ihn ja auch irgendwie verstehen, dass er nicht noch mehr Ärger unter den Kollegen veranlassen wollte. Klaus sagte zwar auch nichts dazu, aber nahm sich vor, trotzdem mal in Ruhe mit Stephan zu reden. Er wusste, dass sie alle im Moment in einem Ausnahmezustand waren und die Emotionen überkochten. Michael hingegen, der mit dem Rücken an der Wand gelehnt stand und bis jetzt alles nur ruhig beobachtet hatte, konnte sich einen bissigen Kommentar nicht verkneifen "Stephan meint wohl, er muss hier auch gleich den Richter spielen." Klaus warf Michael nur einen warnenden Blick zu, bevor er nun Peter hoch zur Kripo bringen musste.

~*~

Klaus hatte durchsetzen können, dass er als DGL von Peter bei dessen Verhör durch die Kripo anwesend sein durfte. Auch wenn er ruhig sein musste, konnte er so Peter wenigstens das Gefühl geben, nicht allein zu sein. Auch Paul und Stephan mussten sofort ihre Aussage machen, was sie am Tatort vorgefunden hatten und was das Opfer gesagt hatte. Ben und Moritz mussten ebenfalls über den Ablauf der Festnahme ihre Aussage machen. Eine weibliche Beamtin der Kripo wurde zeitgleich ins Krankenhaus geschickt, um die Aussage von Sonja aufzunehmen und die ersten Untersuchungsergebnisse in Erfahrung zu bringen. Alles wurde also sofort in Gang gesetzt, nur Martin wusste von all dem noch nichts. Stephan hatte mehrmals versucht, ihn über Handy zu erreichen. Und auch das Krankenhaus hatte im Auftrag von Sonja versucht ihn zu informieren. Martin hatte sein Handy auf lautlos gestellt, da er einen Arzttermin zum jährlichen Check-up hatte und gleich im Anschluss einen Physio Termin für seine Schulter, die er sich vor einiger Zeit mal bei einem Einsatz ausgekugelt hatte und die ihm seitdem immer mal wieder Probleme bereitete.

Bei dem Verhör von Peter waren die zuständigen Beamten, Frau Behrmann und Herr Menke, betont neutral und sachlich. Während Herr Menke das Verhör führte, wurde Peter von der weiblichen Beamtin ganz genau beobachtet. Sie schien besonders auf seine Gestik und Mimik zu achten, um daraus vielleicht ableiten zu können, ob er log oder die Wahrheit sagte. Peter beschrieb woran er sich noch von dem Morgen erinnern konnte und was passiert war, nachdem er wieder zu sich kam. Auch auf den Vorfall am Vortag mit seinen Kollegen und den Vorwurf des Opfers, er habe dieses bereits vorher schon einmal sexuell belästigt, wurde er angesprochen. Natürlich stritt Peter diesen Vorwurf wahrheitsgemäß ab, aber ihm war bewusst, dass im Moment alles gegen ihn sprach.

Nachdem das Verhör beendet war, wurde er noch in einen Raum der KTU geführt, wo ihm ein Arzt Blut abnahm und einen Abstrich von der Bisswunde machte. Peter ließ das alles ruhig über sich ergehen, denn er hoffte darauf, dass man irgendeine Droge oder Betäubungsmittel in seinem Blut finden würde. Das könnte ihn zumindest teilweise entlasten. Bei der Bisswunde und auch den Kratzern im Gesicht und am Hals war er sich so gut wie sicher, dass diese tatsächlich von Sonja stammten. Auch wenn er davon nichts mitbekommen hatte, wer sollte ihm diese Verletzungen sonst zugefügt haben? Und ihm war klar, man würde dies als eindeutige Spur betrachten, die ihn schwer belasten würde. Er verstand nur nicht, warum das alles geschah.

~*~

Natürlich war die Beamtin, die Sonja verhörte in solchen Dingen geschult und ging behutsam mit ihr um, aber sie achtete auch genau darauf, wie das Opfer sich verhielt. Allerdings war Sonja sehr überzeugend, so dass die Beamtin erstmal keinen Verdacht schöpfte. Sonja berichtete, dass Peter plötzlich vor der Tür stand und verlangte Martin zu sehen. „Er wirkte von Anfang an sehr aggressiv und wütend und als ich ihm sagte, dass Martin nicht da sei, drückte er einfach die Tür auf und kam ins Haus. Er suchte Martin und rief nach ihm, dabei wurde er immer wütender und schrie mich dann irgendwann an.“ Sonja machte eine Pause und frische Tränen rollten ihr über die Wangen „Dann packte er mich an beiden Armen und schüttelte mich. Er warf mir vor, dass ich alles kaputt gemacht hätte und ich Schuld sei, dass er von seinen Kollegen angegriffen wurde.“ Die Beamtin notierte sich alles und versuchte Sonja zu beruhigen „Sie haben alle Zeit der Welt, wir können auch erstmal eine Pause machen, wenn sie wollen.“ Aber Sonja lehnte dies ab, sie wollte das jetzt über die Bühne bringen, da sie gerade so im Fluss war und es schließlich auch anstrengend war, den Schein zu wahren.

Sie beschrieb, wie Peter sie angeblich anfing zu schlagen und sie dann aufforderte sich auszuziehen. Als sie sich weigerte, hätte er ihr die Bluse zerrissen und sie auf den Boden geschmissen. „Er hat sich auf mich gesetzt und gesagt, das wäre ich ihm jetzt schuldig als Wiedergutmachung. Dann wollte er mich küssen, aber ich konnte es noch abwehren und habe ihn im Gesicht gekratzt. Aber dann wurde er erst recht wütend und hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Danach war ich etwas benommen und er hat seine Hose geöffnet, wollte dass ich ihn oral befriedige. Aber ich habe mich geweigert und dann hat er... er hat mich vergewaltigt. Ich wollte ihn von mir stoßen, aber er war einfach zu stark. Ich habe um Hilfe geschrien, aber er hat mir den Mund zugehalten. Dabei habe ich ihn dann in die Hand gebissen. Er hat dann nochmal zugeschlagen und ich habe das Bewusstsein verloren.“

Sonja weinte nun bitterlich und wurde von der Beamtin getröstet. „Eine wichtige Frage habe ich aber noch. Hat der Täter ein Kondom benutzt?“ Die Beamtin sah Sonja abwartend an und Sonja schien beschämt zu sein, sah ihr nicht in die Augen. Aber sie nickte leicht „Das hat er. Er meinte, dass er sich ja nichts wegholen wolle bei mir...“ Die Beamtin schrieb sich noch einige Stichpunkte auf und verabschiedete sich dann „Vielen Dank für die Aussage, ich weiß das war nicht leicht für sie. Aber damit haben sie uns sehr geholfen und der Täter kann mit diesen Beweisen sicher überführt werden. Alles Gute für sie und wenn ihnen noch etwas einfällt, rufen sie mich an!“ Sie reichte Sonja ihre Karte und verließ das Krankenzimmer.

Anschließend ließ sie sich noch den Untersuchungsbericht vom behandelnden Arzt geben und kurz erklären. Sonja hatte ihr Einverständnis gegeben, dass der Arzt diese Informationen an die Polizei weitergeben durfte. Bei Sonja wurden neben den Verletzungen im Gesicht auch noch Hämatome an beiden Oberarmen sowie eine Rippenprellung festgestellt. Die Beamtin sah sich die Fotos dazu an, man konnte deutlich erkennen, dass die Hämatome an den Armen vom Zupacken kamen. Die weiteren Fotos zeigten Hämatome an den Innenseiten der Oberschenkel und deutliche Verletzungen im Intimbereich. Es war ersichtlich, dass der Täter äußerst brutal und rücksichtslos vorgegangen sein musste. Für die Beamtin waren solche Bilder nichts Ungewöhnliches, doch würde sie sich nie daran gewöhnen können. Es machte sie immer wieder aufs Neue betroffen und wütend, dass ein Mensch einem anderen solche Gewalt antun konnte. Der Arzt ließ sie dann noch wissen, dass sie Proben von Sonjas Fingernägeln entnehmen konnten. „Wir konnten hier Haut- und auch Blutspuren des Täters gewinnen, die eindeutig zugeordnet werden können. Die Ergebnisse werden morgen vorliegen.“ Dann übergab er der Beamtin noch eine luftdicht verschlossene Tüte mit Sonjas Kleidung, auf der sich auch noch Spuren vom Täter befinden könnten.

~*~

Nachdem alle Aussagen ausgewertet wurden, wurde Peter sofort einem Haftrichter vorgeführt. Klaus hatte inzwischen dafür gesorgt, dass Peter einen Anwalt an seiner Seite hatte, der Peter vertreten sollte. Obwohl dieser alles versuchte, Peter vor der Untersuchungshaft zu bewahren, entschied der Richter anders. Er begründete seine Entscheidung mit der eindeutigen Aussage des Opfers und der offensichtlichen Motive des Verdächtigen „Herr Rothmayer konnte nicht schlüssig davon überzeugen, dass er sich wirklich an nichts erinnern kann, weil er angeblich betäubt wurde. Dies wird erst durch das Ergebnis der Untersuchung der Blutprobe nachgewiesen werden können. Sollte sich die Aussage bestätigen und die DNA Spuren am Opfer nicht mit Ihnen übereinstimmen, werde ich die Untersuchungshaft wieder aufheben. Aber jetzt werden sie unverzüglich der JVA überstellt.“ Der Anwalt protestierte, dass Peter in Köln inhaftiert werden sollte und führte als Begründung die dortige Inhaftierung von Meinke und Rothe auf. Aber der Richter lehnte den Einspruch ab „Die normalen Insassen kommen nicht mit denen in der U-Haft in Kontakt und die Wärter werden schon für die Sicherheit von Herrn Rothmayer sorgen.“

Klaus und Michael, die vor dem Verhandlungsraum gewartet hatten, waren wenig begeistert von dem Ergebnis, denn sie wussten genau, dass es für Peter dort in der Kölner JVA gefährlich werden könnte. Darüber hinaus, war besonders Michael absolut von Peters Unschuld überzeugt. Er hatte diesen inzwischen sehr gut kennengelernt und wusste, dass Peter niemals einem anderen Menschen so etwas antun könnte. Klaus hingegen war objektiver und sah es realistischer. Ja, er traute Peter so eine Tat auch nicht zu, aber er musste sich eingestehen, dass die Beweislage schlecht für Peter aussah, vor allem wenn die DNA Spuren übereinstimmen würden.  Er hatte die Hoffnung, dass man in Peters Blut Drogen oder ein Betäubungsmittel finden würde, das würde zumindest alles in Frage stellen.

Bevor Peter nun von zwei Beamten der Kripo in die JVA überstellt wurde, hatte Klaus noch um einen Moment unter vier bzw. sechs Augen mit Peter und Michael gebeten. Michael war sichtlich betroffen, aber auch wütend über die ganze Sachlage. Am liebsten wäre er in den Raum gestürmt und hätte dem Haftrichter ein paar Takte erzählt. Peter selbst hatte für den Moment aufgegeben und nahm alles so hin, denn er konnte jetzt gerade sowieso nichts dagegen tun. Er versuchte Michael etwas zu beruhigen „Micha, komm wieder runter. Das wird sich alles aufklären! Ich habe nichts getan und ich glaube an unseren Rechtsstaat, sonst wäre ich nicht Polizist geworden!“ Michael tat etwas, was sonst überhaupt nicht seine Art war und was sowohl Klaus wie auch Peter überraschte. Michael zog Peter in seine Arme und drückte ihn fest an sich „Wir lassen dich nicht im Stich! Wir holen dich da wieder raus, hörst du!“ Peter tat dieser Zuspruch gerade unendlich gut, vor allem da es von Michael kam. Er wusste dass Michael meinte, was er sagte. Jetzt fühlte er sich nicht mehr ganz so allein gelassen. Klaus sah einen Moment ruhig zu, bis er dann einen ungeduldigen Blick der Kripobeamten bekam „Peter, wir werden alles tun was uns möglich ist. Und du musst mir versprechen gut auf dich aufzupassen, lass dich da auf nichts ein und halte dich so gut es geht im Hintergrund. Du weißt, Polizisten sind in der JVA nie gern gesehen!“ Peter versuchte sich ein Lächeln abzuringen, was ihm aber nicht gelang „Ich werde mein Bestes tun, dort nicht aufzufallen...“ Dann mussten sie Peter Wohl oder Übel gehen lassen, aber sie hatten kein gutes Gefühl dabei.

TBC
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