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The Rise of Ushindi

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P12 / Mix
OC (Own Character)
25.06.2021
25.05.2022
31
55.580
3
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25.06.2021 1.915
 
Mit einem mächtigen Brüllen richtete er sich auf seine Hinterläufe auf. Nur Sekunden bevor seine Krallen ihr Ziel erreichten wich sein Gegner aus und konterte den Angriff. Mit vollem Körpergewicht rammte der andere Löwe ihn und gemeinsam fielen sie zu Boden, beide darum ringend, die Oberhand zu gewinnen. Grimmig nach einander ausschlagend rollten sie durch das Gras, keiner der beiden willens aufzugeben, bis plötzlich…
   „Lasst das ihr Zwerge!“ Eine Pranke, weitaus größer als alles was die beiden zu bieten hatten traf sie. „Wir versuchen hier zu schlafen, seht ihr das nicht?“
   Benommen von der Wucht des Schlages taumelten die Jungen auseinander. „Omoa, du Idiot!“, fauchte Ushindi seinen Bruder an. „Was machst du hier?“
   „Wie er eben sagte, wir haben versucht, hier ein Nickerchen zu halten.“ Mit einem hochnäsigen Grinsen im Gesicht trat Wema neben ihren Gefährten. Schon bevor sie mit Ushindis älterem Bruder verlobt worden war, war sie eine gemeine und arrogante Löwin gewesen, aber seitdem war es nur noch schlimmer geworden.
   „Ist nicht unsere Schuld, wenn ihr euch absichtlich neben uns legt für euer blödes Nickerchen! Wir waren zuerst hier! Haut ab!“
   „Vorsicht, du keiner Freak! Du sprichst mit deiner zukünftigen Königin!“, knurrte Omoa Askari an und bleckte die Zähne.
   „Und deinem zukünftigen König“, fügte Wema hinzu und schmiegte sich an die muskulöse Schulter ihres Gefährten.
   „Und als der befehle ich euch sofort zu verschwinden, sonst werde ich euch für euer Fehlverhalten bestrafen!“ Drohend näherte der Prinz sich ihnen, doch das beinahe schwarze Junge dachte nicht einmal daran vor ihm zurückzuweichen. Für einen Moment standen sie sich Auge in Auge und man konnte es ihm ansehen, wie jede Sekunde Omoa mehr und mehr aufregte. Wutentbrannt über den Ungehorsam des Jungen, riss der ältere Löwe schließlich eine Pranke in die Luft.
   „Pass auf!“, rief Ushindi und stürzte sich auf das Vorderbein seines Bruders, der schmerzerfüllt aufjaulte, als das Junge seine Zähne in ihn grub.
   Endlich trat Askari zurück, als Omoa sein deutlich kleineres Geschwisterchen abschüttelte. Er drehte sich um, rannte zu Ushindi und gemeinsam machten sie sich aus dem Staub.
   „Dafür krieg ich euch, ihr Gören!“, schrie der Kronprinz ihnen nach und versuchte ihnen nachzusetzen, doch dafür waren schon zu weit entfernt.
   „Danke!“, keuchte Askari, als sie sichere Entfernung hinter sich und ihren Verfolger gelegt hatten. „Das war knapp.“
   „Ja, er ist dieses Mal echt sauer geworden.“ Grinsend setzte Ushindi sich hin.
   „Aber das ist es definitiv wert gewesen!“
   „Absolut! Ich kann immer noch nicht verstehen, warum mein Dad ihn als seinen Erben will.“
   „Ich auch nicht.“
   „Niemand mag ihn! Meine Eltern und Wema sind die einzigen und die ist nur mit ihm zusammen, weil sie so Königin wird.“
   „Oder weil sie genauso fies ist wie er.“
   „Oder beides!“ Lachend legten sich die beiden Jungen hin. „Weißt du was?“, sagte Ushindi, nachdem sie sich beide wieder beruhigt hatten. „Wenn er wirklich König wird, hau ich ab von hier!“
   „Im Ernst?“ Perplex sah Askari ihn an.
   „Klar. Du nicht auch? Oder kannst du dir vorstellen an einem Ort zu leben, der von jemand wie ihm regiert wird?“
   „Nein. Aber ich wüsste nicht, wo ich sonst hinsollte.“ Das Junge sah auf hinunter auf seine Pfoten.
   „Wir könnten zusammen gehen. Stell dir vor. Wir beiden als Streuner. Wir könnten gehen wohin wir wollten und tun was immer wir wollten. Ich wette niemand könnte uns aufhalten, wenn wir nur zusammenbleiben. Nicht Omoa, nicht meine Eltern, niemand!“
   Ushindi’s Augen glänzten so hell wie zwei kleine Sonnen, als Askari ihm direkt ins Gesicht sah. „Bin dabei!“

   Die Hitze war unerträglich. Die Sonne stand hoch und brannte gnadenlos auf das Land unter sich herab. Sein dunkles Fell verfluchend erhob sich Askari aus dem vertrockneten Gras und sah sich nach einem schattigeren Plätzchen um. Die paar verwitterten Büsche die die Umgebung zu bieten hatte waren kaum ausreichend um sich abzukühlen, egal welche Fellfarbe man hatte. Mit einem ärgerlichen Schnauben sah er hinüber zu dem kleinen Monolithen, der schon seit Ewigkeiten den Thron ihres Rudels darstellte. Natürlich war sein Schatten – der einzige tatsächliche Schutz vor der Sonne – von der Königsfamilie besetzt.
   „Sieh sie dir nur an!“ Ushindi trottete von einem der nahegelegenen Büsche, in dem ein paar der Löwinnen des Rudels Schutz gesucht hatten zu ihm herüber. „So eine glückliche kleine Familie.“
   „Ja. Hätte die Sonne das nicht schon gemacht würde es mein Herz erwärmen.“ Askaris Augen waren an Wema hängengeblieben, die bequem im Schatten des Felsen lag. Bei ihr waren ihre Jungen. Deren Anblick machte Askaris Laune nur noch schlecht. „Ich schwör es, wenn eins dieser Bälger mich noch einmal ein Monster nennt, wird königliches Blut von meinen Krallen tropfen.“
   „Und ich würde dich nicht aufhalten. Wenn ich könnte würde ich jede Verwandtschaft mit diesen kleinen Dämonen leugnen. Aber soll ich dir was sagen? Bald kann uns das alles egal sein.“ Er nickte in die Richtung aus der er gekommen war. „Ruya, Shauri und Teke sind dabei. Chagina war sich noch nicht sicher, aber ich denke sie wird sich uns anschließen. Sie meinte sie wollte erst Shindana fragen, ob sie mit ihr kommen will.“ Er lächelte. „Damit wären wir zu siebt.“
   „Tatsächlich? So viele?“ Askari dachte zurück an den Tag, an dem er uns sein Freund ihren Plan geschmiedet hatten, das Rudel zu verlassen. „Damals hätte ich nie gedacht, dass die anderen mitkommen würden.“
   „Naja, da ist zehn Jahre her. Genug Zeit für Omoa jedem in seinem ach so tollen Königreich ans Bein zu pinkeln. Er kann froh sein, dass Dad früh gestorben ist, sonst hätte er sich vielleicht doch noch umentschieden.“ Der Spott in Ushindis Stimme war nicht zu überhören. „Was würde ich dafür geben, sein Gesicht sehen zu können, wenn er aufwacht und merkt, das sein halbes Rudel weg ist?“
   „Glaubst du er wir uns verfolgen?“
   „Nein, dafür ist er ein zu großer Feigling. Er mag den starken und mutigen gespielt haben als er noch größer war als wir, aber wir sind gewachsen… Ich meine sieh dich an. Du könntest ihn alleine fertig machen, wenn du wolltest.“
   Das war nicht einmal übertrieben. Innerhalb der letzten Jahre war Askari erheblich gewachsen und mit ihm seine Kraft und sein Kampfgeschick. Es amüsierte ihn, dass er sich in gewisser Weise dafür bei Omoa and Wema bedanken konnte. Sie hatten ihn nie gemocht und als er alt genug dafür gewesen war, hatten sie ihm verweigert, an den Jagten ihres Rudels teilzunehmen. Seine Fellfarbe wäre ein zu großer Nachteil und eine Gefahr für den Erfolg der Jäger, hatten sie ihm gesagt. Natürlich wusste er, dass es schlicht daran lag, dass seine ungewöhnliche Fellfarbe es einfach machte ihn auszugrenzen. Doch er hatte dem Befehle Folge geleistet und begonnen, stattdessen allein auf die Jagd zu gehen. Er begann, sich seine eigenen Strategien auszudenken, wie bei Nacht zu jagen, oder sich Beute auszusuchen, die nie mit dem Angriff eines einzelnen Löwen rechnen würde. Sehr zu seiner Freude hatte Ushindi sich schnell entschlossen, sich ihm bei seinen Versuchen anzuschließen und sie waren ein eingespieltes Team geworden. Gemeinsam brachten sie Beute zur Strecke, der sich die Löwinnen nicht einmal zu näher gewagt hätten, wie Büffel und sogar Giraffen und junge Nilpferde. Mit der Zeit hatten ihn die harten Kämpfe mit solcherlei Beute und die unglaublichen Belohnungen die sie darstellten, wenn man sie erst erlegt hatte ihn stärker und stärker gemacht. „Ja“, sagte er und grinste. „Wenn wir mit einem wütenden Giraffenbullen klarkommen, der versucht uns totzutrampeln… Er wäre wirklich kaum eine Herausforderung.“

   Als endlich nach einem langen Tag in der glühenden Hitze die Nacht hereingebrochen war, hob Askari seinen Kopf und sah sich um. Der Großteil des Rudels war bereits eingeschlafen. Geräuschlos stand er auf und schlich zu Ushindi. „Es ist so weit“, flüsterte er und sein Freund öffnete die Augen. Genau wie Askari hatte auch er nur vorgegeben zu schlafen.
   Kurz darauf erreichten die beiden Löwen die Grenzen des Königreiches. „Ich habe den anderen gesagt, sie sollen uns hier noch vor Mitternacht treffen“, erzählte Ushindi ihm und setzte sich hin. „Und dass sie nicht alle auf einmal kommen sollen, damit niemand Verdacht schöpft, falls sie doch versehentlich jemanden aufwecken.“
   Kaum nachdem er das gesagt hatte, entdeckte Askari eine dunkle Gestalt, die auf sie zukam.
   „Shauri“, begrüßte Ushindi die Löwin.
   „Hey Jungs.“ Mit einem unsicheren Lächeln setzte Shauri sich zu ihnen. „Bin ich zu spät? Wo sind die andern?“
   „Ach was, wir haben noch massig Zeit. Eigentlich bist du die erste!“
   Die Nächste die ankam, war Tekelea und nicht lange danach, genau wie Ushindi es erwartet hatte, Chagina und Shindana. Seit ihrer Kindheit waren die beiden beste Freundinnen gewesen und man sah sie nur selten getrennt, also war es kein Wunder, dass sie gemeinsam kamen.

   Es war schon nach Mitternacht, als schließlich die letzten von ihnen auftauchten. Sie waren gerade zu dem Schluss gekommen, dass Ruya sich doch dazu entschieden hatte zu bleiben und gerade die ersten Schritte ihrer Reise getan, als ein leiser Ruf ertönte.
   „Wartet auf uns!“
   Askari, der am Ende ihrer Gruppe ging, drehte sich um und sah Ruya auf sie zulaufen. Und sie war nicht allein.
   Die anderen hatten die beiden Löwinnen ebenfalls bemerkt und hielten an.
   „Tut mir sehr leid, aber ich wurde aufgehalten.“, keuchte Ruya, als sie sie erreicht hatte. Ihre Begleiterin blieb schüchtern hinter ihr. „Sie hat mich bemerkt, als ich mich rauschleichen wollte und auch, dass ihr verschwunden wart. Ich habe ihr erzählt, was wir vorhaben und wisst ihr was? Sie wollte mitkommen! Nicht wahr?“ Ruya trat zur Seite, und gab so den Blick auf die andere Löwin frei, die zaghaft nickte. Jetzt, da er ihr Gesicht sehen konnte, erkannte Askari sie. Sie war etwas jünger als der Rest von ihnen, also verwunderte es nicht, dass Ushindi sie nicht persönlich eingeladen hatte, mit ihnen zu kommen.
   „Bist du dir sicher, Heba?“, fragte Ushindi und ging zu ihr. „Das hier wird kein Ausflug oder so etwas. Wir kommen nicht wieder.“
   Für eine Sekunde regte sich die Löwin nicht, doch dann sah sie hoch in sein Gesicht und nickte noch einmal.
   „Schön.“ Ermutigend lächelte er sie an, dann drehte er sich wieder um. „Dann mal los, Freunde! Da draußen wartet eine ganze Welt auf uns!“

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AN: Nun, das war das erste Kapitel meiner Fanfiction "The Rise of Ushindi" (kurz tRoU). Ursprünglich habe ich sie auf Englisch geschrieben und veröffentlicht (ist allerdings auch in der Fassung noch ein WIP), habe aber vor etwa einem Jahr angefangen, sie auf Deutsch zu übersetzen. Jetzt dachte ich, warum sie nicht auch hier hochladen und mal sehen wie sie ankommt. Fürs erste habe ich vor alle ein bis zwei Wochen eines der fertigen Kapitel hochzuladen bis ich beim bisher letzten angekommen bin, danach fürchte ich wird der Uploadrhythmus vermutlich so unregelmäßig werden, dass er kaum noch zu erkennen ist... Aber bis wir da ankommen wird es noch eine ganze weile dauern.
Wie dem auch sei, ich hoffe, euch hat gefallen was ihr gelesen hab. Lasst mir gerne etwas Feedback da, würde mich sehr freuen zu hören, was ihr von der Geschichte haltet!
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