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Das Aschenputtel Von München, Das Gar Keins War

von Tamy-831
GeschichteHumor, Romance / P12 / Het
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München OC (Own Character)
24.06.2021
22.07.2021
5
10.551
2
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10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.07.2021 1.908
 
05.


„Und, sag schon was! Wie findest du es?“, wollte Thomas von seinem Freund wissen.
Manuel beäugte die Gebäude, welche sich nun vor ihnen befanden. Er legte den Kopf schräg. Ihn ließ das Gefühl nicht los, dass er eines der Häuser kannte.
Es war schön, jede Wohnung hatte einen Balkon und hinten gab es einen Garten. Sie lag nicht direkt an der Straße, was starken Lärm verhinderte. Wenn er richtig lag, musste es vier Wohnungen in jedem Haus geben. Die drei Häuser unterschieden sich nicht im Geringsten voneinander und sie hielten gebührenden Abstand voneinander, was Manuel zusagte, es sah nicht so gequetscht aus. Alle waren in einem cremefarbenem Ton gestrichen, die Eingangstüren waren rot umrandet. Vor den Gebäuden befanden sich jeweils kleine Parkplätze, zu denen man vom Haus aus drei, vier Stufen hochsteigen musste. Auch die Mülltonnen waren auf dieser Ebene. Wer hatte sich das denn ausgedacht?
„Hallo!“
„Naja, von außen kann ich es schlecht beurteilen“, meinte Manu und zuckte mit den Schultern.
„Ach Junge, dein erster Eindruck“, sagte Thomas nun etwas ungeduldig. Es war bei weitem nicht die erste Wohnung die sie besichtigten, doch es war die erste, die Thomas alleine ausgesucht hatte. Deshalb war der werte Herr heute besonders aufgeregt.
„Ja, schön.“
Kritisch sah sein Freund ihn von der Seite an. „Ja, schön“, äffte er Manu nach und zog eine Grimasse.
Sein Freund überhörte diesen Kommentar einfach. Gerade bog ein Auto um die Ecke, welches sie hupend begrüßte. Schnell gingen die beiden zur Seite, denn sie hatten zuvor mitten in der Einfahrt gestanden.
„Welches ist es denn?“
„Nummer 82“, informierte Thomas.
„Und welches ist 82? Ich sehe keine Hausnummern.“ Etwas unbeholfen sah sich der Größere um.
„Gute Frage“, lachte sein Freund. „Wir werden es herausfinden!“ Er schien höchst motiviert.
Also marschierte Manuel los, hin zu den Stufen, die sie zum ersten Haus hinunter steigen müssten. „Na komm schon du Transfussel!“, rief Manu Thomas zu und ging ein Stück rückwärts, um seinen Freund nicht außer Augen lassen zu müssen.
Gerade wollte der Stürmer zum Reden ansetzten, doch es war bereits zu spät und Manuel knallte mit einer jungen Frau zusammen, die daraufhin recht ungeschickt die zwei Mülltüten fallen ließ. Sie hatte lange rote Haare, die in der Sonne förmlich leuchteten.
„Passen Sie doch auf!“, ging sie ihn an, ohne aufzusehen, dann bückte sie sich nach den Tüten.
Erschrocken drehte sich Manuel um und hob eine der beiden Müllsäcke auf. „Es tut mir wirklich leid, mein Fehler.“
„Stimmt“, erwiderte sie, nahm Manuel die Tüte ab und sah auf.
Als sie ihn ansah öffnete sie kurz den Mund, schloss ihn aber schnell wieder.
Thomas, der nun auch bei den beiden angekommen war fing an zu grinsen. „Ja, wir sind’s wirklich“, meinte er.
„Das kann ich sehen“, sagte die Rothaarige und setzte ihren Weg zu den Mülltonnen fort.
Thomas sah ihr hinterher. Sie schien nicht wirklich erfreut. „Entschuldigen Sie, welches ist 82?“, rief er ihr hinterher.
Die Frage schien sie aufhorchen zu lassen, denn sie drehte sich wieder zu den Jungs um.
„Wieso wollen Sie das wissen, wenn ich fragen darf?“
„Der hier“, dabei deutete Thomas auf den Größeren zu seiner Seite, „schaut sich eine Wohnung an“, erklärte er.
Die Frau schien zu überlegen. „Dieses da“, gab sie die gewünschte Auskunft und deutete auf das Haus, aus dem sie zuvorgekommen war.
„Danke Mylady“, sagte Thomas, deutete eine kleine Verbeugung an und ging dann mit seinem Freund in Richtung Hauseingang. Sie standen also die ganze Zeit schon vor dem richtigen Haus. Wunderbar.
Im ins Haus zu gelangen, musste man die Stufen, die sie zuvor hinabgestiegen sind wieder hinaufsteigen. Kurz blieb Manu stehen und sah zurück, zu den Stufen die zum Parkplatz führten. „Wer hat sich denn den Mist ausgedacht?“, fragte er verwirrt.
Thomas sah sich die kleine Schlucht zwischen Parkplatz und Haus an. „Naja, kann ja nicht jeder ein Planungsgenie sein“, meinte er schulterzuckend und zog einen Schlüssel aus der Hosentasche.
„Spielst du heute Makler?“
Der Stürmer grinste allwissend. „Sagen wir es so, ich habe meine Kontakte.“

~


Josefine war etwas außer Atem, als sie grinsend in die Küche gelaufen kam.
„Was ist denn mit dir los?“, fragte Jane belustigt und ließ die Zeitung sinken.
„Ich habe interessante Neuigkeiten“, verkündete ihre beste Freundin und ließ sich auf einen Stuhl fallen.
„Die dir beim Müll wegbringen zu geflattert sind?“, wollte Jane mit gerunzelter Stirn wissen.
„Wir bekommen einen neuen Nachbarn“, offenbarte die Rothaarige und griff zu ihrem mittlerweile lauwarmen Kaffee. Einfach ekelhaft sowas, aber es wäre eine Verschwendung ihn weg zu schütten.
„Aha“, machte Jane wenig enthusiastisch. Sie sah sich das Spektakel an, welches ihre Freundin da mit dem Kaffee veranstaltete. „Wie wäre es, wenn du heißen Kaffee drauf kippst?“
„Ja ja.“
Jane schnaubte nur und wandte sich wieder ihrer Zeitung zu.
„Na also wenn es dich nicht interessiert“, meinte Joe beiläufig und stand auf. Sie tat als würde sie die Küche verlassen. Und gegen ihre Vermutung machte Jane auch keine Anstalten, sie aufzuhalten. Als sie schon am Türrahmen angekommen war, blickte Jane auf.
„Soll ich dir helfen die Küche zu verlassen, oder bekommst du es heute noch hin?“, wollte sie wissen und beäugte ihre Freundin kritisch.
„Och du bist doch blöd. Wieso wohnen wir eigentlich zusammen?“, maulte Joe und ließ sich wieder auf dem Stuhl nieder, auf dem sie zuvor gesessen hatte.
„Was hat dir das Aufstehen jetzt gebracht?“
„Du hast mir die Überraschung vermiest!“
Jane schnaubte. „Tschuldigung“, sagte sie halbherzig. Sie wussten beide, dass das hier kein ernsthafter Streit war. Nein, es war nicht mal ein ernsthaftes Gespräch.
„Ich denke, du musst jetzt los“, merkte Josefine an, um die Sache in Gang zu bringen.
„Wohin?“, wollte ihr Gegenüber verwirrt wissen.
„Nach unten.“
„Kannst du vielleicht mal Klartext reden?“ Langsam wurde die Dunkelhaarige ungeduldig.
„Sagen wir es so, wenn du diesen Mieter nicht verscheuchst, wird dein Neuer Problem sich vorläufig wohl nicht in Luft auflösen“, erklärte Joe und war mächtig stolz auf ihre schön verpackten Worte.
Jane sprang auf und warf die Zeitung beiseite.
„Nein!“, konnte Joe sie noch brüllen hören, als ihre Freundin schon längst aus der Wohnung gestürmt war.
Lachend erhob sie sich, dieses Ereignis würde sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Wenn Jane einmal in Fahrt war, dann war sie auch nicht mehr zu stoppen und solange sie kein Problem mit ihr hatte, war es auch ziemlich amüsant.

„Gefällt es dir?“, wollte Thomas wissen und sah sich in dem leeren Raum um.
Ja, es gefiel ihm, doch vor etwa zwanzig Minuten ist ihm bewusst geworden, woher er dieses Haus kannte. Und das bedeutete, dass er hier nicht einziehen konnte. Niemals!
„Es ist schön“, fing Manu an und sah durch die Glastür auf den Garten hinaus.
Eine Menge Blumen blühten und ließen den Garten in vielen verschiedenen Farben erstrahlen. An der Arbeit da draußen würde er sich dann wohl auch beteiligen müssen.
„Aber?“, wollte Thomas in ein Seufzen wissen.
In dem Moment wurde die Tür aufgerissen und eine junge Frau stürmte in den großen, hellen Raum.
„Vergiss es!“, rief sie nur und blieb stehen.
Beide Männer drehten sich zu ihr um. Beinahe synchron, aber daran müssten sie nochmal ein bisschen feilen.
„Aber das“, sagte Manuel und deutete auf Jane, die nun mit verschränkten Armen an der Wand lehnte. Diese Frau war das große ‚Aber‘.
Thomas sah etwas verwirrt zwischen den beiden hin und her. „Da ist sie wieder“, murmelte er. „Euch ist bewusst, dass ihr mir das erklären müsst oder?“
Doch Jane beachtete ihn gar nicht.
„Unter keinen Umständen wirst du hier einziehen“, sagte Jane mit fester Stimme. Sie kochte jetzt schon innerlich vor Wut.
Erst jetzt schien Manuel die rothaarige Frau zu sehen, die neben Jane in den Raum trat.
„Ich denken mal, den Auftritt haben wir dir zu verdanken?“, wollte er von ihr wissen.
„Ich denken schon“, erwiderte Josefine und zuckte mit den Schultern. „Es war meine Pflicht es ihr mitzuteilen.“
Er nickte andächtig und rieb sich über den Dreitagebart. „Damit sie mich dann umbringt?“, wollte Manu verständnislos wissen.
„Die hast du dir angelacht“, entgegnete sie nur und zuckte gelassen mit den Schultern.
„Du kannst gehen Neuer!“
„Jane, hör auf mich Neuer zu nennen“, meinet Manuel leicht genervt. Diese Nachnamen Geschichte ging ihm gehörig auf den Wecker. Kein normaler Mensch nennt sein gegenüber immer beim Nachnamen.
Die Brünette horchte auf. Da war Herr Froschgrün doch tatsächlich zu Leon gerannt.
„Was hat Leon noch so erzählt?“, fragte Jane mit zusammengekniffenen Augen. Doch eigentlich war sie nur neugierig.
„Leon hat es mir nicht gesagt. Ich habe auf das Klingelschild geguckt, dann hatte ich eine Fifty-fifty-Chance“, erklärte er kurz und fühlte sich ihr dabei zum ersten Mal überlegen.
„Mir war nicht bewusst, dass du lesen kannst“, sagte Jane gespielt überrascht.
Da war das Gefühl auch schon wieder hin. Manuel ließ seine Blicke über Jane gleiten und landete schließlich wieder bei ihrem Gesicht. Leon hatte Recht, ihr Aussehen war perfekt. Auch wenn ihre Art ihn langsam in den Wahnsinn trieb.
„Ich habe noch ganz andere Fähigkeiten“, meinte er.
Kurz senkte sich Stille über den Raum.
Jane verdrehte nur die Augen.
„Eh“, machte Thomas.
Am liebsten wäre Manuel im Erdboden versunken, er sollte auf seine Wortwahl achten.
Um die peinliche Stille zu überbrücken, trat Thomas vor und streckte Jane seine Hand entgegen.
„Ich bin der Thomas“, stellte er sich vor.
Zu Manus Erstaunen, ergriff sie seine Hand. „Das kann wohl jedem passieren“, sagte sie und verschränkte die Arme erneut.
Thomas hielt sich zurück und grinste bloß über diesen Kommentar.
„Ach ja, ihm gibst du also die Hand ja?“, schaltete sich nun Manuel wieder ein.
Etwas verwundert sah Jane ihn an. „Eifersüchtig Neuer?“, grinste sie.
„Oh bitte, jetzt werde aber nicht albern Miss Kratzbürste.“
Jane zog die Augenbrauen hoch. Kurz sah sie zu Josefine.
Sie seufzte und schüttelte den Kopf. „Ja, hat er“, sagte sie nur und sah Manu mitleidig an.
„Du verschwindest jetzt sofort aus dieser Wohnung!“, knurrte die Brünette und versuchte sich in irgendeiner Weise zu beherrschen. Sie konnte seine Spitznamen nicht leiden.
„Na komm schon Manu, wir suchen weiter. Ich weiß nicht mehr, ob das hier eine so gute Idee ist“, meinte Thomas und zog Manuel am Arm.
Im Großen schien es zu rattern. „Nein.“
„Nein?“, fragte Joe überrascht. War der Kerl lebensmüde?
„Was willst du hier?“, fragte Jane einfach nur genervt.
„Wohnen.“
„Das kannst du auch woanders.“
Manu ging auf und ab, sah ein weiteres Mal in den Garten. „Och, ich glaube, hier gefällt es mir ganz gut.“
Jane sah in an. Okay, auf die Tour konnte sie auch, kein Problem Herr Neuer. Gar kein Problem. Beinahe hätte sie gegrinst, doch sie hielt sich zurück. Er wird schon sehen, was er davon hat.
Die Brünette setzte ein Lächeln auf und stieß sich von der Wand ab. „Na gut. Dann herzlich Willkommen Nachbar.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging.
„Findest du auch, dass sie so einen Böse Königin Abgang draufhat?“, fragte Thomas leise.
„Hat sie“, bestätigte Manu, der schon jetzt anfing seine Entscheidung zu bereuen. Es hatte wirklich nur noch die dramatische, angsteinflößende Hintergrundmusik gefehlt.
„Naja, nicht mein Problem“, flötete sein Freund nun etwas lauter. „Mir gefällt sie, keine Barbie.“ Dann machte er Anstalten die Wohnung zu verlassen.
„Willkommen im Reich der Bösen Königin. Ich bin gespannt, wie lange du das aushältst“, meinte Josefine und schnitt eine Grimasse. Dann verschwand sie ebenfalls.
„Du willst wirklich hier einziehen?“, hakte Thomas nochmal nach. „Also ich habe kein Problem mit ihr, aber du scheinst ein ganz gewaltiges zu haben.“
„Das scheint mir auch so.“
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