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Das Aschenputtel Von München, Das Gar Keins War

von Tamy-831
GeschichteHumor, Romance / P12 / Het
Die deutsche Nationalmannschaft FC Bayern München OC (Own Character)
24.06.2021
03.09.2021
10
19.878
2
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16 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
24.06.2021 1.928
 
Halloo!
Vorab: Die Spieler & ihr Umfeld gehören auf keinen Fall mir. Ich borge mir die Jungs nur für eine Weile aus. Die Ideen sind frei erfunden.
Die Story fliegt bei mir schon etwas länger rum, also wird sie jetzt aus gegebenem Anlass einfach mal hochgeladen. *zwinker
Und hier und da, darf man bestimmt mal schmunzeln, bei den Komikern.
Über eine kleine Rückmeldung, wie auch immer sie ausfällt würde ich mich sehr freuen. Ich bin für alles offen.
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und eine schöne Restwoche!

Liebe Grüße
Tamy


01.


„Ahh“, brüllte Josefine durch die Wohnung, die sie sich mit ihrer Freundin Jane teilte.
Diese kam verwirrt aus der Küche ins Wohnzimmer gelaufen.
„Was ist?“, fragte sie mit zusammengekniffenen Augenbrauen.
„Ich hasse meinen Job!“, gab Josefine von sich und sah sich suchend nach ihren Schlüsseln um.
„Nein tust du nicht. Und die Schlüssel liegen in der Küche“, informierte Jane kurz.
Also verschwand Josefine – oder Joe, wie sie gerne von ihren Freunden genannt wurde – in der Küche. Ja richtig, Joe, dies stiftete zwar hin und wieder immer mal Verwirrung, aber das machte die ganze Kiste eigentlich nur lustiger.
„Was ist denn passiert?“, wollte Jane interessiert wissen und ging hinterher. Das war ja der reinste Marathon hier.
„Herr Beutler fordert nur von mir versorgt zu werden. Und zwar nur von mir. Er verweigert zu essen, zu trinken, einfach alles“, erklärte sie zuckersüß und fuchtelte wild mit den Armen durch die Gegend.
Jane beobachtete ihre Freundin. „Ihr habt den Hobbit als Patienten?“
Joe blickte auf. „Ist das dein Ernst?“, wollte sie angepisst wissen und warf ihre roten, langen Haare über die Schultern. „Ich hasse diese Dinger, ich glaube ich lasse sie abschneiden“, brummte sie.
„Das solltest du vielleicht lassen Joe, in ein paar Stunden sieht deine Meinung zu dem Thema schon anders aus. Und ich fasse es nicht, der Hobbit steht auf meine Freundin. Hast du ihm schöne Augen gemacht?“
„Jane, der Mann heißt Beutler, der Hobbit heißt Beutlin, außerdem ist er bereits 78“, sagte Josefine und musste nun doch ein wenig schmunzeln.
Als ob Jane nicht wüsste wie der Hobbit hießt. Wusste doch jeder, wie der kleine Mann hieß. Warte, Mann war die falsche Bezeichnung oder? Es war einfach ein Hobbit. Sie konnte nicht fassen, dass sie gerade ernsthaft darüber nachdachte.
Obwohl ihr die Vorstellung davon, dass Joe einen Mann als Patienten hatte, der aussah wie der Hobbit doch einen Lacher entlocken könnte.
„Jeder hat andere Vorlieben“, grinste Jane.
„Oh wirklich Jane? Bitte!“
„Naja, immerhin habe ich dich aufgemuntert“, fuhr sie fort und wippte mit den Augenbrauen.
„Ich werde dann mal zu meinem Mr. Beutlin“, verkündete sie. „Es kann spät werden“, warf sie noch hinterher.
„Alles klar, bleib stark, du schaffst das! Grüß den Hobbit von mir!“, rief sie Josefine hinterher, dann hörte sie wie die Haustür ins Schloss fiel.
Kopfschüttelnd ließ Jane sich in der kleinen Küchenecke nieder und aß weiter.
Joe arbeitete als Krankenschwester, wofür Jane sie wirklich bewunderte. Sie fand, dass diese Leute zu wenig Aufmerksamkeit bekamen. Das was sie leisteten war herausragend. Auch wenn sie selbst nie diesen Job ausüben könnte. Doch dadurch bewunderte sie alle Krankenpfleger nur noch mehr.
Sie sah aus dem Fenster. Dicke Regentropfen prasselten gegen die Scheibe und hier und da zuckte ein Blitz über den klaren Himmel.
Sie fand Gewitter schon immer faszinierend, vor allem dann, wenn sie im Sicheren saß.
Mit der letzten Scheibe Brot in der Hand, legte sie ihre Beine auf die Sitzbank, die mit rosa, grauem Stoff überzogen war.
Wenn ihre Eltern das wüssten, Jane grinste, sie würden es nicht gerade gutheißen. Noch ein Grund mehr es zu tun oder?
Sie sah sich in ihrer Küche um. Wenn man das mal so sagen durfte, sie waren Genies.
Joe und sie waren vor knapp drei Jahren zusammengezogen. Die beiden verstanden sich schon immer gut, das fing bereits in der Schule an. Sie gingen ganze sechs Jahre auf eine Schule und erst im siebten haben sie sich gefunden. Seitdem waren sie unzertrennlich und beide wussten die Macken des anderen auszuhalten.
Beide waren ein kleines Bisschen stolz auf die Wohnung, was ihnen nicht zu verübeln war. Denn die Einrichtung war einsame Spitze. Alles harmonierte irgendwie miteinander. Die Farben in jedem Raum waren blass, oft kombiniert mit einem Grauton. Die Küche war rosa-grau, das Wohnzimmer türkis-grau und so weiter. Ansonsten kamen hier und da noch Holzelemente dazu und einiges war weiß. Sie hatten sich damals einem skandinavischen Stil verschrieben, den sie bis heute aufrechterhielten. Nur die Sitzecke mit ihren Polstern passte nicht recht in dieses Schema, aber Joe hing an dieser Bank, also blieb sie. Allerdings hatte Jane darauf bestanden, die Polster neu zu beziehen.
Ab und an wurde etwas verändert, doch der eigentliche Stil blieb.
Die Wohnung hatte Bad, Küche, Wohnzimmer, und zwei weitere Räume, die jeweils die Schlafzimmer darstellten. Nicht zu vergessen, eine kleine Abstellkammer. Wichtiges Detail. Da konnte man alles Mögliche verstecken. Kartons, Putzutensilien, den heimlichen Lover, so etwas eben. Das Bad hatte sogar Badewanne und Dusche, was Joe besonders freute, denn sie liebte es zu Baden, Jane war eher der Typ, der schnell unter die Dusche sprang.
Ihre beiden Zimmer gingen vom Flur ab und hatten die gleiche Größe.
Die einzige Sache, die Jane immer wieder störte war, dass man erst durchs Wohnzimmer rennen musste, um in die Küche zu gelangen. Durchs Wohnzimmer konnte man ebenfalls auf den Balkon gehen, auf den fast eine ganze Gartengarnitur Platz gehabt hätte.

~


Nach einem Film ging Jane schließlich ins Bett. Ihre Rolle als junge Erwachsene, müsste sie wohl noch ein bisschen üben. Freitagabend und Jane saß Zuhause, sah sich einen Film an und ging um 23 Uhr ins Bett. Sie wusste schon immer, dass da etwas schief lief. Gefeiert wurde meistens nur dann, wenn ihr kompletter Freundeskreis parat stand. Klingt nach massig Menschen, stimmt so nicht, um genau zu sein, waren sie zu viert. Joe, Noel, Danny und sie. Ein bunter Haufen, mit dem es nie langweilig wurde.
Jane kam nicht dazu weiter drüber nachzudenken, denn sie schlief schnell ein.

~


Es klingelte. Stop! Wieso klingelte es? Jane schlug die Augen auf und starrte die Decke an. Es war stockfinster im Zimmer, kein Wunder, denn ein Blick auf ihren Wecker verriet ihr, dass es weit nach zwei Uhr war. Sie konnte rein gar nichts erkennen, als sie sich langsam aufrichtete.
Als das Klingeln auch nach einer ganzen Weile nicht verstummte, quälte sich die Dunkelhaarige aus dem Bett. Blind tastete sie nach der Nachtischlampe, um sich den weg zu erhellen, dann stand sie auf. Beinahe hatte sie Angst, ihr Bett könnte anfangen zu weinen. Im Weggehen warf sie nochmal einen sehnsüchtigen Blick zurück zu ihrem warmen, kuscheligen Bett. Doch es hatte keinen Zweck, der Störenfried schien Ausdauer zu haben, denn es klingelte wieder und wieder.
Barfuß, mit Jogginghose, Top und einem zerzausten Dutt tapste sie zur Tür. Sie fror jetzt schon. Mit der rechten Hand drückte sie auf den Lichtschalter, die linke legte sie auf die Türklinke. Sie stellte sich auf Zehenspitzen und sah verschlafen durch den Spion. Ihr Mund klappte auf. Na wen hatten wir denn da?
Sie öffnete die Tür und lehnte sich an den kalten Türrahmen.
Ihr Gegenüber nahm seine Finger von der Klingel.
„Leon Goretzka, größtes Arschloch von ganz München und Umgebung“, begrüßte sie ihn wenig begeistert. Ihr entfuhr ein kurzes Gähnen.
Der Mittelfeldspieler sah schon etwas mitgenommen aus, müde. Einige seiner Haarsträhnen waren etwas verwirrt und wanden sich in entgegengesetzte Richtungen.
„Jane, charmant wie eh und je. Ich finde es auch schön, dich wiederzusehen“, meinte er scheißen freundlich.
Pech gehabt, sie freute sich nämlich ganz und gar nicht. Jane war sich sicher, der hatte heute schon was gebechert. Sie war nicht sehr angetan von seinem Besuch, vor allem nicht zu dieser unchristlichen Zeit. Wieso hatte sie überhaupt geöffnet? Sie sollte sich bei Gelegenheit mal am Kopf untersuchen lassen.
„Was willst du?“, fragte sie ihn gerade heraus.
Leon sah sie an, wägte wohl ab ob sein Anliegen wichtig genug war. Jetzt war es doch sowieso zu spät Junge. Also raus damit!
„Kann der bei euch pennen? Lass mich erst ausreden“, fing er an und deutet auf eine Gestalt die neben ihm an der Wand lehnte.
Huch, war der schon die ganze Zeit da? Jane sah sich den Kerl an. Er war tatsächlich ganz ansehnlich, auch als Schnapsleiche. Der Mann war von oben bis unten schwarz gekleidet und sah nicht so aus, als könne er sich selbständig vom Fleck bewegen. Sein Gesicht konnte Jane nicht genau erkennen, da Leon wohl den Lichtschalter im Flur nicht gefunden hatte. Deshalb erhellte nur das Licht aus der Wohnung die Dunkelheit.
„Nein!“, sagte sie bestimmt.
„Lass mich doch erst“, setzte er erneut an.
„Vergiss es Goretzka, ich beherberge doch nicht deine besoffenen Freunde. Steht an der Wohnung irgendwie ‚Hier könnt ihr zum ausnüchtern bleiben‘?“, fragte sie und zeichnete Gänsefüßchen in die Luft.
„Jane, ich muss morgen früh zu einem Termin. Keiner von uns beiden kann noch fahren. Und mit dem komme ich nicht weit. Es ist ein Wunder, dass er die eine Straße nach hier geschafft hat. Selbst da musste ich ihn schon eher mitschleifen“, erklärte er verzweifelt.
Jane sah ihn grimmig an.
„Außerdem ist das hier“, fing Leon an und wollte Jane den Besucher wohl ein bisschen schmackhaft machen.
„Ich weiß, wer das ist, ich habe Augen im Kopf!“, bluffte sie und beäugte Leons Anhängsel eine Weile. Auch ohne sein Gesicht vollständig sehen zu können, kannte sie sich so gut im Bayernkader aus, dass sie wusste wen sie vor sich hatte.
„Ich spreche dich auch nie wieder an. Aber bitte Jane, bitte lass ihn hier pennen. Morgen früh, kannst du ihn sofort rausschmeißen.“
Ein kleines Stück amüsierte sie es ja, dass er so am Betteln war. Sie atmete einmal tief durch, dann trat sie einen Schritt beiseite, so dass Leon seinen Kumpanen hineinbringen konnte.
„Leg ihn auf die Couch“, wies Jane ihn an und zog eine Wolldecke aus dem Schrank im Flur.
Wieso tat sie das noch gleich?
„Danke Jane“, fing der Bayernspieler an.
„Verschwinde Leon. Und lass mich in Zukunft in Ruhe!“
Ohne ein weiteres Wort zu sagen verließ er die Wohnung und zog die Tür hinter sich zu.
Na wunderbar. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Und da sagten alle, sie wäre nicht freundlich genug. Also Jane fand es sehr freundlich von sich, dass sie den Saufkumpanen von Leon auf ihrer Couch schlafen ließ.
Kaum hatte sie den obdachlosen Bayernspieler zugedeckt, hörte sie wie er merkwürdige Geräusche von sich gab. Schnell holte sie einen Eimer aus der Abstellkammer und stellte ihn auf den Boden vor dem Sofa.
Kotz mir auf den Teppich und wir haben ein Problem mein Freund, dachte Jane minimal begeistert von ihrem ungebetenen Besuch.
Plötzlich hörte sie wie die Haustür aufgeschlossen und daraufhin wieder zugeschlossen wurde.
„Jane?“, flüsterte Josefine irritiert und kam ins Wohnzimmer, in dem jetzt Licht brannte.
„Ja“, brummte diese.
„Wieso“, fing sie an, doch sie unterbrach sich, als ihr Blick auf die Couch fiel.
Nun standen die beiden Frauen vor ihrer gemeinsamen Couch, auf der ein besoffener Gorilla lag und beäugten ihn skeptisch.
Gorilla, das war es. Ja genau, groß, dunkle Klamotten, riesige Pranken. Der Name passte gut, fand Jane zufrieden. Oder auch nicht? Vielleicht lag es auch nur an ihrer Abneigung gegen diesen Kerl.
„Sollte ich fragen, wieso?“, setzte Joe zum Reden an.
„Nein, solltest du nicht!“, warnte Jane ihre Freundin.
„Okay“, sagte sie, nickte und richtete ihren Blick wieder auf die Couch.
Dann legte sie den Kopf schief.
„Wieso liegt Manuel Neuer auf unserem Sofa?“, fragte sie schlussendlich, gegen Janes Rat.

~
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