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Todeshunger

von Magneta
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
James T. Kirk Leonard McCoy Spock
24.06.2021
24.08.2021
15
22.980
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24.06.2021 1.076
 
„Computer Logbuch Nr. 1 der Enterprise, Captain Kirk. Im Orbit um den Planeten Pagoma. Die Enterprise soll Kontakt zu der dortigen Kolonie aufnehmen und die routinemäßigen Untersuchungen der Kolonisten vornehmen. Dr. McCoy hat hierzu die notwendigen Vorbereitungen getroffen, aber wir können keinen Kontakt zur Kolonie herstellen. Kirk Ende.“

„Es ist nichts zu machen, Captain, sie antworten auf keiner Frequenz und bestätigen auch nicht unsere Rufe“, reklamierte die Nachrichtenoffizierin und sah zum Captain, der sie nochmal um Bestätigung gebeten hatte.
„Höchst ungewöhnlich!“, merkte der vulkanische Erste Offizier an, der vor seinen Konsolen stand und aufmerksam zugehört hatte.

„Vielleicht“, bestätigte Kirk. Er stand auf und ging in Richtung des Vulkaniers. „Aber vielleicht auch nicht. Die Kolonisten waren schon lange auffällig in Ihrem Verhalten dem Obersten Kommando gegenüber. Admiral Komak erwähnte das bereits.“
„Könnte das damit zusammenhängen, dass die Kolonisten vulkanischer Herkunft sind?“ bemerkte McCoy spitz und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

Spock verspannte und zog eine Augenbraue hoch, „möglicher Weise gibt es Spannungen, die allerdings nicht ausschließlich darauf zurück zu führen sind, dass die Kolonie aus Vulkaniern besteht.“

Das Grinsen des Arztes verbreiterte sich und Spock drehte sich um und wendete sich wieder seinen Konsolen zu. Sein Scan über Lebensformen war zwischenzeitlich durchgelaufen und er betrachtete das Ergebnis. Der Computer zeigte nur eine Lebensform an. Der Scan nach toten Lebensformen ergab die restliche Zahl der Kolonie, so dass er ziemlich sicher sagen konnte, dass offensichtlich nur noch einer der Kolonisten lebte. Bevor er dies verkünden würde, musste er sichergehen, dass es sich nicht um einen Fehler im Computer handelte. Er stellte die Parameter ein und ließ einen erneuten Scan über die Kolonie laufen. Aber das, was er zuvor gescannt hatte, bestätigte sich.

„Captain?“, er drehte sich um. „Der Scan ist durchgelaufen. Nach meinen Messungen gibt es nur noch einen Überlebenden in der Kolonie. Und die Lebenszeichen, die ich von dieser Lebensform empfange, sind sehr schwach. Ich schlage vor, dass wir umgehend einen Rettungstrupp schicken.“
Kirk runzelte die Stirn, „sind Sie sicher, Mr. Spock? Sie sprechen von 200 Kolonisten?“ Sein Erster Offizier blieb ausdruckslos.
„Ich bin sicher Sir. Wir sollten keine Zeit verlieren, um wenigstens den noch verbliebenen Kolonisten zu retten.“
Der Captain sah zu McCoy, begleitete dies mit einem Fingerzeig, begab sich selbst zum Turbolift und hatte dem Vulkanier nur einen kurzen Blick zugeworfen, der ihm darauf hin folgte.

McCoy schüttelte ungläubig den Kopf. „199 tote Kolonisten? Ich glaub es nicht. Die letzte Routineuntersuchung war vor einem Jahr, ich habe mir die Ergebnisse angesehen, da war noch alles in Ordnung. Soweit man bei Vulkaniern von „in Ordnung“ sprechen kann.“
Er begleitete dies mit einem Blick zu Spock. Dieser schüttelte kühl den Kopf.
„Doktor, angesichts einer zu erwartenden Katastrophe würde ich vorschlagen, Sie beschränken Ihre Aussagen auf die Fakten. Alles Andere wird uns nicht weiterhelfen.“
McCoy zog eine Schnute. Er stieg aus, als der Lift hielt, um seine medizinische Ausrüstung zu holen, während Spock und Kirk sich schon auf den Weg zum Transporterraum machten.  

Sie landeten auf einem sonnigen Platz vor einem großen Gebäude.
Spock hob den Trikorder und stellte Messungen an, um herauszufinden, wo sich die Lebensform befand, die er bereits vom Schiff aus erfasst hatte.
Kirk sah erwartungsvoll zu ihm.
„Die Lebenszeichen, die ich empfange sind extrem schwach, Captain. Wir sollten keine Zeit verlieren.“ Er ging zum Gebäude, die Türen öffneten sich automatisch. Alles war leer, Kirk wunderte sich, wo sie die vielen Leichen finden würden. Es war ein langer Gang, er war grau und steril gehalten. Gezielt ging der Vulkanier vor und blieb vor einer Doppeltür stehen, die sich nach links und rechts aufschob.

Der Anblick, der sich ihnen bot, war ein Seltsamer. Ursprünglich war es wohl eine Art Gewächshaus, aber die Pflanzen die hier standen, waren alle kaputt und zerfallen. Die Erde war gräulich, so trocken schien sie zu sein. In einer Ecke entdeckte Spock eine Gestalt. Es war ein Vulkanier, Angehöriger der Kolonie. Er trug Kleidung, die ihm aber offensichtlich viel zu groß war, sein Gesicht war ausgezerrt und hager, so dass man nicht sagen konnte, ob er 20 oder 100 Jahre alt war. Er atmete oberflächlich. Seine Augen waren halb geschlossen.
„Ich bin Commander Spock vom Raumschiff Enterprise.“
„Ja“, hauchte sein Gegenüber schwach bestätigend. „Ja.“
„Was ist passiert?“, fragte der Erste Offizier der Enterprise weiter Die Lippen des Kolonisten zitterten, er stöhnte leise und dann schloss er schwer atmend die Augen. Es sah nicht so aus, dass er noch lange aushalten würde.
„Er stirbt, wir müssen ihn sofort auf die Enterprise bringen!“, stellte McCoy fest, der zwischenzeitlich eingetroffen war.

„Bring ihn zur Enterprise. Mr. Spock und ich werden uns noch etwas umsehen“, bestätigte Kirk. McCoy ließ sich das nicht zweimal sagen und wenige Minuten später waren er und der Kolonist im hellen Lichtstrahl verschwunden.
„Wo sind die anderen, Mr. Spock?“, fragte Kirk und stemmte die Hände in die Hüften.
„Nach meinen Messungen gibt es hier ein Untergeschoss. Dort registriere ich organische Strukturen, wahrscheinlich – Leichen.“
Kirk gruselte es. „Sehen wir nach.“


„Die Kolonisten sind tot, Admiral! Wir haben nur einen Überlebenden, Dr. McCoy betreut ihn intensivmedizinisch, aber es sieht nicht gut aus“, berichtete Kirk, als er zurück auf dem Schiff Kontakt zum Obersten Kommando aufnahm. Komak sah ruhig in die Kamera.
„Ich verstehe. Es ist ein bedauerlicher Verlust! Wir werden uns umgehend mit der Vulkanischen Botschaft in Verbindung setzen.“ Er schien zu überlegen und kniff schließlich leicht die Augen zusammen.
„Wie wahrscheinlich ist es, dass wir es mit einem Phänomen zutun haben, dass der Enterprise gefährlich werden kann? Könnte eine Seuche dazu geführt haben, dass die Kolonisten tot sind?“
Zögerlich schüttelte Kirk den Kopf. „Wir können im Moment keine Aussage treffen, Admiral. Aber es sieht für uns so aus, als seien die Kolonisten möglicher Weise verhungert“, sagte er und erinnerte sich dabei an die schlimmen Bilder, die sie gesehen hatten von den verstorbenen Kolonisten.
Admiral Komak zog beide Augenbrauen hoch. „Verhungert? Die Voraussetzungen auf Pagoma um Pflanzen zu kultivieren waren optimal. Wie können sie verhungern? Wieso wurde kein Notruf abgesetzt, wenn es Schwierigkeiten gab?“

Kirk lächelte etwas hilflos, „wenn Sie wünschen, kann die Enterprise die Nachforschungen aufnehmen, Admiral.“
Komak nickte kurz. „Ich muss das noch besprechen, aber es ist sinnvoll, dass Sie mit den Ermittlungen beginnen. Sagen Sie Ihrer medizinischen Abteilung, sie sollen alles in ihrer Macht stehende tun, den letzten Überlebenden der Kolonie zu retten, wir melden uns. Komak Ende.“  
„Das versteht sich von selbst“, sagte Kirk, auch wenn der Admiral am anderen Ende bereits abgeschaltet hatte.
 
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