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Beastly

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
22.06.2021
22.10.2021
30
28.356
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14.10.2021 411
 
Der Weg in den Wald ist beschwerlich. James Füße sind träge, als er immer weiter in den Wald läuft. Es ist mitten am Tag, doch er ist dennoch von einer Dunkelheit umgeben, die ihm Unbehagen bereitet.

„Komm schon, Junge. Wir sind gleich da."

„Was tun wir hier?" Er hat bisher keine Fragen gestellt, doch er verliert die Geduld. Er ist in dem Glauben gewesen, dass Grant ihn zum Altenheim bringt, um seinen Großvater zu sehen.

„Hier wird uns niemand sehen." Grant dreht seinen Körper um 180 Grad, um den Jungen anzusehen.

„Du musst mir vertrauen." James weicht panisch zurück, als Grant neben einem roten Gebüsch voller Dornen stehen bleibt und seinen Mantel auf den Matschboden wirft.

„Vergiss nicht, egal was passiert, du bist einer von uns." Der Teeanger versteht nicht, was Grant ihm damit sagen möchte, und dann passiert etwas Merkwürdiges. Etwas, das auch ihm schon etliche Male widerfahren ist. Grant zuckt am ganzen Körper, der heiße Schweiß läuft aus allen Poren. Er hat es nicht so weit kommen lassen wollen, doch er muss James zeigen, was in ihm steckt. Nur so kann er Edward retten und James davon überzeugen, dass er nicht seinen Verstand verloren hat. Er gibt die Kontrolle komplett auf. Er fühlt die Verwandlung tief in seinem Inneren. Es geschieht.

Seine scharfen Krallen bohren sich in die roten Blütenblätter, als er die Beherrschung über seinen vibrierenden Körper verliert. Er wird dem Jungen nichts tun, nein. Er will ihm nur die andere Seite an ihm offenbaren. Die Seite, welche die Menschen seit jeher fürchten. Vor den Augen von James verwandelt er sich in das Biest, das immer in ihm schlummert und nur darauf wartet, freigelassen zu werden.

James will schreien, irgendetwas tun, damit das, was er gerade sieht, nicht real ist und in einer Staubwolke verschwindet. Er tut das Einzige, was ihm in den Sinn kommt. Weglaufen. Nie haben ihn seine Beine schneller über den Boden getragen. Nie hat er sich vorstellen können, dass noch jemand außer ihm solch ein Geheimnis hat. Er hat es nie zugeben wollen, doch jetzt ergibt alles einen Sinn. Die Alpträume, die schier unmenschliche Kraft, die in ihm schlummert. Er hat es nicht sehen wollen. Die Wahrheit. James schüttelt sich vor Ekel. In ihm lauert eine Bestie, die er nie herausgelassen hat, doch in dieser Stadt scheint er vollkommen machtlos zu sein. Er muss Fairwood verlassen, wenn er nicht auch zu einem Monster wie Grant Hamilton werden will.
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