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Snarry Oneshots 3

SammlungHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
20.06.2021
14.09.2021
6
11.266
26
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14.09.2021 1.351
 
Freunde reden über sowas



„Also… In wen bist du im Moment verliebt?“ fragte Severus betont beiläufig.

Harry, der gerade dabei war einen Schluck Feuerwhiskey zu trinken, verschluckte sich heftig und hustete. Die heiße Flüssigkeit brannte in seinem Rachen und es dauerte einige Zeit, bis er in der Lage war zu antworten.

„Das ist privat. Wie kommst du darauf mich sowas zu fragen?“ fragte Harry angespannt und räusperte sich, da seine Stimme noch heiser klang.

„Draco meinte echte Freunde reden über sowas.“ sagte Severus und sah ihn herausfordernd an.

„Ich bring ihn um...“ murmelte Harry mit zusammengezogenen Augenbrauen.

„Wir sind doch Freunde, oder nicht?“ wollte Severus wissen.

Harry seufzte. „Natürlich sind wir das, Severus. Und ich bin sehr dankbar für unsere Freundschaft. Mit wem sollte ich sonst so gemütlich meinen Freitagabend verbringen?“

„Mit Draco?“

Harry schnaubte und murrte „Jetzt sicher nicht mehr...“

„Aber du redest mit Draco über das Thema?“

Harry rollte mit den Augen. „Ja und offenbar war das ein Fehler.“

„Und mit deinen anderen Freunden? Ron? Hermine? Lovegood? Longbottom? Den Weasleys?“

„Die Weasleys sind Familie.“ warf Harry ein.

„Aber du redest mit ihnen darüber?“

„Ja.“ presste Harry zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„Weil Draco Recht hat und Freunde normalerweise darüber reden?“

Harry fuhr sich nervös mit einer Hand durch die Haare. „Schön, ich gebe es zu. Ich rede mit den meisten meiner Freunde über dieses Thema.“

„Aber nicht mit mir.“ sagte Severus missbilligend. „Weil wir keine richtigen Freunde sind? Sondern nur Kollegen.“

Wieder seufzte Harry tief. „Wir sind richtige Freunde. Hör zu, Severus. Ich vertraue dir wirklich mehr als fast jedem anderen. Aber manche Themen gehören halt nicht in jede Freundschaft.“

„Also liegt es an mir? Du fragst mich auch nie, ob ich mich mit irgendjemandem treffe. Oder siehst du es als selbstverständlich an, dass sich sowieso niemand auf jemanden wie mich einlassen würde?“ wollte Severus aufgebracht wissen.

„Das ist doch Unfug.“ protestierte Harry. „Ich weiß, dass du problemlos sonst wie viele treffen könntest. Du wirst schon seit langem in einem Atemzug mit den anderen Frontkämpfern als Helden des Krieges genannt. Aber ehrlich gesagt reicht es mir völlig zu wissen, dass du in meine Mutter verliebt warst. Das ist schon mehr Wissen, als ich wollte. Da brauche ich mir nicht auch noch Geschichten über dein aktuelles Liebesleben anhören.“

Severus sah ihn entsetzt an. „Ich war definitiv NICHT in deine Mutter verliebt! Sie war eine Zeit lang meine beste Freundin, mehr aber auch nicht. Siehst du, vielleicht hätten wir über solche Themen reden sollen, dann wüsstest du wenigstens, dass ich schwul bin!“

Harry starrte ihn überrascht an. Ein paar Mal öffnete er den Mund, aber konnte sich nicht überwinden etwas zu sagen und schloss ihn wieder. Der Gryffindor schüttelte leicht den Kopf, wie um seine Gedanken damit zu ordnen.
„Wow. Das hätte ich echt nicht erwartet.“ sagte Harry schließlich und seine Wangen wurden rot.

Severus verschränkte die Arme vor der Brust. „Tu doch nicht so. Nur weil wir beide schwul sind, heißt das nicht, dass ich dich auf einmal belästige.“

Etwas blitzte in Harrys Augen auf, dann lachte er gequält und stellte das Glas mit dem Whiskey deutlich zu hart auf dem Tisch ab. „Hatte ich auch nicht erwartet. Ich muss gehen.“

Der Gryffindor stand auf und ging zur Tür, aber er kam nicht weit, da hatte ihn Severus eingeholt und hielt seine Hand vor die Tür.
„Das ist deine Reaktion darauf? Du rennst weg? Ich dachte wir sind Freunde!“ sagte der Tränkemeister anklagend und fügte aufgebracht hinzu, „Was ändert das denn, dass ich schwul bin?“

„Alles. Ich muss nachdenken.“ murmelte Harry und sah hilflos auf seine Schuhe um Severus nicht in die Augen sehen zu müssen.

„Warum?“ wollte Severus hartnäckig wissen und seine Hände verkrampften sich.

„Weil ich in jemanden verliebt bin, bei dem ich felsenfest überzeugt war, dass es sowieso nie etwas werden könnte, weil ich bis vorhin überzeugt war, dass er allgemein kein Interesse an Männern hat.“

Nun war Severus sprachlos und sie standen beide regungslos da, während der Slytherin seinen jüngeren Kollegen ungläubig anstarrte, der seinerseits immer noch mit scheinbar größtem Interesse den Boden musterte.

„Ich glaube nicht, dass ich dich richtig verstehe. Es sei denn du meinst das, was ich denke, was du meinst mit dem was du gesagt hast.“ sagte der Tränkemeister schließlich.

„Du bist der intelligenteste Mensch, den ich kenne. Ich bin mir sicher, dass du es richtig verstanden hast. Und es tut mir leid. Aber das ist eben der Grund warum ich nicht mit dir darüber geredet habe. Darf ich dann gehen?“ fragte Harry leise mit einem fast schon flehenden Unterton.

„Nein.“ antwortete Severus vehement und überraschte sich selbst mit seiner lauten Reaktion.

Der Gryffindor riskierte einen vorsichtigen Blick nach oben in das Gesicht des Slytherins, um einschätzen zu können, ob seine Offenbarung das Ende ihrer Freundschaft bedeuten würde.

Doch Severus trat näher an ihn heran und fragte nochmal nach „Du bist dir sicher, dass ich dich richtig verstehe?“

Harry schnaubte amüsiert. „Du magst es, mich zu foltern. Willst du mich wirklich zwingen es auszusprechen?“

„Was wenn ich es hören will? Weil ich nicht gedacht hätte, dass es jemals möglich wäre? Weil solche Dinge nicht Menschen wie mir passieren?“

Harry seufzte und hielt Augenkontakt mit Severus als er sagte, „Na gut. Frag mich nochmal.“

Severus schluckte und seine Stimme was fast nur noch ein Flüstern als er fragte „Also… In wen bist du im Moment verliebt?“

„In den großartigsten Menschen, den ich kenne. In dich.“ antwortete Harry verlegen ohne den Blickkontakt zu unterbrechen.
Und das war auch gut so. Denn so sah er, wie sich ein wunderschönes Lächeln auf dem sonst meist so ernsten Gesicht des Slytherins ausbreitete.

„Das trifft sich aber gut.“ sagte Severus und Harry erlaubte es sich zum ersten Mal, dass sein Herz von Hoffnung erfüllt wurde.

„Wieso?“ Harrys Frage war nicht mehr als ein Hauch und Severus kam noch näher.

„Weil du, egal wie sehr du mich manchmal in den Wahnsinn treibst, trotzdem mein absoluter Lieblingsmensch bist. Und auch wenn ich dankbar bin, dass wir Freunde sind, wünschte ich mir doch seit langem wir wären mehr.“ gestand Severus.

Im nächsten Moment hatte der Gryffindor schon seine Arme um den Größeren geworfen und zog ihn in einen ausgiebigen und stürmischen Kuss, den sie nur kurz unterbrachen, um Luft zu holen.

„Du hast keine Ahnung, wie glücklich du mich damit machst!“ sagte Harry lachend als sie sich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder etwas voneinander lösten.

„Doch, ich glaube ich kann es fühlen.“ sagte Severus grinsend. Und verdammt, war das nicht ein sexy Anblick, dachte sich Harry begeistert.

Es war erst ein paar Stunden später, während sie zusammen kuschelnd schon mehr auf dem Sofa lagen als zu sitzen, als Severus plötzlich wieder etwas einfiel. „Du hast mit allen deinen Freunden darüber gesprochen? Das heißt alle wissen Bescheid?“ fragte er ungläubig mit einer vagen Handbewegung die zwischen ihnen hin und her zeigte.

„Ja.“ erwiderte Harry schlicht mit einem Schulterzucken.

„Sogar Longbottom?“

„Ja auch Neville. Und jetzt kannst du dich auch langsam mal an seinen Namen gewöhnen, ganz abgesehen davon, dass er auch schon seit fast 3 Jahren unser Kollege ist.“ sagte Harry lachend und gab dem Slytherin einen Kuss auf die Nase.

Severus seufzte theatralisch. „Dann meinst du, sie werden kein Problem damit haben?“
Harry meinte eine Spur Unsicherheit aus der Stimme des Tränkemeisters heraushören zu können und zog ihn ein Stück näher an sich heran.

„Keine Sorge, sie werden sich für uns freuen. Für uns beide. Wir werden eher aufpassen müssen, dass sie uns keine Party schmeißen, jetzt wo sie sich mein ewiges Gejammer nicht mehr anhören müssen.“

„Bist du ihnen damit so sehr auf den Geist gegangen?“ fragte Severus schmunzelnd.

„Vielleicht ein bisschen.“ gab Harry zu.

„Dann meinst du wir sollten Verständnis für Dracos Einmischung zeigen? Dir ist doch klar, dass das kein Zufall war, oder?“

Harry verzog das Gesicht. „Ich habe noch nicht entschieden, ob ich jemals wieder mit Draco reden werde.“

„Das wirst du. Ihr seid doch Freunde.“ beendete Severus das Thema und senkte seinen Mund wieder auf Harrys, woraufhin der Gryffindor entschied, dass er Draco ganz vielleicht doch verzeihen würde und ihm vermutlich einen Präsentkorb schicken sollte.


ENDE
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