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Trix: Staffel 2

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
20.06.2021
21.10.2021
12
55.630
5
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.06.2021 5.006
 
So, mein erstes Kapitel für die zweite Staffel und die Fortsetzung für meine erste Fanfiktion. Der Anfang spielt schon etwas vor der zweiten Staffel und gilt als kleine Zusammenfassung der Trix im Lichtfelskloster, danach geht es aber während der zweiten Staffel weiter.








Fast zwei Monate.  7 Wochen. 49 Tage. 343 Stunden. So lange saßen sie und ihre Schwestern nun schon an diesem schrecklichen Ort mit Blumen und Schmetterlingen fest und sie hasste jede einzelne Sekunde davon. Diese Leute hatten es tatsächlich gewagt ihr Buchstabensuppe vorzusetzen und sie hatte das Gefühl immer, wenn sie darein starrte würde ihr das Wort „GLÜCKLICH" entgegenspringen! Hinzu kamen die Gruppentherapien zu denen man sie und die anderen zwang! Und hiermit ging es Icy im Gegensatz zu ihren Schwestern noch relativ gut.

Stormy hatte bereits am ersten Tag einen Aufstand gestartet und einen der Wärter geschlagen gehabt, das passierte in den vergangenen Tagen noch sechs Mal. Der Lockenkopf wurde dafür neben ihren Therapiesitzungen noch mit täglichem Blumenkranz flechten bestraft. Nicht, dass die Hexe da mit gemacht hätte aber sie beschloss vorerst keine Wärter mehr anzugreifen, da der ständige Blumengeruch dort noch mehr ihre Würgereflexe aktivierten als so schon. Deswegen schlug sie lieber diese nervigen Metallgeräte die ständig mit ihnen sprachen und versuchte verzweifelt diese zu zerstören. Zu Icys Bedauern blieb ihre Schwester damit aber noch erfolglos.

Am schlimmsten hatte es jedoch Darcy getroffen. Sie schöpfte ihre Energie aus jeglicher Dunkelheit in ihrer Umgebung und davon gab es hier nicht sonderlich viel. Besser gesagt gar nicht außer zu den Nachtzeiten, welche von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens andauerte. Dementsprechend musste ihre Arme Schwester wegen des ganzen Lichts die ersten zwei Wochen auf der Krankenstation verbringen ohne Besucher. Ist das zu fassen? Sie durften ihre eigene Schwester nicht sehen! Bevor sie auf die Krankenstation gebracht wurde, was drei Tage nach ihrer Ankunft war, sah die Brünette schrecklich aus. Trotz der Sonne war sie unglaublich blass, Stormy war sich sicher, dass sie sogar blasser war als die Eishexe selber, was schon etwas zu heißen mochte. Zu ihren Kopfschmerzen kamen dann am dritten Tag auch noch Übelkeit und Schwindel hinzu. Der Besuch in der Krankenstation wurde erst dann fällig nachdem sie bei Essen am Abend fast von ihrem Stuhl gefallen wäre worauf sie von zwei Wächtern wegetragen wurde.

Während ihrer Zeit auf der Krankenstation hatte Icy die mittlere Trix nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommen, das einzige was ihr blieb waren die Updates des Personals, welche ihr mitteilten, dass sich ihre Schwester bald wieder bester Gesundheit erfreuen würde. Sie schenkte den Aussagen fürs erste Glauben, da sie nichts anderes im Moment hatte und sie etwas brauchte an dem sie sich festhalten konnte ohne ständig an ihre blasse, zitternde kleine Schwester zu denken, welche zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich durch die Hölle ging.

Zumindest glaubte sie daran bis Stormy ihr am Ende der ersten Woche sagte, dass Darcy noch schlimmer aussah als am Anfang. Der Jüngsten der Trix war es möglich gewesen einen Blick beim Vorbeigehen auf ihre Schwester zu erhaschen, als sie selbst von der Krankenstation kam, weil sie sich ihre Knöchel geprellt hatte als sie ihre Hand mit dem besonders harten Kiefer von einem der Wächter verband.

Danach war Icy noch gereizter als zuvor, sorgte für noch mehr Unstimmigkeiten in ihrer Umgebung und machte es Stormy sogar nach, indem sie ebenfalls einen der Wächter schlug als dieser sie wie schon die restliche Woche nicht zu Darcy lassen wollte. Keiner war vor ihren Launen mehr sicher. Die Hexe war sich sicher, dass sie wenn sie nicht aufpasste bald Stormys Platz beim Blumen flechten einnehmen würde.

So dachte die Blondine zumindest bis Darcy eines etwa eher bewölkten nachmittags, sie wusste nicht einmal, dass es sowas dort überhaupt gab, auf einmal vor ihr und Stormy stand und sie genervt aber wieder etwas fitter als noch eine Woche zuvor ansah.

„Geht´s dir gut? Ich habe dich letzte Woche gesehen du sahst schrecklich aus!“, platzt es gleich aus Stormy heraus, welche die ganze Zeit Gänseblümchen aus dem Gras gezogen und deren Köpfe abgerissen hatte. Zu ihrem Bedauern wuchsen die Blumen immer fast sofort wieder nach.

„Wow. Danke, wirklich nett von dir Stormy. Zu deiner Information mir ging es auch schrecklich!“, antwortete die Brünette schnippisch und setzte sich zu Icy unter den Baum an welchem sich die Eishexe lehnte.

„Was denn?! Ich sage nur das offensichtliche! Außerdem, vielleicht hätten wir das ja auch zu unserem Vorteil nutzen können. Wenn du noch länger krank gewesen wärst hätten die dich vielleicht zurückgeschickt und du hättest uns hier dann rausholen können!“, fing der Lockenkopf an sich zu verteidigen und unterbrach für einen kurzen Moment das Blumen ausreißen.

Auf diesen Vorschlag konnte Darcy nur spotten als sie sich tiefer in den Schatten des Baumes zurückzog und sagte: „Wie Liebenswürdig von dir. Du willst den Schwachen Geisteszustand deiner eigenen Schwester für deine persönlichen Vorteile nutzen… Gefällt mir. Das zeigt mir wenigstens, dass du noch nicht zu viel Zeit beim Blumen flechten investiert hast. Es klang so als hättest du in den Tagen wo ich weg war ein neues Hobby gefunden?“

Icy, die den Kommentar ihrer Schwester nicht erwartet hatte, stieß ein Lachen aus, welches sie erfolglos mit ihrer Hand zu bedecken versuchte und erhielt dafür einen Schlag von Stormy. „Hör auf zu lachen! Und woher weißt du überhaupt davon?!“

„Ich hatte ab und zu ein paar klare Momente dort und habe gehört wie die Pfleger über dich geredet haben… Naja, sie redeten über eine kleine Hexe mit Locken und Wutproblemen, mehr musste ich nicht hören.“, lachte Darcy und erinnerte sich dabei wage an einen Pfleger mit einem blauen Kiefer.

„Aber ich habe nicht nur auf der faulen Haut rumgelegen als ich da war.“ Hierbei horchte die Eishexe auf und wandte sich etwas mehr ihrer Brünetten Schwester zu. Natürlich würde Darcy die Gelegenheit nutzen und nach einer Fluchtmöglichkeit suchen!

„Die Krankenstation scheint mir wie der einzige Ort an dem es keine Magie gibt. Zumindest gab es dort keine wo ich die ersten Tage lag. Leider gab es dort auch keine Fenster, von dort aus nahm die Magie zu meinem Bedauern immer mehr zu was dafür sorgte, dass meine Kopfschmerzen zurückkamen, aber das ist Nebensache… Wie auch immer, irgendwo auf dem Weg von meiner ersten Station und der Allgemein Krankenstation gab es eine Abzweigung. Ich bin mir nicht sicher wo der Gang hinführte aber von Dort aus, kamen und gingen immer wieder Wärter und Krankenpfleger. Ich könnte mir vorstellen, dass wir von dort aus hier rauskommen.“

„Aber wie sollen wir bis dahin vordringen? So ganz ohne unsere Magie?“, machte Stormy die Informationen der mittleren Trix zunichte ohne es wirklich zu wollen. Icy stöhnte bei der Bemerkung der jüngsten Trix genervt auf.

Sie hatten keine Magie. Und Stormy mag ja in den letzten Tagen einige gute Schläge gelandet haben aber keiner davon hat einen der Wärter wirklich für lange außer Gefecht gesetzt. Sie saßen dort fürs erste fest…

Sie versuchte sich von ihrer miserablen Position abzulenken indem sie sich an dem baldigen Leid ihrer brünetten Schwester erfreute, welche dem Anschein nach von der Krankenstation runter war und sich ihnen nun wieder anschließen konnte. „Also, du darfst wieder raus? Oder wie dürfen wir das jetzt verstehen?“

„Ja? Bist du von der Krankenstation abgehauen? Bitte sag mir, dass du diesem riesigen Pfleger mit den roten Haaren dabei eins übergezogen hast! Der erinnert mich immer an Knut…“, spottete der Lockenkopf und stellte sich vor wie Darcy dem zweiten Knut mit einer Bettpfanne oder was auch immer die dort zu liegen hatten eins überzog.

Darcy lachte, schüttelte jedoch ihren Kopf. „Nein, leider nicht… Ich darf jetzt wieder raus. Zwar nur für eine kurze Zeit aber naja. Ich darf die nächsten Tage sogar mit euch an den Gruppensitzungen teilnehmen und wer weiß, in einer Woche kann ich vielleicht sogar mit dir zum Blumenflechten!“, sagte sie mit gespielter Euphorie und klatschte wie ein kleines Kind in ihre Hände, was Stormy dazu brachte sie sanft zur Seite zu stoßen.

Nur eine halbe Stunde später erschienen wieder zwei Pfleger auf der Wiese und Darcy war gezwungen sich wieder von ihren Schwestern zu verabschieden.

Es war wie die Brünette gesagt hatte. Wenige Wochen später musste sie wie die anderen beiden Hexen an den normalen Tagesabläufen des Lichtfelsklosters teilnehmen. Und zu sagen, dass sie es hasste war untertrieben. Sie saßen nun schon seit fast vier Wochen in diesem Kloster fest und sie hatte das Gefühl sie und ihre Schwestern würden in ihrem schlimmsten Alptraum feststecken. Und sie verbrachte vor allem zu Beginn einen Großteil der Zeit drin, weswegen sie noch ganz gut bedient war!

Mittlerweile ging es ihr bedauerlicherweise wieder so gut, dass sie mehrere Tage am Stück draußen sein konnte bis sie wieder einige Tage drin verbringen musste. Und zu ihrem Glück war es bald wieder so weit. Naja, soweit man Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen als Glück bezeichnen konnte…

Die mittlere Trix wurde aus ihren Gedanken gerissen als sie und ihre Schwestern zum dritten Mal an demselben Baum wie schon vor 30 Minuten entlangkamen. Sie stöhnte frustriet auf. „Ich fass es nicht. Wir laufen die ganze Zeit einfach nur gerade aus und kommen immer wieder dort an wo wir losgelaufen sind. Das ist doch zum verrückt werden!“

Stormy, welche dem Anschein nach nur darauf wartete, dass eine ihrer Schwestern etwas sagte blieb abrupt stehen und ließ sich wütend auf den Boden fallen. „Das ist doch alles völlig Sinnlos! Egal was wir machen, wir stecken hier fest! Wir kommen hier niemals raus!“

Die älteren Mädchen schauten verwundert zu dem Lockenkopf hinunter, als diese anfing wieder Blumen aus dem Gras zu rupfen. Die Brünette schloss sich der Gewitterhexe auf dem Boden an, legte sich hin und murmelte ein wenig erschöpft „Ich kann auch nicht mehr. Eine kleine Pause wäre nicht schlecht…“

Icy verstand die Frustration sowie Erschöpfung ihrer beiden Schwestern. Sie waren den ganzen Tag bereits gelaufen und hatten nichts erreicht. Außerdem wurde Darcy wieder schwächer, vielleicht hätte sie mit dieser Idee warten sollen bis Darcy von ihrer nächsten Auszeit zurückkam und Stormy ihre Wut wieder an einem Pfleger ausgelassen hatte…

Nein. Das hätte genauso wenig gebracht. Sie würden genauso enden wie jetzt. Sie stieß ein kleines Knurren aus als sie die nervige Stimme des Pastors von einem dieser Radios hörte die überall angebracht waren. „Alles was ich brauche ist ein kleiner Funke Magie, dann wären wir ganz schnell hier weg!“

„Es gibt hier aber keine Magie! Zumindest nicht für uns. Und daran sind nur diese lästigen Feen aus Alfea schuld…  Die lassen uns erst wieder Zugriff auf irgendeine Art von Magie haben, wenn wir irgendwelche Anzeichen von Fortschritt zeigen…“, Das Offensichtliche Problem, welches sie hatten noch einmal zu hören erinnerte Icy nur wieder daran weshalb sie überhaupt erst dort waren, was Icys Blut wieder zum Kochen brachte.  „Grr! Stormy halt die Klappe! Ich schwöre, wenn du auch nur noch einmal erwähnst warum wir-“, „Hey wartet mal!“, unterbrach Darcy einen weiteren Streit der beiden Hexen, welche in den letzten Tagen immer mehr an Häufigkeit zunahmen.

Als die Eishexe ihre Aufmerksamkeit von ihrer jüngsten Schwester zu ihrer Brünetten wandte brachte dies einen Schwung neuer Hoffnung mit sich. Sie konnte sehen wie sich der Plan hinter den goldenen Augen breit machte. Vielleicht schaffte sie es ja doch noch dort raus zu kommen.

„Was wäre, wenn wir einen auf diese nervigen Feen machen und für die nächsten Tage nett spielen? Ich meine, wenn die denken wir haben uns verändert, dann führt das doch dazu, dass wir unsere Kräfte zurückbekommen. Und wenn nicht unsere Kräfte, dann würden wir Zugriff auf andere bekommen und diese könnten wir dann mit der Zeit in dunkle Magie umformen und ehe wir uns versehen sind wir endlich hier raus.“ Stormy wollte gerade etwas erwidern als die Stimme des Pfarrers wieder durch die Lautsprecher klang, was dafür sorgte, dass der Lockenkopf ihre letzten Funken Beherrschung verlor und anfing jeglichen Lautsprecher in ihrer Umgebung nieder zu reißen und zu zerschmettern. Dies brachte jedoch genauso wenig etwas wie die letzten Male als sie es versucht hatte was sie nur aggressiver machte.

Die Brünette seufzte in stiller Niederlage wissend, dass sie und Icy es vielleicht ein paar Tage aushalten konnten nett zu sein, sie jedoch für ihre kleine Schwester schwarz sah. Stormy hatte recht, sie kamen dort niemals raus. Sie beobachtete die Sturmhexe noch einen Moment dabei, ehe sie beschloss sich noch einen kleinen Spaß daraus zu machen indem sie leise vor sich hin murmelte, dass sie es immer noch hören konnte. Jener Kommentar brachte Stormy nur dazu noch wütender auf eines der Metallgeräte zu treten.



Zu Darcys Überraschung wollte Icy es trotz Stormys Wutanfall vor wenigen Minuten tatsächlich probieren was nun dazu führte, dass Icy in einer Hängematte lag, Stormy unter einem Baum mit tausenden Blumen saß und versuchte zu meditieren und sie selbst Kopfüber von einem Heuhaufen hing und sich eine schlechte Hologrammliebeskomödie anschaute.

Und es war so langweilig. Das Paar war in einer verbotenen Beziehung, seine Familie schätzte sie nicht weswegen er nicht mit ihr zusammen sein durfte. Und der Idiot überlegte tatsächlich seine Familie für das Mädchen zu verlassen.

Sie musste ein Lachen bei dieser lächerlichen Idee unterdrücken. Ihr Hochmut verflog jedoch wieder als sie daran dachte, dass sie vor zwei Monaten fast dasselbe gemacht hätte. Ihre Gedanken schweifen zu dem Spezialisten dem sie damals so töricht ihr Herz offenbarte nur um dann hintergangen zu werden. Riven…

Die vergangenen Monate hatte sie versucht so wenig wie möglich an ihren ehemaligen Freund zu denken und wenn sie es tat, dann versuchte sie sich so gut sie konnte auf die negativen Gefühle für ihn zu konzentrieren aber mittlerweile viel es ihr immer schwerer sich nur auf diese zu konzentrieren, wenn es doch auch so viele gute gab. Wie der Tag den die beiden zusammen heimlich im Wolkenturm verbracht hatten als Darcy früher als Icy und Stormy Schluss hatte…

Sie erinnerte sich wage daran, dass sie erst an ihren jeweiligen Schulsachen arbeiteten bevor sie dann davon abkamen und nur noch über die einfachsten Dinge redeten, ehe ihre Schwestern von ihrem Unterricht zurückkamen und Stormy so dramatisch wie immer ins Zimmer stürmte, mit einer Hand vor ihren Augen während sie rief: „Egal was ihr jetzt macht hört auf. Die Superhexen sind zurück!“  

Sie erinnerte sich auch daran wie er ihr an jenem Tag sagte wie besonders sie sei und wie sehr er sie liebte und er es hasste, dass sie so oft nicht sah wie besonders sie wirklich war. Dass er für immer an ihrer Seite sein wollte…

Diesmal konnte sie ein leises Spotten nicht zurückhalten. „Für immer“, dachte sie bitter. Das war wirklich eine lange Zeitspanne gewesen.

Sie versuchte Riven wieder aus ihren Gedanken zu verbannen indem sie sich wieder auf das Hologramm konzentrierte, schaffte dies jedoch nur zur Hälfte da immer neue Erinnerungen sich in ihrem Kopf breit machten. Ihr erster Kuss an seinem privaten Platz, der Tag an dem sie dieses kleine Café fanden welches später ihr Stammcafé wurde, die geplatzten Dates welche von ihren Schwestern gesprengt wurden, das erste Mal als sie sich ihm vollständig geöffnet hatte und schließlich der Tag an welchem sie keine andere Wahl hatte als ihm den Rücken zu zuwenden, weil er sie verriet.

Er wusste wie es um ihre Kindheit stand, wie wichtig ihr und ihren Schwestern die Herrschaft war und wie wichtig es ihr war, dass er dabei an ihrer Seite war. Er wusste wie sehr sie ihn liebte und was sie mit der Beziehung aufs Spiel setzte und doch hatte er sie verraten. Der vertraute Schmerz der letzten Monate drückte sich wieder etwas mehr in den Vordergrund und sie hasste es. Sie hasste was er sie fühlen ließ, hasste wie er sie zum lachen brachte und das er wusste was sie mochte und was nicht. Sie verachtete die Person die er aus ihr gemacht hatte und dafür wollte sie ihn hassen. Aber das konnte sie nicht, denn obwohl er sie so verraten hatte gehörte ihm bis heute noch immer ein Stück ihres Herzens. Und das machte sie nur noch wütender. Sie konnte alles andere hassen, auf jeden kleinen Stein in ihrer Umgebung wütend sein aber ausgerechnet ihn konnte sie nicht hassen. Ihn der ihre Wut doch am meisten verdiente.

Selbst als sie an jenem schicksalhaften Tag an welchem sie verloren, gesehen hatte wie nahe er der Musikfee auf einmal wieder stand. Ihr Zorn galt nur Musa. Musa mit ihren widerlichen blauen Haaren und nervig glitzerndem Outfit über welches sie vor einem halben Jahr noch zusammen mit Riven herzog. Die Fee, welche sofort die Gunst der Stunde nutzte und wieder an Rivens Seite stand schürte nur noch mehr ihre Wut. Und als sie sah wie die Musikfee dem Anschein nach etwas witziges sagte worauf Riven anfing zu lachen da dachte sie, dass sie wusste wie Musa sich gefühlt haben musste als die Blauhaarige das Paar an dem Abend in der Roten Fontäne miteinander tanzen sah. War sie wirklich so verzichtbar gewesen, dass er sie durch eine Fee ersetzen konnte? War sie wirklich so wenig wert?

Sie unterdrückte die neue Welle der Wut die sie überkam als sie daran dachte, dass die Musikfee sogar ihre Schwester geschlagen hatte als sie erfuhr, dass sie und Riven zusammen waren und es ernst war. Dies war vielleicht ihre letzte Möglichkeit um dort raus zu kommen, sie musste jetzt ruhig bleiben. Keine negativen Gedanken durften sie jetzt ablenken, sie konnte den Untergang dieser Fee wieder planen, wenn sie es raus geschafft hatten.

Also widmete sie ihre volle Aufmerksamkeit wieder auf das Hologramm vor sich und murmelte vor sich hin „Oh wie schön ist es so voller liebe zu sein…“, sie war sich bewusst wie gelangweilt sie klingen musste aber das war das beste was sie heraus bringen konnte. Als das Hologramm anfing langsam zu verblassen setzte sich die Hexe der Dunkelheit und Illusionen auf und warf einen Blick auf ihre Schwestern, welche genauso unmotiviert aussahen wie sie sich fühlte.

Icy lag nur noch mit ihrem Oberkörper auf der Hängematte und versuchte es ebenfalls mit einigen Positiven Worten über das Wetter. Es war jedoch nicht die albernen Worte ihrer großen Schwester die sie dazu brachten fast zu lachen, sondern der Anblick ihrer kleinen.

Stormy saß im Schatten unter dem Baum an welchem Icys Hängematte befestigt war und war von oben bis unten von einzelnen Blumen bedeckt. Der Lockenkopf versuchte verzweifelt nicht die Beherrschung zu verlieren als eine weitere Blume auf sie herabfiel und direkt auf ihrem Kopf landete. Als Stormy dann ebenfalls anfing etwas Nettes zwischen ihren Zähnen hervor zu zischen brach Icy schließlich die ganze Aktion ab.

„Vergiss es Stormy. Du schaffst es doch eh nicht…“, „Wenn wir nicht ein wenig mehr Enthusiasmus zeigen lassen die uns nie wegen vorbildlichen Verhaltens raus.“, bemerkte die Brünette niedergeschlagen und rutschte von dem Heuballen runter. Sie brauchte einen Moment um das Gleichgewicht zu finden und bereute es nun sich nicht zu ihren Schwestern gesetzt zu haben als die Sonne anfing zu wandern wodurch sie seit einer halben Stunde der prallen Sonne ausgesetzt war. Aber die Brünette musste heute eh nirgendwo mehr hin also konnte ihr der kommende Schwindel nun auch egal sein.

„Dann eben nicht, ist mir auch egal. So ein verhalten ist unter meiner Würde.“, meckerte die Eishexe erst und warf der Jüngsten der Trix dann ebenfalls einen amüsierten Blick zu als diese plötzlich aufsprang und die ganzen Blumen von sich schüttelte. Nur die regelmäßigen Wutanfälle ihrer Schwester trugen dazu bei, dass sie nicht schon längst den Verstand verloren hatte. Als sie jedoch mitbekam, dass ihre Brünette Schwester keinen spöttischen Kommentar zu Stormys Blumenkleid gab blickte sie zu der Hexe hinüber, welche sich mittlerweile gegen den Baum lehnte.

Bevor sie jedoch fragen konnte ob es ihr gut ging zog auf einmal ein stärkerer Wind auf und der Boden fing leicht zu beben an. „Was ist das denn?“, eines der Portale öffnete sich, welches ins Innere des Klosters führte jedoch waren keine Wächter in Sicht und es schien düsterer als sonst. „Ist doch egal, es sieht böse aus und es sind gerade keine Wärter in Sicht. Lasst uns hier abhauen!“, kam es von der Sturmhexe, welche nur noch darauf wartete, dass sich eine ihrer Schwestern ebenfalls auf den Weg machte.

Als Icy sich dann aus der Hängematte bewegte nahm sie das als Zeichen für eine Flucht und ging auf das Portal zu. Dieses schloss  sich nur Sekunden nachdem die drei hindurch waren und in einem langen verwinkelten Gang endeten. Ebenfalls ohne Wächter. Gerade als Stormy weiter um die nächste Ecke wollte wurde sie von Icy aufgehalten.

„Stormy warte! Darcy…“, während die Sturmhexe sowie ihre älteste Schwester es Problemlos zu ihrem jetzigen Standort geschafft hatten so setzte der kurze Lauf der Brünetten ganz schön zu, wodurch sie sich erschöpft gegen die Wand lehnte damit die Welt sich aufhörte zu drehen.

Als sie dann anfing auch noch langsam zu Boden zu rutschen geriet der Lockenkopf gänzlich in Panik und fragte „Was machen wir jetzt? Sie kann kaum laufen und wir können sie nicht zurück lassen. Was sollen wir- Icy, dein Energiedämpfer…“ während sie sich auf das Niveau ihrer Schwester kniete und gleichzeitig auf den Energiedämpfer zeigte, dessen Licht nun um einiges Schwächer schien. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie etwas von ihrer Magie wieder spüren konnte, die Macht der Kräftedämpfer ließ nach…

„Wir lassen sie auch nicht zurück.“, murmelte die Blondine und überlegte bereits wie sie nun vorgehen würden. „Okay in Ordnung… Wir müssen sie stützen. Ich werde mich um Darcy kümmern und du wirst vorgehen und die Gänge abchecken, wenn du irgendwen siehst der uns aufhalten könnte oder das was hierfür verantwortlich ist kommst du sofort zurück…“, sagte Icy zu ihrer jüngsten Schwester während sie sich hinunter beugte und Darcys Arm um ihre Schultern legte und sie somit hochzog.

Als Stormy einen Moment später immer noch vor ihr stand zischte sie „Na los!“ damit rannte der Lockenkopf voraus und die beiden älteren schleppten sich hinter her. „Mach hier jetzt nicht schlapp. Ich schwöre dir Darcy, wenn wir wegen dir hier bleiben müssen mache ich dir dein restliches Leben noch mehr zur Hölle als es dieser Ort machen wird.“, murmelte Icy vor sich hin, nicht sicher ob Darcy ihr überhaupt zuhörte.

Sie waren schon durch mehrere Gänge und Darcy konnte mittlerweile fast wieder selbstständig laufen als Stormy plötzlich um eine Ecke zurück gerannt kam und fast in ihre Schwestern stieß. Die großen Augen der Jüngsten Trix brachten Icy dazu sofort in eine Kampfhaltung zu fallen, sie konnte nur hoffen, dass sie ihre Kräfte wirklich spürte und nicht nur einbildete. „Das wirst du mir nie glauben!“, sagte die Gewitterhexe außer Atem und wollte gerade wieder um die Ecke rennen aus der sie gerade gekommen war als sie von der Blonden aufgehalten wurde.

„Warte! Hier nimm Darcy, lass mich vor gehen.“, sie wartete bis Stormy die mittlere Schwester fest im Griff hatte ehe sie voraus ging um zu sehen worauf der Lockenkopf gestoßen war. Und als sie um die Ecke bog und versuchte jeden Funken ihrer aktiven Magie zu erreichen wusste sie was Stormy so zum Staunen gebracht hatte. Vor ihr stand eine große skelettartige Figur, die von einer dunklen Rüstung gestärkt schien welche jedoch mit zu seinem Körper gehörte. Es ging große Macht von dieser Kreatur aus, große dunkle Macht.

Bevor sie jedoch für sich und ihre Schwestern sprechen konnte begann dies Kreatur vor ihn schon zu sprechen. „Ich werde euch alle Fragen beantworten, wenn wir hier weg sind. Aber wisst, dass ihr von nun an den Mächten des Bösen dient.“

„Na das hör ich doch gerne.“, hörte die Eishexe Darcy hinter sich murmeln, welche nun wieder alleine stehen konnte und neben sie trat während Stormy auf ihrer anderen Seite erschien. Die skelettartige Gestallt hüllte sie in seinem Umhang ein und einen Moment später befanden sie sich in einem anderen Flur, jedoch nicht irgendeinen. Durch diesen Gang kamen sie auch als sie vor zwei Monaten eingewiesen wurden. „Wir sind frei. Jetzt müssen wir nur noch diese Hippieklamotten loswerden!“, sagte Stormy zu ihrer Rechten und nur wenige Sekunden später standen die drei in ihrer eigenen Kleidung dort, nun völlig in der Lage zu kämpfen, da die Kräftedämpfer ebenfalls entfernt wurden.

Wie aufs Stichwort kamen auch schon die Tempelritter auf sie zugestürmt um sie Aufzuhalten. Nachdem die Angriffe von Stormy und Icy fehl schlugen sprach Darcy das offensichtliche Problem laut aus „Sie sind gegen Magie immun. Was sollen wir jetzt machen?“ Und als hätte die fremde Gestallt hinter ihnen nur darauf gewartet, dass eine der Hexen es ansprach antwortete er auch gleich „Gegen eure Magie vielleicht. Aber nicht gegen meine.“, Er erzeugte drei leuchtende Kugeln in seiner Hand, welche auf jeweils eine Hexe zuflogen und ihnen neue Kräfte verschaffte.

Darcy spürte wie die Kugel in sie eindrang und sich ihre Magie in dem Körper der jungen Hexe verteilte. Sie nahm alles doppelt so stark wahr wie zuvor und konnte aus jedem Schatten Kraft ziehen und sei er auf der anderen Seite des Gebäudes.

Als sie zu ihrem linken Handgelenk hinunter sah erblickte sie ein violett leuchtendes Schmuckstück, welches sich ihren Unterarm hinaufschlängelte und in der Mitte halt machte. Sie konnte fühlen, dass ihre neu gewonnene Magie davon ausging. Ihre eigene Magie war noch nicht vollkommen zurück gekehrt und doch fühlte sie sich wieder wie neu geboren.

Sie blickte zu ihren Schwestern hinüber und konnte erkennen, dass Stormy das Ebenstück zu ihrem Schmuckstück trug nur ihres war im Gegensatz zu Darcys an der rechten Hand und magentafarben. Icys neue Macht hingegen kam aus einem Halsschmuck, welches von ihrem oberen Hals aus breit über ihr Schlüsselbein fiel und in einem kalten blau erstrahlte. So auffällig wie ihre Schwester.

„Hey Darcy du siehst schon viel besser aus. Warum zeigst du den Jungs hier nicht wie wichtig der richtige Schmuck einer Frau sein kann.“, grinste Icy zu ihrer jüngeren Schwester, welche nun ihren gesunden Hautton zurückhatte und wieder mehr als nur Kampffähig aussah. Darcy stimmte der Bitte der Eishexe sofort zu und schickte ihren Angreifern einen Blendezauber entgegen.

Die Brünette grinste als sie sah wie die Tempelritter abrupt stehen blieben und durch ihren Zauber nichts mehr sehen konnten. Dieses verschwand jedoch schnell wieder als die Männer sich nur nach wenigen Sekunden der neuen Situation anpassten und wieder auf die drei Hexen und den Fremden zu rannten.

„Na das war wohl nichts D. Soviel zum Thema du bist wieder fit…“, neckte Stormy ihre Schwester frech, bevor diese jedoch etwas erwidern konnte ging Icy dazwischen und meinte selbstgefällig „Nein. Die wissen nur noch nicht wann es Zeit ist aufzugeben.“ Die Eishexe griff nach den Händen ihrer beiden Schwestern und bündelte mit Stormy ihre Kräfte wodurch ein Eissturm entstand, welcher durch die Dunkelheit von Darcy an Stärke gewann und schließlich ihre Gegner außer Gefecht setzte.

„Wow, das war ja schon fast zu einfach.“, sagte Darcy überrascht während sie an einen der eingefrorenen Wächter trat und gegen seine kalte Schulter klopfte wodurch ein hohler Klang den Gang erfüllte.

„Das sind die Gloomix, sie verstärken eure Kräfte. Mit ihnen seid ihr praktisch unbesiegbar. Ihr dürft sie behalten, seht es als Geschenk für eure baldigen Dienste.“, sagte die Gestalt und schlängelte sich mit den Trix auf den Fersen durch die neuen Eisskulpturen des Lichtfels.

„Das mag ja alles ganz nett sein aber und nimm das jetzt bitte nicht persönlich, wer bist du? Oder besser gesagt was?“, kam es wie immer ohne Filter aus dem Mund der Sturmhexe.

„Ich bin der Schattenphönix. Ihr dürft mich jedoch Lord Darkar nennen. Wartet mit den restlichen Fragen bis wir zurück in meinem Schloss sind.“, kam es autoritär von dem Schattenphönix kurz bevor er die Eingangstüren zu dem Kloster aufstieß und ein weiteres Portal öffnete durch welches er dann durchging.

Icy ging als erste vorsichtig auf das Portal zu wandte sich jedoch wieder ihren Schwestern zu als sie merkte, dass die beiden zögerten. „Bist du dir sicher, dass wir ihm vertrauen können?“, fragte Darcy und hob dabei eine skeptische Augenbraue.

„Für wen hältst du mich Schwester? Natürlich nicht! Aber wenn es bedeutet, dass wir hier verschwinden können ist mir jedes Mittel recht.“, beantwortete die Blondine ihre Frage was Stormy jedoch auch noch nicht zu beruhigen schien. „Mir ja auch Icy aber wir haben keine Ahnung wer der Kerl ist und er scheint mächtig zu sein…“, „Wir werden uns sobald wir da sind alles anhören was er zu sagen hat und dann, ich kann nicht glauben, dass ich das jetzt sage aber dann werden wir fürs erste das machen was er von uns verlangt. Wer weiß, vielleicht springt am Ende ja auch etwas Positives dabei raus und wir haben die Chance uns an Bloom und ihren Freundinnen zu rächen“

Die Blondine wusste in dem Moment in dem sie die letzten Worte sagte, dass sie die letzten Zweifel ihrer jüngeren Schwestern beiseite warf, da es für keine von ihnen seitdem sie in dieses Kloster gesperrt wurden nichts Wichtigeres als ihre Rache gab. Das funkeln in den Augen der Jüngsten Trix zeigte der Eishexe, dass sie bereits an das nächste Aufeinandertreffen mit den Feen dachte und Darcys grüblerischer Gesichtsausdruck gepaart mit einem bösen Grinsen war ein Zeichen dafür, dass die Hexe der Dunkelheit und Illusionen sich bereits einen Plan für Musa ausdachte.

Darcys Grinsen spiegelte sich auf Icys Lippen wider als sie auf das dunkle Portal zuging „Nun Mädchen, da das jetzt geklärt wäre. Sollen wir?“, sagte sie über ihre Schulter hinweg wissend, dass die beiden ihr folgten.

So mächtig wie lange nicht mehr und noch stärker traten die drei Schwestern nacheinander durch das Portal und ließen einen Weg der Zerstörung hinter sich zurück, welcher jedoch nicht so schlimm war wie das was noch kommen würde.










Ich hoffe ihr nehmt es mir nicht allzu übel, dass ich den Ausbruch etwas umgestaltet habe aber ich kam irgendwie nie ganz damit zurecht, dass alle Drei Darkar einfach so vertraut haben und ihm direkt ohne Erklärung gefolgt sind, darauf werde ich aber in späteren Kapiteln weiter eingehen genauso wie auf die Trennung meines Lieblingspaares, denn die Beiden werden nicht ganz so schnell wie in der Serie übereinander hinweg kommen.
Wie immer hoffe ich es hat euch gefallen und würde mich sehr über Feedbacks freuen.



Liebe Grüße Caitlin





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